Trojanow trifft Sergej Lebedew

Diesmal stellte Ilija Trojanow in seiner neuen Reihe den russischen Autor Sergej Lebedew vor, der 1981 in Moskau geboren wurde, derzeit in Berlin lebt und bei S. Fischer schon vier Romane herausgebracht hat.

Sein letzter und in der “Schmiede” vorgestellter Roman heißt “Das perfekte Gift” und ist so spannend, wie ein Thriller erklärte Ilija Trojanow und fügte noch hinzu, daß er deshalb den inhalt nicht verraten würde.

In der Beschreibung kann man lesen, daß er Einblicke in die Abgründe Russlands gibt. Es scheint um Giftanschläge, wie die an Alexej Nawalny oder Sergej Skripal zu gehen, beziehungsweise um einen russischen Agenten, der in Berlin aus dem Fenster gefallen ist, zu gehen.

Iija Trojanow sprach noch weiter, daß man hinter der spannenden Handlung in die Geschichte Russland geführt wird. Dann lasen er und der Autor eine Stelle, wo es um ein geheimes Labor ging, in dem Experimente an Affen gemacht wurden.

Der Rest des Abends bestand aus einem in Englisch geführten Gespräch zwischen Ilija Trojanow und dem Autor, der aus einer Geologenfamilie kommt, selber Geologie studierte und der, als er fünfzehn war und auf seine ersten geologische Expeditionen ging, die Reste der Gulage entdeckte, die ihn so sehr zu interessieren begann, daß er seine Romane über die Geschichte Russland zu schreiben begonnen hat. Weiters erzählte er von einem Onkel, der ihn als Kind oder Jugendlichen sehr interessiert hat, weil er in einer fünf Zimmerwohnung wohnte, was für Moskau sehr ungewöhnlich war, der ihn sehr fazinierte und er ihn für einen Künstler gehalten hat. Später hat er dann herausgekommen, daß er General in einem medizinischen Labor oder Fabrik war. Der zweite Mann, der Großmutter hat als Aufseher in den Gulags gearbeitet und all das hat er erst nach 1991, als die SU schon zerbrochen war, herausbekommen, wie, daß er deutsche Vorfahren hatte, was in Sowetzeiten ein großes Geheimnis war, weil Stalin solche Leute sehr verfolgte und so hat Sergej Lebedow, der die ersten zehn Jahre seines Lebens im Sowetsregime verbrachte, es sich zur Aufgabe gemacht die Vergangenheit aufzudecken und in spannende Romane zu verarbeiten.

Mir hat sich aus der gelesenen Textpassage, die Handlung nicht ganz erschlossen. Es war aber spannend einen neuen interessanten Autor kennenzulernen und in seine Sicht über das Leben in der SU einzutauchen und da fällt mir ein uraltes Buch von Alfred Kurella ein, daß ich einmal, glaube ich, auf einem Volksstimmefest gefunden habe, in denen der 1895 geborene DDR Autor durch die SU fuhr und die in höchsten Tönen lobte.

Eugen Ruges “Metropol”, ein Buch aus der Stalinzeit habe ich auch gelesen, sowie Julian Barnes “Lärm der Zeit” und in Stephan Teichgräbers Workshops haben wir uns auch einige Semester lang durch alte sowetische Romane, wie die Trilogie “Der Leidensweg”von Alexej Tostoj gelesen.

Den “Meister und Margarita” habe ich natürlich, in seiner alten Übersetzung gelesen.

Ansonsten war ich bei einigen Lesungen, wo Vladimir Sorokin, der ja auch ein bedeutender russischer Gegenwartsautor ist und so ist es sicher spannend einmal an eines der vier Bücher des inzwischen vierzigjährigen russischen Autors zu kommen und sich in seine SU-Kritik einzulesen und auf der Übersetzerschiene der für den “Preis der Leipziger Messe-Nominierten” ist auch ein russischer Roman zu finden.

Die Radiophone Werkstatt probiert es wieder aus

Die lange Nacht des Hörspiels”, die jetzt “Hörspielgala” heißt, gibt es, glaube ich seit dreißig Jahren und seit achtzehn gibt es den “Track 5 – Kurzhörspielwettbewerb”: fünf Minuten, ein Sound, ein Satz, diesmal “Probieren wir es aus” und seit einigen Jahren werden die zehn besten Texte, von denen dann drei oder vier, denn die “Schule für Dichtung” spielt auch mit, bei der “Hörspielnacht” prämiert werden, in der “AS” im Rahmen der “Radiophonen Werkstatt” vorgestellt.

Andreas Jungwirth, der auch bei der “Langen Nacht” mit Doris Glaser moderiert, war auch wieder der Moderator und im “Leporello” wurde schon am Morgen auf die Veranstaltung hingewiesen.

Johannes Tröndle leitete ein und Jörg Piringer, der mehrmals mitmachte und mehrmals in die engere Wahl gekommen ist, war diesmal Juror, hat also aus den hundertfünfundsiebzig Einreichungen, im letzten Jahr waren es dreihundert, die zehn besten ausgewählt und wurde von Andreas Jungwirth zu seinen Juryerfahrungen befragt, wo er, das ist interessant und würde ich mich nicht trauen, sagte, daß er sich gar nicht alle Hörspiele angehört hat, weil ihn die, die nur einen Text hinunterlasen, gelangweilt hätten.

Das erste Ausgewählte, war die Geschichte vom fliegenden Schneider, Franz Reichelt, der 1912 im Fallschirmanzug vom Eiffelturm hinunter gesprungen und daran verstorben ist.

Dann kam das Stück “Zwischenräume” von Johanna Schmidt, das von einer Rakete und Beziehungen handelt.

Dann kam mit verstellter Stimme “Herrjemine geruckelt” von Thomas Glatz aus München, der sich auch so in seinem Selbstportrait vorstellte und das offenbar eine Busfahrt darstellen sollte, wo sich zwei über eine Fotografie unterhielten oder diese ausprobierten.

Beim nächsten Stück ging es um Korruption mit Konsonanten und Andreas Jungwirth ließ dazu, wie er sagte, für den livestream den Plattenspieler laufen und blies mit Seifenblasen dazu.

Im Stück “2022” wo ein “Traditionsreiches Wiener Unternehmen” und die dazu passenden Verkaufsgespräche vorgetellt wurden, kamen dann die Firma Pfizer und die FFP2-Masken vor und ich habe nur auf die dazu passende Ausweiskontrolle gewartet, die aber nicht kam, dafür versicherte dann die Autorin Magdalena Hahnkamper im schwarzweißkarierten Kleid, daß sie dreimal verschleimt sei und auch ihre Zertifikate mit hätte und ein Leopard kam auch vor, also ganz schön kompliziert für fünf Minuten.

Bei “Endstation” von Babett Arens, die schon über sechzig ist, drehte sich ein Hamburger am Plattenspieler und die entsprechenden Geräusche bei dem Stück das von Würmern handelt, die in einem Arsch leben, gab es dazu auch.

Dann ging es um den “Geruch der Zeit, der dringend eine of speed Emanzipation braucht”, der in Zahlen und im Steckschritt mit viel Gesang präsentiert wurde. Der 1956 geborene Komponist Lorenz Maierhofer war schon einmal in der engeren Auswahl und der 1939 geborene Peter Uray hat auch dabei mitgesprochen.

Das nächste Stück “Einander durch” des Lyriker und Musikers Stephan Tikatsch war wie Andreas Jungwirth erklärte nur ein scheinbares Durcheinader und der Autor erklärte auch wie er es technisch gstaltet und Sprachmaterial aus dem Internet verwendet hat und Andreas Jungwirth wollte wissen, ob es auch ein Corona-Stück sei.

Das letzte Stück von “Transmission” das die Frage “Hat Gott einen Kehlkopf?” beantworten will, stammt von dem 1982 geborenen in Brandenburg lebenden Sebastian Hocke, einem “Hörspielmacher,” der schon viele Hörspiele eingereicht hat und im letzten Jahr auch mit “Tape head” auf den dritten Platz gekommen ist.

Schauen wir, wie weit er diesmal kommt? Morgen werden die drei oder vier Siegerstücke bekanntgegeben, die dann bei der Hörspielgala am 25. 2. auch vorgestellt werden und ein Stück wurde, wie Andreas Jungwirth noch erwähnte, auch zurückgezogen, was wie er hinzufügte, ein sehr schönes Stück war.

Interessant, sehr experimentell und eine bunte Crossovermischung, die da von Jörg Piringer und seinen Mitstreitern ausgewählt wurden und ich bin gespannt, wie es damit weitergeht?

Anomal verzeichnen

Wieder zwei “Ritter-Bücher” in der “Alten Schmiede” und meine Leser ahnen es wahrscheinlich, daß ich wieder schreiben werde, daß ich zwar zu solchen Buchpräsentationen gehe und auch einige Exemplare in meinen Regalen stehe habe, aber noch nicht zum Lesen gekommen bin, weil viel zu experimentell. Irgendetwas scheint mich hinzuziehen, man könnte wahrscheinlich auch sagen, daß das in den literarischen Quartieren vermehrt angeboten wird, während der “bellistristische Mainstreamroman”, wie es der 1972 in Wels geborene Florian Neuner, der moderierte, in seiner Einleitung abgrenzte, vielleicht weniger wertgeschätzt wird, denn die “Ritter Autoren” schreiben natürlich experimentell. Das ist die Ilse Kilic, die ja ebenfalls dort verlegt, wohl noch am erzählendsten.

Der 1965 in den USA geborene Mark Kanak, der seit 2003 in Berlin lebt und als technischer Übersetzer tätig ist, ist das sicher nicht, denn er hat sich an einem “Tractatus illocgico-insanus” probiert, in dem er sich mit dem Thema der Überwachung auseinandersetzte, “denn die Grenzen der Überwachung signalisieren die Grenzen der Welt” oder wie das Zitat lautete, das sowohl Johanna Öttl, als auch Florian Neuner verwendete und der stellte dann auch die Frage, die ich mir auch immer leicht sarkastisch stelle, wie es möglich ist, daß sich die Leute freiwillig mit Tests und FFP2-Masken in die “Alte Schmiede” setzen und beim Eintritt ihren Gesundheitspaß vorweisen.

Ich tue das nicht und bleibe zu Hause und von dem berühmten Vorbild Witgensteins “Tractatus logico- philosophicus”, 1921 geschrieben, “worüber man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen,” habe ich nicht viel Ahnung, beziehungsweise mich nicht wirklich damit beschäftigt.

Es gibt dann noch einen “Tractatus logico -suicidalis” von dem 1942 geborenen Schweizer Autor Hermann Burger, der sich 1989 umgebracht hat. Auch damit habe ich mich nicht beschäftigt, obwohl ich dessen “Künstliche Mutter” in meinen Regalen haben.

Das Kanak-Buch ist jedenfalls, wie bei Witgenstein in Listen angeeordnet und Mark Kanak erzählte auch viel weniger kompliziert, wie vorher Florian Neuner. Zitierte dann in der Einleitung das Wittgenstein Zitat, das er natürlich umdeutete, weil er sich vorgenommen hatte, alles umgekehrt zu machen, was ihm aber natürlich nicht gelungen ist. Der “Bachmann-Preis” wird dann in den Listen und der Beschäftigung mit dem Überwachungsstaat zitiert und noch vieles anderes, wie das “Ist mir scheißegal Syndrom ,4.2.2”, beispielsweise.

“Das war jetzt zu lange!”, sagte der Autor dann noch und beschloß seine Leser “Damit zu bestrafen, daß er noch was auf Englisch lesen würde!”, denn das Buch ist, das habe ich jetzt vergessen, zwei Bücher in einem, also in Englisch und auch auf Deutsch beschrieben, weil sich der Autor ja selber übersetzen kann.

Dann kam der 1972 in Graz geborene Stefan Schmitzer, den ich vor kurzem aus dem Literaturhaus gehört habe und dessen Langgedicht “liste der künstlichenn objekte auf dem mond”.

Florian Neuner leitete wieder sehr lang und sorgfältig ein, merkte an, daß Stefan Schmitzer unterschiedliche Stilarten in seinem Poem verwendete, sprach dann von rhytmitisierender Blocksatzprosa und dem Blick von oben und das Gedicht, das zwar nicht in Listen geschrieben wurde, aber doch aus verschiedenen Textteilen besteht und mit verschiedenen Jahreszahlen hantierte, begann dann wirklich sehr rhythmisch.

“Jahrhundert, Jahrhundert, laß dein Haar hinunter”, beschäftigte sich auch mit den Krieg und dem Terror, dem Subjekt der Geschichte und der Internationale, die ja auch einmal die Erdbahn verlassen hat und auf den Mond geschossen wurde.

Also, was mir sehr ympathisch ist mehr lyrisch als experimentell erzählte Mondgeschichte, mit ihren verschiedenen Objekten, die Stefan Schmitzer, wie er erzählte, aus “Wikipedia” bezog und dann zwangsläufig ebenfalls sehr technisch wurde, wenn Stefan Schmitzer von den Mondlumlaufbahnen Apollo 16 und den Figürchen aus Plastik erzählte, was dann wieder zu Mark Kanaks “Tractatus”, zurückführt.

Florian Neuner fragte nach den Lesungen nach der Entstehungsgeschichte. So hat der Ritter-Lektor Paul Pechmann Mark Kanak erst auf die Idee gebracht, den Wittgenstein in seinen Text einzubringen und Stefan Schmitzer wollte wissen, ob die deutsche und die englische Fassung gleichzeitig entstanden ist, worauf der Autor dann von schlechten Übersetzungen sprach, mit denen er die Leser verwirren wollte.

Auch bei Stefan Schmitzer hat der Lektor Paul Pechmann eingewirkt und die verschiedenen Texteile, die es gab, in Verbindung zu verbringen, um daraus einen Abgesang auf die Raumfahrt zu machen, wie es einer der Zuhörer formulierte.

Es bedarf sicherlich eines enormes Wissen, ein Langgedicht aus der Geschichte des Mondes zu machen und Mark Kanak scheint, wie ich aus seinen Zwischenbemerkungen entnahm, ein bißchen zynisch zu sein, als er auf Florian Neuners Schlußfrage nach dem Überwachungsstaat “Was soll das? Die wollen alle doch nach Hause und noch ihren Valentinstag feiern!”, antwortete und auch bezweifelte, daß jemand sein Buch kaufen wollte.

Vom Gastland Portugal in die “Alte Schmiede”

Das Gastland der heurigen Leipziger Buchmesser, die offensichtlich heuer pünktlich mit 2G und Maske, glaube ich, stattfinden wird, ist Portugal. Eigentlich hätte ich gedacht, da das heuer oder schon im letzten Jahr Österreich sein mußte, aber das hat sich wahrscheinlich Pandemie bedingt verschoben und wird vermutlich im nächsten Jahr stattfinden.

Portugal also und da hat mich “Literaturtest” zu einem “Buchhandel Spezial” eingeladen und das war interessant, verstehe ich ja nicht allzu viel von der portugiesischen Literatur. Wir hätten zwar einmal eine Kreuzfahrt machen wollen und da habe ich mir ein paar Bücher vorbereitet, sie dann aber nicht gelesen, also eine virtuelle literarische Portugalreise , wo die für die Messe erscheinenden Bücher vorgestellt wurden.

Da tauchten natürlich die Namen Fernando Pessoa und Jose Saramago auf, aber auch die Bücher von brasialischen und afrikanischen Autoren, die auf Portugiesisch schreiben, sind auf der Messe auch eingeplant.

Es gab auch Decotips für Buchhändler und einen Wettbewerb mit einer Reise, die man gewinnen kann, wenn man seine Buchhandlung portugiesisch aufbereitet.

Dann kam Leonor Amaral, eine Opernsängerin, die in Erfurt beschäftigt ist, die eine Fado- Vorführung gab und etwas darüber erzählte. Dann ging es zur Lyrik, die Viktor Kalinke vom “Leipziger- Literaturverlag” vorgestellt wurde. Da gibt es einen Luiz Pacheko, einen Jose Vialo Martinho und eine Helia Correia, dann kam der “Elfenbein-Verlag”, an die Reihe, der unter anderen, die Werke von Al Berto präsentierte, der 1997 in Lissabon verstorben ist. “Hanser-Lyrik gab es auch und unter den Übersetzern tauchte immer wieder der Name Michael Kegler auf, der in einer portugiesischen Buchhandlung auftrat.

Kinderbücher wurden vom “Midas-Verlag” auch vorgestellt. Dann gings leider nur virtuell, “Ich hasse Zoom”, sagte der “Midas-Verleger “, auf eine kulinarische Reise. Eine interessante und umfangreichreicher Einblick in das portugiesische Buchgeschehen also, die Apettit auf mehr machen können und dann gings in die “Alte Schmiede”, wo Andrea Winkler zuerst einmal in der Reihe “Dichterin liest Dichterin” die Schweizer Autorin Adelheid Duvanel vor, die von 1936 bis 1996 lebte, vorwiegend Kurzgeschichten und Erzählungen schrieb und jetzt wieder aufgelegt wurde , vorstellte.

“Fern von hier”, heißt der neuverlegte Band, von dem ich schon einiges gehört habe. Andrea Winkler meinte, daß sie die Autorin, die als Adelheid Feigenwinter in Basel geboren wurde, vor fünfzehn Jahre durch den damals einzig erhältlichen Band “Beim Hute meiner Mutter” kennenlernte. Sie las und kommentierte vier Texte.

Der Erste hieß “Innen und außen” und behandelte ihre Kindheitserinnerungen, ausgehend von einem von Hermann Hesse gemalten Aquarell, das in ihrem Wohnzimmer hing, der Krieg und der Tod des Bruders, der vom Krankenhaus nicht mehr zurückkommt, kommen auch darin vor.

Dann kam der Text “Der Hut”, der von einem Kaspar und seiner Mutter handelt und wohl auch in den schon erwähnten Gedichtband enthalten ist.

Die Erzählung “Ein ungewöhnlicher Waschtag” folgte, der von einer Klara und ihrem kleinen Sohn erzählt und die auf einer Wäscheleine ein Notenblatt fand, aber das “Lied an Klara” war nur erfunden. Dann kam noch der Text “Der Traum und der Schnee”, in dem ein Baum eine wichtige Rolle spielt und mit alle vorkommenden Figuren verknüpft wird.,

Spannend eine mir bisher unbekannte Autorin kennenzuleren, was man bei Antonio Fian, der eine Stunde später folgte und von Markus Köhle moderiert wurde, nicht sagen kann, da ich schon bei vielen Lesungen des 1956 geborenen war und auch das “Polykrates-Syndrom” von ihm gelesen habe und zwar wurde der siebente Dramolette-Band “Wurstfragen” vorgestellt, wie Johannes Tröndle auch einleitete.

Gustav Ernst habe ich mit Maske im Publikum Platz nehmen sehen, Markus Köhle fragte den Autor zu seinen Dramuletten, die ja zuerst im “Standard” erschienen sind und wollte dann wissen, was es mit dem Titel auf sich hat? Dann hat der Autor in chronologischer Reihenfolge seine Texte gelesen, der erste stammte von 2016 und befaßte sich mit den Identitären.

Dann kam das titelgebende Dramulett, wo es darum ging, was in den im Supermarkt angebotenen Wurstsorten enthalten ist.

2018 erschien das Dramulett “Beisammen sein”, das sich auf den Schriftsteller Geiger und seiner “Drachenwand” und die Literaturkritikerin Strigl bezog und die beiden ein bißchen “Hops” nahm.

“Pausendeutsch” bezog sich auf die Deutschpflicht in den Schulpausen, dann wurde Andre Heller auf die Schaufel genommen und der “Faust” wird dann auch in einfacher Sprache zitiert. Um Corona und den Lockdowns , was mich sehr freute, ging es dann auch.

Nach einem Gespräch wo Markus Köhle wissen wollte, ob Antonio Fian schon einmal geklagt worden wäre oder einen Shitstorm ausgelöst hätte, kamen dann die “Beachvolleyball-Dramuletten”, wo Antonio Fian offenbar das Kärntner Geschehen seit 2004, also das Haider-Geschehen bis heute beschrieb, wo die Beachballvolleyspieler, zu Securities wurden.

Interessant, interessant, denn ich mag ja Antonio Fian, wie schon angedeutet, sehr, lese aber jetzt selten den “Standard”, so daß ich mich mit den Beachvolleyball-Dramuletten nicht wirklich auskenne. Mein Leblingsdramulette ist ja immer noch das, wo die schwerhörige alte Mutter, ihrer vierzehnjährigen nach einer künstlichen Befruchtung geborenen Tochter erzählt, wie man schwer man schwanger werden kann, während die sich überlegt, ob sie ihren Freund besuchen soll?

Ein interessanter literarischer Tag also, wo es von der portugiesischen Literatur zu der Sprachkünstlerin Andrea Winkleran zu Antoni Fian gegangen ist. Ein interessanter Kontrst und äußerst spannend, sich in den Kärntnerdialekt einzuhören.

Monika Helfers “Löwenherz” und Radka Denemarkovas “Stunden aus Blei”

Die 1947 in Vorarlberg geborene Monika Helfer in zweiter Ehe mit dem Schrfitsteller Michael Köhlmeier ,verheiratet, habe ich, 1994 beim der ersten oder zweiten “Langen Hörspielnacht”, wo “Oskar und Lilli” von ihr gewonnen hat, kennengelernt.

Dann war ich einmal bei der Buchvorstellung des Erzählbandes “Die Bar im Freien” in der “Alten Schmiede” und habe mit dem vorgestellten Texten nicht viel anfangen können, obwohl sie überall herum gelobt wurde.

2017 ist sie dann mit dem Roman “Schau mich an, wenn ich mit dir rede” auf die Longlist des dBps, gekommen und da habe ich schon Buchpreis also auch das Buch gelesen und dann kam 2020 “Die Bagage”, das ist auf der österreichischen Buchpreisliste gestanden. Ich habe aber schon vorher von ihm viel gehört, das von Monika Helfers Großmutter handelte, deren Mann 1914 eingezogen wurde und dann einen Ehebruch beginn.

2021 folgte das Buch “Vati”, das sowohl auf der deutschen als auch auf der österreichischen Liste stand und von Monika Helfers Vater handelt, der kriegsversehrt, Verwalter eines Kriegsversehrtenheims war und dort eine große Bibliothek gründete, weil er ein begnadeter Leser war.

Zwei kurze Romane oder eigentliche autobiografische Fiktion und eine Spezialität Monika Helfers könnte man so sagen und heute folgte in der “Alten Schmiede” Teil drei, der sogenannten Familientrilogie, denn jetzt geht es um Monika Helfers Bruder Richard, der nach dem Tod der Mutter getrennt von seiner Schwester bei einer Tante aufgewachsen ist und sich mit dreißig Jahren das Leben genommen hat.

“Löwenherz” heißt das Buch, weil der Vater, den Sohn Richard immer so nannte und Jana Volkmann moderierte.

“Vati” und die “Bagage” hätten auch in der “Schmiede” vorgestellt werden sollen, ging aber Corona bedingt offenbar nicht. Jetzt also “Lowenherz” oder die Geschichte über den Bruder, der Schriftsetzer , Maler und offenbar auch ein Einzelgänger oder Lebenskünstler war. Irgendwe hängt das ja wohl zusammen und Monika Helfer beschreibt ihn auch als Geschichtenerzähler oder begnadeten Lügner und das Buch oder die Stellen, die gelesen wurden, handelten von den Stellen, wo eine Kitti, den Bruder vor dem Ertrinken rettete und ihm dafür ihr Kind Putzi anvertraute, das er offenbar aufzog oder seiner Schwester überließ und ich dachte, während des Zuhörens, da wird wohl bald ein vierter Teil kommen, der von Monika Helfers Tochter “Paula” kommen, die 2003 bei einer Bergtour verunglückte, bin dann aber daraufgekommen, daß sie das schon 2010 mit dem Roman “Bevor ich schlafen kann” tat, der bisher offenbar an mir vorbeigegangen ist.

Und jetzt bin ich natürlich gespannt ob und auf welche Lsten auch dieses Buch kommen wird und ob ich es dann lesen werde und das Buch über die Tochter Paula, deren “Maramba” ich ja einmal im “Wortschatz” fand, müßte ich auch dort finden.

Fragen aus dem Publikum kamen zum Verhältnis zwischen Realität und Erfindung und einen Büchertisch, wo man auch die anderen Bücher erwerben konnte, gab es, wie Jana Volkmann, die das Lesen der ganzen Trilogie empfahl, auch.

Und in der “Gesellschaft für Literatur “wurde Radka Denemarkovas “Stunden aus Blei”, das große Buch über das heutige China vorgestellt, wie ich schon am Morgen im “Leporello” hören können und die 1968 geborene tschechische Autorin habe ich schon 2018 in der “Gesellschaft” kennenlernte und mir da auch ihr “Ein herrlicher Flecken Erde”, kaufte und wenn ich mich nicht irre hat sie da schon über dieses Buch gesprochen, das auch Stephan Teichgräber in seinen Centrope Workshop besprach und seinem Festival vorstellte und vielleicht auch in Leipzig, als dort Tschechien Gastland war.

Ludger Hagedorn hat moderiert und mit der gut Deutsch sprechenden Autorin ein Gespräch über das Buch, an dem Radka Denemarkova fünf Jahre geschrieben hat, das von Eva Profousova übersetzt wurde und jetzt bei “Hoffmann & Campe” erschienen ist , geführt und in dem sich Radka Denemarkova sehr kritsch mit dem modernen China auseinandersetzt, das ja irgendwie den Kommunismus mit dem Kapitalismus verbindet, sehr unmenschlich mit den Menschen umgeht und auch die Digitalisierung sehr weit vorangekommen ist, was wie ich fürchte in den pandemischen Zeiten, auch bei uns zu spüren ist.

Sicher ein interessantes Buch, überhaupt jetzt, wo in Peking die olympischen Winterspiele stattfinden und das wie ich höre, sehr autoritär passiert.

Nach Ullysses

Der “Ullysses” der berühmte Roman von James Joyce, nach dem jeden sechsten Juni immer noch der “Bloomesday” gefeiert wird, wo ich auch an einigen teilnahm. Den Roman, obwohl ich ihn erst vor kurzem wieder in der Hand hielt, als ich im Harlander Bücherregal Fonantes “Effi Briest” fand, aber immer noch nicht gelesen habe, wird wie ich dem “Alten Schmiede Programm” entnehmen, am 2. 2. hundert Jahre alt oder ist am 2. 2. 1922 zum vierzigsten Geburtstag von James Joyce in der Verlagsbuchhandlung “Shakespeare und Company” in Paris erschienen. Ein Anlaß eine mehrtägige GAV- Veranstaltung in der Alten Schmiede bzw. in der “Kunsttankstelle Ottakring” zu machen, die von Jörg Piringer, Renate Pitroff, Christoph Theiler und Günter Vallaster konzeptiert wurde.

Der 1968 in Schruns geborene Günter Vallaster , der die “edition ch.” herausgibt, moderierte den Eröffnungsabend am Dienstag in der “Alten Schmiede”, erklärte das Projekt, das auch Verbindungen mit Feldkirch und den dortigen Bahnhof hat. Denn dort ist James Joyce ja einmal gewesen, bzw. hat seine Tochter dorthin begleitet. Es gibt einen Kunstbahnhof und da hat ja Erika Kronabitter im Frühjahr Texte gesucht und ich habe einen, der versucht James Joyce mit dem Thema Reisen und der Pandemie zu verbinden, dafür geschrieben und in der Kunsttankstelle gibt es bis 12. 2. noch eine Ausstellung “Ullysses 100 in 18 Stationen” zu sehen.

Bevor die Lesungen begannen, wurde noch eine Publikation vorgestellt, in der es auch um James Joyce geht.

Als erstes begann dann der 1960 in Feldkirch geborene Christian Futscher, also ein Vorarlberger Abend mit seinem Text “Schwupp, Hatschi” dessen Titel, wie Günther Vallaster launig erklärte die Pandemie treffend zusammenfasst, sich aber hauptsächlich mit James Joyces Vorarlberger Stationen beschäftigte.

Dann kam die 1959 in der Steiermark geborenen Erika Kronabitter, die derzeit, glaube ich, in Wien und in Bregenz wohnt, wo wir sie auch einmal besuchten, und die einmal vermittelte, daß meine “Mittleren II” in Feldkirch stattfinden konnten und beleuchtete in ihren “Letter oft James Joyce” gemeinsam mit dem Musiker Michael Fischer alle Geheimnisse der Molly Bloom, die in dem großen Roman, der einen Tag des Leopold Boloom schildert, ja auch eine Rolle spielt.

Dann kam wahrscheinlich der Höhepunkt des Abends, nämlich die Enthüllung, was nach dem sechzehnten Juli, also nachdem der “Ullysses” endet, geschehen ist? Der 1977 in Liverpool geborene Chris McCabe, der laut Günter Vallaster einer der größten Joyce-Kenner ist und den “Ulysses” zehn Mal gelesen hat, hat das in seinem Roman “Dedalus” beantwortet, der 2018 erschienen ist und der sich darin mit Computerspielen und Social Media auseinandersetzt.

Am Mittwoch und am Freitag geht es dann in der Kunsttankstelle weiter. Aber da gibt es keinen Stream, so daß ich mir das Weitere nur vorstellen kann.

Großartiger Leseclub mit Grete Scheuers Kriegsroman

Der großartige Leseclub, den die 1981 in Eisenstadt geborene Barbara Zeman, bei der ich einmal im Literaturhaus bei einer ebenso großartigen Lesung,war und die ich glaube ich, auch bei den O-Tönen hörte, während der “finsteren Coronawelle von 2020” gründete, findet ja in, regelmäßigen Abständen Literaturhaus statt und ist, glaube ich, eine interessante Kombination, nämlich eine Buchpräsentation von einem meist unbekannten Buch einer vergessenen Exilautorin, Brigitte Schwaiger war auch einmal dabei. Dann stellte ein Künstler seine Bilder aus und ein Musiker spielt seine modernen Lieder. Barbara Zemann moderiert und eine Schauspielerin liest die Texte vor. Eine interessante Kombination und auch die Moderation ist sehr interessant und das diesmal ausgewählte Buch stammt von einer Grete Scheuer, die 1900 bei Aflenz geboren wurde, adelig war, 1933 bei “Rohwohlt” einen Kolportageroman wahrscheinlich im Stil der Vicki Baum schrieb und 1946 “Die lange Nacht”, die Erfahrungen in einen Luftschutzkeller im Jahre 1945. Barbara Zeman erwähnte in ihrer Einleitung den berühmten “Philipphof”, der an der Stelle stand, wo sich heute das Hrdlicka-Denkmal befindet, der sicherste Luftschutzkellern wie es damals hieß, dann gingen dreihundert Leute hin, nicht alle wurden geborgen und man hörte im Augustinerkeller noch sieben Tage lang klopfen.

Die Protagonisten der Grete Scheuer befanden sich statt dessen in einem Luftschutzkeller beim Stephansplatz, hatten Whisky, Kekse und Sardinen mit. Die Schauspielerin Clara Liepsch hat mehrere Stellen daraus gelesen, sowie ein Gedicht, das in den Sechzigerjahren erschienen, wo die inzwischen in Graz lebende Journalistin , die auch mehrere Literaturpreise bekommen hat, das “Forum Stadtpark” mitbegündete und 1988 gestorben ist. NSDAP-Mitglied war sie einmal auch, wollte später aber nichts mehr davon wissen.

Der junge Musiker Oskar Haag spielte einige Lieder und Barbara Zemann erzählte welche Strafen man zu zahlen hatte, wenn man nach Abschaffung der Monarchie seinen Adelstitel noch verwendet. Heute muß man angeblich dreihundert Euro dafür zahlen. Das hat die Familie Habsburg wohl noch nicht gehört, aber vielleicht verwenden eher die anderen ihre Titel.

Was es für Bombenarten es gibt, hat Barbara Zeman auch recherchiert und dann die Biografie, der mir unbekannten Autorin erzählt. Interessant, denn ich interessiere mich ja sehr für die unbekannten Autoren der Zwischenkriegszeit und glaube, daß auch Paula von Preradovic über das Wien 1945 beschrieben hat. Zumindestens habe ich mir da einmal einen Text kopiert, in den frühen Achtzigerjahren, glaube ich, als ich ich einen Text darüber schrieb, mit dem ich ein Stipendium bekommen wollte.

Street-speech-Perspektiven

Die “Perspektive” ist eine Grazer Literaturzeitschrift, die inzwischen auch in Berlin verortet ist und in der ich, glaube ich, auch schon einmal, vor langer langer Zeit einen Text drinnen hatte.

Jetzt wurde im Literaturhaus das Heft 108/109 vorgestellt, das das Thema “street-speech” hatte. Der 1979 in Graz geborene Stefan Schmitzer, der sich seit kurzem oder auch schon länger in der Redaktion befindet, so genau habe ich das nicht verstanden, hat moderiert und die beitragenden Autoren vorgestellt. Zwei waren live anwesend, zwei wurden, ich glaube Corona bedingt, zugeschaltet und der 1963 geborene Ralf B. Korte, der das Heft zumindestens teilweise herausgegeben hat, hat sein Vorwort gelesen.

Street speech, die Sprache und die Straße, das große Thema und die 1992 geborene Katharina Pressl, eine Sprachkunststudentin, die aus beim Projekt “Prosa für Prosa” beteiligt war, begann mit einem Sprachtext, wo ich lange nicht wußte, was das jetzt mit Straße zu tun hatte, aber sehr lustig war, die Autorin hat jedenfalls sehr gelacht beim Lesen u nd um Paranoia ging es auch.

Die Straße kam dann aber in dem Videobeitrag der 1985 in Graz geborene Bettina Landl. Hat die nämlich ein paar Grazer Straßen mit ihren Häusern und Verkehrszeichen abgefilmt und dazu einenText gesprochen und wieder etwas schwierig war die Videolesung von Ariane Hassan Pour-Razavi, die 1974 in Berlin geboren wurde. Sie saß in ihrem Zimmer, las den Text und hatte dabei auch einige performative Elemente eingebaut.

Bei der 1978 in Wien geborenen Natalie Deewan wurde es dann wieder konkreter, denn die hat mit Jugendlichen ein Straßenprojekt gemacht, wo sie im fünften Bezirk beim Matzleinsdorferplatz, Graffitis gesammelt hat und daraus eine Schrift formte aus der dann texte standen, die eine Zeitlang bei den haltestellen der Wiener Linien zu finden waren, aber auch im Literaturhaus von Schriftrollen verlesen wurden.

Daran folgte eine Diskussion mit den anwesenden Autoren was Street art oder überhaupt die Straße ist? Der öffentliche Raum was ist das? Die Corona-Demos wurden da natlürlich thematisiert und die sind jetzt wahrscheinlich ein Feinbild, während das bei den Widerstandslesungen gegen schwarz blau. Ich sehe es nicht so ganz, aber der öffentliche Raum ist jetzt auch, wie Nathalie Deewan thematisierte, die auch während der Lesung Maske, trug durch den Mund-Nasenschutz oder die FFP2 Maske dominiert, weil ja derzeit auch im Freien Maskenpflicht.

Dann gibt es noch die offenen Bücherschränke, die Kunst im öffentlichen Raum, wo ich ja einmal mit der Ruth ein Projekt machte und vieles anderes mehr. Die Jugendlichen besetzen die Straße, die Obdachlosen leben dort, die Demonsranten nehmen sie in Anspruch und die Graffitkunst. Da meldete sich ein Herr im Publikum der offensichtlich schon ein bißchen älter war und sagte, daß er mit dem Hund seines Sohnes öfter spazieren geht und dadurch in Kommunikation mit Menschen kommt und meinte dann, daß er bei den Graffits Neid und Aggression merken würde, weil sie oft zerstört und übersprüht und eigentlich wie, ich glaube, überhaupt verboten sind.

Interessant interessant und sehr vielfältig dieses Thema viel umfassender, als in eine Literaturzeitschrift zu fassen und wie man die Videobeiträge darin unterbringt, ist auch die Frage.

Da müßte man sich das Heft ansehen und durchblättern. Barbara Zwiefelhofer hielt es in der Hand und empfahl das Erwerben.

Also interessant und eigentlich wollte ich mich in die Gesellschaft streamen, wo Daniela Strigl mit Eva Menasse “Tacheles” sprechen wollte, aber diese Veranstaltung wurde verschoben.

Sprachkunstfluchen

Den Hochschullehrgang des “Instituts für Sprachkunst” an der “Angewandten” gibt es, glaube ich, seit 2009. Von Gustav Ernst und Robert Schindel wurde es gegründet und seither gibt es immer zu Semesterende Sprachkunstlesungen. Das erste Mal war ich beim “Tag der offenen Tür” der “Angewandten” dabei, Marietta Böning hat mich herumgeführt, ich habe Rhea Krcmarovan kennengelernt. Sandra Gugic habe ich schon früher gekannt und Cornelia Travnicek, die sich beworben hat, haben sie nicht aufgenommen, weil sie, da schon veröffentlicht, zu überqalifizert war. Darüber habe ich in der “Heimsuchung”, geschrieben und Robert Schindel hat glaube ich, immer gesagt, daß die Aufnahme, da gibt es immer viel Bewerbungen und eine strenge Auswahl, nicht den literarischen Erfolg garantiert. Aber Irmgard Fuchs, die, glaube ich, im ersten Jahrgang war und inzwischen einige Bücherbei “Kremayr & Scheriau”herausgebracht hat.

Es gab 2011 schon eine Studentenlesung im Literaturhaus, da habe ich mich mit Yusophie, die mich damals kommentierte, verabredet, die auf meinen Artikel zuerst sehr freundlich und dann sehr abweisend antwortete, keine Ahnung warum und hat mit der Studentenlesung, die dann nochmals wiederholt wurde auch nichts zu tun. Es gab in dieser Zeit Lesungen, wo berühmte Autoren eingeladen wurden, wo die Studenten dann zuhörten, ein Symposium gab es einmal auch, Robert Schindel hat sich zurückgezogen, Ferdinand Schmatz übernommen und ab dann hatten die Studentenlesungen Namen oder Motti, in der “Alten Schmiede” gab es auch gelegentlich Veranstaltungenund ich habe mich auch bemüht so regelmäßig wie möglich hinzugehen

Fieda Paris ist eine Absolventin und fast alle bekannten österreichschen Autoren unterrichten, ich natürlich nicht und Corona hat mich auch ein bißchen davon entfernt, obwohl es neulich erst in der “Schmiede” eine Sprachkunststudentin gab. Diek “Jenny” gibt es auch, jetzt wahrscheinlich schon in x Bänden, ronald Greinl hat mich auf die erste aufmersam gemacht und sie mir zugeschickt und diesmal war das Motto “Dir beim fluchen zuhören”.

Da hatte ich immer Schwierigkeiten die Texte dem Motto zuzuorden, weil keinen Zusammenhang gefunden. Aber als ich fragte, haben sie mir, glaube ich erklärt, daß es den nicht gibt. Natürlich die Studenten tragen ihre Semesterarbeiten vor und seit einigen Jahren werden die Lesungen auch von den Studenten selbstorganisert und von einer die dort Arbeitet moderiert und die Professoren kommen, glaube ich, auch nicht mehr und da sagte die Literaturhausmoderatorin, daß es interessant im Literaturhaus junge Autoren vorzustellen. Das, glaube ich, auch, deshalb habe ich mich wieder hingestreamt und dreizehn Studierende haben gelesen.

Das Motto hieß “Dir beim Fluchen zuzuhören” und der Gag war offenbar, daß die Studenten ihr Lieblingsschimpfwort preisgeben sollten

Der Erste war ein Jonathan Fei, der einen eher altmodisch klingenden Tonfall hatte. Der Titel war sein “Schimpfwort” und es ging um einen “zwielichtigen Herrn” mit einem Brotkorb, der sich in seine Wohnung einschlecht und ihm die Brote, die er dann verkauft überäßt. Klang fast kafkaesk und kann man sich merken.

Katharina Klein hatte, glaube ich, einen Romanausschnitt und das Schimpfwort, die oft eher kunstvoll klangen, war hier “patschert” oder die Voralbergische Form von “Patschen”.

Dann kamen Gedichte von Elisa Lehmann. Emil Alicia Huppenkothen folgte mit den Schimpfwort “Pflaumenschuß”. Und der Text der Pauline Tagwerker, die “Eierberg” schimpfte, die “Nachtkatze”, hat mich sehr beeindruckt. Die ist ihr zugelaufen, um eine Trennung schien es auch zu gehen. Sie erkundigte sich, was sie mit ihr anfangen sollte und am Schlu lief die Katze davon.

Katharina Heubner folgte und Leonie Ziem, die den “Idioten” als Schimpfwort hatte und dazu erklärte, daß das aus dem Griechischen kommt und den meint, der sich nicht am öffentlichen Leben beteiligt, während Leon Locher performte , sich auszog und Liegestütze aufführte, was seine Nachleser sehr beeindruckte. Sean Pfeiffer hatte “Schwuchtel” als Schimpfwort und Grace Oberholzer die aus der Schweiz zu stammen scheint, las aus einen Text der von ihrer Großmutter handelte.

Theresa Metzinger, die endlich das Wort “Arsch” brachte, weil das ihr Kind verwenden würde. Ich hätte “Scheiße” gesagt, hatte Gedichte, die von Schwänen aber auch von reisen in die DDR handelte.

Als nächstes kam Sophie Eisenhut und die las aus ihren 2021 bei “Schöffling &Co” erschienen Band, 92 Seiten, 10 Euro, erklärte sie gleich “Excercitia S. Catharinae de Manresa Anorexie und Eisenhut” und richtig Marie Luise Lehner, die vor Jahren auch aus einem Buch gelesen hat und später den “Alpha” gewonnen hat, hätte ich jetzt vergessen und der Text aus dem Buch der jungen Frau klang auch sehr interessant, hatte einen religiösen Bezug und ich bin gespannt, was ich noch von ihr hören werde.

Zuletzt las Leonie Pürmayr , die auch das Wort “Arschloch” hatte, das in ihrem Text eingebunden und “Wien darf nicht Chicago werden” und das Wort “Schnappatmung” kam in der “Hymne der Kontrolle” auch vor.

Felix Senzenberger hat auch noch moderiert und die Texte ausgewählt, die Studenten traten, wie jetzt üblich mit Maske auf und desinfizierten. Dann kam das Schimpfwort und dann die Texte, die alle sehr kunstvoll waren und unterschiedliche Stilarten hatten, was mir in dieser Zusammenstellung wieder sowohl unwirklich als aufgesetzt erscheint und interessant auch, sich vorzustellen, daß sie von Leuten stammen, die wahrscheinlich um die zwanzig sind.

Daniel Wisser über den Abbau der Demokratie

Ein tolles Thema habe ich gedacht, als ich das Literaturhausprogramm durchgegangen bin und ich bin wahrscheinlich ähnlich, wie bei Gustav Ernst und Peter Henisch auch irgendwie eine Fanin von Daniela Wisser, den ich als sehr politisch einschätze und einmal, glaube ich, bei einer Wohnzimmerlesung im Amerlinghaus mit seinem “Ritterbuch” kennenlernte.

“Wow!”, habe ich gedacht “Wenn das geht, dann schaffe ich das auch!”

War ein Irrtum natürlich und Daniel Wisser habe ich bei einigen Lesungen im Literaturhaus, im Musa und auch anderswo gehört, beim “Alpha” war er mit einem “Klever-Buch” nominiert, dann hat er für mich überraschend den Öst gewonnen, den letzten Roman kenne ich nur von Lesungen, aber vielleicht finde ich es einmal. Da geht es um die Entwicklung der Sozialdemokratie und inzwischen scheint Daniel Wisser zu den Kolumnisten gegangen sein, wo er das politische Geschehen kommentiert, das ist jetzt bei “bahoe books” als Buch herausgekommen und als ich das bemerkte habe ich mich gefreut, denn ich würde ja sehr gerne im Literaturhaus oder wo auch immer über das Corona -Thema diskutieren, das ich auch für sehr politisch halte.

“Welch ein irrtum!”, kann man wieder sagen oder da wurde ich enttäuscht, denn das wurde, wenn überhaupt, ganz anders, als erwartet diskutiert und ein mächtiger Diskussionpartner war Armin Thurnher, der für mich überraschend sehr lange Haare hatte.

“Ist er nicht geimpft?”, habe ich mich erstaunt gefragt. Ist er wahrscheinlich schon, denn sonst käme er nicht in das Literaturhaus hinein und die beiden oder drei Herren Diskussionsleiter war einer von “bahoe books” namens Rudi Gradnitzer statt dem angekündigten Oliver Das Gupta, sind auch mit Masken aufgetreten und dann ging es los mit der Diskussion und da begann es mit dem System Kurz und auch dem Ibiza-Video, denn es stimmt schon, die Jahre seit 2015 hatten es sehr in sich und da hat es wahrscheinlich mehr als eine 180 Grad Drehung gegeben, war da ja schwarz-blau zu bekämpfen und einen Bundespräsidenten Hofer zu verhindern. Dann kam Kurz an die Macht und hat sich das, wie wir jetzt wissen, mit seinen Buberl gerichtet. Der ist jetzt weg oder ins Siicon Valley abmarschiert und 2020 hat Corona begonnen und die Linken und die Grünen haben seltsamerweise nichts gegen die massiven Grundrechtsverletzungen, sehen sie aus lauter Virenangst nicht und sehen offenbar nicht, daß da ja sehr viel unlogisch ist.

Weil die FPÖ das anspricht ist man automatisch ein Rechtsexetremer, wenn man sagt, daß man sich nicht impfen lassen will, im Schuhgeschft nicht seinen Ausweis zeigen und auch nicht gezwungen werden will, im Freien eine Maske zu tragen, weil ich denke, daß jeder das eigenverantwortlich machen kann und man dazu nicht eine solche Entmündigung braucht und vor allem habe ich Angst, daß das so bleiben wird, sind ja auch die Sicherheitsverschärfungen nach nine elefen nicht zurückgenommen werden und Viren wird es immer geben.

Nun ja, nun ja, darüber hätte ich gerne diskutiert und tue das ja auch im Literaturgeflüster seit zwei Jahren und meine Kolumnensammlung ist das “Corona-Texte-Buch” und so wurde die Corona-Krise ausgelassen oder nur kurz erwähnt, daß man eine bessere Impfkampagne machen hätte können und es gibt ja auch ein dickes Buch von “bahoe- books” namens “Virenregime”, das einmal in der “AS” vorgestellt wurde und das mir der Alfred einmal brachte, ich aber noch nicht gelesen habe, das kann ich noch tun, wenn ich mit meiner Vorjahrsleseliste fertig bin und jetzt also mit dem Sprachgewaltigen Armin Thurnher durch die Medienlandschaft und die Medienskandale, da kennt er sich gut aus und, ob die Regierung jetzt wirklich besser ist, weil Kurz nicht mehr Bundeskanzler ist, glaube ich eigentlich nicht und wüßte wirklich nicht, was ich wählen sollte, wenn es Neuwahlen gäbe?

Die ÖVP habe ich nie gewählt und die FPÖ wähle ich auch in Corona-Zeiten nicht, obwohl die das sagen, was ich mir denke und wenn das Madeleine Petrovic auch tut, dann ist sie prompt eine Schwurblerin. Ich gelte das wahrscheinlich auch, obwohl es auf meinen Blog eigentlich sehr ruhig ist und ich mir das Wisser-Buch natürlich wünsche. Vielleicht finde ich es mal im Schrank. Eine “bahoe-book” habe ich dort schon gefunden und bei “Amazon” werde ich es nicht bestellen, höchstens beim Verlag und da brauche ich eigentlich gar nicht Barbara Zwiefelhofers Empfehlung, daß ich das nicht soll, obwohl Armin Thurnher meinte, daß man ohne das Buch zu kaufen, den Saal nicht verlassen dürfe. Da ich dort nicht war, weil ich keine Maske trage und mich nicht impfen lasse, bestand da keine Gefahr.