Wieder ins Musa

Das Jahr geht weiter mit der Vorstellung der Stadt Wien Stipendiaten von 2016 und diese sind wieder sehr experimentell. Das heißt, bei bei dem 1981 geborenen Kärntner, der auch Musiker ist, Norbert Kröll, Absolvent des Hochschullehrgangs für Sprachkunst wußte ich das nicht so genau, denn der war mir bisher nicht bekannt.

Sein Roman, der im Frühjahr bei “Löcker” erscheinen wird “Sanfter Asphalt”, von Straßenbildern begleitet, ist das aber, denn das gibt es eine Erzählstimme, die mit seinem Körper spricht, das Zähneputzen, die Funktion des Magens,  wird besprochen, es geht es weiter über das Müsliessen und dann kommt pötzlich ein Spam, das sich, als Angebot eines Druckkostenverlages entpuppt.

Der Protagonist, der Stadtflaneur, der durch Wien wandert, erlebt eine sterbende Katze im Hausflur und Gedanken über die Homosexualität gibt es, glaube ich, auch.

Sehr experimentell und plotlos könnte man sagen und dabei bin ich mit meinem kleinen in St. Pölten gekauften Büchlein dagesessen und habe mir meinen Plot, der den zweiten Teil meines Romanes betrifft, auffnotiert, denn Sieg, ich habe eine Handlung und die ersten siebzehn Szenen, die ich mir bis Sonntag auffnotiert habe, jetzt zweimal durchkorrigiert, die drei Handlungsstränge, die ich bis jetzt habe, haben jetzt ein Ende.

Bei Sophie und Fabi endet es bei der Angelobung des Bp. Da wird ein Stein auf Fabi geschmissen und Sophie zieht ihn weg ins Cafe Eiles. Die Therese ist inzwischen von Graz, wo die Performance auch durch eine Demonstration gestört wird, nach Linz, nach Salzburg und  bis Berlin gekommen, wo sie in den Terrorangriff auf den Weihnachtsmarkt hineinkommt, bevor sie zurück nach Wien und in die Sprechstunde ihres Psychiaters fährt und die Doro verbringt ein Wochenende in der Bibliothek, schreibt und liest da ihren Roman zu Ende, dann sperrt sie ab und geht aufs Dach früchstücken, wo sie dann der Karo sowohl das die “Viertagebuchfrau”, als auch den Schlüßel  zu denm Abstellkammerl übergibt und nach Hause duschen geht.

Das habe ich mir neben Hermann Hendrich und der ganzen experimentellen Szene sitzend aufnotiert. Vor mir saß Lukas Cejek, Elisabeth Wandler-Deck war auch da und ein paar junge Leute, möglicherweise Sprachkunststudenten.

Julia Danielcyk interviewte dann wieder den jungen Stipendiaten, fragte, ob es ein Wien Roman sei und nur dort spielen könne und vorhat sie der Technik gedankt, denn wo elffriede.auffzeichnensysteme vorkommt, wird es kompliziert.

Da war ich schon bei zwei Performances im Literaturhaus, deshalb war wahrscheinlich auch Barbara Zwiefelhofer da.

Das Licht wurde gelöscht, jemand legte sich auf den Boden und die Performancerin trat mit zwei Stirnlampen auf, las ihren Text, “Nachrichten vor dem Ton”, der, würde ich mal flapsen aus einer Reihe von Sprichwörtern und Alltagswendungen bestand, von einer Rolle, hatte auch ein Diktiergerät in der Hand und während Julia Danielcyk, die Stipediatin interviewte, lag der Kollege, was wahrscheinlich auch ein wenig irritierte noch immer da.

Interessant, interessant und mir stellte sich wieder mal die Frage, wer das ganze Experimentelle, Ralph Klever war da und verkaufte elffriede.aufzeichnungssystemes Werk, wirklich liest und behaupte, außer den Jurymitgleider wahrscheinlich nicht sehr viele Leute.

Es waren auch die Stammbesucher, die sagen wir mal, wegen dem Wein und dem Brot kommen, heute eher nicht anwesend. Dafür die experimentelle Szene Wiens oder ein Teil davon und ich habe in dieser Umgebung meinen sehr politischen und wohl auch linearen neuen Roman oder wahrscheinlich wird es wieder nur eine Erzählung konzipiert, schüttele den Kopf bei all dem Experimentellen, gehe aber immer wieder getreulich hin und habe auch im Gespräch mit Wolfgang Helmhart behauptet, das ich mir jedesmal etwas davon mitnehme und auch das ist interessant.

Zwölf in zwölf

Vor cirka einem Jahr habe ich ja von Jacqueline Vellguths,  wie sie selber schreibt: “wahnsinnigen,  völlig durchgeknallten, genialen, lehrreichen, supermotivierenden Projekt” in einem Jahr zwölf Bücher zu schreiben und damit aufzufallen und berühmt zu werden berichtet.

Jacqueline Vellguth und ihren Blog “Schriftstellerwerden.de” , kenne ich, seit ich blogge oder vielleicht auch ein bißchen länger, habe bei ihrem “Schreibtinten-Wettbewerb” mitgemacht und einen Buchgutschein gewonnen, als ich ihr bei meinem ersten “Nanowrimo” immer regelmäßig meine Schreibberichte sandte und sie ist auch die Vorlage für eine Figur der “Heimsuchung”, die bei diesen Projekt entstanden ist.

Sie ist eine sehr rührige Schreiberin, hat immer viele Tips fürs Schreiben, ein paar Mal bei den “Nanowrimos” mitgemacht und nun dieses Projekt, das ich mit Spannung verfolgte, aber ein wenig skeptisch war und bin, weil ich denke, daß zwölf Romane in einem Jahr wahrscheinlich zuviel sind.

Habe ich ja schon Schuldgefühle, daß bei mir im letzten Jahr fünf Bücher herausgekommen sind und alle schreien “Schreib doch nicht soviel!”, denn es kann ja keine Qualität bedeutet, wenn man in vier Wochen ein Buch herausklopft und das in dieser Zeit dann auch noch veröffentlicht.

Dem “Nanowirimo” sagt man ja auch nach, daß es kein Qualitätsschreiben sein kann, wenn man in einem Monat fünfzigtausend Worte schreiben soll.

Nun, das ist ja auch erst der Anfang und dient dazu, daß man sich warm schreibt, nicht aufgibt, was fertig bringt. Korrigieren und veröffentlichen kann man ja nachher und das Schreiben ja, glaube ich, auch die Organisatoren so.

Das “Selfpublishing” hat aber viel verändert und da hat sich irgendwie die Idee durchgesetzt, daß man öfter ein Buch herausbringen soll, um damit aufzufallen, nicht vergessen zu werden, etcetera.

Ob, das außer Jacqueline Vellguth in diesem Tempo noch jemand so macht, weiß ich nicht, obwohl ich ja eine lose Serie von sogenannten Indie- oder Selbpublishern habe.

Habe ich ja Martina Gerckes Schreiben einige Zeit verfolgt, über Bela Bolten geschrieben und nun Jacqueline Vellguth, die 1982 geborene Diplomphysikerin, die schreibt und schreibt, aber vor 2016 noch nichts veröffentlicht hat oder doch vielleicht ein Buch, einen sogenannten Probelauf, hat sie im Monat davor herausgebracht .

“Zauberhaftes Aschenputtel” im Dezember 2015 erschienen und das sind wir schon bei den Genres, die die Selfpublisher ja gern verwenden und Jacqueline Vellguth hat sich, glaube ich, in dem Jahr, das zwölfte Buch ist ja pünktlich noch am 31. Dezember erschienen,  heißt  “Von Worten berührt”, handelt davon, wie die Heldin Schriftstellerinwird und ist allen, dieSchreibberichten auf ihrer Website gerne schreiben, gewidmtet, durch alle Genres geschrieben.

Die Bücher sind bei “Amazon” erschienen. Es gibt, glaube ich, auch eine Printform, ein paar Blogartikeln mit  und auf “Schriftsteller-werden.de”.

Auch ein paar Interviews sind im Netz erschienen und bei “Amazon” kann man sich jeweils die Leseproben lesen.

Es gab auch einen Newsletter den man bestellen konnte, dann bekam man noch mehr Einblick in Jacqueline Vellguths Schreiben. Konnte vielleicht auch Testlesen und einen kleinen Skandal mit ein paar Sternrezensionen hat es auch gegeben.

Die sind inzwischen verschwunden, die anderen Reaktionen waren durchaus positiv und das ist es ja auch, was ich befürchte, daß mir meine Kritiker die Einsternrezensionen “Wui, ist das schlecht!”, hinknallen, wenn ich bei “Amazon” veröffentliche würde.

Tue ich nicht, ich bleibe auf meiner Website und meinen “Vorschauen” und habe Jaqueline Vellguths Bücher, da ich sie ja kaum in den Bücherschränken finden werde, nicht gelesen.

Von Annika Bühnemann habe ich das im letzten Jahr mit “Küss mich Superstar” getan und auch zwei von Martina Gerckes Bücher.

Da ist auch gleich interessant, daß die Selfpublisher oft im Duett schreiben und Jaqueline Vellguth hat bei ihren Büchern, glaube ich, auch öfter New York als Schauplatz erwählt.

Die Cover vor allem, die letzten mit den Herzen und den Cupcakes sind sehr schön und knallig und ich bewundere Jaqueline Vellguths Fleiß und Energie und werde mich wenigstens durch die Probekapiteln lesen und verfolgen, wie berühmt man wirklich mit zwölf Büchern im Jahr werden kann.

Bei einem Interview, das ich hörte, hat sie  auch davon erzählt, daß die Verlage schon auf sie aufmerksam wurden. Sie ist aber, glaube ich, noch zu keinem gewechselt, aber jetzt überhaupt erst auf Urlaub, bevor sie ihren Abschlußartikel schreiben wird.

Das erste Buch, das noch im Jahr 2015 erschienen ist, war also eine Fortsetzung des Aschenputtels.

Im Jänner kam der Urban Fantasy Roman “Die Welt zwischen den Zeilen”.

Dann folgte eine Serie von Februar bis April, nämlich “Die unsichtbare – die sichtbare und die Superheldin”

Es gibt die Fantasy Romance  “Wald der Wunder” im August erschienen, die “Liebesromane “Ein magischer Sommer” und “Folge deinem Herzen”

“Cherry on the top” im November erschienen, ist glaube ich ein Liebesroman, der in New York spielt und von einer Bächerin handelt, die die besten Cupcakes erzeugt.

Im Oktober ging es schon in einen Buchladen nach New York “Der Duft von Büchern und Kaffee”  und am 31. Juli erschien das “Manuskript vom Schreiben und Sterben des Henry Jones”.

Ein Weihnachtsbuch mit einem wunderschönen Cover “Die schönste Zeit des Jahres” gibt es auch und jetzt kann man noch auf Jaceuline Vellguths Seite nachsehen, ob ich etwas vergessen habe.

Toll denke ich, ich könnte das nicht und bin ja auch ein wenig ausgeschrieben, nach meinen einundvierzig selbstgemachten Büchern, meinen depressiven Frauen, meiner Flühctlingstrilogie, mein Buch über den Steinhof, dem Sterben nach Krebs oder Alzheimer, der Mimi, den “Dreizehn Kapiteln” und und und…

Berühmt bin ich nicht damit geworden und denke, daß das den Selfpublischern, wo ja immer noch sehr viele Vorurteile bestehen und sie ja auch nicht auf die meisten Buchpreislisten dürfen, auch nicht so einfach ist.

Obwohl, wie ich ja immer höre und lese sehr viele sehr erfolgreich wurden, zu Verlage finden und auch große Verkaufszahlen haben.

In Leipzig und in Frankfurt gibt es schon ganze Hallen von ihren Büchern und ich habe auch noch ein paar “Kindle direkt  Publishing Printausgaben” in meinen Harlander Regalen, die ich mir im letzten Jahr aus Leipzig mitnahm und die ich noch lesen muß.

Jetzt werde ich mich, wie beschrieben ein bißchen durch Jaqueline Vellguths Probekapitel wühlen und bin gepannt, was ich noch alles von ihr hören werde und natürlich wünsche ich ihr weiterhin viel Erfolg, denn ich denke man kann es auch durchaus selber machen und ich tue das ja auch.