Literaturhaus und Alte Schmiede hin und hergeswitscht

Heute, wo wieder ein Maßahmenpaket bekanntgegeben wurde, private Treffen nur bis zehn Personen, überall Maskenpflicht und nur mehr sitzende Konsumation, hätte ich ein sehr umfangreiches Programm gehabt. Das heißt ursprünglich das KAV-Reflexionstreffen, also eigentlich ein Pflichttermin, das wurde aber der hohen Zahlen wegen abgesagt und dann wäre im “Siebenstern” ein Famulus-Lessung, diese Lesereihe, die Luis Stabauer und Erika Kronabitter organiseren gewesen, da habe ich eigentlich hingehen wollen, aber Andi Pianka hat mir einmal kommentiert, daß man dahin ohne Maske nichtkann und weil alle ohnehin so aufgeregt und ich dann noch daraufgekommen bin, daß im Literaturhaus Clemens Berger seinen Unterhaltungsroman “Der Präsident” vorstellte und mir Robert Huez letzten Freitag sagte, daß man sich das im livestream ansehen kann, also gut und dann doch ins Programm der “Alten Schmiede” geschaut, wo Lydia Mischkulnig ihren neuen Roman “Die Richterin” präsentierte, der mich auch sehr interessierte und da man ja, was man physisch nicht kann, im livestream switschen kann, habe ich mich entschloßen die neue und für mich, ich gebe es zu, immer noch sehr seltsame Situation auch etwas seltsam zu benützen und zwischen literaturhaus und “Alte Schmiede” hin und her zu switschen, ich höre schon meine Kritiker stöhnen, daß man das nich darf und kann, aber was kann man schon in Zeiten wie diesen und interessant ist ja auch, daß beide Bücher von inzwischen schon ziemelich anerkennten österreichischen Autoren weder auf der österreichischen noch auf der deutschen Buchpreisliste stehen, also ohne Livestream an mir vorbei gegangen wären.

Also um halb sieben statt aus dem Haus mit dem Laptop in mein Schlafzimmer gegangen und mir den Livestream eingestellt, was in beiden Fällen, im Gegensatz zu meinem gestrigen Versuch in der “Gesellschaft” nicht so einfach war, denn die hat ziemlich pünktlich angefangen.

Hier hat es gedauert, bis ich zuerst Martin Kubaczek, der die Lesung in der “Alten Schmiede” moderierte und dann Lydia Mischkulnig auf dem Bildschirm hatte, vorher hat man nur die leeren Lesungspulte gesehen und der 1954 in Wien geborene Martin Kubaczek, der ja selber Autor ist, hielt auch eine sehr lange Einführung über den neuen Roman der 1963 geborenen Lydia Mischkulnig, die ich schon auf einigen Lesungen hörte und auch schon einige Bücher gelesen habe, die den Veza Canetti-Preis gewonnen hat und ihre Romane immer sehr impulsiv und bildhaft einleitet.

In der “Richterin” geht es, wie schon der Name sagt, um eine Richterin namens Gabrielle, die Asylverfahren zu bearbeiten und einen Mann hat, der Hausmann ist, bei der “Amazon-Beschreibung” habe ich noch etwas gefunden, daß sie ihn einmal in Frauenkleider antrifft und Martin Kubaczek deutete noch etwas von zwei Autoren im Roman an und, daß der Mann offenbar auch ein Buch über seine Frau schreiben möchte. Das habe ich aber nicht so ganz verstanden, bin ich ja inzwischen in das Literaturhaus vefrschwunden, denn da tauchte dann etwas verspätet doch Barbara Zwiefelhofer mit Maske auf und es dauerte auch etwas bis ich den Ton bekam. Sie stellte dann den Moderator Florian Baranyi vor und der oder sie erzählte, daß es in dem Buch um ein burgendländischen Ronald Reagan Double namens Jay geht, der Ronald Reagan offenbar bei allen seinen nicht so wichtigen Terminen, wie Eröffnungen, etcetera, vertreten soll.

Eine Stelle, die der 1979 geborene Clemens Berger las, von dem ich auch schon einige Bücher habe und ihn auf einigen Lesungen höre, war, wie er mit seiner Lucy durch eine Restaurantküche geführt wird und dabei dem Küchenpersonal Witze erzählt. Dann gab es noch einen, wo der Präsident offenbar im Burgenland war und einen Präsidentenwein gab es auch. Der stand am Lesungstisch und eigentlich hätte er auch nachher ausgeschenkt werden sollen.

Aber Corona bedingt ist das nicht möglich. So forderte Barbara zwiefelhofer das pt Publikum nur zum Kauf von Buch und Wein und zum Masken aufsetzen auf und in diesem sinn ist vielleicht auch interessant, daß der Republikanische Club aufgrund der neuen Maßnahmen seine weiteren Veranstaltungen ohne Publikum und per Livestream durchführen wird, also auch sehr schön verrückt und ich überlege mir welche Romane man darüber schreiben könnte und wer sie dann in ein paar Jahren, wenn alles vorüber ist im Literaturhaus, der “Alten Schmiede” oder anderswo präsentieren wird.

Interessant ist vielleicht auch, daß beide Streams zwischen vier und sieben Zuschauer hatten.

Maskenlos in die “Gesellschaft für Literatur”

Die Veranstaltungen im Literaturhaus, “Alte Schmiede” und “Gesellschaft für Literatur” haben nach und nach angefangen, die Sommerlesereihen im Weinhaus Sittl,Cafe Prückl, O-Töne etcetera, sind beendet und da die Zahlen der massenhaft Getesteten steigen, jetzt sind die täglichen Fünzehntausend, die Kanzler Kurz im März versprach, erreicht und da jetzt circa täglich siebenhundert postiv getestet sind, ist die Angst und Panik wieder angestiegen, Wien auf die Ampelfarbe orange geschaltet und seit Montag generelle Maskenpflicht in allen öffentlichen Räumen.

Daß man die in der “Gesellschaft für Literatur” schon bei der Farbe gelb tragen muß, im Literaturhaus und in der “Alten Schmiede”, glaube ich, nur beim Eintreten habe ich schon früher herausgefunden und noch früher, ich glaube schon im April geahnt, daß die Corona-Krise mich warhhrscheinlich zumindest in der Veranstaltungsseite von der Literatur wegbringen wird, denn ich schreibe und lese wie meine Leser wissen werden, nach wie vor sehr viel.

Beim Lesen bin ich jetzt doch beim dreifachen Buchpreisbloggen angekommen und beim Schreiben beim zweiten CoronaText, aber da ich ja keine Maske tragen will, war ich wohl am letzten Freitag und am Montag bei meinen letzten Veranstaltungen und da am Freitag bei der Literaturmeile Zieglergasse vor dem Literaturhaus, den Herr Huez hatte ich da schon vor der Hauptbühne getroffen und ihm gesagt, daß wir uns jetzt wahrscheinlich länger nicht sehen würden.

“Verfolgen Sie uns per stream hat er gesagt!” und das war ein guter Tip, denn ich hatte ja die mir zugeschickten Programme ein wenig wehmütig beiseite gelegt, jetzt aber durchgeblättert, um herauszufinden, was ich mir alles digital geben könnte?

Sehr viel Zeit habe ich ja eigentlich nicht dazu, bin ich im Lesestreß, die Veranstaltungen fehlen aber doch ein bißchen, obwohl das Livestream schauen den Kollgenkontakt ja nicht ersetzen kann, wie mir auch die Ruth am Freitag sagte, aber da bin ich ja ohnehin immer nur daneben gestanden und ich habe mir auch noch vor dem Sommer ein paar der Corona- Lesungen angehört und auch über zwei Veranstaltungen der “Gesellschaft für Literatur” gebloggt.

Aso mir das Programm der “Alten Schmiede” und des Literaturhauses ansehen und beschloßen, da am Donnerstag einen Livestreamabend zu machen, weil ich das Geflüster ja sonst schon mit meinen Buchbesprechungen geblockt habe.

Dann ist mir zufällig die Facebookseite der “Gesellschaft” in die Hände gefallen und da habe ich gesehen, es gibt einen Ernst Lothar Abend beziehungsweise der Zsolnay Verlag hat da jetzt das dritte Buch des Autors des “Engels mit der Posaune” herausgegeben, “Das Wunder des Überlebens” und das habe habe ich schon in Harland liegen, hat es mirdie Doris Kloimstein mit der ich ja immer am Markt von St. Pölten Bücher tausche, gegeben und das zweite Buch “Die Rückkehr” habe ich mir mit dem Alfi noch live in der “Gesellschaft” angehört.

Das erste Buch den “Engel mit der Posaune”, habe ich in einer Uraltausgabe gelesen und den Film gesehen, der sich, wie Herbert Orlinger, der “Zsolnay– Verleger” erklärte sich von dem Buch unterscheidet und er deshalb lange gezögert hat sich mit dem Original zu beschäftigen.

Dann hat er es doch getan Eva Menasse hat das Nachwort geschrieben, beim zweiten Buch war es der Doron Rabinovici, jetzt offenbar Daniel Kehlmann, aber der war nicht in der “Gesellschaft”, lebt der ja, glaube ich, in Amerika und so habe ich umdisponiert und mir schon am Mittwoch Abend den Livestream gegeben, statt zum Lesen in die Badewanne zu gehen und habe dann auch gleich Manfred Müller, Herbert Ohrlinger, Nikolaus Kinsky der drei Textstellen gelesen hat und Dagmar Heißler, die eine Lothar-Kennerin ist, mit Masken den Saal betreten sehen, die haben sie dann abgenommen. Das Publikum von denen ich einige Köpfe gesehen habe, hat sie anbehalten und Manfred Müller führte auch gleich in das Leben des 1890 in Brünn geborenen und 1974 in gestorbenen ein, der Jus und Germanistk studierte, dann Direktor der Josefstadt war, bevor er nach Amerika emigirieren mußte. Geschrieben hat er da auch schon, zum Beispiel die “Die Mühle der Gerechtigkeit”, das 1960 wiederaufgelegt wurde.

Ein Buch, das ich im Schrank gefunden habe und das mich zum “Im Namen des Vaters” angeregt hat. Den “Engel mit der Posaune” hat er in Amerika geschrieben, dann ist er 1946 als US beauftragter nach Wien zurückgekommen. Darüber hat er in der “Rückkehr” geschrieben und dannn 1960 “Das wunder des Überlebens”, das jetzt von “Zsolnay” neuaufgelegt wurde.

Drei Stellen daraus hat Nikolaus Kinsky gelesen. Die Erste, wo er Sigmund Freud in seiner Ordination besuchte, dann die, wo er schon in Amerika mit Franz Werfel über die Ränge mit denen sie in den Bestsellerlisten erwähnt wurden, diskutierte worauf Manfred Müller dann seine Gäste fragte, wer von beiden wohl der berühmtere oder bessere Schriftsteller sei?

“Beide sind wohl etwas vergessen!”, antwortete Herbert Ohrlinger, ich habe von Franz Werfel vor einigen Jahren einiges gelesen und Herbert Ohrlinger betonte wieder, daß vier oder fünf Lothar-Romane wohl Gültigkeit hätten, die drei schon aufgelegten, dann noch “Die Zeugin” und der” Südtirolroman”, der wohl damals in Amerika erschienen ist und er erwähnte wieder, daß der den “Heldenplatz” nicht wiederauflegen wird. “Die Mühlen der Gerechtigkeit” nachdem ich ihn damals fragte, wohl ebenfalls nicht und dann wurde, glaube ich, noch die Stelle aus der “Rückkehr” gelesen, wo Lothar mit seiner Frau Adrienne Gessner und seinem Schwiegersohn mit dem Zug nach Wien zurückkehrt und dann über die Mariahilferstraße in das Hotel Bristol fährt, wo er unterbegracht war.

Interessant, interessant und jetzt ab in die Badewanne, Kurt Drawerts Dresden-Buch wartet auf mich und am Donnerstag habe ich dann zwischen dem Literaturhaus und der “Alten Schmiede”, die Auswahl oder kann bei beiden hin und herswitschen und nach Hause gehen muß ich auch nicht, was ja ebenfalls ein Vorteil ist.