Sakari lernt, durch Wände zu gehen

Jetzt kommt doch noch ein Buch, das hunderteinundsiebzigste für 2017, ja ,es geht wieder aufwärts und in diesem Jahr habe ich wieder mehr gelesen und ein Krimi kurz vor dem Jahresausgang ist sich auch noch ausgegangen.

Jan Costin Wagners Kimmo Joentaa- Krimie “Sakari lernt, durch Wändezu gehen” und der 1971 bei Frankfurt am Main lebende autor hat schon einige solcher Romane geschrieben.

Ein “Literarischer Krimi” steht am Büchrücken, ein “lyrischer” ergänze ich und füge die Frage hinzu, ob das ein Krimi kann?

Genereüblich ist es wahrscheinlich nicht, aber da ja in der Literatur wie im Lleben alles möglich ist, warum sollte es also nicht gehen und Jan Costin Wagner scheint auch noch sehr erfolgreich zu sein.

Da ist also Sakari, ein neunzehnjähriger Junge, die Kapitel haben alle die Vornamen, der handelnden Personen als Überschriften, der, weil psychchisch krank in einer betreuten Wohneintrichtung lebt und sich für einen Engel hält.

Als solcher steht er eines Sommertags in einem Becken im Park der finnischen Stadt Turku, in der ich, merke ich an, auch schon mal gewesen  bin, weil dort der Norbert, ein Freund vomn Alfred, lebt oder lebte, er ist dort nackt und hält ein Messer in der Hand und so erscheint natürlich die Polizei und einer der Polizisten erschienßt ihn dann.

So weit so klar und genauso, wie wie es auch aus den Zeitungen und aus den Medien kenne, was bitte ist daran lyrisch und literarisch werden jetzt meine Leser fragen?

Das, was danach passiert, denn jetzt tritt Kimmo  Joentaa, der Kommissar und alleinerziehender Vater auf den Plan, der hat eigentlich noch Urlaub und verbringt ihn ,wie in Finnland wahrscheinlich typisch, in einem Häuschen an einem See mit seiner Tochter Sanna, die hat auch noch zwei Freundinnen bei sich und die drei beschließen in der Nacht nicht zu schlafen, sondern den Mond abzumessen.

Das ist lyrisch, ach ja und Kimmo  Joentaa fährt indessen zu dem Haus von  Sakaris Eltern hinaus, die betreute Wohngemeinschaft hat er sich schon angesehen und Aune, die Mutter, die auch Psychotherapeutin und Psychiaterin ist, klärt ihm auf, was vorgefallen ist.

Vor einiger Zeit hat Sakari seine Freudnin Emma aus dem Nachbarhaus auf einen Motorradausflug mitgenomen und sie ist dabei ums Leben gekommen. Dnn ist die Krankheit ausgebrochen. Emmas Vater, ein Pilot hat die Familie verlassen und der kleine Bruder David war auch dabei, als Sakari imPark von der Polizei erschossen wurde. Während  Joentaa Aune verhört, beginnt es im Nebenhaus zu brennen, der kleine David hilft dem Polizisten, der sich hineinstürzte wieder hinaus und verschwindet dann.

Er findet sich in einem Baumhaus wieder und erklärt der Polizei, er hätte das Feuer gelegt und will dafür nun unbedingt ins Gefängnis, aber dafür ist er noch zu jung, klärt Kimmo ihn behutsam auf und bringt ihn in sein Häuschen zu seiner Tochter Sanna.

Ein behutsamer Krimi, ganz anders, wie wir es von den skandinavischen Thrillern gewohnt ist. Ein Lyrischer und Literarischer und ich, die ich ja auch gern Krimis schreiben würde, das aber nicht zusammenbringe, weil ich keine Gewalt, also auch keine Morde beschreiben möchte, atme auf und freu mich einen neuen Krimiautor und einen neuen Roman mit einem gänztlich anderen Stil kennengelernt zu haben.

Denn eigentlich war es kein Kriminalroman, sondern eine lyrische Geschichte, die erzählt wie das Leben eben ist, wenn Töchter sterben, Söhne psychotisch werden, Väter verschwinden, etccetera.

Etwas also, das mir eigentlich sehr bekannt sein sollte, von dem ich umgeben bin, also atme ich auf und sage, so kann man also auch Krimis schreiben und bin froh den autor kennengelernt und das Buch gelesen zu haben.

Die Zeit der Ruhelosen

Das wahrscheinlich letzte Buch in diesem Jahr ist noch ein Nachtrag des Frankreich-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse und der war für mich eine Überraschung, denn, daß die französische Gegenwartsliteratur so aktuell politisch ist,habe ich nicht gewußt.

Eduard Louis “Im Herzen der Gewalt” habe ich mir zum Geburtstag schenken lassen und werde wahrscheinlich erst im nächsten Jahr, wenn überhaupt, zum Lesen kommen.

Sophie Divris “Als der Teufel aus dem Badezimmer kam” habe ich schon gelesen und viel Übereinstimmung mit meinem Schreiben gefunden, habe ich diese Themen ja auch in meinen Texten bearbeitet und von der  1972 geborenen promovierten Juristin Karine Tuil, habe ich vor einiger Zeit die “Gierigen” im Schrank gefunden.

Da bin ich auch noch nicht zum Lesen gekommen, dafür habe mich “Die Zeit der Ruhelosen” die letzten Tage begleitet und was soll ich sagen, es ist ein verstörendes Buch, eines das von sehr viel Gewalt geprägt ist und das Leben der Reichen und der Schönen in Frankreich schildert, die auch nicht glücklich sind.

Ein Frankreich nach dem Irak Krieg, das Buch spielt etwa 2009 oder 2010 habe ich mir ausgerechnet und Romain Roller kommt schwer traumatisiert von einem Afghanistan-Einsatz zurück und wird bevor er wieder nach Frankreich darf in einem Luxushotel  in Zyperbn ein paar Tage lang von Psychologen behandelt.

Dort ist auch die Journalistin Marion Decker und die ist mit einem der reichsten Männer Frankreichs, dem Chef einer Telecom-Firma Francois Vely verheiratet, der oder dessen Vater eigentlich Levy hieß, sich aber vom Judentum abwandte oder sich ihm nie zugehörig fühlte.

Der ist auch ein gebrochener Mann, hat sich seine zweite Frau doch aus dem Fenster gestürzt, als er Marion heiratenwollte, sein Sohn Thiboult ist inzwischen zum Judentum konvertiert und nennt sich Moldechai und Vely, weil sehr an moderner Kunst interessiert, posiert bei einem Interview auf einem Sessel, der eine unterdrückte afrikanische Frau darstellt.

Das löst eine Well der Empörung aus, Vely wird des Rassismus verdächtigt und als Jude beschimpft und bekommt ausgerechnet von dem ehemalisgen Streeworker Osman Diboula, einem Schwarzen, der Berater des Präsidenten war, aber inzwischen in Ungnade gefallen ist, weil er sich nicht von einem Rechten beschimpfen lassen wollte, Unterstützung.

Ja, so geht es zu, im Frankreich in den Zweitausenzehnerjahre, die starken Männer koksen und trinken und werden erpresst, die Frauen tauchen eher als Schemen auf und im dritten Teil des Buchen finden sich alle im Irak ein.

Roller kehrt, obwohl schwer traumatisiert, als Sicherheitsmann dorthin, Osman, der beim Präsidenten wieder Gnade gefunden hat, wird Staatssekretär des Äußeren und soll in Bagdad eine Messe besuchen. Er kommt auf die Idee, Francois zu bitten, ihn dorthin zu begleiten und der wird dort entführt und letztlich als Geisel erschossen.

“Eiskalt, fesselnd, furios”, geschrieben, steht am Buchrücken und man bleibt wirklich mit einem beklemmenden Gefühl, ob der Gewalt, der Verzweiflung, der Depression, die im heutigen modernen Leben herrscht und uns umgibt, zurück.

“Furios erzählt Karine Tuil von Menschen, die getrieben sind vom Wunsch nach Anerkennung, Geld und Macht, ein gradioses Gesellschaftspanorama unserer Zeit”, steht noch im Klappentext.

Jetzt bin ich auf die “Gierigen” gespannt und weise auf mein letztes Adventkalenderfenster hin, das es in diesem Jahr zu öffnen gibt.

Was bisher geschah läßt sich hier erfahren und die “Nika,Weihnachtsfrau”, vor zwei Jahren im Rahmen des “Nanowrimos” geschrieben, ist wahrscheinlich auch ein Gesellschaftspanorama unserer Zeit, zumindestens eines im kleineres Rahmen, das sich  vielleicht während der Flüchtlingskrise auf der Wiener Mariahilferstraße abgespielt hat.

Kunst in Cartoons

Nach dem Weihnachtsbuch für alle Schwiegermütter geht es zwischen Weihnachten und Silvester mit ein bißchen Kunst beziehungsweise Cartoons weiter, denn “Holzbaum” hat da einen neuen Karikaturenband herausgebracht.

“Kunst in Cartoons” gibt es das nicht schon?”, denke ich und blättere in meiner Karikaturensammlung, da gibt es die über Katzen, Hunde, Weihnachten, Wien, Fußball und richtig, ja natürlich die “Cartoons über Kunst” gibt es auch und sie sind vor fünf Jahren vor Weihnachten herausgekommen.

Aber über Kunst kann man immer Cartoons machen, haben sich die Herausgeber wohl gedacht oder vielleicht auch, das zieht immer und passt für alle Kunstinteressierten bestens unterm Weihnachtsbaum.

Also ein neues Cover, ein schönes schwarz-weiß Design, eine Ausstellung im “Shop der Künste” gibt es auch. In der Ltzten waren wir, glaube ich. Seit da hängt ein Bild in meinem Wartezimmer, das der Alfred zuerst seinem Chef schenken wollte, sich das dann aber doch nicht traute.

Seither stehen die Kinder davor und fragen begierig ihre Mütter “Mama schau, was ist denn das?”

Ernst ist das Leben, eitel die Kunst!”, steht am Buchrücken und “Höchste Zeit, dass sich mal wieder eine Riege erstklassiger cartoonisten dem Thema KUNST widmet. Erfahren sie endlich alles, was Sie schon immer darüber wissen wollten: Müssen Aktmodelle etwas Anziehendes haben? Wie verhält man sich korrekt an der Schlacht am Eröffnungsbuffet? Wie viele Künstlerohren muss man abschneiden, um Inspiration zu erlangen? Und wo kann man die schönsten Kunstfälschungen kaufen?

Treten Sie ein in die bilderwelt von Ari Plikat, Bruno Haberzettl, BURKH, Daniel Jokesch, Dorthe Landschulz, HUSE,  Katharina Greve, Mattratel, Oliver Ottitsch, Stefan Kahlhammer, Til Mette und vielen mehr. Denn erst ist das Leben, heiter die Cartoons!”

“Aha!”, denke ich wieder und schlage das Bändchen auf, um mich auf einen Rundgang zu begeben und da ich da an meinen zwei Praxistagen tue und das Vorgängerbuch in Harland stehen habe, kann ich die beiden Bücher nicht direkt vergleichen.

Ein paar Bilder erscheinen mir bekannt. Eines habe ich, wie erwähnt in meinem Wartezimmer und da es vielleicht das Vorgängerbuch auch noch zu erwerben gibt, kann man die Bände selbst vergleichen  und seine “Holzbaum-Cartoon Sammlung” vielleicht um ein oder zwei Bände erweitern.

Es beginnt also im Museum mit dem Coverbild, geht dann zu “BottiShelli”, zu Gustav Klimt und dann zu einem Schrei, der leider nur ein “Gähnen” geworden ist und die Steinzeitmama ist entsetzt, ob der Zichnung, die das Steinzeitkind an die Wand gemalt hat.

“Das geht ja in 10000 Jahren nicht wieder weg!”, sieht man sie stöhnen und sich an den Kopf greifen.

“Kein Angst!”, könnte man ihr antwortet. Dann wird es ein “Holzbaum-Karikaturenband” und berühmt und “Tiere zum Anmalen” gibt es für alle nicht-Steinzeitkinder natürlich auch.

Adolf Hitler wird wieder karikiert und in der “Langen Nacht der Museen” schlafen alle ein.

Der “Kunstdünger” istnatürlich viel viel teuer, als das Original und  “Michelangelo 2.0” gibt es auch zu bewundern.

Auf Seite 29 gibt es den schon zweimal erwähnten Cartoon von Dorthe Landschulz zu bewundern, der in meiner Praxis hängt. Ein Nitsch an der Wand, der Chef unter Schreibtisch und die Sekretärin sagt ungerührt “Sieh an, sieh an, der Hinrichs hat ein neues Gemälde. Dafür ist also Geld da!”

Dann malen Maler “Pampelmusen”, die keine richtigen haben und der “Tatorumrisszeichner” wird auch selber einmal kreativ.

Die Kunstfälscher unterhalten sich, wie schon in der Beschreibung steht, ob sich ein Rembrandt besser als ein Mondrian fälschen läßt. Das eine merke ich für die, die es nicht wissen sollten, an, dauert viel länger. Gehört also wahrscheinlich zur brotlosen Kunstfälscherkunst und weil wir gleich beim Thema sind, hat sich der brotlose Künstler oder Dorthe Landschulz gleich selber das Brot auf seine Bilder gemalt.

Dann geht es natürlich zu den Grafiken, denn da gibt es ja auch schon ein paar schöne “Holzbaum-Bändchen”.

Aso wer es wissen will “Was Künstler über den Galeristen sagen, wenn er ihre Arbeiten nicht gut findet?”, schaut am besten auf Seite 54 nach und auf Seite 55 kann man erfahren “Warum die Leute ins Museumsquartier gehen?”

Ich gehe im Sommer wegen der “O – Töne” und im Winter wegen des “Ohrenschmauses”

Und, merke ich mal an,  gehöre da, wie sich herausstellt, zu einer Minderheit.

Und dann kommen wir, weil man ja nicht alles spoilern und sich jeder sein Bild selber machen soll, schon zu Oliver Ottitsch, den ich ja auch bei “<holzbaum” kennengelernt habe.

Da geht es in die “Steinzeit-Vernissage” und das Cover vom letzten Band, kann man,  glaube ich, auf Seite 88 sehen.

“Also ich finds primitiv!”, sagen die Steinzeitmenschen, vielleicht zu dem, was auf Seite7 das “Steinzeitkind” schon malte und Rudi Hurzlmeier bittet auf Seite 93 zum Steinzeitbuffet.

Den “dürren Feldhasen” gibt es auf Seite 100 von Stefan Kahlhammer gemalt und seit der “Weinkontor” zum “Künstlerbedarf” wurde, boomt das Geschäft. Auch ein böses Vorurteil könnte man so sagen, sich ärgern oder aufs “Modern ART WC” gehen, wo die “Kleine Kunst fünfzig Cent, die Große dageben einen Euro”, kostet.

Und wir bleiben in der “Steinzeit” oder gehen bei Tom Toro auf Seite 111 aus dieser hinaus.

“He`s done it all. there`s nothing left to draw”, sagen die Steinzeitmenschen und wir sind und bleiben auf Band drei der “Cartoons über Kunst” oder der “Kunst in Cartoons” gespannt, denn da bleibt und gibt es, denke ich, sicher noch sehr sehr viel zu karikieren.

Transit der Venus

Jetzt kommt das typische Weihnachtsbuch, mit dem ich auch die letzten zweieinhalb Tage mehrere intensive Stunden in der Badewanne,umhüllt von Annas Badeperlen und Schokosprudelbäder, die ich von ihr zu Weihnachten bekommen habe, verbracht habe.

Nämlich Shirley Hazzardss “Transit der Venus”, das Buch, das, glaube ich, 1981 erschienen, die 1931 in Australien geborene Autorin, die 2016 in Manhatten gestorben ist , berühmt machte und die auch mehrere Preise damit gewonnen hat.

“Ullstein” hat es erst jetzt auf Deutsch herausgebracht und, ich glaube, auch sehr umworben. So habe ich im Netz etwas gefunden, daß es nur zwei Arten von Lesern gäbe, nämlich die, deren Leben sich durch das Buch verändert hat und die, die es noch nicht gelesen haben.

Nun mein Leben hat es, außer, daß ich jetzt lang gebadet habe, kann ich gleich anmerken, glaube ich, nicht sehr verändert und wenn man auf “Amazon” schaut, gibt es derzeit auch noch keine Rezensionen, obwohl das Buch ja hymnisch beworben wird.

“Shirley Hazzards Prosa ist magisch chirgurgisch und sympathisch”, hat der “New Yorker” so auf das Cover, das zwei Frauen in einem Auto zeigt, geschrieben und geht man auf den Klappentext liest man:

“Im Zentrum dieses modernen Klassikers, der das erste Mal in deutscher Sprache erscheint, stehen die Lebenswege der ungleichen Schwestern Caro und Grace von den späten 1940 bis in die 1970 Jahre. Der Astronom Ted Tice umwirbt die selbstbewußte Caro, die  einem manipulativen Theaterschriftsteller verfällt. Ihre sanfte Schwester Grace hofft auf Erfüllung in einer scheinbar glücklichen Ehe mit einem Karrierediplomaten. All diese Figuren verbinden tragische Verwicklungen, die langsam und unerbittlich aufgedeckt werden. Graduell erschließt sich die Tiefe der Charaktere, die komplexe und vielschichte Sprache lässt denLeser nicht mehr los!”

“Aha!”, kann man jetzt sagen und das Buch weglegen. Man kann sich aber auch, wie ich es getan habe, in zweieinhalb Feiertagen in die fünfhundertfünfzig Seiten vertiefen und weiß nachher wahrscheinlich auch nicht viel mehr, als oben beschrieben oder doch natürlich, man lebte mit den Schwestern, die ihre Eltern frühverloren haben, dann von Australien nach England kamen, dort in einer Burg bei einem Wissenschaftler wohnen, eine Halbschwester namens Dora, die sie vorher aufgezogen hat, gibt es auch, auf diesen fünfhundertfünfzig Seiten ihren Lebensweg mit.

Bei “Deutschlandfunk Kultur” liest man etwas “von einem allwissenden Erzähler, der schon zu Zeiten als das Buch erschien verstaubt war.”

Und das ist auch das, wie ich mir die “wunderschöne klassische Sprache” interpretiert habe, daß ich sie sehr sehr altomodisch empfunden habe.

Es ist ein Buch das in den Fünfzigerjahren der Upperclass England spielt, in der Burg, in der das Buch beginnt und wohin Ted, als Assistent des Professors kommt, gibt es zum Beispiel “Schlafzimmer für Diener von höheren Rang” und das wird nun Seitenlang so erzählt. Die Liebe zwischen der selbstbewußten Caro und dem Astronomen Ted, die was auch erwähnt wird, nie eine “körperliche” war, obwohl das Buch von erotischen Aspielungen nur so strotzt.

Die Schwestern sind aber gar nicht so Fünfzigerjahre weibchenhaft, wie obiger Artikel weiterbehauptet, nein sie sind berufstätig Caro ist das zumindest.  Grace heiratet den Sohn des Professors, bekommt von ihm drei Söhne und als der jüngste Sohn dreizehn ist, sie dreiundvierzi,g verliebt sie sich unsterblich in seinen Arzt und ihr Mann hat sie vorher auch mit seiner Sekretärin betrogen.

Caro geht aber nach London, legt eine Prüfung ab und geht dann in eine Behörde, wahrscheinlich ist ein Ministerium damit gemeint,  Shirly Hazzard war auch bei den “Vereinten Nationen” tätig  und die Szenen, wie die Büromädel dort geschildert werden, sind zwar auch altomodisch, aber durchaus eindrucksvoll.

Sie packen zum Beispiel ein weiches Ei in ihren Muff und essen es dann kalt zu Mittag am Klo und ein Büromädel ist sogar so selbstbewußt, daß es sich weigert ihren Chefs Tee zu kochen und von ihnen sogar verlangt, das Schreibmaschinenband auszuwechseln.

Caro wird also von Ted umworben, geht mit ihm aber nur platonisch spzaieren, verliebt sich in den Schriftsteller Paul, der aber eine Tertia heiratet und als Caro dabei ist, darüber  depressiv zu werden oder an Liebeskommer zu sterben, kommt ein anderer Diplomat vorbei, den sie heiratet und mit ihm nach Manhatten geht.

Der stirbt dann zwar an einem Schlaganfall, Caro kommt wieder nach London zu ihrer Schwester zurück und Ted hat inzwischen auch geheiratet und einige Knder bekommen.

“Da passiert ja nichts!”, könnte man so sagen. Nichts außer Andeutungen und erotischen Geplänkel und in der Tat habe ich mir mit dem Lesen etwas schwer getan. Was wohl an der autorialen Erzählweise,  behziehungsweise dem Aneinanderreihen der Szenen liegt, so daß man schwer hat, dem Plot zu folgen und nicht durcheinanderzukommen.

Es passiert aber natürlich schon einiges. So gehen die Ereignisse ja erstens bis in den ersten Weltkrieg zurück, zweitens hat Ted einmal einem Kriegsgefangenen das Leben geretten und Paul, der, obwohl er Tertia heiratete und Caro verführen wollte, homosexuell ist, wurde von dem Dienerenkel, den er aushielt, erpresst und ließ ihn schließlich sogar sterben, was er Caro gegen Ende des Buches brühwarm erzählt.

“Rosamunde Pilcher!”, würde ich sagen, obwohl ich die nicht wirklich gelesen habe und glaube, daß ich nicht so ganz die Zielgruppe dieses modernen Klassikers bin, obwohl es natürlich interessant ist, eine mir bisher unbekannte Autorin kennenhzulernen und vielleicht wieder einmal den Hype eines Buches mitzuerleben.

Es endet für meinen Geschmack auch ein wenig langweilig, die etwa fünfzigjährige Caro kommt nach Schweden, um nach ihrer Stieftochter zu sehen, dort wird sie von Ted erwartet, der sich, glaube ich, ihretwegen sogar scheiden lassen will. Sie bleibt aber, wenn ich es richtig verstanden habe, standhaft und fliegt wieder nach London hzurück.

Mir also ein wenig zu voll von erotischen Anspielungen und Upperclass high society Schilderungen, obwohl es das natürlich auch gibt, aber mir ist wahrscheinlich in dem Buch zu wenig Neues passiert, obwohl mich die Sprache und einige sehr prägnante Schilderungen schon beeindruckt haben.

So glaube ich nicht, daß “Transit der Venus” zu meinem Buch des Jahres wird, aber ich bin wahrscheinlich auch kein sinnlicher oder erotischer Typ.

Der allerletzte Tag der Menschheit

Pünktlich zum Jahreswechsel und nach der Regierungsumbildung gibts hier etwas vom “Holzbaum-Verlag”, der es ja gerne satirisch hat.

So hat sich Daniel Jokesch doch 1914 den “Letzten Tagen der Menschheit” angenommen, der 1981 in Klagenfurt geborene Hosea Ratschiller hat 2016 ein Kabarettprogramm mit dem Titel “Der allerletzte Tag der Menschheit – jetzt ist wirklich Schluß” gemacht und wurde dafür 2017 mit dem “Salzburger Stier” ausgezeichnet.

“Holzbaum” hat ein Buch daraus gemacht, Stefanie Sargnagel die Cartoons dazu gezeichnet und so erfahren wir zwischen den Jahren, wie das doch so schön heißt, was alles an diesem letzten Tag passieren kann.

“Ein Protikoll über den allerletzten Tag der Menschheit. Österreich an einem  heißen Sommertag”, steht am Buchrücken.

Zugegeben das passt nicht ganz zur Jahreszeit. Am Cover sieht man im schönsten Türkis eine Landstraße und da rennt, was wieder passender ist, mit einer Flasche Champus in der Hand, dafür im offenen schwarzen Anug und ohne Schuhe wahrscheinlich der Kabaretist und Autor entlang und führt uns vor, was alles an diesem Tag, wo sich alle vor dem dritten Weltkrieg fürchten, wo sich der kleine dicke Mann aus Nordkorea und der mit der komischen Frisur in Amerika nichts schenken, passieren könnte.

In drei Teilen wird das auf über sechzig Seiten geschildert und weil sich Hosea Ratschiller offenbar an sein großes Vorbild angelehnt hat, ist das Büchlein einem “Venustheater” zugedacht.

“Tadellos bespielbar” steht noch datzu in einer Klammer und ein Motto gibt es  auch.

“Natürlich ist auch bei uns nicht alles tadellos gelaufen. – Karl Habsburg 2014”

Band 1 beginnt am Vormittag, besser um 4.20 in der Früh, da erwacht der Chefredakteur der auflagenstärksten Bouvardzeitung Österreichs gerade schweißgebadet, dann geht auf einen Bauernhof nach Kärnten, wo Herr und Knecht gerade frühstücken. Stefanie Sargnagel hat immer sehr schöne Figuren dazu gezeichnet, die lustig den Abgrund entlangschlendert, auf der letzten Seite sieht man sie dann hinunterpurzeln.

Um 6.45 kommt der Professor stockbesoffen im Frack nach Hause, findet einen Dissertaten im Schrank und der erzöhlt ihm freudestrahlend, daß er seine Dis über das “Tarnverhalten bei Edelfalter in der Paarungszeit” nicht für sich selber sondern für einen Minister schreibt, weil man als solcher ja einen Titel haben muß.

Eine Eli Schalek, wiederum wahrscheinlich dem Vorbild geschuldet, gibt es natürlich auch, die erscheint in Band 2 am Nachmittag um 12.32 um genau zu sein und eröffnet die Diskussion zwischen dem “Regional erfolgreichen Goa Dj und dem Bilanhzanalyst Funny Günter zu einem Facebookpost mit der Überschrift “Weltkrieg heute sehr wahrscheinlich”

Es geht dann, wie man auch am Buchrückentext erlesen  kann, in eine leicht renovierungsbedürftige Altbauwohnung nach Linz, wo die Geiseln mit Handschellen an die Heizung gekettet sind und begierig die Münder öffnen, wenn die Hausfrau mit der Gießkanne kommt und in das “Wellness Spa “Namaste” geht es um 14. 22 auch. Da läßt sich dann ein Minister massieren und schreit ständig nach der Polizei.

Einen niederösterreichischen Redewettbewerb “ER WIN” gibt es scho den ganzen Vormittag und wir können noch um 15. 20 in Mödling Kostproben daraus hören.

Am Kebabstand steht, nach Stefanie Sargnagel offenbar eine Frau in schwarzen Mantel mit Kopftuch und wetzt das Messer, während ihr Bruder als Transvestit erscheint.

In Salzburg werden die Festspiele eröffnet, richtig es ist ja Sommer und da gibt es auch ein Interview zwischen einem Waffenhändler und einer Journalistin.

Der Abend beginnt um  18.22 in einem Pfarrhaus, während im Gefängnis, die als Minisistranten auserkorenen Häftlinge auf ihren Hochwürden warten.

Um 20.20 kommt der Bundeskanzler von Österreich ausnahmsweise einmal früher heim und wird von seiner Gattin mit “Spaghetti Cabornara” erwartet und in der Hofburg wird in einer Gala, der “Schauspieler des Jahres” ausgezeichnet, der ist ganz schön gemein zu seiner Gattin, aber die ehemals Feministin, weiß sich zu rächen, stößt ihm eine Füllfeder in die Kehle und sitzt schließlich um 23.20 mit Bljutspritzern am Heldenplatz und spricht ins Mobiltelefon.

Geschafft, geschafft, die nächste Seite gehört, wie schon erwähnt, Stefanie Sargnagel, wo alle Schäfchen oder Ratten brav in den Abgrund voranmarschieren und wer neben den üblichen Jahresrückschauen etwas Satirisches zum Lesen oder Verschenken haben will, dem kann ich das Büchlein nur empfehlen.

Vielleicht kommt es, wenn man es rasch bestellt noch vor dem Jahreswechsel, so daß man es sich zwischen Sekt und Walzerklängen noch rasch einschieben kann und wer es erst 2018 bekommen sollte, macht ja nichts, da sieht man dann ja nu wahrschein, daß die Welt trotz allem noch immer nicht untergegangen ist und sich lustig weiterdreht.

Das Wetter hat viele Haare

Jetzt kommt der bei “Kremayr&Scheriau” erschiene Erzählband, der 1975 geborenen Renate Silberer, die ich, glaube ich, aus der “Alten Schmiede” und den “Lockstoffen” kenne, der eigentlich keiner ist, handeln die elf Geschichten, die durch kurze “Momentaufnahmen” verbunden sind, doch von den Geschwistern Annemarie und Konrad und sind, wie im Klappentext steht, oft”traumhafte Momene und Spuren der Erinnerung, die zu einem neuen Bildführen.”

Eine Hilda gibt es auch, die ist von irgendwo weither zu ihrer Cousine Ester in die Stadt gekommen, um mit ihrer Krankenschwesternausbildung Gld zu verdienen. Jetzt lebt sie in einem großen Haus mit ihrem Mann und möchte gerne mit “Deckweiß” die grauen Stellen in ihrem Zimmer bemalen.

Sie gibt aber auch Annemarie Interviews für deren Dissertation, dazu treffen sich die beiden in einen Cafe und die “Münder” und die “Zungen” spielen in den Geschichten auch eine große Rolle.

Konrad besucht das Haus des Großvaters und blättert in alten Familienaufnahmen. Franziska die Urgroßmutter mußte ihren Sohn weggeben, hat ihn später aber wieder zurück auf den Hof geholt und Ester und Hilda gehen tanzen. Ester die sich von Manfred trennen will, betrinkt sich dabei und während sie ihren Rausch auschläft, kommt Manfred in die Küche und Esters Kleid das jetzt Hilda trägt, wird dabei zerrissen.

Birgit Birnbacher hat mit “Wir ohne Wal” einen Roman geschrieben, der aus lauter Kurzgeschichten besteht, der durch die handelnden Personen verknüpft ist und der mich dadruch sehr verwirrte.

Hier scheint es anders zu sein, denn man kann, die im Buch ausgewisenen sehr poetischen surrealen Erzählungen durchaus zu einer Romanhandlung verknüpfen, wie man auch bei “Amazon” nachlesen kann und sich wieder einmal die Frage stellen, was ein Roman eigentlich ist und wie weit Geschichten ineinander verwoben sein müßen, um zu einem solchen zu werden?

In “Flugzeuge” treffen wir jedenfalls auf Hanni und Karli in deren Garten ein Flugzeug abstürzt, eine sehr poetische Geschichte und in der nächsten “Vor dem Verschwinden” taucht eine schwangere Ich-Erzählunerin auf und kommt nach Hause. Später begreift man, daß es Annemarie ist, die eine Freundin namens Hanni hat, die zwei Geschichten weiter ihr erstes Kind Mareike gebärt. Dazwischen gibt es noch eine Konradgeschichte, wie der mit seinen zwei Töchtern ins Elternhaus zurückkommt, die Kinder wollen nicht essen, der Sohn liest seine alten Tagebücher und den Karli, der eigentlich ein Charly oder Karl sein möchte, treffen wir in der nächsten Geschichte wieder.

Zu Mareike kommt auch noch die kleine Leni und in der Wohnung gibt es Schlangen und das du, zu dem die Mutter Annemarie immer spricht ist Manfred und der hatte ja einmal etwas mit einer Ester und in der letzten Geschichte sind die beiden getrennt.Annemarie zieht mit den Kinder aus, verdingt sich durch Bügelarbeiten und die Eltern können sie leider nicht unterstützen.

Sehr poetisch, die romanhaften Geschichten der Renate Silberer, die aus dem Buch auch bei der “Buch-Wien” gelesen hat, Preise und Stipendien gewonnen hat und ich wieder einmal sehr gespannt bin, was ich von der Autorin noch hören und lesen werde können.

Und zum Adventkalender geht es hier 5 7 9 19 20 24 25 29 30.

Ein paar Lücken in der Handlung gibt es also noch, in ein paar Jahren wird es hier wahrscheinlich alles im Dezember zu lesen geben und für ungeduldige habe ich noch ein paar Exemplare, die man bei mir bestellen kann.

Der Tod heißt Engelchen

Nachdem ich im Frühing zufällig vier Bücher hintereinander gelesen habe, in denen Häuser eine Rolle spielten, kommt jetzt der dritte Krankenhausroman oder ein Buch in dem sich der Held, die Heldin dort befindet, nämlich “Der Tod heißt Engelchen”, des 1919 in Valasske  geborenen und 1994 in Bratislava verstorbenen Ladislav Mnacko, der von 1968 bis 1990 auch in Österreich lebte und mit dem ich mich in den letzten Wochen im Partisanenliteratur Workshop des Stephan Teichgräber beschöftigte.

Zuerst habe ich nur das erste Kapitel gelesen, dann hat mir Herr Eder den ganzen Text geschickt, so daß ich wieder einmal in die letzten Tage des zweiten Weltkrieges eingetraucht bin, denn auch darüber habe ich dieses Jahr einiges und dann auch noch die Kriegstagebücher von Heinrich Böll gelesen.

Über die literarische Analyse des ersten Kapitels habe ich hier schon öfter geschrieben, der Held, ein vierundzwanzigerjähriger Tscheche, namens Wolodja, der aber wahrscheinlich anders heißt, befindet sich im ersten Kapitel in einem Keller.  Er hat eine Kugel im Rücken, die Beine sind gelähmt, der Krieg ist aus, die rote Armee schon angerückt und der Held wird im Triumph ins Krankenhaus gefahren, wo er von der jungen Schwester Liesel und Dr. Brazda aufopfernd gepflegt wird und dann geht es in Flashbacks in die Vergangenheit zurück, in das Bergdörfchen, Plostina, wo die Partisaneneinheit unter der Leitung des Russen  Nikolai stationiert war und das von den Deutschen zerstört wurde.

Die Häuser wurden niedergebrannt, die Männer ermordet und Wolodja, der lange Zeit die Nadeln nicht spürt, die der gute Chefarzt immer wieder in ihm steckt, wird zuerst von seiner Mutter, dann von der Jüdin Narta besucht, die ihm in die Liebe einführte und eine Spionin oder Dirne war, die es mit den Nazis trieb.

Es gibt den Serben Peter, den spätereren Kommandanten, als der verwundete Nikolai sich schon erschossen hat, Fred, den roten Lloisl und Stück für Stück wird die Vergangenheit wieder  erlebt und durchgerspielt, wie sie von den Nazis gejagt wurden, beziehungsweise sie selber jagten.

Im Krankenhaus, es geht ihm dann besser, er lernt auch wieder auf Krücken gehen und fängt ein Liebesverhältnis mit der jungen Liesel an, wird er von den Koummunisten besucht, die ihn in die Partei bringen wollen und auch von dem Kollabarateuer Kroupa, der ihm auf seinem Wagen ins Krankenhaus gefahren hat und nun seine Unterschrift haben will, daß er einem Partisanen geholfen hat.

Marta, die nach Kanada auswandertn wollte, hat sich umgebracht, das erfährt er von ihrem Bruder und das Leben geht weiter, beziehungsweise muß er in dieses hinaus. Einen Beruf lernen, hat er doch die letzten sechs Jahre  bei den Partisanen verbracht, zuerst will er aber “Engelchen” oder den Sturmbandführer Skorzeny suchen, denn der Tod heißt auf Tschechisch Engelchen,  dann kann das Leben weiterhehen…..

Das Buch ist, wie ich der “Zeit online” entnehme, wahrscheinlich autobiografisch, hat doch der Dichter selbst von 1944 bis April 45 mit den Dorfbewohnern von Plostina gegen Hitler gekämpft.

Das Buch, 1964, im Verlag “Neues Leben” erschienen ist inzwischen vergriffen und nur noch antiquarisch erhältlich und Stephan Teichgräber, der im Workshop die gtschechische Ausgabe liest, macht uns immer wieder auf Eigenheiten der Übersetzung aufmerksam und erwähnte auch, daß die tschechische Ausgabe viel kürzer, als die Übersetzung ist.

Und den Bücheradventkalender gibt es hier

Koslik ist krank

Weiter gehts mit einem Debut, obwohl ich meine Empfehlung für den Blogger-Debutpreis schon abgegeben habe und “Koslik ist krank”, der 1990 in Berlin geborenen Julia Rothenberg auch nicht auf der Shortlist gestanden ist.

Wir bleiben im Krankenhaus, aber hier wird kein Thriller abgewickelt, sondern wieder einmal, diesmal von einer sehr jungen Frau , die Midlifekrisis eines Mannes und für die immer unken, daß ich so fürchterlich schlecht schreibe, ja ich hätte mit Siebenundzwanzig keinen solchen Roman schreiben können, obwoh man hier zuerst auch denken könnte, daß da  nichts passiert.

Interessant ist noch das Cover des in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen Buches, ein grauer Umschlag mit einer kleinen Tür und einem kleinen weißen Gang.

Koslik ist krank, es sind bei dem Erwachsenenbildener Mitte vierzig Schlaganfallsymptome aufgetreten, so daß er sich im Krankenhaus befindet und Untersuchungen auf ihn warten.

Erst will er noch um zwölf in seinen Deutschkurs, aber “Den sagen Sie besser ab!”, sagt die Pflegekriaft und Koslik befindet sich in einem Zimmer mit einem Mitpatienten, der ständig vor sich hinröchelt und als er die Station erlassen will, hält ihn die Kraft am Stützpunkt wegen der dann nicht mehr geltenden Versicherung auf.

“Bleiben Sie noch ein paar Tage, wir machen noch ein paar Untersuchungen!”, sagt der Arzt und die ziehen sich hin, so ruft er seine Schwester an, daß sie ihm ein paar Sachen bringt, die verständigt seine Mutter, aber mit der hat er ein schlechtes Verhältnis und im Aufenthaltsraum triff er  noch auf einen ehemaligen Studienkollegen Frank, den er auch nicht sehen will, denn der hat ihm einmal seine Freundin und auch einen Job weggeschnappt, hat aber jetzt MS mit schlechter Verlaufsform und es geht ihm eigentlich nicht gut.

Weil Koslik aber noch gehen kann, wird er in einen anderen Krankenhausteil, die Geschichte spielt in Freiburg, ein ehemaliges Hotel verlegt, das alle loben, weil es viel schöner ist, obwohl man vom Fenster nur auf einen Parkplatz und auf einen Aldi sehen kann.

Als Koslik zu einer Untersuchung ins Haupthaus muß, darf er alleine zurückgehen. Er versäumt auch ständig das Essen und verliert immer mehr die Orientierung, beziehungsweise wird er in sein Leben und in das, was noch nicht bewältigt ist zurückgeworfen.

Eine esoterische Mitpatientin verwirrt ihn  mit ihrer Krankengeschichte, seine Exfreundin Marlies, die Frank besuchen kommt, nennt ihn aggressiv,  sein Zimmernachbar Bude verschwindet plötzlich und Schwester Natascha darf ihm natürlich keine Auskunft geben.

Dann bekommt er doch einen Termin für das Herzecho, wird im Aufwachraum ein wenig vergessen, der Pfleger wartet aber schon mit den Entlassungspapieren, denn in einem Krankenhaus muß alles ruckizucki gehen und so wird Koslik, der eigentlich gar nicht bleiben wollte, wieder entlassen und kennt sich in seiner Welt nicht mehr aus.

“Koslik schaut auf den Busfahrplan und fragt sich, was er jetzut tun soll. Rauschend dehnt sich vor ihm nach links und rechts die Straße, und über ihm schwebt grau der himmel. Er weiß nichts von dieser Welt.”

Wenn mir auch einiges in diesem Debut nicht ganz logisch und auch nicht ganz ausgeführt erscheint, ist es doch verblüffend, wie präzise eine so junge Frau über die Midlifekrise-Sorgen eines Mannes, der fast ihr Vater sein könnte erzählt.

Der Krankenhausalltag erscheint mir auch sehr eindringlich beschrieben. Ein interessantes Debut also, das nicht auf die Bloggershortlist gekommen ist, aber gut daraufgepasst hätte und interessant ist auch, daß die Frankfurter Verlagsanstalt in auch ein Buch von einer jungen Frauen mit dem Titel “Walter Nowak bleibt liegen” herausgab, wo ja auch von einem Mann am Boden, der sein Leben durchgeht.

Winterschwimmer

Nun kommt das zweite Weihnachtsbuch der Saison, die bei “Aufbau” erschienenen “Weihnachtsgeschichten” des 1962 in Berlin geborenen Alexander Osang, der in Leipzig Journalistik studierte und nach der Wende als Chefreporter bei der “Berliner Zeitung” gebarbeitet hat.

Die vierzehn in dem Buch enthaltenen Geschichten sind mit einer Ausnahme schon in der “Berliner Zeitung” erschienen und handeln in Zeiten der Bankenkrise, des Neoliberalismus und ähnlichen Erscheinungen im ehemaligen DDR-Gebiet in der Weihnachtszeit.

Die Helden steht im Klappentext haben die “besten Zeiten schon hinter sich”, das dürfte sich wahrscheinlich aufs Alter beziehen, obwohl es sich  auch um Vierzighährige handelt und sie sind eigentlich Angehörige durchaus erfolgreicher Berufe, wie der Immobilienmakler, der  vorm Weihnachtsabend einer anderen Maklerin seine eigene Wohnung verkauft oder ihr den Schlüßel überläßt und sich mit einem Schlafsack in die Dachgeschoßwohnung zurückzieht, die er vorher zwei Interessierten gezeigt hat und, die sich sich vermitteln läßt.

Sehr skurille Geschichten also, die von Ausgeschlossenheit, Langeweile, Überdruß am schönsten Tag des Jahres handeln, die aufhorchen lassen und das Leben wahrscheinlich so zeigen, wie es  ist, wenn die Weihnachtsgass ein wenig angebrannt ist und der Christbaum schief, wie  in der Geschichte von den “Weißenseer Wölfer”, das sind die Geschäftsleute rund um den Weißensee, die von ihrer Bank zu einem “Weihnachtsbaumschlagen” eingeladen wurden. Das heißt, sie ziehen mit einer Säge  in das abgegrenzte Waldgebiet, die Frauen warten beim Lagerfeuer und beim Wunsch und drinnen im Wald erweist sich die Konkurrenz, die es eben im Neoliberalismus gibt, wo man im Kampf unbedingt um jeden Preis, den schönsten Baum zu bekommen, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

“Die Schneekönigin” ist eine Fernsehmoderatorin, die mit ein paar Freundinnen ein heruntergekommes Schloß aufgekauft hat und dort Weihnachten verbringen will. Sie geht mit ein paar Gläsern Champus in die Sauna, wirft sich dann in den Schnee, wie das eben so üblich ist, kann dann aber  nicht mehr in die Anlage hinein, soß daß sie dann in einem Müllsack gewickelt sich sozusagen auf Herbergsuche begeben muß, weil eben heute jeder aus Angst vor dem Fremden den Hilfesuchenden die Tür verschließt.

Dann erfährt einer, während des Christbaumeinkaufes, daß sein Vater in Thailand gestorben ist und muß in der Heiligen Nacht nach Bangkog zur Identifizierung fliegen und bei der “Kette” wird es besonders arg. Da bringt ein Vorgesetzter nach der Weihnachtsfeier im Taxi eine junge Angestellte nach Haus, läßt sie aber aussteigen und will nichts von ihr, sie hat aber seine Jacke, wil ihr kalt ist und in der ist eine Kette von seiner Mutter, die er seiner Frau schenken soll. Sie hat die Jacke aber schon in die Caritas Box geschmissen. Er bekommt sie nicht mehr zurück, wird als er den Container aufstemmen will, gefilmt, das Video wird ins Internet gestellt und er verliert, wie beim “Fegefeuer der Eitelkeit” keine Frau und seine Stellung.

In “Weißes Rauschen”, geht es zu einem Rundfunkmoderator, der am Heiligen Abend Platten auflegt, die Anrufer fragt, ob sie einsam sind und sich dabei lächerlich macht und dann  geht es in eine Altersheim und zu einem Pfleger, der dort Nachtdienst hat und dem ein Patient  stirbt. Alles nicht sehr weihnachtlich, aber durchaus realistisch und sehr beeindruckend geschrieben.

In “Drei deutschen Eichen”, geht es um eine Reihenhausanlage in Florida, in die sich hauptsächlich deutsche Rentner eingekauft haben, dort ihre private Sicherheitsarmee aufgebaut haben und nun bersprechen, ob es sinnvoll ist Saddam, der gerade gefangengenommen wurde, zu erschießen?

Sehr eindringlich und überraschend auch die nächste Geschichte, die in Berlin Mahrzahn spielt, in dem ein neues Flüchtlingszetrum gebaut werden soll, wogegen die Bürger jeden Montag demostrieren, so daß die Polizei schon die Baustelle, beziehunsweisen den Sportplatz, der sich dort befindet, bewachen muß.

Held ist Lars Petzold mit seinem Hund Pieck, der nach einem nicht so unsympathischen DDR-Politiker heißt, denn ein Hund namens Honecker geht ja nicht und der geht nicht Zigarettenholen, nein, denn das darf man in politisch korrekten Zeiten ja nicht mehr, trotzdem ist er mit allem unzufrieden.

Er ist Pressesprecher bei der Bahn und seine Frau schenkt und kocht ihm alles, was er nicht will. Die Fischsuppe zu Weihnachten beispielsweise, obwohl er Fische haßt, wie das Holzfällerhemd, den Rucksack, etcetera.

Er geht mit Pieck mal raus oder nein, er geht schon mit ihm zum Kiosk des Herrn Wang, um von ihm eine Zigarette zu kaufen, weil er ja offiziell nicht mehr raucht.

Der schenkt ihm, weil Weihnachten ist, zwei und so tappt er mit einer am Ohr, die andere im Mund in ein Fensehteam, das von ihm wissen wil, was die Bürger zu dem Flüchtlingsheim sagen und seine Frau Cathrin hat ihm fünf Minuten nachgeschaut, bis sie ganz sicher war, daß er nicht mehr zurückkommt, sich dann ein Glas Weißwein eingeschenkt und ein zweites und sich damit vor den Fernseher gesetzt und sieht nun was?

Ja, Überraschung, sie sieht ihrern Mann, in einem Hemd, das sie haßt, wie ihr auch die Fischsuppe auf die Nerven geht, die sie nur für ihn kocht. Sie bliebe lieber bei den Würstchen mit Kartoffelsalat, die sie früher gegessen haben, in die Kamera sagen “So leid mir das für Sie tut. Ich finde es richtig, dass wir uns um Flüchtlinge kümmern. Nicht nur zu Weihnachten.ich finde auch nicht, dass man die Stadtbezirke gegeneinander ausspielen sollte!” und dann fragt er noch, ob die Reporterin weiß, wer Roul Wallenberg war, nachdem der Platz heißt, wo das Heim errichtet werden soll?

“Nein!”, sagt die Reporterin.

“Wallenberg war ein schwedischer Geschäftsmann, der im Zweiten Weltkrieg vielen Juden in Ungarn das Leben rettete. Anschließend haben ihn dann die Russen verschleppt. man hat ihn nie gefunden.”, wird dann erklärt.

“Wow!”, denkt wahrscheinlich Cathrin vor dem Fernseher und richtet für ihren Mann den Aschenbecher her.

Eine tolle Geschichte, gerade wegen ihr, sollte man das Buch  lesen.

Es ist zwar schon ein bißchen knapp vor Weihnachten, aber vielleicht geht es sich noch aus, sie jemanden, der sich vielleicht auch ein bißchen bedroht und unglücklich fühlt, unter dem Christbaum zu legen und dann geht es gleich weiter mit dem Aufzeigen der neuen deutschen und wahrscheinlich auch österreichischen Wirklichkeit.

Da ist Robert Reiter, ein arbeitsloser Journalist und jetziger Besitzer eines alternativen Reisebüros.

Die Bank hat unterstützt, im Geschäft steht ein Computer, es gibt eine Milchglasscheibe, so daß man Reiter dahinter sitzen sehen kann und so  denkt sich alternative Reise aus, beispielsweise die, wie man unter 2500 Euro um die Welt reisen kann. Die Kunden buchen zwar höchsten mal ein Themernhotel und so wird er bald mal mit der Bank sprechen müssen. Da geht die Türe auf und ein Mann kommt herein, der ein Ticket nach Grönland will, um dort mit “Fräulein Smilla” den Schnee zu spren und nicht wiederzukommen und das diabolische ist noch dabei, daß es auf der Straße gegenüber, auch so ein Start-up-Unternehmen gibt, wo eine junge Frau hinterm Schreibtisch sitzt und zu ihr sieht Reiter den Mann auch noch gehen.

Ein bißchen, wie Martin Suters “Businessclass”, im Weihnachtstouch sind die Geschichten, die Alexander Osang da jährlich für seine <zeitung schrieb und haben alle einen unverwechselbaren Ton der erzählt, wie man wirklich abseits von allem Kitsch und Glammer Weihnachten feiert, etwa wenn der <mann vor sechzehn <jahre einen Schlaganfall erlitt und seither, wie “Balou” der Bär oder ein Kind durch das Leben taumelt.

Oder eine Managerin soll eine unrentable Geschäftsstelle auflösen, bekommt von ihrem Geliebten ein unverbindliches Geschenk und steckt dann ein paar Stunden, mit ihm, einem Betriebsrat und dem obersten Chef im Lift,  bevor es doch nach unten geht und der Portier fröhlich “Merry Christmas” sagt.

In der Titelgeschichte geht es, um ein Weihnachtssonderangebot einer Sauna und Schwimmbadfirma und dann schleicht sich noch einer unerkannt, als Weihnachtsmann in seine eigene Familie ein.

Sehr bedrückend und ungewöhnlich Weihnachten einmal so zu sehen, würde ich sagen und wie schon bei meiner Lieblingsgeschichte getan, das Buch als Geschenkt  empfehlen, denn es bleibt, glaube ich, ein etwas anderer Blick auf das schönste Fest des Jahres zurück, wenn man sich durch diese Geschichten gelesen hat.

Und was den Adventkalender betrifft, gibt es hier zwar kein  Fenster, aber am siebzehnten Dezember vor zwei Jahren, habe ich die “Nika” im “Readingroom” vorgestellt.

Unsere leeren Herzen

Das nächste Buch ist auch von “Kiwi” und  handelt auch von Literatur, nämlich Essays des 1964 geborenen Thomas Herttche, von dem ich “Ludwig muß sterben”, gelesen habe und der mit der “Pfaueninsel” 2014 auf der Long oder Shortlist gestanden ist und ich habe ihn glaube ich 1996 kennengelernt, als ich auf eigene Kosten nach Klagenfurt fuhr, denn da war er, glaube ich, Juror.

Die Essay sind eher kurze Stückchen, wo sich der Autor auf ein Werk bezieht, ein bißchen was dazu sagt, das Buch angibt und auch dazu schreibt, wann und unter welchen Umständen er es gelesen hat.

Thomas Mann, glaube ich, als er auf Lesereise war, da beginnt das Stück mit “Etwas erzählen, aber ich weiß nichts”, und Hettche dachte, es wäre aus der Erzählung “Das Eisenbahnunglück” es war aber aus dem “Kleiderschrabk”.

So kann man sich täuschen. Dann geht es zu der Sprache der Fische”, das ist aus den “Sonnetten an “Orpeus” von Rainer Maria Rilke und da ich ja erst vor kurzem “Träumer” gelesen haben, sind mir beide Namen auch vertraut.

Danach beschäftigt sich Thomas Hettche mit Wilhelm Raabe,  dem Romanschreiben und versucht zu erforschen, warum der Autor derzeit eher wenig gelesen wird.

“Komm an meinen Schreibtisch voll von meinen Träumen!”, hat Wolfgang Koeppen an den Verleger Sigfried Unseld, der “Autoren und keine Bücher” machte, geschrieben und Thomas Hettche sinniert sowohl darüber, was ein solcher Satz bedeutet und erinnert sich daran an seine Begegnung mit dem berühmten Verleger, der ihm flankiert von zwei schweigsamen Autoren in ein teures Lokal eingeladen hat.

Dann kommen drei Essays, die die Verbindung von Literatur zur Freiheit, Konvention, Zweck und Moral aufzeigen sollen, wobei sich Thomas Hettche sowohl auf Experimente, wie Facebook etwa die Stimmungslage seiner Benützer manipulieren kann oder, wie die Hamster auch in der Freihit die für sie aufgestellten Räder benützen bezieht, als auch Schlüße auf Vladimir Nabokov und Louis Stevenson zitiert und Schlüße zieht, die beim schnellen Drüberlesen gar nicht so leicht zum Nachvollziehen sind.

In “Das Bild einer Toten” bekommt Hettche das Foto seiner ersten Freundin geschickt und swippt zu Karl Ove Knausgard über, der glaube ich, seine Befindlichkeit in einen Haufen Bücher verpackt und damit ein großes Publikum hat. Interessant, daß er nicht zitiert wird, aber ach ja, das ist ja trotz des Millionenpublikum wahrscheinlich nicht die richtige Literatur.

Thomas Hettches literarische Gelehrtheit, die er mit genialen Rundumschlägen durch die Literatur begründet, sieht man auch an seinen Essay zu Ovid, wo er über Franz Fühmann zu Franz Kafka kommt, dann geht es nach Paris zum Terror, Charlie Hebdo und Michel Houllebeqs “Unterwerfung” und er zieht auch da Verbindungen zu Bader-Meinhof, Ernst Jünger und vielem mehr.

In “Mitsou” beschreibt er ein Interview, das David Bowle mit dem Maler Balthus in Genf führte, hier kommt es wieder zu einem Irrtum, Hettche stelt sich nämlich vor wie Bowei aus London kommend in Gef landet, bevor er daraufkam, daß dieser in dieser Zeit schon längst am Genfer See lebte.

Mit einem Seitenhieb auf das Netz, wo ja angeblich jeder jeden Unsinn schreiben kann, geht es weiter und dann geht es in ein Schloß, wo an Künstler Stipendien vergeben werden, Hettche hat, als er jung war, auch einen Aufenthalt dort gehabt, jetzt unterhält er sich älter geworden, mit dem ebenfalls schon älteren Institutsleiter und befragt ihn zu den Veränderungen, die es seither gibt.

In der “Eberjagd” setzt Hettche sich mit Ernst Jünger auseinander, dessen “Marmorklippen” ich erst lesen muß.

Dann geht es um “Peter Schlemihl” seinen Schatten und den Berliner Intellektuellen um 1800 zu denen außer Chamissos auch E.T.A Hofmann gehörte und interessant dieses Motiv oder Figur taucht auch in der “Pfaueninsel” auf, die ich auch noch nicht gelesen habe.

Dann gehts  zur “Ohm” oder zu Thomas Hettches Heimatdörfchen, wo er Peter Kurzek bei seiner ersten Lesung hörte und Paulus Böhmers Gedicht “Die Ohm”, der Fluß der Gegend, wird auch zitiert.

In “Theorie” geht um Kant beziehungsweise um den Briefwechsel, den eine junge Frau aus Klagenfurt mit ihm führte und wo sie von ihm glaube ich die Erlaubnis zum Selbstmord haben wollte. Ob er ihr sie gegeben hat, habe ich nicht ganz mitbekommen, Thomas Hettche ist ja sehr heoretisch und zitert auch aus einem Buch einer Literaturwissenschaftlerin. Maria von Herberts hat sich aber  im Mai 1803 in der Drau ertränkt.

Und in “Wir Barbaren” habe ich mir den Satz “Lesen bedeutet etwas zu begreifen und dabei stets mitzubegreifen, daß dieses Verstehen die Zeit nicht aufhält, sondern die Geschichte, gerade begriffen, einem schon wieder entgleitet”.

So ganz habe ich dieses Satz, wie vieles andere in Thomas Hettches Essays nicht verstanden und das ist beim schnellen Drüberlesen wohl gar nicht möglich und wer nimmt sich schon die Zeit genauer in die oft sehr kurzen Essays einzulassen, die munter von einem zum anderern Jahrhundert beziehungsweise Buch wechseln, wenn im Badezimmer schon die Bücher von den Frühjahrsneuerscheinungen warten?, habe ich gedacht, während meine Augen über die den letzten Essay, der die “Liebe” behandelte, geglitten sind und da war noch die Frage, wie das jetzt mit den “Leeren Herzen” aussieht?

Mein Kopf rauscht, weil ich jetzt einen Parcour durch die ganze Literaturgeschichte in drei Tagen hinter mich gebracht habe und bei jedem dachte,  das und das sollte  ich noch lesen und während ich mich noch fragte, ob sich die Herzen sich dabei gefüllt haben?, habe ich das Buch von seiner Hülle befreit, die mir  Gerda Löffler vor zig Jahren in der Straßergasse einmal zu Weihnachten geschenkt hat  und den einzigen Satz, der am Buchrücken steht, gelesen “Welche Tröstung kann Literatur unseren leeren Herzen heute noch sein?”, gelesen.

“Aha!”, und an meinen Bücherstapel im Badezimmer gedacht und daran, daß ich wahrscheinlich gar nicht so oft Tröstung brauche und meinHerz eigentlich gar nicht so leer ist, sondern pumpt und pumpt und wenn ich von Thomas Hettches Geisteskraft, bei dem ich als Kritikpunkt anbringen könnte, daß er mir manchmal sehr elitär und abgehoben erschien, auch nicht alles verstanden habe,  habe ich doch einen sehr interessanten Parcour durch die Literarugeschichte gemacht, den ich weiterempfehlen kann.