Aus der Schweiz

Wieder ein Anbend mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Helvetia in der “Alten Schmiede” und zwar stellten, der ebenfalls Schweizer Literaturwissenschaftler Fermin Suter, der an der Donau Universität lehrt und der “AS-Mitarbeiter” Johannes Tröndle drei Autoren vor. Zuerst war der mir unbekannte1987 in Zürich geborene Lukas Maisel, der in Olten lebt und in Biel studierte, seinen Debutroman “Buch der geträumten Inseln” vor und Fermin Suter oder war es Johanna Öttl, erzählten dazu, daß Lukas Maisel heuer beim “Klagenfurter Wettlesen” teilnehmen wird, also war er mir nicht ganz unbekannt, denn die Namensliste bin ich ja durchgegangen.

Das Buch aus dem der Autor drei Stellen las und dann viel darüber mit Fermin Suter sprach, scheint sehr originell zu sein oder einen originellen Protagonisten zu haben, der Robert Akeret heißt, ein Kryptozoologe ist und sonst vielleicht autistisch zu sein scheint. Der bereist jedenfalls mit zwei Kumpanen, die vielleicht auch ein wenig seltsam sind im Einundzwanzigstenjahrhundert, die Welt die ja schon entdeckt ist und machen seltsame Erfahrungen dabei.

Interesant, interesant, könnte man sagen und interessant sind wahrscheinlich auch die Verbindungen, die Johanna Öttl zur zweiten Lesenden, nälier1985 geborenenDorothee Elmiger und ihrem Journal “Aus der Zuckerfabrik” zog. Sie wurde von Johannes Tröndle moderiertundinteressant ist auch, daß Dorothee Elmiger mit einem Auszug aus “Einladung an die Waghalsigen” mit denen ich mir etwas schwer tat, auch beim “Bachmannpreis” gewonnen hat. Sie hat dann noch den “Fried-Preis” bekommen und “Aus der Zuckerfabrik” das beim letzten “Deutschen Buchpreis” glaube ich sogar auf der Shortlist gestanden ist, ist ein Buch ohne Gattungsbezeichnung, wie Johanna Öttl oder Johannes Tröndl erklärte. Es ist ein Journal der Recherche und beschäftigt sich mit den Produktionsbedingungen des Zuckers, aber auch mit einem Lottomillionär. Von dem war bei derLesung und dem Gespräch viel die Rede und der dritte, der nach einer Pause ebenfalls von Johannes Tröndl vorgestellt wurde, war mir ebenfalls schon bekannt. Hatte er er schon, wie er auch in seiner Einleitung erwähnte. öfterin Wien und in der “AS” gelesen. Er war auch Juror beim “Fried-Preis” und hat da Dorothee Elmiger vorgeschlagen.

Johannes Tröndle führte kurz und knapp durch das Werk, des 1947 in Graubünden geborenen. Dessen erstes Buch heißt “Ruch”. Das ist ein Anagram von Chur, wo der Autor, glaube ich lebte oder studierte und er hat auch in einem einzigen Satz in “Blums Schatten” den “Ullsses” nacherzählt und er übermalt oder überschreibt auch seine Bücher. So hat er das Buch “Flug” dreimal herausgeben. 1984 ,2014 und jetzt mit dem Titel “Sturz, Das dritte Buch vom Flug”, das sehr umfangreich ist und aus einigen Teilen besteht. Das jetzt in der “AS” vorgestellt wurde. Es geht um Flugpioniere, aber auch in einem biografischen Teil, um einen Ausbruch aus einem Schweizer Bergdorf und eine Entwicklungsgeschichte und lebt, wie Johannes Tröndle erklärte, man in der Lesung aber auch erleben konnte, von der Musikalität seiner Sprache und dann ist es in einem Schnellkurs, die Grassssche “Blechtrommel” um die Leseerfahrungen des Autors gegangen, der, das habe ich jetzt vergessen,1996 den “Bachmann-Preis” bekommen hat.

Was vielleicht ein eine Ermunterung für Lukas Maisel sein könnte, dem ich schon im Voraus alles Gute wünsche und der, das habe ich auch vergessen, derzeit Gastautor in Krems ist und für mich war es spannend in meinem Harlander Zweitwohnsitz einen Schweizer Abend zu erleben, weil es derzeit ja nicht so einfach ist, dorthin zukommen, wenn man etwas widerständig ist.

Ich war aber in den letzten Jahren einige Male dort und habe da auch ein wenig Literatur erlebt und die “Alte Schmiede” veranstaltet ja öfter Schweizer Abende und den Schweizer Literaturpreis gibt es ja auch, den ich einmal sogar im Literaturhaus und einmal live in Basel erleben konnte und Retro Hänny merkte wieder an, daß er obwohl ihm das Erzählen wichtig ist, eigentlich nicht an Plot und Handlung interessiert ist, sondern eigenlich immer dieselbe Geschichte vom “Hänschen”, das in die Welt hinaus geht, erzählt, was für einen “Alten Schmiede” Leser auch sehr typisch ist.

Leipzig im Mai liest extra

Die Leipziger Buchmesse findet immer im März statt und seit den späten Neunzehnneunzigerjahren sind wir immer mehr oder weniger regelmäßig dabei, hat der Alfred doch Freunde dort,die uns eingeladen haben, ihren Dachboden zu benützen. Ein paarmal war der Alfred verreist, so habe ich gestreamt und im März 2019 hatte ich schon meine Akkredierungsunterlagen und meine Termine denn seit 2015 habe ich das immer getan und mir dann beim Sonntagsausflug auf die Rudolfshöhe den Knöchel gebrochen und mit Gips wollte ich auf keine Messe.

Im Jahr darauf war es dasselbe. Termine ausgemacht, die Akkreditierung ist gekommen, aber auch die Nachrichten aus Wuhan und so wurde ich schon im Februar im Literaturhaus gefragt, bist du sicher, daß es stattfindet?

“Nein!”, habe ich geantwortet und beim “DichtFest” in der “Alten Schmiede” hat mich Monika Vasik gefragt, ob wir fahren? Wenn es stattfindet schon!”, habe ich geantwortet. Die Nachrichten häuften sich und Tobias Nazemi vom” Buchrevier” hat gepostet, daß man in Leipzig nur mit Mund- oder Ohrenschutz hingehen könnte.

” Achtung Satire!”, hat er darunter geschrieben.

“Mit so was soll man keinen Spaß machen!”, habe ich gedacht oder geantwortet. Am Dienstag oder Mittwoch wurde dann abgesagt. Die Buchmesse fand online statt und postete überall “Nächstes Jahr wieder, wir freuen uns, dieTermine stehen schon fest!”

rrrDie Termine waren im März natürlich, wie geplant. Wurde dann auf den Mai verschoben, denn dann kann man viel im Freien machen. Die Frankfurter Buchmesse hat zum größten Teil digital stattgefunden. Die “Buch Wien” überhaupt abgesagt und weil es ja bis vor kurzem die dritte oder vierte Welle gab, wurde das Ganze dann auch ins digitale Netz verschoben.

Julia Lücke, die Pressesprecherin der Messe hat mir immer eifrig die Pressemeldungen geschickt, so die über den “Preis der Leipziger Buchmesse”, wo die Nominierten ja Anfang April bekanntgegeben wurden und ich inzwischen sechs Bücher von den fünfzehn gelesen habe. Statt der Eröffnung oder zeitgleich mit ihr soll am Mittwoch der “Preis der Europäischen Verständigung” in der Nikolaikirchen an Johny Pitts als auch an Laszlo F. Földeny, der den Preis im letzten Jahre bekommen hätten sollen, vergeben werden und ein “Leipzig Extra Lesefest” teils digital teils vor Ort in verschiedenen Buchhandlungen natürlich nur mit den strengen Covidbestimmungen sollte es auch geben und die Antiquitätsmesse digital.

Das alles ein bißchen verwirrend. Was findet jetzt digital, was real statt und wo finde ich die Streams um hineinzukommen? Ein bißchen Klärung brachte dann die Pressekonferenz, um elf, zu der mich Julia Lücke auch eingeladen hat. Ditial ode rvor Ort mit Mundschutz etcetera. Ich habe natürlich das Netz gewählt. Mir dann die Statesments von Direktor Oliver Zille, einer Vertreterin der unabhänigen Verlage, die erklärte daß der “Kurt Wolff-Preis wieder vergeben würde und einigen anderen, die das Programm erklärten, angehört.

Ich habe mich inzwischen auch im Netz ein bißchen kundig gemacht. Das “Blaue Sofa” wird es wieder geben, wo überraschung, auch Daniel Wisser auftreten wird und so habe ich mir die Termine freigeschaufelt, um ab Abend digital dabei zu sein und wieder einmal eine Messe Online zu erleben, was wie ich aus Erfahung weiß, natürlich nicht dasselbe ist. Der Wein und die Gespräche fehlen, aber eigentlich ganz informativ ablaufen können.

Was dann gar nicht so einfach war den Stream zu finden,der mich in die Nikolaikirche, wo die Eröffnung stattfand, führt, sonst hätte die wohl im Gewandhaus stattgefunden. Da aber nur wenig Zuhörer,die sich auf den Kirchenbänken verteilten,war der Rahmen wohl angemessen und die Nikolaikirche sehr schön. Als ich mich dann verspätet einfand oder plötzlich, nach unzähligen Versuchen das Video hatte, kam ich in eine Gesprächsrunde,wo ein Reinhard Bärenz von MDR-Kultur mit der neuen Vorsteherin des Börsevereins Karin Schmidt-Friderichs, Burkhard Jung, dem Oberbürgermeister und dem Ministerpräsidenten des Freistadt Sachsens über Corona, abgesagte Buchmessen und die diesbezüglichen Verluste, sowie über den Wert des Lesen und natürlich über die europäische Verständigung unterhielt. Ein Preis, der jedes Jahr im Vorabend der Messe vergeben wird, wo ich früher bei den Hundertmarks im Wohnzimmer saß und diesmal, wie schon erwähnt doppelt, denn im Vorjahr hat der 1952 in Debrecen geborene Laszlo Födenyi mit seinem Buch “Lob der Melancholie” bekommen hat. Die Laudatio ist ausgefallen, kann aber im Programmheft nachgelesen werden. Der mir bisher unbekannte Autor, der auch Bücher über Kleist und Kafka geschrieben hat und gut Deutsch sprach, hielt die Dankesrede.

Dann gab es ein Musikstück, bevor es mit dem heurigen Preisträger, den in England lebenden Johny Pitts für sein Buch “Afropäisch” weiterging, der aber Corona bedingt, da gibt es ja die britische Variante, nicht aus England kommen konnte, sondern zugeschaltet war und in seiner Dankesrede, sein Buch vorstellte, wo es, glaube ich, um eine Reise des jungen Autors durch Europa ging, der auf diese Art und Weise, die afrikanische Diaspora erforschen wollte, denn er ist der Sohn eines afrikanischen Soulmusikers und einer weißen Mutter, also ein spannendes Stück europäische Vielfalt. Die Laudatio hat Elisabeth Ruge gehalten und in der Jury ist, glaube ich, auch Daniela Strigl gesessen und am Schluß gab es noch eine Bach Fuge zu hören, bevor es in Leipzig warhscheinlich doch zu einemt Buffet ging und ich hatte ein Glas Wein mit Orangensaft, wie ich es gerne habe, neben mir stehe

Am Donnerstag bin ich dann, weil von zehn bis zwanzig Uhr Stunden, nicht viel nach Leipzig gekommen, aber das “Blaue Sofa” streamte ohnehin erst ab fünfzehn Uhr und dann gab es in der Moritzbastei auf drei Bühnen eine Lesenacht, wo Raphaela Edelbauers “Dave”, Shida Bazyar aus ihrem neuen Roman “Drei Kameradinnen” Michael Decar aus der”Kobra von Kreuzberg”, Lisa Krusche, Tiljan Sila und Fabian Neidhardt aus “Immer noch wach” unter anderen gelesen haben.

Der “Seraph” ein Fantasypreis wurde auch vergeben und beim “Lesekompaß” die besten Kinder und Jugendbücher vorgestellt.

Am Freitag wurde dann in der Kongreßhalle beziehungsweise über das “Blaue Sofa” der Präsident des deutschen Bundestages Wolfgang Schäuble über sein neues Buch, die Grenzen Euopas oder auch über die Corona-Krise interviewt.

Dann habe ich mir Lisa Krusches gestrige Lesung aus ihrem Debutroman “Unsere anarchistischen Herzen” nachgehört, bevor ich wieder auf das “Blaue Sofa” ging, wo die 1946 geborene Journalistin und Schriftstellerin Gabriele von Armin ihr Buch “Das Leben ist ein vorübergehender Zusatand”, wo es um den Schlaganfall ihres Mannes geht, vorstellte.

Um vier wurde dann ebenfalls in der Kogreßhalle der“Preis der Leipziger Buchmesse” vergeben, wo ich ja vier Bücher der Sparte Belletristik und zwei der Übersetzung gelesen habe. Die “USA-Trilogie” liegt mit ihren fünfzehnhundert dünnen Seiten noch auf meinen Harlander Schreibtisch. Die Jurymitlieder saßen am Podium. Oliver Zille, der Direktor und der Jurysprecher Jens Bisky standen links und rechts am Pult. Die Nominierten waren zugeschaltet. Friederike Mayröcker nur mit Bild. Wahrscheinlich hat sie kein Internet und ich dachte, dann wird sie nicht gewinnen, denn dann müßte sie sich ja bedanken und da hätte sich vielleicht die “Alte Schmiede” eingeschaltet. Ich hätte sie mir in diesen Punkt patriotisch als Siegerin gewünscht, obwohl ich ihr Buch nicht gelesen habe, dachte aber, in Leipzig ist Helga Schubert näher dran und dann, als schon die Übersetzer vorgestellt wurden, aber wahrscheinlich wird es Iris Hanika, obwohl mir ihr Buch am wenigstens gefallen hat, obwohl ich es nicht glaubte.

Von der Sparte Übersetzung habe ich zwei Bücher gelesen. “Apropos Casanova” und “Die Vögel” von Tarjei Vesaas, das mir so gut gefallen hat, daß ich mir noch das “Eis-Schloss” bestellt habe.

Die Bücher wurden kurz vorgestellt und vorher gabs ein Filmchen mit den Gewinnern vom Vorjahr. Da wurde der “Preis”, glaube ich per Radio vergeben und dann kam ein Messemensch, öffnete das Kuvert und verkündete die 1978 in Leipzig geborene Timea Tanko mit dem “Casanova” ist es geworden, die sich sehr freute und ihre maskierten Verleger umarmte.

Bei der Sparte Sachbuch/Essayistik mußte ich aussteigen, weil nichts gelesen. Gewonnen hat die Afrikanistin Heike Behrend mit ihrem “Menschwerdung eines Affens”, was offenbar eine Biografie ihres Schaffens ist und dann wurde es spannend, denn ich fand die Belletristik-Auswahl ja für sehr interessant und dann traf das ein, was ich nicht wirklich geglaubt habe.

“Nun ja!”, habe ich vor mich hingemurmelt und die Achsel gezuckt. “Daheim” hat mir am besten gefallen. Iris Hanika hat sich aber sehr gefreut und Friederike Mayröcker die nicht zugeschaltet war, konnte ihre Enttäuschung nicht zeigen und ich denke, da sieht man vielleicht wieder wie fragwürdig es ist, aus fünf sehr verschiedenen Büchern eines auszuwählen, aber so funktioniert halt der Literaturbetrieb.

Oliver Zille beendete die Veranstaltung in dem er alle für das nächste Jahr in die Messehalle einlud, wo die BM ganz sicher stattfindet und da ist Österreich das Gastland, obwohl es sich das, glaube ich, noch mit einem anderen Land zu teilen scheint und ich bin aufs “Blaue Sofa”zurückgehüpft, wo es um die sozialen Plattformen ging und darüber diskutiert wurde, bevor der Leipziger Buchpreis vorgestellt wurde und zwei der Juroren über ihre Erfahrungen sprachen. Da hat es einen offenen Brief gegeben, die auch Persons of colours nominiert haben wollen, wo Jens Bisky betonte, daß es nur um die Qualität und nichts anderes gehe, aber wie schwierig das ist, die Geschmäcker verschieden und man Iris Hanika wahrscheinlich nicht mit Friederike Mayröcker vergleichbar ist, habe ich gerade festgestellt, so daß man nur wieder fordern kann, nichts auswählen, sondern alles lesen.

Der Man of Black und Preisträger für europäische Verständigung Johny Pitts trat dann als nächstes am Sofa auf oder wurde aus England zugeschaltet und ich konnte mich wieder auf die drei Bühnen der langen Nacht der Moritzbastei hinüberswitschen, wo Jovana Reisinger deren “Stillhalten” ich ja für den Debutpreis gelesen habe, ihrneues Buch “Spitzenreiterinnen” wo es, glaube ich, um die Gewalt an Frauen ging, vorstellte. Dann gings auf eine andere Bühne, weil ich den Stream zu Dana Grigorcea nicht fand und hörte dem Roman des1975 in Hagen geborenen mir bisher unbekannten Simon Urban “Wie alles begann und wer dabei umkam” zu, das sehr dick und eine etwas aggressive Familiengeschichte zu sein scheint, weil der Protagonist gegen seine Großeltern prozessiert.

Katharina Schaller stellte auf einer anderen Bühne ihr bei “Haymon” erschienenes”Unterwasserflimmern” vor”, das mir schon bei meinem Wiener livestreaming untergekommen ist.

Die mir ebenfalls unbekannte, 1969 in Hamburg geborene Tina Uebel las aus ihrem Buch “Dann sind wir Helden”

Die acht Uhr Moritzbastei-Runde habe ich ausgelassen und mir stattdessen eine Corona-Diskussion angehört, die mich zwar auch nicht wirklich weiterbrachte und um neun gab es auf der zweiten Bühne Daniel Wisser,den ich schon in der “Schreibart Online” und vorige Woche bei “Rund um die Burg” hörte und in Raum eins war der Stream ausgefallen. Dafür gab es aber auf der Bühne drei ein interessantes Buch und einen interessanen Autor, nämlich den Aktionskünstler und Journalisten Jean Peters, der im gelben Pullover und rosa Kappel aus seinem “Geschichten aus dem subversiven Widerstand – Wenn die Hoffnung stirbt, geht es trotzdem weiter”, las und einen interessanten Kontrast zu Daniel Wissers Familienroman, wo es statt um die Zwischenkriegszeit um die AfD und einen Tortenwurf ging, bildete undJean Peters anschließend den Unterschied zwischen journalistischer Arbeit und Aktivismus erklärte.

in der nächsten Stunden switschte ich dann “Von der K-Frage” – Kinder oder keinevon Johanna Dürrholz und dem Roadtrip von Frederic Zwicker zu Ester Beckers Debutroman “Wie die Gorillas”, der im “Verbrecher-Verlg” erschienen ist und von der Identitätssuche junger Frauen handelt.

Mit Amanda Lasker Berlins “Iva atmet” wurde die lange Lesenacht beendet.

Am Samstag bin ich wieder auf das “Blaue Sofa” gegangen, wo die 1991 in Ostberlin geborene Autorin Mirna Funk mit ihrem Roman “Zwischen du und ich” eröffnete, wo es um eine traumatsierte Frau geht, die nach Israel geht und dort auf einen ebenfalls Traumatisierten trifft.

Den ganzen Tag hat es, glaube ich, in Leipzig ein “Autorenforum” gegeben, für das man aber ein Ticket brauchte, so bin ich am Sofa geblieben, wo Christoph Hein seinen neuen Roman “Guldenberg” vorstellte, wo es um Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan und um Fremdenhaß geht.

Dann kam der dreißigjährige Dirigent Vitali Alekseenok, der seit fünf Jahren in Deutschland lebt auf die Bühne der sich mit seinem Buch “Die weißen Tag von Minsk” für ein freies Belarus einsetzt und etwas über die Zustände in Belarus erzählte.

Ein Sachbuch von einer schwarzen Deutschen hätte für den Leipziger Buchpreis nominiert werden können, nämlich “Mist, die versteht mich ja” von der 1967 in Hamburg geborenen Schulleiterin Florence Brikowsi-Shekte, die das Kind nigerianischer Eltern hatte, drei Jahre in Lagos lebte, mit zwölf wieder nach Deutschland zurückkam, Lehramt studierte eine Agentur für interkulturelle Kommunikation gründete, in der sie sich mit den klassischen Fragen “Wo kommen Sie her und warum sprechen Sie so gut Deutsch!”, auseinandersetzt, mit denen ich mich schwer tue, wenn sie gleich als rassistisch ausgelegt werden.

Mit Fragen ging es dann gleich weiter in der”Blauen Stunde”, wo es um den “Neustart Wirtschaft”ging und Fränzi Kühne Männern, die Fragen stellte, die sonst von ihnen gestellt bekommt “Welche Schuhe ziehen Sie für die Aufsichtskonferenz an und wer passt inzwischen auf Ihre Kinder auf”, beispielsweise und der Politiker Alexander Graf Lambsdorff erzählte, daß afrikanische Kinder, die aufgefordert wurden, einen Chef zu zeichnen, dicke weiße alte Männer darstellten.

Dann habe ich mich ein bißchen mit dem Gastland Portugal beschäftigt und bin in ein Gespräch mit der Übersetzerin von Antonio Lobo Antunes über sein neues Buch “Bis die Steine leichter sind als Wasser” hineingekommen und mir dann ein Video angehört, wo Ingrid Brodnig an Hand ihres Buches “Einspruch Verschwörungsmythen und Fake News kontern in der Familie und im Freundeskreis über die Corona Demos spracDann bin ich noch ein bißchen in die Lesung von Christoph Heins “Guldenberg” hineingekommen, ein Livesream von einer Lesung bei der relativ viel Publlikum zu sehen war

Auf diese Weise habe ich dann Daniel Wisser auf dem Blauen Sofa versäumt und bin erst wieder dahin gekommen, als der 1971 geborene Steffen Kopetzky von dem ich schon “Risko” gelesen habe, seinen neuen Roman “Monschau” vorstellte, in dem es um eine Liebesgeschichte, aber auch um eine Pockenepidemie im Jahr 1962 in der Stadt Monschau in der Eifel geht, die es wirklich gegeben hat.

Etwas über Ungarn gab es in Leipzig auch. So hat Naomi Kiss, die ich ja schon in der “Gesellschaft” hörte, ihr Buch über den Balaton vorgestellt.

Am “Blauen Sofa” trat am Sonntag um zehn AndreasPlatthaus auf, der nicht nur in der Jury des “Leipziger Buchpreises” ist, sondern auch ein Buch über den Maler und Bauhausmitglied Lyonel Feininger geschrieben hat.

Am “Blauen Sofa” wurde dann der geborene 1943 in Dresden Kabarettist Gunter Böhnke mit seinem Buch “Das mach ich doch im Schlaf” vorgestellt, während es auf der Ungarn-Schiene, die Poesie aus der Vojvodian bzw. den Gedichtband “Tote Frauen” der 1984 in der Vojvodina geborenen Anna Terek, die in Budapest Schulpschologin ist, gab.

Tha Dorn, die jetzt auch das “Literarische Quartett” moderiert, hat ein Buch namens “Trost” geschrieben, dassehr interessant scheint, da es um eine wütende Journalistin geht, deren Mutter an Corona gestorben ist und die dann in der Philosophie Trost findet

Das wars dann wohl, obwohl es auf dem “Blauen Sofa” noch bis Drei Programm gab und man sicher auch noch einiges nachhören kann. Jetzt endlich kanntee ich mich auf der Programmseite ein bißchen aus. Aber es ist Sonntag und da gehen oder radeln wir ja immer auf die Rudolfshöhe, was jetzt wohl auch besonders spannend ist, herauszufinden, wie das mit dem Takeaway in der drei G-Gastronomie ist und was dieBuchmesse betrifft, fand ich diese Digital Extraausgabe spannend, obwohl, wenn man es mit früher vergleicht, da bin ich immer wieder auf alte Videos gestoßen, wo man die Menschenmasseen sah, die sich beim Sofa oder auch woanders drängen, draufkommt, daß es natürlich ganz anders war, die Bloggerberichten, die Bloggertreffen und natürlich auch vieles anders, wie die Abende mit den Hundertmarks natürlich fehlen.

Wien-Reihe mit Florian Gantner und Eva-Maria Hanser

Auch die “Wien-Reihe“fand heute in der“Alten Schmiede”mit gelichteten Publikum statt, Anna-Lena Stabauer begrüßte, Julia Danielczyk, die Literaturreferentin der Stadt Wien freute sich über die Anwesenden und im Print-Programm ist noch etwas gestanden, daß der Stipendiat Florian Gantner mit Gabriele Anderl lesen würde, die hat offenbar einen der Preise gewonnen und hat ein Buch über das “Jüdische Leben in Margareten” geschrieben, das mir der Alfred einmal brachte. Sie wurde aber durch die Stipendiatin Eva-Maria Hanser ersetzt, die aus einem Schulroman las und dann im Anschluß Julia Danielczyk sehr gekonnt erklärte, daß es sich bei der Erzählerin um eine Wohstandverwahrloste handelt, die außer ihrer Mutter keine Familie, aber einen großen Freundeskreis hat und jetzt in dieses Internat verpflanzt wird in dem alles seine Ordnung hat und offenbar auch sehr gesteilt ist. Die Schüler tragen keine Uniform, sondern Markenkleidung, die die Erzählerin haßt und spannend ist vielleicht auch der Unterschied zu dem Internat von “Therese undisabelle”.

Heute ist alles moderner und glänzender, aber trotzdem vielleicht auch emotional schwierig und daran knüpft der 1980 geborene Florian Gantner, der sowohl in Rauris als auch beim “Wartholzer-Literaturpreis”gewonnen hat, an, den ich sowohl bei seiner “GAV-Aufnahme-Lesung” als auch bei den “Textvorstellungen” der “AS” hörte, jetzt las ereinen Text namens “Arno”. Da geht es um einen Kron oder Krohn. Das Ganze spielt 2030 ist also etwas futuristisch und der bewirbt sich, weil er schon lange arbeitslos ist bei den “Eternal Partners”.

Zum Bewerbungsgespräch geht er etwas gelangweilt hin.

“Sie suchen einen neue Herausforderung?”, fragt die Personalerin, die seine Bewerbung noch in einem altmodischen Schnellhefter hat.

“Nein eine Einnahmequelle!”, sagt oder denkt er. Dann wird seine Stimme aufgenommen, ein Bild gemacht. Die Personalerin sagt noch, sie suchen viele mittelalte Herrn. Dann geht er nach Hause zu seiner Martha und man erfährt bei den “Eternal Parnters” geht es ähnlich zu, wie bei “Herr Kato spielt Familie”. Er muß bei Witwen den Patner spielen und wie man in der Szene fünf erfährt, mehrmals wöchentlich die Voilere reinigen, damit sich die Kanarien, die um den Verstorbenen trauern , sich an ihn gewöhnen und einen Anzug von dem totenArno muß er auch dabei tragen. Vorher hat er mit einem Freund Minigolf gespielt und der geht ins Alterheim, den Bewohnern vorlesen. Also sehr futuristische Berufe ,die ein bißchen was von der der neuen Normalität, die in England durch den Neoliberalismus schon viel weiter is und die Florian Gantner bei seinem Aufenthalt dort erlebte, erzählt.

Interessant, der oder ein anderer Roman erscheint im Herbst bei “Residenz” und im Oktober gibts die nächste “Wien-Reihe” mit zwei noch nicht bekanntgegeben Gästen.

Vielleicht kann man da schon ohne Test und Maske hingehen. Der grüne Impfpaß wird ja jetzt sehr progagiert, aber wenn dann alle schon geimpft sind, soll ja alles, wie ich heute ständig hörte und sich der Kanzler und der neue Gesundheitsinister überbieten, alles geöffnet werden. Allerdings gehe ich auch mit normalen Mund-Nasenschutz nicht dorhin und registrieren laße ich mich auch nicht, obwohl die “Alte Schmiede” die ohnehin hat und mich wahrscheinlich immer noch kennt, obwohl ich ja seit März 2020 nicht mehr dort war.

Sauerstoff für die Literatur

Das Festival”Rund um die Burg” vor dem Burgtheater in einigen Zelten von Freitag sechzehn Uhr bis Samstag sechszehn Uhr gibt es seit 1992 mit dem “Who is who”, der österreichischen Gegenwartsliteratur. Damals habe ich ja meinen Vater betreut und bin irgendwie erst verspätet hingekommen und es die ganze Nacht lang durchzuhalten ist mir erst noch später geglückt. Das war aber ein Ereignis am Freitagnachmittag eine Tasche mit Weste, Broten und Wasse reinzupacken und dann die Nacht im Zelt zu verbringen. Welch ein Ereignis für die Literaturbesessene. Den Versuch dort zu lesen, habe ich natürlich auch unternommen. Aber leider nicht geglückt und dann hieß es das Festival ist bakrott oder am eingehen und wurde in “Rund um die Burg- neu” von “Wien live” https://literaturgefluester.wordpress.com/2014/05/24/rund-um-die-burg-mit-lyrik-bim/übernommen und stark verkürzt, so daß ich erst vor zwei Jahren wieder hinkam, da hatte ich erst vor kurzem meinen Gips verloren und wieder angefangen mir die Literatur live zugeben und im Vorjahr gabs das dann natürlich nur digital, das heißt aus den Wohnzimmer der Autoren gesendetund heuer sollte es eigentlich gemischt stattfinden, wurde dann aber moderiert von Helmut Schneiie derund einer Barbara Kaudelka in die Bel Etage des Cafe Landtmanns, das ja jetzt wieder geöffnet hat,verlegt und dem Ganzen das Motto “Literatur ist Sauerstoff fürs Gehirn” gegeben und begonnen am Freitag um zwei hat es mit Barbara Frischmuts “Kein Engel vor meinerTür”, die ich ja erstvor ein paar Tagen der “AS” noch ohne Publikum erlebte.

Ein Gewinnspielgibt es auch, da kann man einen “Morawa-Gutschein” gewinnen, da wüßte ich schon was ich nehmen würde. Aber ich habe ja nie Glück und einige der vorgestellten Bücher ohnehin schon gelesen und außerdem eine elendslange Leseliste und nächste Woche gehts ja auch nach Leipzig oder zu dem, was davon überblieb und da werden wohl auch eine Menge Bücher besprochen.

Der zweite Leser war der 1971 in Klagenfurt geborene Daniel Wisser, dessen Debutroman “Doplergasse acht”einmal im Amerlinghaus hörte und mir dachte, wenn das bei”Riter” erscheint, kann mir das auch gelingen. Inzwischen hat er den “österreichischen Buchpreis” gewonnen, in Klagenfurt hat er auch gelesen und seinen neuen Roman bei der”Schreibart online” vorgestellt. Der heißt”Wir bleiben noch”und jetzt hatDaniel Wisser drei Stellen gelesen,der Held ist ja ein Viktor, der nach Viktor Adler heißt, eine Iris verläßt, weil die kein Kindbekommen hat, dann in ein Nazi-Kaffee geht, den Arne Carlsson Park in Wien Währing besucht und dann noch die Url imit dem Auto vor den Stephansdom fährt und dann kam nochheraus, daß DanielWisser am Freitag seinen fünfzigsten Geburtstag hatte.

Dann kam die 1977 ebenfalls in Klagenfurt geborene Silvia Pistotnig,die ich schon einmal in der “Alten Schmiede” hörte mit ihrem dritten bei “Milena”erschienenen Roman “Teresa hört auf”, die in einem Maturareisebüro arbeitet und sich der Welt veweigert, in dem sie sich nicht wäscht, nicht schläft, sich auch der Bulimie bedient und ein Verhältnis zu einer dicken Frau hat.

DasDebut der 1983 in OÖ geborene Romia Pleschko, die sowohl eine Schauspielschule,als auch die “Leondinger Akademie” besuchte,”Die Ameisenmonarchie” habe ich schon gelesen.

Dann ist es gleich bei”Kremayr &Scheriau geblieben, beziehungsweise zu Barbara Rieger und ihren “Friss oder stirb” gegangen, wieder eine Bulimie und Helmu tSchneider erwähnte auch die beiden Fotobücher “Kinder der Poesie”und das der Kaffeehausliteraten und der “Reigen reloided”, der auch noch vorgestellt wird, wurde auch erwähnt, wie auch, daß Barbara Rieger, als Schreibpädagogin arbeitet.

Dann kam Polly Adler oder Angelika Hager, die ich von “Rund um die Burg-alt” kenne, wo sie regelmäßig aufgetreten und mich in ihre “Fortpflanz-Kolumnenbücher”einführte, was eigentlich nicht meinem Lesegeschmack entspricht, ich aber schon einiges von ihr in den Schränken gefunden habe und sich jetzt mit “Eine Rückholaktion in unser schönes analoges Leben”, über unsere Smartphonesucht lustig macht.

Dann wurde es wieder literarisch,denn dann kamder 1971 in Washington geborene John Wray, der “Bachmannpreisräger” von 2017, von dem ich schon einiges gefunden und “Gotteskind” gelesen habe, mit seinem auf Deutsch geschriebenen Erzählband “Madrigal”, mit dem er auch in Klagenfurt gewonnen hat, eine Art Litanei eines Amokläufers, der offenbar frisch aus der USA gekommen ist, weil er von einem Chatlag sprach.

Dann blieb es in Amerika, denn es ging, wie Barbara Kaudelka ihn vorstellte, zum einzigartigen Franzobel und seiner “Eroberung von Amerika”, die er schon in der “AS-Nachschicht” bei Walter Famler vorstellte.

Dann war es Zeit für einen Krimi und für Andreas Pittler, der im Herbst einen Roman über den”Vienna Dshihad”geschrieben hat, der im Mai 2021 spielt,wo Corona schon vorüber ist und man keine Masken und keinen Impfpaß braucht und Andreas Pittler, wie er bekannte, offenbar zu vorschnell war.

Danach kam der bekannteste Philosoph Österreichs, nämlich Konrad Paul Liessmann,der ein Buch über ein Nieztsche Gedicht geschrieben hat, was wie Helmut Schneider in seinerEinleitung erklärt hat, der Grund war warum er Liessmann eingeladenhat, weil das heurige Programm, was ich sehr schön finde, ein hauptsächlich literarisches war.

Der österreichische Rockstar Austrofred oder Franz Adrian Wenzl hat ein Buch”Die fitten Jahre sind vorbei”, geschrieben, in dem die Fragen seiner Fans beantwortete und mit gelber Dompteurjacke über den nackten Bauch einen Corona-Text”Wann ist in der Kultur wieder was los?”, verlas und darin das Spucken von Otto Schenk beschrieb.

Bevor es dann wieder literarisch wurde, kam noch der Schauspieler Adi Hirschal mit seiner Autobiografie “Da stimmt was nicht.”

Literarisch wurde es dann mit Thomas Arzt “Gegenstimme,” aus dem ich auch schon lesen hörte, wo er den 10.April1938 beschreibt, wo sein Großonkel gegen den Anschluß Österreich an Deutschland stimmte und der mit einer Phantasies prache,die mich ein wenig an Anton Wildgans oder Max Mell erinnerte, die Geschehnisse im Dorf beschrieb.

Aus Lydia Mischkulnigs “Richterin” habe ich auch schon im “AS-Livestream gehört und habe das Buch auch auf dem Harlander-Bücherstiapel liegen, ebenso wie Mieze Medusas”Du bist dran”, dann war es am Freitag Schluß bis es am Samstag um zehn wieder weiter ging und noch einmal acht Autoren und Autorinnen an die Reihe kommen, so daß dann der ganze Kopf mit Sauerstoff wohl gefüllt ist und man sicher keine Maske braucht und dann ist es auch mit dem zweiten Roman “Junischnee” der 1954 in Kursk geborenen Ljuba Arnautovic von der ich auch “Im Verborgenen” gelesen und auf verschiedenen Lesungen gehört habe. Jetzt geht es um ihren Vater Karli, der ja nach 1934 nach Moskau geschickt wurde und dort im Kinderheim Nummer sechs für Schutzbundkinder zuerst in einem sowetischen Paradies unter der Stalin Diktatur aufwuchs, bis die Kinder umgesiedelt, Karli zum Straßenkind wurde und von Kleinkriminalität lebt.

Der nächste Leser war der 1962 in Wien geborene Stefan Slupetzky auch kein unbeschriebenes Blatt und ein Tausendsasser, bekannt geworden ist er, glaube ich, durch seinen “Lemming”, dann gibt es das Trio Lepschi, ein paar ungewöhnliche Romane und jetzt ein Buch über Grabreden, zum Beispiel, die über den August Mustermann oderüber einen Sportler, das noch nicht veröffentlich ist und im Herbst erscheinen wird.

Dann kam die mir unbekannte Judith Fanto,1962 geboren, Medizinjuristin und offenbar in den Niederlanden lebend,die ihren Debutroman “Viktor” über ihre Familie geschrieben hat und der Viktor eine Verbindung zu Daniel Wisser vielleicht, taucht im März 1938 in Naziunform bei seiner vor Angst schlotternden Familie auf.

Danach Robert Sommer, nicht der vom “Augustin”, sondern der, der ein Buch namens”SexOH!loge” geschrieben hat, wo ein Mann von seiner Frau zum Paartherapeuten geschleppt wird oder sich im Internet Sexartikel bestellen will.

Die nächste war dann die 1980 in Belgrad geborene, die beim “Bachmannpreis” gelesen hat, den “Alpha”und den “Priessnitz-Preis” bekam und deren “Superheldinnen” ich gelesen habe. Sie war auch beim “Kolik-Slam” in der “Gesellschaft” und hat eine Geschichte gelesen, die in dem im Vorjahr in der “Eine Stadt-ein Buch-Anthologie, erschienen ist, die das “Kitzelmonster” heißt, wo ein Monster alle Schwachen kitzelt und die Erzählerin kein Blut sehen kann. Also eine sehr flapsig geschriebene Horrorgeschichte und das führt zu dem noch nicht erschienenen neuen Roman “Die beschissene Zeit”, von dem, glaube ich, schon damals in der”Gesellschaft “die Rede war.

Von Gabrie Kögls “Gipskind” habe ich schon einiges gehört, das, wie Helmut Schneider erwähnte, schöne Rezensionen bekommen hat, aber noch nichts von der 1960 in Graz geborenen Autorin gelesen. Es geht um eine Jugend am Land eines offenbar behinderten Kindes und Gabriele Kögl las die Stelle, wo die “Kleine” mit einerCousine und ihren Eltern auf Urlaub nach Jugoslawien fuhr und vorher ist noch eine Barbara an einer Sommergrippe gestorben, also passend zu den Corona-Zeiten, wie Gabriele Kögl auch betonte.

Dann kam die mir schon bekannte Bettina Balaka und las ihren “Reigen reloaded-Text”, den ich aber zugegeben, nur sehr oberflächlich folgte, denn in OE24-TV, meinem momentanen Leblingssender trat wieder Wolfgang Fellner auf, der sich in den letzten Tagen zurückgezogen hatte, weil es gegen ihn eine Me too-Anzeige gab und berichte empört, daß gestern in Salzburg einer seiner Reporter verhaftet wurde, weil er den Auftritt des Kanzlers, der wieder von Buhrufen garniert war, fotografierte, was ich sehr arg finde, weil wir sowas sonst ja eher von anderen Ländern kennen.

Dann kam wie Barbara Kaudelka euphorisch betonte, das Grande Finale mit Christian Klinger, einem <juristen der bei “Picus” einen in Triest spielenden Roman namens “Die Liebenden von der Piazza Oberdan” geschrieben hat.

Peter Rosei mit Publikum

Hurrah, hurrah, es gibt wieder Publikum in der “Alten Schmiede”, wenn man seinen Reise- und Impfpaß oder Testzeugnis mitnimmt, kann man sich wieder natürlich nur mit FFP-2-Maske in den wahrscheinlich schachbrettartig gelichteten Vortragssaal setzen und ich wundere mich ja immer daß es Leute gibt die das tun. Es waren aber Köpfe im Livestream zu sehen. Für mich ist das nicht und man kann auch, wie die schwarz gekleidete Johanna Öttl noch einmal betonte, bis September die Veranstaltungen per livestream ansehen und diesmal gab es eine Doppelveranstaltung mit dem1946 geborenen Peter Rosei, den ich ja das letzte Mal in Rauris gesehen habe und von dem ich, ich habe nachgesehen, acht Bücher in meinen Regalen habe.

Das ist zugeben nur ein kleiner Teil des umfangreichen Roseiischen Werke. Ich war auch ein paar Mal bei seinen Veranstalten, bei den 2016 in der “m AS” zum siebzigsten Geburtstag veranstalteten Smposium zu seinen “Wiener Archiven”, glaube ich, abernicht, da habe ich nur drei von den fünf oder sechs Bücher, die sie umfassen, gelesen und ein Jahr früher gab es beim Literaturfestival Gmunden eine Rosei- Veranstaltung und Alexandra Millner, die unermüdliche Lteraturwissenschaftlerin, ebenfalls schwarz gekleidet, hat aus den beiden Veranstaltungen ein Buch zusammengestellt.

“Extended Rosei” das jetzt bei Ritter erschienen ist und das sie vorstellte.

Ich würde das Roseiische Werk auch in zwei Teile gliedern, in die Reise Texte und dann die, die sich als Globalismuskritik äußern und von den acht Büchern, die ich habe, ist auch eines, das ich mir einmal kaufte, als ich noch in der Otto Bauergasse wohnte.

Da habe ich mein Geld ja oft in den Buchhandlungen gelassen und hatte dann Schuldgefühle deshalb, so daß ich einmal beschloßen habe, mir jede Woche ein Buch zu kaufen. Ich weiß nicht mehr genau, ob es die 1974 erschienenen “Wege” oder das 1987 bei “Residienz” erschienene “Von hier nach dort waren”, aber wahrscheinlich war es doch der “Suhrkamp-Text” und beide Bücher zählen wohl zu den Reisetexten.

Dann habe ich noch außer den drei Glabilisierungsromane “Mann und Frau”, 1984 erschienen, “Kurzer Regentag” und einen “Sonderzahl-Band” in meinen Regalen.

Alexandra Millner hat das Roseische Werk auch in einige Teile gegliedert und dann die Referenten aufgezählt, die damals die Texte oder die Referate darüber geschrieben haben.

Sebastian Fasthuber, Ronald Pohl, Kurt Neumann, etcetera, waren dabei und einer hat Balzac zu einem Vorbild von Rosei gemacht, was dieser im Publikum sitzend, dementierte und meinte Kafka, Musil oder Doderer wären eher seine Vorbilder, aber die fünf Wien-Romame sind vielleicht einem Balzackschen Werkzklus nachempfunden und dann erklärte Peter Rosei genau, daß man als Schriftsteller anders, als als Literaturwissenschaftler arbeitet. Da schreibt man drarauf los, während die dann alles analysieren und im zweiten Teil, nach der Pause, wo man, wie Johanna Öttl erklärte, hinaufgehen und seine Masken auslüften konnte, las Peter Rosei dann aus seinem neuen Roman dem “Märchen vom Glück”, ebenfalls bei “Residenz” erschienen, das auch schon in Rauris oder war es in der “Gesellschaft”, erwähnt wurde, das wie Johanna Öttl erklärte, eine episodenhafte Aneinanderreihung vom Leben von fünf Personen darstellen, die sich miteinander verbinden, dann wieder auflösen oder wieder zusammenkommen, Karriere machen oder vielleicht auch sterben.

Andras, der Ungar aus Stein am Anger, der als Arbeitsmigrant nach Wien gekommen ist, in einem Supermarkt Obst schlichtet und dann in einem See ein paar Frauen herummrundert, Lena aus der Steiermark, die eibenfalls in einem Supermarkt arbeitet, Sonja, die Altenpflegerin und eine Putzfrau. Mit Lena kommt er dann zusammen und die zweite Stelle, die Peter Rosei las führte nach Brünn zu einer Eva, die als Kellnerin arbeitet.

Peter Rosei hat die Lesung damit begonnen, daß er von den Grausamkeiten, die Märchen beinhalten sprach und nach der Lesung erklärte er noch, was er unter Glück versteht.

“So das ist jetzt genug!”, erklärte er dann nach einer Weile, alle klatschten und Johanna Öttl erklärte noch, daß es einen Büchertisch gäbe, der aber von außen zugängig wäre, damit man ohne Maske einkaufen könne.

eVerrückt, nicht wahr, füge ich dazu, vielleicht läßt sich darüber auch ein Märchen oder eine Dystopie schreiben und Peter Rosei, das hätte ich jetzt fast vergessen, hat noch erklärt, daß man das Inferno leichter, als das Glück beschreiben kann. Natürlich, weil einem das Glück ja meist als kitsch ausgelegt wiürde.

Barbara Frischmuths starke Frauen

Barbara Frischmuth im Gespräch mit Peter Clar in der”Alten Schmiede”, die dort ihren bei “Aufbau” erschienenen Erzählband “Dein Schatten tanzt in der Küche”vorstellte und wie Johanna Öttl in der Anmoderation ankündigte es höchstwahrscheinlich die letzte Lesung ohne Publikum war, denn ab Morgen darf man ja mit Maske, Reisepaß und Impfzeugnis hinkommen und sich im Schachbrettmuster in den Vortragssaal setzen. Bis Ende Juni wird noch gestreamt versprach Johanna Öttl und zeigte auch die drei Kameras die im Schmiederaum aufgereiht waren, während sich Peter Clar freute, sozusagen eine Privatlesung zu bekommen und ich kenne die 1941 in Altaussee geborene, die sehr viele Bücher geschrieben hat und mehrmals sowohl ihren Stil als den Verlag gewechselt hat, schon lange.

Als ich zu schreiben begonnen habe, hat es gerade die “Sternwieser-Trilogie”gegeben, damals im alten “Residenz-Verlag” erschienen. Ihr erstes Buch war, glaube ich, die “Klosterschule”, später kamen dann die Romane, die din der Türkei spielten oder vom Islam handelten dazu. Sie hat nach dem es den “Residenz-Verlag”nicht mehr gab, den Verlag gewechselt und ist zu dem neuen “Aufbau”gegangen. Da gab es dann einige Gartenbücher, denn Barbara Frischmuth lebt jetzt wieder in Altaussee, wo sie geboren wurde. Da habe ich sie, als wir einmal mit der sehr kleinen Anna, ein Wochenende dort verbrachten, dort auch gesehen. Sonst öfter in der “Alten Schmiede”und gelesen habe ich auch sehr viel von ihr und mir am Tag meiner Promotion, glaube ich auch ein Buch von ihr gekauft. Wahrscheinlich war es ein Teil der “Sternwieser-Trilogie” und bin damit und der berühmten Rolle ins Burgtheater gegangen.

Fasziniert hat mich an ihrem Stil immer, der Realismus mit dem sie geschrieben hat, auch wenn ihre Sprache, zugegeben wahrscheinlich perfekter als meine ist, aber als mir in den Siebzigerjahren einmal zwei Leute hintereinander sagten, daß sie meine “Einladung zum Tee” für schlecht hielten”, habe ich zwei Seiten von ihr abgeschrieben und wollte sie den Gerhard K alsmeine präsentieren und schauen was erdazu sagt?

Dann habe ich mich das nicht getraut oder es hat sich nicht ergeben und Peter Clar den ich entweder beim Volksstimmefest oder bei den Jelinek-Symposien kennengelernt habe, scheint ein Fan von ihr zu sein, hat er ja auch die Veranstaltung in der “Gesellschaft” zu ihrem wahrscheinlich fünunundsiebzigsten Geburtstag, wo es sehr voll war und ich nachher ins MUSA ging, organisiert.

Da hat es auch einen Gedenkband gegeben und jetzt stellte er die alte Dame als Durasell-Hasen, der Literatur vor, die schreibt und schreibt und in dem bei “Aufbau” erschienenen Erzählband. Es sind fünf oder sechs Texte in dem Band versammelt und geht es immer, um Frauen und die prekären Verhältnisse in denen sie leben und Barbara Frischmuth las die Geschichte von einer Amelie, der erfolglosen Schauspielerin, auch an die siebzig, wahrscheinlich, was meine These. daß die Protagonistinnen mit ihren Autornnen älter werden bestätigt. Sie hat einen Sohn namens Leander, eine Schwiegertocher namens Lea und einen Enkelsohn namens Linus, den sie für autistisch hält, weil er, wenn sie ihn babysittet, sich immer hinter Handy und Tablett versteckt. Die Drei verunglücken und Amelie zieht sich das Kostüm an, in dem sie einmal in einem Film die einzige Hauptrolle ihres Lebens spielte und setzt sich damit in ein Cafe, um herauszufinden, ob sie jemand erkennt. Das geht schief. So geht sie in einen Park und dort erkennt sie ein Schauspieler, der mit ihr damals in dem Film gespielt hat. Der scheint obdachlos zu sein und als er mit ihr mitkommt, bringt er ihr offenbar gerettete Lebensmittel mit. Sie kredenzt ihm die Flasche Wein, die sie von ihrem Sohn geerbt hat. Sie unterhalten und betrinken sich, haben sex miteinander und, als sie ihm am Morgen das Frünstück ans Bett bringen will, erkennt sie, er ist tot.

Uje, uje, was macht man da? Altersex und Altersarmut sind interessante Themen, wie Peter Clar im Gespräch mit BarbaraFrischmuth behandelte. Interessant die Frage, wie politisch sind Barbara Frischmuths Texte? Sehr obwohl sie es, wie sie betonte, nicht darauf anlegt.

Beim neuen “Residenz-Verlag”,ist, glaube ich, im letzten Jahr noch ein Essayband erschienen und jetzt kann ich mir den Erzählband kaufen oder bestellen oder auch die anderen Frischmuth-Bücher lesen, die ich noch in meinen Regalen liegen habe.

Schreiben, zeichnen, Leben retten

Streitbar in der “Alten Schmiede”, diese Reihe, wo immer zwei Schriftsteller einen Text zu einem Thema schreiben und die dann gegenüberstellen, um zu diskutieren und damit, glaube ich auch ins Literaturhaus Salzburggehen.

Einmal habe ich das ja live gehört, diesmal im Harlander Wohnzimmer, umgeben von der kleinen Lia und ihren ersten Zeichenersuche und dabei mit den Uralt-Puppen spielte, die bei mir am Schlafzimmertischchen sitzen, die Lore aus den Fünfzigerjahren, meine Puppe, die Uschy, die Kriegspuppe meiner verstorbenen Schwester aus den Vierzigerjahren, während Teresa Präauer, die ja, glaube ich als Zeichnerin begonnen hat und für Wolf Haas, wenn ich mich nicht irre, die “Gans im Gegenteil”illustrierte, bevor sie selber zu schreiben angefangen hat ein Gespräch mit dem 1952 in Mistelbach geborenen Zeichner Willy Puchner führte.

Der beschrieb in seinem Text, eine Reise die ihn mit seinen Kritzelheften nach Indien führte. Dann kam die Pandemie und da hat sich Teresa Präauer mit einem Kaktusbuch beschäftigte, daßsie einmalamFlohmarkt kaufte.

Ausgangspunkt der Texte waren, die zehn Gründe, die der Zeichner Hans Traxer einmal beschrieb, warum er gern zeichnete und daran knüfpfte sich ein Gespräch mit Johanna Öttl über Ordnungsliebe. Willy Puchner, der in einem Bauernhof lebt, viele Sachen in hunderten Schuhschchachteln sammelt und bei dem Wort “Messie” zusammezuckt. Er versteigert aber auch seine Postkarten auf Facebook und verschenkt dann auch einiges an die Käufer, was zu dem Wort Großzügigkeit führte und interessant in Teresa Präauers Text oder Hans Traxlers Gründe ging es auch zu der Partyfrage, wovon der Schriftsteller oderZeichner lebt, woran sich dann auch die Frage nach dem Scheitern knüpfte und Willy Puchner erklärte, daß er das Scheitern lieben würde, weil nicht der Weg, sondern der Umweg das ziel sei und Willy Puchner lobte auch Teresa Präauers Bücher und die Konsequenz mit der sie das Schreiben betreibt, während die zu Elfriede Gerstl und ihre postkarten hinüber schwenke, mit denen die sich ja auch beschäftigt haEin interessanter Abend, der nicht so ganz literarisch war, aber das Zeichnen und die Illustrationen sind auch wichtig und die zehn oder was auch immer Gründe warum man das eine oder das andere betreibt und was es mit dem Schriftsteller- oder Künstlerleben auf sich hat.

Nur das mit dem “Leben retten” habe ich nicht verstanden.

Anwesende Abwesenheit

Jetzt habe ich mich doch statt ins Literaturhaus zum “Tag der Freiheitdes Wortes”, organisert von GAV-Mitglied Monika Gentner zu gehen in die “Alte Schmiede “gestreamt, um mir den letzten Abend der zweiten “Dichterlohstafel” zu geben. Da habe ich ja die ersten dreieinhalb Abende sozusagen versäumt,obwohl ich mich in diesem Jahr schon viel mit Lyrik beschäftigt habe und sogar einen der vorgestellten Gedichtbände schon gelesen habe.

Mila Haugova und Margret Kreidl habe ich ja aus technischen Schwierigkeiten versäumt und statt mir vorige Woche Leta Semadeni und Peter Einzinger zu geben habe ich mich ins Literaturhaus zu Gustav Ernst dessen Fanin, ich schreibe es wieder, ich ja ein bißchen bin und gestern ins Literaturhaus gegangen, um einen großen Dichter wieder zu hören und dabei Julian Schutting und Ursula Krechel versäumt.

Ich weiß, ich kann das alles wahrscheinlich nachhören, nehme mir aber wahrscheinlich nicht die Zeit dazu, also heute den letzten Lyrikabend, wo der dritte Lyrikband der1981 in Berlin geborenen Nadja Küchenmeister vorgestellt wurde, die war abwesend, beziehungsweise saß sie in ihrem Berliner Zimmer, wo es schöne Photografien zu sehen gab, von denen sie dann auch den Dichterhoh-Kurator Michael Hammerschmid einiges erzählte und der fragte sie zu dem Märchenfhaften in ihrem Gedichtband, den ich ja “Schöffling und Co machtes möglich, schon gelesen habe, also bin ich gar nicht so lylrisch unbedarft und auch die 1982 in Minsk geborene Volja Hapeyva habe ich” schon gehört, hat sie doch erst vor kurzem in der “Alten Schmiede” ihren Debutroman vorgestellt und ich habe inzwischen auch einen anderen Roman eines belarussischen Autors gelesen und Volha Hapeyeva, deren Band “Mutantengarten” eine Auswahl ihrer bisher erschienen Gedichte in der ” Edition Thanhäuser”erschienen ist und von Uljana Wolf, Martina Jakobsen und Matthias Göritz üersetzt worden sind. Zwei davon hat die sehr gut deutsch sprechende Volha Hapeyeva auch auf Belarussis ch gelesen und Michael Hammerschmid dann die deutsche Version. Es gab ein Gespräch zwischen den beiden und Volha Hapeyeva war ebenso abwesend, beziehungsweise zugeschaltet.

Nur Herbert j Wimmer, der am zweiten Mai seinen siebzigt en Geburtstag hatte, wie ich “Wikipedia” entnahm, wo bleibt das Fest, auf dem ich mit ihm anstoßen kann, Corona hat es wahrscheinlich verhindert und ich habe den regelmäßigen Literaturveranstatungsbesucher aus diesem Grund schon länger nicht mehr live gesehen, ihn aber gestern per Stream im Literaturhaus Fried-Gedichte lesen gehört, war in der”Schmiede” anwesend und stellte den sechsten oder was auch immer Band seiner bei “Klever”erschinen100-Gedichtreihevor. Der erste Band ist 2009 erschienen und ist ElfriedeGerstl gewidmet oder auf jeden Fall hat er nach ihremTod wieder Gedichte zu schreiben angefangen und las sich jetzt durch die hundert Gedichte des neuen “schon zeit im kontinuum” heißenden Band.

Da gibt es Haikus lange oder kurze und auch ein paar Langgedichte und Mchael Hammerschmid sprach dann die neuen Gedichtformen an, die Herbert J Wimmer immer wieder neu erfindet und dersagte, daß er als er noch ins Kaffeehaus gegangen ist, sich dort immer Worte aus der FAz der NNZ oder der Süddeutschen Zeitung geschöpft und für sich verwendet hat.

Es gibt auch ein Elfriede Gerstl Memorandum oder eine hommage an die Besitzerin des Cafe Korbs Susanne Widl, die Elfriede Gerstl einmal zum Geburtstag einen täglichen ersten Brauenen gestiftet hat.

Interessant, interessant, die neue “Dichterloh-Reihe”. Jetzt habe ich die “Freiheit des Wortes” zwar versäumt. Man kann aber nicht alles haben und kurz habe ich auch in die “Albertina” vorbeigeschaut, da mir meine Bank in der letzten Zeit immer die Streams zu ihren Galeriebesuchen schickt.

Hundert Jahre Erich Fried

Der “Erich Fried-Preis” an Esther Kinsky 2020 konnte Corona bedingt nicht, wie wahrscheinlich geplant im vorigen November vergeben werden, denn da fand ja immer im Literaturhaus entweder die “FriedPreisverleihungoder sogar die “Fried-Tage”mit einem umfangreichen Programm statt, das ich mir regelmäßig angesehen habe.

Groß war daher die Überraschung im Mai/juni Programm sowohl das Portrait von Erich Fried, als auch die Ankündigung der Preisverleihung und einem Erich Fried Programm zu sehen, was genauer betrachtet und klar für die Fried Spezialisten nicht so ungewöhnlich ist, denn Erich Fried wurde 6. 5. 1921 in Wien geboren und am 22. 11. 1988 in Baden Baden gestorben und ich wiederhole, ich bin keine so besondere Fried Spezialistin, habe auch nur eher wenig seiner Gedichte gelesen und ihn, glaube ich ,auch nie live gesehen, was wie ich ebenfalls betone, meine Schuld ist und mir im nachheinein sehr leid tut, denn er war in Wien in den Achtzigerjahren und hat da im NIG gelesen und der Alfred hat mich auch aufgefordert hinzukommen, aus irgendeinen Grund wollte ich das nicht.

Bin also selber schuld und zu den Fried-Veranstaltungen wie schon geschrieben eher regelmäßg gegangen, also höchstwahrscheinlich auch zur Preisverleihung an Esther Kinsky. Der Preis wird da ja immer von der “Fried-Gesellschaft” vergeben, die sucht sich immer einen Alleinjuror aus, diesmal war es Maja Haderlap, die dann die Preisträgerin, was auch ein Unikum ist, allein bestimmt.

Und da das Literaturhaus ja die Veranstaltungen streamt und dann vier Wochen ins Netz stellt, hätte ich mir die Preisverleihung Online anschauen können, was ich auch sicherlich getan hätte, hätte die Ruth da nicht ihre dritte Runde ihres Grillparzer-Privatissimums veranstaltet und da hatte ich ihr quasi das Kommen versprochen. Zweites war das ja in Zeiten, wie diesen eine der wenigen Gelegenheiten aus dem Haus zu kommen, was vor allem bei schönen Wetter sehr wichtig ist, habe ich mir gedacht und den Stream kann ich ja nachholen.

Leider war das aber bis Montag Nachmittag, wo dann das restliche Programm begann, nicht möglich, beziehungsweise der Stream noch nicht eingestellt, so daß ich jetzt nur darüber schreiben kann, daß ihn die 1956 in Engelskirchen geborene Ester Kinsky bekommen hat, die schon auf einigen Buchpreislisten stand und einige Preise gewonnen hat, ich aber noch nichts von ihr gelesen habe und, wie schon erwähnt, Maja Haderlap, die “Bachmann-Preisträgerin” von 2011, die Laudatio hielt und Andrea Mayer, die Kunststaatssekträrin, hat den Preis wahrscheinlich übergeben und Daniela Strigl die Laudatorin vorstellte und am Montag Nachmittag begann dann das übrige Programm in der Bibliothek, diesmal wieder vor dem schönen Fried Portrait von Hedi Heide, das ja, glaube ich, eine Zeitlang verschwunden war.

Anne Zauner, die das Ganze, glaube ich, kuratierte, hat eröffnet und dann kam Volker Kaukureit von der Nationalbibliothek, der, glaube ich, das Fried-Archiv verwaltet und führte durch das Leben Frieds an Hand von Bildern beziehungsweisen Gedichten, die Herbert J. Wimmer las. Eigentlich tat er das an Hand eines Briefumschlages den “Wagenbach”, der Fried-Verlag an den Autor nach London sandte, wo der die verschiedenesten Dinge, zum Beuspiel Notizen für eine Lesung aber auch die für einen Tee aufnotiert hat, denn Fried war ein Sammler, um nicht zu sagen, ein Messie hat nichts weggeworfen, so daß ein ganzer LKW eines Tages vor die NB angefahren kam und das ganze Konvolut in unzähligen Schachteln auslud.

Dann folgte eine kurze Beschreibung des Lebens des 1921 Geborenen. Man sah den kleinen Erich im Matrosenanzug und hörte einen Text, wo er sich beklagte, daß er nicht so so sportlich, wie die anderen Kinder war. Er hat sich durch Schauspielkünste geholfen, wurde dabei entdeckt und sollte bei einer Raimund-Aufführung mitspielen, den er als Märchendichter beschrieb, uje, uje.

Da wurde ich dann unterbrochen, weil das Telefon läutete und sich Peter Czak meldete, um sich sich zu erkundigen, wie es mir ging. Als das geklärt war, war Fried schon in London, da ist er ja vor den Nazis geflohen, hatte Kontakt zur Joung Austra und da viele Dichter kennengelernt, darunter Arthur West, füge ich an, dessen Trauzeuge er war. Er hat in dieser Zeit eher konventonell gedichtet und noch eher Schiller Oden ausgestoßen, wie Volker Kaukoreit anmerkte. Dann wurde er experimenteller und politischer wurde er auch. Sehr politisch sogar, wenn er sich traute, Ulrike Meinhof in gleicher Reihe ,wie Rosa Luxemburg stellte und dann gab es auch ein Gedicht, das sich mit der Einreihung von links und rechts beschäftigte.

Berühmt sind aber auch seine Lliebesgedichte, obwohl das “Es ist was es ist” gar nicht aus diesem Band stammt und die Vietnam-Gedichte mit denen er, glaube ich, bekannt geworden sind. Die wurden von “Wagenbach” vor drei Jahren wieder aufgelegt. Ich habe sie gelesen und sie wurden in den letzten Tagen auch verstärkt aufgerufen, womit man sieht, daß mein Blog vielleicht gar icht so unbedeutend ist, wie er vielleicht scheinen könnte.

Erich Fried war also sehr politisch und gar nicht so unbekannt waren mir seine Gedichte auch nicht. Denn das “Es ist was es ist” zitiere ich ja sehr oft und dann auch das “Zweifle nicht an dem, der dir sagt, er hat Angst, aber habe Angst vor dem der dir sagt, er kennt keine Zweifel”

Das, habe ich mir gedacht, könnte man in Zeiten, wie diesen, für die abwandeln, die man vielleicht für Corona -Leugner hält: “…aber hab Angst vor denen, die dir sagen, es gibt keine Alternative!”

Aber jetzt ist dieses Thema ohnehin schon vorbei, denn der Bundeskanzler hat ja jetzt sehr euphorisch erklärt, daß die Geschichte im Juli vorüber wäre, da die Zahlen heute zum ersten Mal unter tausendund man ja nächste Woche mit Test, Impfung, Registrierung und Maske ins Wirthaus gehen kann.

Erich Fried war viel in Deutschland unterwegs, ist 1962 das erste Mal wieder nach Österreich gekommen und war 1988, da war er schon sehr krank, in Baden-Baden, hat da zur Reichskristallnacht gesprochen, wurde aber nach der Veranstaltungins Krankenhaus gefahren und ist dort bald verstorben..

Dann gabs eine Spezialeinlage, hat doch nämlich ein Herr ein Typoskript dem Literaturhaus vermacht, denn er hat für Fried einmal ein Gedicht auf Spanisch übersetzt. Jetzt wurde der Text in der FAZ veröffentlicht und Anne Zauner hat ein schönes Geschenk erhalten und dann erschien Klaus Fried, der1969 geborene Sohn und Filmemacher, der auch einen Film über seinen Vatergedreht hat, den ich, wenn ich mich nicht irre, schon bei den Fried-Tagen gesehenhabe.

Da war auch die 2015 verstorbene Cathrine Boswell Fried,die Mutterda, denn Erich Fried war dreimal verheiratetund der Sohn erzählte im Gespräch mit seinem österreichischen Filmproduzenten Ralp Wieser und dem Moderator Michael Omasta, daß im Hause Fried zwar viel Deutsch gesprochen wurde, der Vater mit seinen Kindern aber nicht so sprach. Dann war es Punkt sechs und ich hättte da der nächste Programmpunkt erst um sieben begann, eigentlich die geplante, aber verschobene Stunde abhalten können, konnte aber in der Pause doch den Livestream der Preisverleihung, die inzwischen eingestellt wurde, nachholen.

Dann kam die Präsentation der bei “Wagenbach” wieder aufgelegten Erinnerungen “Mitunter sogar lachen”, wo zuerst der Schauspieler Bardo Böhlefeld ein paar Texte, darunter die Geschichte, wie sich die Schüler im Wasa-Gymnasium, das Fried besuchte, die jüdischen mit den Hitler- Jungen scheinbar oder wirklich prügelten, weil sie ja eigentlich miteinander befreundet wurde, las.

Dann kam ein von Günter Kaindlsdorfer moderiertes Gespräch mit Theresa Präauer, die ja auch einmal den “Fried-Preis” gewonnen hat, Josef Haslinger und der “Wagenbach-Verlegerin” Susanne Schüssler, die zugeschaltet war, wo Josef Haslinger bekannte, daß er in seiner Jugend ein großer Fried Fan war, ihn öfter in Wien hörte und auch als “Wespennest Redakteur” und GAV-Generalsekretär einige diesbezügliche Veranstaltung organiserte und ihm beim ersten österreichischen Schriftstellerkongreß 1981, bei dem ich nicht dabei war, kennenlernte. Dann wurde der gegenwärtige Stellungswert von Erich Fried diskutiert und besprochen welchen Stellenwert er in der heutigen Lyrik hat und da ist die politische Lliteratur eher in den Poetry Slamszene zu finden, wie Teresa Präauer betonte, die auch Armanda Gorman, die schwarze Dichterin erwähnte, die bei Joe Bides Amtseinführung offenbar ein sehr politisches Gedicht aufführte.

Interessant, interessant und Günter Kaindlsdorfer, der die Diskussion, wie ich meinen würde, eher beschwichtigend führte, bekannte zum Schluß, daß er seinen Beitrag zur Förderung der Lyrik leiste, in dem er seiner Familie mehrmals in der Woche Gedichte vorliest und offenbar sind auch ein paar von Erich Fried dabei.

Der letzte Programmpunkt war ein Fim von Danielle Proskar “Der Dichter im Porzellanladen”, der auf ästhetisch schöne Weise noch einmal durch das Leben des Dichters führte. Leider war der Ton am Anfang verschwunden, so daß der Film wiederholt werden mußte. Volker Kaukureit war im Literaturarchiv zu sehen, wie er dem Schauspieler Peter Simonischek seine Schätze zeigte, ein Lehrer des Wasa- oder jetzt Fried-Gymnasium führte durch sein Archiv. Es ging nach England und auch zu alten Filmaufnahmen, die Erich Fried bei einem Club 2 zeigte, bis zu seinem letzten Auftritt in Baden Baden.

Interessant, interessant durch das Leben des Dichters zu gleiten, ein Fried-Symposium, wie ich es mir wünsche. Wiedermal etwas gelernt und morgen könnte es noch einmal zum “Tag der Freiheit des Wortes” zum Tag der Bücherverbrennun am 10. Mai 1933 ins Literaturhaus gehen, die ich sehr lange für die GAV organisierte und der jetzt von Monika Gentner gestaltet wird, was ja auch zum Thema passt, denn ich kann mich erinnern, daß ich im Jahr 2003, wo ich die Veranstaltung zum ersten Mal im Literaturhaus organierte, Volker Kaukoreit bei einem Interview für Radio Orange kennenlernte, der dort für eine Fried-Veranstaltung eingeladen war, die dann, glaube ich, abgesagt wurde.

Muttertag und Reise nach Istanbul

Die hat natürlich Franz Grillparzer im Neunzehntenjahrhundert gemacht und die Ruth die ein Buch darüber geschrieben hat, beziehungsweise Franz Grillparzer nachgereist ist, hat ja jetzt, um gegen den Lockdown-Veranstaltungsstop etwas zu tun, zum Freiluftprivatissimum aufgerufen und hat die Stellen aus ihrem Buch, die von Griechenland im März und die von Bratislava, wo es, glaube ich, um den König Ottokar geht, im April gelesen.

Jetzt ging es nach Istanbul und war ich im März mit der Frau Brunngraber und ihrem Hündchen, die einzige Zuhörerin, war es im April schon besser, denn da hat, glaube ich, die Grillparzer-Gesellschaft deren Mitglied, die Ruth ja ist, auch dazu aufgerufen und heute war es ebenfalls sehr gefüllt, so weit das in Zeiten, wie die mit den zwei Meter Sicherheitsabstand überhaupt möglich ist, aber Irene Wondratsch war da und hat mir von ihrem Buch erzählt, das im Herbst bei “Sisyphu” erscheinen wird, erzählt, die Silvia Bartl, die Andrea Pauli vom Lesetheater, sowie Werner Grüner, ein paar Leute von der Grillparzer-Gesellschaft, glaube ich, wieder auch und auch die Kommilitoninnen der Ruth, die ja seit einigen Jahren eifrig evangelische Theologie studiert und diesmal war ich auch sehr pünklich, bin ich ja schon nach zehn weggegangen, um vorher wieder meine Zahlscheine bei der Bank einzuwerfen, was aber schwierig war, da die Automaten in der Wiedner Hauptstraße nicht so ganz funktionierten, aber das Wetter war schön und in Zeiten, wie diesen war am Heldenplatz auch einiges los.

So gab es bei dem Restaurant beim Völkerkundemuseum oder, wie immer das jetzt heißt, schon das Takeaway eröffnet und ein Stückchen weiter sah ich eine Frau mit Kind und einem Sektglas in der Hand für ein Foto posieren und während ich mir noch dachte, wo hat sie den Sekt jetzt her, sah ich schon, sie hatten ein Tischtuch und eine Torte aufgebaut.

Ja in Zeiten, wie diesen, wo die Lokale ja noch geschlossen sind, muß man eben ins Freie ausweichen, obwohl das ja, glaube ich, auch eher verboten ist, aber die Maskenplicht im Freien wurde, glaube ich, am Montag aufgehoben und die Lokale sollen, wenn die Zahlen weiter so gut bleiben in zwei Wochen mit Test, Maske und Restrierungspflicht wieder geöffnet werden und weil der “Tag der Freude” Ende des zweiten Weltkrieges gestern ebenfalls sein Jubileum hatte, gab es auch eine Veranstaltung am Ballhausplatz, wo umgeben von Europafahnen ein junger Mann von seinen Erfahrungen mit seinem Nazsgroßvater berichtete.

Dieses Schicksal blieb vielen nicht erspart, obwohl das jetzt wahrscheinlich eher die Urgroßväter sind und die schon geimpften Mitglieder der Rsikogruppe den “Tag der Freude”, wie beispielsweise Werner Grüner, eher als Kleinkinder erlebten, aber beim Grillparzer-Denkmal oder bei den Sesseln davor, sah ich schon ein paar Bekannte. Ich war ja zehn Minuten zu früh daran, unterhielt mich zuerst mit Andrea Pauli, um ihr von meinem Bankmißgeschick zu erzählen, dann mit der Irene Wondratsch, der ich auch das “Braunrot karierte Notizbuch”, mein zweites Corona Buch zeigte, für das dritte der “Mathilde im Coonaland” wird es hier bald die Vorschau geben und die Ruth las, dann nachdem sie alle begrüßt hatte, zwei Stellen aus dem Buch vor, wo Franz Grillparzer nach istanbul reiste. Da war er auch wieder in Quarantäne, diesmal war es, glaube ich, die Cholera und zu der Entstehung des Denkmals hat sie auch ein bißchen was erzählt.

Dann sind wir ein bißchen zum Ballhausplatz und dem jungen Mann gegangen, haben während ein Polizeiauto vorüber fuhr und die junge Verkäuferin schnell ihre FFP2-Maske aufsetzte und ein Fläschchen Sekt und ein Bier bei Takeaway besorgt und ich habe mir gedacht, so läßt es sich vielleicht auch leben und das nächste Mal muß ich ihr vielleicht meinen grünen Impfpaß zeigen, sofern ich einen solchen habe, dann noch einmal auf die Bank. Bei der Zweiten hat es dann geklappt, so daß ich meine Sozialversicherungsrate für das zweite Quartal einzahlen konnte und dann nach Hause, wo der Alfred, das griechische Hendl, das er schon gestern vorbereitet hat, ins Backrohr steckte. Die Muttertagstorte hat er schon am Freitag in St. Pölten besorgt,

So läßt es sich leben und eigentlich geht es uns auch trotz Corona sehr gut, nachher haben wir noch unseren Sonntagspaziergang auf die Mostalm gemacht, um für unsere Abwehrkräfte und Gesundheit etwas zu tun und die die Verleihung des “Erich Fried-Preises” von 2020 an Esther Kinsky, der heute um elf,passend zum hundertsten Geburtstag des Meisters, verspätet vergeben wurde, habe ich auf diese Art und Weise auch versäumt. Das Gute an der gegenwärtigensituation ist aber, daß man sich den Livestream vielleicht nachsehen kann.