Von Hand zu Hand

Jetzt kommt noch einmal, bevor es mit dem “Buchpreislesen” weitergeht ein sehr poetischer Text, ein surrealer Roman, der erste, den, die 1915 in Warschau geborene Helen Weinzweig, die 1924 mit ihrer Mutter nach Kandada auswanderte und mit einem Komponisten verheiratet war, von der ich schon “Schwarzes Kleid mit Perlen” gelesen habe,1973 geschrieben hat.

Ein poetisches Ensemble und einen Stimmenchor nennt es der Lektor im Nachwort, denn der Text der eine sehr skurille Hochzeit beschreibt, besteht aus längeren oder kürzern Textstückchen, wo die bei der Hochzeit anwesenden Figuren einen Eindruck von ihrer Beziehung zum Brautpaar geben.

Von einer promiskuitiven Braut und einem schwulen Bräutigam, die die gleiche Kleidung tragen und zum Verwechslung ähnlich sind, steht etwas in der Beschreibung. Die Ex-Lover sind anwesend und eine mexikanische Frau, die ihr Kind während der Hochzeit stillt und am Schluß ist die gemietete Hochzeitsuite nicht frei und die Leserin, die ja gerne Struktur und eine geordnete Handlung hat, tut sich sehr schwer beim Lesen dieser kleinen feinen Textstückchen.

Sie tut sich auch schwer bei den Namen, den diese schwirren lustig in der Kirche und in der Nichthandlung herum. Der Beschreibungstext erzählt noch etwas vom bitterbösen jüdischen Witz mit dem Helen Weinzweig ihren Roman erzählt, spricht von kuriosen lebendigen Szenen und Sätzen voller Wucht und Absurdität.

Nun ja, nun ja und sicherlich sehr spannend einmal eine solche Hochzeit mitzuerleben und James Polk erwähnt in seinem Nachwort noch, daß es außer den beiden jetzt bei “Wagenbach” auf Deutsch herausgegebenen Romanen, nur noch einen Erzählband, der 2010 in Toronto verstorbenen Autorin, die ja erst mit sechzig zu schreiben angefangen hat, erschienen sind.

Trotzdem gilt Helen Weinzweig, als wichtige kanadische Autorin, die sowohl das Vorbild von Margaret Atwood als auch von Alice Munro war.

Kühle Literaturmeile Zieglergasse

Während heute die zweite Ampelschaltungsphase vorgestellt, wo ab Montag eine generelle Maskenpflicht in allen Innenräumen und in Wien wegen der besonders hohen Corona-Zahlen besondere Verschärfungen diskutiert wurden, so daß ich mir die literarischen Veranstaltungen für das nächste halbe Jahr wohl abschminken kann, fanden in der Zieglergasse unter dem Motto “the word i not enough”, besondere Literaturbegegnungen statt.

Denn wir haben ja eine grüne Vizebürgermeisterin, die sich besonders bemüht, um den Klimaveränderungen vorzubeugen, Wien in Begegnungszonen umzuwandeln und so wollte ich vor einem Jahr zum Bücherschrank und habe ihn nicht gefunden.

Inzwischen gibt es ihn wieder und die zieglergasse ist in eine kühle Meile mit Baumbepflanzungen und Nebelduschen umgewandelt worden und sollte eigentlich im April eröffnet werden.

Das ging Corona bedingt aber nicht, obwohl Peter Clar den ich ja vom Volkssstimmefest, das es heuer auch nicht gab, ein spezielles Literaturfestival vorbereitet.

Das wurde heute am nachgeholt und so wurde die Zieglergasse, den ganzen Nachmittag in ein Literaturfest umgewandelt, was auf den ersten Blick gar nicht so idillisch wirkte, denn Absperrungen, Gitter, zäune und Securities.

Um eins wurde bei der Hauptbühne Ecke Zieglergasse Westbahnstraße eröffnet. Vorher gab es noch einen literarischen Spazierugng, aber der ist an mir vorbeigegangen und der Platz vor dem Bücherschrank oder auf der anderen Seite ist normalerweise auch ein sehr schöner. Jetzt war da sozusagen zwischen den Schanigärten, die es sonstdort gibt, eine Art Käfig errichtet worden, in den man nur konnte, wenn man seine Daten angab.

Ohne ausfüllen draußen bleiben und sich genau gegenüber auf die Sesseln des “Berlin Döners” setzen, vor dem lange Schlangen standen. Das klappte auch solange, bis der Alfred aus einem anderen Lokal ein Bier und einen Aperol brachte, aber da hatte Bürgermeisterin Hebein und der Bezirksvorsteher schon eröffnet und die erste Lesung, wo Tarek Leitner und Peter Coeln ihr Buch “Hilde & Gretl” vorgestellt, wo es um ein Haus in Gars am Kamp ging, das die beiden nach den Tod der beiden Frauen gekauft hatten und dort eine ganze Sammlung von Schuhen, Bilder, Dokumenten, Engeln, etcetera, fanden.

Dann ging es zu H C Artmann und Gerhard Rühm beziehungsweise zum “Requiem viennense”, nämlich Rühm und Artmann-Texte vertont und auf Türkisch übersetzt.

Der siebente Bezirk ist ein mulikultureller und während es auf der Hauptbühne weiterging, bin ich mit dem Alfred die Zieglergasse wieder ein Stück hinunter, nämlich bis zum Literaturhaus gegangen, wo es denselben Schlauch vis a vis von der Neubauschenke, wo man Bowle und Sturm trinken konnte, was man ab Montag, glaube ich, auch nicht mehr darf, weil dann die Getränke und die Speisen nur mehr im Sitzen und nicht mehr im Barausschank konsumiert werden dürfen.

Heute war das noch möglich, ich habe Robert Huez begrüßt, der mir erklärte, daß man die Literaturhausveranstaltungen auch im Stream ansehen kann.

Fein, fein, aber ich bin ohnehin im Lesestreß und bin noch in die Lesung der Exil-Edition zurechtgekommen, habe da ich da noch Thomas Perle und Julia Rabinowich gehört, die ja auch beim “Exilpreis” begonnen hat, bevor sie berühmt geworden ist, gehört. Jetzt las sie statt, wie geplant aus ihrem “Spaltkopf” aus einem Kinderbuch in dem es um ein selbsbewußten Flüchtlingsmädchen geht und Julia Rabinowich drückte ihren Unmut darüber aus, daß Österreich keine Kindern aus Griechenland aufnehmen will, obwohl dort ja ein Flüchtingslager abgebrannt ist.

Da nach kam Ottwald John mit einer Marianne Fritz-Lesung, denn die 1948 in der Steiermark geborene und 2007 in Wien gestorbene Autorin, hat jahrelang, glaube ich, in der Schottenfeldgasse gelebt.

Es gibt inzwischen einen Marianne Fritz-Park und Ottwald John führte im Schnellverfahren durch das Werk derAusnahmekünstlerin, dann habe ich mit meiner Hauptschulfreundin Christa U., Ottwald John, Marianne Fritzs Lebensgefährten und noch einigen anderen im Garten der Neubauschenke noch einen Sturm getrunken, bevor ich die Zieglergasse wieder hochgegangen bin, wo der “Beschwerdechor” gerade die aktuellen Themen, wie Flüchtlingskrise und Ampelschaltung thematisierte.

Eigentlich hätte da schon der von Mieze Medusa moderierten Slam sein sollen. Der hat aber als Slamshow mit vier Slamers ewas später angefangen. Dann gabs eine Literaturtombola, wo Bücher verlost wurden, ich aber keines gewonnen habe, dafür wurde ich von Udo Kawasser angesprochen, der an einem anderen Ort eine Lesung hatte und der mich auch zu einer Literaturveranstaltung einlud.

Am Schluß gab es noch ein Konzert beziehungsweise eine Lesung aus Martin Peichls beiden Büchern, nämlich “Wie man Dinge repariert”, das auf dem letzten “Alpha” sowie auf der letzten Bloggerdebutshortlist gestanden hat, beziehungsweise aus seinem neuen Buch, das noch in meinem Badezimmer liegt und von mir gelesen werden muß.

Trotz Corona-Zeiten eine tolle Literaturveranstaltung mit guter Stimmung und Begegnungen, obwohl ich eigentlich wieder nach Niederhollerbrunn fahren haben wollen, wo Erich Hackl den “Kramer-Preis” bekommen hat.

Beppo Beyerls Klogeschichten

Beppo Beyerl, Richard Weihs

Beppo Beyerl, Richard Weihs

Heute hätte ich eigentlich zur Präsentation von Luis Stabauers neuem Buch “Brüchige Zeiten” gehen wollen und hatte mich auch schon dafür angemeldet, aber da man in Zeiten, wie diesen ja manchmal oder demnächst wahrscheinlich immer eine Maske braucht, habe ich mich wieder abgemeldet und war dann, als ich schon “Scheiße, keine Veranstaltungen, mehr!”, denken wollte, sehr froh über Richard Weihs Newsletter, der mich auch zu einer Buchpräsentation, nämlich zu Beppo Beiersl “Wiener Klosettbrevier”, ins Weinhaus Sittl einlud und dort braucht man, weil ja ein Lokal, keine Maske und den 1955 in Hadersdorf- Weidlingau geborenen habe ich ja erst am Sonntag im Little Stage, mein literarisches Leben scheint sich zunehmend in Wirthäusern statt im Literaturhaus, “Alte Schmiede” und “Gesellschaft” zu verlegen, gesehen, als dort Armin Baumgartner, den literarischen Sonntag wieder auferstehen ließ, ich kenne Beppo Beyerl schon lange, weiß gar nicht, wo und wann ich ihn kennengelernt habe, war jedenfalls bei einigen Lesungen, habe auch schon einige Bücher von ihm gefunden und die “Bekundungen Betrachtungen Benutzungen” über den Klogang sind bei “Löcker” erschienen.

Der Verleger machte die Einleitung und Begrüßung, Richard Weihs sang und spielte auf verschiedenen Instrumenten Klolieder und ein ganzes Buch über den Klogang ist wahrscheinlich sowohl interessant, als auch ungewöhnlich.

Ich weiß gar nicht, ob es so unbedingt literarisch ist, lehrreich ist es auf jedenfall und Beppo Beyerl hat auch einige Stücke daraus gelesen und immer wieder auch was dazu erzählt.

Beppo Beyerl, Richard Weihs

Beppo Beyerl, Richard Weihs

So begann es mit der “Metaphisik – leider braucht man einen Überbau” und führte dann zu den Geschichterln, wo ein Türke einmal auf einen Ball mit Bonbons erschien, diese wurden ihm von seiner Kleidung entrissen, leider enthielten sie alle Abführpulver, so daß die Klos dann sehr besetzt waren und die feinen Damen in den feinen Ballkleidern sich mehr oder weniger angackten.

Es ging dann zu den Kindheitserinnerungen, die aus dem Pumpsklo, der Großmutter in Hadersdorf Weidlingau bestanden, später ist Peppo Beyerl dann in eine Basenawohnung gezogen, wo er sich das Gangklo mit dem großen Schlüßel mit einer alten Dame teilte und solche Erfahrungen hatte ich auch in meiner Studentenwohnung in der Otto Bauergasse und am Schluß gab es noch Auszüge aus dem “Klo ABC”, das dann, wie Beppo Beyerl noch erwähnte, nicht so unbedingt nur Wienerisch war.

Interessant, interessant, das Stabauer-Buch werde ich wahrscheinlich zugeschickt bekommen und am Rückweg ging es schon durch die “Kühle Meile Zieglergasse”, wo morgen auch ein großes Literaturfest stattfinden wird.

Man sieht der Literatur kommt man trotz einer vielleicht orangen Ampelschaltung nicht aus und darüber könnte man ja auch einen Text schreiben.

Aus der Zuckerfabrik

Jetzt kommt schon oder erst Buch fünf der heurigen deutschen Buchpreisliste, Dorothee Elmigers Recherchetagebuch “Aus der Zuckerfabrik” und ich kenne die 1985 Schweizer Schriftsttellerin, die am Schweizer Literaturinstitut studierte, seit 2010, weil sie mit einem Auszug aus den “Waghalsigen” in Klagenfurt gelesen hat.

Sie hat das Buch, das ich gelesen habe, in der Hauptbücherei präsentiert, hat den “Fried-Preis” bekommen und nun ein sehr poetisches Buch geschrieben, das schön zu lesen, aber schwer zu verstehen ist und man dazu, glaube ich, eine große Portion Konzentration benötigt, um mitzukommen.

Worum geht es?

Am Buchrücken, wo es leider keine Biografie zu lesen gibt, steht “Dorothee Elmiger folgt den Spuren des Geldes und des Verlangens durch die Jahrhunderte und die Weltgegenden. Sie entwirft Biografien von Mstikerierinnen, unersättlichen Spielern, Orgiastinnen und Kolonialisten, protokolliert Träume und Fälle von Ekstase und Wahnsinn. “Aus der Zuckerfabrik” ist die Geschichte einer Recherche, ein Journal voller, Beobachtungen, Befragungen und Ermittlungen.”

Das ist schon einiges, für eine Realistin, die sich gerne am Handlungsfaden fortbewegt, aber sehr wenig. Es gibt Abschnitte oder Kapitel, die schöne Namen , wie beispielsweise “Plaisier” tragen und dann springt die Ich-Erzählerin, die Schriftstellerin ist, es ist ja ein Tagebuch, lustig hin und her und erinnert in ihrer Schreibweise an die große Friederike Mairöcker, heißt es da doch öfter “Sagte ich zu A”, etcetera.

Daß es um die Geschichte des ersten Schweizer Lottomillionärs geht, beschreibt Dorothee Elmiger in einem Filmchen, das der “Buchpreis” über sie drehte, es geht aber auch um, die Eßstörung einer Ellen West die vom Schweizer psichiater Binswanger in einem Buch beschrieben wurde.

Es geht überhaupt viel um Literatur, Marie Luise kaschnitz wird erwähnt, der “Radetzkmarsch”, aber auch, daß die Autorin sich während ihrer Recherche in Leipzig und Berlin aufhielt, aber auch die Werke eines E. G. Wakefields, der in einem Buch beschreibt, wie Kinder im neunzehnten Jahrhundert kriminell gemacht wurden.

Um Zucker geht es natürlich auch, um das Zucker essen, Zuckerrohr und Zuckerplantagen, wobei wir wieder bei der Sklaverei wären. Dorothee Elmiger war in Amerika, aber auch im Max Frisch-Archiv, denen “Montauk” spielt eine Rolle und dann geht es um die Frage, ob man einfach so Erzählen oder Erfinden, füge ich hinzu, kann, wenn einem das Alltagleben, das man ja draußen haben will, denn der Text hat ja, wie ich immer höre, ganz selbstverständlich nichts mit dem Autor zu tun, auch wenn ich den dann eins zu eins in der Biografie wiederfinde, dann liegt es an mir, wenn ich das glaube und es taucht auch ein Lektor auf, der sagt, wenn die Recherchen erst einmal veröffentlicht sind, müssen wir “Roman” darauf schreiben.

Da bin ich nicht ganz sicher, ob das nicht vielleicht doch ironisch gemeint ist, es steht auch nicht darauf, aber der “Deutsche Buchpreis” ist einer, der den Roman des Jahres sucht, also dürfte Dorothee Elminger poetisches Herumschwadronieren, wie auch einige andere Bücher, nicht darauf stehen, tut es aber.

Es folgen Textstellen über dieses Lottomillionär W. Bruni, der sein Glück Ende der Neunzehnhundersiebzigerjahre machte, sich dann laut “Spiegel” einen Lamborghini kaufte, damit einige Urlaubsreisen machte und schließlich in die Karibik fuhr. In den Achtzigerjahen ging er dann in konkurs, sein Besitz wurde versteigert und Dorothee Elmiger fragt sich immer wieder, wie weit die Sprache die Wirklichkeit erfassen kann und ob die Erinnerung nicht trügt?

Man kann sich auch fragen wohin das Recherchetagebuch führt und wozu es angelegt wurde? Um einen Roman über den Lottokönnig zu schreiben?, wie es die realistischen Autoren wahrscheinlich machen. Dazu funken wahrscheinlich zuviele Assoziationen hinein und am Ende bleibt ein sowohl sprachlich schöner, als auch verwirrender und viel Konzentration erfordender Text, die man in Zeiten, wie diesen vielleicht gar nicht hat, zurück.

Es gibt am Schluß die Belege für die Zitate und das von Elmiger verwendete Textmaterial und ich würde mir die Frage nach dem Titel, damit beantwortet, daß das die Werkstatt für Elmigers Elmigers Textassoziationen ist, die zeigen, was im Kopf eines Schriftstellers vorgeht und, wie man zu dem Resultat seiner Recherchen kommen kann.

Pax

Jetzt kommt das zweite “Wagenbach-Quartbuch”, das ich schon länger in meinem E-Book Folder habe, nämlich “Pax” von der 1980 geborenen Eva Roman, die auch das Leipziger Literaturinstitut absolvierte und schon früher einen Roman bei “Wagenbach” herausgebracht hat.

“Pax” ist sowohl eine Coming of age, als auch eine Coming out Geschichte und erzählt auf mehreren Ebenen, beziehungsweise mehrere Thematiken dabei anschneidend, das Aufwachsen des kleinen Pax, seine Tante nennt ihn Max in einer Kleinstadt, bei der schon erwähnten Tante Beatrix, die eine etwas schrullige Person ist, in einem Kaufladen arbeitet, in die Kirche aber auch einmal auf eine Demonstration geht, die dann aber “Umzug” nennt und öfter krank ist, weil er seine Eltern früh veroren hat.

Die sind mit seinem Bruder von einer Afrikareise nicht zurückgekommen. Im Beschreibungstext steht noch etwas von Schuld und Schämen und dann geht es auch, um eine gewisse emotionale Abhängikeit zwischen Neffen und Tante, es gibt eine Oma, die ständig kocht, eine Leni mit der er spielt aber dann kommen schon die schwulen Freunde oder das Umgehen mit ihnen.

Zuerst spielt Pax, als die Tante ihm das endlich erlaubt, Fußball, gerät dabei aber in eine Auseinandersetzung, als er als “Schwuchtel” gehänselt wird, dann schließt er sich in seiner Schule einer Filmgruppe an.

Er möchte gerne Filmer werden, die Tante meint aber er soll was Anständiges machen, so macht er zunächst ein Praktikum in einem Altenheim, lernt da eine alte Dame kennen, die er weiter besucht und gerät dann in eine Bank.

Es gibt eine Wohnung zu vermieten, die vermietet er an seinen Freund und muß das dann der Tante beibringen, die ihm immer nach Mädchen fragt, die aber gar nicht so entsetzt darauf reagiert und am Schluß reist Leni mit einem Wohnwagen durch die Welt.

Alles sicher interessant, aber wahrscheinlich nicht so neu, vielleicht die Art Romane, die man in den Literaturinstituten, als Abschlußarbeit einreichen muß.

Spannend sicherlich, eine mir bisher unbekannt gebliebene Autorin kennengelernt zu haben.

Wiederauferstehung des literarischen Sonntags

Armin Baumgartner

Armin Baumgartner

Jörg Piringer

Jörg Piringer

Der literarische Sonntag war eine von Armin Baumgartner inititierte Veranstaltung, die es von 1999 bis 2004 im Little Stage, einem Lokal in der Rampersdorffergasse gegeben hat.

Das Lesetheater hatte dort bald seine Veranstaltungenu und so hatte ich 2000 wahrscheinlich dort meine lesetheaterveranstaltung, wo sechs Leute, glaube ich, Texte von mir gelesen haben.

Brunis “Golem Now” wurde dort aufgeführt, wir waren dann noch bei einigen Veranstaltungen. Das Lokal hat auch seinen Leseraum erweitert, Bodgan Bogdanovic hat sein Buch vorgestellt, Armin Baumgartner,glaube ich, Jonke interpretiert und als ich ihm dann fragte, ob ich wieder lesen kann, hatte ich, glaube ich, schon einen Termin, aber den literarischen Sonntag gab es dann nicht mehr und heute, wo ich ja fast verzweifelt, nein so arg ist es nicht, aber doch mit ein bißchen Wehmut nach Veranstaltungen suche, die ich ohne Maske besuchen kann, um nicht zur Gänze vom Literarturbetrieb, der mir ja doch sehr wichtig und ein Teil meines bisherigen lebens war, wegzukommen, hat der Alfred mir ein Mail geschickt, denn Armin Baumgartner hat auf Facebook bekanntgegeben, daß es am Sonntag um zwanzig Uhr eine kleine Auferstehung dees literarischen Sonntag mit einer Plakataussteillungen und Lesungen von ihm, Rudolf Kraus, Jörg Piringer und den mir bisher eher unbekannten Bruno Pisek geben würde und ich kann meinen Lesern eine weitere literarische Veranstaltung bekanntgeben, die ich besucht habe, denn Maske und Registrierungsapp beziehungsweise personalisierte Zählkarten, woran meine “Alten Schmiede” Besuche scheitern werden, brauchte es hier nicht, Armin Baumgartner betonte aber, daß er das Reload absichtlich nicht sehr bekanntgegeben hat, um eine Massenveranstaltung zu verhindern.

Das war es dann auch nicht, sondern viel Platz im Lesezimmer, ich glaube mich zu erinnern, daß es dort, als ich das letzte Mal da war, Bänke gegeben hat.

Bruno Pisek

Bruno Pisek

Armin Baumgartner. Rudolf Kraus

Armin Baumgartner. Rudolf Kraus

Jetzt gab es Tische, Beppo Baerl war da und noch einige andere mir unbekannte personen und Jörg Piringer der experimentelle digitale Performer, der heuer beim “Bachmnnpreis” gelesen hat, begann dann auch mit einem Text, der “Ich möchte ein Buch schreiben” hieß und sich immer wieder mit diesem Anfangssatz wiederholte und er bekannte dann, daß nicht er, sondern, die Maschine, den Text geschrieben hat, was natürlich Urheberfragen oder, die wieviel muß man seinen Text selber schreiben, um noch als Literatur zu gelten aufwies, die aber nicht thematisiert wurden.

Der 1962 geborene im Bereich Kunst und Medien vielseitig schaffender Bruno Pisek, wie es bei “Google” so schön heißt, stieß dann in die selbe Kerbe oder auch nicht, denn er brachte keinen Computer auf das Podium, sondern ein großes Buch und einige Leselampen, seine Texte, die er wahrscheinlich selbst geschrieben hat, waren aber ähnlich experimentell und am Schluß trat der 1968 in neunkrichen geborene Armin Baumgartner, der inzwischen GAV- Mitglied ist und schon einige Preise bekommen hat, gemeinsam mit dem 1961 geborenen ehemaligen Bibliothekar Rudolf K2raus als Duo auf, denn sie hatte zu bestimmten Themen wie “Nacht”, “Macht etcetera,je einen Text geschrieben.

Es gibt also trotz Corona und gelber Ampelwelle abseits der üblichen Literaturpfade trotzdem Veranstaltungen und die sind wahrscheinlich gar nicht so wenige, denn es drängt die Künstler wahrscheinlich sich zu äußern und zu verdienen und so bin ich gespannt, wie es im “Literaturgefluster” weitergeht mit der maskenlosen Literatur und zu lesen habe ich inzwischen auch sehr viel und komme nach wie vor damit ja nur eher langsam voran.

Ein gelbgefärbter Corona-Ampeltag

“Shit!”, dachte Michaela Reisinger und legte ihr Mobilphone aus der Hand.

“Großer Shit und riesengroßer Ärgeraufwand!”

Dabei sollte doch alles in Ordnung und in wunderschönster Butter sein, hatte ihr doch Frau Scharinger, die Leiterin des Kindergarten in der sie Lena am Montag bringen wollte, versicherte, daß in der Eingewöhnungsphase eine maskierte Betreuungsperson, als Begleitung in die Innenräume gestatet sei und Lena, die vor kurzem drei geworden war und ab Montag in den Kindergarten gehen sollte, würde dort sicherlich nicht am ersten Tag alleine bleiben wollen, sondern mindestens zu schreien beginnen, wenn sie ihr nicht überhaupt nachlaufen würde.

Also mit Maske durfte sie die Kleine, die ersten Tage begleiten und bei ihr bleiben, wie ihr die Leiterin versichert hatte und Michaela dachte schon wieder “Shit!” und schaute zu Lena hin, die in ihrer Spielecke saß und versuchte einen Turm aus Holzsteinen zusammen zu bauen und vergnügt in die Hände klatschte, wenn es ihr gelungen war, noch ein Steinchen auf den schon recht hohen Turm zu setzen.

Großer Shit und großes Scheiße! Denn sie war keine Maskenträgerin und bisher war es ihr auch gelungen, sich um dieses Stück herumzudrücken, ging Bernhard, der das gerne tat, doch für sie einkaufen und sie war immer schon lieber zu Fuß gelaufen, als sich in ein überfülltes Verkehrmittel zu setzen, nur einmal war sie von einer Lesung weggegangen, weil sie nicht mit Maske, die zwei Meter bis zu ihrem Sitzplatz gehen hatte wollen und hatte fast triumphierend gedacht “Macht ja nichts!”, kann ich das Buch das präsentiert werden sollte, auch selber lesen.

Aber Lena konnte sie nicht allein in den Kindergarten gehen lassen, das wäre unverantwortlich, wenn nicht Quälung oder Mißbrauch gewesen und Bernhard, der sie vertreten hätte können, hatte keine zeit, war er doch berufstätig und hatte Montag um elf eine wichtige Sitzung im Büro, die er nicht versäumen durfte und so schnell ließ ihn die mißtrauische Lena, die seine Spannung sicherlich merken würde, nicht los, sondern würde sich erst recht an ihn klammern, wie sie wahrscheinlich auch einen maskierten Papa lustig finden würde oder auch nicht, begleitete sie ihn ja öfter in den Supermarkt und hatte ihn da schon einmal gefragt, warum er das kuriose Ding, im “Spar” wenn er für sie Joghurt und Kinderschololade zu kaufen, aufsetzte, aber wieder abnahm, wenn er nebenan in den Baummarkt ging, um dort Schrauben für das Hochbett, das er für sie befestigen wollte, zu besorgen.

“Das ist doch komisch Papa?”, hatte sie gesagt und hinzugefügt, was das Corona-Virus sei und warum es so gefährlich wäre?

“Warum ist der Kevin ein Mörder, wie die Lisa sagte, weil er am Sonntag seine Oma besucht und ihr einen Kuß gegeben hat? Das tut man doch und ich möchte der Oma auch ein Bussi geben, Papa, darf ich das?”, hatte sie gefragt und Bernhard mit ihren großen Kulleraugen angesehen. Michaela war froh gewesen, daß sie diese Frage an Bernd und nicht an sie selber richtete, denn sie hätte keine Antwort gewußt, wie sie auch nicht wußte, warum man ein Gefährder sei, wenn man ohne Maske in den Supermarkt ging, während das im Wäschegeschäft gegenüber nicht so war und warum die Nachbarin mit ihrer selbstgehäckelten Maske, die Millimeter große Löcher hatte, das nicht war.

“Dringt das Virus da nicht durch, Mama?”

Das hatte Lena nicht gefragt. So groß war der Sprachschatz der Dreijährigen noch nicht. Das war eher eine Frage, die sie sich selber stellte und jetzt zuckte sie zusammen. Gab es doch einen großen Klesch, denn Lenas Turm war umgefallen, was von der kleinen mit einem enttäuschten “Schade!”, quittiert wurde.

“Macht ja nichts, probierst du es eben noch einmal!”, tröstete Michaela und wandte ihre Aufmerksamkeit dem Fernsehbildschirm zu, wo gerade, der Gesundheitsminister Rudi Anschober zu sehen war, der gerade, die neu eingesetzte Corona-Ampel erklärte und mit ernster Miene verkündete, daß Wien, Linz, Graz und dann noch das Tiroler Städtchen Kufstein zu den, als gelb bewerteten Ampelbezirken gezählt wurden, so daß dort die Zahl der Veranstaltungsbesucher reduziert werden würden und man überall, also auch in den schon erwähnten Baumärkten, Einkaufszentren und Modehäuser Maske tragen mußte, was Lenas vorige Frage erübrige, aber zu neuen Anlaß gab, denn die hatte die Lust an ihren Bausteinen verloren, war sie doch auf sie zugekommen und hatte sich neben sie gestellt.

“Warum ist Wien gelb angezeichnet und was bedeutet das Mama? Muß jetzt Kevins großer Bruder mit Maske in die Schule gehen?”, fragte sie und schaute interessiert auf den Fernsehschirm und Michaela dachte an ihre Freundin Sarah, die übermorgen in die Oper gehen wollte.

“Da muß ich meinen Ausweis mitnehmen und es wird verglichen, ob mein Name dort, wirklich der ist, der auf meiner Karte steht. Dann muß ich meine Maske aufsetzen und sollte sie auch, wenn die Vorstellung begonnen hat, nicht abnehmen! Mal sehen, ob ich das aushalte? Du weißt ja, daß ich an Asthma leide!”, hatte sie gesagt und überlegte, ob sie nicht zu ihrem Hausarzt gehen und dort um ein Attest für eine Befreeung ansuchen sollte?

“Pervers, pervers!”, dachte Michaela und atmete durch.

“Und vielleicht ein wenig kindisch, wenn ich ein Attest benötige, um frei atmen zu können! Aber in geschlossenen Räumen soll dieses Virus leicht zu übertragen sein! Wien hat eine steigende Zahl von Infizierten, weil jetzt sehr viele Leute getestet werden. Junge Leue, wie Sarah und ich es sind, die gar nicht krank werden, werden in den Medien aber als solche ausgewiesen und deshalb soll es zur allgemeinen Maskenpflicht, sowohl in den Supermärkten, wo noch keiner angesteckt wurde, kommen und es im Freien überhaupt völlig ungefährlich sein soll. Trotzdem muß man, wenn man auf den Eiffelturm will, eine Maske tragen und auch wenn man in Velden oder Villach am Abend spazierengeht! Pervers, pervers!”,wiederholte sie und bemerkte, daß im Fernsehen jetzt über Weihnachten gesprochen und da überlegt wurde, ob es dann Christkindlmärkte geben soll?

“Ich will aber auf den Christkindlmarkt gehen, Mama! Das hast du mir versprochen, daß wir da hingehen und mir die Oma einen Bratapfel und ein Engerl kaufen wird! Oder darf ich mit der Oma nicht hingehen, weil sie alt ist und ich eine Gefährderin bin, wenn ich ihr ein Bussi gebe?”

“Du kannst ja Abstand halten und ihr nur zuwinken!”, antwortete Michaela und dachte an den Babelefantenabstand von dem sie gehört hatte, daß er auf einen Meter fünfzig erweitert werden sollte, um kein Risiko einzugehen und hörte jetzt, daß ein Leitplan für die Christkindlmärkte geplant wäre, um sie abhalten zu können. Ein Leitplan mit Besucherbeschränkung und Alkoholverbot, hörte sie jetzt einen Handelskammervertreter mit wichtiger Stimme verkünden und Lena sagte, daß ihr das egal wäre, denn sie trinke ohnehin nur Kinderpunsch.

“Oder gibt es den auch nicht, Mama und warum darf man keinen Alkohol trinken? Ist dann das Virus gefährlicher? Glaubt das der Mann?”

“Nein!”, antwortete Michaela und atmete noch einmal durch.

“Ich glaube, er denkt, daß die Menschen, wenn sie Alkohol trinken, nicht mehr klar denken können und sich näher kommen, als sie das sonst täten!”, sagte sie nicht sehr überzeugt, weil sie die innere Stimme in ihr “Unsinn!”, rufen hörte “Das sind doch Erwachsene und keine kleinen Kinder!”

Lena schaute sie mit großen Augen an und fragte “Und jetzt sind wir in der gelben Zone, weil wir nicht brav genug gewesen sind und wenn die Ampel rot leuchtet, werden wir dann eingesperrt und dürfen nicht mehr in den Park und werden wir auch keinen Christbaum haben, wie wir zu Ostern auch keine Ostereier hatten?”

“Nein!”, antwortete Michaela schüttelte den Kopf, strich Lena übers Haar und dachte, daß sie das durfte, weil sie mit der Kleinen und mit Bernhard in einem Haushalt lebte und das nur bei ihrer Mutter, ihrer Schwester und Bernds Eltern ein wenig problematisch wäre, weil die tatsächlich schon älter waren und in einem Pflegeheim lebten, wo es noch immer keine Besuchserlaubnis gab.

“Natürlich nicht! Den Christbaum werden wir schon haben und du hast auch Ostereier gesucht! Kannst du dich nicht erinnern, daß du sogar ein besonders großes Körbchen bekommen hast?”

“Kevins Mutter hat dem Polizisten Strafe zahlen müssen, weilsie mit ihm Fußball spielte!”, erinnerte sich Lena an etwas anderes und Michaela war erleichtert, als sie ihr Mobilphone und Bernhards Stimme hörte, der fröhlich wissen wollte, ob er eine Pizza mitbringen sollte “Oder wollen wir die, im Garten des “Gondolas” essen und, die habe ich gehört, werden auch im Winter erlaubt, so daß wir uns da in eine Decke hüllen können und vielleicht ist da auch Wein und Bier erlaubt!”

Michaela dachte noch einmal “Das ist ganz schön verrückt!”,, während sie den Gesundheitsminister sagen hörte, daß die gelbe Wiener Ampelschaltung zwar kein Grund zur Sorge, aber wohl einer für höhere Achtsamkeit sei und auch die noch auf grün geschalteten Bezirke müßen aufpassen.

“Denn das Virus schläft nicht und ist unter uns!” und wußte wieder keine Antwort auf Lenas Frage, warum man nur bei Corona alle testen und einsperren müße, während das bei Grippe nicht so sei.

“Oder darf ich jetzt auch nicht mehr husten und kommt die Polizei, wenn ich einen Schnupfen habe?”

“Nein!”, antwortete Michaela festentschloßen und drückte Lena festan sich.

“Ich hoffe nicht! Du darfst dann halt nicht in den Kindergarten, sondern bleibst zu Hause, trinkst Tee und kurierst dich aus!”

Lena klatschte in die hände und antwortete fröhlich, daß ihr die Oma erzählt hatte, daß man das schon so gemacht hatte, als sie ein kleines Mädchen gewesen war.

“Da ist man noch nicht in den Kindergarten gegangen, Mama und ich will eigentlich auch nicht hin, wenn du da eine Maske tragen muß! Da bleibe ich lieber zu Hause und baue mit dir weiter einen Turm! Der Kevin kann uns auch besuchen, wenn er nicht in den Kindergarten will!

Anticoronademo, Linkswahlkampfauftakt und Rathausplatz

Seitdem Corona über uns hereingebrochen sind, die Veranstaltungen wegfallen und man ohne Maske nicht mehr in die öffentlichen Räume darf, lebe ich recht zurückgezogen und gehe ja nur in Harland Radfahren und Wien eher nur zum Postkasten oder auf die Bank, aber heute, wo ja eigentlich das Volksstimmefest und die “Linke Wort-Lesung” stattfinden hätte sollen, wo ich vielleicht schon ein Stückchen aus einem meiner Coronatexte vortragen hätte können und da habe ich sogar einen brandneuen, aber heute war wieder ein sehr intensiver Tag, der sich am Dienstag damit anbahnte, daß die Ruth nachdem ich von meiner Sommerfrische aus Harland zurückgekommen ist, mich angerufen hat und uns fragte, ob wir mit ihr nicht auf dem Rathausplatz gehen wollten, denn da endet ja jetzt bald das Filmfestival und da bin ich früher ziemlich regelmäßig hingegegangen, um mir die kostenlosen Musikfilme anzusehen.

Aber heuer ist ja alles anders und da hatte Bürgermeister Ludwig die Idee, den Rathausplatz in Logen einzuteilen. Man muß sich anmelden und wird dann auf den Platz geführt oder hat den auf einen Zettel stehen und ich habe gedacht, nie gehe ich da hin, die Ruth meinte aber nur sie müße ihren Namen angeben, was wahrscheinlich auch nichts nützt, wenn sie oder jemand anderer den Virus hat und Maske braucht man auch nicht und ich habe zugesagt, dann kam aber vor ein paar Tagen eine Einladung zum Wahlkampfauftakt der Links-Partei, die sich dazu, da ja heuer kein Volksstimmefest stattfindet, die Jeusuitenwiese dazu ausgesucht hat und gestern habe ich noch nachgeschaut, ob es nicht vielleicht doch eine Corona- Demo gibt, denn nachdem in Wien, die Ampel ja auf Corona gelb geschaltet ist, weil ja täglich über hundert Neuinfektionen muß man ja überall Maske tragen und das neue Covid Gesetz soll ja nicht so ohne sein und Glück gehabt. Es gab eine Samstag um zehn Uhr am Resselpark, also habe ich den Alfred der in seinem grünen Leiberl, die Pension dazu nützt für die Grünen Wahlkampf zu machen bis zur Kettenbrückengasse begleitet und bin dann in den Resslpark marschiert.

Dort ist ist sogar Bodo Schiffmann gekommen, der ja ein bekannter Corona- Gegner ist und viele Leute aus Berlin, die beweisen wollten, daß die Demo dort letzte Woche doch nicht von so vielen Rechten unterminiert war, wie die Medien behaupten.

Es gab auch ein paar Erfahrungsberichte von dem Wienerleben mit Corona, wo Menschen mit anderen Erkrankungen, als Corona nicht behandelt wurden oder die von Kindern, die am Montag in die Schule müssen und keine Masken wollen.

Bis drei hätte die Demo gedauert, ich habe mir aber ein tiefgefrorenes Saltimbocca aus dem Eisschrank genommen, so daß ich zurückmußte und dann, wie immer am Wochenende vor Schulbeginn in den Prater auf die Jesusitenwiese, wo der Wahlkampfauftakt genau dort stattfand, wo eigentlich die Lesung sein sollte. Statt Sigi Maron-Bühne, früher hat sie Jura Sofer geheißen oder Siebensternbühne, ein lila Poster statt dem Maron Profil.

Einige Bekannte, aber nur wenige die früher gelesen haben, da habe ich eigentlich nur die Elfi Resch gesehen, die Uli Fuchs war aber da und ein paar Leute, die ich von der KPÖ-Margareten kennen, der Kurto Wendt natürlich auch, denn die LiInks-Partei ist ja aus den Donnerstagsdemos entstanden und die wurden ja, glaube ich, auf dem Voksstimmefest vor zwei Jahren verkündet, daß es sie wiedergeben würde.

Jetzt probten noch die Musiker, die es zu diesem Wahlkampffest auch gegeben hat, auf der Bühne, dann kam eine Frau und hielt ihre Ansprache seltsamerweise auf Englisch, was ich nicht so ganz verstand, weil es ja um den Wiener Wahlkampf geht. Dann kamen ein paar kurze Reden der Spitzenfunktionäre und dann,was ich besonders schön fand eine junge Frau, die jiddische Arbeiterlieder sang und dabei erzählte, daß sie auch für den Wahlkampf kandiert und den Kurto auf den Demos kennengelernt hat.

“He,he, he nieder mit H. C. und mit der neuen ÖVP”…

Das hat sie wohl bis zum vorigen Mai gesungen. Jezt sang sie es wieder und fügte noch hinzu “Mit links ist es immer Donnerstag”.

Mal sehen, es stellten sich dann die Bezirkskanditaten vor und sagten, was sie alles verändern wollen. Das waren meist junge Leute mit den großen Idealen, die also beispielsbweise enteigenen und aus dem Theresianum ein Schwimmbad für alle machen wollen.

Mal sehen ob es ihnen gelingt, ich konnte aber wegen dem Filmfestival nicht länger bleiben. Denn der Rathausplatz ist ja weit von der jeusuitenwiese entfernt und wenn man keine Maske tragen will und kein Pferd zum Reiten hat und dort war es dann wohl geordnet, man mußte sich registrieren also seinen Code scannen, sich dann die Hände desinfizieren, bevor man in seine Loge durfte und dort gab es dann ein Nusical von Reinhard Fendrich oder wahrscheinlich mit Hits von ihm “I am from Austria,” das war sowohl ein wenig kitschig, als auch lustig und ich habe also einen sehr abwechslungsreichen gelben coronaampeltag gehabt, wo ich, was ja auch ein wenig seltsam ist, lustig von links nach rechts hüpfte und wieder zurück.

Mal sehen, was noch kommt und richtig eine grüne Maske mit Filmfestivalmotiv zum Zusammenbastel hat man beim Eintritt auch überreich tbekommen, während sie einem auf der Demo Formulare in die Hand drückten, wo man sich selbst vom Maskentragen befreien konnte, nun habe ich weder Asthma noch Panikattacken.

Meine sonstigen Gründe, daß ich mir damit lächerlich vorkommen würde, ließen sich zwar wahrscheinlich, als Maskenphobie umdeuten, aber ob das so einfach anerkannt wird?

Letzte Corona-O-Töne?

Clemens Ruthner, Stephan Roiss

Clemens Ruthner, Stephan Roiss

Wieder einmal O-Töne, die letzten in diesen Sommer mit Maske, Absperrgitter und Sicherheitsdienst, die einen wegjagte, wenn man zu Nahe des Gitters stand und heute nicht so voll, weil ja keine so prominente Autoren, wie die skandalumwitterte Lisa Eckhart mit ihrer “Omama” angesagt war, dafür aber ein für die deutsche Ll nominierter Debutant, nämlich Stephan Roiss mit seinem “Triceratops”, der von einem ebenfalls Debutmoderator nämlich Clemens Ruthner vorgestellt wurde.

Der Büchertisch, der von “Thalia”, der ja die Buchhandlung Kuppitsch, die das früher machte, übernommen wurde, stand gleich vor der Bank auf der ich mit dem Alfred Platz genommen habe und Clemens Ruthner lobte in seiner Einleitung das Gemeinsame von beiden vorgestellten Büchern, in denen es, um eine Kindheit beziehungsweise, um eine Familiengeschichte geht und beide Autoren haben auch in Leipzig studiert.

Dann folgte die Lesung aus dem Buch, das mir ja sehr gut gefallen hat und das ich mir auf die deutsche Shortlist wünsche und dann kam die 1976 in Wien geborene serbisch stämmige Sandra Gugic mit ihrem neuen Roman “Zorn und Stille” und die kenne ich ja auch schon lang.

2008 hat sie bei dem “Exil-Preis- Schreiben zwischen den Kulturen” gewonnen, da habe ich sie wahrscheinlich auch kennengelernt. D Dann hat sie auf der Sprachkunst zu studieren begonnen, war bei einer der legendären von Angelika Reitzer moderierten “Textvorstellungen”, “Priessnitzpreisträgerin” ist sie auch, sie hat dann,, wie schon erwähnt auch in Leipzig studiert, ihren Roman “Astronauten” habe ich gelesen. Er hat mir, glaube ich, nicht so sehr gefallen und in dem neuen Roman geht es auch um eine Geschichte einer aus Serbien stammenden Familie und um eine Tochter, die Fotografin geworden ist, ihren Bruder und ihre Eltern. Sandra Gugic las ein paar Stellen vor. Die Mutter hat, als sie aus Ex- Jugoslawien gekommen ist,, in einer Küche gearbeitet Der Vater geht mit dem Bruder zu einem Würstelstand und füttert dort einen zugelaufenen Hund und als in den Neunzigerjahren der Jugowlawienkrieg ausbrach, läutete bei der Familie das Telefon und sie wurde gefragt, ob sie Serben oder Kroatien wären?

Clemens Ruthner, Sandra Gugic

Clemens Ruthner, Sandra Gugic

Darum rankte sich auch das Gespräch zwischen Moderator und Autorin und am Schluß bedankte sich die Organisatorin Gabriela Hegedüs bei allem für das gelungene Festival und wünschte sich, daß es im nächsten Jahr ohne Corona-Maßnahmen stattfinden wird.

Da bin ich mal gespannt, da und bis dahin lesen, lesen, um so mehr, da ja am Donnerstag die neue österreichische Buchpreisliste bekanntgegeben wurde und da stehen ja einige Bücher darauf, die bei den O-Tönen vorgestellt wurden.

Die österreichische Buchpreisliste

Dre Wochen nach der deutschen wurde jetzt auch die österreichische lange Liste bekanntgegeben, die aus zehn Titel mit einer zusätzlichen dreier Debutantenshortlist besteht, bekanntgegeben, die es seit 2016 gibt und zum Unterschied zur deutschen Liste nicht nur aus Romanen sondern auch aus Erzählbänden, Gedichten, etcetera, bestehen kann.

Und, wie auch bei der deutschen Liste kann ich sagen, es schaut sich einmal gut an, ich habe ja im Vorfeld schon ein bißchen gerätselt, habe gedacht, Michael Scharangs “Aufruhr” könnte dabei sein, Josef Haslingers “Fall”, Valerie Fritschs “Herzklappen”, Cornelia Travniceks “Feenstaub”, etcetera.

Einige andere Treffer hätte ich auf auf der deutschen und bei der Debutantenliste geschätzt und da wären wir schon bei

1. Helena Adler “Die infantin trägt den Scheitel links” was ja schon auf der deutschen Leseliste steht und demnächst von mir gelesen werden wird.

2. Xaver Baier “Geschichten mit Marianne“, da war ich ja kurz vor dem Shutdown im Literaturhaus bei der Präsentation, habe mich am überfüllten Buffet unter anderen an Jochen Jung vorbeigedrängt und mir gedacht “Uje, Uje, eine Quarantäne oder ein Lockdown kommt in dem Buch, glaube ich, auch vor

3. Melitta Breznik “Mutter”, da weiß ich wenig, nur daß das Buch auf der ORF-Bestenliste stand und ich es deshalb auf meine Spekulationsliste geschrieben habe um sie zu füllen.

4. Ludwig Fels “Mondleben”, ein mir eher unbekannter Großer der Literatur und auch bei “Jung und Jung”, erschienen, der ja auch wieder prominet, gleich mit drei Titeln auf der Liste vertreten ist.

5. Monika Helfer “Die Bagage”, da habe ich schon etwas gelesen und das Buch wurden von vielen schon auf der deutschen Lste erwartet.

6.Karin Peschka “Putzt euch, tanzt, lacht” von der Alpha-Preisträger, die den 2015 mit “Watschenmann” gewonnen hat, habe ich schon einiges gelesen, dieses Buch noch nicht, die “Gesellschaft für Literatur” hat es aber schon auf ihrer Online-Linie vorgestellt.

7. Verena Stauffer “Ousia”, das ist, glaube ich, ein Gedichtband.

“Orchis”, habe ich gelesen und das stand glaube ich auch auf einer der Bloggerdebutshortlisten.

8. Michael Stavaric habe ich auch schon gelesen und gehört sein “Fremdes Licht” steht auf der Liste und wurde auch schon von der “Gesellschaft” vorgestellt.

9.Cornelia Travnicek “Feenlicht” habe ich gelesen und die Autorin von ziemlich Anfang an ihre Karriere mitverfolgt und auch eine Zeitlang als Blogkommentiererin gehabt.

10.Ilija Trojanow auch kein Unbekannter. Seine “Doppelte Spur” ist es aber schon. Daher wäre ich auf das Lesen sehr gespannt. Die Bücher sind auch schon alle angefragt.

Und nun zu den Debuts, die ich ausgehend von den O-Tönen mir eher anders erwartet hätte, da habe ich ja mir ja “Dominik Barta von Land”, vielleicht auch Benjamin Quaderer “Für immer die Alpen” erwartet. Die “Infantin hatte ich aufgeschrieben, die steht aber auf der Hauptliste auf der deutschen und der öst und Stephan Roiss, der steht nur auf der deutschen, hat mir aber sehr gefallen, so sind es auch mit ein paar O-Töne Treffer

1.Leander Fischer “Die Forelle” geworden, von Buch und Autor habe ich noch nicht soviel gehört,

2.Günther Neumann “Über allem und nichts” wurde bei den O-Tönen vorgestellt, ebenfalls, wie

3. Mercedes Spannagel “Das Palais muß brennen”, ein Buch das mir bei der Vorstellung, besser als Lisa Eckharts “Omama” gefallen hat und ich auf das lesen sehr neugierig wäre.

Also lesen, lesen, lesen, meine Leseliste ist ja sehr lang und ich komme derzeit auch nicht sehr weiter, weil mich seit der Bekanntgeabe der deutschen Ll einige lange Brocken aufgehalst habe, aber heute gibt es wieder O-Töne da werden Sandra Gugic und der schon erwähnte Stephan Roiss präsentiert und ich werde mir, falles es nicht regnen sollte, Dorothee Elmingers Longlistbuch als Lektüre mitnehmen, während ich heute morgen Eva Roman “Pax” als E-Pub angefangen habe.