Der Held

Buch drei der Schweizer Buchpreisliste, die ja nur aus fünf Büchern besteht, die ersten zwei Dorothee Emingers “Zuckerfabrik” und Charles Lewinskys “Halbbart” habe ich schon früher gelesen, weil sie ja auch auf der deutschen Longlist standen und von dem 1959 geborenen Karl Rühmann, der eigentlich Mladen Jandrlic heißt habe ich noch nie etwas gehört, trotzdem ist sein Roman, obwohl oder weil, wie in den “Amazon-Rezensionen” steht, leicht lesbar oder eigentlich des Thema wegen, obwohl ich mir am Anfang dachte “Der Held, was soll das sein?”

Der Held ist ein General eines ungenannten wahrscheinlich ehemaligen jugoslawischen Staates. Er war fünf Jahre in Den Haag inhaftiert und wurde freigesprochen. Jetzt kehrt er als Held in sein Heimatland zurück, wird am Flughafen von der Präsidentin empfangenu und will in sein Haus am Land. Dort bekommt er Polizeischutz, den er nicht will. Denn er will eigentlich nur seine Wildbienen beobachten, Tierbücher lesen und die Sportseiten der Zeitung. Er führt aber auch einen Briefwechsel mit einem Oberst eines feindlichen Staates mit dem er sich in Den Haag befreundet hat und mit ihm Schach spielte.

Der wurde verurteilt und sie haben am Anfang einen sehr freundschaftlichen Ton, was sich im Laufe des Buches ändert. Er bekommt noch einen anderen Brief, nämlich von einer Ana, deren Mann im Krieg umgekommen ist und die nun ihren zwölfjährigen Sohn allein aufzieht. Der General lädt sie ein und stellt sie als Haushälterin an.

Das Buch ist zum Teil als Briefroman geschrieben, zum anderen Teil besteht es aus Gesprächen Anas zu ihrem toten Mann und um den, Marko Tironi dreht es sich auch in den Briefen. Ana die das Geheimnis um den tod ihres Mannes herausbekommen will, liest die Briefe und wendet sich schließlich, da der General zwar freundlich und zuvorkommend aber schweigsam ist, an Oberst Bartok und bekommt die Antwort von seinen Rechtsanwalt, der sie nach Zürich, wo ihre Schwster lebt, bittet und dann zwingt gegen den General auszusagen. Der soll zur großen Siegesfeier eine Rede halten, erklärt sich nach langen Zögern auch bereit dazu, wird aber vorher verhaftet und Ana sucht schließĺich in der Schweiz um Asyl an.

Ein eher konventionell geschriebenes, interessantes Buch, das sich um Schuld und Sühne und um die philosophischen Fragen des Krieges auseinandersetzt.

Ilija Trojanow beschäftigt sich in einer eher dokumentarischen Weise mit ähnlichen Themen und über den Jugoslawienkrieg habe ich auch bei Damir Ovcina in “Zwei Jahre Nacht” gelesen und wenn ich dann zum Schweizer Siegerbuch komme wird es wahrscheinlich wieder sprachexperimenteller werden.

Amnestie

Bevor es an das Schweizer-Buchpreislesen geht, geht es noch schnell nach Austrialien beziehungsweise zu Aravind Adiga, der 1974 in Madras geboren wurde und zeitweise in Sydney lebte und mit dem “Weißen Tiger” den “Booker Price” gewann, was ihn in Europa oder den deutschen Sprachraum schlagartig berühmt machte. Das Buch habe ich auf Englisch irgendwann gefunden und noch nicht gelesen, wie ich es auch beim “Letzten Mann im Turm” noch nicht tat, aber anmerken kann, das ich mir dieses Buch, um ein paar Euro beim Abverkauf in der Buchhandlung in der sich heute ein Dekorationsgeschäft befindet, kaufte.

C.H. Beck hat mir das neue Buch freundlicherweise zugeschickt, so daß ich jetzt endlich den heute in Mumbai lebenden literarisch kennenlernen konnte und muß schreiben, es war eine Überrachung und ein Gewinn, denn das Buch setzt sich in einer sehr leichten Krimiform und einer ungewöhnlichen Schreibweise mit dem Flüchtlingsproblem auseinander oder damit, wie es einen illegalen Tamilen in Australien geht, die für illegale Einwanderer Null-Toleranz haben, so daß ihm jeder jederzeit vernadern kann und der dann mit der Abschiebung oder einem Gefängnisaufenthlalt rechnen muß, was offenbar viel härter, als bei uns vor sich geht.

Die Handlung ist schnell erzählt und steht auch in etwa im Klappentext. Im Buch wird sie dann auf dreihundert Seiten in einer eher sprachexperimentellen Art ausgebreitet.

Da ist Danny, seit vier Jahren illegaler in Australien, als Student oder mit einem Studentenvisum ist er einmal in das Land gekommen, die Universität, wo er sich angemeldet hat, war eher nur an seinen Studienbeiträgen interessiert, so hat er das Studium geschmissen und verdingt sich fortan als Putzmann. Das heißt, er hat seinen eigenen Staubsauger und seine eigenen Putzutensilien und fährt damit von Haus zu Haus, wo er einen Auftrag hat. Er hat auch eine Freudnin, die Vietnamnesin Sonja, die ist Krankenschwester und wohnen tut er in einem Lager eines Geschäftes in dem er früher arbeitete.

So befindet er sich also in der Wohnung eines Rechtsanwaltes, um dort zu putzen, als er merkt, daß das Haus von der Polizei gestürmt wird. Eine seiner früheren Kindinnen, die in der Nähe ihre Wohnung hat, ist ermordet worden. Er verdächtigt deren Freund, den sogenannten Dr. Prakash, ruft ihn an und wird von ihm die restlichen Seiten des Buches verfolgt, bis man am Schluß erfährt, daß dieser durch Hinweise Dannys von der Polizei verhaftet und Danny als illegaler abgeschoben wurde.

Das Buch ist in fünf Kapitel geschrieben “Zu Hause” heißt das erste, die restlichen vier, das “Erste bis das vierte Jahr als Illegaler und in diesen rast Danny mit Zeitangeban durch die Stadt. Wird immer wieder von diesen Dr. Prakash, der gar kein richtiger Dr. ist, angerufen, der ihm droht, ihn bei der Einwanderungsbehörde anzuzeigen, ihn auffordert zu ihm in seine Wohnung zu kommen und die zu putzen und ihm immer wieder erzählt, daß er am Abend nach Südafrika fliegen wird.

Dazwischen erfährt man viel von Dannys Leben. Er hat ein Jahr in einem Hotel in Dubai gearbeitet, kam dann als Student nach Australien und man erfährt auch von den Schwierigkeiten, die die Illegalen mit den sogenannten “Aussies” haben und auch, daß die gar keine Illegalen beschäftigen dürfen, weil sie sich dadurch strafbar machen.

Der Stil ist vielleicht, vor vor allem für mich, da ich noch nichts anderes von Aravind Adiga gelesen habe, ein wenig ungewöhnlich und die Realistin fragt sich auch, warum hat er diesen Dr Prakash überhaupt angerufen und warum will ihn der unbedingt in seiner Wohnung haben?

Vielleicht um ihn auch umzubringen? Aber über den Fall, warum die Frau von ihrem Liebhaber ermordet wurde, erfährt man überhaupt sehr wenig, sondern es werden nur die Stunden beschrieben in denen Danny durch die Stadt rast. Da erfährt man viel über die Schwierigkeiten der Illegalen. Könnte aber durchaus sagen, da passiert ja nichts und das wissen wir jetzt schon!

Aber auf jeden Fall ein neues Spracherlebnis und jetzt nur hoffen einmal die Zeit zu finden, auch die beiden anderen Bücher zu lesen und spannend ist auf jedenfall über die Situation der Aslwerber in Australien zu erfahren und auch die Art wie man darüber schreiben kann, ist sehr interessant und ungewöhnlich.

Was möglich ist

Jetzt geht es in die Schweiz, zwar noch nicht zu den heurigen Buchpreisbüchern, sondern zu einem das nicht auf der Liste gestanden ist, “Lenos”, den ich, glaube ich, durch den dBp kennenlernte, hat es mir zugeschickt, der zweite Roman des 1975 geborenen Werner Rohner de rin Biel studierte und von dem ich noch nichts gehört habe.

Roman ist wieder einmal übertrieben, denn es sind drei Frauengeschichten, die wohl durch die Klammer “Liebe” zusammengehalten werden, da gibt es ja auch Erzählbände, die durch solche Klammern auch als Romane interpretiert werden können. Aber Romane verkaufen sich besser, glauben wohl die Verlage, obwohl diese Bezeichnung durch ihre inflationäre Verwendung wohl nicht mehr immer glaubhaft ist.

Die erste Frauengeschichte trägt den Titel “Edith” und geht, um eine einundsechzigjährige Kellnerin, die nie Zürich verlassen hat, wohl auch nicht besonders gebildet ist, dann aber plötzlich mit einem Gast, Christoph, der immer kommt und Apfelstrudel bestellt und ihr dabei erzählt, wie er als Rettungsschwimmer einmal eine Frau beatmete, obwohl sie schon längst gestorben war, nach Marokko folgte, dort ein Haus kaufte und eine Penison aufmachte.

Nach einem Jahr bekommt die Freundin ihres Sohnes ein Kind und sie kehrt zurück, obwohl der kleine Miguel zu allen sehr distanziert war und Chris ihre oder sie seine große Liebe war, bricht sie den Kontakt ab und zieht schließlich in ein Altenheim.

Das Interessante an der Geschichte war für mich nicht ihr Inhalt, sondern die Schreibweise, nämlich der Perspektivenwechsel im Fließtext, ich wechsel da ja szenenweise ab. Aber da beginnt es zuerst mit Christoph, den großen Reisenden, der einen Winter in Zürich verbringt, dort zum Bademeister umgeschult wird, das erfährt man während er die Frau beatmet. Dann geht die Perspektive zu Edith und schließlich zu ihrem Sohn Martin über, zwischendurch wird da noch einige Male gewechselt.

Als ich das Buch bekommen, das Cover, den Klappentext und die Rezensionen dazu gesehen habe, habe ich mich gewundert, daß “Lenos” ein so konventionelles Buch mit einem so konventionellen Thema und einer so konventionellen Sprachweise verlegt, aber man muß wohl hinter die Kulisse und in den Text hineinblicken, um herauszubekommen, was alles möglich oder unmöglich ist und dann ist in der zweiten “Vera” genannten Geschichte auch viel “unmögliches” oder bisher nicht gesagtes dabei und der Clou ist vielleicht auch, wofür Werner Rohner nichts kann, daß ich in der “Nika” und in den “Dreizehn Kapitel” auch so eine Geschichte habe, wo zwei Frauen zusammenleben, eine bekommt ein Kind und will partout nicht, daß sich der Vater darum kümmert und der besondere Clou ist, daß die Frau Vera heißt.

Die “Dreizehn Kapitel” wurden 2013, glaube ich, geschrieben, die “Nika” 2015 und bei Rohner ist Vera eine Bibliothekarin verheiratet mit einem Gregor, einen überkorrekten perfekten Historiker und im fünften Monat schwanger, als sie sich in Nathalie, die gerade weil geschieden und zwei Kinder, endlich ihre Studium abschließen will. Vera und sie haben sich, glaube ich, schon länger gekannt und auch die Schwester Marion, die auf die Kinder aufpasst, kannte Vera, glaube ich, schon und es hat, Bezug zu der ersten Geschichte, da kommt, obwohl die Geschichte zwei ja in Berlin spielt auch einmal das Cafe vor in dem Edith arbeitete und in der Pension in Marokko waren sie auch einmal, auch eine Totgeburt gegeben und eine postnatale Depression. Jetzt küßt Nathalie Vera, die schläft zwar und das ist etwas bizaarr, dabei ein, verliebt sich aber dennoch. Die beiden Frauen reisen nach New York spritzen den Kongreß und Vera schafft es dann nicht es ihrem Gregor zu sagen. Das Kind kommt zur Welt, wird ein Bub, statt des erwarteten Mädchens. Nathalie vergißt ihren Bh in Veras Zimmer. Marion droht auf die Kinder nicht mehr aufzupassen und Gregor ruft bei Nathalie an, um zu fragen, ob sie nicht die Patentante des kleinen Albert werden will? Dann sieht er ganz am Schluß an Nathalies Tränen, um was es da geht und was im letzten Jahr geschehen ist. Ein genialer Schlußsatz denke ich, über den ich erst ein paar Minuten nachdenken mußte.

Bei “Lena” ist es ähnlich, Perspektivenwechsel, Bezüge zu den vorigen Geschichen, der Held ist eigentlich Michael, ein Schriftsteller, der schon mal als Bademeister arbeitet und einen Roman unter dem Pseudonym Andrea Dietsche geschrieben hat, erinnern wir uns, das ist die Frau die in der ersten Geschichte ertrank und er ist der beste Freund von Lena, frisch getrennt und noch sehr verstört von Sophie, eine Isabel gibt es auch und Lena ist mit Lorenz verheiratet, es gibt zwei Kinder. Da fährt sie nach Neapel zu einem Carlos und Lorenz kommt in der Nacht zu Michael, erzählt ihm das und bittet ihm ihr nachzufahren. Die weiß gar nicht genau warum sie Lorenz verlassen hat oder doch, um sich vorzustellen, wie sie das bei ihren Kinder täte. Dann kommt sie zurück, aber noch nicht zu Lorenz, sondern zu erst zu Michael, bis alles wieder seinen normalen Gang nehmen wird, oder auch nicht. Das wissen wir nicht, denn der “Roman” ist damit aus.

Meistens sind es Erzählbände, die solche Klammern haben umd “Einfühlsam und unaufgeregt erzählt Werner Rohner von Sehnsucht und Begehren von Aufbruch und Verlust”, steht noch am Klappentext und ich füge hinzu, daß ich auf jeden Fall eine interessante Begegnung mit einem mir bisher unbekannten Schriftsteller machte, der seine Themen wirklich ungewönlich wählte und auch eine ungewöhnliche Erzählweise hat.

Wenn rot kommt

Ehe ich zum Schweizer Buchpreis komme und den deutschen fertig lese, bei der öst Debutscheiene gibt es auch noch ein Buch zu lesen, bleibe ichbei der österreichischen Gegenwartsliteratur und der “kremayr& scheriau” Literaturschiene und bin und bleibe berwirrt, denn nach Leander Fischers handlungsloses Sprachspiel geht es gleich mit Petra Piuks dritten Buch weiter und richtig, Roman steht diesmal nicht darauf, obwohl man es vielleicht auch so interpretieren könnte. Denn es gibt ja eine Handlungsschiene, eine Lsa sitzt in einem Hotel in Las Vegas, wartet auf ihren Tom der verschundetn ist und geht dabei durch sämtliche Drogenräusche, könnte man so sagen.

Es ist vielleicht aber auch ein Fotobuch.Wurde es ja mit der Fotografin Barbara Filips verfaßt, die die Fotos beziehungsweise Illustrtionen beigesteuert hat, die ungefähr den halben Raum einnehmen.

Die1975 geborene Petra Piuks, die durch Gustav Ernsts Sprachschule gegangen ist, habe ich, glaube ich, das este Mal bei dieser “k&s”- Verlagsparty vor fünf Jahren im “Siebenstern” kennengelernt, dann ist ihr Debut “Lucy” fliegt erschienen und da würde ich sagen, das ist das realistische und auch sehr psychologische, was mir ja naturgemäß sehr gefällt von ihr gibt. Dann kam “Toni und Moni” der Antiheimatroman, da könnte die realistische Leserin schon einmal “Na ja!”, sagen und jetzt fast Sprach- oder Drogenrauschbuch schön in rot gehalten.

Am Beginn gibt es eine Spielanleitung und richtig, die Kapitel sind auch nicht in der üblichen Reihenfolge geschrieben oder gedruckt oder umgekehrt, wie bei Anna Weidenholzers Fischen, sie sind durcheinander und in der Spielanleitung steht auch, man kann das Buch von der ersten bis zur letzten Seite lesen oder in der Kapitelreihenfolge und am Schluß steht,gibts noch einmal eine Spielscheibe auf der “pla again ” steht, also nochmals lesen und dann herausfinden, wo ist jetzt der Unterschied?

Da ja noch dreißig Jahresbücher auf mich warten, habe ich das nicht getan und merke für etwaige Kritiker nur an, ich war schon so verwirrt und habe nichts verstanden und richtig in der Gebrauchsanweisung steht noch, man soll das Buch nicht unter Einfluß von pschodelischen Dogen lesen.

Nein, sage ich, das hat vielleicht schon die Autorin so getan oder den Eindruck gemacht sie hätte, da ja laut Daniel Kehlmann oder anderen, alle Autoren lügen. Man soll den Text schnell lesen, steht da auch noch. Das habe ich getan, obwohl ich mir mehrmals vorgenommen habe.

“Lies doch langsamer und bedächtiger, wirft man dir doch ohnehin schon vor, du hastest von Buch zu Buch, um deine Buchpreislisten zu schaffen!”

Ja und wenn schon die Handlung fehl,t dann wird auch hier,wenn auch auf andere Art, als bei Leander Fischer mit der Sprache gespielt, gibt es da ja sehr viele Passagen, die in Großschrift geschrieben sind. Manches ist auch rot gedruckt und vieles auf Englisch, die Werbesprüche der Las Vegasischen Spielcasinos und weil es da auch, um ein Angebot eines Schrimpscocktail um only neunundneunzig Cent geht. Merke ich an, daß ich einmal im Jahr 1989 mit dem Alfred und der damals fünfjährigen Anna auch einmal einen Tag oder Abend in Las Vegas war, dort die Coupons, die man dort bekam in einigen der Spielcasinos einlöste. Gespielt habe ich nicht, da bin ich nicht der Typ dafür und auch keine Drogen genommen. Mir aber ein Häferl dafür eingelöst, das immer noch irgendwo stehen muß und einen Gutschein für einen Schrimpscocktail diesmal ganz umsonst, gab es auch.

Das scheint eine Las Vegasische Spezialität zu sein, die sich über dreißig Jahre gehalten hat und um einen Clown, ehe ich es vergesse, geht es in dem Buch auf und dieser ist auch groß und grinsend auf dem roten Cover zu sehen.

Die Forelle

Nun kommt das Siegerbuch der Debutschiene des “Österreichischen Buchpreises”. Leander Fischers “Die Forelle”, etwas, was ich mir nach der AK- Debutonline-Lesung fast erwartet habe und beim Lesen des achthundert Print-, sechzehnhundert E-Book Seiten dicken Buchs “Ein Kilo schwer!”, hat Johannes Tröndl bei der Präsentation in der “Alten Schmiede” gesagt, das Video kann man im Netz sehen, habe ich mir schwer getan. Achthundert Seiten geballte Sprachgewalt, Sprachräusche überdie österreichische Provinz, ich habe da an Thomas Bernhard gedacht,in den Besprechungen und auch in der “AS-Diskussion” wurden Faulkner und Joyce erwähnt. Von William Faulkner habe ich ein Buch gelesen, das Wort Joyce kommt in dem Buchpreisbuch einmal vor und besonders schwer macht das lesen, eine strigente Handlung gibt es ja nicht,sondern Sprachspiele, wie Leander Fischer auch in der Diskussion erklärte, daß er sich am Sound von Satz zu Satz voran geschrieben hat, daß die Kapiteln, glaube ich, in sich abgeschlossene Momentaufnahme sind, so daß sich die. die eine strigente Handlung braucht und das Ganze erfassen will, oft nichts verstand.

Wieder ein Buch zu dem man sich sowohl Zeit lassen, als auch in den Sprachsound hineinziehen lassen muß, um das totale Lese- und wohl noch mehr hörerlebnis zu haben. Leander Fischer hat sich, glaube ich, auch Zeit zum Schreiben gelassen. Zweitausendvierzehn ist, wie ich hörte, schon ein Text über eine Forelle erschienen. 2019 hat er beim “Bachmannpreis” eingeladen von Hubert Winkels, das erste Kapitel daraus gelesen.

Da geht es um das Fliegenbinden, denn bevor man zum Fliegenfischer wird, worum es in dem Buch geht, muß man erst das Binden lernen und das tut der abgefackelte Musikschullehrer Siegi aus der österreichischen Provinz, Leander Fischer wurde 1992 in Vöcklabruck geboren und ist, glaube ich, am Traunsee aufgewachsen, bei einem Ernstl.

Das Buch spielt in den Neunzehnhundertachtzigerjahren, die Besetzung der Hainburger Au kommt vor und Arik Brauer, der ziemlich zu Beginn im Radio ein Lied dazu singt. Der Siegi hat eine Frau, die Anästhesistin ist und zwei Kinder Lukas und Johannes, wird, wie kann es anders sein, von seinen Musikschulkollegen und dem Direktor gemobbt, gibt das an seine Schüler weiter und fährt sie an, wenn sie ihm etwas fragen. Er hat aber ohnehin nur eine einzige Geigenschülerin. Ein Fleischer kommt vor, ein Gasthaus und die Rivialitätskämpfer zwischen den Fliegenfischern und ihren Besuchern aus Wien. In einigen Kapiteln geht es in den zweiten Weltkrieg zurück.

In dem Kapitel, das Leander Fischer in der “AK-Bibliothek” gelesen hat, geht es um einen Grafen Kaun, ziemlich in der Mitte des Buchs, was mich verwirrte, denn was hat das mit dem Fliegenfischen zu tun? Und vor allem, eh klar, warum das Buch so hoch gelobt wurde und den Preis gewann, geht es um die Sprache, die hat es unzweifelhaft auf sich. Leander Fischer ist ein Sprachkünstler.

Mir ist das Lesen, ich gebe es zu, irgendwann zu langweilig geworden. Vielleicht weil ich mich nicht tief und lang genug einlassen wollte und habe manches nur überflogen, beziehungsweise mir das Gespräch beim “Schmiede-Video” angehört, um mich zu orientieren und mir natürlich wieder die Frage gestellt, ob mir beim Lesen die Sprache oder die Handlung wichtiger ist und da hat sich meine bisherige Einstellung auch nicht verändert.

Doppelte Spur

Hurrah, ich bin fertig mit dem österreichischen Buchpreis, mit der Hauptschiene, mit den Debuts noch nicht und habe mich eigentlich und wieder einmal durch eine interessante Mischung der österreichischen Gegenwartsiteratur gelesen, die ich jeden nur empfehlen kann. Wer sich die Bücher nicht kaufen möchte und sie auch nicht in den Schränken findet, dem kann ich das Leseprobenheftchen nur empfehlen, es liegt vielleicht immer noch in dem Glaskasten vor dem Literaturhaus, denn eigentlich alles darin enthalten, was das Herz der literarisch interessierten Leser begehrt.

Gedichte, die Erzählungen des Buchpreisträgers, ein Bericht über das Sterben der eigenen Mutter, ein tpischer Midlife- oder old man Roman, der leicht skurilen Ton der Karin Peschka, das Debut der Helena Adler, die Familiengeschichte der Monika Helfer, das doch nicht Science fi des Michael Stavaric, den “Feenstaub” der Cornelia Travnicek, das ich als erstes noch im Frühling gelesen habe und last but not least Ilija Trojanow “Doppelte Spur”, der ja schon mit seinem “Macht und Widerstand” das 2015, als ich angefangen habe Buchpreis zu blogen auf der Longlist des deutschen stand.

Ich habe den 1965 in Sofia geborenen, glaube ich, durch das Radio und seine Moderationen bei der “Literatur im Herbst”, die er jetzt gerade wieder macht und die in der “Alten Schmiede” kennengelernt und kenne ihn als einen sehr engagierten sehr korrekten aber auch distazierten Intellektuellen und das ist wohl auch mein Problem dabei, denn lieber oder liebe A. Yanga, jetzt wirklich ein Buch das nicht nicht verstanden habe und ein Roman der nicht besonders spannend ist, obwohl er, glaube ich, den Thriller-Eindruck vermitteln will.

Ein dokumentarischer Roman und der Clou dabei Ilija Trojanow scheint humor zu besitzen. die Hauptperson heißt Iiija trojanow und ist ein Journalist. In die “Alte Schmiede” geht er auch und war da wohl auch einmal mit mir in der gleichen Veranstaltung.

Er sitzt aber zu Beginn des Buches mit einem, den er Boris nennt in einem ausgepolsterten überwachungssicheren Zimmer und am Ende hat er sich in ein selbstverwaltetes Dorf am Rande des Urwalds zurückgezogen und geht wenn er mitseiner Freundin Emi, die einen Film gedreht hat mit dem sie für den Oskar vorgeschlagen wurde in die nächste Stadt und dazwischen bekommt er von zwei Whistleblowern einem amerikanischen und einem russischen Unterlagen zugespielt über die sich ja Bücher beziehungsweise Romane schreiben lassen.

“Alles in diesem Roman ist wahr oder wahrscheinlich”, steht am Anfang des Buches und das ist wohl auch mein Problem dabei, die ich eine zwar sehr politisch Interessierte, aber nur mäßig Zeitungslesende, kenne mich bei den vielen Namen nicht aus, sind die jetzt echt oder erfunden? Was stimmt jetzt an den Leak-Geschichten oder nicht? Und was hat die Leserin davon, wenn sie nur erfunden sind aber wahr sein könnten, löst zumindest bei mir Verwirrung und Unsicherheit aus.

Das Buch ist “Allen ehrlichen Whistleblowern gewidmet”, etwas über das man auch nachdenken und philosophieren kann. Man kann es aber auch lassen und denken, sich lieber nicht zu tief hineinsinken lassen in diese korrupte Welt, wo man als naive Leserin nur staunen kann, was es alles gibt.

Sich lieber mit der schönen Literatur befassen, da der Schweizer Literaturpreis, die mir noch unbekannten Bloggerdebutshortlistbücher uund vieles andere auf mich wartet, werde ich es wohl dabei lassen, obwohl man sich ja mit den gesellschaftlichen Umständen beschäftigen soll.

Über allem und nichts

Jetzt kommt das erste Buch, das auf der Debut-Schiene des österreichischen Bchpreises steht.

Gunther Neumanns “Über allem und nichts”, von dem ich schon auf der Debutschiene der O-Töne hörte und zur Debutlesung in der Arbeiterkammer-Bibliothek habe ich mich ja auch schon gezoomt.

Gunther Neumann scheint ein älterer Debutant zu sein. Einer, der nach einer erfolgreichen Berufslaufaufsbahn in der Pension literarisch zu schreiben begonnen hat.

Geburtsdatum habe ich keines gefunden, konnte hier also nicht genauer recherchieren.

Es ist aber auch egal, denn es ist ein Buch das von der globalisierten Lebenswelt, die Gunther Neumann wohl in seiner Berufswelt gekannt hat, berichtet und die, und das ist auch sehr interessant, jetzt ein bißchen vorbei sein dürfte oder am Wendepunkt steht.

Günther Neumann deutet da einiges an, obwohl das Buch schon im Frühling erschienen ist und hat als Heldin eine etwas untypische Frau erwählt und schildert sie in allen ihren Schwierigkeiten und Problematiken, die man in dieser Welt nun einmal hat, um seinen Träumen irgendwie wenigstens im Ansatz näherzukommen.

Da ist also Clara, die schon als Kind sehr untypisch war, die Anführerin spielte, die schwächeren Kindern ihren Ritualen auslieferte, sie auf Ameisen legen ließ, etcetera.

Die Großmutter stammte aus der Vojvodina, sprach immer hochdeutsch und verleugnete immer ihr Serbisch undungarisch. Clara liebte das Wasser und wollte Pilotin werden. Das war für eine Frau in den Achtziger- und Neunzigerjahren und wohl auch jetzt nicht sehr einfach. Zuerst also Stewardesse oder Flubgebleiterin, wie das heute heißt. Einen Robert gab es auch und eine Schwester. Dann einen Privatpilotenschein, bevor sie es als Co-Pilotin auf einer Billigairline schaffte und ewig auf ihren Pilotenkurs warten mußte.

Es gibt zwei Männer, Gabriel, den Piloten, bei dem sie lange lebt und ihm was jetzt wieder ein bißchen untpisch oder doppelt umgedreht ist, die Hemden bügelte, bevor sie ihm anzeigte und seine Papiere verbrannte, um von ihm loszukommen und Matthias, den Juristen.

Zu Beginn des Buches, das immer wieder in Rückblenden geschrieben ist, fliegt Clara nach Sri Lanka, um dort einen Urlaub zu verbringen. Sie mietet sich ein Motorrad, um auf der insel herumzufahren, was auch ein wenig schwierig ist, bis ihr derVermieter herausrückt. Macht dort einige Begegnungen mit einer sizilianischen Krankenschwester, beispielsweise, die zwar im Op steht, aber traumaisierten Mädchen nach ihrer Vergewaltigung trotzdem seelisch helfen muß und einen Tamilien der sie zum Essen einlädt und dann eine Gegenleistung von ihr will.

Am Schluß kommt sie nach Madrid zurück, wo sie eine Wohnung hat, der Kapitänkurs ist genehmigt. Die Fluglinie aber pleite gegangen, so daß sie sich nach etwas anderem umsehen muß und hoffnungsvoll zu einem Vorstellungsgespräch reist.

Ein interessantes Buch in dem man in die weite Welt eintauchen und auch sehen kann, wie weit wir auch schon vor Corona überwacht wurden, zumindest bei den Piloten war das so, die dauernd Blut- und andere Tests machen mußten, aber auch mehr von der Welt, ihren Unruhen und Ungerechtigkeiten gesehen haben, als Eva Normalverbraucherin, die das alles nur aus Büchern kennt.

Und noch etwas ist interessat, hat doch Gunther Neumann seinem so modernen Buch, immer wieder Blaise Pascal-Zitate, dem französischen Mathematiker, der 1662 gestorben, ist, vor die einzelnen Kapitel gestellt.

Ousia

Buch neun des Öst, ich sage ja ich feiere derzeit, statt mich auf die “Buch-Wien” zu begeben, ein Wochenende der österreichischen Literatur und lese die österreichische Buchpreisliste fertig und am österreichischen Buchpreis ist ja besonders erfreulich, daß nicht nur, wie beim deutschen Romane zugelassen sind, obwohl, die ja, weil das ja jeder auf seine Bücher schreibt, inzwischen ein ohnehin sehr ausgeweiterer Begriff ist, also Lyrik und ein kleines ästhetisch schönes Bändchen aus der “Kook-Lyrikreihe”, der 1978 in Kirchdorf an der Krems geborenen Verena Stauffer, deren Debut “Orchis” ich gelesen habe, das, glaube ich, sogar auf der “Debutpreis-Shortlist” stand, mir aber vielleicht ein wenig zu lyrisch anbeghoben war, nun also Gedichte von der jungen Frau, die bei der “In Memoran-Lesung” Andreas Unterweger vertreten hat und dort berührende Worte über Alfred Kolleritsch sagte und das Büchlein das leider oder natürlich nich tauf die Shortlist gekommen ist und das ich ebenfalls leider, leider, denn es wäre ein Buch, wo ich mir viel anstreichen würde, nur als E- Book gelesen habe, ist auch sehr interessant, schon einmal optisch soweit man das in der E-book-Form erkennen kann, das wäre wahrscheinlich ein Bändchen das man riechen, schmecken oderauch bestaunen sollte.

Gelber Einband und zu dem mir unverständlichen Titel gibt es auch eine Erklärung, dann werden die einzelnen Kapitel auf schwarzer schrift graphisch schön drapiert und da ist auch viel asiatischer Einfluß zu merken. So beginnt gleich mit “Laterne der rauchenden Köpfe nach einem chinesischen Schattenspiel aus dem Quianlong Satz”und da beginnt es gleich mit dem

“Schattenspieler”

“Einst lebten Männer, die ihrer Frauen Köpfeschnitten, um sie zu tauschen”, also schön brutal.

Es bleibt dann nicht chinesisch, sondern geht weiter zu der Abteilung “Treibluft”, dann kommt “Para dies” ein Tryptichon” und “Hummingbird”

“Hass”

“Ich riß heraus die Augen/ aus einem braunen Hasen

Die Zunge nahm ich auch /zartfrosa war sie und fein”, also ganz schön poetisch brutal, heraus.

In der Abteilung “PAES” gibt es die “Großen Litschis

Es platzt wie große Litschis im Mund”, heißt es da und ebenfalls in der Abteilung “PAES” die “Heuharfe”, also sehr schöne Namen zu den poetisch schöne Zeilen.

Bei “TETSU-SEN” wird es wieder asiatisch. Das gibt es das “Himmelsfossil” und “Ling”

“So ein Fächer im Rücken, wie sich das anfühlt,erhaben”, sowie das Titelgedicht:

“Die Untätigen beobachten ihre Beobatung, skalieren den Kompaß

Die Schreiber schleichen, schweben um die Glut. Gesprochenes ist da.”

In der Abteilung “Flämmchen” gibt es den “Fuchskaviar”

“Bedacht zu sein

durch Himmel oder Schindel

geschützt vor fallenden Obst

und stürzenden Balkon”, was ich ich sehr schön poetisch empfinde.

Bei den “Jüngern im Schutz der Büsche blinkt, gluckert und klingt”es.

Da gibt es die” Herde der Häuser” und

“Im Himmel”

“Wie aber Liebster?

Ketten fädelten sie und kohlten das Ende des Fadens”

Dann gibt es noch den “Quargeltod”

“Rund gedreht und blutend?

Am Holunder ist mein Herz mir gestorben

entwurzelt wurde es den Göttern dargebracht

den Harlekinen in Monstranzen

und starben noch andere der Beeren, viele den roten Quargeltod

lotrecht groß”

Man sieht Verena Stauffer ist eine Sprachkünstlerin. Bin wieder sehr gespannt, was ich von ihr noch lesen oder hören werde und bedaure fast ein bißchen, daß die “Manuskripte” jetzt nicht mehr zu mirkommen. Denn vielleicht würde ich da Gedichte von ihr lesen, aber vielleicht gibts, wenn diese Pandemie vorbei ist, wieder eine Lesung und die graphische Aufmachung der “kookbook-Reihe”, wo schon viele Autoren erschienen sind, die man bei den Lyrikfestivals der “Alten Schmiede” oder anderswo hören kann, finde ich auch sehr schön.

Putzt euch, tanzt lacht

Buch acht des österreichischen Buchpreises und das letzte Shortlistbbuch, diese Woche ist, währhend unter normalen Umständen die “Buch-Wien” stattfinden würde, ja dem Öst und der österreichischen Literatur gewidmet mit dem ich jetzt bald fertig bin und das Buch der 1967 in Linz geborenen und Wirtstochter in Eferding, wie sie immer sagt, wäre ja mein dritter Buchpreis-Tip gewesen, im nachhinein würde ich es parallel mit Xaver Bayer reihen und dem wahrscheinlich doch den Vortritt geben, denn irgendwie ist Karin Peschka, deren Bücher ich von Anfang an verfolgte, nicht ganz so einfach zu verstehen.

Interessant ist, daß sie immer wieder Motive ihrer Bücher aufnimmt und miteinander vermischt, so kann man wahrscheinlich den “Watschenmann” ihr Debut mit den Erzählungen von “Autolyse Wien” vergleichen und die “FanniPold” treffen wir ja schon sehr deutlich in dem neuen Buch wieder, das im Frühling erschienen ist, in Leipzig präsentiert werden sollte, als das dann abgesagt wurde, hat Karin Peschka einen Videokanal gegründet, wo man die Bücher, die dort präsentiert werden sollten, vorstellen könnte und hat aus dem neuen Roman gelesen, bei der “Schreibart-Reihe” in der “Gesellschaft” ist sie auch gewesen, so habe ich relativ früh von dem Buch erfahren und finde es sehr spannend, wenn ich auch, liebe oder lieber A. Yanga tatsächlich nicht alles verstanden haben und die zeitlichen Sprünge mich auch verwirrten.

Dabei ist eigentlich alles klar, vielleicht sogar klarer, als bei “FanniPold”, das ich auch nicht so ganz verstanden habe. Die Fanni, die Supermarktkassiererin aus Ried, glaube ich, ist jetzt siebenundfünfzig, hat Panikattacken und will zu einer Therapestunde. Sie fährt aber weiter, ins Pinzgau, denn da gibt es eine Hütte auf einer Alm, die ihr und ihrer Jugendliebe Ernst gehört, zu der will sie hin. Trifft vorher den Ernst, die Hütte ist aber nicht so ganz bewohntbar, Fanni macht sich trotzdem auf, wird dann eingeschneit, kommt nach Wien zu einer praktischen Ärztin nammens Tippi, ja, liebe Kritiker, Karin Peschka ist auch eine, die es mit den sprechenden Namen hat und hier viel varieert und ein bißchen in der Zukunft scheint das Buch auch zu spielen. Jedenfalls gibt es schon Mikrochips mit denen man sich nur Zutritt oder nur bezahlen kann, aber vielleicht bin ich hinten nach, das heißt dann “Accursia”, weil so eine Frau in einem Rastaus hieß, die der Angestellte holen muß, wenn jemand doch mit Geld bezahlen muß, aber ich schweife ab.

Fanni, die sich auch manchmal Sina nennt, bleibt als eine Zeit in Wien, dann fährt sie in die Vogesen und arbeitet dort schwarz als Kellnerin, das Buch wird auch irgendwie als Roadmovie angepreist, nach Italien und Kroatien kommt sie auch. Sie trifft überall Menschen, die auch interessante namen haben. So heißt eine Frau Berlin, einen Marek, der irgendwie behindert ist, sich aber mit Rimbaud beschäftigt, so auch der Titel, der sich auf eine diesbezügliche Gedichtzeile bezieht, gibt es auch und einen Velten. Das hat mich am Anfang des Buches leicht verwirrt, denn Karin Peschka springt zeitlich hin und her und am Ende oder auch schon am Anfang treffen sich alle in der Hütte, um eine art Alters-WG zu gründen und Fanni hat sich endgültigvon ihrem Berhard getrennt, der ihr aber gar nicht böse ist, weil er schon eine neue Liebe gefunden hat.

Motive aus “Fannipold” tauchen immer wieder auf und werden in die Geschichte verwebt und nach oder neu erzählt, so zum Beispiel die Geschirrhändlerin in derja die frühere Fanni gearbeitet hat.

Interessant so in das Schreibleben der Karin Peschka einzudringen und wiederum sehr spannend die Frage, was und wann ich wieder von ihr hören oder lesen werden und, ob ich sie auch mal wieder, beispielsweise bei einer Lesung, treffen werde.

Die Bagage

Buch sieben des österreichischen Buchpreises der ja inzwischen an Xaver Bayers Geschichtenband vergeben wurde und das vierte Shortlistbuch Monika Helfers, der Frau von Michael Köhlmaier, die 1947 in Vorarlberg geboren wurde “Die Bagage”, das im Frühlichg erschienen ist, sehr und postiv beschrieben wurde und von dem ich eigentlich dachte, daß es den Öst gewinnen könnte, weil ich es ja mit den bekannten Namen habe, mein zweiter Tip war der Bayer und ich muß sagen, es ist ein wirklich gutes Buch.

Bei der Familiengeschichte, der Monika Helfer von der ich auch “Schau mich an wenn ich mit dir rede” gelesen habe, weil es auf der deutschen Buchpreisliste stand, bin ich mir nicht so sicher oder sagen wir einmal, es ist kein Roman, obwohl das natürlich wieder draufsteht.

Es ist ein Memoir oder eine Framiliengeschichte. Eine Familiengeschichte natürlich, wo Monika Helfer ganz offen von ihrer Großmutter Maria, der schönen, erzählt, die mit einem Josef verheiratet war, der1914 in den großen Krieg mußte. Der Postadjunk brachte die Einberufung. Der Bürgermeister war der Freund. Der mußte dem Josef versprochen auf den die Frau gut aufzupassen. Vier Kinder waren schon da und die Maria, die schöne Frau, wie mehrmals betont wurde, geht mit dem Bürgermeister auf einen Kirtag. Dort lernt sie den deutschen Georg aus Hannover mit den roten Haaren, kennen und, daß die kleine Grete, Monika Helfers Mutter, 1915, glaube ich, wie meine Mutter Rosa, von ihm ist oder sein könnte, ist das Familiengeheimnis, das gleich von Anfang an gespoilert wird und Bagage heißt das Buch, weil so ja die armen Leute genannt werden und das Buch ist auch Monika Helfers “Bagage” gewidmet.

Der Vater hat dann, als er vom Krieg zurückkam, nie mit der kleinen Margarethe gesprochen. Es sind aber noch zwei weitere Kinder geboren worden, bevor Maria gestorben ist. Monika Helfers Mutter ist auch jung gestorben. Sie ist dann mit ihren Schwestern bei der Tante Kathe aufgewachsen und ist, wie sie am Schluß des Buches schreibt nun selbst eine alte Frau, die einige Kinder hat, die noch alle leben.

Alle bis auf Paula Köhlmeier, die sehr jung einen Unfall hatte und sonst wahrscheinlich eine inzwischen sehr bekannte Dichterin wäre. Ihr Buch “Maramba” habe ich im Schrank gefunden und Monika Helfer hat meine Rezension darüber gelesen.

“Ich bin die Mama von Paula!”, hat sie geschrieben und dieser Satz “Ich bin die Mama von-“, kommt auch in dem Buch vor. Wie einige sehr schöne Monika Helfer Sätze, so sagte die Großmutter immer zu der Tochter, wenn sie sie mahnen wollte “Schau mir tief ins Augeninnere!”

Eine schöne Formulierungund, daß der Lorenz der zweitälteste Sohn, glaube ich, immer “Nach der Schreibe” sprach, wurde auch erwähnt und Monika Helfer hat noch, sollte ich hinzufügen, das Buch in zwei Perspektiven geschrieben.

Die Erste vom Leben der Maria während des ersten Weltkriegs und danach, der Bürgermeister der den Speck und den Käse bringt, will auch einmal mit Maria vögeln, wenn sie es schon mit dem Georg tat.

Sie lehnt das ab und läßt sich von dem Sohn Lorenz sogar mit einem Gewehr bewachen. Der Pfarrer kommt, als sie schon schwanger ist und montiert das Kreuz von dem Haus ab und der Bürgermeister erzählt dem Josef als der vom Krieg zurückkommt, das Kind ist von ihm und dazwischen erzählt Monika Helfer von ihrer Tante Kathe, ihrer Tochter Paula und so weiter und so fort.

Eine berührende Geschichte natürlich. Im “Wikipedia” habe ich gelesen, daß Familiengeschichten Monika Helfers Sepzialität ist und eine berühmte Dichterin und berühmte Dichtersgattin, die viele Preise bekommen hat und hoch gelobt wurde, den Öst nicht und da denke ich inzwischen nach den sieben gelesenen Büchern, der Bayer war doch die bessere Wahl aber ich könnte mich noch irren, denn die Karin Peschka, das fünfte Shortlistbuch habe ich noch nicht gelesen.