Kein Buchgespräch mit dem Otto und Veranstaltungsbeginn

Der Sommer naht sich langsam dem Ende, die Regierung wartet auf die zweite Welle, hat eine Reisewartnung für Kroatien und Mallorca ausgesprochen, das heißt, alle die dort Urlaub machen, zurückgeholt, die müssen sich jetzt mehr oder weniger freiwillig testen lassen, während Minister Faßmann den Schulbeginn in zweieinhalb bis dreieinhalb Wochen plant, Gurgeltest für die Schüler, Masken am Gang, über den Unterricht ist man sich noch nicht so ganz klar, alle Viertelstunden lüften und ansonsten nur Lockdown wenn nötig und ansonsten beginnen die Veranstaltungen langsam von statten zu gehen oder werden angekündigt.

Das Literaturhausprogramm ist gekommen. Es ist wahrscheinlich gut, aber wegen Contacttracing muß man sich natürlich anmelden und beim Betreten Maske tragen. Das ist bei der “Alten Schmiede” wahrscheinlich auch oder war im Juni so. Statt der Anmeldung bekam man Zählkarten, bei der “Gesellschaft für Literatur” weiß ich es noch nicht so genau, aber da bin ich ja im März von der Veranstaltung weggegangen, weil ich mich nicht eintragen wollte, nun ja nun ja, Anfang September bekommt Erich Hackl den “Theodor Kramer-Preis” in Niederhollabrunn.

Da habe ich mich zwar angemeldet, werde mich vermutlich aber wieder abmelden, denn wie schreibe ich ja immer mit Maske gehe ich nirgendwohin, ein wenig stur wahrscheinlich, war bisher aber möglich, denn man kann ja wie mir der Otto-, Otto lambauer mein literarischer Verstäker und Schulfreund von Alfreds Wandergruppe, der Germanistik studierte, Musiktherapeut ist, bei der Caritas arbeitet, den “Ohrenschmaus” zumindestens mitorganisert. Zumindest hat er mich einmal gefragt, wie man ins Literaturhauskomm und ich ihn, wie in die Jury. Er ist dann sehr bald ausgestiegen, hat aber einmal eine Nacht im Zelt verbracht, als es “Rund um die Burg alt” noch gegegeben hat. Da hatte ich gerade mit dem Bloggen angefangen und er mich darin sehr verstärkt, hat auch eine Zeitlang einen Blog gehabt, die Andrea Stift auf meinen Blog gebracht und auch für einige meiner Bücher, wie die “Mimi” oder das “Haus“den Beschreibungstext geschrieben. Dann hat er das Bloggen aufgegeben, ich habe ihn nur gelegentlich, meistens beim Wandern, ganz wenig bei Literaturveranstaltungen, das letzte Mal mit seiner Lieblingsbuchhändlerin Brigitta Salanda imLiteraturhaus gesehen, als dort Margit Kreidl ihren Zettelkasten vorstellte, er liest aber auch immer die lange Liste beziehungsweise bstellt er sich die Bücher bei Brigitte Salanda und hat mir 2015 als ich das erste Mal bloggte, auch ein paar geborgt, jetzt hat er sich wieder bei mir, beziehungsweise beim Alfred gemeldet, weil er uns zum Unterschreiben für die Unterstürzungserklärung der “Links- Partei” bewegen wollte. Eigentlich halte ich den Otto gar nicht für so links, sondern eher für konservativ, wie ich ihm gestern, als wir ihn in einen Schanigarten trafen, erzählte und er hat mir gesagt, als ich ihm darauf ansprach, daß er nur zu wenig Veranstaltungen geht, daß er die Bücher eher lesen wird.

Das gilt solange uns das Corona -Virus noch so umtreibt höchstwahrscheinlich auch für mich und die Buchpreisliste ist ja gestern auch bekanntgegeben worden, die habe ich dem Otto mitgebracht und wollte mit ihm, bevor das Fußballspiel, das er und der Alfred sich ansehen wollte, auch über sie, beziehungsweise überLiteratur diskutieren, das ist dann weil der Alfred anderes besprechen wollte, nicht so leicht gegangen.

Acht Bücher hat der Otto von der Liste aber trotzdem bestellt und ich habe, wie schon geschrieben, inzwischen drei gelesen, den Lewinsky im Badezimmerstapel fünf Bücher inzwischen auf meinen E-book Folder, drei weitere sollen folgen, wenn der Buchversand zwischen Deutschland und Österreich inzwischen schon funktioniert, es kommt ja immer noch sehr wenig Post und vieles geht verloren.

Es gibt aber, wie mir schon Frau Meier vom “Kiwi” sagte auch die “Nettgalley” wo man sich die dBp-Bücher ja auch hochladen kann.

Also werde ich die nächste Zeit lesetechnisch ohnehin sehr beschäftigt sein, obwohl ich mir ja vorgenommen habe, die Schweizer Buchpreisbücher nicht mehr zu lesen, die Österreichischen aber schon und natürlich auch die des Bloggerdebuts und ein paar andere Neuerscheinungen warten ja auch noch auf mich, so hat mir “Wagenbach” schon vor längerer Zeit drei E-Books geschickt, die ich noch vor den dBp- Bücher lesen sollte und Luis Stabauer der unermüdliche hat auch ein neues Buch. Das will mir jetzt die Frau Führer schicken und er hat mir die lange Liste seiner Veranstaltungen geschickt. Da gibt es ja die Siebenstern-Wohnzimmerlesungen und in die, denke ich, weil ein Lokal wird man vielleicht maskenlos hineinkönnen, wenn sich da nicht noch etwas verschärfen sollte, zu seiner Buchpräsentation zu der ich eigentlich auch wollte, braucht man aber eine Maske nun ja, nun ja, aber wie sagt ja der Otto, mein literarischer Verstärker, mit Literatur kann man sich auch mit Büchern selber beschäftigen und braucht sie sich nicht vorlesen lassen und so habe ich den Otto mein zweites “Literaturgeflüsterbuch” gezeigt und ich glaube auch die “Magdalena Kirchberg” oder war es noch die “Unsichtbare Frau” die ich in meiner Tasche hatte. Er hat dann noch das erste “Literaturgeflüsterbuch” haben wollen und morgen soll ja auch das Dummie vom “Fräulein No” kommen.

Inzwischen lese ich noch kein Buchpreisbuch, weil Sascha Rehs “Großes Kino” entgegen meine Erwartungen nicht auf die lange Liste kam, aber das Buch ist interessant, weil nach der “Heldenreise “ geschrieben, die O-Töne kann ich diesmal, weil die Frau Mayröcker ja in der E-Halle liest, auch auslassen und dann fahren wir gleich nach harland und am Freitag gibt es wieder das Wanderwocheende. Das letzte haben wir versäumt, da werde ich auch kein Buchpreisbuch mithaben, weil man den Lewinsky erst nächste Woche besprechen soll, aber dafür ein anderes dickes und der Otto wird, weil andere Pläne auch nicht dabei sein, ein Buchgespräch oder ein Abendessen wird es aber nächste Woche gegeben, weil das Doml da sein zwanzigjähriges Jubiläum feiert und vorher ist wieder der Joe Berger im Weinhaus Sittl, man sieht, es ist trotz Corona-Maskensperre doch etwas los und richtig, für die Poet-Night am 30. 10. habe ich mich auch angemeldet.

Friß oder stirb

Jetzt kommt die zweite” Kremayr & Scherirau-Herbstneuerscheinung” und das zweite Buch über die Schrecken der Kindheit und die Störungen, die sich beim ganz normalen Erwachsenwerden entwickeln können.

Nämlich “Friß oder Stirb” der Roman über eine Eßstörung der 1982 in Graz geborenen Barbara Rieger von der ich nicht nur ihren ersten Roman “Bis ans Ende Marie”, der auch bei den O-Tönen war, gelesen habe, sondern auch ihren Fotoband “Kinder der Poesie”, den über die Kaffeehausliteraten habe ich nur in der “Geellschaft der Literatur” gehört.

Die beiden Bücher sind eigentlich recht ähnlich im Stil, die Barbara Rieger ist natürlich realistischer, aber die Kapitel sind auch oft abgehackt und unterschiedlich lang und die graphische Gestaltung der “Kremyar& Scheriau-bücher” sind in der ganzen Reihe zu loben.

Ein Gebiß am Cover und dann immer Tonbandccassetten bei den einzelnen Kapiteln, die das Leben von Anna zwischen vierzehn und siebenunddreißig schildern. In drei Teilen geht das vor sich “Hinein”, “Rein raus, rein raus” und dann zum Glück “Hinaus” aus der Störungung.

Beginnen tut es mit der Siebenunddreißigjährigen, die wieder zu ihrer Therapeutin geht und die sagt “Gut sehen Sie aus!” und die Lösung des Buches steht auch gleich darunter ” Anna hat angefangen abzunehmen, als sie aufgehört hat, abnehmen zu wollen”, wenn das nur so einfach wäre, diese Anna und mich würde jetzt natürlich interessieren was und wieviel davon autobiografisch ist, hat dreiundzwanzig Jahre dazu gebraucht und, wie es weitergeht, weiß man nicht, in diesen dreiundzwanzig Jahren hat sie aber angefangen alles in Tagesbücher aufzuschreiben und die läßt sie nun los.

Die Kapitel haben die Altersangaben zum Thema, beginnend mit vierzehn und dann hoch bis siebenunddreißig und eigentlich kann ich wieder schreiben, war es eine ganz normale Kindheit, mit der Mutter und Heinz dem Stiefvater, der Vater hat die Mutter verlassen. Die Mutter spricht nicht viel über ihn, gibt der Tochter aber die Adresse und da gibt es etwas Kontakt.

Die Vierzehnjährige hat Freundinnen, die Petra und die Melli. Es gibt einen Kurt, der in Drogen abgleitet, einen Paul. Später mit Siebzehn einen Amerikaaufenthalt bei einer Gastfamilie, das Gymnasium die Schwierigkeiten mit Mathe und Latein und eine Mutter, die immer wieder zum Essen auffordert und sich wundert, daß das Kind nichts ißt.

Das stopft dann bald alles in sich hinein und kotzt es später wieder aus, hat verschiedene Freunde, geht nach Wien zum Studieren, wohnt in verschiedenen WGs, die Mutter mahnt sie “Du bist so wankelhaft!”, gibt ihr dann die Adresse der Therapeutin, da kommt sie mit Zwanzig hin und mit Siebenunddreißig ist sie geheilt, beziehungsweise endet da das Buch, das sehr dicht, von der oder den Eßstörungen erzählt, als Metapher wird die Tiefkühltruhe oder die gefrorenen Gefühle erwählt, die mangelnde liebe und Anna fragt auch einmal ihre Mutter, wie es ihr gegangen ist, als ihr Vater sie damals verlassen hat.

Die Therapeutin mahnt, was ich auch bei meinen Klienten öfter tue, die Mutter so zu lassen und sich selbst zu ändern und man hat, glaube ich, wenn man das Buch gelesen hat, viel über Eßstörungen erfahren.

Es ist sehr dicht und packend, ob es wirklich ein Roman ist , einen wie ihn sich die Literaturwissenschaftler vorstellen, darüber könnte man streiten und beunruhigend ist das buch in Zeiten, wie diesen, wo die Heranwachsenden wahrscheinlich noch zusätzlich durch die Corona-Pandemie und das Abstand halten traumatisiert wird, allemal.

Die neue deutsche Buchpreisliste

Hurrah, sie ist, trotz Corona-Zeiten, da, die neue deutsche Buchpreisliste und sie war mir diesesmal obwohl ich ja bei meinen Buchpreisspekulationen, etwas anderers vermutet hättte gar nicht so unbekannt, weil fünf Treffer.

Ein paar unbekannte Autoren und wahrscheinlich Neuentdeckungen gibt es auch und das ist gut, aber drei Bücher habe ich davon schon gelesen, eines liegt in meinem Badezimmer, von dreien habe oder hätte ich bei den O-Tönen gehört und auch ein paar Serientäterinnen, also Bücher von Autoren, die schon mal auf der Liste standen, sind auch dabei.

Das Mann Frau-Verhältnis habe ich jetzt nicht nachgezählt, denn das ist mir eigentlich egal.

Ich habe also die Verlage angeschrieben, freue mich auf das Lesen und gehe nun für alle Interessierten, die Liste durch.

1. Helena Adler “Die Infantin trägt den Scheitel links”, ein Jung & Jung-Buch ist ja immer dabei, wahrscheinlich hat der Jochen ein Abonement darauf- Das Buch wird derzeit sehr prominent erwähnt und wurde bei den O- Tönen-Debuts vorgestellt, aber da konnte ich, weil Regen nicht ohne Maske in die Ovalhalle.

2. Birgit Birnbacher “Ich an meiner Seite”, die “Bachmannpreis-Trägerin” vom letzten Jahr, die inzwischen bei “Zsolnay” verlegt, da war ich bei den O-Tönen, “Wir ohne Wal” habe ich auch gelesen.

3. Bov Bjerg “Serpentinen” auch ein “Bachmann-Leser”und ein Buch das ich schon gelesen und auf der Liste erwartet habe.

4. Arno Camenisch “Goldene Jahre”, ein Schweizer Verlag, sagt mir jetzt nichts, bin also gespannt.

5.Roman Ehrlich “Male”, wahrscheinlich auch ein “Bachmann-Leser”, ansonsten auch eher unbekannt.

6. Dorothee Elmiger “Aus der Zuckerfabrik”, eine “Bachmann-Leserin” von der ich schon was gelesen habe.

7.Valerie Fritsch “Herzklappen von Johnson & Johnson”, da war ich auch bei den O-Tönen, begleite die Autorin seit sie sich um die Aufnahme bei der GAV beworben hat, habe das Buch auf der Liste erwartet und glaube nach dem was ich auf der Lesung hörte, daß es mir besser als “Winters Garten” gefallen wird.

8.Thomas Hettche “Herzfaden”, ein schon bekannter Autor und glaube ich auch ehemaligerger Bachmann-Juror und gelesen habe ich auch schon einiges von ihm.

9.Charles Lewinsky “Der Halbbart” liegt auf meinem Badezimmerstapel und wird nchste Woche gelesen, da es da erscheint, ansonsten habe ich 2014 beim Longlistenlesen meine erste Erfahrung mit Charles Lewinsky gemacht.

10.Deniz Ohde “Streulicht”, bis jetzt völlig unbekannt, also sehr gespannt.

11.Leif Randt “Allegro Pastell”, stand schon auf der Liste für den “Leipziger Buchpreis”, deshalb habe ich es auch schon gelesen.

12.Stephan Roiss “Triceratops”, damit habe ich mich am Wochenende beschäftigt, ein Debut und ein gutes Buch, das mir sehr gefallen hat, ich drücke alle Daumen.

13.Robert Seethaler “Der letzte Satz” ein Mahler-Roman, wurde von Wolfgang Tischer auf dem Literaturcafe zerlegt oder zerissen.

“Findet man alles bei “Wikepedia!”, das werde ich jetzt überprüfen und habe am Sonntag bei Alfreds Grillfest vom Karl “Ein ganzes Leben”, der Bestseller von vor ein paar Jahren überreicht bekommen, so habe ich es angefragt. Das “Feld” das auf der östBp stand und bei den O-Tönen präsentiert wurde, habe ich gelesen.

14. Eva Sichelschmidt “Bis wieder einer weint”, völlig unbekannt, bin gespannt.

15. Anne Weber “Anette, ein Heldinnenepos”, klingt interessant und von Anne Weber habe ich schon einiges gelesen und gehört.

16. Olivia Wenzel “1000 Serpentinen Angst”, klingt auch interessant und war mir bis jetzt unbekannt.

17.Frank Witzel “Inniger Schiffbruch”, das ist, glaube ich der Buchpreisträger von 2015 und das war ein Buch,, das mich sehr beeindruckt hat.

18. Iris Wolff “Die Unschärfe der Welt”, da hat die Autorin einmal den “Alpha” gewonnen, ich muß gestehen, ich habe das Buch noch nicht gelesen, vielleicht klappt es aber jetzt

19. Jens Wonneberger “Mission Pflaumenbaum”, klingt auch sehr interessant und spannend, ansonsten ebenso bis jetzt alles unbekannt.

20. Christine Wunnicke “Die Dame mit der bemalten Hand”, stand schon zweimal auf der langen Liste, deshalb kenne ich sie und die damals nominierten Bücher. Jetzt hat mir der Verlag das neue schon versprochen.

Interessant finde ich und bin sehr neugierig, ein paar Debuts, nichts so viele mittelalte berühmte Männer, die an ihren Midlifekrisen leiden, was ich auch sehr schön finde und jetzt wieder lesen, lesen.

Wer tut es mir nach und da ich drei Bücher ja schon gelesen habe, ist es auch nicht so viel und so viele hatte ich, glaube ich, vorher noch nie gelesen, obwohl ich mich ja immer sehr um den Buchpreis bemühe und den wirklich spannend finde.

Triceratops

Jetzt kommt eine Neuererscheinung, eines der beiden Bücher aus der Literaturdschiene des “Kremayr& Scheriau Verlags”, die jetzt ja ihr fünftes Jahresjubiläum feiern, da war ich bei einigen Veranstaltungen und habe viel, nicht alles, von den Neuerscheinungen, die auch einige Debuts enthielten, gelesen.

Zuerst “Triceratops” das Debut des 1983 in Linz geborenen Stephan Roiss der mit Auszügen daraus schon Preise bei der “Floriana” und wo anders gewonnen hat und es auch bei den O-Tönen vorstellen wird.

Am Anfang bin ich über den unverständlichen Titel gestolpert, was heißt denn das? Dann hat “Wikipedia” mir verraten, daß das ein Dinosaurier ist und im Klappentext, der mich zugegeben nicht sehr angesprochen hat, ist etwas von einem kleinen Jungen der Monster malt und einer Mutter, die die Neuroleptikea in der Anstalt mit ungesüßten Fruchttee hinunterschluckt und einem Vater, der die Bibel liest.

Das müßte eine Psychologin eigentlich interessieren, aber vielleicht hat die auch Abwehrmechanismen und bei “Google ” habe ich bei der Beschreibung noch etwas von “Psychologie-Fiction” gelesen. Was ist denn das? Ein neues Genre?

Interessant ist vielleicht auch, daß diesen Herbst und Sommer einige Debutanten sich die Monster erwählt haben, um damit die Traumatisierungen der Kindheit zu beschreiben. Lernt man das in Schreibschulseminaren?

Ulrike Almut Sanding hat das in “Monster wie mir” getan und damit den Kindesmißbrauch und die darauffolgenden Dissoziationen beschrieben.

Stephan Roiss tut es, meine ich, subtiler, in dem er eigentlich eine wahrscheinlich doch eher ganz normale Kindheit und Pubertät mit all ihren Schwierigkeiten in einer schönen knappen Sprache beschreibt, die was ich besonders schön finde, nicht zu auffällig experimentell ist.

Interessant ist auch und das hat die Psychologien nicht so ganz verstanden, obwohl es wahrscheinlich etwas mit der Abspaltung zu tun hat, daß der Erzähler, der, glaube ich, namenlose Junge in der Wir-Form von sich spricht.

Das tun, glaube ich, in der Entwicklungspsychologie wird das gelehrt, die dreijährigen Kinder, aber diesen Jungen begleiten wir ja durch seine Pubertät. Er lebt in Aschbach oder Ottensheim. Dort ist sein Autor aufgewachsen und wir mit den Rad ein paar Mal vorbeigefahren, wenn wir nach Passau wollten, hat einen Vater, der die Bibel liest und immer “In Ordnung!”, sagt.

Eine Mutter, die sich bemüht ihren Kindern all die Liebe, die sie hat, zu geben, was ich auch sympathisch finde, weil ich ja schon mit mehreren Klienten arbeitete, die ihre Mütter als Monster empfanden, die ist es nicht, hat aber den erhängten Vater gefunden. Dann das erste Kind, die große Schwester geboren, während das “Wir” ein Unfall war und die Mutter verschwindet in der Kindheit des Jungen auch mehrmals in der psychiatrischen Anstalt und da ist interessant, daß Stephan Roiss das so nennt, weil es ja heute nicht mehr so heißt.

Der Junge malt Drachen, läßt sich aus der Bibel auch diese Stellen vorlesen, hat eine esoterische Tante und die Aschbach-Großutter zu der er muß, wenn die Mutter in der Anstalt ist und die Schwester doch noch nicht so groß genug, um auf ihn aufzupassen.

Er kaut an den Fingernägeln, hat Narben, kratzt sich ununderbrochen und hat später, im zweiten Teil, als er schon ins Gymnsium geht oder gehen soll eine Glatze.

Aber vorher noch zur Aschbach-Großmutter die später stirbt, die hat auch ihre Geheimnisse mit dem Großvater, der aus dem Krieg zurückkommt und im zweiten Teil geht es um die Pubertät. Da hat die Schwester schon ihren Paul und ist ausgezogen. Die Mutter scheint gesünder und sorgt sich um ihren Sohn, der die Schule schmeißt, schlechte Note schreibt, so daß die Lehrer mahnen, du wirst wiederholen müßen.

Schließt sich den Punks an, beginnt Feuer zu legen, etcetera, während der fromme Bibel- Vater zu trinken anfängt. Paul verläßt die Schwester und die erwürgt ihr acht Monate altes Kind, weil sie ihm das Leben ersparen will und landet selber in der Anstalt, also doch nicht alles so normal, Stephan Roiss erzählt, es aber unaufgeregter, als andere Autoren deren Debuts mit ihren Lebenskrisen ich schon gelesen habe.

Es endet auch versöhnlich, das Wir, das im dritten kurzen Teil zum Jungen geworden ist, besucht die Schwester regelmäßig in der Anstalt, heute heißt das, glaube ich, psychiatrische Klinik, es geht aber dort noch so zu, wie ich den “Steinhof”, der ja heute auch anders heißt oder den es vielleicht gar nicht mehr gibt, erlebte, als ich Psychologie studierte, lernt dort die Patienten, vor allem den alten Konrad kennen, der, weil nur ein “halber Mann” und Schwierigkeiten mit seiner Mutter hatte, die er umbrachte, in der Frauenabteilung untergebracht ist und er scheint dort, was heute wohl auch nicht mehr so ist, schon Jahrzehnte zu leben, füttert aber Vögel mit Brotresten.

Eine alte Frau, die immer den Ausgang sucht, um zum Fleischhacker zu gehen, gibt es auch und der Junge findet, wenn ich mich nicht irre und das Buch richtig interpretiere, in das Leben hinein.

Das nächste Buch aus dem Verlag schildert, glaube ich, eine Eßstörung und dieses hat mir, muß ich sagen, sehr gut gefallen und so bin ich gespannt, ob es auf welche Debutpreislisten kommt?

Lesegewohnheiten

Jetzt gibt es hier, bevor es an das sechste Buchpreislesen geht, einnen Artikel übers Lesen, denn da habe ich ja vorhin ein Video bei “Buch Geschichten” gesehen, die darüber Auskunft gab, wie sie ihre Bücher aussortiert und das ist interessant, denn ich tue das ja nicht, bin ich ja eine Büchersammlerin, die sich zwar kaum Bücher, aber seit sie bloggt schon einige Regale in Harland und in Wien gekauft hat, um die Bücher aus den Bücherschränken, die ich mir so getreulich hole, aufzubewahren.

Ich bin eine Bücersammlerin und eine, die schon als Kind gelernt hat, daß man sich von Büchern nicht trennt, keine, die wie die Köchin in Elias Canettis Roman, die Bücher mit Samthandschuhen anfaßt, nein, bei mir gibt es zwar keine Eselsohren, aber mein Lesezeichen ist ein Bleilstift und da unterstreiche ich auf jeder Seite mehrmals etwas, wohl um darauf hinzuweisen, daß ich das Buch gelesen habe und da ich ja hauptsächlich in der Badewanne lese, haben vor allem die Paperbacks deutliche Lesespuren.

Trotzdem habe ich gelernt , man trennt sich nicht von Büchern, man hebt sie auf und sammelt sie, seit zweitausendfünf führe ich auch einen Bücherkatalog, wo ich jedes Buch, das ich neu bekomme habe, eintrage, die jungen Leute oder die Bücherblogger machen das anders. Sie lesen ihre Bücher oder auch nicht, behalten nur ein paar und dann trennen sie sich von ihnen und da fallen Sätze, wie dem “Buch noch eine Chance geben” oder “Wenn es mir nicht gefällt, dann trenne ich mich von ihm!”, etwas, was mir eigentlich nach, wie vor unverständlich ist, denn Bücher sind Besitztümer und auch wenn sie sehr zerlesen sind, kann ich ja immer noch in sie hineinschauen, sie später wiederlesen, was ich zugebe, bei meinen Bücherbergen, ich habe wahrscheinlich mehr als zehntausend Stück in meinen zwei Wohnungen, die genauen Zahlen gibt mein Katalog nicht mehr her, höchst selten tue oder eigentlich nie.

Stefan Zweigs “Welt von gestern” habe ich zweites Mal gelesen, als ich die “Berührungen”, geschrieben habe und “1984” aus den Regalen gesucht und in Stephan Teichgräbers “Utopie-Workshop” mitgenommen. Da habe ich mit ihm ein paar Stellen wiedergelesen, das Ganze aber nicht.

Dennoch muß ich gestehen, daß es mir nach wie vor unverständlich ist, sich von Büchern zu trennen. Bücher gibt man nicht nicht her und stamme wahrscheinlich noch aus der Generation, die mit diesen Leitsätzen groß wurde und ich borge Bücher auch nicht her, weil ich die paar Mal, wo ich das getan habe, die Erfahrung machte, daß man sie nur sehr schwer zurückbekommt.

So bin ich ein halbes Jahr beispielsweise einmal hinter einem Thomas Bernhard Buch hergerannt, ich borge mir auch ungern und höchst selten welche aus, weil ich sie nich zurückgegen möchte und lese deshalb auch nicht in der Bücherei, obwohl ich viel mehr Bücher habe, als ich höchstwahrscheinlich jemals lesen werde, da war ja interessant, daß sich die Ilke von den “Buch Geschichen einen Haufen ihrer ungelesener Bücher vor sich hinstellte und einen Schnelltest machte, ob sie sie hergeben wird oder nicht.

Spannend, daß sie sich die meisten Bücher behalten oder auf einen “vielleicht Stapel” gelegt hat.

Ich denke, warum hergeben, ungelesene bücher kann man ja immer lesen, obwohl ich manchmal schon Bücher in die Bücherschränke zurückbringe, wenn ich sicher bin, daß ich sie wahrscheinlich doch nicht lesen werde und ich bin auch eine, da wollte mich ja vor ein paar Jahren auch jemand diesbezüglich interviewen, die eigentlich fast alles zu Ende liest.

Ein von dem berühmten Typ “Ich lese die ersten zehn Seiten und wenn das Buch mich nicht fesselt, werfe ich es weg!”, bin ich nicht und habe auch die Erfahrung gemacht, daß es Bücher gibt, die das erst viel später tun. Manches überlese ich und wenn das Buch zu unverständlich ist, dann überfliege ich es, aber eigentlich bin ich sehr neugierig auf jedes Buch und freue mich auch über sie, auch wenn ich weiß, daß ich wahrscheinlich nicht alle Bücher lesen werde. Macht ja nichts, dann lasse ich sie eben ungelesen zurück und wenn man meinen Blog beziehungsweise meine Leseliste regelmäßig verfolgt, dann weiß man wohl auch, daß es hier eine Veränderung gegeben hat.

Die Leseliste gib es erst seit 2010 bzw. 2011, denn da bin ich auf eine sogenannte Lesechallenge gestoßen, die einen aufforderte, hundert Bücher im Jahr zu lesen, fein habe ich gedacht, das mache ich jetzt auch.

Habe mir hundert Bücher aufgeschrieben und meine Leseliste war geboren und weil es die offenen Bücherschränke auch seit dieser Zeit gibt und ich ab da auch mehr und mehr Rezensionsexemplare angefordert bzw. zugeschickt bekommen habe, ist meine Leseliste länger und länger geworden.

2013 habe ich dann einen Rappel bekommen, mir nie wieder ein Buch zu kaufen und mich auch nicht mehr aus den Bücherschränken zu bedienen, das habe ich gerade zwei oder drei Tage durchgehalten und habe in dieser Zeit auch alle ungelesen Bücher mit dem Ziel sie zu lesen aufgeschrieben, so daß meine Leseliste länger und länger wurde und ich bald Ende des Jahres die ungelesen Bücher wieder austrug, bzw., 2016 war das wohl, Schwierigkeiten hatte, all das Geplante in den Regalen auch zu finden und ich im Jänner oft tagelang nach einem bestimmten Buch suchte, da habe ich die elendlange bücherlste zehn Jahre im voraus oder so wieder weggelöscht und habe jetzt nur eine die ein oder zwei Jahre im voraus ist und da ich seit 2015 ja den deutschen und seit 2016 auch den österreichischen Buchpreis blogge, bin ich ja ab September sozusagen für den Rest des Jahres ausgebucht, weiß, daß ich wahrscheinlich mehr als sechzig sogenannte Backlistbücher nicht schaffe, weil ja Rezensionsexemplare dazukommen und in den letzten Jahre habe ich auch bis Jänner oder Februar die Altlasten gelesen und das finde ich sehr spannend, sich mit seinen Büchern zu beschäftigen ich gehe regelmäßig zu den Bücherschränken, nehme dort, ich gebe es zu, mehr hinaus als hinein, bemühe mich aber die Bücher zu lesen und auch eine Übersicht über meine Bücher zu bekommen.

Ich lese hautsächlich Belletristik, Gegenwartsliteratur, aber auch älteres, Sachbücher eher nur in bestimmten Bereichen, da eher Gesellschatspolitisch oder Literaturgeschichtliches und lese mich auch quer durch alle Genres, habe also auch schon mal einen erotischen Roman gelesen, manchmal Chicklits, manchmal Krimis aber meistens die deutschsprachige oder auch internationale Gegenwartsliteratur und da würde ich am liebsten, das habe ich schon geschrieben und wiederhole mich gern, am liebsten wirklich alles lesen, geht aber nicht, denn ich schaffe ja keine zweihundert Bücher im Jahr, bin aber sehr interessiert versuche mich in der Gegenwartsliteratur auszukennen und wie gesagt, ich bin eine Büchersammlerin, die von Hergeben und Aussortieren nicht viel hält und auch nicht wirklich weiß, warum man das tun soll und vielleicht noch ein paar Worte zu der Ebook- oder Printfrage.

Ich habe mal vom Alfred einen E-book Reader bekommen, aber den immer wieder aufzuladen ist mir zu umständlich und, ich glaube auch, ein Buch hat Seiten und man kann es anfassen und in Bücherregal stellen. Riechen und tasten tue ich nicht daran, bin also eigentlich kein E-book Fan, bekomme aber manchmal von Verlagen PDS.

Die fordere ich nicht extra an, aber speziell in Buchpreiszeiten bekommt man sie von kleineren Seiten geschickt und es gibt ja auch die Negtalley, wo man sich die Buchpreisbücher hinunterladen kann, dann denke ich meist zuerst schade, dann lese ich sie und da habe ich schon die experimentellsten Bücher E-book gelesen, geht alles und merke, wenn ich sie gelesen habe keinen Unterschied.

Trotzdem ist ein Buch ein Buch, man kann es sammeln und in sein Bücherregal stellen, mit Handschuhen fasse ich es aber nicht an, denn ein Buch ist für mich ein Gebrauchsgegenstand, der seine Lesespuren hinterlassen kann und auch soll und jetzt hinein in das 2020-Buchpreislesen, auf das ich schon freue.

Das letzte Land

Eigentlich habe ich ja als letztes Buch von meiner Backlist-Liste bevor der “Deutsche Buchpreis” kommt, Marjana Gapaoneko “Der Dorfgescheite”, ein Fund aus dem “Bücherschrank” lesen wollten und habe es schon vorige Woche nach Harland mitgenommen.

Dann war ich nicht so schnell mit dem “Yemen-Cafe” und wollte es nicht wieder nach Wien zurückbringen, so habe ich halt Svenja Leibers “Das letzte Land” auch ein “Bücherschrank-Buch”, das ich mir wahrscheinlich dem Namen nach, den ich wohl irgendwo hörte, genommen habe, geworden und habe von der 1975 in Hamburg geborenen Autorin, die in Berlin lebt, auch noch nichts gelesen.

Das Buch wird im Klappentext und am Buchrücken, als “Kapitaler Bildungsroman” bezeichnet, der ein dreiviertel Jahrhundert oder vielleicht noch etwas weniger umfaßt und sich auch mit der Musik beschäftigt.

Wieder ein Roman, der sich mit der deutschen Kriegsgeschichte auseinandersetzt, könnte man vielleicht weniger hochtrabend sagen und das Besondere ist vielleicht dabei, daß er in einem norddeutschen Dorf spielt, wo die Leute Ruven, Gesche oder Gosche heißen und der Held, Ruven Preuk, Sohn eines Stellmachers ist, wurde wohl 1900 geboren und hat ein musikalisches Gehör. Zuerst will ihm der Vater die Musikalität hinausprügeln, dann sucht er ihm einen Lehrer, der ihm das Geigenspiel beibringt.

Der Erste gibt ihm eine kleine Geige und sagt, mehr kann er ihm nicht beibringen. Der Zweite ist der Jude Goldbaum in dessen Enkelochter Rahel Ruven sich verliebt. Die verschwindet aber und die Nazis kommen auch bald an die Macht, der Jugendfreund wird ein solcher und Ruven, der auf Dorffesten und bei Weihnachtsfeiern spielt, heiratet bald eine Lene. Er wird von einigen jüdischen Familien gefördert, muß dann aber in den Krieg, während Leni mit der Tochter Marie in Hamburg ein jüdisches Paar versteckt.

Rahel und ihren Mann und der Dorffreund Fritz Dordel, jetzt ein Nazipolizist, durchsucht die Wohnung und Lene kann die Versteckten nur retten, in dem sie sich Fritz hingibt. Sie wird schwanger, das Kind läßt sich nicht abtreiben, so schluckt sie Medikamente, bringt aber einen Buben zur Welt, an dem sie dann stirbt.

Ruven kommt zurück, heiratet noch einmal eine stramme Maid, die nicht gut zu Marie ist und Fritz Dordel verschafft Rahel falsche Papiere, wenn sie aus Ruvens Leben, der sie ja liebt, verschwindet. Das tut sie auch und im letzten Kapitel, die sind immer in verschiedene Zeitspannen untergeteilt, also zwischen 1966 und 1975 kommt Ruven, der trotz seiner Begabung keine Solistenkarriere machte, in das Dorf zu seiner Tochter, die inzwischen drei Kinder hat, zurück und söhnt sich mit seinen Rivalen aus, beziehungsweise spielt er ihm mit seinen drei Geigen etwas vor.

Fritz Dordel stirbt an seinem Krebs, vorher läßt er Ruven aber den neuen Namen Rahel zukommen, der ruft dort an, um zu erfahren, Gertrud Meidner ist drei Tage zuvor gestorben.

Nun ja, nun ja, ein bißchen kitschig die Handlung und sehr konstruiert vielleicht, der Sprache ist ungewöhnlich rauh, schöne Wortwendungen sind auch dabei. Ungewöhnlich auch, daß Ruven keine Karriere machte und auch, daß er ein Landkind ist, ungewöhnlich auch die Namen. Den Titel habe ich nicht verstanden.

Aber natürlich ist es wichtig sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und das Ganze einmal von einer etwas anderen Seite zu sehen.

Ob es wirklich realistisch ist, weiß ich nicht und sehr sympathisch ist dieser Ruven mit seinen Frauengeschichten und seiner geheimnisvollen Liebe eigentlich auch nicht.

Verregnete O-Töne

Gestern sind ja wieder die O-Töne gewesen, wo Hubert Achleitner also Hubert von Goisern seinen neuen oder ersten Roman “flüchtig” und der Debutant Benjamain Quaderer sein Debut “Für immer die Alpen” von dem ich schon einiges gehört habe und auf das ich schon neugierig war ,vorstellten.

Das letzte Mal wo Josef Haslinger und Lucia Leidenfrost dran waren, habe ich ausgelassen, weil beide Bücher in den Regalen und eines davon schon gelesen. Das nächste Mal am zwanzigsten ist ja die Grand Dame Friederike Mayröcker dran, die liest in der E-Halle, da kommt man sicher nicht ohne Maske hinein, umso mehr da ja jetzt schon fast dreihundert Leute pro Tag getestet wurden und dann kommt es zum Skandal dieser Woche nämlich zu der 1992 geborenen Kabarettistin Lisa Eckhart von der ich bisher nichts bestimmtes, nur daß sie sehr provokant sein soll, gehört habe und mich da wunderte, daß sie am 27. 8. auch ihr neues erstes Buch, das nicht unter der Debutantenschienen läuft, “Omama” vorstellen wird.

Das hätte sie auch in Hamburg bei einem Debutantenwettbewerb tun sollen, wurden aber ausgeladen, weil sich Linke darüber erregten, daß sie rechtsradikal sei, was den lieben Uli zu einem neuerlichen Schimpfartikel animierte, aber auch Klaus Kastberger, der sie offenbar eingeladen hat, unverständlich fand.

Also seien wir gespannt auf den Siebenundzwanzigsten und hoffen wir nur, daß es da nicht regnet, denn das hat es gestern so ab sechs getan und da ich heuer ja schon einmal von den O- Tönen weggegangen bin, weil die Veranstaltung in der Oval-Halle stattfand und da dieSecurity “Masken aufsetzen!”, sagte, wollte ich das nicht noch einmal haben, umsomehr da der Gewitterdonner ziemlich lautstark zu hören war. Ich habe dann auf der Facebookseite nachgeschaut. Da stand zwar “Findet im Freien statt!”, war aber schon vor Regenbeginn gepostet worden und die Frage einer Userin, ob das wirklich so wäre, war noch nicht beantwortet, als ich nach sieben in die Badewanne ging, um weiter in Svenja Leibers “Letztes Land” zu lesen und nicht eine vielleicht unnötioge Runde ins MQ zu machen. Als ich von dort wieder herauskam, war es schon acht vorbei und zu regnen hatte es aufgehört. Die Frage der Userin war immer noch nicht beantwortet und ich weiß auch jetzt noch nicht so genau, hat es jetzt draußen oder drinnen stattgefunden? Was in Zeiten, wie diesen für eine Maskenverweigerin wie mich, ja nicht so unwichtig ist.

So kann ich nur hoffen, daß Benjamin Quaderer vielleicht auf einer der Debutlisten steht und Hubert von Goisern auf der öst oder dBp oder, daß mir einer das Buch in den Bücherkasten legt.

Kann mich aber über Lesestoff nicht beklagen, warten doch nicht nur etwa zehn Altlasten noch auf meiner Liste, dann ungefähr acht Neuerscheinungen und am Denstag wird es überhaupt spannend, denn da wird ja die Longlist bekanntgegeben und ich hatte in meiner Büchertasche, als ich heute mit dem Alfred nach Harland gefahren bin, zwei “Kremayr- Neuerscheinungen” , nämlich ein buch der Barbara Rieger und eines von Stephan Roiss, das ist ein Debut und wird auch auf den O-Tönen präsentiert zumsammen mit der Buchpremiere der Sandra Gugic, wäre es nur zu Hälfte schade, wenn es dann regnet und die beiden “Kremayr-Bücher” habe ich, wenn ich die Svenja Leiber ausgelesen habe, als Wochenendlektüre vor. Dann käme Sascha Rehs “Großes Kino”, dem ich irrtümlich eine “Bachmann-Teilnahme” von 2020 unterstellt habe. Da habe ich das Buch, das vorgestern mit einem anderen gekommen ist, zwar in Wien gelassen, weil ich nicht so sicher bin, ob ich so schnell lese. Ich tue das derzeit nämlich eher langsam. Habe aber auf jedenfall das PDF in meinem E- book Ordner und außerdem spielt sich dieses Wochenende, egal od das Wetter hält oder nicht, in Harland auch noch so einiges ab.

Alfreds fünfundsechziger Geburtstag ist zwar schon vorbei. Da waren wir ja am Sonntag beim “Vincent Pauli” und das, was ich dort erlebte, habe ich ein bißchen umgewandelt in meinem “Notizbuch” verewigt, der ist aber ein Festefreak und macht eine Grillparty.

Allerdings lädt er da die Leute immer sehr spät ein und die sind im August meistens auch auf Urlaub, so daß das eher weniger Leute kommen, Zum Sechzigsten war aber ein ganzer Haufe und sogar die Ute und der Andreas aus Leipzig da, da aber der Alfred Ende des Monats in Pension geht, gibt er am 25. im “Library Cafe”” auf der WU auch ein großes Fest und so werden wahrscheinlich nur die Kloimsteins, der Karl und dann natürlich die Anna und die kleine Lia kommen und da bin ich auf deren ersten Schritte ja schon sehr gespannt.

Die Ruth, die ich ja unlängst erst im St. Pölten getroffen habe und an deren Friseurbesuch ich mich angehängt habe, kommt nicht, denn die ist jetzt in Salzburg, finden ja die Salzburger Festspiele in reduzierter und Carona sicherer Form statt. Das heißt mit berühmten Schachbrettmuster. Man muß reservieren und am Eintritt seinen Ausweis zeigen, Fieber gemessen wird wahrscheinlich auch und ich whttp://www.jancak.at/auszug_mimi.htmlundere mich nur, daß die Leute da mitmachen, habe die Ruth aber gestern sogar angerufen, weil ich ein Mail von einer Professorin aus Amerika bekommen habe, die ein Buch über den Holcaust schreiben will und sich da für jüdische Frauen interessiert, die von berühmten Männern beschützt würden und dafür die Erika Brunngraber, die Tochter des berühmten ehemaligen Superstars mit dem “Zucker aus Cuba”, dessen Bücher ich ja im Bücherkasten meines Vaters fand, interviewen wollte und da ich darüber gebloggt habe, hat sie mich um den Kontakt gebeten und das ist ja etwas, was mir gelegentlich passiert, daß Studenten aus China oder Verlage aus Korea sich bei mir über Erwin Schwarz erkundigen oder solche aus Italien ihre diplomarbeit über Michaela König schreiben wollen und sich da für für die “Mimi” interessieren.

Für meine Werke interessieren sie sich weniger, aber vielleicht kommt das noch, habe ich ja vor, habe ich, vorgestern gebloggt, vielleicht eine Corona-Romanserie zu schreiben, um die diesbezügliche Entwicklung zu verfolgen. Mal sehen, das wäre wahrscheinlich erst für die über- oder überübernächste Germanistengeneration interessant, da ich aber mit meinen Büchern ja zumindest diesbezügliche Spuren hinterlassen, könnte es ja sein, daß in fünfzig Jahren jemand bei der Lia klingelt und sich für Großmutters Bücher interessiert.

Corona-Texte

Ich bin ja an dem Corona-Virus und der Krise, die die ganze Welt deshalb lahmlegt und mir nach wie vor unverständlich ist, sehr interessiert und habe mich seit März sehr damit beschäftigt, gelesen, Videos angeschaut und auch sehr bald, sobald ich mit dem Korrigeren des “Fräulein No” fertig war, mit dem Schreiben darüber begonnen. Viele Blogeinträge und sogar ein Gedicht hat es auch gegeben und das schon geplante “Frühlingserwachen”, eine Dreiecksgeschichte über eine Frau, die zwischen zwei Männern steht, ist ein solcher Text geworden. Da habe ich um Ostern, wo wir also noch mitten im Lockdown steckten mit dem Schreiben angefangen und das war wohl auch ein Problem, daß ich da keine Ahnung hatte, wie es mit der Krise weitergeht und wie das Ganze einzuordnen ist.

Ein paar persönliche Erfahrungen, wie der lila Schal, den ich eine Zeitlang in der Tasche hatte, weil ich nicht sicher war, ob ich ihn vielleicht nicht doch, wo brauche, sind eingeflossen und ich hätte gerne auch ein Bild als Cover, das die Anna mir damals ich noch nicht nach St. Pölten gefahren bin, schickte und das sie und die Lia mit einer Maske zeigt.

Der Text ist sehr flüßig von statten gegangen, ein paar Leseproben gibt es hier schon zu finden, er ist sehr kurz geworden und war, glaube ich, im Rohtext fertig als die Lockerungen begannen.

Daran knüpft sich bei mir immer die Frage, wie geht es weiter oder was schreibe ich als nächstes? Und da war die Idee in das kleine Notizbuch das ich mal gefunden habe und in dem schon was stand einen roman zu machen oder die Handlung daraus zu nehmen.

Anfang Juli war ich so weit, daß ich damit beginnen konnte und das Thema Corona, das da auch nicht geplant war, ist da gleich, ob ich es wollte oder nicht, hineingeflossen. Das interessiert mich nämlich, obwohl ich da schon hörte, daß man über Corona, das heißt das aktuelle Tagesgeschehen nicht schreiben könne und sich die Verleger schon vor den vielen Corona- Romanen fürchten, die sie da ab Herbst auf den tisch gelegt bekommen könnten, offensichtlich gilt das nicht als professionell und das ist wahrscheinlich der Grun,d warum ich auch nicht so gelte.

Es ist interessiert mich nämlich und in dem Text, mit dem ich am Mittwoch mit der Rohform fertig geworden bin, sind auch einige persönliche Erlebnisse in mehr oder weniger abgewandelter Form enthalten. Zum Beispiel, der Friseurbesuch oder der Praktikant in der Konditorei in Marialzell, wo wir nach unserem Gölleraufstieg gegessen habe, der mich mit seinem Selbstbewußtsein beeindruckte, als er mir den “Cappucchino mit Schlagobers” hinstellte, das Erlebnis bei der Bestellung in Gasthaus Vincent Pauli, wo ich den Alfred am Sonntag zum Geburtstag eingeladen habe, ist auch enthalten, etcetera.

Ansonsten ist der Handlungsrahmen nicht sehr originell, die Eja Augustin, mein Alter Ego, das ich schon länger verwenden wollte, fährt anfang Juli in das Häuschen ihrer Eltern nach St. Georgen am Steinfelde, um dort den Sommer zu verbringen bzw. einen Roman zu schreiben. Sie ist fünfundsechzig, die Roswitha Herweg ist das auch und da ist eingefloßen, daß der Alfred, der ja erst am neunten August fünfundsechzig wurde, mich im März öfter mit “Risikogruppe, Risikogruppe” ärgerte, weil ich das ja schon seit eindreivierteljahre bin und vor fünf Jahren als ich meinen “Sommernanowrimo” schrieb, ist da die Heldin nach Harland bei St. Pölten in die Sommerfrische gefahren, um dort ihre Diplomarbeit oder Dissertation über den “Deutschen Buchpreis” zu schreiben und dieses Buch, “Die Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen” ist dann auch irgendwie ungewollt, der zweite Teil meiner sogenannten Flüchtlingstrilogie geworden und als ich am Mittwoch nachdem ich mit dem Schreiben fertig war, in die Badewanne ging und gedacht habe, jetzt weiß ich wieder nicht, was ich als Nächstes schreiben soll, ist mir eingefallen, daß ich ja über das thema Corona, das uns höchstwahrscheinlich noch länger beschäftigen wird, eine Serie machen könne.

Das zweite Buch, “Das rotbraunkarierte Notizbuch”, wird es heißen, schließt ja unmittelbar an den ersten Teil, in der Lockdownphase geschrieben, an, denn da waren die Lockerungen im Gange, man konnte ohne Maske in die Geschäfte aber in Oe 24, daß ich ja seit Corona sehr viel höre, war ständig davon die Rede die Maskenpflicht muß wieder her, so hört, die Eja auch im Radio als St. Georgen erreicht und interessant, die Eja, eine mehr oder weniger erfolgreiche Schriftstellerin, sie hat aber einen Verlag, hört her, hat in Wien versucht einen Text über Corona zu schreiben, den aber aufgegeben, weil man das ja nicht tut darf oder soll, etcetera, dann wird natürlich wieder einer daraus, meine Erlebnisse und das, was so in der Welt geschah, fließen ein, eine Rahmenhandflung, die in den “Sonnenpark” zurückführt und einen Polizisten der Unterschrifen für die “Stopp die Corona-Petion” sammelt” gibt es auch und es schließt ungefähr zur Jetztzeit, wo alle auf die zweite Welle starren und man in Paris nur mit Mundschutz auf den Eifelturm fahren darf oder sich in Spanien damit auf den Strand legen muß, obwohl ja alle sagen, Aufenthalt im Freien ist ungefährlich. Das wars, wo der Rohtext endet und wie es mit der Wirklichkeit weitergeht, liegt in den Sternen und ist zumindestens für mich sehr interessant.

Worüber ich als Nächstes schreiben und ob das wirklich ein Corona-Text werden wird, habe ich noch keine Ahnung.

Bis dahin ist ja noch genug zu tun, zwei Texte, das “Fäulein No”, das von Corona noch überhaupt keine Ahnung hatte und das “Frühlingserwachen” fertig zu bekommen und dazwischen werden die Ereignisse auf mich einströmen, so wie es aussieht, wird sich ja mein Verhalten sehr verändern und wahrscheinlich im Herbst keine Veranstaltungen außer vielleicht die Siebenstern-Lesungen und die “Wilden Worte”, wo man ohne Maske hoffentlich hinein kommt, keine Preiseverleihungen, keine “Buch Wien”, etcetera und noch weiter weg vom Literaturbetrieb, als ich schon war, weil es ja dann überhaupt keine Kontakte mehr dazu gibt, das Corona-Geschehen werde ich vermutlich weiter beobachten und darüber bloggen in Form meines Krisentagesbuch, was sich darüber hinaus literarisch ergibt wird spannend.

Ich könnte mir aber schon vorstellen, daß es noch weitere Corona-Texte gibt, die die Handlung mit dem Corona-Geschehen, was ja vermutlich das realistische Szenario der nächsten Zeit ist, umgibt. Mal sehen, seien wir gespannt und für die kleine Lia habe ich mir schon gedacht, wird es in zwanzig jahren schon sehr interieren, was in ihrem ersten Lebensjahr passiert ist, an das sie sich nicht erinnern kann.

Terrassenschreibetag

Heute habe ich ja, das habe ich schon geschrieben, keine Stunden gehabt, so daß ich mir dachte, daß ich mich mit meinen Notizbüchern auf Romanrecherche machen kann, um die Szenen kommen zu lassen. Das war vorige Woche, als ich das dachte, wo ich ungefähr achtundvierzig Rohseiten hatte und eigentlich nicht wirklich wußte, wie es mit meinem Romanprojekt weitergehen sollte. Denn einen richtigen Plot hatte ich ja nicht, sondern habe mich einfach von Szene zu Szene weitergeschrieben, ausgehend von den Notizen, die in dem Notizbuch standen, das ich einmal im Schrank gefunden habe.

Darüber wollte ich einen Roman schreiben oder eigentlich damit in der Sommerfrische an der Traisen entlang fahren und die Handlung entstehen lassen. Dann hatte ich bald den doppelten Handlungsstrang, die Eja Augustin, das Alter Ego, die mehr oder weniger erfolgreiche Schriftstellerin, so genau geht das aus dem Text nicht heraus, die mitten in der Corona-Krise, aufs Land in das Häuschen ihrer Eltern fährt, um dort die Sommerfrische zu verbringen, dort das Notizbuch findet, in der Seedose eine Beobachtung macht und daraus einen Roman entstehen lassen will.

Nnaiv könnten meine Kritiker vielleicht sagen, Fakt ist, das ich diesmal sehr lange keine Handlung hatte und nicht wirklich wußte, was ich schreiben will? Bei meinem letzten Text, dem “Frühlingserwachen” habe ich ja versucht mich an der “Heldenreise” entlang zu hanteln.

Ob das wirklich gelungen ist, weiß ich nicht so genau. Aber diesmal war das anders, die “Heldenreise” war mir egal. Corona, das mich ja sehr beschäftigt, ist dann automatisch dazugekommen und da die Panik der letzten Wochen über die zweite Welle, obwohl ja trotz Massentestungen immer nur täglich hundert Personen mit diesem Virus gefunden werden und ich dieses Vorgehen eigentlich ein wenig seltsam und beuruhigend finde.

Das Romanentstehenlassen war dann auch ein wenig schwierig, weil ich ja jeden Montag oder Dienstag nach Wien gefahren bin, da meine Stunden machte und oft nicht zum Weiterschreiben gekommen bin und wie gesagt, bis zur Hälfte des Textes eigentlich nicht wirklich zufrieden war. Ich habe das Vorhandene dann ein- oder zweimal durchkorrigiert und voriges Wochenende eigentlich geplant, den Handlungsaufbau am Montag und am Mittwoch zu betreiben.

Am Montag beim Viehofner See, am Mittwoch bei einem Wiener- Recherchetag. Dann habe ich mich am Montag auf eine Bank am See gesetzt und plötzlich war die ungefähre Handlung da und ich hatte auch so viele Szenen im voraus, daß ich dachte, da setze ich mich dann am Mittwoch auf die Terrasse und schreibe und schreibe und das habe ich dann von circa zehn bis acht auch getan. Es war schönes Wetter ich habe mich immer weiter ausgezogen, die Blumen gegossen, den Rasen gespritzt, mich unter den Sonnenschirm zrück gezogen und sechs Szenen geschrieben.

Daß es im Sonnenpark bei diesen Festival enden wird, habe ich schon am Montag gewußt und ab da sind für mich die einzelnen Handlungsstränge auch sehr schlüßig geworden. Da hatte ich ja vorher meine Schwierigkeiten mit dieser Dreiecksgeschichte zwischen der Dagmar Schneider ihrer Rivalin und ihrem Chef. die Beziehung zwischen Tante Aloisia und Simon hat sich auch aufgeklärt und das mit der kritischen Polizistengruppe kommt vielleicht nur am Rande vor. Dafür tritt der Uwe ständig mit seiner Petition auf und versucht alle zu einer Unterschrift zu bewegen und ganz am Schluß geht es wieder zur Eja, die den Roman ja schreibt zurück und die läßt ihn damit enden, daß es der Uwe war, der das Handy in den Blumentopf geworfen hat.

Einunddreißig Szenen, vierundachtzig Seiten und derzeit etwas über einundvierzigtausend Worte sind es nun. Nach der Korrektur wird es noch kürzer werden, ein kurzer “Nanowrimo” also, weil ich da nichts anstückeln muß. Aber länger als das “Frühlingserwachen” und am schluß ist es wieder sehr rasant geworden. Einige Unklarheiten habe ich natürlich wieder drin, die ich in den nächsten Tagen oder Wochen noch ausbügeln werde und ich werde die Kapitelangaben auch verändern und zwischen den Eja-und den Romanszenen unterscheiden. Spannend, spannend und ich war heute sehr fleißig.

Morgen habe ich wieder Stunden und die Korrektur vom “Fräulein No” damit das bald an die Druckerei gehen kann, steht auch wieder an und am nächsten Mittwoch habe ich bis jetzt nur eine vierzehn Uhr Stunde. Mal sehen, ob ich da recherchieren werde, aber eigentlich habe ich ja mit dem Korrigieren und dem Flüßigkwerden lassen genug zu tun.

Jetzt bräuchte ich nur wieder mehr Aufmerksamkeit, aber das bleibt wahrscheinlich mein Problem, daß ich die nicht habe und einsam vor mich hinschreibe, geht aber auch.

Yemen Cafe

Jetzt kommt, bevor es an das “Buchpreis-Lesen” geht, noch ein Bücherschrankfund, nämlich Evelyn Schlags 2016 erschienenes “Yemen Cafe”, da war ich bei der Präsentation in der “Alten Schmiede” und die 1952 geborene, die im Waldviertel Lehrerin war, kenne ich schon lang, von ihren Lesungen, einige ihrer Bücher habe ich auch gelesen und jetzt war ich ein bißchen erstaunt, wie banal die Handlung in diesem, Gesellschaftsroman, würde ich sagen, eigentlich ist.

Yemen Cafe, ein Buch, das in einem von Schweizern geführten Krankenhaus in Sanaa, der Hauptstadt von Jemen, der Alfred war schon vor mehr als dreißig Jahren dort und hat mir ein Ketterl mitgebracht, spielt, eines in dem hochrangige Regierungsvertreter behandelt werden und eine der Hauptfiguren ist Jonathan, ein österreichischer Arzt, der eben nicht bei “Ärzten ohne Grenzen” arbeitet, sondern in einem Spital in dem korrupte Beamte und Ausländer behandeln werden und der ist, könnte man sagen, ein Frauenheld, vor den Jemen hat er in Äthiopien, wahrscheinlich bei so etwas wie “Ärzte ohne Grenzen” zusammen mit Delphine, einer Französin, gearbeitet, die ist jetzt nach Frankreich zurückgeflogen, um ihre Mutter zu betreuen und zu Beginn des Buches wird Christian Malte, ein Deutscher, in dem Spital neu anggestellt, der hat eine Frau namens Susanna, in die verguckt Jonathan sich ein bißchen, der eine Designerin, gefällt es im Jemen aber nicht. So fliegt sie zurück nach Berlin zu ihrem Lover und Jonathan lernt Katie kennen, eine junge Amerikanerin, die für eine NGO arbeitet.

Dann gibt es noch Hassan, den Dialysepfleger, der hat zwei Jahre in München Medizin studiert, spricht daher gut Deutsch, bevor er von seinem Vater zurückgerufen wurde, dessen Bruder Khalid ist verschwunden, so wird er von einem Abdul bedrängt, das Spital auszuspionieren und geheime Pläne zu zeichnen.

Es herrscht Terroralalam und Kämpfe zwischen Shiiten und Huthis im Land. Immer wieder werden Verletzte gebracht und eine indische Krankenschwester, die eigentlich heiraten will, gibt es auch. Da muß Jonathan in den Chefetagen vermitteln, daß sie ihr Gehalt bekommt. Ein Arzt wird verdächtigt Medikamente gestohlen zu haben und eine schöne Stelle ist mir noch im Gedächtnis, wo Jonathan Delphine anruft und sie bittet, für ihn ein Glas Rotwein mitzutrinken, da Jemen ist ja ein Land mit Alkoholverbot und sein Fahrer Ali bittet ihn um Geld für Nachhilfestunden für seinen Sohn, dann erzählt er ihm, daß er nun im Militärgymnasium aufgenommen wurde, weil es im Jemen nur etwas bringt, wenn man bei der Armee ist.

Ich frage mich und weiß nicht mehr genau, ob das damals bei der Lesung thematisiert wurde, wieviel Evelyn Schlag für das Buch recherchiert hat und ob sie deshalb im Jemen gewesen ist?

Sprachlich ist es sicher schön geschrieben, dafür wird Evelyn Schlag ja hoch gelobt und hat auch Preise dafür bekommen.

Der Inhalt ist eigentlich banal und, ob man viel über Jemen und die Kämpfe, die sich dort abspielten gerlernt hat, wenn man das Buch gelesen hat, bin ich mir eigentlich auch nicht sicher.

Kann mich aber nicht beklagen, bastle ich mir ja gerade selber eine Handlung, wo nicht so viel passiert, an Hand der Corona-Problematik zusammen und da hat mich das Buch wohl bestärkt, daß ich mir dachte, wenn die Schlag das darf, darf ich es auch und wem es interessiert, mein Handlungsrahmen steht schon ziemlich und am Schluß schmeißt der Uwe Kathis Handy, ja die gibt es auch bei mir, in einen Blumentopf.