Reigen Reloaded

ich weiß nicht, ob ich es schon geschrieben habe, ich bin oder war ein Schnitzler-Fan. Wahrscheinlich nach der matura, als ich die literarische Welt erkunden wollte, habe ich den “Reigen”, “Liebelei” gelesen oder als Film gesehen und war sehr beeindruckt, ebenfalls vom “Professor Bernhardi”, obwohl es da ja um etwas anders geht. Die Art wie da mit dem Sex vor hundert Jahren umgegangen wurde, wie die besseren Herren, die armen Mädeln verführten und sie dann sitzen ließen und sich erschießen mußten, wenn sie ihre Spielschulden nicht bezahlen konnten oder die Ehre des anderen beleidigten, ist sehr beeindruckend.

Das ist, alles könnte man meinen, lang vorbei, die Frauen haben sich emanzipiert, haben die Pille, können abtreiben und einen Beruf und können die feinen herren daher abblitzen lassen, wenn sie das wollen. Aber oft wollen Sie das gar nicht, sondern drehen den Spieß um und daher ist der “Reigen”, dieses Skandalstück, wie Daniela Strigl in ihren Vorwort schreibt, das 1897 geschrieben, drei Jahre später, als Privatdruck erschienen und 1920 uraufgeführt wurde, wohl veraltet.

ist es wahrscheinlich nicht, denn sehr stark geschrieben und wahrscheinlich immer noch empfehlenswert es zu sehen und darüber nachdenken, wie verlogen, die Sexualmoral damals war und man sollte das Stück nicht verändern.

Da bin ich ja sehr konservativ und will den “Reigen” eigentlich nicht in einer Pandemie-Inszenierung sehen, obwohl ich bei der “Fledermaus reloaded” großen Spaß hatte. Das war mein Silvesterscherz und die jungen Frauen von heute finden sich in den süßen Mädeln wohl nicht wieder. Das wird sich wohl Barbara Rieger gedacht hat, die sich mit Eßstörungen beschäftigte, mit den Autoren ins Cafehaus ging und auch ihre Poesiealben durchblätterte und sie ging einmal in die “Josefstadt” und dann zu Martin Peichl um ihn aufzufordern mit ihr den “Reigen” neu zu schreiben. Dabei ist es nicht geblieben, denn Barbara Rieger hat gleich zehn österreichische Autoren und Autorinnen eingeladen, sich mit dem “Reigen” zu beschäftigen und je eine Szene da zu reloaden. Am Schluß des Buches und das ist besonders interessant, ist dann der Originaltext abgedruckt, so kann man, sofern man nicht das Reclamheftchen hat, vergleichen, was besser ist oder wie sich der Sex und die Gesellschaft in den letzten hundert Jahren verändert hat.

Nach dem Vorwort, beginnt es mit Gertraud Klemm, der Frauenbewegten mit der starken Sprache, die keine Tabus kennt und beim “Bachmannlesen”, die Juroren mit ihren starken Monologen sehr beeindruckte.

So beginnt es mit dem Schulwart und dem Schulmädel, die ist vielleicht nicht so süß, sondern vermutlich ganz schön raffiniert, setzt sich in Pose zückt ihr Handy und ruft den Josch, den Schulwart an, der sie dazubringt ihm ihren Unterleib zu zeigen und sie dann noch erpreßt, die Fotos ins <netz zu stellen.

Ein bißchen konventioneller geht es bei Gustav Ernst zu, der ja auch eine starke Sprache und wahrscheinlich eine männliche Sichtweise hat, so trifft der junge Herr, die Kellnerin im “Englischen Reiter”, die ist privat dort, denn sie will alles hinschmeißen und nach Indien ausbüchsen, läßt sich von ihm aber auf ein paar Gläser Wein einladen und geht dann mit ihm in ihre Wohnung, weil er ihr einen tollen Job verspricht. Sie schläft dabei ein und er verläßt sie am nächsten Morgen, also auch nicht sehr viel anders, als beim Herrn Doktor Schnitlzer, weil er gar nicht ihren Namen so genau weiß und Daniel Wisser ebenfalls ein Mann mit einer starken Sprache und österreichischer Buchpreisträger bleibt gleich dabei, nur ist hier die Kellnerin emazipierter. Sie bringt ihren nervösen Chef den Schlüßel, denn sie will alles hinschmeißen und auf Weltreise gehen. Er hat sie aber natürlich nicht ernst genommen und schimpft ihr “Warte nur, sagt er, du eingebildetes Miststück! Warte nur, das war heute dein letzter Arbeitstag.”, nach.

Die nächsten drei Szenen stammen von Bettina Balaka, Michael Stavaric und Angela Lehner und da geht, der Benedikt, der Cafehauschef in die Galerie zu einer Anna, die das Catering für den Geburtstag ihres Mannes bestellenwill, dabei vögeln sie natürlich und als sie dann nach Hause zu ihrem Herbert kommt, präsentiert der ihr dieentsprechenden Videoaufnahmenund Anna Lehner läßt ihn dann mit einem “Baby” in einem Thermehotel zusammentreffen undwundert sich, daß die Kleine soviele Dessertcremes in sich hineinschlemmt.

Interessant ist, daß nur wenige Szenen Dialoge sind, die meisten sind Prosatexte und sehr modern mit Handies und anderen Aktualitäten, wie auch Daniela Strigl schon in ihrem Vorwort erwähnte.

Arthur Schnitzer sowie der “Reigen” werden in den Szenen auch erwähnt. Da kommt zuerst der schon erwähnte Martin Peichl, der seinen Text “Wie viele Raben” nennt und den Dichter mit dem “Baby” das jetzt Marie heißt in ihre Wohnung fahren läßt. Der Text ist sehr poetisch. So wird während man mit den Fingern durch die Haare fährt “Wie viele Raben?” gefragt und dieSchauspielerin fragt den Dichter in der nächsten Szene die von Barbara Rieger geschrieben wurde, ob er nicht den “Reigen” neu schreiben will? Werner Schwab hat das auch schon getan. Er meint, aber, wie schon thematisiert wurde, daß man das wohl nur in Prosa kann.

“Parallelen im Unendlichen” gibt es dann bei ThomasStangl, der die Schauspielerin dann zu dem “Erben mit dem Magistertitel” führt und die Dirne oder das junge Mädchen, das der Erbe dann besucht riecht bei Petra Ganglbauer nach Kardamon.

Verwirrtvon den vielen Sprachstilen der zehn Gegenwartsautoren? Beruhigung findet man dann, wie schon erwähnt im Orignaltext und die Personen der zehn Dialoge sind dort, “Die Dirne”, “Der Soldat”,”Das Stubenmädchen”, “Der junge Herr”, “Die junge Frau”,”Der Ehegatte”, “Das süße Mädel”, “Der Dichter”, Der Schauspielerin”, “Der Graf”.

Parallelen sind also da, manches aber anders und bei Schnitzler werden auch die orte an denen das Ganze spielt erwähnt. So trifft die Dirne den Soldaten bei der Augartenbrücke und treibt es mit ihr dann am Donauufer, was heute wohl der Donaukala ist. Dann geht er mit dem Stubenmädel Marie in den Prater tanzen und der junge Herr, der es dann mit dem Stubenmädchen treibt oder sie ihn, ist noch zu Haus, während seine Eltern schon auf Sommerfrische sind und interessant ist auch, daß die Köchin den Schlüßel zur Vorratskammer, aber Ausgang hat, so daß er um seinen Cognackommt. Er wird dann von der jungen Frau besucht, die wie später auch das süße Mädel nur weni Zeit hat und der Ehegatte, der es später mit mit dem süßen Mädel treibt, will von der Gattin wissen, ob ihre Freundinnen untreu sind. Das süße Mädel das auch sehr hungrig ist und viele Geschwister hat, auf die es aufpassen muß, denkt führt er in ein Separe und sie erzählt ihm, daß sie schon einmal mit ihrer Freundin und dem Bräutigam dort war. Das erzählt er später auch dem Dichter Robert, der es mit der Schauspielerin treibt und die wird dann vom Grafen in ihrem Zimmer besucht und der erwacht dann im Zimmer der Dirne auf und der Reigen hat sich geschloßen.

Ein Skandalstück des vorvorigen Jahrhundert. Die Sexualmoral hat sich inzwischen geändert. Die süßen Mädeln sind nicht mehr so hilflos ihren Chef und den jungen Herren ausgeliefert. Sie haben die Pille und die “Me too debatte” gib es auch.

Das Cover ist wie bei den “Kremayr&Scheriau-Büchern” eigentlich sehr üblich ganz in schwarz und lila im Jugendstildesign gehalten und in der “Gesellschaft der Liiteratur” wurde der “Reigen reloaded” auch schon vorgestellt und da habe ich ein bißchen hineingehört.

Kindheit

“Frauen erzählen Geschichten anders”, steht auf dem “Aufbau-Lesezeichen,das dem ersten Band der “Kiopenhagener-Trilogie”der1917 geborenen und sich 1976 umgebracht habenden Tove Ditlevsen beigelegt ist, die in Dänemark eine bekannte Schriftstellerin war und für den deutschen Sprachraum offenbar jetzt entdeckt wird.

“Kindheit”,”Jugend”, “Abhängigkeit” heißen die drei dünnen Bände, die,glaube ich, in den sechziger Jahren geschrieben wurden und das Lesezeichen und der Klappentext zu den biografischen Angaben zeigen eine junge frau mit weißen Pulli, Zigarette in der Hand und hellbraunen Locken auf einen Liegestuhl, die gar nicht so depressiv dreinschaut.

Den biografischen Angaben habe ich entnommen, daß Tove Dietlevsen in etwa mit Syliva Plath zu vergleichen wäre, da auch sehr viele Psychiatrieaufenthalte und, wie man schon dem ersten Band entnehmen kann, vielen Gedichten.

In irgendeiner Rezension habe ich gelesen, daß der erste Teil schwer zu lesen ist, weil er aus der Sicht des Kindes geschrieben wurde.In anderen, daß das Buch sehr beeindruckend ist und meistens in einem verschlungen wurde.

Dem kann ich mich anschließen, obwohl ich nach der Lektüre nicht so sicher bin, ob Frauen wirklich anders schreiben, natürlich sie sind wahrscheinlich offener und erzählen mehr von sich und ihren Gefühlen und die 1917 in Kopenhagen geborene schildert das Aufgewachsen in einem Arbeiterhaushalt.

Die Mutter zu der sie Schwierigkeiten hat, scheint eine eher kühle Frau gewesen zu sein, die dann aber doch fortschrittlich ist. Der Vater, ein Heizer wird arbeitslos. Es gibt einen älteren Bruder namens Edvin, der in eine Lehre gezwungen wird und die Tochter sitzt zu Haus und hört oder schaut der Mutter zu. Am Sonntag wird sie zum Bäcker geschickt und soll dort das alte Brot kaufen, von dem sich die Familie dann ernährt. Es gibt Bücher, die “Grimms-Märchen” beispielsweise und das aufgeweckte Kind, das früh schweigen lernt, um nicht die Wahrheit sagen zu müssen, gibt den Hausbewohnern auch Namen wie “Rapunzel”, “Schön-Lili” oder “Krätze-Hans” und der Vater schüttelt den Kopf, als sie ihm sagt, daß sie”Dichter” werden will, denn das ist kein Beruf für Frauen.

Da stimme ich ihm zu, denn die werden natürlich Dichterinnen und mir haben ein paar Kritiker oder Kirtikerinnen einmal gesagt “Und Sie wollen Dichterin sein?”

“Nein!”, habe ich immer geantwortet “Eine schreibende Frau!”

Aber Tove Ditlivsen schreibt Gedichte in das Poesie album, das sie sich, wie die anderen Mädchen kaufen ließ, als sie doch in die Sekundarschule soll, um wie der Bruder eine bessere Ausbildung zu erhalten. Der Vater ist Sozialdemokrat. Die Mutter schimpft ihn sogar einmal “Kommunit”, das etwa so wie “Mörder” oder “Verbrecher” klingt und die Mutter besucht mit der kleinen Tove manchmal die Nachbarin, das Fräulein Ketty, das offenbar davon lebt, daß sie sich von Männer besuchen läßt. Deshalb sammeln die Nachbarn Unterschriften für den Hinauswurf. Der Vater tut es für die Kinder, die Mutter ist dagegen und so zieht das Fräulein mit ihrer Nutteraus aus.

Aber in Wohnungen, wo man keine andere Wahl hat, als den Eltern beim GV zuzuhören oder zuzusehen, ist man wahrscheinlich aufgeklärter, als es sich die Eltern wünschen. Obwohl die Nachbarmädchen dann mit sechzehn oder siebzehn schwanger werden und die dazugehörenden Väter sind dann meistens schon verschwunden. Tove lernt die Freundin Ruth kennen, die etwas aufgeklärter ist als sie. So will sie ihr das Stehlen beibringen, zu dem Tove sich nicht überwinden kann und als sie es doch einmal tun soll, die Glasschale zerbricht, wo sich die Schokolade befindet.

Ruth führt sie auch zu den Huren im Viertel. Ein Ausdruk, der Tove auch nicht gefällt, denn “Eine Hure ist eine Dame,die es für Geld macht, was mir viel mehr einleuchtet, als exumsonstzu machen.” und eine ihrer Gedichtzeilen lautet “”Wer braucht da schon das Hochzeitsbett? Es reicht der Straßenrand”.

Der Bruder Edvin, der in seiner Lehre sehr unglücklich ist, haut sich ab, als er Toves Poesiealbum findet, rät ihr aber doch, die Gedichte einem Rdekatuer des “Sozial-Demokraten” zu zeigen. Der sagt zwar auch, daß sie gut sind, aber viel zu erotisch für eine Vierzehnjährige und er ist überhaupt nur für die Kinderseite zuständig und da können sie sowas nicht bringen.

Rät ihr also in ein paar Jahren wiederzukommen. Die Lehrerin gibt ihr den Auftrag, die Eltern zu fragen, ob sie ins Gmnasium darf? Aber das ist natürlich zu teuer. Sie soll zuerst in den Haushalt zu einer Familie und dann später ein Jahr in eine Haushaltsschule. Der Bruder zieht, als er sechzehn ist aus und der erste Teil endet mit Toves Konformation und jetzt bin ich natürlich neugierig auf die Folgebände, wo der dritte, glaube ich, die Abhängikeiten beschreibt, in die Frauen durch ihre Ehen kommen. Tove Dietlevsen war, glaube ich, auch ein paarmal verheiratet und jetzt bin ich gespannt ob und wann ich die zwei anderen Bände finde, freu mich sehr auf das Lesen und habe wieder eine interssante, mir bisher unbekannt gewesene Autorin entdeckt und interessant ist auch, daß in dem Buch auf Seite zwanhzig “Also ich bin am vierzehnten Dezember 1918 in einer kleinen Zweizimmerwohnung in Versterbro in Kopenhagen geboren worden” während bei “Wikipedia” 14. Dezember 2017 steht.

Nancy Cunard

Zu Beginn der Zweitausendzwanziger Jahre kommen die Bücher, die Biographien der Neunzehnhundertzanzigerjahre beschreibenl. Das hat im Vorjahr damit angefangen, als mir fünf Bücher von Frauen aus dieser Zeit angeboten wurden, vier davon habe ich gelesen und jetzt geht es weiter mit dem Jahrneunzehnhundertzwanzig und Unda Hörner, die “Die Frauen um Babylon” geschrieben hat. Da ging es um Deutschland, jetzt geht die 1961 in Kaiserslautnern geborene Unda Hörner, nach England, beziehungsweise nach Paris, um sich da mit der exzentrischen Reedertochter Nancy Cunard beschäftigt, die 1996 in Leicestershire geboren wurde und 1965 gestorben ist.

Sie hatte schon einmal eine ezentrische Mutter, die um, in die höchsten Kreise zu gelangen von Amerika nach England ging,so daß ihre Tochter dort in einen Schloß geboren wurde. Die Mutter war viel auf Reisen. die Tochter wurde von Bediensteten aufgezogen, wurde dann auch nach Paris geschickt,um dort zu lernen, eine gute Ehefrau zu werden. Sie heiratete dann sehr jung einen Offizier, die bald zur Trennung führte. Nancy Cunard begann sich bald mit Literatur zu beschäftigen, schrieb eine Zeitlang Gedichte, bevor sie in den Zwanzigerjahren nach Paris zog und dort mit ihren kurzen Haaren und den vielen Armreifen, siehe das Coverbild und schloß sich dort den Surrealisen an, lernte Andre Breton, Tristan Tzara Louis Aragon und noch einige andere Größen kennen.

1925 stirbt der Vater und hinterläßt der Tochter das Erbe. Die gründet damit einen Verlag “Die hours-press”, wo sie ihre surrealistischen Freunde verlegt und und ein Lyrik-Preisausschreibung ausschreibt. Es kommen lauter mittelmäßige Gedichte, uje uje, zum Glück liegt dann am Morgen als die Ausschreibungbeendet ist, ein Poem von Samuel Beckett auf der Türschwelle, den Nancy Cunard dami tentdeckt. Der Verlag kann die Vielseitige aber nicht so lange begeistern. Neue Interessen tauchen auf und von Louis Aragon hat sie sich auch schon getrennt. In Venedig lernt sie den afroamerikanischen Jazzpianisten Henry Crowders kennen und erregt damit nicht nur die Pariser Gemüter, wird aber damit auch zur “Black Lives Matter-Iikone oder Vorläuferin, will mit ihm nach Afrika. Sie trägt ja ständig afrikanischen Armreifen. Henry rät ihr aber ab. So reist sie mit ihm nach new York und dann nach London zu ihrer mutter, die von ihrem neuen Freund auch entsetzt ist. Sie schreibt einen Artikel “Black man an white Ladyship”, der von der Öffentlicheit ehr als Tochter Mutter Konflikt und daher nicht so ernst genommen wird.

Eine “Negro-Anthologie”, ja so hieß das damals noch, wird auch herausgegeben. Dann kommt der spanische Bürgerkrieg. Nancy Conard reist dorthin und gibt dann auch eine Anthologie heraus, um die Kämpfer zu unterstützen. Von Henry Crowder hat sie sich schon getrennt und als Hitler in Wien einmarschiert, wundern sich die Freunde, daß sie sich nicht so sehr dafür interessiert. Sie reist stattdessen zu Pablo Neruda nach Chile, kommt nach dem Krieg der ja alles auspowert nur unter Schwiergkeiten, zuerst, nach London, dann nach Paris zurück, wo sie das Haus am Land, wo sich derVerlag zuerst befand zerstört vorfand.

Die Verlegerin und exentrische Avantgardistin ist auch zerstört. Es gibt zwar noch zwei Biografien über zwei verstorbenen Freunde, Gedichte beginnt sie auch wieder zu schreiben. Sie fängt aber zu trinken an, es gibt einen jüngeren Liebhaber, der sie auch verkäßt und am Schluß, das sind schon die Sechzigerjahre, die Existenzialliste Camus und Satre scheinen Cunard auch nicht so sehr zu interessen, erleidet sie nach einem Sturz einen Schenkelhalsbruch, beginnt zu toben und zu schreien, bis sie schließlich 1965 in einem Pariser Hospital stirbt und Nancy Cunard ist zumindestens für mich bisher unbekannt gewesen ist.

Ein interessantes Buch schreibe ich also wieder, danke den Autoren, die jetzt die berühmten Frauen der Neunzenhundertzwanzigerjahren entdecken, die wie man ja an diesem Beispiel deutlich sieht, hinter den Männer verschwinden und sich, wenn sie so exzentrisch und selbstbewußt wie Nanc Cunard sind, in Psychiatrien verschwinden oder Alkoholexzessen verfallen und natürlich waren es die materiell gut gestellten, gebildeten Frauen, die solches überhaupt schaffen konnten.

Ja, das Leben ist ungerecht, das merkt man auch diesmal wieder und ein Buch über Gertrude Steinvon ihrer berühmten Biografin Alice B. Toklas, die, glaube ich, auch mit der Verlegerin bekannt waren, steht auch noch auf meiner Leseliste.

Slam B-Revue

Den Slam B, der Poetry Slam vom Literaturhaus moderiert von Diana Köhle gibt es seit zwölf Jahren und ich hatte,j meine Leser wissen es wahrscheinlich, gewisse Anflaufschwierigkeiten hinzugehen. Das Alter hat mich daran gehindert.

“Das sind ja lauter Kinder!”, habe ich wohl gedacht, “da falle ich auf und passe nicht hinein und als ich mich dann einmal getraucht habe, habe ich fast keinen Platz bekommen ,denn fünf nach sieben waren schon alle Sitzplätze besetzt, das heißt mit Kleidern belegt und reserviert.

Eine alte Dame, deren Mutter beim Tagebuchslam mitgemacht hat, hat mich dann darauf aufmerksam gemacht, daß das eigentlich nicht so sein sollte, so bin ich später hingegangen und wurde einmal auch von einer Slamerin aufgefordert, es doch auch zu versuchen, aber da denke ich, habe mich mit meinen Texten und meiner Art des Vortrages wohl wirklich keine Chance, obwohl ich es damals im Cafe Stein, als man sich noch dafür bewerben mußte,nur die besten wurden ausgesucht, versuch habe.

Jetzt kann oder könnte man einfach hinkommen und wird ausgelost, wenn mehr Kanditagen vorhnden waren, aber seit es Corona gibt ist alles anders und der Slam B von März 2020 wurde ja abgesagt.

Dann kam die vorsichtige Veranstaltungsöffnung, der Sommer und die coole Meile Zieglergasse beim Wien-Wahlkampf und da gab es einen Slam, moderiert von der Slammeisterin Mieze Medusa auf der Bühne. Aber dann kamen wieder Verschärfungen, Lockdown zwei und drei und ein neuerlicher Veranstaltunstop ab November. Vorher hat es ja Livesveranstaltungen im Literatuhaus mit Maske natürlich, gegeben, dann nur mehr Livestream und da gibt es, habe ich, erstaunt gesehen wieder den Slam B, den letzten habe ich aber wegen der Hörspielnacht versäumt, aber heute, obwohl ich nicht, wie erwartet, in harland bin unddachte mir noch, ich bin gespannt wie das geht, weil man beim Slamen ja schreien und spucken kann?

Aber alles gut gelöst, keine gestreamte publikumslose Liveveranstaltung, wie tut man das bei einem Slam und, wie gewinnt man den, wenn das Publikum nicht klatschen und pfeifen darf?

Diana Köhle und das Literaturhaus haben eine Lösung gefunden und so slamte, als ich in den Stream kam, gerade ein junger Mann im weißen Hemd mit roten aufgedruckten Mund vom Marillenknödel essen bei seiner Oma, die ihn fragt, ob er schon eine Freundin hat? Dann kam Diana Köhle mit einem ebensolchen Hemd oderT-Shirt und begann von dem Hans zu erzählen, der, glaube ich, mein Psychologenkollege ist, im Literaturhaus lebt und einmal, weil es im Literaturhaus so laut war, hinunter kam und dann gleich den Slam begann.

Diese Geschichte erzählt Diana Köhle meistens bei den Slams, jetzt erzählte sie es wieder und zeigte dann ein Video vom damaligen Liveauftritt, denn die Slam Revue ist eine Zusammenfassung von berühmten Auftritten der letzten Jahre, die Diana Köhle mit David Samhaber, das ist der Marillenknödelslamer, moderierte.

So sah man auch den Tschif, der 2017 gestorben ist, der hatte einen “I can englisch-Text”, Christian Schreibmüller war leider nicht bei den Videoauftritten, aber Elias Hrschl,der mehrmals Slammeister war, jetzt aber, wie Diana Köhle erwöhnte ein berühmter Autor ist und sogar schon den “Priessnitz-Preis” gewonnen hat, der war damals sechzeehn bei seinem ersten Slam oder so und nahm interessanterweise am Schreibtisch statt, der damals dort stand und las seinen Deutschaufsatzvor. Eine Frau erwies sich als Stimmenaktobatin und mimte einen Betrunkenen. Von AMS-Auftritten wurde geslamt, alles charmant moderiert von Diana Köhle und David Samhaber und ein paar Facebooknachrichtengab esauch.

Das Ganze hat eine Stunde gedauert und so habe ich einen Eindruck der Slamsessions bekommen, die ich versäumte und die nächste Slam-Revue findet, glaube ich, in einem Monat statt.

Zeitschriftenvorstellung Triedere

In der “Alten Schmiede” gibt es derzeit die dritte ” Nachtschicht-Staffel”, wo sich Walter Famler und Oliver Scheibner immer ein oder zwei Gäste einladen und mit ihnen unterschiedliche gesellschaftliche Themen diskutieren. Da geht es um die Philosophie und die Politik, die Schule, das Theater und nur sehr wenig um Literatur, aber am letzten Sonntag, wo die dritte Staffel begonnen hat, war das etwas anders, denn da wurden Dieter Bandhauer und Matthias Schmidt vom “Sonderzahl-Verlag” vorgestellt,der ja auch sehr essayistisch-experimentell ist. Herbert j. Wimmer verlegt dort seine Bücher, ich habe einmal die “Rom-Anthologie” gelesen und kann mich an eine Theateraufführung am Petersplatz erinnern,wo ein Bandmit Dramuletten vorgestellt wurde, in dem die “Alte Schmiede” damals in die Saison ging.

Den “Kreisky- Preis” hat Dieter Bandhauer auch einmal gewonnen. Daß sein Verlag zwei Zeitschriften herausgibt, habe ich auch nicht gewußt. Die wurden, glaube ich, hauptsächlich im Sonntagsvideo vorgestellt und auch der Herausgeberder Zeitschrift “Triedere”, das ist ein Ausdruck der von Robert Musil kommt, nämlch Matthias Schmidt, der offenbar der Mitarbeiter und Nachfolger Dieter Bandhauer sein dürfte und diese Zeitschrift beziehungsweise, das neue Heft, das Autoren, die, nicht, die deutsche Muttersprachen haben, das von Ann Cotten, die ja auch nicht in Österreich geboren wurde, wurde Donnerstags in der “AS” vorgestellt, was ich am Sonntag sehr bedauerte, denn da war ich ja noch der Meinung,daß wir dieses Wochenende nach Harland fahren, das habe ich mich wegen der steigenden Inzidenzen dann nicht getraut, so daß ich mich nach meiner sechs Uhr Stunde,die das verhindert hätte, mich in die “Alte Schmiede” streamen konnte und das war interessant, obwohl ich ja keine so besondere Zeitschriftenexperten bin und habe also ein mir bisher unbekanntes Journal kennengelernt.

Als man noch in die “Alte Schmiede” gehen konnte, die man ja durch die Zeitschriftengalerie betritt und dort vorher in der Pause oder auch nachher wenn es Wein gab, herumstand, lagen manchmal auch Zeitschriften zur freien Entnahme auf, die ich mir aus Platzgründen manchmal nicht genommen habe und jetzt eine neue experimentelle Zeitschrift, denn die1982 in Iowa, geborene Ann cotten, ist auch eine experimentelle Autorin und sie hat die Autoren für das Heft ausgesucht drei heute lesen lassen und da war für mich nur ein bekannter dabei. Nämlich der 1982 in Ungarn geborene Zoltan Lesi, den ich, glaube ich, sowohl in der “Gesellschaft”, vielleicht auch im Literaturhaus und bei Stephan Teichgräbers Festival kennenlernte, aber als ich in den Stream kam, ich war wieder ein bißchen spät daran, weil ich noch auf die Bank mußte, hat gerade die 1985 in Rumänien geborene Alexandra Patzgu gelesen, die war ein bißchen schwer zu verstehen, hat aber, glaube ich, ich von der Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft gelesen und der 1995 in Kabul geborene Ibrahim Rahimi, der seit 2015 in Wien lebt, las etwas von einem Begräbnis. Zoltan Lesi, dessenMutter Deutschlehrerin war, hatte einen interessanten Text, wo es um die Zwangsimpfung ging und Ann Cotten erkundigte sich im anschließenden Gespräch,was für die Autoren Sprache bedeutet?

Man kann viel damit machen. erklärte Ibrahim Rahimi, Zoltan Lesis Mutter war, wie beschrieben, Deutschlehrerin und Alexandra Pazgu ist in die deutsche Schule in Sibiu gegangen. Dann ging es auch um die Fehler und das war interessant, weil mir, die obwohl ich ja deutsche Muttersprachlerin immervorgeworfen wird, daß ich zuviele haben und man das nicht darf. Ann Cotten meinte aber, auf einen Fehler wird man aufmerksam, sind es zwanzig, wird es interessant und man konzentriert sich auf den Text und Zoltan Lesi erwähnte Tomer Gardi, der seine Fehler ja offenbar bewußt in seineTexte einpasst und anschließend gab es noch ein Gespräch zwischen Lena Brandauer, die ja die Zeitschriftenreihe mitgestaltet und Matthias Schmidt, der Literaturwissenschaftler ist und schon während seinem Studium eine Zeitschrift machen wollte.

“Triedere”gibt es seit 2009. Da hat noch Alexander Sprung mitgestaltet. Matthias Schmidt zeigte einige der Zeitschriften her. Die Nullnummer gibt es nicht mehr und jede Nummer hat, glaube ich, ein eigenes Thema, das immer jeweils von einem Autor, wie beispielsweise bei diesem Anne Cotten gestaltet wird.

Interessant und in der Donnerstag-Nachtschicht ging es um Depression, Euphorie und Angst.

Osterruhe

Die Karwoche naht und damit das zweite Corona-Ostern oder, wie das heißt und eigentlich wollten wir heute wieder nach Harland fahren um das Wochenende dort zu verbringen.

Im Vorjahr bin ich erst wieder am Gründonnerstag nach Harland gekommen, weil wir nicht wußten, ob man das durfte und heute weiß ich nicht, ob ich dann am Montag von dort wieder nach Wien zurückkomme.

Was ich ja muß, weil mich die Klienten da anrufen, denn die Zahlen steigen ja und steigen. Sind jetzt schon bei dreitausend angelangt, ,die Insistenz, also wieviele leute sich von hunderttausend anstecken liegt in Wien und Niederösterreich, weil es gibt ja ein Ostproblem, da die Tschechen und die Slowaken angeblich das britische Virus zu uns bringen, schon über oder an dreihundert und sind sie bei vieruhundert angelangt, kann man nur mehr mit negativen Test ausreisen und da gibt es schon vierzig niederösterreichische Orte von Baden bis Lilienfeld und dann sind ja gestern, statt der geplanten Gastartenöffnung, damit sich die Leute kontrolliert mit Test treffen und sich mit Takeaways nicht “illegal” im Hinterzimmertreffen können und die Intensivstationen sind schon voll.

“Warum wurden die nicht erweitert?”, könnte man ja fragen.

Ab Herbst, wo sich die zweite oder dritte Welle ankündigte, war ja Zeit dazu und warum baut man in den Schulen keine Lüftungssysteme ein, wo wir jetzt ja wissen, daß das britische Virus auch offenbar die Kinder angreift.

Im Jänner hörte man noch,das wäre nicht so gefährlich und Primar Wenisch vom KFJ sagte auch einmal, er hätte es im Griff. Stimmt offenbar doch nicht so nicht, denn die Hysterie und die Aufregung steigt und die Impfungen, die Gamechanger und Hoffnungsträger, scheinen offenbar nicht zu klappen. Keine Dosen, weil in Europa offenbar ungerecht verteilt und ob man dann immun ist und die Maske und den Test ablegen darf, ist auch nicht so klar. Es wird zwar nicht darüber gesprochen, aber Kanzler Kurz will im April den grünen Impfpaß einführen, damit man sich dann wieder frei bewegen kann. Also da sind dann die Testungen und Impfungen eingetragen mit dem man dann Kaffee trinken und ins Theater gehen kann und jetzt wird auch noch die Testpflicht im Handel eingeführt, denn wenn wir schon nicht impfen können, müßen wir alle testen und der Physiker Werner Gruber forderte auch im OE24-TV, daß es einen Testzwang geben sollte, weil das Epidemiegesetz das angeblich erlaubt.

Das, glaube ich, zwar eigentlich nicht, daß da, wenn nur ein Prozent von diesem Virus betroffen sind, das so nötig ist, aber Gesetze kann man ja, wie man sieht verändern und das wird auch versucht.

Also was machen mit den ansteigenden Zahlen, die derzeit um die dreitausend liegen? Im November lagen sie bei neunhundert und getestet wird jetzt so viel,wie nie und eigentlich sollten ja die Gastgärten geöffnet werden. Aber wieder verschärfen, weil Ostern kommt und da sollen sich die Leute ja nicht treffen, also müßen neue Verschärfungen her. Man hörte, daß die Osterferien um eineWoche verlängert werden sollen, und Testpflicht auch in den Geschäften. Der Handel schrie auf, es gab diesbezüglich Demonstrationen und so wurde, weil die Zahlen ja in Wien, NÖ und Burgenland besonders hoch, in Vorarlberg dagegen sehr niedrig sind, ein sogenannter Ostgipfel einberufen, wo die drei Landeshauptleute oder Bürgermeister darüber entscheiden sollten.

Der Gesundheitsminister und die Virologen drängten zur Verschärfung, die Verhandlungen dauerten lang und gestern abend wurde dann bekanntgegeben, daß es eine Osteruhe geben wird. Ab Gründonnerstag alles geschlossen, dann auch Test im Handel, Ausgangssperre und Maskenpflicht im Freien, wo Menschen auf der Straße sind. Also kann ich auf keine Demonstrationen mehr, aber da würde ich ohnehin nur in den Kessel getrieben und als Nazi hingestellt

Was machen wir also? Ein Leben lang zu Hause bleiben, wenn man sich nicht testen und maskieren will? Schaut offenbar so aus, weil die Impfung ja nicht funktioniert. Aber wenn ich jetzt in Wien bleibe, kann ich in Harland auch nicht radfahren. Das ist sicher nicht gesund und eigentlich wollte ich ja meinen eigenen Osterspaziergang machen. Also amKarsamstag zur ” Seedose”fahren, dort den Schrank plündern und mit den dort gefundenen Büchern, um den See spazieren und darüber bloggen. Am Samstag am Markt, die Doris Kloimstein treffen, da wollte der Alfred sogar Sessel mitbringen. Aber da rückt die Polizei sicherlich an, weil mehr als vier Personensind ja eine Versammlung sind und es eine Ausgangssperre gibt, obwohl man sich ja in Freien nicht so anstecken kann.

Was es also bringt die Leute in ihre Wohnungen zu drängen, ist mir nicht ganz klar. Aber es ist alles so widersprüchlich und ich habe ja genug zu lesen und zu schreiben. Die Ostergeschichte ist schon konzipiert. Einen kleinen Garten gibt es in der Krongasse Aber da mein Computer jetzt wirklich wohl bald zusammenbricht, kann ich mich nicht gut dorthin setzen.

Also schlimm, schlimm, schlimm und wieder die Frage stellen, was läuft hier ab? Wie kommen wir hier heraus und es ist natürlich spannend in einen dystopischen Roman zu leben, aber als Romanfigur fühlt man sich auch nicht so gut, weil man da ja nach Belieben, wie es der Autor oder der Diktator will, hin undhergeschoben werden kann.,

Und gesund, die Leute ein Jahr lang einzusperren, ihnen Masken und Tests aufzuzwingen und ihnen permanent Angst zu machen, ist es wahrscheinlich, wie wohl alle pschologen sagen nicht, aber die werden ja nicht sehr gehört.

Der Weltreporter

Ich will ja, wie ich immer schreibe, einen utopischen Roman über Corona schreiben, sowas, wie1984 schwebt mir da wohl vor und habe es auch schon dreimal versucht. Die Ergebnisse werden wohl wieder ziemlich unbemerkt bleiben und ich bin auch nicht ganz sicher, ob man das kann, wenn man so mitten in einer Sache steckt und das Ende nicht sieht.

Andere Autoren können es und tun es wohl auch wahrscheinlich und so ist jetzt Hannes Steins “Der Weltreporter – Ein Roman in zwölf Reisen” zu mir gekommen und der ist in vieler Weise interessant.

Bei “Amazon” steht, es ist gar kein solcher, sondern zwölf phantastische Reisegeschichten, die, weil der Verlag es so wollte, in eine Rahmenhandlung hineingefügt wurde und dann gibt es noch einige andere interessante Aspekte, bevor ich ins Detail gehe.

Nämlich schonmal das Vorwort, wo Hannes Stein schwört, daß es kein Covid-Roman ist, denn das Manuskript war schon im Jänner 2020 fertig und da hatte man das Wort gerade erst einmal gehört. Dann geht es um das Lügen und da gibt es sowohl die Relotius-Geschichte, die von dem Reporter, der Preise für Reportagen bekommen hat, die er sich selbst ausdachte. Tom Kummer hat auch so eine Geschiche und Daniel Kehlmann, der jetzt mit den Allgorithmen schreibt, hat ja in “F,” glaube ich, behaupet, daß alle Schriftsteller lügen. Da kann man viel darüber nachdenken, wie das gemeint ist, denn natürlich lügen sie nicht. Sie denken sich was aus und lernen in Schreibseminaren, daß sie übertreiben müßen,um gut zu sein und die Geschichte,daß jeder Mensch vier bis achtzigmal oder so am Tag lügt,wird auch in dem Buch erwähnt.

“Nein ich doch nicht!”,wird man da denken. Aber dann sagt man nicht,daß die Suppe versalzen ist, die Freundin schlecht ausschaut, der Partneraus dem Mund riecht und mit all dem hat sich, glaube ich, der1965 in München geborene in Salzburg geborenen Weltreporter Hannes Stein, der jetzt, glaube ich, in New York lebt, beschäftigt, von dem ich schon “Nach uns die Pinguine” gelesen habe.

Ich habe auch ein Gespräch zwischen Hannes Stein und einem Literaurhausleiter, glaube ich, über das Buch per stream verfolgt und ich kann sagen und das hat auch Hannes Stein so angesprochen, es ist nach einem ziemlich konventionellen Muster gestrickt.

Eine junge Studentin namensJulia trifft in einer Hotelbar einen alternden Journalisten Bodo von Unruh, der in einem berühmten Journal arbeitet und der tischt ihr zwölf phantastische Geschichten auf.

Nein, stimmt so nicht. Die Geschichten sind ja, wie schon geoutet, in die Rahmenhandlung eingefügt und zu der kommt noch dazu, daß das Ganze in einer Pandemie spielt. Es ist nicht Covid schwört Hannes Stein in seinem Vorwort. Aber man kommt in die Hotelbar nur hinein, wenn man über einen Immunitätsausweise verfügt. Die Beiden verfügen über einen solchen. Julia, die Philosophie studiert und sich vor allem mit griechischen Philosophen beschäftigt, hat den Kontakt zu ihrer Familie darüber verloren und fährt jetzt Taxi. Sie geht mit dem alternden Reporter Bodovon<unruhgleich ins Bett. Ja, dastun die modernen Frauen. Ihr fällt an ihm einestarke Bräune auf.

“Ja, ich war in den letzten drei Monaten in Braislien!” sagt er. Dann entfällt seiner Briefkasrte ein Abo eines Solariums. Julia denkt sich nichts dabei und die erste Geschichte, daß es im brasilianische Urwald eine Münchner Räterepublik gibt, die eine Mischung zwischen Monarchie und Sozialsmus ist und der Ludwig VII, der dort herrscht, ist ein Schwarzer.

Dann sitzt Julia in der Vorlesung. Da kann man auch nur mit Ausweis oder zu bestimmten Zeiten hinein, Bodo schickt ein SMS und lädt sie zum Essen ein. Das wird mit den bestsen Küchenutensilien hergestellt, schmeckt aber so scheußlich, daß sie dann Pizza bestellen und die nächste Geschichte führt in ein Restaurant am Rande der Welt, das “the fobidden pleasures” heißt. Wenn man dort hinwill muß man nicht nur hundertfünfzigtausend Dollarzahlen, sondern auch unterschreiben, daß man freiwillig will und allen Aufforderungen folgen muß. Dann wird man narkotisiert, bevor man hingefahren wird. Dann kommt man zu einem Container,wo ein paar Vips sitzen und Blechgeschirre serviert bekommen. Auf der Menukarte steht “Mehlwurmcockt”ail” “lauwarmes Vogelnest”, Fliegenpilzrisotto”etcetera. Alles serviert mit köstlichen Weinen und alles schmeckt auch köstlich,obwohl man sich da zuerst überwinden muß. AmSchluß kommt noch das “Fünferlei vom Langschwein”, der Koch liegt in seinem Blut und man kann darüber nachdenken, wie das mit dem Essen so ist, wieso manche Menschen kein Schweinefleisch essen und die Chinesen angeblich Hunde als Delikatessen verspeisen.

Julia lernt auf ihren Taxifahrten eine alte Italienerin namens Graziella Brunesci kennen, die ein Detektivbüro führt und sie nach der Wahrheit fragt und die dritte Geschichte führt uns nach Sibiren,beziehungsweise in den Staat Utopia, der hinter einer verborgnen Mauer liegt, wo die Menschen ein Schlaffaffenleben führen,es fliegende Autos gibt,die Babies aber, wenn sie die Wahrscheinlicheit haben, später krank zu werden auf Euthansanaaiestationen kommen.

Dann gehts nach England und zu der Erkenntnis, daß Shakespearre eine Frau war und während Bodo nach Afghanistan fährt und dort in der “Eidgenossenschaft in Neu-Bern gekidnappt wird, fängt Julia etwas mit einem afghanischen Studenten namens Achmed an.

Dann geht es nach Israel nach Hebron, denn Bodo will eine schwarze jüdische lesbische Bestellerautorin, deren Name Yael Maerisira ist, die im Rollstuhl sitzt, faschischte Ansichten hat und sich einen Diktator für Israel wünscht, interwieven.

Nach Deutschland zurückgekommen lädt er Julia und ihre Freunin Renate in ein Spitzenrestaruant ein, die orangen Ausweise zeigen, Renate wird in der Nase gebohrt, nein, das konnte Hannes Stein wahrscheinlich nicht im Jänner letzten Jahres wissen und Julia möchte endlich den Fotografen ihres Freundes, der ihn auf allen seinen Reisen beleitet, Jacques Lacoste , der ihn auf allen seinen Reisen begleitet, kennenernen. Er kommt aber nicht, schickt stattdessen ein SMS, daß er nach Amerika muß und Bodo ihm nachfolgen soll. Das führt zu einem Streit zwischen ihm und Renate und eine Diskussion über “Sinbad dem Seefahrer”, die Julia offenbar noch mehr die Augen öffnen soll.

Die Reportage über Amerika wird offenbar in der Zukunft geführt, in der das Buch auch zu spielen scheint, denn der fünfundvierzigste Präsident, ich habe nicht nachgezählt, aber di e Baseballkappe und die Beschreibung stimmt wahrscheinlich, wurde längst abgewählt und vergessen. nur ein kleines indianisches Dorf hält ihm noch die Treue und dann steht Julia mit ihrem Taxi Epiket lesend vor einem Sexcluc namens “Aphrodite” und wänd sie noch über die Freiheiten, die der Mensch hat nachdenkt, steigt einer ein, der Bodo verdächtig ähnlich sieht. Aber der ist doch in Indien. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd, wo Bodos Nachbarin Julia droht, die Polizei zu holen, während sie ihm mit “Mistkäfer und ungeputztes Arschloch!”, beschimpft.r

Bodo berichtet dagegen aus einem Aschram, wo der Guru seinen Schülern den “traszendentalen Orgasmus”beibringt, das heißt, er kann seine Schüler lehren, eine Frau in einem Bus oder in einem Hörsaal dahin zu bringen, also eine ganz schöne Männerfiktion, könnte man so sagen und als Julia den Zurückgekommenen zur Redre stellt, erzählt er ihr von einem Doppelgänger.

Das hat die Detektivin Julia auch einmal erzählt. Die nächste Reportage handelt von der Besteigung des Mount Everest. Dort erlebt der Held in seinen Fieberträumen offenbar eine Begegnung mit dem Yeti und in eine österreichische Alpenhütte kehrt am Gipfel dann auch noch ein, bevor er zu der bayrischen Burg des ostdeutschen Soziologen Ernst Ablbrecht Hochmeisters aufbricht, der seine Schweinchen Siegfried und Hagen nennt und mit seinen zehn adoptierten indonesischen Kindern wieder an Götz Kubitschek erinnert, obwohl seine Frau eine Polin ist und der sich am Schluß am Blut berauscht.

Julia besucht Bodos Appartement. Dazu hat sie inzwischen den Schlüßel und will endlich in das Appartement des Fotografen eindringen. Die schlaue Studentin knackt den Code. Drinnen ist aberkein Bett , sondern eine Fotoausrüstung, ein Gardarobenständer und eine teure Computeanlage. So schnappt sie die Visitenkarte der Detektivin und ruft diese an. dann geht es in die Oper und danach präsentiert Julia das Ergebnis der Detektivin, man kann alles faken und einen Film darüber bestellen.

Julia beginnt ihn zu erpressen und die vorletzte Reportage kommt aus Australien, da bleibt dann auch der Fotgraf hängen und die letzte Reportage stammt von Julia selbst, denn Bodo hat sogar seinen Immuausweis gefälscht. Er leidet an der Krankheit und stirbt und im Himmel beginnt er dann mit mit Jesus, mohamed, Krisha und wem auch immer zu pokern und seinen Kaffeesud zu lesen, bevor er hinter der geheimnisvollen Tür verschwindet.

Wir bleiben zurück und denken “Wui! Da hat sich einer aber enorm ausgelassen, sowohl Kapitalismus als auch Kommunismuskritik geübt und dabei wahrscheinlich großen Spaß gehabt! Ein grandioser Roman über alles, der, wie offenbar bei Hannes Stein üblich keine Grenzen kennt und jedes Tabu bricht, auch wenn man dabei, was bei Hannes Stein nachweislich nicht der Fall ist, seine Heimatgrenzen nie verlassen hat.

Zweimal “Alte Schmiede”

Im Literaturhaus Graz gibt es derzeit Livestreamsveranstaltungen zu einem Jahr Corona,wo sich Klaus Kastberger mit seinen Gästen zuerst mit der Literatur, dann mit der Kultur und heute mit der Gesellschaft beschäftigte.

Ich habe mir am Nachmittag den vor zwei Wochen erschienenen Teil angehört, wo Herbert Ohrlinger vom “Zsolnay-Verlag, Ilse Kilic und noch zwei Gästen, darunter der Leiterin des Berliner Literaturhauses, die Lage der Literatur seit März 2020 diskutierte und das ist interessant, wie da die Präsenzveranstaltungen sich in Livestreamveranstaltungen verwandelten und die Literaturhausleiter machten sich Sorgen, um das Verschwinden des Publikums und da ist auch interessant, daß dieses jetzt per Livestream nicht nur ins Wiener Literaturhaus sondern auch in das Berliner, Salzburger, Stuttgarter Schriftstellerhaus, Stifterhaus, etcetera, begeben kann, wo man sonst unter anderen Umständen, nie hingekommen wäre und so werde ich mich an diesem Abend zweimal in die “Alte Schmiede” begeben, wo es zuerst, bevor es in die dritte Staffel der Nachtschicht geht, ein Werkstattgespräch gab, wo Johannes Tröndle zwei unterschiedliche Autorinnen, eine ältere und eine junge mit zwei unterschiedlichen Texten vorstellte.

Die Erste war die1995 in Deutschland geborene Fiona Sironic mit ihrem Romanprojekt “Das ist der Sommer in dem das Haus einstürzt” Fiona Sironic ist oder war Sprachkunststudentin, hat dort auch in der “Jenny” veröffentlicht und 2019 im Literaturhaus Berlin, glaube ich, den zweiten Platz beim “Open Mike” mit ihrem Romanauszug gewonnen.

Johannes Tröndle erzählte etwas von einem besonderen Sprachstil, es geht um eine junge Frau namens Helen, die offenbar in ihren Heimatort zurückkehrt, ihre Mutter, “die Trottel” nennt, zwei Freunde hat mit denen sie auf den Kirmes geht, an einer Angststörung leidet und daher oft dissioziert, interessant, wie die jungen Frauen die Welt sehen und was sie alles schon von psychischen Störungen wissen, sie lebt in einer digitalen Welt. Das Riesenrad mit dem sie mit ihrer Freundin fährt,, verschwindet auch irgendwie, Teddybären und Stoffrosen werden gschoßen und die jungen Leute driften auch in digitale Welten ab, was etwas ist, was Fiona Sironic, wie sie im Gespräch enthüllte, besonders interessiert und sie läßt ihre Leser die Zeit auch an den verschiedenen Smartphones und Spielkonsolenformen erkennen, was für die Handylose interessant ist und zu der 1946 in Linaz geborenen Katharina Riese hinüberführt, die sich in ihren ” V-Projekt” mit ihren1947 verstorenen Vater beschäftigt, der ein sudentendeutscher Nazichemiker war, offenbar irgendwie wie Hitler ausschaute, eine vegetarische Biowurst erfand und den dieTochterin ihren “Satellitentexten”und Fotospuren nachspürt.

Einige davon sind schon in den “Facetten” erschienen. Ich kenne Katharina Riese, glaube ich, als Feministin durch Elfriede Hasleher, habe sie damals zu meiner Frauenlesung in die “AS”eingeladen, die ich, glaube ich, 1997 im Rahmen der GAV organisierte. Damalsgab es,glaube ich fünftausend Schilling Honorar, habe sie sonst schon ein paar Mal in der “AS”oder bei anderen Gelegenheiten gehört und interessant ist dieses “V-Projekt”, Katharina Riese mag ja, wie sie Johannes Tröndle erzählte, eher kurze Texte und eine Stelle ihrer “Satellitentexte”,die sie vorlas, beschöftigte sich auch mit der Frage, wie man Zeit beschreibt, die jüngere Fiona Sironic hat die Anwort mit ihren Smartphonemodellen, schon vorweggenommen. Die Rekonstruktion des unbekannen Vaters ist aber auch ganz interessant. Vielleicht wird noch ein Buch daraus. Ich bin gespannt und in der dritten Nachtschichtstaffelwird es dann zu Franzobel gehen, der ja 1995 den “Bachmannpreis”gewonnen hat ,eine Weile auch “Ohrenschmausjurymitglied” war und schon einige sehr interessante Bücher geschrieben hat und jetzt mit Walter Famler über seinen neuen historischen Roman “Die Eroberung Amerikas” ein Stückchen las und darüber diskutierte, wo er wieder eine sehr deftige Sprache verwendete. Der Vielschreiber Stefan Griebel, der wie Katharina Riese aus Oberösterreich kommt und1967 in Vöcklabruck geboren wurde, hat auch schon einige Krimis geschrieben und diskutierte in der “Nachtschicht”, die ja sehr theoretisch ist, mit Walter Famler auch über seine Theaterstücke und die politische Situation, den Rechtsruck, die Sprache der FPÖ, was sich durch Corona ja wieder sehr gewandelt hat.

Corona-Ohrenschmausverleihung

Den “Ohrenschmaus-Literaturpreis für und von Menschen mit Lernbehinderunng” gibt es seit 2007 und durch den Otto, meinen, wie ich immer schreibe, literarischen Begleiter, der mich zu Beginn meines Bloggens, sehr unterstützte, ein Schulkollege vom Alfred, den ich durch die Wandergruppe kennengelernt habe und der, obwohl Musiktherapeut und Germanistik studierte, bei der Caritas arbeitet, bin ich in die Jury gekommen.

2007 fand die Preisverleihung im Literaturhaus statt, seit 2008 im der Ovalhalle im Museumsquartier, ich war immer dabei und habe bis auf einma lauch eine Laudatio gehalten, aber seit einem jahr ist alles anders und so fand die Preisverleihung für 2020 nicht, wie sonst Anfang Dezember, sondern erst heute statt und zwar nicht mehr im MQ, sondern im Studio 44, wo sonst immer der “Alpha”, den es auch nicht mehr zu geben scheint und zwar nicht Corona bedingt, sondern weil es dort mehr Platz als in der Ovalhalle gibt und der “Ohrenschmaus” ja großen Zulauf hat, aber Corona bedingt waren nur wenige Leute in den großen Saal und das ganze fand für die anderen online statt und es haben diesmal auch weniger Leute als sonst eingereicht.

Sechsundsiebzig Einreichungen gab es heuer und die Jurysitzung fand am fünfzehnten Jänner auch nur Online statt.

Jurmitglieder sind jetzt Günter Kaindlstorfer und Vea Kaiser die auch bei der Zoom-Sitzung waren, ich wurde telefonisch zugeschaltet. Ludwig Laher, Heinz Janisch und Felix Mtterer, der Schirmherr fehlten und weil Corona bedingt nur so wenige Leute eingereicht haben, sonst waren es immer über hundert, gab es noch einen Sonderpreis und eine neuerliche Ausschreibung Texte zum Thema “Mut” einzureichen, wo fünfzehn in einer anderen Jurysitzung ausgesucht wurden, die dann auf die Schokolade sollte, denn die Zotter-Schokolade mit dem Preisgedicht ist ja auch eine Spezialität des “Ohrenschmauses”.

Heute also eine Online-Preisverleihung und weil ich ja nicht mit Maske und Test zu Veranstaltungen gehe, habe ich auch keine Laudatio gehalten, die haben Günter Kaindlstorfer und Vea Kaiser als Videobotschaften geschickt. Heinz Janisch war live anwesend und die Moderatoren waren wieder Danzi Linzer und ein David Stockenreitner, Maria Hofstätterund Grgor Seberg haben die Texte gelesen und zuerst wurde wieder die so genannte Ehrenliste vorgestellt und da gab es wieder einige Bekannte, nämlich Peter Gstöttmaier der ja wirklich ein Sondertalent ist, schon mehrmals gewonnen hat und auch diesmal einen sehr berührenden Corona-Text hatte “Nix geht mehr, ois steht”, Viktor Noworski auch ein Vorjahrssieger war dabei, es gab einen Text der die “Kakerlake” hieß und dann einen über die “Kaffeebohne”.

Sehr berührend der Text von Daniela Tödling “On the Pyre” und und und..

Zwölf Leute standen auf der Ehrenliste, die sich diesmal nicht in der Gruppe präsentieren konnten und dann kam noch eine Grußbotschaft vom Schirimherr Felix Mitterer aus Tirol, bevor es zu den Hauptpreisen kam und wieder sehr berührend die 1997 geborene Hanna Gugler mit ihrem Text “Ich, mein Freund und das miese Coronavirus”. Günther Kaindlstorfer hielt aus seinem Wohnzimmer die Laudatio und prostete Hanna Gugler dann mit Wodka zu, da der letzte Satz lautet “Ich wünsche mir so sehr, dass das Cornavirus endlich aufhört, und das nervt so lange schon, und ich möchte meinen Freund wieder normal treffen und was unternehmen, und ich möchte so gerne meinen Geburtstag endlich nachfeiern, das vermisse ich auch so sehr, wirklich mit Grillparty und auch mit Wodka trinken. Auch das brauchen wir nach diesen Scheiß-Virus-Zeiten”.

Der zweite Preisträger, der 1965 geborene Gerhard Bürscher, der ein Schädelhirntrauma nach einem Motorradunfall erlitt, hatte mit seiner Zahnarzgeschichte, einen ebe,nfalls sehr berührenden Text, den die Laudatorin Vea Kaiser zwischen Jandl und Kafka ortete und der dritte Preisträger, der 1968 geborene Wilhelm Michael brachte seinen Text “Was ich alles bin”, in fünfzehn Zeilen alles ein, wie Heinz Janisch in seiner Laudatio betonte “Ich bin ein Schreiberling/ Ein dicker Mensch/Ein Zuhörer/ Ich bin ein Rapid Fan/Ein Klugscheißer/Ein nervöses Bündel/ ich bin ein Schwarzhumoriger/ich in ein Kino Geher/ ich bin ein lebendes Kinoprogramm/Ich bin ein Cola Süchtiger/ Ein politischerZeuge/Ich in ein Wortspieler/ ich in ein WC Hocker/ Ich bin ein Blindgänger/ als Mensch könnte ich auch durchgehen.”

Dann folgte die Tanzeinlange, die diesmal auch nur online erfolgte, bevor die fünfzehn Muttexte vorgestellt wurden.

Peter Gstöttmaier war natürlich auch wieder dabei “Des is mei Anschauung /jetzt brauchst Mut/Woar net oiweu so/Bleibt a net oiwei so/Oba es wird wieda guat/Ondas oba a guat/Nächstes Sunniwendfeuer mechat meine Maskn vabrenna und olli Leut die Händ schütteln!”

Christian(e) Kargl, auch ein alter Teilnehmer, der auch einen berührenden Chris Pichler Song auf der Ehrenliste hatte, war wieder dabei und auch Herbert Schinko.

Franz Joseph Huainigg der Initator der Veranstaltung hat die Schokolade wieder angebissen, der Schokoladier Josef Zotter hatte genauso eine Grußbotschaft, wie die Staatssekretärin für Kunst und Kultur Andrea Mayer, die allen Preisträgern herzlich gratulierte. Fotos gab es von den Hauptpreisträgern auch und eine Verabschiedung der Organistatorin Estiverli Rafyi, der Nachfolgerin von Gerlinde Hofer, die ich gar nicht mehr persönlich kennenlernte, die nach Spanien geht. Zwei junge Damen sind ihre Nachfolgerinnen und abschließend folgt mein Wunsch, daß die Preisverleihung, das nächste Jahr ohne Maske und Test stattfindt und ich wieder eine Laudatio halten kann, was ich ja serhr gerne würde. Aber leider bin ich auch technisch nicht so affin, daß ich eine Videobotschaft geschafft hätte.

Ich bin gespannt, habe bis dahin auch die Texte zu lesen, die man, glaube ich, wie die Schokolade auch bald kaufen kann, was ich sehr empfehle!

Abels Auferstehung

jetzt wäre es sich wahrscheinlich ausgegangen,Thomas Ziebulas zweiten Leipzig-Krimi mit in diese Stadt zu nehmen, wenn es die Buchmesse, wie geplant gegeben hätte. Hat sie aber nicht, denn sie wurde schon lange auf Mai verschoben, weil da das Wetter ja schöner ist und man die Messe auch im Freien abhalten hätte können. Jetzt gibt sie angesichts der steigenden Zahlen aber doch wieder nur Online oder überhaupt nicht und Thomas Ziebulas zweiter Stainer-Roman spielt im März 1920 und schließt sich nahtlos an den ersten an.

Also ein richtiger Fortsetzungsroman, denn einige Personen außer dem Inspektor kennen wir schon und der kommt zu Beginn vom Begräbnis seiner Frau zurück. Wir erinnern uns, so endet der “Rote Judas”, betrinkt sich, flucht vor sich hin und auch die Rosa Sonntag, die Malerin, die auch in einem Nachtclub singt und ihren Bruder Hagen kennen wir auch, sowie die letzte Straßenbahnfahrerin Fine König, die jetzt, nach dem die Soldaten aus den Gefangenenlagern zurückkommen sind, wieder an den Herd zurück soll und vielleicht die Art, wie der Mörder sein Geständnis durch das ganze Buch hindurchzieht.

Der beschreibt zu Beginn, wie man dazu kommt, einfach vor sich hinzutöten. Man fängt einmal damit an, der Krieg hat es vielleicht auch beigebracht und die Hemmungen genommen, kann man nicht mehr aufhören und muß am Ende, wenn die Leichen schon den Weg säumen, selbst den Strick nehmen.

Es fängt auch für die, die den ersten Band gelesen hat, vielleicht ein unverständlich an, in die Handlung hineinzukommen, denn da wird einer zuerst in Basel in den Rhein gestürzt und man denkt “Wui!”

Dann kommt Paul Stainer vom Begräbnis seiner Frau zurück und wacht betrunken auf und von einem Fechtduell der Leipziger Burschenschafter der illegalen oder vielleicht schon legalen Nazis, ist auch schon im Klappentext die Rede.

Dann geht zu Marlene Wagner, das ist eine ziemlich freidenkende Journalistin der Leipziger Volks- einer linken – zeitung, die soll über das Fechtduell schreiben, ein Herr Thorwald kutschiert sie dorthin, der jüdische Student Fritz Sternberg, der es schon vor dem Krieg geplant hat, wird später tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden und das Buch besteht aus drei Teilen.

“Der Maler” das ist jener Fritz Sternberg, ist der erste, “Die Journalistin”, die zweite, denn die wird später auch ermodet und der dritte heißt “Das Mädchen”, das ist die siebzehnjährige Tochter der Straßenbahnfahrerin und die kommt, spoilere ich, gleich, mit dem Leben davon und so geht es dahin und wir in die Handlung hinein.

Paul Stainer hat mmer noch Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis und seiner “Kriegsneurose”. Deshalb soll er degradiert werden, denn die nationalen Vorgesetzen haben etwas gegen ihn und Rosa Sonntag, die auch Malerin ist, will ihren Bruder, der ihr ja im ersten Teil übel zusetzte, eines auswischen.

Sie ist nicht nur Sängerin, sondern auch Malerin und soll das Hochzeitsbild ihrer Frunddin Clara malen. Die war schon mal verheiratet, mit Adrian Adamek, der in Verdin gefallen ist. Jetzt will sie seinen Bruder Konrad, einen Pelzhändler heiraten und einen dritten Bruder, Roman gibt es auch. Der lädt Marlene Wagner zum Abendessen ein, die wird aber ermordet, weil den Nationalen ihr Burschenschaftsartikel nicht gefallen hat? Und vorher war sie in Basel, weil der tote Soldat ihr Bruder sein hätte können. War er aber nicht und der Tote hatte ein Zigarettenetu bei sich, dem Marlene nachspürt, weil sie einen Artikel über den toten Soldaten schreiben will.

Nach und nach klärt sich alles auf und man erfährt auch viel, wie es in Leipzig vor hundert Jahren ausgeschaut haben soll und, daß es schon damals schwierig war, wenn man mit einer Siebzehnjährigen im Bett erwischt wurde oder auch nicht, denn die konnte man damals noch schnell heiraten.

Mona König weiß aber nicht, ob sie das will? Geht sie doch noch zur Schule und verdingt sich als Komparsin im Theater, wo gerade “Macbeth” gespielt wird. Dort kommt es zu einer Verfolgungsjagd. Am Schluß klärt sich, wie schon beschrieben alles auf. Der Mörder, es war wieder eineÜberraschung und ein anderer als erwartet, hängt sich auf. Stainer entschuldigt sich bei dem Verdächtigen, der er vorher hart angefaßt hat und hat seine Gedächtnis wieder zurückbekommen und jetzt können wir gespannt sein, wie es weitergeht und ob ich jemals wieder ohne Maske und grünen Impfpaß nach Leipzig komme, um dort vielleicht den möglichen dritten vierten oder fünften Teil zu lesen?