Was bleibt, wenn wir sterben

Jetzt kommt ein Sachbuch oder ein Erfahrungsbericht einer Trauerrednerin “Was bleibt, wenn wir sterben”, der 1975 in London geborenen und in Hamburg lebenden Louise Brown, das ich jetzt erst lese, obwohl Allerheiligen schon vorrüber ist. Da ist das Buch aber schon vorher zu mir gekommen, beziehungsweise gab es einen “Diogenes-Bloggertalk” mit Louise Brown. Aber als ich mich da einloggen wollte, war das Internet kaputt, so habe ich das Treffen versäumt. Inzwischen ist die Oma verstorben, also habe ich das Buch schon im September bekommen, da der Alfred es seinem Trauerredner zeigte und jetzt ein Buch über ein Thema, das in unserer Gesellschaft ja sehr verdrängt wird.

Ich habe, weil wahrscheinlich alte Eltern und als junge Frau viele alte Freundinnen, ein etwas näheres Verhältnis habe, in Lainz bei der Pflegehelferinnenaus- und Fortbildung auch Sterbeseminare gehalten und mich auch sonst sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt und ich kenne auch einige Autoren, die Trauerreden, als Nebenbeschäftigung halten. In der “Sophie Hungers” habe ich auch eine solche eingebaut.

Am Cover sind ein paar Vögel zu sehen und es beginnt in der Einleitung mit dem schönen Bild von den Apfelbäumchen in der Kapelle, beim Begräbnis eines Ehepaares, das innterhalb von ein paar Tagen gestorben ist und Louise Brown, die früher Journalistin war, erinnert sich, immer, wenn sie am Markt einen Apfel kauft, daran.

Zur Trauerrednerin ist ist nach dem Tod ihrer Eltern geworden und den Tod, den sie als erstes erlebte oder sich erinnern kann, war der ihres Hamsters.

Eine Frage, die ich mir stelle, ist, wie wird man Trauerrednerin? Gibt es dazu eine Ausbildung, wie geschrieben, ich kenne ein paar Autoren, die das nebenbei machen und war auch auf einigen Begräbnissen, wo die Angehörigen diese Rolle übernommen haben oder die von GAV-Mitgliedern haben dann die GAV-Präsidenten übernommen. so hat Robert Schindel beim Begräbnis von Gerhard Kofler, das Kadish gesprochen.

Das Buch ist in drei Teilen gegiedert, der erste heißt “Konfrontation mit dem Tod”. Da beginnt sie mit ihren Eltern, geht dann über eine hundertjährige Autoeinfahrerin zum Humor über und zu der Frage, ob ein Begräbnis immer todernst sein muß?

Beim Bebräbnis ihrer Mutter wurde Bach gespielt, woran siesehr unangenehme Erinnerungen hatte. Mit Humor kann man die Angehörigen aber aufheitern oder entspannen und der Alfred hat seinen Trauerredner von den Reisen erzählt, die seine Eltern machten. Die Gescichte mit der Mortadella, die sie als sie mit dem Alfred am Moped in den Sechzigerjahren nach Italien fuhren, kauften, weil sie billig war und sich dann daran überessen haben, fehlte dabei. Aber die wahrscheinlich auch nicht so lustig, aber vielleicht typisch für seine Eltern.

Eine Schwierigkeit mit dem Buch habe ich noch, daß da nicht so genau zwischen der Sterbebegleitung und dem Trauerreden unterschieden wird, denn der Trauerredner kommt mit der Person ja erst in Kontakt wenn sie schon gestorben ist, beziehungsweise, die Angehörigen befragt, wie er war? Deshalb ist es wahrscheinlich müßig zu überlegen, wie der Sterbende den Angehörigen Kraft geben kann. Aber Louise Brown bezieht sich oft auf den Tod ihrer Eltern, der für sie viel verändert zu haben scheint und schreibt, daß die Mutter sie im Krankenhaushaus fragte, ob es besser werden wirdund was man darauf antworten soll, wenn man weiß, sie wird bald sterben?

“Ja, natürlich!”, ist meine Antworte, denn man kann ja den Tod, als Erlösung des Leids auch so verstehen und da fällt mir wieder der “Professor Bernhardi” ein, der mich schon als Jugendliche sehr beeindruckt hat. Da ist die Sterbende ja in einer Art Euphorie und denkt schon gesund zu sein, wenn da der Priester mit seiner Monstranz kommt, um ihr die letzte Ölung zu erteilen, erleidet sie einen Schock, den ihr der Professor ersparen wollte, obwohl sie wahrscheinlich ohnehin gestorben wäre, so aber glücklicher, wenn auch ohne den letzten Segen.

Das ist vorbei, aber ein sehr beeindruckendes Stück und Louise Brown hat vorher an ihrer Schulzeit erinnert, wo man täglich das “Vater unser hinuntergleiert, also “But deliver us from the evil”, sie hat aber noch nicht lesen könnend, “eagle” also “Adler” verstanden und sich den dann mit seinen Schwingen vorgestellt.

Nützlich sind die Kapitel, wo sie beschreibt, wie schwer es ist ein Haus oder Wohnung auszuräumen und von welchen Gegenständen man sich trennen muß oder soll. Heute hört man ja ,alles wegschmeißen, was man nicht braucht. Aber die fünfzehn teekannen des Vaters oder Krawatten des Ehemannes können hilfreich sein oder auch stören. Also muß man, glaube ich, selbst entscheiden, wie man damit umgehen soll und richtig, Louise Brown, die ja nach den Tod ihrer Eltern den Beruf wechselte, hatte keine spezielle Ausbildung, als sie ihre erste Angehörige anrufen sollte. Bei uns ist das, glaube ich, umgekehrt, da ruft man den Trauerredner an. Sie saß aber vor dem Telefon und wußte nicht, was sie sagen sollte?

Der Bestatter riet ihr dann zu “Guten Tag, ich bin die Trauerrednerin, mein herzliches Beileid, auch wenn ich Ihre Mutter nicht gekannt habe!”

Das erinnert mich an die Ärztin oder Stationsschwester im Wilhelminenspital, in das mein Vater ja schon sterbend gekommen ist, aber trotzdem nach seinem Tod, wahrscheinlich aus Abrechnungsgründen noch auf die Station aufgenommen wurde und die Schwester oder Ärtzin, das dann zu mir sagte, obwohl sie meinen Vater nicht gekannt hat.

Was sagt man also?

“Mein aufrichtiges Beileid!”, wenn man beim Begräbnis an den Angehörigen vorbeimarschiert, was dann meistens nicht ganz ehrlich ist. Da ist das Englische wieder mal besser, wenn man “I am sorry for your loss!”, sagt. Da kann ich anfügen, daß ich beim Begräbnis meiner Schwiegermutter, die ich ja seit März 2020 niemanden mehr die Hand gebe, das beim zweiten aufgab und dachte, das kann ich jetzt nicht mehr, denn jetzt muß ich ja das Beileid entgegennehmen und mir nachher gleich die Hände wusch.

Im zweiten Teil “Leben mit der Trauer”, die Teile sind nicht immer scharf voneinander abgegrenzt, sondern schwappen wie ich finde ineinander über und Loise Brown gibt sowohl Fallbeispiele, als auch Erfahrungen aus ihrem Leben, wundert sie sich ein bißchen, daß die Angehörigen, das Begräbnis meistens schnell und konventionell hinter sich bringen wollen, könnten sie doch ihre eigenen Reden halten und oder sogar den Sarg selber tischlern. Ich denke, daß das wohl mit der Trauer zusammenhängt und da wären wir schon beim Thema und da kann ich mich erinnern, daß beim Tod meines Vater, die Trauer erst viel später kam und viel länger, als erwartet dauerte, denn bis zum Begräbnis war ich durch die Formalitäten abgelenkt.

Dann kommt Louise Brown zu den Konflikten, die beim Trauergespräch auch höchstens nur angedeutet werden. Natürlich denke ich und die Trauerrednerin ist auch keine Therapeutin und man soll dem Toten ja nichts Schlechtes nachsagen, muß aber die Konflikte, die man mit dem Vater oder der Mutter vielleicht trotzdem hatte, höchstwahrscheinlich aufarbeiten.

Die nächste Idee finde ich originell, nämlich sich seine Trauerrede selber schreiben und ich kann mich erinnern, daß ich beim Begräbnis der Valerie Szabo das erste Mal erlebte, daß die Familie die Reden hielt, beziehungsweise ihre Texte las.

“Wow!”, habe ich gedacht und dann den “Letzten Versuch” geschrieben, den könnte ich der Anna übergeben oder in meinem Testament festlegen, daß das gelesen werden soll.

Das habe ich damals kurz gedacht und denke jetzt, ich werde es nicht tun, denn, nach mir die Sintflut! Mein Leben leben, wie mein Bebgräbnis werden wird ist mir egal obwohl ich eigentlich schon ein Wunschdatum, nämlich den 13. 3. 1933 hätte und mir als ich dreiunddreißig war dachte, daß ich mit sechsundsechzig sterben möchte und dann kommt Louise Brown zu der Frage des Warum?, die, die Angehörigen wahrscheinlich manchmal an sie stellen und für die es höchtwahrscheinlich keine Antwort gibt.

“Die Endlichkeit annehmen” , heißt der dritte Teil und hier beginnt Louise Brown mit der Natur und dem Hund, den sie hat, weil seine Besitzerin ihn nicht länger versorgen konnte. Dann wird sie wieder sehr persönlich und schreibt, daß es ihr schwerfällt zuzugeben, daß sie zwei Jahre brauchte, bis sie das Grab ihrer Eltern besuchen konnte. Ich finde das sehr sehr normal obwohl man sich das meistens nicht leeisten zu können glaubt, denn das Trauern braucht Zeit und die Frage, was bleibt, der Buchtitel, ist auch sehr interessant zu interpretieren.

Denn da heißt es ja, der Tote lebt in einem weiter. Louise Brown meint, es wäre die Erinnerung in der er lebt und die, füge ich an, verändert sich und insofern lebt der Verstorbene dann doch in einem weiter und es sind auch die Spuren, die bleiben.

Louise Brown scheint das zwar ein wenig anders, wie ich zu interpretieren, aber ich werde, glaube ich, ihn meinen Büchern weiterleben. Denn die bleiben wahrscheinlich in der einen oder anderen Form, auch wenn sie die Anna in zwanzig Jahren in die Mülltonne kippt oder in den Bücherschrank stellt und dann verbreiten sie sich sowieso. Interessant ist bei mir, daß ich das bei meinen Körper anders sehe, denn da will ich keine Organentnahmen und mich auch verbrennen lassen, damit mich niemand ausgraben kann.

Louise Brown hat da auch ihre eigene Vorstellung, die sich verändert haben und da kommt dann schon die Frage, will man alleine oder im Kreise seiner Lieben sterben?

Vorher wird noch das “Death Cafe” erwäjhnt, wo man zusammen kommt und über das Sterben spricht. Eine Art Sterbeseminar, wie es das in der Krankenpflegeausbildung gibt und das, wie ich auch Erfahrung weiß, meistens sehr gefürchtet wird.

Natürlich, der Tod wird meistens verdrängt, weil er Angst macht und ich denke der eigene Tod wird wahrscheinlich auch ganz anders ausfallen, als man es sich gewünscht oder vorgestellt hat. Trotzdem finde ich es gut, darüber nachzudenken und weil wir schon beim Sterben im Keis der Lieben sind, ist das, was auch Louise Brown so thematisiert, etwas, was seit zwei Jahren meistens verwehrt wird. Da stirbt man ja zwangsweise allein im Krankenhaus oder Pflegeheim und da berichtet sie von einer Frau, die auf ihre übliche Frage, wie es ihr ginge “Beschissen!”, antwortete, denn sie durfte ihre Mutter schon lange nicht mehr besuchen und da sind wir, glaube ich, schon bei der Veränderung des Themas Sterben, denn das wurde durch Corona verändert, wo man das ja nicht soll, aber höchstwahrscheinlich trotzdem muß und wenn man hört, es wird nur noch “Geimpft, genesen oder gestorben!”, heißen, um zur Impfung zu motivieren, kann man nur antworten “Stimmt!”

So wird es sein, wenn auch wahrscheinlich nicht gleichzeitig, sondern nacheinander, denn auch die Geimpften werden irgendwann und wenn auch an etwas anderen sterben und den Virus kann man wahrscheinlich auch bekommen ohne es zu merken oder krank zu werden.

Ein interessantes Buch, das ich jeden nur empfehlen kann, denn es kann nicht schaden sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Man lebt dann sicher besser und unbeschwerter denke ich und wer davor Angst haben sollte, dem kann ich den Ausspruch von Prof Musalek wiedergeben “Wo der Tod ist, ist man nicht und wo man ist ist der Tod nicht!”, also keine Angst sich mit dem Thema zu beschäftigen, an seine Verstorbenen denken und sie in sich weiterleben lassen, wenn man möchte. Ihnen zu verzeihen ist wahrscheinlich auch ganz gut, wenn das nötig sein sollte, aber auch das braucht wahrscheinlich seine Zeit und die sollte man sich ruhig geben und ich gehe eigentlich nicht so gerne auf Friedhöfe, um dort Blumen zu gießen, verstehe es aber gut, wenn eine alte Frau oder ein alter Herr dorthin gehen, um ihren Mann oder seine Frau zu besuchen und sich mit ihnen zu unterhalten. Darüber gibt es Bücher und Filme und ich habe auch schon darüber geschrieben.

Die Gegenstimme

Jetzt kommt schon das fünfte Buch der Bloggerdebutshortliste, und es ist eines über dessen Wahl ich, wie bei “Adas Raum” sehr froh bin, denn ich lese mich ja gerne durch die österreichische Gegenwartsliteratur, habe da auch eine Lesung gestreamt und hätte es mir wahrscheinlich bestellt, wenn ich nicht so eine elendslange Leseliste hätte. Jetzt habe ich es gelesen und, daß es ein politisches Buch ist, das auf die Liste gekommen ist, freut mich auch, denn ich lese ja gerne politische Bücher und das Thema “Anschluß” interessiert mich ja auch sehr.

Der 1983 in OÖ geborene Thomas Arzt, ist, wie Ferdinand Schmalz Dramatiker und das merkt man seinem Text auch an. Verwendet er doch eine Art Kunstsprache, in der die Sätze nicht zu Ende geschrieben werden und bei den Worten oft das “e” fehlt. Das habe ich bei meiner “Mimi” auch gemacht. Hier wird dadurch der oberösterreichische Dialekt, glaube ich, erhöht, denn die Geschichte, die in einem oberösterreichischen Dorf, am zehnten April 1938 spielt, der Tag, wo man für den Anschluß stimmen konnte oder mußte, hat, glaube ich, autobiografischen Hintergrund.

War es doch der Großonkel des Autors, der damals als einziger im Ort mit “Nein” gestimmt hat. Meine Mutter hat das in Wien, glaube ich, auch getan und Thomas Arzt macht nun aus dem Tag ein literarisches Szenario, denn es gibt eigentlich keine Handlung und auch keinen Spannungsbogen, deshalb tut man sich, speziell im deutschen Raum mit dem Lesen Anfangs wahrscheinlich ein wenig schwer, denn Thomas Arzt reit in seinem Buch die Stimmen der Dorfbewohner aneinander.

Da gibt es den zweiundzwanzigjährigen Karl Bleimfeldner, den Schustersohn, der in Innsbruck Geschichte studiert. Der kommt zur Abstimmung heim ins Dorf und hat die einzige Gegenstimme abgegeben. Die anderen wollen das zum Teil vielleicht auch, traun sich oder können das dann aber nicht. Denn es gab zwar eine Wahlkabine, aber da sollte man eigentlich nicht hinein und die nationalsozialistische Dorfjugend ist auch von Haus zu Haus gegangen und hat die Leute zur Abstimmuing getrieben, beziehungsweise markiert, wenn sie noch nicht dort waren.

Da gibt es die Cilli, die Bürgermeistertochter, die ist ein nationalsozialistisches Mädel oder doch nicht so ganz, denn sie schminkt sich und raucht und das sollte, glaube ich, die “Deutsche Frau” nicht tun. Ihr Freund Oskar ist ein strammer Nazi und so zieht sie mit ihren Geschwistern in die Berge hinauf, um nach dem Karl zu suchen, denn der ist mit seinen Eltern und Geschwistern nach der Abstimmung zu einer Jausenstation gezogen und dann im Wald verschwunden. Vorher hat er sich noch mit seinem Vater überworfen, weil der ein “Ja-Sager” war und gefragt ob er in Zukunft sein Geschäft aufmöbeln will, in dem er Soldatenstiefel schustert?”

Aber der hat den Patres im Koster die Schue kostenlos gemacht, damit der Sohn studieren durfte und die Mutter hat dort die Wäsche geflickt.

Man sieht, es ist nicht so einfach mit dem “ja” oder “nein” sagen und das kann man auch an der heutigen Situation merken.

Ein interessantes Buch und ich bin froh, es jetzt gelesen zu haben und schon sehr gespannt, was die Bloggerjurie dazu sagen wird?”

Adas Raum

Buch vier des Bloggerdebuts “Adas Raum” von der 1972 in London geborenen Sharon Dodua Otoo, die 2016 mit einem sprechenden Ei, glaube ich, den Bachmannpreis gewonnen hat und dann dort einmal die Eröffnungsrede ,hielt und da fragt man sich warum stand das nicht auf der “Deutschen Buchpreisliste” oder besser noch warum hat es nicht gewonnen, ganz ehrlich ich würde es vor die “Blaue Frau” reihen, aber mal sehen, vielleichts klappts mit dem Bloggerdebut. Meine Stimme hat es, glaube ich, aber ich muß ja noch den Thomas Arzt lesen, also nicht vorgreifen. Es ist jedenfalls, was ja nicht schwer ist, das beste Buch das ich in diesem Jahr gelesen habe und das letzte von 2021 war Martina Cavaldetschers “Erfindung des Ungehorsams” und da ist interessant, daß man da schon die namensgebende Ada, die mir bisher unbekannt war, kennenlernen konnte.

Augusta Ada King-Noel, Countess of Lovelace, 1815-1852, die Tochter des Lord Byron, Mathematikerin und Computerpionierin, die wie Sharon Dodua Otoo andeutet auch ein Verhältnis mit Charles Dickens hatte.

Martina Cavaldetscher beschreibt sie in Verbindung mit einer Sexpuppe und deren Erzeugerin, Sharon Dodua Otoo macht es noch tiefgründiger und ausgefuchster und geht nach Westafrika ins fünfzehnte Jahrhundert zurück. Da stirbt ein Kind der ersten Ada, dem sie unbedingt ein Fruchtbarkeitshalsband ins Grab oder ins Wasser in das sie den Leichnahm schmeißen will, mitgeben will und es endet in Berlin mit der Geburt eines Kindes, das die dortige Ada dort zu Welt bringt, die kommt aus Ghana und hat einen Putzmann als Vater. Das Armband spielt auch eine Rolle und zieht sich durch das ganze Buch, das den Feminismus, wenn ich ihn richtig deute, mit der Fruchtbarkeit verbindet und Ada ist viele.

Die Urmutter im fünfzehnten Jahrhundert, die schon erwähnte Ada Lovelace und dann eine Ada die in einem KZ 1945 das Bordell bedienen muß.

Da wurde Sharon Dodua Otoo, glaube ich, bei der “Literatur im Herbst” gefragt, ob eine Frau mit afrikanischen Wurzeln über ein deutsches KZ und den Holocaust schreiben darf?

Sie darf natürlich, wie eine weiße Frau über den afrikanischen Kolonialismus, eine Hetero Frau über Lesben oder Tran oder eine, die wie ich, nie einen haschte über den ersten Joint,, denn man muß ja nicht in der Bratpfanne liegen um zu wissen, was ein Fisch dort fühlt, ein Zitat das Jurenka Jurk, glaube ich, gern erwähnt.

Aber zurück zum Buch, das in Schleifen erzählt wird und ständig von einer Ada zu der anderen switscht und ,um das Ganze noch komplizierter oder origineller zu machen, der Erzähler wechselt auch ständig seine Identität. Einmal ist er ein Besen mit dem Ada I geschlagen wird, dann der Türkneifer von Ada Lovecrafts Residenz, dann das Zimmer im KZ-Bordell oder der Paß in dem die letzte Ada von London , glaube ich, nach Deutschlad reist oder war es von Ghana nach London?

Autobiografische Details der Autorin sind wahrscheinlich auch zu finden und was auffällt, ist die Originalität die ja schon im Frühstückei beim “Bachmmann-Preis” zu finden war und der Paß, der Türöffner, etcetera spricht dann auch noch mit dem lieben Gott und läßt sich von ihm die Welt erklären.

“Nu is aba jut, sagte Gott, Jib ihm das Ding zurück”.

Nun ja, wir sind in Berlin oder auch in Totope, bzw. in Khonstein bei Nordhausen oder in Stratford-le-Bow und die einzelnen Kapitel tragen Namen, wie “Unter den Zahnlosen”, “Unter den Betrogenen”,” Unter den Glücklichen” und das wird dann, weil es ja die Schlefen gibt, auch noch wiederholt.

Ein tolles Buch. Ein originelles mit einer starken wortgewaltigen Sprache. Illustrierte Frauenbildchen gibt bei den Kapitelanfängen auch und ich wiederhole, das erste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe und wenn ich ein wenig schneller gewesen wäre, hätte ich es auch noch nach dem der Martina Cavaldetscher, das den Schweizer Buchpreis bekommen hat, aber kein Debut ist, gereiht.

Junge mit schwarzen Hahn

Jetzt kommt schon Buch drei der diesjährigen Bloggerdebuts tund es ist eines das mir bisher unbekannt war. Das Debut der 1974 in Hanover geborenen Stefanie vor Schule und da ist es interessant welchem Genre es zuzuordnen ist? Ist es ein Märchen, eine Parabel, ein Entwicklungsroman?

“Eine außergewöhnlicher Debutroman und eine literarische entdeckung”, steht am Buchrücken.

Ich hätte es eher für das Außenseiterbuch gehalten, das meistens auf den Bloggershortlists gibt. Das ist es wohl nicht und erinnert auch ein bißchen an den “Halbbart”., der ja auch dei “Diogenes” erschienen ist. Es spielt in der Vergangenheit und in Zeiten während oder nach einem Krieg. Mittelalter habe ich irgendwo gelesen. Ich würde eher an den dreißigjährigen Krieg tippen und es spielt in einem Dorf, in das ein Maler kommen soll, um die Kirche auszumalen. Der wird von den drei Dorfältesten, den Seidel, den Sattler, und den Henning dorthin geführt, aber sie finden den Schlüßel nicht. So schicken sie den elfjährigen Martin, das ist der Junge mit dem schwarzen Hahn, den alle für den Teufel halten, ins Nachbardorf, um den Pfarrer danach zu fragen, denn das Dorf hat keinen eigenen.

Der Martin ist ein aufgewecktes Kind, aber auch irgendwie ein Ausgestoßener, denn sein Vater der einmal bei den “Schlafspielen” teilnehmen wollte und darob verrückt wurde und darauf seine Frau und seine Kinder erschlug. Jetzt lebt Martin im Dorf, ist ein bißchen in die Franzi verliebt, die im Gasthaus hilft und weil er ein kluges Kind ist, errät er auch das Geheimnis, wo der Schlüßel ist, verrät es den drein, die recht derb und brutal zu ihm sind, nicht, sondern schlägt ihnen vor eine kleine Tür einzubauen.

Der Maler malt nun den Christus mit dem Martingesicht und die Maria mit dem der Franzi, was die Dorfbewohner nicht goutieren. Der Martin soll nun mit der Godel auf den Markt und wird dabei Zeuge, wie ein Reiter ihr Baby raubt. Das ist schon früher so vorgekommen und so beschließt der kluge Martin mit dem Maler fortzugehen und die Babies zu retten.

Er verläßt aber dann den Maler, weil der ein bißchen liderlich ist. Er trifft auf den Reiter, rettet ihn und kommt in ein Schloß, wo der Maler eine Familie malen soll. Das war, glaube ich, schon vorher und das Makabre an der Sache ist, daß der Junge, der mitgemalt werden soll, schon tot ist. Ein Diener zündet dann auch noch das Schloß an, so daß alle flüchten mußen.

Der Junge mit dem Hahn, den er oberhalb oder auch unterhalb seines Hemdes trägt und der sprechen kann, trfft dann auf einen Spaßmachen und kommt mit ihm in das Schloß der Fürstin, die eine recht grausame Person ist. So finden sie zum Beispiel vor dem Schloß, die Leiche einer ihrer Hofdamen, denn die Fürstin verträgt, wie die Königin im Schneewittchen nicht, wenn jemand jünger, als sie ist. Die Fürstin, die die Kinder rauben läßt, stellt sich heraus, ist schon recht alt und die Knder werden auch immer wieder ausgetauscht und um einen Wunsch an die Fürstin zu haben, muß Martin, wie sein Vater auch an den “Schlafspielen” teilnehmen. Da darf man nicht schlafen. Martin gewinnt und sagt der Fürstin, er will die Knder zurückbringen. Die bekommt er aber erst, nachdem sie stirbt. So bringt er den Jungen und das Mädchen wieder an ihr Elternhaus zurück.

Ihn treibt es dann in sein Heimatdorf, obwohl der Maler mit dem er wieder zusammen ist, davon abrät. Aber er hat Sehnsucht nach der Franzi, um die die drei Ältesten würfeln. Aber Martin verrät nun das Geheimnis, um den Schlüßel. Den hatte der verrückte Organist, der inzwischen tot aufgefunden wurde, in seiner Tasche. Franzi und Martin bekommen sich und die drei Ältesten würfeln weiter.

Eine interessante Geschichte, deren Sinn und roten Faden ich nicht ganz verstanden habe und auch nicht so genau weiß, was die einzelnen Metaphern und die Fingerzeige, die darin vorkommen, bedeuten sollen, beziehungsweise nicht ganz weiß, was die Parabel ausdrücken will?

Die Sprache ist schön. Martin und die Dorfbewohner sind arm. Der Krieg wütend und alles stinkt und ist ungepflegt, wie im “Hammer”, und die Welt ist wie man wohl auch schon in anderen Büchern gelesen hat und wahrscheinlich auch so festgestellt hat, unendlich grausam, nur Martin schön und gut und weiß auch was er will, was ich ebenfalls nicht ganz verstanden habe.

Die Aufdrängung

Obwohl es ja noch ein Schweizer Buchpreisbuch zu lesen gibt, beginne ich, um in keinen Zeitdruck zu geraten mit den Bloggerdebuts. Das heißt eines “Mama” habe ich ja schon gelesen und war eigentlich nicht so begeistert davon.

Die Gewinnerin des “Aspekte-Literaturpreises”, die 1988 in Basel geborene Ariane Koch, wobei wir gleich in der Schweiz bleiben, hat mit ihren Debut ja schon großes Aufsehen erregt und interessant ist auch, daß das 176 Seiten Buch als “Suhrkamp TB” herausgekommen ist, was vielleicht auch ein wenig ungerwöhnlich ist und als ich beim Frankfurter Surfing wahrscheinlich, den Inhalt hörte, war ich eigentlich gar nicht so begeistert, habe vielleicht an Dürenmatt gedacht, später an “Warten auf Godot”.

Von Kafkas “Verwandlung” habe ich auch etwas gehört, weil irgendwo ein Käfer vorkommt. Von der überschämenden Phantasie der Autorin steht im Klappentext zu lesen und auch, daß man den Inhalt in zwei Sätzen zusammenfassen kann.

Das ist es ja, was ich immer brauche. Da wird eine Frau von einem Mann oder ist es ein Tier mit Fell und Krallen, Gast genannt besucht und wird also aufgedrängt und dann verläßt sie das Haus in dem sie in einer Kleinstadt neben einer Bergpyramide lebt und bricht in die weite Welt hinaus.

Also ein Coming of Age-Roman ganz klar, obwohl das absurde Theater oder die überschäumede Phantasie der Autorin, die auch am Theater tätig ist, nicht zu überlesen ist.

Also, da ich den Inhalt schon zusammenfaßte, komme ich an den schönen Sätzen, der schönen Sprache nicht vorbei. Davon habe ich mir einiges angestrieichen und auffällig ist dabei die Zweideutigkeit mit der Ariane Koch zu spielen scheint.

“Meine Eltern sind zwar weggegangen, aber ihre Art, sich in der Architektur zu befinden, ist geblieben.”, ist einer davon.

Die Widersprüchigkeit ist dann bei “Ich hatte eiinmal einen Freund, der sich daran erfreute, dass ich ständig Sätze mit einerseits und andererseits begann, ohne die Begriffe korrekt zu verwenden. Anstatt gegensätzliche Ansichten kundzutun, addierte ich damit frei immer die gleiche Meinung.” oder

“Ich finde es wichtig, daß der Gast begreift, dass es keine Selbverständlichkeit ist, dass er hier in Unterhosen herumgehen kann.”, bis zu “Ich reise, aber ich komme nicht fort, denke ich.”

Und um doch etwas vom Inhalt preiszugeben, das Haus hat zehn Zimmer, neun bewohnt die Erzählerin, das zehnte bekommt der Gast, in dem wohnen oder leben aber die Staubsauberrüssel, wohl ein utopisches element in dem Roman, der eigentlich aus lauter mehr oder weniger kurzen Sequenzen, manchmal nur aus einzigen Sätzen, besteht.

Die eltern haben ihr das Haus überlassen, die Angst die Geschwister könnten kommen, um es zu unternehmen ist ständig da. Manchmal kommen auch Gäste, um zu irritieren und hinterlassen Gegenstände, daneben gibt es eine “Rondellbar”, wo sie den Gast kennenlernte oder war es der Bahnhof, wo sie sich ihn abholte und im Interview im “Blauen Sofa” bekannte Ariane Koch, daß nicht ganz klar ist, wer sich jetzt aufdrängt, ist es der Gast oder ist es die Erzählerin?

Die wahrscheinlich, denn die schwadroniert über ihr Leben oder wird erwachsen, löst sich von ihrer Familie ab und zieht am Ende in die weite Welt hinaus, um das zerstörte Haus, die Fischgräber und die Staubsauberrüssel zurückzulassen. richtig, eine Katzenverscheuchsirene gibt es auch.

“Die Aufdrängung” hat das Zeug zum Klassiker”, schreibt “Zeit Online” am Buchrücken.

“Man tut diesem grandiösen Debut nichts Schlechtes, wenn man es in Relation zur fixen größe Kafka setzt, denn dieser Roman wird dadurch nicht kleiner. im Gegenteil.” schreibt die “Neue Zürcher Zeitung”

Soweit würde ich nicht gehen, ich glaube man tut der Autorin auch nichts Gutes damit, bis jetzt zählt das Buch aber zu meinen Favoriten, obwohl noch einiges folgt, auf das ich schon sehr gespannt bin.

Drei Worte nur zum Fest der Liebe

Noch ein Roman aus dem Julia 2009 – Weihnachtsband, um die Zeit zwischen Weihnachten, und Neujahr gemütlich zu verbringen, obwohl dieser ein wenig ungewöhnlich ist, um es mal so zu sagen oder auch ein bißchen erotisch und das Paar um das es geht streitet immer und man denkt sich, na wie wirds da mit der Liebe weitergehen und es fängt, was mich ein bißchen an “Figaros Hochzeit” erinnerte, feudal an. Denn Rocco Volpe ein italienischer Finanzmagnat, ist an irgendeinen Landsitz eingeladen. Es ist aber nur die Ehefrau des Gastgebers da, die ihn verführen will, so tritt er ans Fenster und sieht unten den Gärtner mit dem honigblonden Haar, richtig, es ist eine Gärtnerin mir Namen Amber und sie wurde vor achtzehn Monaten von Rocco hinausgeschmissen, beziehungswerise hat er sie eine Stalkerin genannt.

Die war damals in einer Bank tätig und hat Rocco, den Strahlemann auf einer Party kennengelernt, dann hat er sie am Wochenende zu seinen Terminen eingeflogen, wovon sie so überfordert war, daß sie sich einer Freundin anvertraute. Schade nur, daß die eine Klatschreporertin war und nun fühlt sich Rocco verletzt und Amber ist es auch nicht so gut gegangen, denn sie hat bei all der Turbulenz auf die Verhütung vergessen, so ist jetzt das Söhnchen, der klein Freddy da, von dem Rocco natürlich nichts weiß, weil die Schwester, eine Rechtsanwältin, bei diesen ausländischen Magnaten ist es schwierig auf den Unterhalt zu poche,denn die reden sich heraus, meint.

So muß sich Amber bei den Wintons unterdrücken lassen. Aber Rocco stellt sie zur Rede und verpetzt sie auch bei den Gastgebern oder die sie bei ihm. Es gibt aucheinige erotische Verführungsszene zum Beispiel in seinem Gästezimmer, auf einem Baum, unter der Dusche, erinnert ein bißchen vielleicht an “Shades of grey”, obwohl ich das noch nicht gelesen habe.

Rocco ist der Dominante, Amber das Dummchen, trotzdem packt sie dann den Freddy und das Kinderbettchen ein, als Rocco ihr den Chauffeur schickt, um sie nach London zu chauffieren. Die Haushälterin ist von dem Kleinen begeistert. Der Vater überraschenderweise auch. Sie sprechen sich aus klären die Mißverstänisse, obwohl es gleich wieder zu neuen kommt. Wer liebt jetzt wen und wer heiratet wen aus welchen Gründen? Dann gibts aber zu Freddys ersten Geburtstag, die Hochzeit und alles ist wieder happy und geklärt, obwohl man sich fragt, wie lange diese Ehe wohl halten wird?

Bis zum nächsten Roman wahrscheinlich und da hätte ich noch einen Dreierband liegen, aber den hebe ich wohl bis zum nächsten oder übernächsten Advent , wo es vielleicht auch ohne Ungeimpften- Lockdown gemütlich ist.

Und jetzt noch einmal für meine Adventkalenderleser alle schon geöffneten Fenster:

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Das wars dann, denn am 31. gibts ja den Jahresrückblick und hoffen wir, daß im nächsten Jahr, noch ein paar Fenster dazukommen, bis man dann das ganze Buch im Blog lesen kann.

Die Erfindung des Ungehorsams

Bevor es an das Bloggerdebut geht, kommt noch ein Schweizer Buchpreisbuch. Nein, es kommt das Gewinnerbuch und eines das mir sehr sehr gut gefallen hat und das eigentlich auf meine 2021 Best book Liste kommen sollte und das mir viel besser als das österreichische Buchpreisbuch gefällt, obwohl es in beiden Büchern, um künstliche Intelligenz geht und die Art, wie sie die 1979 geborene Martina Clavadetscher darstellt, gefällt mir besser und es ist auch ein höchst aktuelles Buch, beschreibt sie doch die KI und das Punktesystem, das wahrscheinlich in China herrscht und wie es vielleicht mit Corona weitergeht, kann man sich auch fantasieren, denn da geht es um Hygiene, um Mundschutz, um Überwachungsapps und es geht um drei Frauen, um Ada, Iris und Ling, wie weit es sich dabei, um Menschen oder um Puppen geht, ist auch nicht so ganz klar, denn es geht hauptsächlich, um eine Sexpuppenfabrik, irgendwo in China.

Da arbeitet Ling, die ist eine Waise in einen Waisenhaus aufgewachsen oder von Großmutter Zea aufgezogen und sie soll die Puppen, die in der Fabrik erzeugt werden auf ihre Makellosigkeit überprüfen:

“Hallo, mein Name ist Ling. Hab keine Angst. Ich mache dich makellos”.

Eines Tages kommt eine vierte Frau in die Fabrik und soll den Puppen Leben oder Ungehorsam einhauchen und am Anfang sind wir in New York bei der Puppe Iris, der von Ling Leben eingehaucht wurde und die sich mit ihren Besitzer auf eine Dinnerparty vorbereitet und dabei die Geschichte von Ling erzählt.

Die ist vielleicht ein bißchen autistisch und auch einsam, schaut sich am Abend Filme an, zum Beispiel, den Filmklassikker “Paradise Express” von Zhan Chan, bekommt aber Besuch von Wachmann Jon, mit dem sie eine Beziehung beginnt.

Sie verschafft sich auch eine Puppe, eine ohne Kopf, der erst Leben und Sprache eingehaucht wird, Ada, die nach einer Mathematikerin, der Urmutter des Com puters, aus dem neunzehnten Jahrhundert, der Tochter von Lord Bryon genannt wird.

Diese Ada ist ist die dritte Protagonistin. Die Puppe wird auch so genannt und wird dann im Rollstuhl immer in die Fastfoodrestaurants gefahren, wo Jon und Ling essen.

Spannend spannend und das ist auchdie Sprache oder die Art wie der Roman geschrieben wurde. Das Ganze ist nämlich eine Art Versepos, das mich ein bißchen an Wildgans “Kirbisch” erinnert hat oder an das Buchpreisbuch von 2020, und jetzt bin ich noch gespannt, ob ich Zusammenhänge zu “Adas Raum” von Sharon Duoda Ottoo, einem Bloggerdebut finden werde und natürlich kann ich es allen meinen Lesern sehr empfhehlen.

Ein Baby zu Weihnachten

Weiter gehts mit dem gemütlichen Weihnachtslesen, jetzt bin ich schon bei Buch acht, alle zwölf werde ich nicht schaffen, wenn ich in diesem Jahr damit aufhören will und wieder gehts ins Arztmilieu oder in eine Kinderklinik. Da schimpft der resche Oberarzt, Dr. Frost genannt, zuerst mit Assistenzärztin Jodie, weil die ohne weißen Kittel auf der Station herumläuft, damit sich die Kinder nicht fürchten und auch in ihrer Freizeit zu ihren kleinen Patienten kommt, um sie in den Schlaf zu singen und verliebt sich natürlich in sie.

Er hat aber ein Problem und eine dunkle Vergangenheit, denn er kann wegen einem Hodenhochstand keine Kinder bekommen, glaubt er, deshalb hat Juristin Angela ihn verlassen und nun quälen sich die Beiden dahin, können sich bei der Weihnachtsfeier nicht beherrschen. Dann verläßt er sie, um seine Katze zu versorgen. Sie findet seine Nachricht nicht. Er kann sie, weil sie zu ihren Eltern fährt nicht erreichen. Dann muß er ans Krankenbett zu seiner Mutter, die resche Sekretärin richtet seine Nachricht nicht aus und dazwischen werden immer wieder kleine Mädchen oder Jungen liebevoll behandelt.

Sie versuchen sich auszusprechen. Er glaubt ihr keinen zeugungsunfähigen Mann zumuten zu können, weil sie ja so kinderliebend ist und sich solche wünscht. Dann ist es egal. Sie heiraten, fahren nach Venedig auf Hochezitsreise und dann erklärt die Gynäkologin Jodie, daß sie schwanger ist und der kleine Matthew kommt dann pünktlich zu Weihnachten auf die Welt.

Und damit es noch gemütlicher wird, kommt noch einmal der Adventkalender, der bei mir ja bis Ende des Jahres geht, weil ich vorher die fünfzigtausend Worte nicht hatte.

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Am 30. 12. gibts dann das letzte geöffnete Fenster.

Das Nest

Zwischen Weihnachten und Neujahr läßt es sich gemütlich Krimis lesen, auch wenn sie im April spielen, den Katrine Engbergs “Nest” hatte ich, weil ich es mir wegen des Bloggertalks nach Harland mitgenommen und da habe ich gleich zwei Fragen. Erstens verstehe ich den Titel, da gibt es, glaube ich, ,auch andere Bücher mit diesem Namen nicht ganz, obwohl Vögel spielen eine gewisse Metaphernrolle und man kann es auch als Synoym für die tatsächliche oder mangelnde Geborgenheit in der Familie nehmen und die zweite Frage betrifft das Cover. Pillen, die ein bißchen, wie Autos aussehen, sind darauf abgebildet und das hat meiner Meinung nach noch viel weniger Bezug zum Inhalt. Der ist vielschichtig und die 1975 in Kopenhagen geborene und gut Deutsch sprechende Katrin Engberg scheint eine sehr sympathische Frau zu sein, wie ich beim Bloggertalk merkte und das Buch ist der vierte Teil der Kopenhagener-Serie mit Anette Werner und Jeppe Körner und bei “Amazon” streiten sie sich darum, ob es was macht, wenn man die vorigen Teile nicht gelesen hat?

Ich habe mir etwas schwer damit getan, denn Katrine Engberg geht es sehr bedächtig an und so liest man sich zuerst durch die verschiedenen Handlungsstränge bis sie geschickt alles zusammenfügt und die Familienprobleme der Ermittler, das ist wahrscheinlich so eine skandinavische Spezialität, spielen auch eine Rolle.

Also, da wird erst einmal ein Junge entführt oder ist er verschwunden? Das weiß man nicht so genau. Er ist jedenfalls der Sohn einer Galeristen- oder Aktionshausfamilie und die ist etwas seltsam. Schlafen doch alle Kinder und, die sind bis siebzehn, mit den Eltern in einem großen Familienbett und die Familie schwurbelt auch etwas, daß sie schon einmal Schwierigkeiten hatte und erpresst wurde und ziehen Zusammenhänge.

Oscar er ist fünfzehn, ein begabter Zeichner und hinterläßt ein Zitat von Oscar Wilde, hätte eigentlich bei einer Freundin schlafen sollen und hat sich mit seinem Lehrer getroffen. Dann wird und das hat Katrine Engberg ja den Prolog gelesen, wird eine Leiche in einer modernen Müllverbrennungsanlage gefunden. Es ist aber nicht Oscar, sondern der Lehrer und seltsam, der Vater von der Freundin arbeitet in der Anlage, als Ingenieur und führt sich sehr seltsam auf.

Oscar wird gefunden und kommt in ein Spital und seine Mutter ist auch recht seltsam, weil sie gleich den Ermittler umarmt, dafür ist der Vater immer verschwunden und eine Schwester, Jenny Kalibian gibt es auch. Die war eine begabte Künstlerin, hat durch die Schwierigkeiten des Schwagers ihre Karriere beendet. Jetzt ist sie Aufseherin im Thorvaldsen-Museum, hat immer Geldnöte, unterrichtet aber Oscar im Zeichnen.

Jeppe hat noch eine Freundin die siebzigjährige Ester, die ein Buch über eine Anthropologin schreiben will und mit einem alten Herrn zusammenlebt, der ein wenig dement wirkt, Angst vor dem Sterben hat und dann noch an Krebs erkrankt.

Das ist die Vielschichtigkeit von Katrine Engberg. Anette verliebt sich auch noch in einen Tierpräparator, der ihr beim Ermitteln hilft, obwohl sie verheiratet ist und eine kleine Tochter hat und Jeppe lebt mit einer Kollegin, die alleinerziehnde Mutter ist und als er die elfjährige Tochter um zehn Uhr abends auf der Straße trifft und die dann nach Bier stinkt, bricht die Beziehung auseinander.

Ganz schön kompliziert und viel Themen werden angeschnitten. Denn es geht natürlich um Kindesmißbrauch und um einen Pädophilienring, die der Lehrer, jung und noch sehr gewissenhaft, aufklären wollte. Die Tante hat den Neffen nicht nur unterrichtet, sondern in geschminkten Posen fotografiert und die Fotos dann verkauft und die kleine Schwester rächt sich an der Tante und wenn man von der Krimihandlung absieht, bleibt wahrscheinlich über, wie kompliziert dieses Leben ist und dabraucht man gar nicht Sars Cov 19 dazu.

Hochzeit unter dem Mistelzweig

Buch sieben meines Weihnachtsspecial ist glaube ich der beste der Julia-Romane, die ich bis jetzt gelesen habe.

Es geht wieder nach England und da zu Sophie, deren Leben trotz ihrer einunddreißig Jahre aus den Fugen geraten ist. Sie wollte im Vorjahr ihren liebsten Nick heiraten. Ihre Schwester Melissa hat ihn ihr weggeschnappt.Jetzt hat sie auch noch ihren Bürojob verloren und die Mutter, die immer alles besser weiß, drängt sie zu Weihnachten zum Familienfest zu kommen, noch dazu, wo der Vater am Vortag seinen siebzigsten Geburtstag feiert.

Sie will nicht recht und vertraut das Bram ihren Jugendfreund, der die Nachbarfarm besitzt an. Der schlägt ihr vor zu heiraten, damit alles wieder in Ordnung ist und niemand mehr jemanden zu etwas drängen kann, denn er war auch einmal mit Melissa verlobt.

Jetzt sucht er eine Frau, aber die Rechtsanwältin an die er kurz dachte, will nicht aufs Land und Vicky wurde auch von ihrem Liebsten verlassen. Mit ihr trifft er sich in einem Pub, in dem Augenblick als Meliassa ihre Schwester in London anruft und die sagt ihr dann sie wird Bram heiraten.

Uje, uje, die Tratschblase Mutter wird alles weitererzählen. So ruft sie Bram an, der gerade Vicky mit Kaffee bewirtet. Die verschwindet dann ins Ungewisse und die Mutter rüstet gleich freudig erregt zu den Hochzeitsvorbereitungen.Sie fahren in die Stadt das Hochzeitskleid zu besorgen. Sophie will ein Rotes. Die Mutter besteht aber auf das Elfenbeinfarbige, weil die Tochter so blass ist. Bram kauft ihr das Kleid trotzdem. Sie zieht es an zur Verlobungsfeier und dort kommt es zu den erwarteten oder in den Plot eingelpanten Eifersuchtsmißverständnissen, ist Bram noch in Meliassa verliebt? Nick flirtet mit Sophie, und dann kommt der Schneesturm und der unverbesserliche Nick muß auf einen Berg aufbrechen, sich von Bram retten lassen und die Zeit bis zur Hochzeit in seinem Haus verbringen. Die Eifersuchtsmißverständnisse steigern sich bis es zum Kuß unterm Mistelzweig zum Happyend und zur Hochzeit kommt. Leider oder Gottseidank gibt es da auch eine kleine Panne, denn Sophie trägt zum Entsetzen ihrer Mutter Gummistiefeln zum Hochzeitskleid.

Und hier für meine Adventkalenderfans: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Das nächste schon geöffnete Fenster ist dann am 29.12. zu finden.