Jetzt kommt ein Buch über “Nephilime”, das heißt gefallene Engel bzw. Untote, auf den Spuren von Stephenie Meyer höchstwahrscheinlich, von Leah Cohn, die ich unter dem Namen Julia Kröhn auf ihren Blog schon sehr lang verfolge und auch der Entstehung des Buches ein bißchen miterleben konnte.
Julia Kröhn wurde 1975 in Linz geboren, hat Philosophie, Theologie und Religionswissenschaften geschrieben, das erste Buch bei “Resistenz” dem rührigen Linzer-Kleinverlag, wo einige meiner GAv-Kollegen ihre Bücher haben, herausgegeben und ist dann nach Frankfurt gegangen, wo sie eine Zeitlang beim Fernsehen arbeitete, bevor sie unter verschiedenen Pseudonymen und Identitäten, Julia Kröhn, ist auch dabei dabei, historische Romane, Romane über Patagonien, Kinderbücher, etc herausbrachte.
Sie scheint eine sehr disziplinierte und bemühte Schreiberin zu sein und es war sehr spannend von den verschiedenen Identitäten, Lizenzausgaben, etc auf ihrer Seite zu lesen, dann hat sie ein Kind bekommen, weniger gebloggt und ist jetzt hauptsächlich auf Facebook unterwegs, wo ich nicht hineinkomme.
“Der Kuss des Morgenlichts”, das Buch, das mich wohl auch am meisten interessiert, ich habe ein bißchen einen kitschigen Geschmack und das Historische von den Ammen und den Päpsten im Frankreich des Mittelalters interessiert mich nicht so sehr, lag vorige Weihnachten bei “Thalia” auf dem 3.99 Stoß und so war es ein sehr spannendes Lesen, das ich vorhin bei meinem viereinhalb Tage Marathon mit dem Rad an der Traisen hatte.
Es spielt in Salzburg und bei Hallstadt, also auch eine schöne Sommerfrischengegend und da ist Sophie Richter, zu Beginn gerade neunzehn Jahre alt, sie studiert am Mozarteum, will Pianistin werden, ist aber so schüchtern, obwohl enorm begabt, daß sie von ihren Kommilitoninnen “Japanerin” genannt wird und die fesche Hanne Lechner, die Sängerin werden will, stellt ihr den begabten Cellisten Nathanael Gregori vor, das heißt sie nimmt sie in den Saal mit, wo er Rachmaninov spielt, will mit ihm Klavier spielen, aber der will das nur mit Sophie und eine schüchterne Liebe beginnt, wo Sophie erst einmal ein paar Wochen, wie in Trance herumläuft oder mit ihm auf den Mönchsberg geht. Nathanael hat aber eine unangenehme Eigenschaft, er verschwindet regelmäßig, ohne zu sagen, wo er war und erzählt auch sonst kaum was von sich. Er scheint auch nichts zu essen, küßt aber ausgezeichnet im Morgenlicht und so kommt es dazu, daß Sophie von ihm schwanger wird, worauf er ihr einen bösen Brief schreibt und verschwindet.
Sieben Jahre später hat Sophie das Klavierspiel aufgegeben und schreibt jetzt Musikerbiographien, hat von ihrem Vater ein Haus am Hallstädtersee geerbt, in dem sie nun den Sommer mit ihrer Tochter Aurora verbringen will, weil sich die nach ihrem siebenten Geburtstag seltsam verändert hat und fast autistisch vor sich hinstarrt.
In der revoierungsbedürftigen Villa wird es aber auch nicht besser, taucht da doch ein schwarz gekleideter Mann namens Caspar von Kranichstein auf und beginnt Aurora zu hypnotisieren, so daß sie plötzlich Englisch, sowie Italiensich spricht, Gedankenlesen kann und alles weiß.
Sophies Freundin Nele, die Kinderpsychologin ist, rät ihr ein Kindermädchen zu nehmen und es stellt sich auch eine Cara mit grünen Augen vor und als Sophie einmal ihr Telephongespräch belauscht, hört sie Sätze wie “Sie hat keine Ahnung, man sollte sie einweihen” etc.
Sophie bricht zu Caras Haus auf und trifft dort Nathanael wieder, sieht ihn in der Nacht mit Caspar mit dem Schwert kämpfen und legt ihm ihr Handy hin, damit sie noch ein Telephongespräch mitbkommen kann.
Da hört sie dann etwas von “Felim” oder “Filim” und das kluge Töchterchen klärt sie auf, daß sie nach “Nephilim” goolen oder besser in der Bibel nachschauen soll.
Da kommt aber schon Nathanael mit Cara, der ihr alles erzählt. Er ist ein solcher Engel, da gibt es böse und gute, er ist ein Guter, hat aber auch schon Menschen getötet, darunter einen Cellisten, damit er seine Fähigkeiten bekommt. Ja richtig, in Salzburg, aber auch jetzt, traten ungeklärte Mordserien auf, wo Menschen das Herz herausgeschnitten wurde, ect.
Caspar ist ein böser und er und Nathan sind verfeindet und wollen die Macht übereinander bekommen und auch Aurora haben, bei der sich nach dem siebenten Geburtstag die nephilimen Kräften entwickelt haben, die jetzt gefördert werden müßen.
Nachdem Sophie alles weiß, kommt es zu Kämpfen, denen gegenüber auch die Polizei machtlos ist, Cara soll ihren Bruder, das ist Caspar, sie hat die Seiten von den Bösen zu den Guten gewechselt, töten. Caspar will zuerst Sophie und dann Aurora in die Gewalt bekommen, die kämpft auch schon mit dem Schwert, rollt dann aber einen Abhang hinunter und als sie im Krankenhaus wieder erwacht sind ihre übersinnlichen Kräften weg und kann sich an die Zeit nach ihren siebenten Geburtstag nicht mehr erinnern.
Nathan nimmt Sophie das Versprechen ab, doch wieder Klavier zu spielen, versichert sie seiner Liebe. Er ist nur um sie zu schützen geflohen und Cara hat ihren Bruder doch nicht getötet, so daß er, wie die letzten Worte lauten, wenn er auch keine Ahnung hat, wozu, weiterleben wird.
Ich weiß das vielleicht ein bißchen, gibt es inzwischen ja einen zweiten Band “Der Fluch der Abendröte”, wo Auroras magische Kräfte vielleicht wieder begonnen haben.
Weitere Bände, steht auf Julia Kröhns Seite, sind nicht geplant. Jetzt hat sie unter Sophia Cronenberg “Das Efeuhaus” geschrieben, das ich ich bei meinem Buchhandlungstag bei “Thalia” gesehen, aber irgendwie vergessen habe, hineinhzuschauen.
Eine fleißige Schreiberin, die auch unter Carla Federico aktiv ist, mit ihren Pseudonymen, wie sie bei Gebrauchsschreiberinnen üblich zu sein scheinen und von den Verlagen so verlangt werden, wie sie bei Interviews sagt, keine Probleme hat und sich bei Lesungen auch mit “Guten Tag ich bin Julia Kröhn und lese jetzt aus einem Buch, wo ich als..” vorstellt. In der Fischer-TB Ausgabe wird bei den Biographienangaben aber von dem Pseudonym nichts erwähnt.
Day: 18. July 2013
Mias Flucht
In “Mias Flucht – Der Weg in die Freiheit” erzählt die schwedische Krimiautorin und Journalistin Liza Marklund gemeinsam mit Maria Erikson deren Geschichte, die Geschichte einer schwedischen Frau, die von ihrem libanesischen Exverlobten, von dem sie ein Kind bekam, verfolgt und bedroht wurde. Zu Beginn des Buches ist Mia oder Maria, mit Anders verheiratet, Emma, um die ein Sorgerechtstreit besteht und die stark traumatisiert und verhaltensauffällig ist, ist fünf, der kleinere Bruder, das Kind das Maria von Anders hat, den sie später heiratete ist drei und die Familie kommt von einem nicht näher beschriebenen Auslandsaufenthalt wieder nach Schweden zurück.
Seit Jahren lebt sie mit verborgener Identität, vom Sozialamt unterstützt im Untergrund und will eigentlich auswandern. Da hört Maria von einer tollen Organisation, die solche Auslandaufenthalte vermittelt. Eine Journalistin namens Hanna Lindgren gibt ihr die Telefonnummer einer Katarina Nilsson Strömlund, die sich mit ihr in einem Hotel vor Stockholm trifft, sie vierzig Minuten warten und dann auch noch den Krabbensalat bezahlen läßt, aber verspricht, etwas für sie tun zu können, wenn sie das kinderpsychiatrische Gutachten von Emma bekommt und die Behörden für sie bezahlen.
Inzwischen wird die Familie bei einem Ausflug auf einen Rummelplatz von Emmas Vater verfolgt und angegriffen, die Verfolger kommen auch noch in die Wohnung. Mia will aber keine Anzeige, ruft nur bei Katarina an, die ihr einen Notschlafplatz in einem verfallenen Haus, wo auch das Büro untergebracht ist, verspricht. Gibt es einen regulären Platz, gibt es Köchinnen, Ärztinnen, Freizeitpädagogen, Psychologen, etc, jetzt nur ein paar alte Betten und ein Büro, wo ständig das Telefon läutet und gelegentlich Katarina und ein paar andere Personen hinkommen.
Katarina erscheint manchmal mit einer Bibel in der Hand und einmal möchte sie von Mia, daß sie Hanna Lindgreen ein Interview gibt. Sie bringt auch ein paar Frauen, um die sich Mia kümmern soll, was sie auch tut, dann geht Mia ans Telefon und bekommt heraus, daß Katarina nur Geld vom Sozialamt fordert, die Frauen aber in andere Notbetten sperrt und ihr Team nur aus ihrer Familie besteht.
Das Sozialamt will aber für Mias Betreung bezahlen, die sagt aber rechtzeitig ab, informiert Hanna Lindgren über den Betrug, läßt sich von einer Freundin, einer Bankbeamtin, eine Wohnung besorgen, in die sie mit ihrer Familie zieht und fängt zu spekulieren an, damit sie selbst nach Chile, sie war früher offenbar Flüchtlingsbetreuerin und hat diesbezügliche Kontakte, flüchten kann.
Erst gibt es aber einen Rechtsstreit, Katarina hat Hannas Zeitung verklagt und die läßt die Journalistin fallen und das neue Sozialamt kümmert sich nicht um Mia, will ihr aber ihre Kinder, Emma sollte längst zur Schule gehen, wegnehmen.
Der Antrag, die Übersiedlung nach Chile zu bezahlen, wird auch abgelehnt, so streckt Hanna das fehlende Geld vor, Mia, die inzwischen begonnen hat, ihr Leben aufzuschreiben, verkauft das Reihenhaus, das es vom früheren Leben gab, feiert mit ihrer Mutter endlich Weihnachten, dann besteigt die Familie das Flugzeug nach Santiago de Chile und der erste Teil die “Flucht” ist beendet.
Im zweiten Teil “Exil”, findet Mia nach kurzen Anlaufschwierigkeiten einen Platz in einer Privatschule für die Kinder, ein Haus und macht in der Schule, in der reiche Ausländer ihre Kinder haben, eine Imbißbude auf, die ein Erfolg wird.
Emma ist von der Schule ganz begeistert und es gibt nur gelegentliche Rückfälle in ihre Verhaltensauffälligkeiten, Robin bekommt zwar Asthma, aber sonst klappt die Assimilierung gut, es gibt auch keine Schwierigkeiten mit der Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.
Mia beginnt sich auch um ein Straßenkind zu kümmern und ihm den Schulbesuch zu ermöglichen.
Dann kommt es für mich zu zwei unlogischen Rückflügen nach Schweden, das erste Mal, um ihr Buch, das sie mit Hanna geschrieben hat, vorzustellen, Interviews zu geben und in Fernsehshows aufzutreten und ich dachte, sie wäre auf der Flucht und keiner darf wissen, wo sie ist und das zweite Mal, als Hanna ihr mitteilt, daß ihre Schutzfunktionen weg und ihre Daten wieder für einsichtbar sind, wozu braucht sie die noch, wenn sie nun in Chile lebt?
Sie muß mit der ganzen Familie wieder zurückkommen, um sich bei einem Chef einer Steuerbehörde vorzustellen und darf dem aber nicht sagen, daß sie aus Chile kommt, außerdem erkrankt Mia auch noch an einer Hepatitisinfektion und wird für einige Zeit in ein Spital eingesperrt.
Nach drei Jahren hin und herreisens wird die Schule verkauft, die Familie verliert ihre Wohnung und Mia den Imbißstand, so daß sie beschließt zu einer Schulfreundin Emmas nach Amerika zu reisen, die sie zu einer Hochzeit eingeladen hat und dort Asyl zu beantragen, was ihr nach einigen Rückschlägen, so geht ihre Ehe drauf, für eine Blinddarmoperation des Sohnes hat man fünfzehntausend Dollar zu zahlen und der 11. September wirft auch seine Schatten, schließlich gelingt.
Die Geschichte, die in den Neunzehnneunzigerjahren begann, wurde von Liza Marklund und Maria Erikson, 2009 in Stockholm herausgebracht. Am Schluß gibt es einen Hinweis des Verlags, daß das Buch nicht nur, reale, sondern auch fiktive Teile enthalten soll. Einen ersten Band, “Mia. Ein Leben im Versteck”, wo wahrscheinlich die Vorgeschichte erzählt wird, gibt es auch und ich fand die Schilderung von Gewalt, die auch in Schweden, einem der demokratischsten und sozialistischsten Ländern, möglich ist, sehr interessant, obwohl es natürlich schade ist, Teil eins nur in Form des Prologs am Anfang des Buches mitbekommen zu haben.
Ich habe von Liza Marklund einmal “Prime Time” von der Elfi zum Geburtstag bekommen, war, glaube ich, auch bei einer Lesung im Literaturhaus und über “Nobels Testament” habe ich auf dem blauen Sofa in Leipzig gehört.