Geburtstagsfeier für Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Diese Tage werden einige runden Geburtstage gefeiert, so wurde heute der Kabarettist Werner Schneider achtzig, Erni Mangold wird morgen neunzig und davon vielleicht ein wenig unbemerkt feierte Hilde Schmölzer heute ihren achtzigsten Geburtstag in der Wien-Bibliothek, weil sie ihren Vorlaß 2012 dorthin verkaufte und jetzt auch ihre Austellung als Photgrafin über die Fotos der sechziger Jahre des “Böses Wiens” dort hatte.

Da war ich ja schon bei einer Veranstaltung, nicht bei der Vernissage, aber heute bei der Schlußveranstaltung und ins Jahr 2017sind wir ja auch mit Hilde Schmölzer hineingegangen.

Die Frauenforscherin ist da ja immer besorgt, daß vielleicht zu wenige Leute kommen, aber heute brauchte sie sich keine Sorgen machen, denn außer dem Besucherkreis, der regelmäßig wegen dem Wein und des Brotes kommt, war heute auch ihr Fankreis da, das heißt Sohn und dessen Lebenspartnerin und ihre Freundinnen und die sind bei dem eifrigen Mitglied der “Frauen lesen Frauen – Lesegruppe” des ersten Wiener Lesetehaters sehr vielfältig und umfangreich.

So brachten Bärbl Danneberg und ihre Partnerin eine Torte der KPÖ, als Präsent und sonst waren Ruth Aspöck frisch aus Linz zurückgekommen, Manfred Chobot mit dem ich morgen in Salzburg lesen werden, Anita Schaub, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner und und und  anwesend.

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Geburtstagstorte

Geburtstagstorte

Es war also sehr voll, die Wien Bibliothek Direktorin Silvia Mattl-Wurm hat eröffnet, dann gab es ein Gespräch, wo Hilde Schmölzer erzählte, wie da mit der Fotografin und derJournaliistin zusammenpasse oder, wie sich beides entwickelt hat und dann kam eine Lesung aus dem “Vaterhaus”, das inzwischen neu aufgelegt wurde, aber vielleicht trotdem schon vergriffen ist, wo man Hilde Schmölzers schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater nachvollziehen konnte.

Dann gab es noch drei Gedichte, ein ganz neues, sowie ein altes aus dem“Podium Portrait” und dann eines das sie zu dem Tod ihres Mannes in den neunziger Jahren geschrieben hat.

Dann kamen die KPÖ-Frauen mit einer Torte und draußen gab es Wein und Brötchen und das dementsprechende Gedränge und desmal war ichnicht nur draußen vorn oder voll dabeben sondern mittendrinn, bin ich mit Hilde Schmölzer ja beinahe befreundet und Agnes Pistorius deren Buch über ihre Mutter ich besprochen habe, sprach mich an und erzählte mir über ihre Vorlieben über Franz Grillparzer und Manfred Chobot erzählte mir welchen Zug er nach Salzburg nehmen würde, bevor er  zu einer großen Lesereise aufbrechen, wo er auch einen Award in Empfang nehmen wird.

Ich wünsche aber Hilde Schmölzer alles Gute zu ihrem achtzigsten Geburtstag und werde ihr Buch über die Frauen um Karl Kraus, das sie mir zu meinem vorletzten Gebrurtstagsfest brachte, wahrscheinlich im nächsten Jahr lesen.

Messers Schneide

Jetzt kommt eines der dünnen “Suhrkamp-Taschenbücher”, die ich mir einmal au einer der “Ein-Euro-Buchlandungskisten” gezogen habe.

Ralph Rothmanns erster Erzählband “Messers Schneide” und den 1953 geborenen deutschen Autor habe ich einmal bei den “Literatur im März Veranstaltungen” im damas noch nicht fertigen Museumsquartier gehört. Was er da gelesen hat, kann ich nicht mehr sagen, Alexandra Millner, die Kuratorin hat ihn, glaube ich, vorgestellt und gelesen habe ich von dem sehr gelobten Autor, dessen  “Suhrkamp-Taschenbücher” man  leicht in den Abverkaufskisten finden kann “Windfisch” und “Flieh mein Freund”.

Den Gedichtband “Kratzer” muß ich noch lesen und im “Frühling sterben”, das hochgelobte Buch über World War I, das der Autor 2015 nicht auf der LL haben wollte, habe ich anläßlich meines Ö1 Quizz bei der Buch-Wien 2015 gewonnen oder bekommen.

Am Buchrücken stehen lobende Worte von Ludwig Fels, in der Buchbeschreibung werden auf die schönen Bilder und, daß Rothmann mit seinem Erzähldebut Preise bekommen hat hingewiesen, bei “Amazon” wo ich mich ja gerne informiere, gibt es sowohl ein als auch fünf Sternrezensionen, bei der mit dem einen Stern steht “Wieder ein gelungener Roman, an zynischen, bisweilen boshaften Betrachtungen mangelt es nicht… wunderbar zu lesen!”

Das ist wohl auch zynisch gemeint und dem kann ich entgensetzen, daß es sich bei dem hundertdreißig Buch erstens, um eine ERzählung, das steht sogar so in dem Buch, handelt und das zynische habe ich gar nicht so bemerkt und der Held ist mir auch gar nicht, wie ich auch gelesen habe, so unsympathisch, Rothmann ist aber zweifelsfrei ein großer Sprachkünstler und vielleicht auch künftiger Büchner-Preisträger.

Eine ganze Liste von Preisen hat er schon bekommen, dem es um die Sprache und die Bilder geht, wenn er vielleicht etwas sehr alltägliches erzählt.

Geht es doch um eine ambivalente Beziehung zwischen Manfred Assen, einem Dichter, der vom Taxifahren in Berlin lebt und dessen Freundin Iris, die ein Kind bekommt. Sie will es, er nicht, weil er sich vor der Verantwortung drückt, sich den an ihn dann gestellten Anforderungen nicht gewachsen fühlt, etcera.

Das ist eigentlich schon alles und beim Rest bleiben tatsächlich die schönen Worte, die Bilder, die Assoziationen hängen.

Es beginnt mit der Kindheit, mit den Schlägen der Mutter, eine Internatsszene wird erzählt, wo Schwester und Bruder im selben stregen Internat leben, wo nur der Nachtisch bekommt, der schnell ißt, die Mädchen sind da langsamer und gehen so leer aus. Der Bruder pflückt nun für die Schwester Kirschen, versteckt sie in ihrem Bett, versucht ihr das, damit sie nicht in sie hineinklatscht, nonverbal, denn während des Essens darf man nicht sprechen, zu vermitteln, die Schwester mißversteht, das Bett wird rot und der Junge muß auf Erbsen knien, während die Klosterschwester eine Stunde fromm in einem Buch liest.

Das ist es, die starken eindrucksvollen Bilder. Es gibt auch Schwierigkeiten mit dem Vermieter, der ihn aus dem Haus haben will, um die Wohnung teurer zu vermieten, in Berlin gibt es zu dieser Zeit Demonstrationen und wenn man sich damals, das Buch ist 1986 erschienen über die Sterlisation informieren wollte, mußte man zu einer Beratung ins Gesundheitsamt gehen, eine Gebühr zahlen, seinen Namen ausfüllen und bekam dann von dem Psychologen nach einem Gruppengespräch nur eine Broschüre ausgehändigt, wo all das, was er sagte, drinnen stand.

Assen ist hin- und hergerissen, ruft Iris an, dann wieder meldet er sich nicht und, als die ihm schließlich versichert es ihm schriftlich zu geben, daß er sich, um das Kind nicht zu kümmern braucht, ist es ihm auch nicht recht.

Die Schlußszene weist auf den Titel hin. Assen ist in einem Lokal, wo ein paar amerikanische Soldaten sehr brutal agieren und von den Gästen Geld wollen, er steckt das Steakmesser ein, verfolgt mit Mordlust die Soldaten, als er aber soweit ist, daß er es gebrauchen kann, hat er es verloren, so sinkt er neben einer am Boden liegenden Frau, in deren Tasche, die Soldaten vorhin hineinpissten, nur hilflos hin.

Auch ein starkes Bild, das den Helden vielleicht auch so unsympathisch macht, ich denke, es ist ein Buch der schönen Bilder und keine “Einstern-Erzählung”, aber ich würde mir trotzdem mehr Realistik und mehr Handlung erwarten, wissen, wie es Assen und Iris wirklich geht und nicht nur schöne Metahpern zu lesen bekommen, an Hand denen, ich mir die psychologischen Hintergründe selber denken muß.

Aber so funktioniert der Literaturbetrieb und so wird man ein preisgekrönter Autor, auch wenn, die Leute das Buch dann vielleicht nicht so lesen oder es als zynisch interpretieren, das weiß ich schon.