Aberleben

Wieder eine Neuerschenung und ein Buch, das sowohl auf der deutschen, als auch auf der Schweizer Buchpreisliste stehen könnte,

“Aberleben”, des 1934 in Zollikon geborenen Adolf Muschg, von dem ich “Heimkehr nach Fukuschima” gelesen habe und ich muß sagen, es ist wieder ein sehr kompliziertes Buch, eine Altherrenphantasie könnte man munken, den die alten Herren schreiben offenbar öfter und lieber über sich selbst, als die Frauen oder haben Protagonisten, die vor oder nach dem siebzigjährigen Geburtstag vor ihren Krembsdiagnosen und ihren Frauen fliehen und ein neues Leben oder Liebe finden.

Philip Roth und Martin Walser sind Meister darin, Adolf Muschg ebenso, aber der geht nicht nur in die Vergangenheit, beispielsweise ins Mittelalter oder zu Schillers Urururenkel zurück, sondern nach vorn und bindet, wie Ulrich Woelk, die Genderdebatte aber auch, hört her das Corona-Virus ein.

“Und wasdasVirus betrifft, fuhr Wohllebe fort, Epidemien hat es in der Geschichte der Menschheit immer gegeben. Und wie sie gekommen sind, sind sie auch wieder gegangen. Leider hat man dafür erst mal Sündenböcke gebraucht. Damals waren es die Juden, heute der Kapitalismus. Es ist immer nur eine Frage der Zeit, bis das passende Gegenmittel gefunden ist. Das Gewinnstreben, das Sie geißeln, wird für Tempo sorgen. Und dann ist der Impfstoff eine Goldmiene.”

Das steht auf Seite 349. Also zurück zum Anfang. Der Held ist ein PeterAlbisser, offenbar Held früherer Muschgs Romane. Der ist siebzg und verläßt Zürich und seine Frau Henny, um seiner Krebstherapie zu entfliehen und geht nach Berlin,wo er an einer Sitzung der Akademie der Wissenschaften teilnehmen will. In seiner Jackentasche findet er eine Einladung im Osten eine Weihnachtspredigt zu halten und sich dort in einer Mühle in Aberleben einzuquartieren. Vorerst quartiert er sich aber im Gästetrakt der Akademie ein und triff eine Judith, das ist eine Filmemacherin, die er einmal zur Präsidentin derAkademie vorgeschlagen hat, wieder.

Später quartiert er sich in einem seltsamen Haus, das einer seltsamen Adeligen gehört, ein, der Hausmeister ist der schon erwähnte Schiller Urururenkel und redet alle in der dritten Person an. Welch Gelehrigkeit könnte man sagen, das typische Buch für die Mittelschicht-Muschg-Vereherin. Einen Vortrag über das ewige Leben eben hat es vorher auch schon gegeben und Albisser wollte eigentlich einen seiner früheren Romane umschreiben und die krebskranke Ruth darin wieder erleben. Die trifft er dann später in Marokko bei einer Theateraufführung, denn die Filmmacherin Judith ist dortin gegangen, um “Amphitryon” neu zu inszenieren und da auch Männer Frauen spielen zu lassen und umgekehrt.

Aber vorher reist Albisser ja noch in die Ex-DDr zu seiner Weihnachtspredigt. Da hat er eine merkwürdige Begegnung mit einem altem Ritterfräulein oder Schloßgespenst, denn das gehört einem Verein an, der eine alten Burg renovierten, die ihnen jetzt an einen Investor wegverkauft wurde. Dieser Investor taucht immer wieder auf. Vorher war er in Berlin bei dem Vortrag, nachher in Marokko.

In der Mühle, die später abbrennt, erfährt Albisser, daß er Großvater geworden ist, seine Frau Henny taucht auch auf und spielt in Marokko beim Theater mit denn Albisser sagt den Vortrag ab und begibt sich zu der Aufführung. Dort begegnet er nicht nur Judith und seiner Tochter, von der vorher nichts wußte, sondern sogar seiner Romanfigur, die plötzlich zum Leben erwacht ist.

Sehr kompliziert? Absolut und ein Sprühregen von Einfällen, die der Dichter, der ja hübsch älter, als sein Protagonist ist, auf seine Leser niedermäßt und ich muß wieder schreiben, daß ich vieles nicht verstanden, beziehungsweise überlesen habe und wenn mich wer fragt, was das Neue an dem Roman ist-?

Die vielen Einfälle und der sprunghafte Wechsel vom Mittelalter, Schiller, der Holocaust und die Juden kommen auch noch vor, zu der Genderdebatte und dem Virus, denn einer stirbt bei der Aufführung daran. Das habe ich noch zu erwähnen vergessen. Das ist alles sehr gelehrt und kompliziert, aber mir würde wieder mal der strigente Handlungsfasen fehlen und schreibe daher, da passiert wieder so viel, daß man zehn Romane darüber schreiben könnte. Das ist mir auch chon mal vorgeworfen worden, ich weiß und die Idee mit den Romanfiguren, die plötzlich zum Leben geraten oder den umgeschriebenen Büchern, ist ja auch etwas was mir gefällt, aber hier denke ich, sehr kompliziert, daher unrealistich, aber eine sehr schöne Sprache und viel Gelehrsamkeit und jetzt bin ich gespannt, ob Adolf Muschg, wenn schon nicht den deutschen Buchpreis, den Schweizer gewinnt?

Noch einmal Steiermark

Am Freitagmorgen ging es noch einmal in den Kurzurlaub zur Ruth,die von ihrer Familie inzwischen wieder verlassen wurde. Ein bißchen später weggekommen und auch den Weg über Graz genommen, so daß ich schon ziemlich hungrig war, bis wir den “Lindenhof” erreichten.Diesmal habe ich mich statt dem Backhendl für ein Zitronenhendl mit Kartoffelkroketten und Gemüse entschieden, der Alfred für ein Grillhendl und natürlich Cremeschnitten, damit zur Ruth gefahren, die schon gegessen hat und dann ein bißchen Streit darüber, wann wir nach Radkersburg radeln würden.

Ich stehe ja auf meinen Mittagsschlaf, in Radkersburg gibt es aber am Freitag einen Wochenmarkt bis vier und den wollte der Alfred besuchen, also Schlaf bis drei. Aber da hat es geregnet. Wir sind trotzdem gefahren, haben uns bei der Bushaltestelle wieder untergestellt und als wir am Hauptplatz ankamen, wurde der Markt schon abgeräumt.und da man am ab Donnerstag in den Geschäften außer, die des persönlichen Bedarfs, also Lebensmittel, wie das so schön heißt, wieder maskenfrei mit Ausnahme Wiens, wo alles strenger ist und der Bürgermeister ein Sonderregime aufbaut, einkaufen kann und ich da ja schon fast ein Jahr nicht tat, war ich schon scharf auf das Shopping.

Kleider brauchte ich zwar nicht wirklich, aber der Lia wollte ich ja sehr gern wieder ein Püppchen oder ein Holzspielzeug in dem schönen Spielwarengeschäft in der Westbahnstraße kaufen, das fällt also flach. Aber für meine Praxis brauchte ich Büroklammern und Schnellhefter und in Bad Radkersburg gibt es einen “Libro”.

Also hinein, die Ruth fragte nach einem Regenmantel und ist zurückgefahren, als es ein bißchen zu regnen aufhörte, ich schaute natürlich in die Bücherabverkaufskiste, auch das habe ich schon ein Jahr lang nicht getan und bin aber trotzdem in keinen Büchernotstand gekommen und habe dort oh Wunder Sigrid Nunenz von der ich ja noch “Sempre Susan” lesen muß “Der Freund” um einen Euro gefunden und im Bücherschrank vorher am Hauptplatz Beate Maxian “Die Tote im Kaffeehaus”, von der ich schon einige Bücher in meinen Regalen habe. Das also eingekauft, der Alfred wählte Wachsmalkreiden für die Lia und Kerzen für die Abende im Kittner-Haus und dann doch in einige Kleidergeschäfte, dort ein blaugestreiftes Leiberl ausgesucht und dann, das Wetter war wiederschön und sonnig, ein wenig an der Mur flaniert, war sehr schön und idyllisch, zurückgeradelt. Ein bißchen was gegessen und dann noch einen kleinen Spaziergang durch die Büsche. Rundherum ist ja alles grün und waldig und die slowenische Grenze sehr nah. Irgendwo zwischen den Büschen gibt es einen kleinen Teich auf dem Seerosen blühten, den umrundet, was einen fast urwaldartigen Eindruck machte, weil sehr wenig gegangen. Dann ein bißchen an die Grenze.

“Achung Staatsgrenze!”, steht da an einem Schild. Es tauchten aber nicht, wie vor vierzigJahren die soldaten auf und wir haben diese auch nicht verla ssen, sondern sind zu dem Baum zrück, den die Ruth als besonderes Zeichen bezeichnete.

“Warum?”, habe ich sie gefragt. Hat hier ein heldenhafter Soldatden Feind besiegt oder ein Russe die Partisanen? Aber nein, nur ein Kennzeichnen, um den Weg zu finden, damit man sich nich in dem Grenzwaldnicht verwirrt oder ist vielleicht doch da der Herr Kittner eines Abends spazierengegangen und hat da die Idee für ein neues Kabarettprogramm bekommen, meinte der Alfred launig. Beweisen kann man es nicht, aber eine Legende daraus machen. Dann sind wir noch lange vor Ruths Ferienwohnung gessen, haben Wein getrunken, den Vollmond bewundert und uns auch über den Sinn der 3G-Regeln und wie man mit diesen umgehen soll gestritten.

Am Samstag dann noch einmal Bad Radkersburg und da war der Bücherschrank wohl gefüllt, offebar haben die Bibliothekarinnen, die ihn betreuen ihre Leseexemplare hineingestellt in dem Kellerladen gegenüber habe ich mir ein leichtes blauweißes italienisches Sommerkleid gekauft und dann sind wir an der alten Stadtmauer bis zur Mur bzw. bis zur slowenischen Grenze marschiert. Da war der Weg dann abgesperrt und man mußte einen steilen Weg hinunterkraxeln, wo dann Tafeln aufgestellt waren, die von grenzübergreifenden Initative berichteten. Am Rückweg in Laafeld wieder beim Lindenwirt halt gemacht, während wir auf das Essen warteten, einen Steirrerhugo getrunken.

Danach zur Buschenschschank nach Sicheldorf geradelt, um sich in 3G-Zeiten, dieBretteljause,den Käferbohnensalat und den Heckenklescher nach Hause zuholen,was auch gut möglich ist.

Das Ökodenkmal haben wir dann am Sonntagvormittag im zweiten Anlauf gefunden. Diesmal durch den Wald geradelt,am Dorfhaus, wo es einen Fischteich gibt vorbei und an einigen glücklichen Hühnern. Dann standen wir vor einem alarmgesicherten Fabriksgelände. Ein Stückchen auf der Straße geradelt. Dann wieder einenFeldweg hinein, an der Biogasanlage vorbei und dann hätte ich es übersehen. Der Alfred hat es aber gefunden. Ein kleines Kreuz, ein Marterl, ein Hufeisen und die meisten der erwarteten Plastikflaschen waren schon verschwunden,was wiederum bezeichnet ist und das war sie dann die Sonntagsattraktion.

Zu Mittag Restlessen, denn von der Hühnerleber und den Käferbohnen war noch was über und auch was von demWein, wo man hier, glaubte ich, den Steirer Hugo macht. Himbeern, Kriecherln und Zwetschken gibts im Garten. Die Letzteren fallen vom Haus, einen kleinen Tümpel mit zwei kleinen Fröschen, die hurtig wegspringen, wenn man sich über sie beugt, gibt es auch und am Samstagabend hat es irgendwo auch ein Feuerwerk gegeben.

Am Sonntagnachmittag gab es Lesen, der Alfred hatte aus Radkersburg Kaffee der am Ausgehen war und ein Eis geholt, dann noch einmal zum Seerosenteich marschiert, um zu beobachten, wieviele Seerosen inzwischen aufgegangen waren und Karten geschrieben. In dem Haus gibt es einige sehr schöne von der Kittner-Stifung, also werden der Uli,die Hilde Schmölzer und die Doris Kloimstein aus der “Kommunistischen Hochburg der Steiermark” eine solche bekommen.

Am Abend wieder Restlessen, von der kalten Platte von der Buschenschank ist sehr viel übergeblieben und am Montagmorgen läuteten um sechs sehr lang und laut die Kirchenglocken. Ein Restlfrühstück, dann Zelt zusammenpacken, noch einmal Mittagessen und nach Wien zurückzufahren. Der zweimalige Kurzurlaub ist vorbei und die Sommermitte demnächst auch.

Eigenverantwortlichkeit

In der letzten Zeit geht es auf der Coronafront absolt thektisch, um nicht zu sagen hysterisch, hin und her.

impfen, impfen, impfen heißt es überall und der Sprecher der Wirtschaftskammer ruft zu einer allgemeinen Impfpflicht auf, geht es doch nicht an, daß die Jugendlichen ihre 3G-Zertikfikate fälschen und die Kellner von den Kunden genervt sind, die sich einfach in den Gastgarten setzen und dann kein Impfzeugnis haben.

Impfen, impfen, impfen oder Kontrolle, Kontrolle, denn in Wien und auch sonst wo auf der Welt schauen die Gastwirte nicht da, ob der Kunde geimpft oder getestet ist, die müssen kontrolliert werden, denn die Deltavariante kommt oder ist schon längst da. Derzeit zwischen dreihundert bis vierhundert täglich positiv Gesteste und im U-Ausschuß gab es einen Cluster, weil der Herr Hafenecker positiv getestet wurde und dann dreißig Politiker oder so ansteckte. Er war nicht geimpft. Die meisten anderen schon, also ist man trotz Impfung nicht geschützt. Man kann zwar angeblich nicht schwer krank, aber angesteckt werden und den Virus weitergeben, deshalb wird trotzdem ein PCR-Test gefordert und die Maskenpflicht, die ja eigentlich außer im Lebensmittelhandel abgschafft werden sollte, soll bleiben, mahnen!

So wurde in Österreich am Donnerstag abgeschafft, nur nicht in Wien, da gilt sie weiter, also kann ich nicht in das schöne Spielwarengeschäft in der Westbahnstraße, um der Lia ein Püppchen zu kaufen und in die Diskos oder Nachtgastronomie, die ja vor kurzem geöffnet wurde und ein neuer Ansteckungsort sein soll, wird jetzt 3G auf 2G reduziert, also geimpft oder PCR. Aber die Jugendlichen fälschen die Tests.

Die Reiserückkehrer werden als weiterer Hotspot gehandelt, denn das Virus kommt ja mit dem Auto, wurde im letzten Jahr vom Kanzler gesagt und die Heilung dessen ist, obwohl die Geimpften ja offenbar das Virus bekommen können, die impfung, impfung, impfung. Achtzig,fünundachtzig oder vielleicht sogar neunzig Prozent der Leute müßen geimpft werden. Derweil sind es, glaube ich, an die fünzig und die Impfbereitschaft läßt, wie man hört nach. Die Leute gehen nicht mehr hin, obwohl das Angebot so niederschwellig, wie möglich gemacht werden. Also, die registration nur wenn man sich in einen Schanigarten setzen will, impfen kann man sich ohne Anmeldung mit nur einem Ausweis derzeit fast überall. In der Stephanskirche, auf einem Boot das auf der alten Donau fährt. Im Impfbus,in der Impfbox vor dem Rathausplatz, etcetera.

Impfen, impfen, impfen hört man überall und die Stimmen mehren sich, die den direkten oder indirekten Impfzwang fordern. Impfen, dann ist das Problem gelöst. Wirklich zwingen kann man die Leute offenbar nicht. Also muß der Apell an die Eigenverantwortung her. Man ist verantwortlich, daß es da zu keinem vierten Lockdown kommt, der als drohendes Gespenst über allen Köpfen schwebt.

“Laßt euch impfen, Leuten, damit die Jungen in die Disko dürfen! Laßt euch impfen, dann bekommt ihr einen Fünziger!”, fordert der Handel. Der Bundeskanzler hat da zwar abgewiegelt und gemeint, daß Coronoa jetzt zur Privatsache erklärt wird.

“Laßt euch impfen, wenn nicht, dann werdet ihr krank oder das Virus auf jedenfall bekommen!”

“Das ist dann eure Sache und das überlastete Spitalspersonal wird sich nicht um euch kümmern wollen!”, hat Gesundheitsstadtrat Hacker schon vor einiger Zeit gesagt.

Ich bin, meine Leser wissen es, sehr für die Eigenverantwortlichkeit, obwohl ich gegen das Maskentragen und gegen das Massentest bin, aber ich halte Abstand, mache meine Stunden telefonisch, gebe niemanden die Hand und bin im übrigens so viel zu Haus, daß ich nicht glaube, daß ich jemanden anstecken kann oder angesteckt werde, obwohl mich die Silvia Bartl auf einen von Ruths Privatissimen fragte, ob ich auf der sogenannten Kickl-Demo nicht auf der Jesuitenwiese nicht Angst gehabt hätte, mich anzustecken?

Natürlich nicht, denn ich habe ja niemanden geküßt und umarmt und Abstand gehalten habe ich auch. Trotzdem ist es in der letzten Zeit zu Erleichterungen gekommen und da wurde derAbstand ja aufgehoben. So küßten und umarmten sich bei der Fußball EM, die Leute in London und auch in Italen, wo es in Rom, wie ich hörte wieder einen Hotspot gibt und als die Bregenzer Festspiele vor ein paar Tagen eröffnet wurden,waren dort, glaube ich, über tausend Menschen, darunter Kanzer Kurz und unser HBp und alle trugen keine Masken.

In Salzburg, wo die Festspiele, ja auch gerade laufen, wurde ein positiver Corona-Fall entdeckt und seither muß man in den Vorstellungen Maske tragen. Da gehe ich ohnehin nichthin. Dafür aber zu den O- Tönen und stehe da hinter dem Gitter, wo die, die Durchgehen wollen, einem der jungen Securieties seinen Impfpaß zeigen muß. Als ob man da jemanden anstecken kann und das kann ich wohl auch nicht, wenn ich mit meinem Mann oder einer Freundin in einen Gastgarten sitze. Umarme ich bei einer Massenveranstaltung, kann ich das wahrscheinlich schon. Ob der Jugendliche dann wirklich krank wird, ist die Frage und auch die, wie der Wirtschaftskammervertreter meinte, daß es Schluß sein muß mit der Eigenveranntwortlichkeit, weil sich die Leute nicht daran halten.

Die Jugendlichen ihre Tests fälschen, weil das kann man sehr schnell, wenn man halbwegs netzaffin ist. Ich denke aber, no na, wenn man die Regeln nicht versteht, weil sie nicht logisch sind, wird man vielleicht auch über die Grenzen gehen, wo man besser aufpassen sollte! Also vielleicht nicht mit tausend zu einem Konzert und dann umarmen und küssen, aber vielleicht ohne Test in einem Gasthausgarten und was nützt die Impfpflicht, wenn man dann trotzdem Maske tragen und PCR testen sol?,

Hat man den Leuten nicht versprochen “Laßt euch impfen, damit ihr diesen Testwahnsinn los seid!”

Jetzt hört man, man kann zwar nicht schwer krank werden, aber trotzdem PCR an der Grenze und im Flugzeug und der, der sich nicht impfen läßt,wird sicher daran sterben hört man auch,obwohl die älteren Leutezum Großteil schon geimpft sind und bei den Jugendlichen, derVerlauf ja eher schwach ist und der Druck, das zu tun nimmt immer mehr zu, obwohlman da ja eigentlich von einer Freiwilligkeit sprechen sollte

Also alles sehr verwirrend und das Wort Eigenverantwortlichkeit wieder einmal umgedeutet, denn das heißt, glaube ich, doch nicht, daß ich mich freiwillig impfen lassen muß, um aus dem Haus zu gehen und tue ich das nicht, werde ich gemobbt und geächtet? Das sollte es nicht sein! Also tief durchatmen, Leute und versuchen wieder klar zu denken, so heißt es doch in derVerhaltenstherapie!

Aufpassen und vorsichtig sein und ansonsten villeicht doch ein bißchen auf sein Immunsstem schauen!Spazierengehen, gesund essen und sich nicht zu Tode füchten, denn das bedeutet ja auch gestorbenund dann braucht man vielleicht auch diesen Druck nicht, denn der ist sicher auch nicht gut!

Für ein Leben

Ich sage immer, daß man man oft das richtige Buch zum richtigen Zeitpunkt erwischt und so ist es auch mit “Für ein Leben”, des 1960 geborenen Ulrich Woelk, der 2019 mit “Der Sommer meiner Mutter”, auf der Longlist des dBps gestanden ist, beschäftige ich mich doch gerade in meinem neuen Projekt mit dem Feminismus und dem Gendern und Ulrich Woelk tut das in seinem Monsterroman, der über sechshundert Seiten besitzt auch und das ist ihm wohl ein ironischer Schachzug zwischen den Genres gelungen. Denn was ist der Roman? Ein feministischer Erotikroman, so könnte man es wohl am besten bezeichnen,der manchmal etwas ktschig ist oder haarscharf daran vorbeischifft. Kein noch so plattes Thema ausläßt oder docheines,wasichamSchlußanführen würde,wie ich den Romanbeendet hätte und der dabei höchst spannend und auch leicht lesbar ist, obwohl man mehrmals sagte könnte “Stop, Halt, spar deine Phantasie ein, das geht denn doch zu weit!”

Um was geht es? Um zwei Frauen in Berlin nach der Wende. Um Niki oder Nikisha Sri Lamont,1989 fünfundzwanzig Jahre alt, die als Kind von Hippieeltern in Afghanistan geboren wurde. Gezeugt wurde sie in Lourdes füge ich noch an.Vier Jahre in einem Ashram lebte, dann mit ihren Eltern nach Mexiko ging, dort Medizin studierte und 1989 als Ärztn in einem Weddinger Krankenhaus zu arbeiten anfängt und dort gleich einmal eine Fehldiagnose stellt und um Ljubina Sellen, genannt Lu, Kind einer kroatischen Mutter, die als sie, glaube ich, Dreizehn ist, an Lungenkrebs stirbt, worauf ihr Vater ausrastet und sie hintereinander zu zwei Mietern des Wohnhauses flüchtet.

In zwanzig Kapitel, die Namen tragen, wie “Die Töchter Egalias”, “Die Erfindung des Paradieses” wird das erzählt und erzhltechnscht ist hier interessant, daß jedes Kaptel eigentlich in sich abgeschlossen ist und zu Beginn ein bißchen weiter ist, so daß die Handlung dann rückläufig aufgerollt wird und da ist viel zu erzählen.

Es beginnt also, daß Niki fünfundzwanzig ist und da gleich, während die Ostberliner die westdeutschen Spitäler stürmen, einen Patienten mit einer Hodenentzündung hat. Dem stellt sie die falsche Diagnose und heiratet ihn später. Auch das erfährt man gleich auf der ersten Seite. Niki hat ein Helfersndrom, wurde von ihren Hippieeltern, wie beschrieben in Lourdes gezeugt, als die von Paris kommend nach Indien aufbrachen. In Mexiko wurde sie dann für einen Engel gehalten. Deshalb konnte sie sich auch ihr Studium finanzieren, hat sie doch den Sohn eines Bauern geheilt und den dann zu einem Kind verholfen. Der kann ihr nichts als einen Lottoschein als Dank schenken mit dem gewinnt sie dann aber gleich einmal 123 574,87 DM gewinnt, was für das Studium reicht und man sieht schon, wohin es geht.

Es passiert wirklich viel in diesem Buch und manches ist, wie erwähnt sehr übertrieben, so daß man denkt, jetzt hör mal auf und man kann es zuläßig sein, daß sich ein Mann auf diese Art und Weise lustig über den Feminsmus und die Lesbenbewegung macht?

Lu flüchtet, nach dem Tod der Mutter, als der Vater in seiner Verzweiflung zu trinken beginnt und dann alles zusammenschägt, zuerst in die Nachbarwohnung zu dem Musiker Hans, der Katzen hat, die Musikernamen tragen und sich mit der Stille in der Musik beschäftigt und weil sie das nicht aushält etwa sspäter einen Stock hinunter zu Victor Belkow, der aus dem Osten geflohen ist oder abgeschoben wurde und der sie einmal erschreckte, weil sie seinen Penis sah, als er einen Ventilator verrückte. Das führte zu ihrem Entschluß niemal Sex mit Liebe zu haben, aber vielleicht war daran auch ihr Vater schuld, der sich immer Frauen aus dem Osten bolte, sie dann in seine Draga zu verwandeln versuchte und später wieder alles kurz und klein zuzsammenschlug,was zu einem Koma führte, so daß er in das Krankenhaus kam, wo Niki Ärztin war.

Die wohnte inzwischen bei einem Maler in Untermiete, wo sie ein Vagina-Diptychon in ihrem Zimmer hatte, das sie mit Büchern verstellte, der Niki ständig fragte, ob sie vielleicht lesbisch sei und vermutete, daß mit ihrer Sexualität etwas nicht in Ordnung sei. Um das aufzuklären, reiste sie nach Lourdes, macht da die Bekanntschaft mit einem Pater Leo, der sie einteilte, die behinderte Bernarda, die nach einem Impfschaden im Rollstuhl saß, zu betreuen. Die sollte, um die Aufmerksamkeit der Presse zu erregen, auf einer Bahre zur Prozession getragen werden. Dasklappte aber nicht, also legte sich die hilfsbereite Niki darauf, flüchtete aber kurz darauf, weil, die Sanitäter, die Bahre fallen ließen und das neue Wunder von Lourdes war geboren, das natürlich in die Zeitung kam. Die las Clemens Rubener, der sich als ein ausgebrannter Schriftsteller entpuppte, der mit seinem zweiten Roman nicht und nicht weiterkam, in seiner Writer in Residence Wohnung in Aix en Provence. Erinnerte sich an seineÄrztin und reiste nach Berlin, um sie zuheiraten,was sie auch prompt tat.

Zur Hochzeit ließ sie sich ganz nach indischen Brauch den ganzen Körper bemalen, wurde aber auf der Hochzeitsfeier ins Spital zurückgerufen,denn der Komapatient Herbert Sellen war plötzlich wach gdeworden, stand am Dach und wollte hinunterspringen und das Krankenhaus war ratlos. Mutig pirschte Niki sich im Hochzeitskleid an ihn heran, wo Herbert Sellen dann vor ihre Füße fiel und versuchte ihr Strumpfband zu küßen, weil er glaubte, sie wäre Draga und man das nach kroatischen Brauch so machte. Kurz darauf fiel er wieder ins Koma. Niki verließ aber ihren Ehemann, um eine Beziehung mit Lu zu beginnen, die inzwischen Schauspielerin geworden ist und in einem alternativen Theater im Sommernachtstraum statt dem Lysander eine Lysandra spielte. Dazu war sie auch am ganzen Körper mit Henna bemalt und stand, als die Nachricht aus dem Krankenhaus kam, gerade nur mit einem Mantel bekleidet, in der Pause vor dem Theater. Die Beiden zogen zusammen und ein besonderes Detail ist Ulrich Woelk auch noch eingefallen, ließ er Niki doch schwanger sein und das war dann eine unbefleckte Empfängnis, denn die Ehe wurde ja nicht vollzogen und Sex vor der Trauung wird von der Kirche ja nicht anerkannt.

Die beiden Frauen reisten mit dem kleinen Pablo ein paar Jahre später nach Mexiko zu Nikis Eltern, wo Lu wieder bei einem Film mitzuspielen begann. Sie verließ,weil sie ja nicht glücklich werden durfte, Niki, verheiratete sich in LA, begann noch einmal in einem Film zu spielen und bekam dann auch noch den Morbus Wilson, den Niki diesmal richtig diagnostizierte und wir sind mit Ulrich Woelk durch ein halbes Jahrhundert der Lesben- und Frauengeschichte gewandert und ich kann nur wiederholen, sehr gut recherchiert, das Ganze sicher auch ironisch zu interpretieren. Aber leicht und gut zu lesen, obwohl es manchmal, wie schon geschrieben haarscharf an der Grenze zum Kitsch dahinschrammt und auch wieder viel zuviel des Guten ist.

Es hat mir wirklich gut gefallen, wieder eines der 2021 Highlighst, neben den “Vögel” und der “Muttermilch” und da geht es ja auch um Sex und lesbische Liebe und ich bin jetzt nur neugierig, ob das Buch wieder auf die deutsche Buchpreisliste kommt? Ich würde es empfehlen, denn “Der Sommer meiner Mutter” hat mir, glaube ich, nicht sogut gefallen

Und wie hätte ich den Roman beendet? Meine Leser wissen es wahrscheinlich. Ich hätte Clemens Rubener einen Roma schreiben lassen, in dem er Nikis seltsame Verwandlungen schldert mit dem er dann den deutschen Bchpreis gewinnt.

Grazer O-Töne

Klaus Kastberger, Ferdinand Schmalz

Klaus Kastberger, Ferdinand Schmalz

“Heute kommen die O-Töne aus Graz!”, leitete die Veranstalterin Gabriela Hegedüs das diesmalige Literaturfestival ein, denn der Grazer Literaturprofessor und Literaturhausleiter Klaus Kastberger, der 1963 in Gmunden geboren wurde, hatte den “Bachmann-Preisträger” von 2017 Ferdinand Schmalz der 1985 in Graz als Matthias Schweiger geboren wurde in der Debutantenschiene und in derHauptschiene den 1961 ebenfalls in Graz geborenen Egon Christian Leitner, den er glaube ich, vorigs Jahr zum “Bachmannpreis-Lesen” eingeladen hat, zu moderieren.

Vom der Literaturabteilung der Stadt Wien ist Julia Danielczyk ins Publikum gekommen, Ljuba Arnautovic habe ich, glaube ich, gesehen. Astrid Nischkauer durfte mit ihren Hund nicht in die heiligen 3 G-Hallen hinein, keine Ahnung warum, ein Hund ist ja nicht anstecken, mußte also draußen stehen, was auch nicht soviel Unterschied macht und Ferdinand Schmalz, der sich ja, glaube ich, um mit den 1953 in Kornneuburg geborenen Sprachkunstleiter und Prießnitz- Nachlaßveralter Ferdinand Schmatz verwechselt zu werden, so nannte, habe ich schon einmal in der “Literatur im Musa” kennengelernt.

Der “Bachmann-Preisträger” als Debutant? Klaus Kastberger hat ihn gleich darauf angesprochen, daß der Theaterautor offenbar vier Jahre gebraucht hat, um seinen “Bachmann-Text” Mein Lieblingstier heißt Winter” als Buch herauszubringen. Ferdinand Schmalz erkärte es durch zwei Kinder und Theaterarbeiten, Corona mag vielleicht auch eine Rolle gerspielt haben oder eher nicht, weil die wäre ja zum Schreiben eher förderlich und Ferdinand Schmalz hat die Geschichte von dem Rehragout und dem der sich in einer Tiefkühltruhe einfrieren wil,l noch ausgeweitert. Einen Ministerialrat, der Naziorden sammelt und damit erpreßt wird und noch zwei Putzfrauen, die die dann finden, eingebaut und das Buch, das Wolfgang Tischer vom “Literaturcafe” gerade liest, ist, glaube ich, vor ein paar Tagen erschienen.#

“Sie erleben eine Premiere!”, pries Klaus Kastberger an und dann kam der schon erwähnte Egon Christian Leitner mit seinem Sozialstaatsroman, an dem er schon sseit den Siebzigerjahren schreibt und einen Teil davon auch schon bei “Wieser” herausgebracht hat, deshalb kein Debutant, der eigentlich keiner ist, obwohl der Autor eine Marcel Reich-Ranicki Defition dafür anführte, erzählend und über zweihundert Seite. Das Schmalz-Buch ist da sogar kürzer und eine Handlung scheint der Sozialstaatsroman, das Lebenswertk Egon Christian Leitner nicht wirklich zu haben, keinen Plot und keine Spannngsbögen was wohl unter erzählend gemeint sein dürfte, sondern immer wieder die Worte “Tage, Monat, Jahr”, also eine Art Tagebuch. Dann wurde Karl Kraus zitiert und das Milgram- Experiment. Das Sozialstaatsvolksbegeheren wurde immer wieder erwähnt und die anonymen Alkoholiker und und und….

tKlaus Kastberger, Egon Christian Leitner

Klaus Kastberger, Egon Christian Leitner

Und da das Ganze über neunhundert seiten zu haben scheint, wurde wohl vieles dabei nicht erwähnt und interessant, der Grazer Literaturprofessor, der das ja vorher in Wien war und den ich wahrscheinlich in der “Alten Schmiede” kennenlernte, der Mayröcker- Spezialist, der aber dennoch trotzdem den literarischen Außenseiter, der der Philosoph Egon Christian Leitner ,wie ich in “Wikipedia” fand, sicherlich ist, nach Klagenfurt eingeladen hat, war in seiner Moderation fast ein wenig überheblich, so als ob er ausdrücken wollte “Nna ganz so literarisch bist du trotzdem nicht und dein Buch so schwer, daß es mir auf der Fahrt nach Wien fast den Rucksack ruiniert hat!” und da kann ich anfügen, daß Klaus Kastberger auch ein interessantes Original ist, denn ich kann mich an einen neunten November erinnern, wo in dem Kino in der Johannesgasse eine Veranstaltung zur Reichkristallnacht war und da fragte ihn Karin Rick nach Jonathan Litells “Wohlgesinnten” und er at so als hätte er keine Ahnuing. Jetzt lädt er nach Kagenfurtz immer wieder literarische Außenseiter ein, denn Fritz Krenn dessen Text mir sehr gut gefallen hat, war auch ein solcher, die dann wie man am Beispiel Egon Christan Leitner Karriere machen und noch etwas kann ich vermelden hat doch der 1982 ebenfalls in Graz geborene Clemens j. Setz, der auch schon bei den O-Töne gelesen hat, heuer den “Büchner-Preis” bekommen, wow, wie jung könnte man da sagen, aber den “Bremer-Literaturpreis” hat er, glaube ich, vor Friederike Maröcker bekommen, dafür ist die Ehrenbürgern der Stadt Wien und Klaus Kastberger, der ungewöhnliche Lteraturprosessor der in Klagenfurt auch immer ungewöhnliche Leiberln trägt und heuer auch einen Hut, war dann offenbar der einzige Nicht- Grazer bei den O- Tönen und nächste Woche geht es dann mit der ebenfalls in Graz geborenen, Olga Flor, die aber “Veza Canetti- Preisträgerin” ist und der Debutantin Renate Silberer deren Debut ich schon gelen habe und die ist in Braunau geboren und lebt in Linz, weiter.

Genderwahnsinn?

Ich bin ja eine in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren sozialisierte feministische Frau, an der die “AUF” zwar ein bißchen vorbeigegangen ist und ich die Ruth die sie mitbegründet hat, erst später kennenlernte, im “Arbeitskreis schreibender Frauen”, in den ich, glaube ich,1978 gekommen bin, habe ich die Elfriede Haslehner und die Bruni Langthaler kennengelernt, die damals den “Wiener Frauenverlag” gegründet haben, der jetzt “Milena” heißt und Männer verlegt.

Habe eine Zeitlang ein Frauenzeichen um den Hals getragen und zwar nicht immer, aber doch hin und wieder auf die Demos zum Frauentag gegangen und gegendert habe ich gelegentlich auch und mich in der letzten Zeit beziehungsweise in meinen neuen Text mit dem Feminismus sehr beschäftigt, ist die Lore doch eine siebzigjährige Feministin, die gerade ihren Siebziger feiert und auf die Idee hat mich Mieze Medus gebracht, als sie in der “Alten Schmiede” ihren neuen Roman vorstellte, in dem es, glaube ich, auch eine alte Feministin gibt und wo sie meinte, daß es in der Literatur keine alten Frauen oder alten Schriftstellerin gebe, da habe ich ihr bei den Schriftstellerinnen widersprochen, falle ich ja auch bald in diese Kategorie und denke, daß die Protagonistinnen mit ihren Autorinnen älter werden und mir vorgenommen bei meinem neuen Projekt mich damit zu beschäftigen. Das war im Februar, dann kam der Frauentag und da habe ich eine dieezügliche Veranstaltung im Lteraturhaus gestreamt und bin da wieder im Clinch mit dem lieben Uli geraten, der mir jetzt, weil ich ja manchmal, ich gebe es zu, aus Lust gendere und aus dem “Fan” eine “Fanin” mache und aus dem “Menschen” eine “Menschin”, was ihn ärgerte und, ich gebe es wieder zu, ein bißen komisch klingt, weil es im Gegensatz zur “Göttin” und zur “Mondin” etcetera nicht so gebräuchlich ist, eine Broschüee schickte, wo sich die “Junge Freiheit” sehr gegen das Gendern empörte, sich da aber eher gegen gegen die Sexualerziehung bezog, die offenbar in deutschen Schulen und Kindergärten praktiziert wird und da den ” 0- 4 jährigen die Masturbation und den vier bis sechsjährigen die Selbstbefriedigung und die Homosexualität” erklären wollen. Das finde ich etwas übertrieben und weiß nicht, ob das wirklich in deutschen oder österreichischen Kindergärten so passiert.

Aber natürlich interessieren sich die kleinen Kinder für das Geschlecht der anderen, erproben Doktorspiele und da ist es gut, wenn die Ezieherin nicht gleich von Sünde spricht, sondern erklärt, wie das mit der Sexualiät ist und vielleicht auch, wie die Kinder auf diese Welt kommen.

Mit Gendern, wie ich das verstehe, hat das aber nicht soviel zu tun und das war vielleicht die Ursache für ein neuerliches Mißverständnis zwischen mir und dem Uli, der mir erklärte daß ich eine Frau und keine Menschin bin und mit diesen Genderwahnsinn aufhören soll und dafür die Frau Heidenreich zitierte, die sich auch dagegen aussprach, daß eine Frau eine Künstlerin ist. Denn der Künstler wäre geschlechtsneutral und die Frauen mit gemeint.Die Kunst vielleicht schon. Die Künstlerin sicher nicht und die Frau Heidenreich ist eine sehr selbstbewußte erfolgreiche Frau, die ihre Weg vielleicht auch ohne das Gendern schaffte und das habe ich auch bei anderen beruflich sehr erfolgreichen Frauen erlebt, daß die mir sagten, daß sie “Arzt” oder “Musiker” wären,

Ich antworte da meistens “Das sind Sie nicht!”, wo sie mich dann erstaunt anschauen und eine sehr erfolgreiche Professorin an der WU sagte mir einmal “Hören sie mir auf damit!”

Ob Sie “Schwachsinn!”, gesagt hat, weiß ich nicht. Das ist eher die Ausdruckweise des Uli und da verstehe ich es weniger, als bei einer erfolgreichen Ärztin, die vielleicht in den Sechzigerjahren Medizinstudierte, sich da hochboxte und das Gendern nicht bemerkte oder brauchte, was der Uli aber dagegen hat,wenn ich sage “Ich bin Psychologin und nicht Psychologe, verstehe ich wirklich nicht und auch nicht, was Andreas Gabalier gegen die Töchter in der Bundeshymne hat?

Er ist keine solche klar, aber mehr als die Hälfte der Menschheit und eigentlich ist es heute schwer verständlich, warum die Paula von Preradovic, nicht an die Töchter dachte, war sie ja auch eine erfolgreiche solche, auf die Österreich stolz sein kann und die Maria Theresia war das sicher auch. Gut, das war in den Fünfzigerjahren.

Dann kam 1968 und die erste Frauenbewegung, wo ich einmal in diesen Frauenraum in der Tandlergasse war, bei der “Auf-Bewegung” eher nicht, habe die “Töchter Egalia”gelesen und Verna Stefans “Häutungen”.

ich habe unter der Regierung Kreiskys Psychologie studiert. Johanna Dohnal wurde zuerst Staatssekretärin für Frauenfragen, später die erste Frauenministerin und ich habe bei dem von ihr ausgerufenen Wettbewerb für rollenunspezifischen Kinderbuch “Mädchen dürfen pfeifen Buben dürfen weinen” mit meiner “Güler” einen Preis gewonnen. Christine Nöstlinger hat auch ziemlich frauenengagiert geschrieben. Dann kamen die Achtziger und die Neunzigerjahre und die Schraube begann sich offenbar langsam wieder zurückzudrehen, obwohl man da zögerlich begann den Text der Bundeshymne zu verändern.

Warum das so schwierig war, vor die Söhne das Wort Töchter zu stellen, weiß ich noch immer nicht und auch nicht wieso das so viel Widerstand erregt und natürlich dauert es vielleicht ein wenig länger statt “Grazer Autorenversammlung” Autoren und Autorinnen zu sagen. Das hat sich aber eingebürgert, mit den Sternchen und dem Binnen I habe auch ich manchmal Schwierigkeiten und habe auch gehört, daß in Deutschland in der Amtssprache das gesetzlich eingeführt wurde. Was wieder sehr viel Widerstand der rechten Männer erregte und ich denke mir, dann sollen sie es lassen!

Hat mich ja auch schon in den Siebzigerjahren gestört, wenn sich die Männer als Feministen bezeichnen, weil ich glaube, daß ein Mann, das nicht sein kann und eigentlich auch den Protest der Männer, weil sie damals nichts ins “Frauenhzimmer” durften, nicht verstanden. Darf eine Frau ja, glaube ich, noch immer nicht in die Männerbünde.

Aber in Deutschland gibts, glaube ich, eine starke Bewegung gegen das Gendern und es gibt da vielleicht auch ein paar Auswüchse, wenn die Lufthansa beispielsweise, jetzt das “Damen und Herren!” gegen “Personen und Personinnen” ersetzt. Das klingt zugegeben blöd und da sind wir schon wieder bei einem anderen Thema und da meine ich, ich bin eine Frau und sehr zufrieden damit, selbstbewußt und emanzipiert und glaube eigentlich auch, daß es haupsächlich Frauen und Männer gibt und die sechzig Geschlchter wahrscheinlich eher hypothetisch sind und die, die sich ein anderes Geschlecht wünschen, oft unsicher sind.

Ich habe mich ja in “Paul und Paula” damit beschäftigt und denke, daß man da vielleicht nicht gleich das Kind mit dem Bad ausschütten muß. Ein Grund zum schimpfen ist es aber nicht und wahrscheinlich normal, wenn man sexuell ein wenig ausprobiert.

Aber auch das hat mit Gendern nichts zu tun und natürlich kann und darf ein Mädchen Hosen tragen und pfeifen und ein Bub mit Puppen spielen. Damit löst sich vielleicht vielen auch von selbst und man braucht keine Geschlechts OP, bei der ich, wie bei den Schönheitsoperationen eher skeptisch bin, weil das ja ein selbschädigender Eingrff in den Körper ist.

Aber wir leben warhscheinlich, wie vor hundert Jahren,wo ja nachher das große Gruseln kam in einer sehr hektischen Zeit, wo wahrscheinlich nicht nur Corona vieles auf den Kopf stellte und vieles, wie wenn man auf einmal “Onkel Toms Hütte” umbenennen will, obwohl sich Harriet Beecher Stowe damit gegen die Sklaverei einsetzte, ist auch sehr übertrieben ist und ich bin, wie für die “Gutmenschin” auch für die “Politische Korrektness” und den Shitstorm, den Frau Rowling traf, als sie schrieb “Es gibt nur zwei Geschlechter!”,verstehe ich ganz eigentlich nicht, denn das ist wahrscheinlich immer noch die Meinung der Mehrzahl und der Durchschnittsmensch kann mit dem Begriff divers nicht viel anfangen und die Großmutter wird es vielleicht auch nicht so ganz verstehen, wenn sich ihr Enkel Paul plötzlich Paula nennt, zum Logopädin geht und von ihr als eine “Sie angesprochen werden will.

Da braucht man, glaube ich, Geduld und Verständnis und da lobe ich mir auch die Männer der Siebzigerjahre, die sich Feministen nannten und auch ins “Frauenzimmer” wollten und nicht “Laßt den Genderwahnsinn!”, schrien, obwohl ich sie damals lästig fand! Schimpfen hilft da nicht und ich denke, die Männer sollen die Frauen gendern lassen. Sie brauchen ja nicht immer “Einwohner und Einwohnerinnen!” sagen, wenn ihnen das zu umständlich ist! Ich tue das auch nicht immer und würde auch keine Strafe zahlen wollen, wenn ich das einmal vergesse, bin aber dafür, daß die Frauen endlich einmal gleich verdienen und gleiche Berufsaufstiegsmöglichkeiten haben und ihnen die Männer auch mehr im Haushalt helfen! Halbe halbe ist da schon wichtig, weil es nur mehr wenige Hausfrauen gibt und die alleinerziehenden Mütter sind immer noch überlastet.

Verständnis und Toleranz also in allen Belangen und auf allen Seiten und natürlich muß man den Mäderln nicht nur rosa Jäckchen und den Buben blaue kaufen, sondern den Buben Puppen und den Mädchen Lastkraftwagen. Da kann ich aber gleich warnen, daß der erwünschte Erfolg nicht eintreffen muß.

Denn wir haben das bei der Anna so gemacht, was zur Folge hatte, daß sie sich von den Omas Barbiepuppen wünschte und ein Prinzessinnenkleid. Meine Mutter hat ihr ein rosa Samtkleid geschenkt, mit dem und einem Strohhut sie damals zu einem Faschingsfest ging, wo die einladende Mutter, eine Lehrerin lächelte und das dann psychologisch interpretierte.

Es gibt also Männer und Frauen und eine sexuelle Vielfalt, die man nicht übertreiben aber auch nicht unterdrücken, wie das beispielsweise der Premier Orban jetzt mit den Regenboogenfahnen tat, soll. Toleranz und Verständnis ist da sicher gut und natürlich kann man Vater und Mutter sagen und muß sie nicht”Elternteil 1 und 2″ nennen, auch wenn manche Kinder vielleicht zwei Mütter haben, dafür haben viele wieder nur eine und das ist vielleicht auch nicht so gut.

Geburtstagsfest mit Streß

Es geht gleich weiter mit den “Hundert Seiten Depression” und zwar begeben wir uns nach Weitra zu Lore Spielbergs Geburtstagsfest:

“”Elfi und Angela waren die Ersten, die am Samstag eintragen!”, dachte Lore Spielberg und sah sich prüfend in der Küche um. Für den Grill, der am Nachmittag im Garten stattfinden sollte und für den sich Richard, als Grillmeister angeboten hatte, war alles hergerichtet. Die Salate vorbereitet. Die Steaks und die Würstchen vom Bauernladen geholt. Die Beiden waren in Elfis blauen Golf angekommen, hatten sie umart und waren dann zusammengezuckt, um sich zu erkundigen, ob sie sich vorAnsteckung fürchte?

“Aber wir beiden alten Schachteln sind schon geimpft! Da kann nichts passieen!”, rief Angela beschwichtigend aus.

“Du bist das sicher auch?”, wollte sie noch wissen und schüttelte den Kopf, als Lore “Noch oder überhaupt nicht! Denn da bin ich mir noch nicht so sicher und muß mich erst informieren!”, antwortete und die Achseln zuckte, als Elfi “Du bist und bleibst die Alte! Noch immer starsinnig und gehst den eigenen Weg, wie damals, als wir doch kotzend im Badezimmer fanden und dir einen Termin am Fleischmarkt vermitteln wolten, du aber auf das Kind bestanden hast! Ganz egal was daraus werden hätte können?”, einwarf.

“Ein erfolgreicher Sohn und eine Enkeltochter, die vor kurzem die Matura bestanden hat und jetzt in meine Fußstapfen steigen wird!”, antwortete Lore ungerührt.

“Und ich kann mich, wenn ich hier am Land, wie eine Erimitin lebe, auch wenn ihr den Sommer mit mir verbringt und wir heute eine Ausnahme machen, nicht wirklich anstecken! Aber kommt herein und packt eure Sachen aus!”, sagte sie und überhörte, daß Angela etwas von “Verschwörungstheorien!”, zu murmeln schien, die hinzufügte, daß sie erfahren hatte, daß Richard Schwierigkeiten mit seiner Zeitung bekommen hatte, weil erauf einer Demo gesehen worden war!

“Warst du auch auf diesen “Covidiot-Veranstaltungen” und bist du rechts geworden!”, fügte sie entsetzt hinzu.

“Nicht, daß ich wüßte und wenn ich, wie ihr behauptet, ganz die Alte bin, muß ich eine Linke sein, denn das bin ich, wie oft kritisiert wurde, geworden! Aber wir müßen uns nicht streiten, sondern wollen unsere Frauenvergangenheit aufarbeiten!”, sagte sie versöhnlich und nickte zustimmend, als die Beiden das Wohnzimmer in Beschlag nahmen.

“Dann kann dein Sohn dein Arbeitszimmer nehmen und wo wirst du den Theo unterbringen? Du hast doch gesagt, daß du ihn eingeladen hast und er seine Töchter mitbringt!”, erkundigte sich Angela.

“Nur die Jüngste, Laura, die Familienrichterin, Barbara läßt sich entschuldigen, weil ihr Sohn Emil Angina hat und Theo hat mir vorhin gesmst, daß er, um mir keine Mühe zu machen im Hotel Post abgestiegen ist un din zwei Stunden erscheinen wird! Richard ist mit der Melia auch schon unterwegs!”

Dann bedankte sie sich für die Bücher, die Elfi ihr entgegenstreckte, nach dem sie ihre Reisetasche ausgepackt hatte.

Marlene Streeruwitz “Covid Roman”, weil ich weußte, daß dich das interessiert und dann “Hippocampus” von Gertrud Klemm, die in unsere Fußstapfen getreten und eine der frauenbewegtesten jüngern Autorinnen ist!”, sagte sie und zuckte, als die anderen eingetroffen waren, zusammen, als Lore Amelias Geschenke auspackte.

“Stell dir vor, den “Verkauften Feminismus”,hätte ich dir auch fast gebracht! Da habe ich Glück gehabt und muß nichts umtauschen und dein Sohn hat an Champagner gedacht! Das passt zu der Torte, die Angela gebacken hat, während dem Theo-!” sagte sie verächtlich zu dem eleganten älteren Mann blickend “-nichts Besseres eingefallen ist, als eine Flasche Parfum auszusuchen ,als ob du jemals solches verwendet hättest!”

“Er hat es sicher gut gemeint!”, antwortete Lore und nickte ihm, der auch im Freizeitanzug, wie aus der Schae gepellt wirkte, beschwichtigend zu.

“Fein, daß du gekommen bist, um deinen Sohn zu begrüßen!”

“Natürlich, um dir zum Geburtstag zu gratulieren und der Enkeltochter zur Matuera! Was wirst du denn studieren?”, fragte er und ließ sich nicht anmerken, daß es ihm vielleicht missfiel, als Amelia “Gender!”, antwortete.

“Ganz in den Spuren, der Großmama!”, antwortete er nur und nickte Angela zu.

“Und du bist mit deinen Filmen inzwischen bekannt geworden! Hast in der Lonie einen Fan gefunden, die sich entschuldigen läßt! ich glaube, sie ist ein wenig eifersüchtig und wollte auch nicht stören! Dafür stelle ich dir Laura vor, die eine erfolgreiche Frau ist, die es auch mit einem Jusstudium weit gebracht hat! So ein siebzigster Geburtstag ist ja sehr feierlich! ich kann das behaupten, denn ich habe den meinen frünf Jahre vorbei, obwohl du es viel leichter hast, als ich, der das ganze Institut bewirten mußte! Corona würde das heute verhindern! Also war ich wieder zu früh daran!”, sagte er launig und nickte Richard zu.

“Ich habe gehört, daß du Schwierigkeiten mit deiner Zeitung hattest und nun selbständig bist!”, wußte auch er und Lore musste denken, daß das offenbar die Runde gemacht hatte, während sie davon nichts mitbekommen und es erst von Melia erfahren hatte.

“Stimmt!”, antwortete der.

“Das mußte sein und ich hoffe, daß ich euch nicht zu kritisch bin! Hätte die Damen aber ebenfalls so eingeschätzt!”, sagte er mit Blick in Elfis und Angelas Richtung, die prompt “Wir sind keine Verschwörungstheoretikerinnen!”, ausriefen.

“Dann wollen wir den Champagner leeren, der schon eingekühlt ist und uns an die Steaks und an die Bratwürstchen machen! Der Grill ist gleich angeheitzt! ich hoffe es sind keine Vegetarier dabei?”

“ich!”, antwortete Angela spitz.

“Das weißt du doch! Kannnst du dich nicht mehr daran erinnern?”

“Dann mußt du dich an den Mais und den Grillkäse halten!”, sagte Richard und prostete Lore zu.

“Alles Gute zum Geburtstag, Mama!”

Und verkniff es sich offensichtlich hinzuzufügen, daß er nicht sicher war, ober sich über des Vaters, Elfis und Angelas Anwesenheit freute, die mit ihren taktlosen Bemerkungen schlechte Stimmung machten und erkundigte sich stattdessen bei der Mutter, ob sie mit Anna Jellers bei der Mutter, ob sie mit Anna Jellers Buchempfehlungen zufrieden war?

“Natürlich!”, antwortete die.

“Das sind drei tolle Bücher, von denen ich schon gehört habe! Auf die Streeruwitz freue ich mich auch und natürlich auf die Torte, die Angela nach einen Spezialrezept gebacken hat und die es mit Schlagobers geben wird! Es ist alles bereit, stoßen wir an und lassen die Unstimmigkeiten, weil wir uns nicht spalten lassen, auch wenn das die Regierung vielleicht will!””

Rückkehr nach Wien

Hier, wie versprochen, das erste Kapitel meines momentanen Works on progress “Wo wir waren oder hundert Steiten Depression”, das Mieze Medusa, beziehungsweisem den “Alten Frauen in der Literatur” gewidmet ist:

“”Das ist mein Corona-Zeugnis!”,sagte Amelia Spelberg seufzend und blickte skeptisch die Großmutterr an, die gerade aus dem Haus kam.

“Gratuliere, Kindchen und laß dich von dem Gerde nicht anstecken! Deine Matura ist genauso wertvoll, wie die,vor zwei Jahren, als es die Pandemie noch nicht gab! Du mußt nu ran dich glauben und stolz auf dich sein! Ich finde es auch schön, wenn du in meine Fußstapfen trittst und in Wien Gender studieren willst, auch wenn das deinem Vater,wie ich fürchte, nicht sehr gefällt!”

“Richtig ,Oma!”, antwortete Amelia und legte das Zeugnis auf den Küchentisch.

“Das stimmt vielleicht ein bißchen! Aber davon laße ich mich nicht abschrecken und du sollst dich auch nicht ärgern,wenn der Papa immer über die blöden Emanzen schimpft, die nichts als meckern, statt etwas Ordentliches zusammenzubringen!”

“Daran bin ich, wie, ich füchtei, schuld!”, sagte Lore Spielberg ein wenig schuldbewußt.

“Denn ich habe, als der Richard klein war, nicht gemeckert, sondern im Institut für höhere Studien geforscht und mit der Angie und der Elfi versucht, den Feminsmus aufzubauen! Da ist deinVater, wie ich fürchte, zu kurz gekommen und hat sich vernachläßigt gefühlt! Es tut mir leid, daß er so empfindet! ich konnte nicht anders, hoffe aber, daß dein Vater nicht so unglücklich war! Beruflich hat er es als stellvertretender Chefredakteur einer bedeutenden Tageszeigung zu etwas gebracht!”, sagte Lore Spielberg, strich mit der Hand über die Stirn und fügte “Aber jetzt laßen wir das heikle Thema und konzentrieren uns auf deine Matura! Ich habe dein Lieblingsessen zubereitet! Vielleicht magst du dein Zeugnis verräumen! Dann decke ich den Tisch und du nimmst Platz!”, hinzu.

“Ich helfe dir natürlich, Oma und glaube auch, daß es der Papa zu etwas brachte, obwohl es mit dem Glück ein wenig schwierig war! Hat er den Selbstmord der Mama, doch noch immer nicht ganhz weggesteckt! Mit seiner Zeitung ist er aber, glaube ich, zufrieden!”

“Dann grüße ihn von mir, wenn du ihn am Montag sehen wirst! Da wirst du doch nach Wien fahren und mich verlassen!”, bedauerte Lore Spielberg und stellte die Schüßel, die sie aus dem Backrohr genommen hatte, auf den Tisch.

“Stimmt, Oma! Ich hoffe nur, daß du nicht zu traurig bist, daß ich in Wien studieren werde und zum Papa ziehe!”

“Nur ein bißchen, Liebling!”,bedeuerte Lore Spielberg und stellte eine Flasche Wein auf den Tisch.

“Zum Fest des Tages ein Schlückchen Wein! Aber sonst verstehe ich, daß du in Wien studieren willst! Das habe ich vor zweiundfünfzig Jahren auch getan! Damals bin ich in ein Studentenheim gezogen! Habe dort die Angela und die Elfi kennengelernt und etwas später auch den Theo!”, sagte sie und ihre Stirn hatte sich noch einmal verwölkt.

“Den Großvater, den ich nur alle heiligen Zeiten zu Gesicht bekomme, weil er dich noch vor Papas Geburt verlassen hat und inzwischen, glaube ich, noch einmal Opa wurde!”,ergänzte Amelia ungerührt.

“Stimmt! Aber sein Enkel aus seiner Ehe ist noch sehr klein! Hat er doch erst viel später seine Leonie geheiratet, weil ihm das Studium wichtiger war, als mit Fünfundzwanzig Vater zu werden! So wurde aus mir, wie es das Schicksal bei den Frauen noch immer will, eine alleinerziehende Mutter und Richard hat sich vernachläßigt gefühlt, weil es nicht so leicht war, mit Zwanzig Mutter zu werden. Ich mir, weil in dem Studentenheim kein Platz für alleinstehende Mütter war, eine Wohnung suchen mußte und die Elfi und die Angela waren, wie ich fürchte, von dem Kleinen auch nicht so begeistert und haben “Verpatz dir doch nicht dein Leben, Lore, Abtreibungen sind zum Glück jetzt erlaubt!”, oft genug auf mich eingeredet und haben nicht verstanden, wenn ich den Kopf geschüttelt habe! Natürlich wäre das leichter gewesen! Das darfst du aber deinem Vater, der ohnehin so etwas zu ahnen schein, nicht verraten, Melia!”, sagte sie entschlossen und häufte der Enkeltochter eine Portion Quiche auf den Teller.

“Nimm dir Salat, Liebling! Er ist aus dem Garten, wie du weißt und lassen wir die traurigen Thehmen, ist heute doch ein Freudenstag! Aber die Vergangenheit holt eine natürlich ein und selbstverständlich ist es traurig, daß ich dich verliere! Habe ich mich inzwischen doch daran gewöhnt, junges Blut im Haus zu haben! Jetzt muß ich mich an die Einsamkeit gewöhnen, aber das werde ich schon! Auch wenn ich bald siebzig bin, kann ich immer noch dazu lernen!”

“Richtig, Oma!”, sagte Amelia und hob das Glas.

“Prost und auch wenn man das nicht soll, schon im Voraus alles Gute zum Geburtstag! In drei Wochen sehen wir uns wieder, um deinen Siebziger zu feiern! ich werde den Papa mitbringen und du hast auch Gäste eingeplant! Wird der Opa kommen?”, erkundigte sie sich neugierig.

“Das weiß ich noch nicht so genau! ich habe den Theo zu dem ungereglmäßiger Kontakt besteht, weil ich ihn manchmal auf Kongreßen und Tagungen getroffen habe, eingeladen! Da kann er auch die Leonie, seine Töchter und den Enkel mitbringen und dann werden auch die Angela und die Elfi erscheinen, denn du weißt, ich will meine Memoiren schreiben, beziehungsweise ein Feminismusbuch und die Beiden, die jetzt auch Pensionistinnen sind, helfen mir dabei! Also werde ich nicht einsam sein! Auch wenn ich dich vermissen werde! Dein Vater wird sich aber freuen, sein Töchterlein bei sich zu haben, das ich ihm vor zehn Jahren, als ich meine Pension angetreten habe und in mein Elternhaus zurückgezogen bin, entführte und du auch früher oft bei mir gewesen bist!”

“Was sollte der Papa auch, der in seinem Beruf aufsteigen mußte, mit einem Säugling anfangen, nachdem die Mama, als ich sechs Wochen war, den Medikamentenschrank plünderte und sich die Pulsadern aufgeschnitten hat? Er wäre, wenn du dich nicht, um mich gekümmert hättest, verloren gewesen, Oma, wie er öfter sagte! Also brauchst du keine Schuldgefühle haben, denn du hast viel ausgeglichen, was du vielleicht mit Zwanzig versäumtst, als dich der Opa verlassen hat und die Mama später mich! jetzt werde ich dich verlassen, um Gender zu studieren und nicht den Medikamentenschrank plündern, denn ich bin trotz meiner Corona-Matura und der verlorenen Generation, der ich angeblich angehöre, nicht depressiv! Also Prost, Oma! Dein Quiche schmeckt ausgezeichnet! Deine Kochkünste werde ich vermissen und den Garten, obwohl ich mich, ganz ehrlich, auf die Stadt freue und darauf, daß man wieder hinaus darf! Auf den Donaukanal und den Karlsplatz, obwohl es da, wie ich in den Nachrichten hörte, große Unruhen und Polizeieinsätze gab!”

“Kein Grund depressiv zu sein und damit du das nicht wirst, hole ich die Erdbeeren, die aus dem Garten stammen! Ich habe sie schon mariniert! Möchtest du Schlagobers dazu?”

“Den Garten werde ich vermissen, obwohl es in Wien den Donaukanal, den Karlsplatz, die Donauinsel, sowie den Stadtpark gibt und fürs Einkaufen den Naschmarkt! Ich also eine Glückspilzin bin, denn die Maturareise, wo wir nach Wien gefahren wären, ist Corona bedingt ausgefallen! Deshalb habe ich mich entschlossen gleich nach Wien zu ziehen, als es mir der Papa angeboten hat und den Sommer dort genießen! Das habe ich aus Egoismus entschieden und hoffe, dich nicht gekränkt zu haben! Aber wenn deine Freundinnen kommen, ist das fein!”, sagte Amelia tröstend.

“Aprpos, Depression, Oma! Was habe ich da auf deinen Schreibtisch entdeckt? “Hundert Seiten Depression”, ist auf dem Mansukript gestanden, das neben deinem Lapop liegt! Werden deine Memoiren so heißen?”, erkumdigte sie sich neugierig. Lore Spielberg, die Amelia, die Schlagobersschüßel hinschob, nickte.

“Stimmt, Melia! So lautet der vorläufige Arbeitstitel! Das ist mir vor ein paar Tagen eingefallen! Aber lassen wir das heikle Thema! Deine Matura ist trotz Corona, ein freudigs Ereignis! Wir genießen das Wochenende! Am Montag bringe ich dich zum Zug und in drei Wochen kommst du mit dem Richard wieder! Vielleicht ist dann auch dein Großvater da! Wenn nicht, werden wir ihn nicht vermissen! Haben wir ihn doch auch vorher nicht gebraucht und jetzt konzentrieren wir uns auf das Mittagessen!””

Bestandsaufnahme

In der letzten Woche bin ich wieder in einen Clinch mit dem Uli, wegen meines Schreibens, den ich jetzt ziemlich genau fünf jahre kenne, gekommen. Da ist er auf einen meiner Kommentare im Literaturcafe getoßen, ich glaube es ist da um die Frage gegangen, wieviel Gelde den Autoren entgeht, weil sich die Leute, die E-books illegal hinunterladen. Und mich dann, im Juli 2016, glaube ich, gefragt, ob ich Kritik verstehe? Hat dann einen meiner Sätze abgewandelt und gemeint, daß sie so viel verständlicher scheinen und ich solle mich daran halten.

So viel besser sind mir seine Vorschläge gar nicht vorgekommen, ich habe mir seine Kritik aber insofern zu Herzen genommen,daß ich seither versuche im Blog mehr Absätze zu machen. Fehler sind wahrscheinlich trotzdem drinnen, weil ich sehr viel schreibe und dann oft zu müde bin, dann dann noch stundenlang zu korrigieren und außerdem macht mir mein Computer Schwierigkeiten, der da oft sehr oft hängen bleibt.

Ich könne nicht schreiben, hat er gemeint und dazu gefügt, daß er meinen Blog deshalb liest, um sich zu gruseln und später, daß ich keine Kritik vertragen kann und weil es anläßlich meines dreizehn Jahre Literaturgeflüster feiern wieder zu einer diesbezüglichen Kritik gekommen bin und ich des Sommerlochs wegen auch Stoff für rmeine Artikel brauche, habe ich mir gedacht, die Gelegenheit zu einer neuerlichen Bestandaufnahme zu nützen und darüber nachzudenken,wie gut oder schlecht ich wirklich schreiben kann und in wie weit sich das in den schon fast fünfzig jahren in denen ich das schon literarisch versuche, verändert hat?

Daß ich nicht schreiben kann, glaube ich, nicht, habe ich dem Uli damals soweit ich mich erinnern kann, auf seine Mails geschrieben! Dazu tue ich es schon zu lang und zuviel! Aber natürlich er meint, das literarische Schreiben, denn die Kulturtechnik lernt man in der Schule und da auch nicht mehr richtig und immer, gibt es ja inzwischen schon Studien, daß vierzig Prozent der Schüler diese verlassen ohne sinnerfassend lesen zu können. Da gehöre ich mit Sicherheit nicht dazu und habe das auch schon gekonnt, als ich die erste Volksschulklasse im jahr 1960 betreten habe. Denn ich bin ja ein Novemberkind, also hat mich meine Mutter schon im jahre 1959 für die Schule angemeldet, da hatte ich aber Sprachfehler und da hätten sie mich nur für eine diesbezügliche Sonderschule genommen.

“Mein Kindgeht in keine Sonderschule!”, hat meine Mutter, glaube ich, geantwortet und ist mit mir zu einem Logopäden gegangen. Einen recht bekannten glaube ich sogar, einen Herrn Aschenbrenner, der wenn ich mich erinnern kann, auch recht verzwelt war, weil es nicht so einfach war, mir das richtige r oder s beizubringen. Jedenfalls hat er das offenbar soviel mit mir geübt, daß ich dann Lesen und Schreiben konnte und die Idee das schriftstellerisch zu verwenden ist mir, glaube ich, schon in der Volksschule gekommen und da habe ich am Wochenende immer Aufsätze geschrieben und die der Lehrerin gezeigt, die mir einmal, glaube ich, auch geraten hat, keine Doppelausdrücke zu verwenden. Die Resonanz war damals also gut und die Deutschstunden auch!

Den Uli nervt, glaube ich, auch die Geschichte von der Frau Prof Friedl, die in der Straßengasser verzweifelt war, daß sie mir wegen meiner Rechtschreibung nur ein minus sehr gut geben konnte und ich mir gedacht habe, was hat sie nur, das ist mir ja egal und das war mir damals und vielleicht auch noch heute, die Rechtschreibung, weil ich mir gedacht habe, daß es ja zur Freiheit des Menschen gehört, so zu schreiben, wie er will!

Man muß es lesen können, natürlich, daher die Rechtschreibregeln, aber warum soll ich mich da anpassen? Das war auch vor fünfzig Jahren so, daß ich so gedacht habe, inzwischen habe ich mich da angepasst, verwende aber immer noch die alten Rechtschreibregeln, weil da bei den Autoren auch großer Widerstand war, sich da anzupassen. Die Anpassung ist auch da still und heimlich passiert. Das war aber erst viel später, denn 1973, als ich maturiert habe, hat es noch keine Rechtschreibreform gegeben und ich bin mit großen Illusionen im Kopf mitten in der philosophischen Krise dagestanden, habe Satre und Camus gelesen und ein Jahr später auch Robert Musil habe mir Rilkes Gedichte gekauft und meine erste Erzählung geschrieben. Das war ein Geschichte von einer Prostiutierten, die Kinder unterrichtet hat. Ich habe sie fertig geschrieben, nie wirklich korrigiert und auch nicht recht gewußt, was ich damit anfangen soll? Einem alten Herrn der nach seiner Pensionierung Pyschologie studierte, was ich ja auch getan habe, habe ich sie gezeigt, der hat wohlwollend “Eine nette Broschüre!”, gesagt und ich war verwirrt, denn es war ja eine Erzählung, habe mich aber nicht getraut ihn darauf anzusprechen.

Ich hatte damals, glaube ich, experimentelle Ansätze. Kurze Sätze und Bindestriche dazwischen. In späteren Erzählungen, dann auch sehr viele Alltagsbeobachtungen, wie beispielsweise in den U-Bahngeschichten verwendet und ich kann mich auch erinnern, daß ich damals so nach oder vor meiner Matura mit einer Tanzschulbekanntschaft darüber diskutiert und er mir sagte, die Form ist wichtiger, als der Inhalt und ich schon damals anderer Ansicht war.

So gesehen ist und war mir der Inhalt immer wichtiger, als die Sprwche und das ist wahrscheinlich mein Problem, daß der Erfolg ausgeblieben ist, auch daß damals Jonke und Handke en vogue war und Ernst Jandl, obwohl es ja auc hdie realistischen Romane von Innerhofer und Scharang gegeben hat.

Ich war auch weit entfernt meine Texte an Verlage zu schicken. Hatte kaum Kontakt zu Autoren und bin dann auch in eine krise gekommen, weil man ja nicht wirklich Psychologie studieren und Abend seine Texte schreiben kann. Habe aber nicht aufgegeben, sondern weitergeschrieben. Denn, ich glaube auch, schreiben lernt man durch das Schreiben und der nächste Text, den ich mich traute jemanden zu zeigen, war dann die “Einladung zum Tee”, die dem Gerhard und der Monika nicht gefallen haben. Da weiß ich noch immer nicht so genau, was sie hatten. Denn die Dreiecksgeschichte war sicher konventionell, aber für richtig schlecht würde ich sie nicht halten. Sie wäre auch fast im “Sterz” veröffentlicht worden und war auch schon illustriert. Denn die Monika hat mich dann auch in den Arbeitskreis schreibender Frauen gebracht und mich auf die damaligen Textvorstellungen in der “Alten Schmiede”, die noch anders hießen und man kein Honorar bekam, aufmerksam gemacht. Da haben immer zwei Autoren, die Texte der Angetretenen auseinandergenommen. Das sagte sie einem auch bei der Anmeldung. Bei mir waren es Gustav Ernst und Marie Therese Kerschbaumer. Es war fürcherlich. Iich habe mich aber auch nicht entmutigen lassen und dann auch versucht meine Texte an Zeitschriften und Verlage zu schicken. Das hat nicht geklappt. Ein paar Kleinere haben sie zwar genommen und spannend ist auch was den Lektor betrifft, daß “Güler will kein Kopftuch mehr”, wo ich ja einen Preis für ein nichtrollenkonformes Kinderbuch gewonnen habe, der dann auch in “Mädchen dürfen pfeifen Buben dürfen weinen” abedruckt war, lektoriert wurde. Ich habe trotzdem eine Kritik von wegen “Was für ein schlechter Text!”, bekommen habe.

Das ist wohl mein Schicksal, daß es immer Leugte gibt, die das meinen, was ich lange nicht verstanden habe,vielleicht meint der Uli deshalb, daß ich kritikunfähig bin. Ich weiß nicht so recht, irgendwie hat man ja immer blinde Flecken und als ich die “Hierachien” an zweiundvierzig Verlage geschickt habe, hat mir der Herr Amann von demgleichnamigen Schweizer-Verlag, einen lieben Brief geschrieben, wo er mir zu erklären versuchte, warum er das Manuskript nicht nehmen würde. Das hat dann der Jack Unterweger genommen, weil der das Bundesministerium die entsprechenden Subention gewährte und die Kritik war dann auch “Ein schlechtes Buch!”

Hui,hui und sicher sehr entmutigend und meine Reaktion war damals sicher, daß ich abgewehrt und weitergeschrieben habe und damals habe ich mich ja regelmäßig mit der Elfriede Haslehner, der Bruni Langthaler und der Valerie Szabo-Lorenz getroffen und wir haben über unsere Texte geredet. Da kann ich mich erinnern, daß die Valerie, es war wohl in den Siebziger-oderAchtigerjahren einmal sagte, ihr würden die Texte so zufliegen. Sie stand wohl auch im Schatten ihren berühmten Mannes, des inzwischen ziemlich vergessenen Wilhelm Szabo und ich dachte mir “Wui, bei mir ist das nicht so!”

Ich war damals ziemlich gehemmt und jeder neuer Text ein ziemlicher Krampf. Die Angst vor dem leeren Blatt. In diese Schublade könnte man das reihen. Das hat sich inzwischen geändert und ich denke, das ist der Erfolg, daß ich einfach weitergeschrieben habe. Ich habe damals wohl wirklich ziemlich kritiklos auch schlechte Texte weggeschickt. Das war wohl ein Fehler und nicht jeder tet ist auch gelungen. Obwohl man das selber wahrscheinlich schlecht beurteilen kann. So kann ich mich erinnern, daß 2000 die Obdachlosenzeitung “Augustin”, als es damals schwarz-blau das erste Mal gegeben hat, auch da hat sich inzwischen viel verändert,einenWettbewerb ausgerufen hat und ich einen Text, den ich gar nicht für so gut gelungen gehalten habe, hingeschickt habe.

“Widerstand beim Zwiebelschneiden” hat er geheißen. Ich habe den Preis nicht gewonnen. Er war aber noch in einigen Zeitschriften abgedurckt, während Texte die ich für besser gehalten habe, oft übersehen wurden. Die Erzählung “Ernestine” aus den “Hierachien”, die ich, was ich früher öfter machte, auch an Zeitschriften geschickt habe, habe ich von einem “Sterz- Redakteur” rot korrigiert zurückbekommen. Er hat es, glaube ich, gut gemeint. Ich war empört und bin in diesem Sinn, da hat der Uli wohl recht, wirklich nichtsehr kritikfähig, weil ich nich tmag daß man in meinen Texten herumstreicht. Das gehört sich nicht, denke ich und das würde ein Lektor, den ich bezahle, wohl auch nicht tun und so war ich auch empört, als mir bei einer Lesung aus der “Güler”, in der Einladung der Titel in “Güler und der Pascha aus Ottakring umgedeutet.

So ist es dann weitergegangen. Ich habe geschrieben und geschrieben, bin 1987 im zweiten Anlauf Mitglied bei der GAV geworden. Die Arbeitskreisfrauen und auch andere,wie die Ruth und die Hilde Schmölzer immer wieder getroffen und auch, ab circa 2000, weil es mit den Verlagen nicht klappte, auf Initaive des Alfreds mein erstes Buch selbst herausgebracht. Ganz unkonventionell fünfzig mal gedruckt ohne ISBN-Nummer. Das könnte man inzwischen geschickter machen, da hat der Uli auch recht, obwohl ich zwischen BoD und den bei “Amazon” selbst heraufgeladenen Büchern auch nicht soviel Unterschied sehe. Es ist irgendwie öffentlicher. Das stimmt, die professionelle Anerkennung hat man aber trotzdem nicht, heißt es ja auch hier noch oft, kein selfpublishing! So bleibe ich dabei und stelle meine Bücher auf meinen Blog vor, den ich ja auch nun schon dreizehn Jahre schreibe, bin da warhscheinlich auch nicht sehr geschickt und habe wenig Resonanz. Bin in den Literaturbetrieb auch nicht hineingekommen, sondern habe mich im großen und ganzen mit drei Kritikern, der Frau Heidegger, der JuSophie und dem Uli gematscht aber ich wollte ja über meine Schreibfortschritt schreiben und da hat sich in den fast fünfzig Jahren wo ich das nun schon professionell betreiben will, schon etwas verändert.

Am Anfang war ich gehemmt und die harschen Krtiken haben mich abgeschreckt. Das hat sich verändert. Die Ideen fließen oder floßen,weil ich mich inzwischen auch schon ein wenig ausgeschrieben fühle. Kunststück, nach fünfzig Jahren und fünzig selbstgemachten Büchern. Aber und das habe ich meinen Blog zu verdanken, ich reflektiere ja viel über mein Schreiben. Habe da auch oft das Gefühl da an meine Grenzen zu stoßen und, daß es nicht so wird,wie ich es will. Ob mir da ein Lektor wirklich helfen könnte,weiß ich nicht. Ich bleibe mi tmeinen ideen wahrscheinlich oft an der Oberfläche. Schreibe manches nur an und komme dann nich weiter,das stimmt. Dann probiere ich es eben noch einmal und seit ich 2005 bei dieser “Text und Kritik-Werkstatt”, der Erika Kronabitter war, verrsuche ich auch an meiner Sprache etwaszu verbessern.

Ich schreibe den Rohtext relativ schnell herunter, korrigiere dann ein paar Monate, bis der Text an den Alfred geht, der ihn mir druckereifertig macht. Große Verbesserungen kommen dann ncht mehr dazu und die Frage ist ja, was habe ich in den fünzig Jahren, seiit ich professionell zu schreiben versuche, gelernt?Am Anfang hatte ich stark das Gefühl stecken zu bleiben und mich nicht weiterzuentwickeln. Dann habe ich mir aber einmal, die”Hierarchien”,die ja etwas kritisiert wurden, herausgeholt und wiedergelesen und erstaunt gedacht “Na so schlecht ist das nicht!”

Gehemmt bin ich eigentlich auch nicht mehr, sondern schreibe am laufenden Band. Zuviel, sagt manchmal derAlfred, Das weiß ich nicht,obwohli ch jetzt ja wieder denke, nac hden”Hundert Seiten”fällt mir nichts mehr ein. Aber das denke ich mir schon seit einigen Jahren und dann ist doch wieder sehr schnell etwas Neues entstanden und was die “Hundert Seiten” betrifft, die ich jetzt wieder ganz durchkorrigie, während ich vorher bei den einzelnen Stärngen war, denke ich, daß da auch eher etwas weg, als dazu kommenwird. obwohl es wieder eine eher kürzere erzählung ist. Da bin ich eher beim Verdichten angelangt und das wäre ja gut und literarisch erwünscht.

Ganz sitzt es noch nicht. Da bin ich wieder eher unzufrieden und denke “Schon wieder nicht gelungen!”

Aber ich werde es fertiig korrigiern,bis meiner Meinung nach jeder Satz sitzt. Das wa ja so ein Satz, den mir die Bruni malwovgehalten hat ,jeder Satz muß stimmen. Die große Feminsmus-Aufarbeitung ist es wohl nicht geworden, aber die gibt es ja auch schon,eher eine kurze Großmutter-Sohn- Enkeltochtergeschichte mit drei Handlungssträngen. Die Geschichte um Ricki Neuwirths Kind kommt mir eher wieder wie ein Jugendbuch vor und das ist es wohl auch, daß mein sozialkritischer Realismus vielleicht als zu wenig literarisch klingt und dann ist mir wohl und das mag stimmen, die Sprache wirklich nicht so wichtig, obwohl ich hauch keine richtige Heldenreiseplotterin bin. Da wirft mir ja der Uli vor, daß ich zuviel monologisiere und das stimmt wohl auch und möchte ich auch tun. Das ist wohl mein Stil.

Was die Dialoge betrifft, da bin ich, glaube ich, sicher flüßiger geworden un dschreibe inzwischen auch ganze Passagen solcher, da kann ich mich ja an die Schreibwerkstatt bei der Eveline Haas erninnern, wo wi einen solchen schreiben sollten und ich nichts zusammenbrachte. Da wa rich irgendwie blockiert, während der Krimi, den ich dort geschrieben habe Mein ist die Rache im “Best of”, für die, die es interessiert, sehr lang geworden ist und ichschreib ja viel und schnell und ich habe mr inzwischen wohl endgültig den Rat des Rudolf B., den er mir etwa 1978 gegeben hat, nur für mich zu schreiben, angenommen. Etwas anderes bleibt mir auch nicht über. Ich verschicke nicht mehr an Zeitschriften und Verlage, sondern stelle meine Texte und mein Schreibberichte in das Netzt und wer mag, kann und wird mich finden und da habe ich auch vor das jetzt wieder so ähnlich,wie beim “Frühlingserwachen” mit den “Hundert Seiten” zu tun .Da gibts in den nächsten Tagen und vielleicht auch später ein paar Szenen, so daß man schon darüber diksutieren kann, bevor das Buch ferig geschrieben worden ist.

Ich weiß gar nicht, ob ich gut schreibe. Das will ich gar nicht selbst beurteilen. Ich schreibe jedenfalls sehr viel, reflektiere darüber und stelle mich auch der Kritik im Blog und denke auch, die Übung macht den Meister und die betreibe ich schon sehr lang. Also bin ich gespannt, wie es weitergeht und was in meiner heurigen Sommerschreibwerkstatt und auch später noch alles entstehen wird.

Im Landhaus der Dietrich Kittner-Stiftung

Wochenende in der Steiermark in Dedenitz bei Bad Radkersburg, weil da hat sich die Ruth bei der Dietrich Kittner Stiftung, das war ein Kabarettist, der dort ein Kulturzetrum mit Theater aufgebaut hat,das jetzt von der steierischen KÖP und von Ernst Kaltenegger verwaltet und als Ferienwohnungen meistens an Künstler vergeben wird, eingemietet und uns eingeladen dort im Garten unser Zelt bzw. den neuen Campingwagen aufzubauen und ein bißchen Urlaub ist in Corona- Zeiten, wo man ohne 3G ja nicht sehr viel herumkommt, ganz gut. Vor der ruth war in der großn Wohnung, die wahrscheinlich ein ehemaliges Bauernhaus ist, Erich Hackl und hat vielleicht ein paar seiner Bücher hinterlassen oder waren sie schon dort. Ein sehr idyllischer Hof,der fast ein bißchen an das Künstlerdorf erinnert wo wir im Vorjahr waren. Den neuen Campinganhänger den sich derAlfred mit dem Karli im Oktober geholt hat unter einem Baum aufgestellt und ein bißchen probegeschlafen und dann mi tden Klapprädern, die wi rmitgenommen haben nach Bad Radkersburg vier Kilometer auf einen schönen Radweg gefahren.

Am Hauptplatz direkt neben der ästhetisch schönen Bücherzelle, wo die städtische Bibliothek ihre Plakate angebracht hat, die Räder abgestellt und zur Frauenkirche gewandert alles ästhetisch schön. Das Finanzamt schaut wie ein Theater aus, dabneben steht das Russendenkmal, das, glaube ich, vom Hauptplatz verlegt wurde, dann zu einer anderen Kirche, die sehr schön war und davor gab es eine Ausstellung über das Sterben mit einem alten Totenwagen,woman sich einbißchen in dieVergangenheit begeben konnte.

Dann sind wr zurückgeradelt, ein bißchen hat es geregnet und in der Nacht gab es ein Gewitter, so daß das neue Zelt, das sehr weich und bequem war gleich zumEinstand naß geworden ist und dasWetter am Samstag schlecht, wo die Ruth ihre Schwester und ihren Schwager erwartet, die aus Stuttgart kommen sollen und amSonntag soll auch noch ihr Sohn mit seiner Familie kommen, so daß es ein richtigs Familientreffen geben wird.

Zum Frühstück kam der Bäckerwagen, es gab Kipferl und Eiern vom Bauern von angeblich glücklichen Hühnern. Das Internet war, was mich in Schrecken versetzte, eine Weile aus, denn was tut man Mitten am Land im Regen? Allerdings gibt es ja meinen “Hundert Seiten-Text”, den ich auch ohne Netz korrigieren kann und da auch noch viel Arbeit habe.

Dann bekamen wir Besuch von einem einheimischen Naturburschen, der Alfreds Zelt besichtigen wollte. Ruth kochte zum Mittagessen Champignons mit Reis und der Alfred,der unbedingt Fleisch haben wollte, fuhr zum Lindenhof um zwei Portionen Schweinsbraten und drei Cremeschnittenzu holen und den drei G-Regeln zu entgehen. Danach ein Spaziergang anderslowenischen Grenze durch den Wald, was Erinnerungen in mir weckte, bin ich doch vor fast vierzig Jahren mit dem Herrn Benesch in einem Bauernhof an der slowenischen Grenze gewesen und dortbeim Scheammerlsuchen ein bißcfhen zu weit in das ehemalige Jugoslawien gekommen. Das ist diesmal nicht passiert, sondern ein schöner Gang durch einen schönen Wald in einem schönen Erholungsgebiet und das Wetter war auch wieder schön.

Am Abend während Ruth auf ihre Schwester wartete, sind wir noch einmal zum Lindenhof geradelt, um Getränke zu holen und da in ein Gewitter geraten. Zum Glück aber nicht zu naß geworden. Die Schwester und der Schwager sind dann erst sehr spät, weil in einem Stau geraten, gekommen. Am Sonntag war dann das Wetter nach einer ruhigen Nacht wieder schlecht.

Überall gibt es Hochwasser und Überschwemmungen. In Deutschlandf sind über hundert Menschen daran gestorben, Hallein ist überflute und Amstetten.

So sind wir in Ruths Wohnung geblieben, ich habe meinen Text korrigiert und noch einmal das Bücherregal durchgesehen. Dietrich Kittner hat, glaube ich, eine Bibliothek mit zehntausend Büchern hinterlassen. Da habe ich nur ein Foto gesehen. In dem Bücherregal in derWohnung gab es aber ein Buch mit Kittner Texten, das ich durchgeblättert habe und was ich besonders interessant fand, auch eines von Louis Mahrer nämlich “Bora”, das Robert Streibel herausgebracht hat, ich habe bei einer KritLit davon gehört in der Kittner Stiftung gibt es also besondere kritische Bücher und zum Mttagessen hat der Alfred aus dem Gasthaus Backhendl geholt. Die Ruth hat Gurkensalat gemacht. Cremeschnitten gab es noch von gestern und dann sind wir über Graz und Mariazell zurückgefahren und haben die Option nächste Woche wiederzukommen und da noch einmal ein Wochenende an der steirisch slowenischen Grenze zu erleben, wenn das Wetter vielleicht besser ist.