Das Sandkorn

Jetzt geht es zum ersten Weltkrieg, beziehungsweise in die Jahre 1914/1915 zurück oder zum deutschen Buchpreis von 2014 und meinen Buchpreisbacklistlesen, das sich noch ein bißchen ausgeht. Nämlich zu Christoph Poschenrieders “Sandkorn”, das damals auf der LL stand. Ich habe mich damals am Longlistenlesen ein bißchen beteiligt.Von dem Roman des 1964 bei Boston geborenen, in München lebenden Autor aber nicht viel mitbekommen. Dann lag es wahrscheinlich irgendwann auf dem Thalia-Abverkaufstapel und voila:

Das Buch wird als ein raffiniertes Kunstwerkt beschrieben. “Mit großer Leichtigkeit gleitet Poschenrieder durch Zeiten, Orte und Lebensansichten und zeichnet Figuren, die in ihrem Inneren ein Geheimnis bewahren!”, schreibt so Bruno Bachmann am Buchrücken und ich muß schreiben, es liest sich leicht und flüßig. Im Nachhinein denkt man vielleicht “Whats up?” Was habe ich da gelesen und wie neu und einzigartig oder zusammenkonstruiert war das? Und hat vielleicht auch nicht alles verstanden.

Es beginnt ganz einfach. Da streut im Juni 1915, als schon der erste Weltkrieg tobt, ein Mann in Berlin Sand aus und murmelt dazu die Namen verschiedener iatlienischer Orte. Er wird natürlich verhaftet und wird dem Kommissar Treptows zugeführt,der dann in weiterer Folge ein Manuskript darüber verfaßt, das aber nicht veröffentlicht wird.

Der Mann ist ein Kunsthistoriker und heißt Jacob Tolmeyn mit “c” und “y” und ist Kunsthistoriker und daher hat er am preußischen historischen Instiut in Rom an der Erforschung der Bauten von Friedrich II, dem Stauferkönig geforscht, beziehungsweise dort abfotografiert und auch den Sand von dort eingesammetlt. Zu Beginn des Buches sehen wir ein Foto und zwar das Castel del Monte, das ein Arthur Haseloff 1908 fotografiert hat und in einem Nachwort fügt derAutor an, daß zwischen 1904 und 1908 das tatsächlich zwei Kunsthistoriker so taten.

Der gute Tolmeyn ist aber schwul und da gibt es eine Geschichte, daß er 1914 nach Berlin geschickt wurde, um dort das Photografieren zu erlernen. Dort wurde er von einem Niki erpresst und der ist dann ins Wasser gefallen. Der Kommissar bekommt das natürlich heraus und läßt sich von Tolmeyn, die ganze Geschichte erzählen.

Er wird also von seinem Professor mit seinem schweizer Gehilfen Beat zu allen Stellen geschickt, wo erdie Bauwerke fotografieren muß und den Samd sammelt, um den Geruch oder das Gesicht der Sandkörner zu erforschen. Warum er dann nach Berlin kommt,um sie auszusteuen habe ich, muß ich gestehen, nicht ganz verstanden. Er versucht aber auch mit Beat Imboden, der vorher bei der Schweizer Garde war, eine Beziehung anzufangenund als der Kieg begonnen hat und sie weiterforschen, Jacob hat so gute Beziehungen, daß er von der Einberufung freigestelltwurde, bekommen sie noch eine italienische Aufpasserin, eine Leticzia Trivulzio di Belguoiso, das ist eine Emanze, eine Ärztein, die sich für das Frauenrecht einsetzt, dazu und geraten da zu dritt auch in Irrungen und Verwirrrungen.

Abwechselnd wird da in den Perspektiven hin- und hergesprungen. Am Schluß erfahren wir Niko Schulze ist gar nicht ertrunken und Jacob, dersich freiwillig stellen muß, der Kommissar will das so, fällt im Krieg und ein interessantes Buch, nun ja, 2014 hat es ja viel Literatur gegeben, die sich auf den World War I bezogen und von Christoph Poschenrieder habe ich fast erstaunt gesehen, habe ich noch ein Buch, nämlich seinen Schopenhauer-Roman “Die Welt im Kopf”auf meinen Harlander Lesestapel liegen und hoffe, daß ich bald zum Llesen komme.

Zitroneneis mit und ohne Prosecco

“Komm, essen wir ein Eis!”, sagte Gisi großzügig, als sie in den kleinen Platz einbogen auf den vor ihnen beschaulich von einigen Palmen und Oleandern, die in Kübel standen, umrandet ein Eissalon lag, der mit seinen Korbstühlen und Tischen ein italienisches Flair vermittelte.

“Bin ich nicht großzügig!”, fragte sie nach dem sie Platz genommen hatte und nach der bereitliegenden Karte griff, “- daß ich mit dir einer Ungeimpften treffe? Der Georg hat gesagt, er würde das nicht tun! Denn wie kommt er dazu, daß er sich vielleicht in eine Intensivstation legen muß, nur weil die Schwurbler und die Verschwörungstheoretiker zu faul sind, sich impfen zu lassen oder den Unsinn glauben, daß man nachher nicht mehr schwanger werden kann oder ein drittes Ohr oder Nase bekommt! Aber ich bin nicht so borniert und engstirnig und werde natürlich meine alte Freundin treffen, denn im Freien kann man sich ja nicht anstecken haben wir gehört! Da ist geimpft und ungeimpft egal! Aber sag was wirst du machen, wenn du keinen grünen Impfpaß hast und dich der Kellner danach fragt? Denn das müßen die jetzt tun, weil ihnen sonst dreißigtausend Euro Strafe drohen und du auch achtzig Euro Strafe zahlen mußt, wenn du erwischt wirst!”, fragte sie und schaute Mathilde nachdenklich an, als würde sie überlegen, daß sie nicht so großzügigwar, die zu bezahlen, aber nicht wußte, wie sie das hinüberbringen sollte.

“Ich gehe zur Verkaufstheke und hole mir mein Zitroneneis selber und esse es neben ihr stehend!”, anwortete die und kramte in ihrer Handtasche.

“Denn das ist erlaubt! De Fünfzigmeterregel ist ja aufgehoben und daß man sich im Freien nicht anstecken kann, habe ich auch gehört! Also mußt du dich vor mir nicht fürchten und kannst auch deinen Georg diesbezüglich beruhigen!”

Sie nickte Gisi zu und war an die vor ihr liegende Theke getreten, wo sie auch nicht lange warten mußte, bis sie ihr Zitroneneis bestellen konnte und mit diesen in der Tüte zu Gisela zurückgekommen war, die inzwischen dem Kellner stolz und selbstbewußt ihren gelben Impfpaß gezeigt hatte.

“Schon zweimal vollimmunisiert und im Herbst kommt dann die Auffrischungsimpfung!”, zu ihm sagte.

“Denn ich bin eine verantwortungsvolle Bürgerin, die weiß was sich gehört und sich und die anderen schützt!”

Und dann einen Eisprosecco bei dem jungen Mann bestellte, der zustimmend nickte und “Selbstverständlich, gern, Signora! Wird prompt servieiert, bellimissimo!”

“Schade, daß du das nicht kannst! Ich hätte gern mit dir angestoßen!”, sagte Gisela dann bedauern zu Mathulde.

“Aber ich habe, um trotzdem etwas mit dir gemeisam zu haben einen mit Zitroneneis dazu bestellt!”

“Bin ich nicht großzügig!”, schien sie noch hinzufügen zu wollen, wurde aber von Mathilde unterbrochen, die inzwischen von ihrer Tüte abgeschleckt hatte und ebenfalls “Bellissimo!”, sagte und “Mach dir keine Sorgen, Gisi! Das Eis ist auch so sehr gut und das nächste Mal kann ich mir ja ein Fläschchen Prosecco und einen Becher mitbringen! Du kannst mir das ja, weil du so großzügig bist, vorher mit deiner Maske aus dem “Hofer-Markt” besorgen und dann, hast du nicht gehört, daß unlängst eine Studie herausgekommen ist, die nachwies, daß in Niederhössterreich 43 % der Infizierten zweimal geimpft sind! Daß sie also offenbar weder vor der Ansteckung, noch vor der Weitergabe geschützt sind! Die 3G-Regel also genauso unnütz ist, wie die Stimmen, die jetzt verlangen, daß es für das Spitalspersonal selbstverständlich eine Impflicht geben muß, denn wie kommt der Patient dazu, sich von ihm infizieren zu lassen! Aber wenn sich die jetzt nicht mehr testen lassen müßen, können sie das ja unbemerkt weitergeben und mußen sie sich sich testen lassen, wären sie ja betrogen worden, hat es doch immer geheißen, der Vollgeimpfte seine Freiheit mit dem zweiten Stich zurückbekommt und jetzt mußt du, weil du schon über sechzig bist, dir einen dritten Stich geben lassen, damit du weiter dein Eis im Sitzen essen darfst, denn der Impfpaß gilt ja, glaube ich, nur für diese Zeit!”, hinzufügte und nickte dem jungen Kellner zu, der inzwischen, das Proseccoglas vor Gisi gestellt hatte und “Buon Appetito! Lassen Sie es sich schmecken, bella Signora!”, Gisi wünschte. Mathilde nickte er ebenfalls zu, fragte “Schmeckt das Gelato?” und bedauerte, daß sie sich nicht setzten könne?

“Vo mir aus könnten sie das gerne, Signora! Ich würde Ihnen auch den Prosecco bringen! Aber wissen Sie, die Kontrollen sind sehr streng, weil Sie sich so wenige Leute impfen lassen und wir ja mindestens fünfundachtzig Prozent Impfwillige brauchen, um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen und so schaut der Chef sehr streng darauf, daß ich keine Ausnahme mache!” sagte er bedauernd. Mathilde schüttelte den Kopf und nickte ihm nochmals zu.

“Keine Sorge!”, sagte sie.

Das Eis schmeckt auch so ausgezeichet! Das nächste Mal nehme ich mir mein Fläschchen mit! Das habe ich mit meiner Freundin schon besprochen! Dann ist nur Ihr Chef zu bedauern, der um die Mehreinnahme kommt! Aber Eis kann man auch im Stehen essen! Es schmeckt dann genauso gut!” und fügte, nachdem der Kellner zum Nebentisch getreten war und die dort sitzende Frau, die mit zwei KindernPlatz genommen hatte, nach ihrem Impfpaß fragte, hinzu:

“Obwohl das natürlich schon eine zwei Klassengesellschaft ist, daß der sogenannte brave Bürger oder in diesem Fall die Bürgerin, ihr Eis im sitzen essen darf, während der andere böse Parier es im Stehen verzehren muß und haben wir nicht gehört, daß es keine Priveligierung von Geimpften geben darf?””

“Reg dich ab!” , antwortete Gisi selbstbewußtund hob ihr Glas!”

.”Prost!”, setzte sie hinzu,

“Natürlich kaufe ich dir, wenn wir uns das nächste Mal treffen, deinen Prosecco im Supermarkt oder bringe dir das Fläschen mit, weil du ja auch keine Maske willst und in Deutschland soll man ab September auch für dort die 3 Gs brauchen, aber ich fahre ich mit dem Georg, der ja ebenfalls schon geimpft ist, nicht dorthin, sondern demnächst für ein paar Tage nach Venedig, um den Sommer zu genießen, obwohl sich der Georg auch da nicht sicher ist! Hört man da doch so einiges, daß man, wenn der Staat inzwischen zum Risikogebiet gezähltwird bei der Rückkehr vielleicht auch einen PCCR-Test braucht! Da hast du mit deinem Geschwurbel vielleicht recht und es ist wahrschein auch gut, daß man vorsichtig sein muß und die Urlaubesrückkehre nicht ungetestet ins Land lassen darf! Denn das Virus kommt ja mit dem Auto haben wir im Vorjahr gehört und dann sind die Zahlen angestiegen, und wir sindin den zweiten und dritten Lockdown gerutscht! Dasdarf uns heuer nicht passieren! So muß man streng sein und muß kontrollieren, wollen wir im Herbst ja keinen vierten Lockdown haben! Obwohl der, habe ich gehört, dann nur die Nichtgeimpften treffen wird und dann bist du selber schuld, wenn du auf die Intensivstation kommst und der Georg hat recht mit seinen Mahnungen, denn wie kommt er dazu sich von dir sein Inventsivbett wegzunehmen zu lassen, wenn er einen Schlaganfall oder einen Unfall hat?”

“Ja, das könnte vielleicht passieren, weil wir drei schon über fünundsechzig sind und nach den herrschendenn Definitonen zu den Risikogruppe zählen! Aber haben wir nicht früher gehört, daß man, wenn man ein bißchen auf sich aufpasst genügend Abwehrkräfte hat, damit man im Falle des Falles nicht schwer erkrankt und die Geimpften werden das ja, höre ich immer, nicht, sondern bekommen höchstens einen Schnupfen! One apple perda keeps the doctor away!, hat man frühergesagt! Das gilt nicht mehr, ich weiß und die Herdenimmunität soll man so auch nicht bekommen! Aber die Jungen, die jetzt noch nicht die richtige Impfrate haben, werden ja auch nicht krank und wenn sich die, die sich aus irgendwelchen Gründen nicht impfen lassen wollen, selbst auf sich aufpassen, Abstandhalten, Hände waschen, sollte nichts passieren oder habe ich da etwas falsch verstanden?”, fragte sie nachdenklich und hatte ihr Eis aufgegessen.

“Hast du wahrscheinlich! Denn du bist ja eine rebellische Person! Widerständig und schwurblerisch und warst, wenn ich mich nicht irre, auch auf diesen Demos, als es die noch gegeben hat, aber ich bin, wie du weißt ja großzügig!”, wiederholte sie und griff in ihre Handtasche, um einen Geldschein herauszunehmen und den Kellner damit zu winken.

“Jetzt habe ich dich doch nicht eingeladen!”, sagte sie bedauernd, als sie das Restgeld in die Tasche steckte.

“Aber ich bin nicht schuld daran! ich habe es versucht und das nächste Mal nehmeich das Proseccofläschchen mit, wenn wir von Venedig zurück sind oder zwei und damit setzten wir uns auf die Stufen vor dem Brunnen und schlürfen dort gemeinsam unser Eis, damit du nicht zu mir hinauf und ich zu dir hinunterschauen muß und du dich nicht über die Apartheid beschweren mußt, in die du dich durch dein uneinsichtiges Verhalten bringst! Aber ich fürchte mich nicht vor dir, obwohl der Georg mich sicher mahnen wird vorsichtig zu sein! Doch ich bin ja eine, die auf ihre alte Freundin nicht vergißt, obwohl der Georg, wie schon erwähnt, keine Ungeimpfen treffen will! Ich dich daher auch nicht zu meinen Geburtstag einladen kann!”, sagte sie bdauernd und war aufgestanden.

“Und jetzt gehen wir ein bißchen am Donaukanal spazieren, wo man jetzt nicht mehr, wie zu Ostern maske tragen muß und der, wie ich hörte, auch nicht mehr so überfüllt ist, weil die Jungen ja jetzt ihreDiskos und ihre Impparties haben, wo sie sich bei den Ersteren aber anstecken und Cluster auslösen, weil so viele mit gefälschten Nachweisen dort einmarschieren wollen, was zum Glück aber jetzt auch streng kontrolliert werden wird!”

Nach einem fast wahren Erlebnis erzählt und zwei Mathilde-Geschichten gibt es hier auch schon.

Zorn und Stille

Daich ja leider Rgen bedingt, die letzten O-Töne versäumt habe, hole ich das, durch das Lesen eines der Bücher der letzten letztjährigen O-Töne nach, nämlich Sandra Gugics zweiten Roman”Zorn und Stelle” und die 1976 als Tochter von jugoslawischen Gastarbeitern geborene kenne ich ja schon lang. Seit sie beim “Exil-Ppreis” gewonnen hat, dann hat sie mal beim Klagenfurter Lteraturkurs gelesen, da war ich natürlich nicht dabei, wurde dann auf der Hochschule für Sprachkunst oder den diesbezüglichen Lehrgang aufgenommen. Sie hat dann, glaube ich, in Leipzig zu ende studiert, im Musa habe ich sie einmal gehört, beim “Kolik-Slam” und bei Angelika Reitzers “Textvorstellungen”, den Open Mike hat sie gewonnen. Aus den “Astronauten” habe ich sie in der “Gesellschaft” lesen gehört und das Buch gelesen, das mir, glaube ich, nicht so gefallen hat und und und- und “Zorn und Stille”, wieder ein Geburtstagsbuch, hat mich, glaube ich, etwas mehr beeidruckt, obwohl das Neue von Literaturhimmel ist es wahrscheinlich auch nicht, kann es gar nicht sein und Sandra Gugic hat, glaube ich auch das geschrieben, von dem sie sehr viel weiß. Vom Leben eines Gastarbeiterkindes, das dann zur Künstlerin wurde, den Jugoslawienkrieg in Wien erlebte und jetzt nomadenhaft viel herumlreist.

Sandra Gugic, tut das, glaube ich, auch oder lebt jetzt in Berlin und die Protagonistin des Buches, das aus drei, beziehungsweise, vier Teilen besteht, ist Billy Bana, eine Fotografin, die als Bijana Banadinovc, in einer Gastarbeiter Zimmerküchewohnung lebte und zu Beginn des Buches von Budapest, glaube ich, zum Begräbnis ihres Vaters nach Belgrad fliegt und dabei am Flughafen, im Flugzeug in ihrer Vergangenheit versinkt. Es gibt einen jüngeren Bruder, Jonas Neven, den ersten Namen hat sie für ihn ausgewählt und ihm als ältere Schwester auch viel herumgeschleppt. Dann ist er verschwunden. Aber Billy, die von ihm Billy Banana genannt wird, was ich sehr lustig finde, ist ja auch schon mit Sechzehn oder Siebzehn von zu Hause ausgebüchst und in eine WG mit einer Galeristin Ira Goldfarb, bei der sie später auch ausstellt, lebt.

Die Eltern, die Mutter Azra, die als Küchenhilfe arbeitet und der Vater Sima, der Gärtner ist, versuchen rührend Kontakt mit ihrer Tochter aufzunehmen und schaffen das irgendwie nicht so ganz. Was der Konfliktbpunkt war, warum Billy ausbüchst ist, kommt nicht so ganz heraus. Der Krieg spielt jedenfalls eine Rolle. De Frage eines Anrufers “Seid ihr Serben oder Kroaten?”, wahrscheinlich auch und Tiere spielen in dem Buch auch eine Rolle. So fragt dieMutter als sie bezüglich des Begräbnis anruft, ob sie sich noch an das Kaninchen erinnern kann? Ein Hase wird überfahren und ist am Cover zu sehen. Ein Hund wird begraben.

Aber das kommt in den späteren Teilen vor. Der Zweite ist der Mutter Azra gewidmet, der dritte dem Vater. Deren Geschichten werden erzählt, ihr Ankommen in Österreich, ihre Elterngeschichten, die natürlich recht gewalttätig war und im kurzen vierten Teil geht es dann um Jonas Neven Reisetasche, die auf einem Flohmarkt versteigert wurde und Jahre später zu Billy zurückfand und dann ist Billy in Belgrad zurückgeblieben, wo der Vater eine Wohnung hatte.

Ein Buch vom modernen Nomandenleben, wie am Klappentext steht. Bei der Lesung vor einem Jahr wurde auch der Krieg diskutiert und, wie dasAufwachsen in einem fremden Land passiert und, wie das ist, daß man in einem Land geboren wurde, wie es Billy passierte, daß es nicht mehr gibt.

Mir hat das Buch, wie schon geschrieben ganz gut gefallen. Ich habe vieles darin erfahren, was ich so noch nicht wußte, obwohl ich mich ja mit dem Gastarbeiterleben viel beschäftigte und auch in meinen Texten viel darüber geschrieben habe. In der Otto Bauer Gasse habe ich neben Gastarbeitern gelebt. Bei “Rettet das Kind” Gastarbeiterkinder betreut und so ist das buch, in dem, wie am Klappentext steht “Mit präzisen Blick und tiefer Empathie Sandra Gugic Schicht für Schicht das Leben einer Familie freilegt”, sehr interessant und wieder bin ich gespannt, ob und, was ich von Sandra Gugic noch lesen oder hören werde? Lesen wahrscheinlich, weil es mit den Lesungen seit eineinhalb Jahren ja etwas schwierig ist, obwohl ich den Open Mike voriges Jahr per Livestream erlebte, was mir sonst eher nicht möglich war.

Geburtstagswochenende

Am Montag hat der Alfred seinen sechsundsechzigsten Geburtstag, da habe ich ihn immer zum Essen eingeladen, wenn wir in Wien waren, sind wir ein paar Mal im “Nordpol” gewesen, das ist ein tschechisches Lokal beim Augarten, das der Alfred gerne mag. Manchmal waren wir auch im Ausland, in der Schweiz, auf der Sechsländerreise, früher in italien oder auf der hohen Tatra. Im Vorjahr waren wir mit der Anna, dem Andreas und dem Baby beim “Vinzenz Pauli”, da gab es ja gerade die Corona-Lockerungen, wo das gut möglich war und am Sonntag macht der Alfred meist ein Grillfest. Mal ein Größeres, wie zum sechzigsten Geburtstag, meistens ein Kleineres, weil im August ja alle auf Urlaub und er auch zu spät die Leute eingeladen hat, so daß dann nur sehr wenige gekommen sind und heuer ist ja wegen der drei Gs alles anderes.

Da kann man ja eigentlich nur zur Radlerschenke oder zum Take away auf die Rudolfshöhe, aber die hat jetzt Urlaub und die Radlerschenke, wo man keinen Test braucht, hat am Montag Ruhetag. Also am Freitag, denn am Samstag ist ja Markt wo wir uns meistens mit der Doris Kloimstein treffen und da gibt es ja nur Würstl, aber da konnte die Anna nicht und hat den Markt vorgeschlagen.

“Du kannst ja ihm ja ein Kerzerl auf das Würstl stecken!”, hat sie ungerührt gemeint und ich habe mir gedacht, wir können ja beides machen. Markt mit oder ohne Würstl, aber dann hat der Alfred den Elektriker in Harland bestellt, der um zehn Uhr kommen sollte und wenn der um die drei Stunden braucht, wäre es mir zu spät zum Mittagessen gewesen. Also am Abend oder am Nachmittag und ich esse vorher was anderes.

Der Alfred hat am Donnerstag von einem Takeaway Ente und Rindfleisch geholt und, weil wir nicht soviel Reis essen “Einmal Reis!”, gesagt,was zur Folge hatte, weil der Reis dabei war, daß er mit drei Schüßeln nach Hause gekommen ist, mit denen wir dann auch, um sechs nach Harland gefahren sind, weil es am Donnerstag, wo ja die O Töne waren, den ganzen Tag geregnet hat. Bis ungefähr fünf Minuten bevor wir wegfahren wollten und schon alles eingepackt hatten.

“Es fängt gleich wieder an!”, hat derAlfred gemeint. Wir fuhren aber ins Blaue und in die Sonne und als ich dann um zehn vor acht auf der Facebookseite, der O- Töne, wo der Hanno Millesi gelesen hätte, nachschaute, stand “Der Wetterfrosch ist uns günstig! Wir machen es im Freien, zieht euch warm an!”

Also Shit und Scheiße, aber das Buch das vorgestellt wurde, habe ich ohnehin schon gelesen. Nur die Debutantin war mir eher unbekannt und der Elektriker ist am Freitag dann auch nicht gekommen. Als ich um zwölf den Reis mit Sojasauce machen wollte, hat ihn der Alfred angerufen und wir sind losgeradelt.

Schnitzelsemmel, Kartoffelwedges, Grillkottelet und zum Nachtisch Eiscafe. Einmal ein etwas anderes Geburtstagsessen. Aber es blieb ja noch der Samstag mit dem Markt. Da hat es vorige Woche ein Marktfest mit Halloumi, Lungenbratenspieß und Cevapcici gegeben. Diesmal nur das Übliche. Aber am Uhudler-Stand Himbersturm. Da habe ich eine Flasche gekauft. Leider hat mir der nicht so nette Standler keine Gläser mitgegeben, wie das eigentlich so üblich ist. Also haben wir uns Becher beim Kaffeestand geholt und Mehlspeisen habe ich auch noch besorgt. Dazwischen gab es die üblichen Würstln. Der Alfred hat sich einen Burger geholt und die Anna Hendl.

Die Doris Kloimstein hat das Kerzerl mitgebracht und wir haben uns den Tisch in den Schatten geschoben, wo das Baby lustig herumgelaufen ist.

Am Sonntag gibt esdann den Grill mit ohne oder wenig Gäste. Die Doris kommt und wahrscheinlich auch das Baby und die Doris hat mir auch wieder ein paar schöne Bücher mitgebracht. Einen Gedichband von Gerhard Ruiss “lieber, lebste, liebes, liebstes”, den hat er, glaube ich, zu seinen siebzigsten Geburtstag im Literaturhaus vorgestellt. Also könnte man dem Alfred ein paar Liebesgedichte darauf vortragen, die kleine Lia kräht schon eifrig “Happy Birthday to you” und dann das “Podium” über die “Siebzigerjahre” Da habe ich, glaube ich, auch den Livestream gesehen. Anna Felnhofer, die am Donnerstag im MQ gelesen hat, hat einen Text darin und Peter Paul Wiplinger von dem ich ja vor kurzem einige Gedichtbände gelesen habe, Luis Stabauer, Gerhard Jaschke, Barbara Neuwirth, die damals moderierte und und und und im Rezensionsteil, das ist interessant, gibt es eine Rezension von der Doris, also kann ich zwischen den Geburtstagsfeiern mein literarisches Wissen, das ich vielleicht durch 3G versäume, ein bißchen aufholen.

Aber stimmt ja nicht, es ist ja Sommer, da versäume ich dadurch nur die Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl und die des Podiums im Cafe Prückl. Aber die ist wenn ich mich nicht irre, ohnehin nur im Juli gewesen, die O-Töne habe ich, weil ich nicht geglaubt habe, daß es zu regnen aufhört, bzw., der Alfred mir nicht geblieben wäre und ich gedacht habe, wenn sie doch nicht im Freien machen, ist er mir sauer. Aber da wäre wieder 3G schuld daran geesen und ich ein Corona-Opfer und Geburtagsfeiern kann ma,nwie man sieht auch so und lesen natürlich denn da habe ich ja noch einiges von meinen Altlasten aufzuholen, bevor am 24.8. die neue deutsche Buchpreisliste verkündet wird und jetzt kann ich auch noch Dank Doris auch noch die Literatur von zwei von mir gestreamten Veranstaltungen dazulesen und der Doris habe ich dafür einen Alfred Polgar aus einem der Bücherschränke gefischt.

Impfzwang?

“Impfen, impfen, impfen!”, ist ja die Devise, die man derzeit ständig hört, vor allem, wenn man wie, ich es tue sehr viel OE24 hört, da sagt es Isabelle Daniel, die Insiderin beinahe nach jeden Interview, der Ärztekammerpräsident Szekeres tut es, der Gesundheitsminister und die Handelskammer fordert, jeden der das tut, vor oder rückwirkend einen fünzig Euro Gutschein auszuhändigen, den man dann gleich in den Handlungsbetrieben einlösen kann und die Nachtgastronomie will der impfunwilligen Jugend, da sind, glaube ich, erst dreißig Prozent geimpft, gleiche einen Hunderter geben für das nächste Konzert oder die Biere in den Diskos. Es gibt Impfbusse, Impfboote, in der Stephanskirche kann man das wahrscheinlich vor oder nach dem Beichten oder der Abendmesse. In der Lugnercity kann man, wenn man Glück hat, sich vielleicht gleichzeitig vom Mörtel ein Küßchen oder ein Autogramm holen und vor den Schulen werden Impfbusse aufgestellt, damit man noch alle über Zwölfjährige rechtzeitig immuniseren kann, bevor die Schule beginnt, in der ja Präsenzunterricht herrschen soll. Impfen, immpfen, impfen, um den noch ansteckenderen Delta-Virus auszuweichen, braucht man mindestens fünfundachtzig Prozent Vollegeimpfte und die Impfbereitschafft kann man in OE24 TV oder auch in Ö1 ständig hören, nimmt ab und die Moderatoren fragen dann die Politiker oder die Experten, was man tun kann, um die Motivation zu erhöhen?

“Niederschwellinge Angebote und informieren, daß die Impfung gefahrlos und der einzige Gamechanger ist!”

Und deshalb stellen bei beinahe jeder Pressekonferenz, die Reporter an die jeweiligen Politiker die Frage, ob es eine Impfpflicht geben soll?. Die drucken dann meistens herum. Erzählen etwas von der Freiwilligkeit und der Überzeugungsarbeiter, aber in den Gesundheitsberufen kann oder müßte man es sich überlegen. Denn es geht ja nicht an, daß die Bewohner von Pflegeheimen von ungeimpften Betreuern gefährdet werden und die Lehrer und Kindergärtner müßten selbstverständlich auch sicher sein. So hat man schon länger gehört, daß in den Gesundheitsberufen und öffentliches Diensten in Zukunft nur mehr Geimpfte eingestellt werden und das kann jeder Arbeitsgeber von ihren Angestellten fordern, denn wie kommt der Kunde dazu von einem ungeimpften Verkäufer-.

In Niederösterreich gibt es dann die Impfpflicht im öffentlichen Dienst ab September und sonst hört man, wo der Zwang nicht möglich ist, von den Privilegegien die Geimpfte haben sollen. Also zwei G statt drei und damit das besser passiert kann man überall hören, daß die Gratistests ab Herbst ewas kosten sollen, denn wie kommt der Steuerzahler dazu die für die Impfverweigerer zu bezahlen?

Das habe ich mich schon im Winter gefragt, daß das ja eigentlich der Steuerzahler zahlen muß, wenn da plötzlich jeder dreimal in der Woche sich testen lassen muß, um zum Friseur oder ins Restaurat zu gehen, habe mir meine Haare selbstgeschnitten und mich in die “Alte Schmiede”, Literaturhaus und “Gesellschaft” gestreamt” statt hinzugehen und dort meinen grünen Paß vorzuweisen und habe irgendwo geschrieben, daß das einzige Dystopische an meiner Mathilde ist, daß die ja zu Beginn des Buches ins “Nichtgeimpften-Ghetto” zieht.

Denn das wird es bei uns nicht geben, die drei Gs bis in alle Ewigkeit wahrscheinlich schon, aber das andere ist natürlich Utopie, denn wir leben ja in einem Rechtsstaat wo alles verhältnismäßig sein muß. Habe aber vor kurzem von einer Politikerin gehört, die das für Deutschland fordert und es hat es vor ein paar Tagen auch geheißen, daß man ab September nur mehr mit drei Gs in den Supermarkt gehen darf.

Das wurde bei uns zu Ostern, glaube ich, auch diskutiert. Für den Nonfoodhandel, da war aber die Wirtschafts- oder Handelskammer dagegen. Aber sonst nur mehr geimpfte Lehrer, denn wie kommen die Kinder dazu, die zwar kaum krank werden, das Virus aber weitergeben können und, wie der Gast im Restaurant oder im Flugzeug, wenn da vielleicht ein Ungeipmfter daneben sitzt? Also nur noch zwei Gs in der Nchtgastronomie. PCR getestet oder geimpft und das genesen lassen wir aus, obwohl ich da hörte, daß die Genesenen die höchsten Antigenkörper haben und beim U-Ausschußcluster waren ein oder zwei Drittel der Infizierten schon geimpft.

Nur einmal und das ist zu wenig, hörte man da zuerst. Also unbedingt zweimal impfen, damit man vor Delta sicher ist. Von den Dreißig oder so Infizierten, ist aber, glaube ich, niemand krank geworden. Denn die Geimpften hört man inzwischen, können sich zwar infizieren und den Virus auch weitergeben, werden aber selber nicht krank oder husten nur ein bißchen und da fragt man sich dann, warum eine Krankenschwester geimpft sein muß, wenn sie das Virus trotzdem weitergeben kann, sich aber, wenn sie vor Dienstantritt testet, in Quarantäne gehen kann?

Das gilt auch für die die Leute in den Restaurants und in den Theatern. Bei den Salzburger Festspielen wurde ja auch einer positiv identifziert, seither muß man dort Maske tragen und als bei der EM Italien in England gewonnen hat, haben sich die Leute in den Stadien und wahrscheinlich auch vor den Public viewing Schirmen, umarmt und geküßt. Da gab es auch ein Konzert in Deutschland, wo die Teilnehmer in Boxen stehen mußten, das nicht taten und die Sängerin Nena an ihren Eigenverantwortlichkeit appelierend, meinte, daß sie selbst entscheiden sollten, ob sie drinnen bleiben oder sich impfen lassen würden. Das Konzert wurde dann abgebrochen und in Kroatien gab es vor kurzem ein Festival, wo auch dreihundert Personen infiziert zurückgekommen sind. Ob und wie schwer die dann krank geworden sind, hörte man dann nicht mehr. Wahrscheinlich nicht zu stark, denn es waren ja schon Geimpfte dabei und die meisten wahrscheinlich, um die zwanzig, wo man ja schon von dem Ursprungsvirus hörte, daß sie meistens gar keine Symptome haben und ohne Testung gar nichtmerken würden, daß sie das Virus haben.

Und das ist, glaube ich, überhaupt das Problem, das mich wahrscheinlich die nächsten Jahre hindern wird, ins Ausland zu reisen oder auf die “Buch-Wien” zu gehen, daß da irgenwo und irgenwann die Idee entstanden ist, daß man das Virus unbedingt ausrotten und besiegen muß. Null-Covid koste es, was es wolle und die, die meinen, daß das wahrscheinlich nicht geht, wie beispielsweise Prof Bhakdi wurden, als Nazis und Verschwörungstheoretiker hingestellt und mundtot gemacht.Denn keine Fragen stellen, sondern Maske tragen, testen und vor allem impfen, denn wie kommt der Geimpfte dazu, von einem Ungeimpften gefährdet zu werden, deshalb habe ich schon gehört, daß sich Leute weigern, Ungeimpfte zu treffen und haben dabei die Relationen verloren, denn die momentane Inzidenz liegt, glaube ich, um vierzig. Also von hunderttausend Leuten stecken sich vierzig an und von denen werden dann, glaube ich, nur zehn Prozent krank und die Intensivstationen sind, Gott sein Dank immer noch sehr leer und hieß es da nicht einmal, Ziel der Maßnahmen ist es, daß die Spitäler nicht zusammenbrechen und keine Triagen entstehen?

jetzt heißt es, daß man sich impfen lassen muß, um den Geimpften nicht zu gefährden und man die, die das nicht wollen, zwar nicht zwingen kann, ihnen das Leben aber so unbequem, wie möglich machen muß. Also die Tests selber zahlen lassen, sonst kein Restaurant und kein Kino! Aber wenn drei Leute mit je einem G in einem Restaurant zusammensitzen ist ja dann wahrscheinlich der Geimpfte, der sich nicht testen ließ, der der das Virus weitergeben kann, denn die anderen sind ja negativ und haben Antikörper. Also ganz schön verwirrend und widersprüchlich.

In Australien patroullieren, habe ich gehört, Soldaten auf der Straße und sagen den Leuten ob sie sich ihr Eis kaufen dürfen, denn Null-Covid ist ja angesagt und in China müßen sich, weil die Zahlen nach oben gehen, die leute zweimal in der Woche testen lasen und als der Kanzler vor kurzem sagte “Wenn alle ein Impfangebot haben, ist die Pandemie Privatsache! Es wird sich zwar jeder anstecken, aber das ist dann sein Problem, wenn wer sich nicht impfen lassen will!”, gab es einen Aufschrei und Gesundheitsstadtrat Hacker entgegnete “In Wien ist es das nicht! Da kümmer wir uns um die Gesundheit!”

Natürlich, würde ich meinen. Die Spitäler aufstecken, dem Personal mehr zahlen, mehr einstellen und besser ausbilden! Aber dieKirche im Dorf lassen und wieder logisch denken. Wenn sechzig Prozent geimpft sind und der Rest hauptsächlich aus Jugendlichen besteht, die nicht stark krank werden und die Geimpften auch nicht, kann man die, die sich aus irgendwelchen Gründen nicht impfen lassen wollen, selber auf sich aufpassen lassen. Sie können ja Masken tragen, wenn sie wollen und wenn sie nur rniemanden küssen und den Abstand halten, ist das vielleicht auch okay und wenn sie, was auch versäumt wurde, auf ihr Immunsystem achten, werden sie vielleicht auch nicht schwer krank und das Husten ist ja vielleicht normal und war es auch immer, also die Kirche im Dorf lassen und nicht jeden fragen, bist du schon geimpft?

Bei OE24 werden das, die FPÖ-Politiker, die sagen, daß sie das nicht wollen, regelmäßig gefragt und in Deutschland gibt es auch den bayrischen Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger, der sagt, daß er das nicht will. Der muß dann in Talkshows seine Gründe angeben, warum er nicht will. Was er meines Erachtens auch nicht braucht, weil das niemanden was angeht und wenn in einem Supermarkt ein Ungeippfter neben einen Geimpften steht, passiert, wenn man logisch denkt, wahrscheinlich auch nichtviel und in eine Massenveranstaltung und dort die Fremden küssen, braucht man, glaube ich, auch nicht gehen. Ansonsten logisch denken und aufpassen,wie das weitergehen, zuhören, miteinander reden und nicht gleich “Verschwörungstheoretiker und Schwurbler!”, schreien, wenn jemand sagt, daß er sich nicht impfen lassen will und der, der das will, weil er glaubt, daß er dann sicher ist, soll das am besten bei seinem Arzt nach voriger Ab- und Aufklärung und nicht in einem Impfboot oder, um dann in ein Konzert gehen zu dürfen, tun, denn das finde ich, ganz ehrlich, eher unprofessionell ,als nützlich und die Zahlen liegen trotz Delta derzeit um fünfhundert und im Herbst soll es dann auch eine dritte Impfung für die Älteren geben.

Die Doderer-Gasse oder Heimitos Menschwerdung

Was hat der arme Heimito von Doderer, der Offizier und Beschreiber des ersten Straßenbahnunfalls in der Literaturgeschichte, nur getan, daß die 1976 geborene Nadja Bucher, die ich, glaube ich, vom Volksstimmefest kenne, ihn wahrscheinlich genau zu ihrem Geburtstag in der Großfeldsiedlung im Körper der kleinen Marie wiederauferstehen ließ oder das ist falsch, denn er kommt aus dem Körper des Säuglings, den wir dann bis zu ihrem Eintritt ins Gymnasium begleiten, nicht hinaus. Marie lebt aber mit ihren Eltern in der Doderer-Gasse, die grenzt an dem berühmten Architekten Adolf Loos gewidmeten und der wird dort im Körper der kleinen Isa wiedergeboren. Als Marie fünf wird, kommt sie in den Kindergarten der “Kinderfrende”, die Tanten dort werden als Aufsichtspersonen bezeichnet und da Nadja Bucher, die Poetry Slamerin, das alles scharf beschreibt, nehme ich fast an, daß es ihre eigenen Kindererinnerungen sind, die sie da wiedraufleben läßt.

Es ist eines der Geburtstagbücher, das ich mir da jetzt zum Backlistlesen vornehme und Heimio tvon Doderer ist ja sehr interessant. Den habe ich schon als Studentin viel gelesen und dann, als ich die “Berührungen” schrieb, “Die Merowinger” und die “Wasserfälle von Slunj”.

In der “Gesellschaft” hat es ein “Doderer-Smposium” gegeben und Klaus Nüchtern hat auch ein Buch überihn geschrieben und jetzt hat ihn Nadja Bucher wieder auferstehen lassen. Bücher mit Wiedergeborenen sind ja seit “Er ist wieder” offenbar in Mode. Aber hier ist er es gar nicht, sondern befindet sich im Körper der kleinen Marie und begleitet sie bis in ihr zehntes Lebenjahr und ist da von der Idee besessen, daß er durch sie seinen Roman “Nr. sieben” schreiben könnte.

Das ist es eigentlich schon, was wir über Doderer erfahren, der dann Adolf Loos, der im Körper der kleinen Isa, die Marie an ihrem ersten Kindergartentag trifft und die fortan ihre beste Freundin wird. Loos und Doderer unterhalten sich miteinander. Loos hat die Idee, daß die Widergeburt in den Körpern der Kinder, die in den nach ihnen benannten Straßen wohnen, eine Art Strafe für die begangenen Sünden sind.

Bei Doderer könnte man da an die Nazi-Vergangenheit denken. Loos war, glaube ich, in einen Pornographieskandal verwickelt und das Aufwachsen in der Großfeldsiedlung wird auch als sehr gewaltsam beschrieben. Für den Rittmeister ist es wahrscheinlich auch eine Bestrafung in der sozialistischen Großfeldsiedlung die kleine Marie in einem sozialistischen Kindergarten begleiten zu müßen. Das ist wahrscheinlich eine Spitze Nadja Buchers, die einige biografische Details verwendet, dann aber sehr genau das Aufwachsen eines Kinden in den Achtzigerjahren in der Grpßfeldsiedlung beschreibt. Die Tanten sind wie schon beschrieben, Aufsichtspersonen. Dann kommen Kinder, die Marie ihre Puppe wegnehmen wollen und als sie sich beschwert, wird sie in das Matrazzenlager gesperrt, wo es ihr aber gefällt.

In der Volksschule ist die Musterschülerin, Doderer glaubt, daß er ihr seine Begabung weitergeben kann. Loos bestreitet das, obwohl die kleine Isa graphisches Talent hat. Die ist das Kind einer alleinerziehenden Mutter, wird später auch das Gymnasium besuchen und der Karli, der Rowdy in der Siedlung, überfällt die Mädchen auch immer mit seiner Bande. Die wissen sich aber zu wehren und das ist noch interessant, eine bösartige Hausmeisterfigur, den Herrn Lurch,bei dem Marie den Waschküchenschlüßel hinnbringen muß und sie sich vor ihm gruselt. Wo Doderer ja ein Spezialist von Hausmeisterfigurenist und für den Bildungsbürger, der kpmplizierte Romane schrie, wie die” Strudelhofstiege” oder die “Dämonen” schrieb, muß es auch besonders deprimierend gewesen sein, mit den zwei Mädchen irgendwelche Kinderserien im Fernsehen zu sehen, ihren Babriepuppenspielen zusehen und sehr intensiv schildert Nadja Bucher auch, die Gewalt, die die beiden Mädchen im Gmeindebau erleben.

Ein bißchen aufgesetzt fand ich die Szene mit der Pistole. Maries Vater ist Nachtwächter und hat daher eine Dienstpistole. Die läßt er zu Hause liegen. Isa glaubt, sie ist ein Spielzeug und richtet sie auf Marie. Keine Ahnung, ob es da ein Doderer-Vorbild gibt? So viel habe ich von ihm nicht gelesen.

Marie und Isa müßen sich, wie erwähnt, gegen Angriffe der wilden Buben aber auch vor Erwachsenen wehren und tun das auch tapfer. Am Schluß geht Marie mit der bewußten Pistole zu dem bewußten Karli, der aber an der Nadel im Hof liegt und Zahnarztszenen kommen seltsamerweise auch immer wieder vor. Marie bekommt eine Zahnspange und beschließt am Schluß des Buches, da ist ihre Volkshschulzeit vorüber, den Balletunterricht, den sie besuchte, aufzugeben und im Gymnasium Latein zu lernen, um später Zahnärztin zu werden, wo sich der Meister trösten kann, daß auch eine Zahnärztin Romane schreiben kann.

Ob Heimito von Doderer mit Nadja Buchers Sprache einverstanden ist, nicht so klar, habe ich sie doch manchmal kompliziert und auch mit vielen Fremdwörter empfunden. Da ist ihr der Nichtnobelpresträger sicherlich überlegen.

Interessant ist aber jedenfalls die Idee den konservativen Sprachkünstler in die sozialistische Großfeldsiedlung der Neunzehnhundersiebzier- und achtzigerjahre zu verlegen, auch wenn man in dem Buch gar nicht so viel über Doderer als über das Aufwachsen in dieser Zeit und in dieser Gegend erfährt, was mir sehr gefallen hat und auch spannend zu lesen war.

Sempre Susan

Von der 1951 geborenen amerikanischen Schriftstellerin Sigrid Nunez von der ich mir erst vor kurem ihren Besteseller “Der Freund” in Bad Radkersdburg um einen Euro gekauft habe, habe ich auch ihr Buch über die 2004 verstorbene Schriftstellerin und Essayistin Susan Sontag, die ich gerade mit Erica Jong verwechselt habe, auf das mich “Aufbau” aufmerksam machte und es mir dann von dem Gutschein der Schwiegermutter zu Weihnachten von “Thalia” holen lassen. Jetzt ist sich das Lesen ausgegangen, denn von Sigrid Nunez und ihren Büchern hört man in der letzten Zeit sehr viel und da schreibt die Autorin locker, daß sie Susan Sonntag 1976 in New York kennengelernt hat.

Da war sie gerade mit ihrem Studium fertig, träumte davon Schriftstellerin zu werden, arbeitete bei der “Review of books” und wurde als eine Art Sekretärin zu ihr vermittelt. Denn Susan Sonntag hatte gerade ihren Brustkrebs überwunden, sah schlecht aus, hatte einiges aufzuarbeiten und überraschte Sigrid Nunez gleich durch ihre Freundlichkeit und, daß sie sie gleichwertig behandelte, obwohl sie ja eigentlich der Müttergeneration angehörte. Sigrid Nuenz verliebte sich in ihren Sohn David mit dem sie dann zusammen in das Haus von Susan Sonntag zog und beschreibt, daß dort nie gekocht wurde, sondern Suppe aus der Dose oder auswärts gegessen wurde.

Susan Sontag hatte damals eine Affaire mit dem Schriftsteller Joseph Brodsky und in Paris eine Freundin, die wenn sie nach Amerika kam, Susan Sontag bekochte, aber die Beziehung der Beiden war, als Sigrid Nunez sie kennenlernte, schon sehr schlecht.

Das Buch wird am Klappentext als das beste Buch über Susan Sontag gelobt und ich kann wieder einmal nicht umhin zu bemerken, wie gut andere Schriftstellerkarrieren klappen, denn ich habe 1976 ja in Wien Psychologie studiert und auch von einer schriftstellerischen Karriere geträumt, bzw. die ersten diesbezüglichen Versuche gemacht.

Sigrid Nunez führt dann die Vorbildwirkung an, die Susan Sontag für sie hatte und führt die Widersprüchlichkeit der bisexeuellen Essayistin und Filmemacherin auf. Susan Sontag war offenbar sehr snobistisch, Sigrid Nunez bestreitet das, meint dann aber, daß sie immer Taxi gefahren ist und führt das Beispiel an, daß sie mit ihrem grünen Mantel aufder Straße stand und die Hand hob, um nach dem Taxi zu rufen, wo man dann ein Lochunter der Achsel sah, daß nie beseitigt wurde. Ihre Wohnung sah immer, auch als sie schon sehr erfolgreich war, sehr studentisch aus. Sie hatte viele Bücher und empfahl sie ihren Freunden. Sie war eine sehr gastfreundliche Person, haßte es aber auf der Uni schreiben zu unterrichtete, wie das ja in Amerika sehr üblichist, daß man das dort lernt, machte es wenn nur des Geldes weges und verabscheute auch die Schriftsteller die davon lebten.

Ihre Idole warenBecket, Italo Calvin, Bohumil Hrabal, Peter Handke und Stanislaw Lem, während sie von Philip Roth und John Updike nicht so viel hielt.

Sigrid Nunez Beziehung zu David Rieff ging bald auseinander. Siebeschreibt auch die enge fast inzestiöse Beziehung, die Susan Sontag zu ihren Sohn hatte und meinte auch, daß ihre Romane und Kurzgeschichten nicht so gut waren, wie ihre Essas, daß sie aber darunter litt. Nach ihrem Tod 2004, stie starb an Leukämie, ließ ihr Sohn sie in Paris beerdigen und die persönlichen Einnerungen Sigrid Nunez sind sehr interessant und widersprüchiges. Man erführt sehr viel Persönliches und nicht so viel über ihre Werke darin, so daß ich wieder schreibe, lesen, lesen.

Ich habe, glaube ich, noch nichts von ihr gelesen. Aber wahrscheinlich einige Bücher in meinen Regalen und auf dieseArt und Weise einen kurzen prägnanten interessanten Eindruck der höchstwahrscheinlich sehr widersprüchigen Ikone bekommen.

Noahs Fest – Eine Art Stundenbuch

“NOAH,/ein Ackerbauer,/war derErste,/der einen Weinberg pflanzte/ Genesis 9/20 -In Wahrheit war dieSinftflut der erste Lockdown. – Zitat-Urheber/in gesucht”, steht am Rücken des rotgelben Bandes mit dem ich eine Woche biblischen Schreibaufenthalt nachhzuholen versuche. Denn da gab es ja im vorigen Herbst niederösterreichischen Bibelwochen mit einer Unmenge von Veranstaltungen. Eine davon war das Skriptorium im Stift Steitenstetten, wo sieben Literaten und sieben bildende Künstler mit drei Kuratorinnen ein paar Tage zum Thema “Noahs Fest” schreiben, zeichnen, malen, etcetera, sollten.

Meine liebe Freundin Doris Kloimstein hat mich wahrscheinlich schon 2019 dazu eingeladen und ich war begeistert. Ein paar Tage in einem Kloster leben, schreiben, spazierengehen mit schreibenden und bildenden Menschen zusammenkommen. Sowas habe ich ja nicht oft. Sowas fehlt mir, der sehr am Rande des Literaturbetriebes stehenden, meistens. Zwar war ich einmal im Jägermayerhof eingeladen, weil ich meine Texte ein paar Jahre beim “Max von der Grün-Preis” einreichte, da habe ich Rudi Lasselsberger kennengelernt, Traude Korosa und noch einige andere. Sonst war nicht viel mit Stipendien und literarischen Aufenthalten, also toll und, daß das Thema die Bibel ist, war der Atheistin auch egal, schließlich kann man kann ich über alles schreiben. Dann kam Corona, ich zweifelte, daß das Ganze stattfinden würde.

Es statt fand, aber als ich mich schon darauf vorbereitete, kam die Nachricht, im Speisesaal Maske! Die Doris hätte mir zwar das Essen ins Zimmer nachgetragen!Aber nein, man muß nicht alles haben und über “Noahs Fest” kann man ja auch zu Hause schreiben, was ich auch getan habe und weil ich in dieser Zeit keine Stunden eingetragen hatte, habe ich auch versucht mich ein bißchen mit dem Versäumten zu beschäftigen. Habe die Teilnehmer nachgegoogelt. Aber natürlich, das, was dort geschehen ist und, was die anderen malten oder schrieben, nicht mitbekommen.

Bis vor kurzem war das so, denn jetzt liegt das schon erwähnte Buch, die in Folge erschienene Anthologie vor mir. Doris sei Dank, mein Text ist auch drinnen und was mich besonders freute, am Ende gibt es ein Bild vom Stift Seitenstetten und eines, wo ich mir eine Vorstellung machen kann, wie das Zimmer ausgesehen hat, in das die Doris mir das Essen bringen hätte können.

Die Doris hat auch das Vorwort geschrieben .Die Theologin Karin Hintersteiner, die “10 Tage für die Bibel und Künstler/innenklausur im Stift Seitenstetten erklärt, Außer Doris Kloimstein wurde das Event noch von der bildenden Künstlerin und Galeristin Renate Minarz und Ursula Fischer kuratiert und dann kommen wir zu dem, was ich wirklich in meiner Heimklausur, wo ich mich ja auf das Corona-Geschehen konhzentrierte, versäumte, nämlich die Bibelstellen, die sich auf die Sintflut und Noah, dem ersten Weinbauern der Geschichte, bezog und einen Vortrag hat es am ersten Tag, gleich nach dem Mittagessen, damit man auf das Projekt eingestimmt wurde, von Eiisabeth Birnbaum auch gegeben. Den habe ich jetzt nachgelesen, bevor es an die literarischen Texte der sieben, nein zehn Autoren geht, denn Doris Kloimstein, die Kuratorin hat sich auch daran beteiligt und wieder in ihrer sehr klaren Art nach dem “Genetiv oder Genitiv” beziehungsweise danach “Wessen Fest hier gefeiert wird?”, gefragt. Ich füge an, Doris Kloimstein wurde 1959 in Linz geboren. Ich habe sie bei einer Regionalversammlung der IG autoren in St. Pölten kennengelernt. Sie war auch in unserer Schreibgruppe und jetzt treffe ich sie regelmäßig am Markt und habe auch einiges von ihr gelesen, Der nächste der eingeladenen Autoren war der 1970 in der Südsteiermark geborene Christian Teissel, Mitgliid des “Podiums” von dem ich glaube ich schon einiges gehört habe, der zwei Gedichte nämlich ein “Portrait von Noah” und dann “Noahs Fest” beigesteuert hat.

Interessant das Interview, dasdem mir bisher unbekannte, 1940 geborene Hans Bäck dazu eingefallen ist, ließ er doch einen Reporter nach den damaligen Ereignissen fragen und endet mit dem Satz: “Die Sintflut haben wir uns schon hinter uns (Was kann uns da noch passieren – höchstens daß Trump noch vier Jahre reagiert”, “ist nicht eingetreten”, hat Doris Kloimstein dazugeschrieben und das was uns das Corona-Virus noch so alles bringen wird, wissen wir nicht, wieviele Lockdowns und freiwillige Zwangsimpfungen wir da noch erleben werden? Aber hoffen wir auf das Beste und gehen mit den Texten weiter. Da gibt es einen von dem mir ebenfalls unbekannten Walter Siess Bergmann und die in Kroatien geborene Tatjana Cristelbauer hat Noah tanzen lassen “auf Dis-Tanz,/ruhend/mit der rechten Fußspitze über dem Boden kreisend/einander mit beiden Ellen-Bogen-berühren/”

Der in Linz geborene Psychologein Claudia Thaller sind “Vier Freudesgesänge für vier Frauen” zu diesem Thema eingefallen, der 1980 geborene Josef Paul Beneder der seit 2020 Präsident des Turmbundes in Innsbrucks ist, hat drei Gedichte dazugeschrieben und dann kommt der bildende Teil, die Trptichen und Aqarelle der bildenden Künstler. Einer konnte nicht kommen, weil er sich in Quarantäne befand. Ich habe wegen der verdammten Maske abgesagt und Nagdalena Tschurlovits vom Pen, die schon gemeinsam mit der Doris im Liiteraturhaus aufgetreten ist, bei ihrem Geburtstagsfest war und eine interessante Handtasche hat, konnte Corona bedingt wahrscheinlich auch nicht kommen, hat aber einen interessanten Text beigesteuert, der mit “Nein, also glauben Sie jetzt bitte nicht dass ich Ihnen aus der Bibel die schöne Geschichte von Noah und seiner Arche nacherzählen werde.”, beginnt.

Die 1945 geborene und in Innsbruck lebende Margit Jordan konnte auch nicht kommen und hat ein Gedicht beigesteuert und ich habe einen kleinen Eindruck von den Texten und den Bildern, die im Skriptoriums entstanden sind, bekommen. Die Antholige wird auch, wie mir die Doris mailte, präsentiert werden, so daß man mit den Künstlern ins Gespräch kommen könnte. 3G bedingt, wird mir das wahrscheinlich auch nicht möglich sein und den anderen Interessierten kann ich die Anthologie, die man, wie mir die Doris versichert hat, schon bestellen kann, wärmstens empfehlen.

Denn, wie heißt es so schön am am Buchrücken “In Wahrheit war die Sintflut der ersteLlockdown. Jetzt haben wir schon ein paar Weitere erlebt.

Meine gesammelten Corona-Texte, die immer mehr werden, wird es hoffentlich auch bald in Buchform geben und der “Holzbaum Verlag” und Oliver Ottistsch haben sich auch einmal “Noah” bzw. seinen Fleischwaren humoristisch angenähert.

Das Polykrates-Syndrom

Da ich soviele Neuerscheinungen habe, komme ich kaum, wie vorgenommen zum Backlistliesen, obwohl ich da ja ein Backlistbuchpreis-Lesen plante, weil ich auf Flohmärkten oder sontwo Bücher bekommen habe, die einmal auf den Buchpreislisten standen. So ist es mit Antonio Fians “Polykrates-Syndrom.”

Und weil wir bei der “Fanin” sind, ich bin auch sowas bei dem 1956 in Klagenfurt geborenen, den ich einmal irgendwo im Zug der GAv oder sonstwo kennengelernt habe. Wahrscheinlich war durch eine Lteraturzeitschrift, dann hat Gerhard Jaschke einmal ein “Freibord” herausgegeben, wo er alle Staatspreisträger vorstellte. Antonio Fian war dabei, hat dann seine Dramolette im Standard” da habe ich meine Favoriten und sehr viele “Droschl-Bände” herausgegeben. Ich war bei seinen Lesungen in Stream oder auch live, live sogar im Bregenzer Wald und bei der “Literatur und Wein” und ich war glaube ich auch beider ersten Kolik Lounge im Schauspielhaus, wo er aus seinem “Polykrates-Syndrom”, das ja 2014 auf der dBp stand, gelesen hat, wo es um einen Angestellten eines Coypshops geht, der von einer schönen Frau besucht wird, derer dann nachgeht, etcetera.n Ansbach habe ich von der damaligen deutschen Buchpreisliste erfahren, da hat es ja noch Buzzaldrins Buchpreislesen gegeben und damals in der Form, das sie die Bücher vorstellten und man sich um sie bewerben mußte. Ich habe das getan, “Kastelau” bekommen, die Streeruwitz und Antonio Fian nicht, obwohl “Atalante”, glaube ich, damals sagte, gebt es der Österreicherin!

Mußte nicht sein, denn manche Bücher kommen auch so zu mir und so lag das Buch ohne Schuthzumschlag vier Jahre später, ich glaube, um fünf Franken in der Züricher Volksbuchbhandlung und voila wenigstens ein Backlistbuch geht sich aus und ich muß wieder schreiben, eine Üüberraschung, obwohl ich über Antonio Fians Stil und was ein Polykrates-Syndrom ist, nicht länger nachgedacht habe.

Nun gut, da geht einer einer Frau nach, das kennt man schon von den Dramuletten. die Überraschung war dann da, als plötzlich eine Liche in der Küche lag, davon habe ich im Schauspielhaus und auch später bei der Buchpreisdiskussion nichts mitgekommen und ich muß sagen, es ist auch ein Wien-Buch, denn Antonio Fian führt einen durch Favoriten und auf den Karmelitermarkt und er führt auch ganz schöne Sprachspieie an. So wird das einzige Fest der Kommunisten jährlich auf der Jesuitenwiese im Wiener Prater abgehalten, inzwischen hat, nun gut, auch Herbert Kickl dort gesprochen, Der Karl Marx Hof befindet sich in Heiligenstadt, zum Radiokulturhaus kommt man meistens von der Taubstummengassen und Polykrates war laut Antoio Fian oder auch so einer, der an sein Glück nicht glaubte und es sich durch Opfer erkaufen wollte und da wären wir bei der Fragen, welchem Genre ich das Buch zuordnen soll?

Ich denke,es ist ein schwarzer oder satirischer Liebeskrimi. Lleicht lesbar und man erfährt viel dabei von Antio Fians skurrilen Humor, der seine Stärke zu sein scheint, von Wien, vom Leben der Mittelschicht, etcetera. Das Buch wurde vielleicht schon früher geschrieben. Jedenfalls zahlt man in Schilligen und Harald Juhnke scheint auch noch zu leben, sonst scheint das Buch aber sehr aktuell zu sein.

Das ist Arthur, er hat Geschichte studiert, arbeitet aber nicht als Lehrer, sondern Halbtags in einem Copyshop, gibt Nachhilfestunden,hat einen Freund der Taxi fährt, mit dem er Billard spielt, seine Frau Rita ist AHS-Lehrerin und möchte Direktorin werden. Seine Mutter war ebenfalls Lehrerin, lebt jetzt in seinem Altersheim und fühlt sich dort verfolgt.

Das ist die Ausgangslage, wo eines Abends kurz vor Geschäftsschluß, eine schöne junge Frau in einem grünen Mantel in dem Shop auftaucht, auf einen Zettel “Das ist ein schönes Hemd!”, schreibt und ihn auf der Kopierplatte liegen läßt. Er geht bzw. fährt ihr in der U-Bahn nach. Sie wohnt in Favoriten, der Copyshop in Uninähe. Sie wird von einem Arschloch” bedroht und als er ihr helfen will, wird er zusammengeschlagen.

Die Schöne, die Alice heißt, taucht nochmals in dem Shop auf und bestellt ihn in ein Cafe. Er verliebt sich kopfüber in sie. Seine Ehe ist nicht sehr gut. Sie scheint nicht immer die Wahrheit zu sagen und hat auch seltsame Ideen. Und dann findet er, als er mit einem Blumenstrauß in ihre Wohnung kommt, “Arschloch” tot am Boden liegen. Sie erzählt ihm eine skurrile Geschichte. Er hilft ihr die Leiche wegzuräumen, verstrickt sich dabei in einige Lügen. Sie taucht dann plötzlich, die Geschichte spielt um Weihnachten und Rita hat einen großen teuren Weihnachtsbaum besorgt, in der Wohnung auf und behauptet einige Meinungsumfragen durchführen zu wollen. Vorher ist schon nackt vor seinem Nachhilfeschüler aufgetaucht, der ihm die Geschichte, daß sie seine Schwester wäre, nicht glaubte. Dann behaupten, um Arthur noch ein bißchen zuzusetzen, beide Frauen von ihm schwanger zu sein und als Arthur, Weihnachtsgeschenke besorgen war und in seine Wohnung zurückkommt, findet er Alice tot am Boden und Rita erzählt ihm dieselbe durchsichtige Geschichte und verlangt von ihm die Leiche wegzuräumen.

So kommt es zu der skurrilen Situation, daß er, während im Nebenzimmer stimmungsvolle Weihnachtsmusik läuft, die Leiche zersägt und interessant dabei ist noch, daß ich diese Stelle, noch ehe ich beim Lesen so weit war, schon bei einer ORF Rezension gefunden habe und, ich dachte, man dürfe nicht spoiler

Es gibt noch einige skurrile Situationen, bis dieLeiche glücklich in schwarze Müllsäckeverpackt in der Abfalltonne liegt. Seltsamerweise schmeißen die beiden sie in die ihres Hauses hinein und die Polizei scheint sich auch nicht sehr um die Verschwundenen zu kümmern. Seine Mutter ist auch noch gestorben und man weiß nicht recht, war an der Geschichte, daß die Schwestern, die Bewohner umbringen wollten, etwas dran oder nicht. Der Lainz-Skandal, wo einige überforderte Hilfsschwestern, das vor einigen Jahren taten, wird erwähnt und Arthur ist auch noch ein erfolgloser Sketscheschreiber, der all das, was um ihn herumpassiert auch noch aufschreibt, um es mal an das Fernsehen zu verkaufen. Arthur, der seineleser ständig ansprich, kommuniziert auch noch mit dem toten Arschloch und der toten Alice, die ihm ständig Ätzes oder ihm beschimpfen geben, was das Lesen wieder etwas erschwert, weil man dann nicht weiß, was ist da Wahrheit und was Phantasie oderdie innensicht des Protagonisten.

Ein skurilles Buch vom erfolgreichen Dramolettenschreiber, den ich ja sehr mag. Es ist nicht auf die Shortlist gekommen und Antonio Fian hat den Preis auch nicht gewonnen. Es ist aber wieder interessant, was so alles auf den Nuchmpreis -Listen steht und man es erst bemerkt, wenn man die Bücher liest.

The Hill we climb

Jetzt kommt der dritte Gedichtband in einer Woche oder eigentlich ein ganz besonderes, ein zweisprachigs Langgedicht auf vierzig Seiten mit einem Vorwort von der amerikanischen Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey und Erläuterungen der drei Übersetzerinnen Uda Strätling, Hadija Haruna-Oelker und Kübra Gümüsay “das berühmteste Gedicht der Welt – im Zeichen von Aufbruch, Hoffnung und Gerechtigkeit”, wie am Buchrücken, des kleinen dünnen “Hoffmann und Campe-Bändchen” geht.

Wem das zu großspurig erscheint, kann ich verraten, daß es sich um das Inuaugurationsgedicht zur Amtseinführungvon Joe Biden, das die 1998 in Los Angeles geborene US-amerikanische Lyrkerin Amanda Gorman, die sich für soziale Gerechtigkeit, Gendergleichheit und gegen Rassismus und Unterdrückung einsetzt, am 20. Jänner 2021gehalten hat und die dadurch offenbar weltberühmt wurde.

Das lila Buch mit dem sehr selbstbewußten Frauengesicht, ist dann in diversen Blogs und literarischen Seiten, die ich lese, sehr oft aufgetaucht und ich habe mir von der Amtseinführung Joeoe Bidens, dessen Buch über seinen Sohn ich gelesen habe, einiges auf OE24 angehört, das Ganze aber, ich gebe es zu, nicht sehr aufmerksam verfolgt und daher von der jüngsten Inaugurationsdichterin der Geschichte nicht viel mitbekommen, gar nicht gewußt, daß es das gibt und in Amerika üblich ist, wohl aber, wie schon erwähnt, das Buchcover oft gesehen und im April, glaube ich, ein Mail von einem Bücherblog bekommen, der mir einen Büchergutschein versprach, wenn ich auf ihn hinweise.

Am “Welttag des Buches” ist es sich ausgegangen und ich habe dann bei “Amazon” nachgeschaut, was sich da ausgeht und so ist es Amanda Gorman “The Hill we climb” geworden und ich habe in der Badewanne mitbekommen, was ein Inaugurationsgedicht ist und was da Amerika bewegte. Es geht um den Aufbruch in eine neue Welt von der die junge Frau hoffnungsvoll vortrug: “Wir treten das Erbe eines Landes und einer Zeit an, /da ein kleines, dünnes, Schwarzes Mädchen,/ Nachfahrin von Sklavinnen, Kind einer /alleinerziehenden Mutter,/davon träumen kann, Präsidentin zu werden, und/ nun hier, heute, für einen Präsidenten vorträgt”

Sehr viel hoffnungsvolle Aufbruchsstimmung, die wahrscheinlich, wenn man an den Sturm des Capitols denkt, der am 6. 1. von Ex-Präsident Trump angestachelt vor sich ging, vergegenwärtig, nicht nicht so ganz realistisch ist. Aber Amanda Gordon dichtete weiter:

“So führt der Weg ins versprochene Licht,/ den Hügel hinauf, wenn wir uns trauen./ Denn amerikanisch sein ist mehr als/ der uns überkommene Stolz -/es ist die Vergangenheit, die wir beerben/ und wie wir gutmachen werden”.

Noch eine Stelle will ich zitieren “Unser Weg führt uns nicht zurück zu dem, was war,/ sondern voraus zu dem, was werden soll:/ Ein Land, das angeschlagen ist, aber ganz,/ guten Willen, aber gefeiert/wehrhaft und frei.”

Wieder läßt sich anführen, hoffnungsvoll und euphorisch, wie es bei einer Inaugurationsfeier wohl auch sein muß. Die Realität wird zeigen, ob es unter dem neuen Präsidenten zu einer Veränderung kommen kann.

Den Rest selber lesen und sich sein eigenes Bild machen, das Gedicht ist ja nicht lang, kann ich empfehlen. Man kann es auch in Englisch tun, wo die Sprachgewalt wahrscheinlich sichtbarer wird.

Von Michelle Obama, der Ex-Präsidentengattin, gibt es noch ein Zitat am Buchrücken: “Die Kraft, die von Amanda Gormans Worten ausgeht, ist einfach umwerfend.”

Von den Anmerkungen der drei Übersetzerinnen, die über einige Seiten gehen, kann ich noch zitieren, daß mit dem “hill” das Capitol, das ja gestürmt wurde oder werden sollte, gemeint ist und die Übersetzerin merken auch, ähnlich wie bei dem Baldwin-Buch, die Schwierigkeiten an, die es bei dem Wort “colour” gab.

Interessant, interessant und sicher ein historischer Moment, den man nicht versäumen sollte. Ein neuer Präsident, nach dem umstrittenen alten, eine junge schwarze Frau, die zur Inauguration eingeladen wurde und da man die Hoffnung nicht aufgeben soll, kann man gespannt sein, was sich in der nächsen Zeit im Umgang mit den anderen und auch in der Weltpolitik ändern wird und kann.