Sommer Lese.Auslese und Buchpreisblog

Zweimal im Jahr gibt es in der “Gesellschaft für Literatur” vor Weihnachten und zu Saisonende, dieLese.Auslese mit den Lieblingsbüchern oder Buchempfehlungen der vorstellenden Moderatoren.

Jetzt schon zum sechsundzwanzigsten Mal, also dreizehn Jahre und zum siebzehnten Mal mit Katja Gasser und Cornelius Hell, erklärte Markus Müller in der Einleitung und meinte dann noch, daß man bei dieser Hitze die herrschte, eigentlich jeden Besucher ein Geschenk geben müsse, teilte dann aber nicht die vorbereiteten Bücher aus, sondern wies nur auf die Geheimtips abseits der Großverlage hin.

Ich gehe ja eigentlich nicht so besonders oft zu buchempfehlenden Veranstaltungen und beider Lese.Auslese war ich einmal im Sommer und zweimal zu Weihnachten, weil das in mein Weihnachtsblogprogramm passte und diesmal bin ich, ich gebe es zu, wegen Katja Gasser hingegangen, weil die ja den dBp Juryvorsitz hat.

Aber natürlich waren die sieben vorgestellten Bücher keine besonderen Favoriten, das heißt, bei den drei der von ihr vorgestellten Büchern könnte es vielleicht passen, Cornelius Hell sucht ja immer eher die osteurpäische Literatur aus und Katja Gasser lachte auch nur sehr, als Manfred Müller sie darauf ansprach.

Also gut, keine Frage, die Jurysitzung ist ja, glaube ich, auch erst in sechs Wochen und die eingereichtre Liste streng geheim, man kann zwar selber, wenn man Zeit hat, die Vorschauen lesen und die diesbezüglichen Spitzentitel aussortieren, aber gut, es ist einSpiel und auch so eine Unwichtigkeit der Wichtigkeit der Bücherwelt.

Die Bücher wurden jedenfalls, drei von Katja Gasser vier oder sogar fünf oder sieben von Cornelius Hell ausgesucht. Gelesen habe ich keines davon, bei Band fünf der Elfriede Gerstl Werkausgabe, war ich vor zwei Wochen in der “Alten Schmiede” und Cornelius Hell begann mit dem Brievfwechsel bzw, den Gedichten des ostdeutschen Dichters Johannes Brobrowski, dessen Arbeitszimmer man inzwischen in Litauen, wo er aufgewachsen ist, damals war es Deutschland, finden kann und den hat er ja schon mindestens einmal vorgestellt.

Da habe ich selber gerade einen sehr interessanten ostdeutschen Briefwechsel, nämlich den von Victor Klemperer gelesen und dann ging es zu den poetischen larischen Romanen,sie dürfte ja sprachlich sehr anspruchsvoll sein, der Katja Gasser und zwar zuerst zu dem Familienroman von Birgit Müller Wieland “Flugschnee”, dann kam eine Überraschung, nämlich ein kleiner SchweizerVerlag namens”Die Brotsuppe” mit Naomi Lerchs “Grit”.

Der könnte vielleicht auf der Liste stehen, so wie im Vorjahr Michelle Steinbecks “Mein Vater war ein Mann am Land und im Wasserein Walfisch” gestanden hat.

Und Monika Helfers “Schau mich an, wenn ich mit dir rede” wurde von Manfred Müller, als genauso ein Geheimtipp gehandelt, da wäre ich ja fast vor unserem Urlaub in die “Alte Schmiede” gegangen, wenn ich nichteine Stunde gehabt hätte.

Auch das ist ein Familieroman, nämlich einer übereine zerüttete Familie und eines von Cornelius Hells Bücher immer zwischdurch vorgestlelt, waren eben Band V der Gerstl-Werkausgabe “Das vorläufig Bleibende”, das hätte ich zwar auch Katja Gasser zugeschrieben, aber Cornelius Hell war auf dem Symposium vor zwei Wochen und dann das neu erschiene Buch des 2014 verstrobenen ungarischen Autors  Szilard Borbely, wo Cornelius Hell vor zwei Jahren au der “Buch-Wien” oder auch sonst, seine”Mittelosen” sehr vorgestellt hat und ein Buch eines auf Russisch schreibenden litauischen Autors, der in Israel lebt, daher nicht von Cornelius Hell übersetzt “Die Freuden des Teufels” aus dem “Corso-Verlag, da lag ein kleines Büchlein über litauische Literatur noch aus Leipzig stammend auf und nachher gab es Bowle und ich habe mich mit Cornelia Stahl und einer französischen Germanistin unterhalten und was mich auch ein wenig wunderte, unter der Hitze gelitten und morgen ist wieder “Rund  um die Burg” aber da werden wir mit Alfred Wandergruppe auf die Rax gehen.

Zum deutschen Buchpreis ist vielleicht noch zu vermelden, daß es da seit zwanzigsten Juni wieder fünf ausgewählte oder offizielle Blogger gibt, was mich ja immer etwas ärgert, daß es da so einen Absolutheitsanspruch gibt und die deutsche Buchpreisseite nicht jeden Blogger verlinkt oder auf ihn aufmerksam macht, der sich durch die deutsche Buchpreisliste liest.

Bei den Verlagen ist da ja zum Glück anders , die haben mir vor zwei Jahren, als ich mich das erste Mal durch die Liste las etwa zehn Bücher geschickt, im Vorjahr waren es schon neunzehn und ich werde höchstwahrscheinlich auch heuer  wiederanfragen und mich durch das lesen, was kommt.

Es gibt heuer auf auch einen “offiziellen Buchpreisblog”, im Vorjahrhat es ja angeführt von “Buzzaldrin”, einen offenbar “inoffiziellen” gegeben und von Sandro Abbate, einer der heurigen “offiziellen Bücherblooger” gibt es auch eine Umfrage  über Bücherblogs, bei denen ich auch mitgemacht habe und eine erste Schätzung, was da wohl ab fünfzehnten August auf dieser LL-Liste stehen könnte, gibt es auch  schon und da werde ich mich sicher auch wieder an den Spekulationen beteiligen und tue das, wie man sieht und lesen kann, schon ein bißchen, hoffe auch auf Zaimolglu, Olga Grjasnowa und vielleicht auch Julia Wolf oder Juliana Kalnay etcetera und werde da wahrscheinlich wieder ein bißchen mitmischen und meinen Senf verstreuen, aber erst einmal geht es ja nach Klagenfurt zum Bachmannpreis.

Der Traum

Als Moritz Lichtenstern erwachte, war er sofort munter, obwohl ihm gleichzeitig, die vergangene Traumsequenz gefangenhielt und bildhaft klar vor Augen stand.

Er hatte von dem 2000 verstorbenen österreichischen Dichter, Ernst Jandl, geträumt, den er in seiner Eigenschaft, als Verleger  mehrmals auf Kongreßen und literarischen Colloquien begegnet war.

Im Traum war der Dichter noch am Leben, aber ungefähr so dement, wie sein Vater und sein Großvater, als sie gestorben waren und, wie offenbar er es insgeheim befürchtete, daß es auch bei ihm so kommen könnte, gewesen und hatte in einer betreuten Wohngemeinschaft gelebt.

Wenn er sich nicht irrte, war er sein Betreuer oder auch ein interessierter Besucher gewesen. Warscheinlich war das Letztere richtig. In seiner Eigenschaft, als Exverleger hatte er den dementen Dichter besucht, der ihm, wie er sich erinnern konnte, freundlich ansah und dann hatte er in seinen Texten gewühlt. Gewühlt oder geblättert, so genaukonnte er das nicht differenzieren. Konnte sich aber an eine Gedichtzeile erinnern, die er ihm vorgelesen hatte, als er beim Aufwachen war.

“Zwischen Erdberg und Brigittenau”, hatte der Text gehießen.

“Zwischen Erdberg und Brigittenau: Kindesmißbrauch, Haß, Gewalt, vergewaltigte Frauen, Liebe nicht oder doch vielleicht zwischendrin gestreut ein kleines Bißchen”.

Er war er mit dieser Verszeile auf den Lippen aufgewacht und hatte eine ganze Weile gebraucht, herauszufinden, ob die Zeile nun ein Text Ernst Jandls oder eine Eigenschöpfung war und damit endlich einmal, ein brauchbares Gedicht, das nicht kitschig war, sich nicht auf Herz und Schnmerz reimte und das er in seiner Eigenschaft, als kritischer Verleger, gelten lassen konnte?

Er mußte nachschauen, ob er wirklich ein Gedicht Jandls geträumt hatte oder, ob er dabei war, eine Wortschöpfung zu kreieren, mit der endlich einmal mit sich und seinem dichterischen Schaffen zufrieden war,” dachte er, atmete  auf, schüttelte sich durch und stand auf, um im Pyjama in sein Arbeitszimmer hinüberzugehen und den Computer einzuschalten.

In den vielen Bänden Literaturlexika, die es in seinen Regalen gab, konnte er auch nachsehen, un den Urheber seiner Wortschöpfung ausfindig zu machen.

Aber eigentlich hatte er Mathilde anrufen und ihr mitteilen wollen, daß es soweit war und er  nach dem Frühstück mit seinem Bus losfahren und sich von ihr die Antwort abholen wollte, ob sie mit ihm zuerst nach New York zu Lily fliegen und dann mit dem Bus nach Berlin und wenn sie wollte, mit ihm neuanfangen und durch die ganze, halbe oder auch nur einen kleinen Teil der Welt fahren würde und das Gedicht konnte er ihr statt eines Osterei, das  höchstwahrschein ohnehin  ein wenig kindisch wäre, als Geschenk mitbringen, dachte er, stellte das Lexikon mit dem Buchstaben “J” wieder in sein Regal zurück und begab sich in sein Bad, um sich dort zu waschen und zu rasieren. Sich für die Reise nach Wien zurechtzumachen.
Und er fühlte sich zum ersten Mal seit langen, wie er mit Erstaunen festellte, befreit und ruhig, als hätte er die Schatten der Vergangenheit, die ihn seit Jahren quälten, nun doch ein bißchen hinter sich gelassen.