Kremayr & Scheriaus neue Romandebuts

Die neue Literaturschiene bei “K& S” gibt es seit einem Jahr, auch damals wurden die Debutanten Irmi Fuchs, Daniel Zipfel und Marianne Jungmayer in der “Gesellschaft für Literatur“, sowie im “Tahlia” vorgestellt und nachher gab es noch eine große Party im 7*.

Ich war auch damals mitten drin im Buchpreisbloggen, im deutschen, daß es heuer auch ein österreichisches geben wird, haben damals ja alle dementiert, habe gerade den dicken Setz gelesen, mir die Bücher aber bestellt und als ich im Frühjahr aus Leipzig zurückgekommen bin, habe ich das neue alte Buch der Gertraud Klemm gelesen und diesen Sommer gab es bei den O-Tönen ja die Debutschiene mit Irmi Fuchs, Daniel Zipfel und Petra Piuk von K& S.

Die “Sommernomaden” das zweite Buch der Marianne Jungmeier habe ich mir dann auch bestellt und gestaunt, daß es einige der Debutanten auf das Lesepult gebracht hat und, als ich vor zwei Wochen das letzte Mal richtig bei den O-Tönen war, vorige Woche bin ich ja nur daran vorbei nach Haus gegangen, machte mich der Lehrer Christian auf die neuerliche Veranstaltung in der “Gesellschaft” aufmerksam.

Da hatte ich zwar auch schon die Einladung bekommen, aber Iris Blauensteiner, Simone Hirth?

Huch, keine Ahnung, sollte ich sie kennen?

Inzwischen habe ich die beiden Bücher auch schon eingekeilt, neben der “Vegetarierin” und dem großen deutschen und dem noch eher kleinen  österreichischen Buchpreisstapel liegen.

Aber Daniel Emmingers Buch ist heute zu mir gekommen und ich bin auch ein bißchen früher weg, weil ich mir ja noch das Leseprobenheftchen holen wollte. Das Österreichische, das hundertzwölf Seiten stark ist, mit vielen Insiderinformationen, wie glaube ich auf der Facebuchseite steht, das Deutsche bestelle ich mir ja nicht mehr, seit  da die Hintergrundinformationen verschwunden sind und ich die Leseproben und das Autorenfoto ja auch im Internet finden kann und weil ich jetzt auch die Bücher selber lese, brauche ich sie nicht.

2009 bin ich aber sehr herumgeirrt und habe mich gewundert, daß es das in Wien nicht gibt.

Gibt es nicht okay und brauche ich auch nicht, aber am Nachmittag in die “Buchinsel” auf der Margaretenstraße und dort nachfragen.

Sie hatten nicht und werden auch nicht bestellen, weil der Buchhändler ja für das Büchlein zahlen muß und die Leute, die danach fragen, ohnehin nichts kaufen, wie mir einmal vor Jahren, der alte, eher grantige Vorgänger dort sagte, als ich nach dem “Tag des Buches-Büchlein” fragte. Inzwischen gibt es einen anderen Buchhändler und der hatte im April das “Literatier”, die freundliche ältere Dame sagte mir aber, ich wäre die erste, die danach fragte und verwickelte mich dann in ein längeres Gespräch über die Listenbücher. Sie war bei den O-Tönen und hatte die Anna Weidenholzer, die zwar auf der anderen Liste, stehen liegen und hui, die Buchhänder zumindest manche, sind also doch sehr kompetent und interessieren sich für Literatur und ich ging  mit meinem Einkaufskorb weiter zum “Hofer”, bei Anna Jeller vorbei, von der ich schon wußte, daß sie es nicht haben wird, die Olga, die ich von der Facebookseite kenne, saß aber lesend am Türstapel und sagte mir auch sehr freundlich “Das haben wir noch nicht!”

Hui, also doch sehr schwer, aber vor der “Gesellschaft” zum “Morawa” schauen und wenn es es auch dort nicht gbit, kann ich ja noch immer dem Haptverband ein Mail schreiben, wenn ich nicht bis zu “Buch-Wien” warten will.

Ich bekam es aber schon vom “Frick” und der Lehrer Christian, der mit einem ganzen Sack gekaufter Bücher in die “Gesellschaft” kam, hatte es vom “Morawa”, aber jetzt die Debuts, die dann vielleicht das nächste Jahr auf der Debutpreisliste stehen werden oder Saisonbeginn, wie mir die alte Dame, die ich immer bei den Veranstaltungen treffe, verkündete, die Sommerlesereihen, wie die OTöne sind vorüber und diesmal habe ich mir ja einen sehr intensiven literarischen Sommer in Wien gegeben und jetzt beginnt die Saison.

Bei mir hat ja schon vor zwei Wochen das große Lesen angefangen und jetzt die Debuts und zwei junge Frauen, deren Namen und Lebensläufe mir nicht sehr viel sagten, die aber trotzdem bei sehr interessante Themen hatten.

Ursula Ebel moderierte und stellte zuerst die 1985 in Deutschland geborene Simone Hirth vor, die in Leipzig am “Literaturinstitut” studierte und jetzt in Gablitz im Wienerwald Autorin und Lektorin ist.

Ihr Buch ist vielleicht auch ein Kanditat für den interessantesten Buchtitel, nämlich “Lied über eine geeignete Stelle für eine Notunterkunft” und handelt von einer Aussteigerin, deren Welt in Trümmern liegt, die Arbeit verloren oder hingeschmissen, das elterliche Haus wird abgerissen und die namenlose Ich-Erzählerin steigt aus und baut sich offenbar irgendwo im Wald oder hinter Büschen eine Hüttel aus Ziegel und Fragmenten, Trümmern also und die Sprache besteht auch sehr kurzen aufgeschnappten Sätzen. Ein sehr interessantes Buch, das ich, wenn ich mit der Sibylle Lewitscharoff und vorher kommen noch Melle, Stadler und Steinaecker, fertig bin, lesen werde oder vielleicht beginne ich auch mit “Kopfzecke” von der 1986 in Wien geborenen Iris Blauensteiner, die auch Filmemacherin ist und in “Wartholz” gewonnen hat.

In den “Koliken”, hat sie, wie Simone Hirth verlegt, aber das ist wahrscheinlich das gemeisame zwischen allen “K&S” Debutanten, Gustav Ernst spielt da wahrscheinlich auch eine gewisse Rolle, zumindest habe ich ihn auf dieser Verlagsparty gesehen und da hat er mir Petra Piuk vorgestellt.

“Kopfzecke” ist die Geschichte einer Demenz oder die der Beziehung zwischen einer fünfzigjährigen Tochter, die ihre Mutter in ihrer ehemaligen Kinderwohnung pflegt,  die Rollen vertauschen sich und ein Geheimnis gibt es auch zu entdecken, wie die Autorin verschämt lächelnd sagte und darauf hinwies, daß man es erfährt, wenn man das Buch am reich gedeckten Büchertisch erwerben wird.

Nun ich werde es erfahren und kenne mich mit Demenz ja nicht nur durch den Psychologieunterricht im Geriatriezentrum Wienerwald, den ich einmal gegeben habe, jetzt gibt es das Geratriezentrum ja, glaube ich, nicht mehr und die Pflege meines Vaters und des Schwiegervaters ein wenig aus, nein ich habe ja auch darüber geschrieben, interessant ist aber sicher, wie das eine dreißigjährige junge Frau sieht, die auch sagte, gar nicht soviel darüber recherchiert zu haben.

Die “K& S Debutanten” haben also realistische Themen und die interessieren mich ja sehr, ich bin also sehr gespannt, wie die Bücher mit gefallen, ein paar Wochen wird es ja noch dauern, bis ich sie besprechen werden und was und wo ich von den zwei jungen Frauen noch hören oder lesen werde.

Buchpreisbloggeflüster

Nun also sind die beiden Listen bekanntgegeben und ich lese, lese, beziehungsweise mache ich dem Postboten auf, um ein Buchpaket in Empfang zu nehmen, schreibe Mails an nette Verlagsdamen und gerate mal mehr und mal weniger in Stress und Panik, das alles vielleicht nicht zu schaffe.

Habe ich mir da nicht vielleicht zu viel aufgeladen? Beziehungsweise ist das die Schuld, des österreichischen Hauptverbandes, der den öst Bp einen Monat nach dem deutschen ansetzte und den Preisträger einen Monat nach der Frankfurter-Messe, die auch ein Monat vor der “Buch-Wien” stattfindet, präsentieren will.

Um nicht mißverstanden zu werden, im Vorjahr habe ich auch alle Bücher gelesen und zwischendurch, während ich auf den Witzel wartete, den mir Trude K. zum Geburtstag brachte, noch einiges anderes und als die Frankfurter-Messe begann, hat mir “Buzaldrin” ein Buchpaket mit neun Bücher geschickt, die ich bei einem ihrer Gewinnspiele gewonnen habe und bis Weihnachten habe ich sechs  davon gelesen.

Jetzt bin ich schon beim siebenten dBp-Buch, Bodo Kirchhoffs “Widerfahrnis”, acht liegen noch im Badezimmer, beziehungsweise, die Lewitscharoff-Fahnen im Schlafzimmer auf dem Tischchen, mindestens eines soll noch kommen, dann folgen zwei  “Kremeier&Scheriau Debuts”, die heute auch in der “Gesellschaft für Literatur” vorgestellt werden und Han Kangs “Vegetariereŕin” und dann geht es schon, ganz langsam, an den östBP, da habe ich vier Zusagen und gestern den Reinhard Kaiser Mühlecker, das doppelte Buchpreisbuch bekommen und die Friederike Gösweiner, die ich als letztes lesen will, in Harland über den Bett liegen und wenn Katharina Winkler, was ich fast annehme, den “Alpha-Literaturpreis” gewinnt, bekomme ich das Buch, ganz egal, ob “Suhrkamp” es schickt oder nicht.

Ob ich bis zu den beiden Messen  fertig werde oder nicht, weiß ich noch nicht so genau, bis Ende  November werde ich es aber schaffen und ich kann nur sagen, trotz selbsterlegten Lesestreß, ein wunderbares Erlebnis, das ich sehr empfehlen kann, denn man lernt sehr viel dabei.

Und was waren nun meine bisherigen Erkenntisse über die ausgewählten Bücher, die angeblich die Besten sein und zu Weihnachten unter möglichst vielen Christbäumen liegen sollen?

Da habe ich ja schon öfter geschrieben, daß ich nicht daran glaube, daß das so sein kann und, daß es natürlich viel viel mehr interessante, spannende, gute oder auch was immer Bücher, als die ausgewählten dreiunddreißig gibt und die deutsche Liste war ja, das habe ich, gleich nach der Vergabe geschrieben, sehr sehr überraschend.

Ich war zuerst erstaunt und habe gedacht, ich bin im falschen Boot, dann habe ich mich aber sehr schnell angefreundet, lese mich durch die Bücher und durch die Besprechungen der offiziellen und auch inoffizellen Buchpreisblogger und kann bei der deutschen eigentlich noch nicht wirklich sagen, wer da am zwanzigsten September auf der Shortlist stehen wird?

Denn ich glaube fast, die sechs bisher gelesenen sind es eher nicht, kommen die ja eher von engagierten Kleinverlagen und stammen zum Teil von sehr exeperimentellen Sprachkunstautoren.

Der Platzgumer erschien mir persönlich ja zu konstruiert und über die Metapher, wie man von seinen schlechten Büchern in die Schlinge springt, bin ich noch immer nicht hinweggekommen und Bodo Kirchhoff, der den Bloggern sehr gefällt, hat, soweit ich es bis jetzt beurteilen kann, auch einen eher kitschig wirkenden konstruierten Stil, der ist aber sehr Publikum wirksam, glaube ich  und gefällt wahrscheinlich auch den hier oft zitierten Schwiegermüttern.

Das macht Joachim Meyerhof, der auf meiner Liste steht, wahrscheinlich auch, Peter Stamm wäre ein Kanditat, den habe ich aber noch nicht, Katja Lange-Müllers “Drehtür”, das noch kommen soll, vielleicht auch, aber das gefällt den Bloggern eher nicht, Thomas Melles Memoir über seine manisch depressive Krankheit, mein nächsten LL hat wahrscheinlich auch Chancen und dann das dicke “Apollokallypse” des mir noch immer unbekannten Gerarld Falkner, das möglicherweise schwer zu lesen ist und  Phillipp Winklers “Hool”, das mir “Aufbau” hoffentlich noch schickt, vielleicht ebenfalls.

Eine ausgewogene Bandbreite zwischen bekannten und unbekannten, experimentellen und Mainstreamgeschmack denke ich und ich habe viel gelernt, während ich, vielleicht durch meine “Alte Schmiede-Besuche” und das O-Tönfestival, das ich diesen Sommer ja sehr eifrig besuchte, bezüglich der öst-LL ziemlich sicher war und da auch nur relativ weniges Unbekanntes gefunden habe.

Gstrein und Glavinic haben zwar darauf gefehlt und sonst wäre ich sehr überrascht, wenn Friederike Mayröcker, den Preis nicht gewinnen würde, ich denke das gehört sich so, ein paar experimentelle, wie Kathrin Röggla und Peter Waterhouse, auf die ich vergessen habe, sind darauf,  und an Daniela Emminger, ein Buch, das ich bekommen soll, wie das von Peter Waterhouse, habe ich auch nicht gedacht, obwohl ich einmal eines ihrer früheren Bücher gefunden und in meinen Regalen stehen habe.

Für die Shortlist könnte ich mir also, obwohl ich da noch nichts gelesen habe, außer  der FM, Peter Henisch, Anna Mitgutsch, Rainer Kaiser Mühlecker,  Sabine Gruber und Michael Köhlmeier vorstellen, aber vielleicht hat die Jury einen experimentellen Geschmack und traut sich was, so daß vielleicht Ann Cottens Versepos, das, glaube ich, sehr witzig sein soll, darauf kommt, oder Kathrin Röggler, Peter Waterhouse und und.

Mal sehen, ich bin gespannt und lese fleißig weiter, dazwischen mache ich meine Praxis, Diagnostik, Therapien und ein bißchen Supervision, fange an zu Veranstaltungen zu gehen, heute abend, wie schon erwähnt von den “Kremeier&Scheriau-Debuts”, am Samstag habe ich mich für den Bus nach Niederhollabrunn zur “Theodor Kramer Preisverleihung” angemeldet, der Alfred reist ja, glaube ich, gerade in Japan ein und am Sonntag werde ich, wenn ich hinfinde, mit der “Gesellschaft für Literatur” auf den Spuren Kafkas in Klosterneuburg herumwandern, der dort ja in einem Sanatorium seine Schwindsucht behandeln ließ.

In den letzten Tagen habe ich selber Jury “gespielt”, wie meine Kritiker, die mich ja für eine literarische Diletantin halten, es nennen werden und drei Vorschläge für den “Ohrenschmaus” herausgesucht, der heuer schon im November im Rahmen der “Buch-Wien” vergeben wird.

Alles bestens also und noch etwas habe ich am Samstag in einer schlaflosen Nacht gemacht, ich habe nämlich, da auf der 2016 Leseliste, die wahrscheinlich ungelesen bleibenden Bücher immer länger wurden, herausgesucht, zuerst versucht, sie auf meiner langen Liste hinten dranzuhängen, dann habe ich gedacht, daß ich sie erstens vielleicht dann nicht mehr finde, zweitens gar nicht weiß, ob ich dann noch lebe und sie drittens gegebenfalls vielleicht wieder zurücktrage und sie dann für 2050 eintragen werde, wo ich höchstwahrscheinlich schon gestorben bin und, die Vorauseintragungen dann gelöscht.

So brauchen sich die Presedamen nicht mehr über sie zu wundern und ich bin auch freier, bisher Aufgeschobenes, wie das Buch der neuen Priessnitz-Preisträgerin Sanda Gugic, das der Hilde Schmölzer und die anderen Geburtstagsbücher und die Schmankerl von den Bücherschränken und das, was ich mir aus den Abverkaufslisten ziehe, zeitgerechter zu lesen, da wird dann vielleicht manchea Alte, was ich eigentlich auch noch lesen wollte, wie Vicki Baum, Pearl S. Buck, Francoise Sagan, etcetea überbleiben, aber wenn ich, was ich mir jetzt wieder vorgenommen habe, mir wirklich nur mehr das, was ich irgendwann lesen kann, aus den Schränken nehme und mit den Frühjahrsbestellungen vorsichtiger bin, kann ich vielleicht meine neue 2017 Liste bis zum doppelten 2017 Buchpreisbloggen, das ich  wieder machen will, mehr oder weniger durchgelesen haben und ich kenne mich ein bißchen aus im österreichischen oder deutschen Literaturbetrieb, ganz egal, ob meine Kritiker mir das jetzt glauben oder nicht.