Hysteria

Nach den österreichischen Buchpreisbüchern und der “Buch-Wien”, die mich letzte Woche intensiv gebeutelt haben, geht es wieder zurück zum dBP und den letzten vier Büchern, die ich da noch zu lesen habe, also Buch fünfzehn, das mit dem berühmten Satz, der wahrscheinlich nicht nur Klaus Kastberger, dem Grazer Literaturhausleiter und Bachmannjuror, beginnt “Mit den Himbeeren stimmte etwas nicht.” gefällt, da ich ihn mehrmals auf seiner Twitterseite gelesen habe.

Ein Longlistbuch mit der  1966 in Frankfurt geborene Eckhart Nickel im vorigen Jahr in Klagenfurt gelesen hat und es ist, kann ich gleich verraten oder spoilern ein widersprüchiges Buch, dem man wahrscheinlich nicht gerecht wird, wenn man es nach der ersten Seite auf den Misthaufen schmeißt und hofft, daß dann etwas Biologisches daraus entsteht.

Denn darum geht es. Um eine Welt in der alles künstlich ist, eine Dystopie, die in einer Zukunft spielt, in der Alkohol verboten ist, man nur noch an bestimmten Tagen Autofahren kann und man wenn man sich berauschen will, in eine Armomabar geht.

Man kann nur mehr Kulinarik studieren und das tat der hypersensible Bergheim auch. Er geht auf den Markt, sieht, daß die Himbeeren im Schälchen künstlich sind und die Tiere, die dort auch verkauft werden, nicht mehr bluten. Das führt ihn zu der Farm, wo die Früchte erzeugt werden und von dort ins kulinarische Institut, beziehungsweise in eine Baumschule, wo seine Jugendliebe Charlotte inzwischen Direktorin ist.

Das wird sehr unheimlich erzählt. Überall ist es dunkel. Bergheim fühlt sich übermacht und man könnte denken, daß das Buch eher “Paranoia” heißen sollte. In dem Institut wird er, obwohl er sich nicht angemeldet hat, vom Assistenten gleich erwartet, Charlotte ist per “Sie” mit ihm und tut, als würde sie ihn nicht kennen und seltsame Schreie ertönen auch von überall her.

So begibt sich Bergheim auf die Suche in dem Institut und kommt in ein Badezimmer, das offenbar Charlotte gehört und man könnte sich fragen, wieso gibt es in einer Baumschule ein solches mit intimen Gegenständen? Und mit Hilfe eines solchen setzt sich Bergheim nun in die Vergangenheit zurück und ich war die nächsten Kapitel sehr verwirrt, denn jetzt geht es plötzlich in eine Buchhandlung, in ein Antiquariat eines Herrn Weiss und das hat dann nichts mehr mit dem bedrohlichen Zukunftsszenarieum zu tun, sondern klingt liebevoll altmodisch. Die Assistentin dekoriert die Schaufenster im Sinne E. T. A. Hoffmanns und ich habe die Liebe zu Büchern hinausgelesen, nur gedacht, wie passt das jetzt zusammen?

Bergheim hat mit Ansgar und Charlotte Kulinarik studiert, ließ seine Abschlußarbeit bei Herrn Weiss der später Schöpfer heißt und einen Copyschop betreibt, wo das Papier allerdings handgeschöpft hergestellt wird, besucht mit Charlotte eine Aromoabar und als er in seinem Gang durch die Vergangenheit soweit ist, kommt Charlotte ins Badezimmer, reißt ihn heraus, nennt ihn jetzt wieder “du” und sagt, keiner darf merken, daß er im Badezimmer war, denn die Führung durch das Institut geht weiter. Sie wollen in den Keller, wo alle Künstlichkeiten hergestellt werden. Geht aber nicht, die seltsamen Schreien hindern sie daran. Also zuerst zu einem künstlichen Goumetabendessen. Vorher fliegt Bergheim aber eine künstliche Fliege ins Auge und als er, weil ihm die Schreie weiter irritieren, in den Keller stürzt, findet er dort die “Herrin der Fliegen”, vom künstlichen Fliegenschwarm überfallen und halbzerfessen. Kann sie gerade noch retten und am nächsten Tag, als er mit den ersten Autobus in die Stadt zurückfährt, kommt er zerraufft und zerrissen am Markt an, schnappt sich dort ein Schild, schreibt sowohl “Fleisch”, als auch “falsch” darauf und stellt sich so zur Schau, was die Passanten beruhigend zu ihren Kindern sagen läßt “Nicht hinschauen, das ist nur ein Wirrkopf!”

Also doch ein tolles Buch, obwohl ich das am Anfang nicht so gemerkt habe.

Selbstbild mit russischen Klavier

Weiter gehts mit der allgemeinen Literatur, wir bleiben in Österreich, sogar in Wien, obwohl der 1943 geborene Wolf Wondratschek, ein deutscher Autor ist. Er lebt aber in Wien und sein neuestes Buch spielt auch dort.

Das Letzte das ich vor neun Jahren von ihm gelesen habe, “Mozarts Friseur” spielt auch dort und es ist mir beim Lesen ein wenig seltsam gegangen. Denn eine sehr schöne poetische Sprache führen durch die Kapitel und das Buch, in dem es um einen Schriftsteller oder ein Ich, das wird gar nicht so so genau erklärt, geht, der in einem Wiener Kaffeehaus oder eigentlich ist es die Pizzeria “La Gondola” am Siebenbrunnenplatz, einen alten russischen Musiker namens Suvorin trifft und der eine erzählt, daß der andere ihm sein Leben erzählt.

Beides in der Ich-Form, so daß es gar nicht so leicht ist, die Erzählebenen zu unterscheiden und sich auszukennen und Handlung hat das Buch ebenfalls eigentlich keine. So daß ich zwar nicht soviel spoilern kann, aber vielleicht wieder eine Rüge bekomme, daß ich wesentliche Dinge ausgelassen mich nur im Details festgehalten habe.

Es ist ein leichtes lockeres Plaudern über Gott und die Welt könnte man so sagen und manchmal ist es auch ein Geschimpfe, beispielsweise über Wien, daß dort die Post zwei Wochen braucht, um Briefe zuzustellen und, daß die Fenster in den Wohnungen so zügig sind, daß man mit Westen schlafen muß.

Das betrifft, denke ich, höchstens die Altbauwohnungen und es ist in gewißer Weise auch ein “altmodisches Buch”, das viel von Musik handelt, denn jener Suvorin, ein alter kranker, ich glaube auch ungepflegter Mann, dem die Ärzte das Trinken und das Rauchen verboten haben, war ein, ich glaube wieder, berühmter Pianist, der das Klavierspielen längst aufgeben mußte, aber immer noch von Bach, Beethoven und Heinrich Schiff schwärmt.

Sehr beeindruckt hat mich, um bei den Details zu bleiben, die Stelle, wo der Musiker, “in Wien habe man das Gefühl, daß es nur zwei Sorten Russen gebe, Millionäre und Musiker”, wird zitiert,  den Applaus nach einem Konzert haßt. was ich verstehen kann, daß das einen sensiblen Menschen irritieren kann, wenn er sich in seine Musik vertieft und dann auf einmal geht der Lärm und das Geklatsche, das Bravo rufen los. Das kann einen wahrscheinlich  aus der Stimmung herausreißen. Deshalb will er es bei seinen Konzerten verbieten lassen, was wohl möglich ist, beim “Parsifal” darf man das eigentlich auch nicht und der Pianist könnte es auch am Anfang sagen oder ins Programmheft drucken lassen, aber im Arbeiter- und Bauernstaat der SU, wo Savorin herkam, war das nicht möglich und da besuchten ihn auch die Funktionäre und ließen ihn wissen, daß das von der Obrigkeit nicht erwünscht ist.

Schostakowitsch hat ja unter der Wilkür Stalins sehr gelitten und unser Held war acht, als der gestorben ist. Die Funktionäre hat es aber noch immer gegeben, so hatte er Fluchtgedanken, wünschte sich nach San Remo oder stellte sich vor, daß er ab nun mehr nur unbeliebte Musik spielen würde, denn dann klatscht man nicht.

Er war auch verheiratet und hatte zwei Kinder und unter dem Tod seiner Frau sehr gelitten. Jetzt sitzt er allein in Wien, darf nichts mehr trinken und rauchen und sitzt offenbar die ganze Zeit bei einem Glas Wasser oder höchstens einer Melange in dem Cafe oder geht mit dem Schriftsteller auch manchmal die Margaretenstraße hinunter, was ich sehr spannend finde, weil ich ja in diesem Bezirk wohne und die Protagonisten in meinen Büchern, das auch manchmal tun und ich mir auch die Frage stellte, ob Wolf Wondratschek vielleicht ebenfalls in diesem Bezirk wohnt?

Der Musiker verschwindet gegen Schluß und der Schriftsteller muß  ihm suchen, geht aus diesem Grund sogar aufs Friedhofsamt und läßt sich von einer netten Dame dort erklären, daß er nicht gestorben ist, aber die Rechnung für sein Grab nicht bezahlt hat.

So überlegt er, die nette Dame nach der Adresse zu fragen, tut es dann nicht und der alte Musiker war ein Ansichtskartensammler und hat von seinen Reisen, die er ins Ausland machen durfte, immer einige mitgebracht, aber nie solche geschrieben.

Von solchen Details lebt das Buch, das eigentlich kein wirklicher Roman ist, sondern ein leichtes lockeres Geplauder mit  vielen Details in schöner Sprache. Philosophische Gedankensplitter könnte man fast sagen und es liest sich einerseits leicht, andererseits wieder für eine, die gewohnt ist, die Handlung zusammenzufassen, wieder nicht.

“Kann man gott zum Lachen bringen?” lautet so einer dieser philosophischer Gedankensplitter, die sogar am Buchrücken stehen.

“Wer gefallen will, hat auf einem Konzertpodim nichts verloren”, ein anderer und so geht es durch das  Buch und durch das Leben des alten kranken russischen Suvorin. Wahrscheinlich auch durch das Leben von Wolf Wondratschek und ich habe ein interessantes Buch mit interessanten Fragen gelesen und bleibe am Schluß noch am Einstiegsmotto “Weiß der Zufall was er will?”, hängen und weiß auch hier die Antwort nicht.

Jahre später

Buch vierzehn des dBps und das war eine Überraschung, hatte ich mir ja von dem dritten Teil der Trilogie der 1958 in Ahrensburg geborenen Angelika Klüssendorf, sehr viel erwartet, ist sie doch schon mit Teil eins “Das Mädchen” und Teil zwei “April” jeweils auf der Shortlist des DBps gestanden.

Das Buch wurde überall hoch gelobt, manche sahen in  der Frühjahrsneuerscheinung auch das Preisbuch. Es kam aber nicht auf die Shortlist und ich stellte fest, daß es schwer ist, in den dritten Teil einzusteigen und hätte mir wahrscheinlich leichter getan, wenn ich die zwei anderen Bücher gekannt hätte, aber 2011 und 2014 habe ich noch nicht Buchpreis gebloggt, so blieb ich etwas überrascht, wenn nicht enttäuscht zurück, denn ich schreibe es gleich, ich bin in das Buch nicht hineingekommen, habe es vielleicht auch nicht verstanden, auf jeden Fall aber den großen literarischen Wert nicht erkannt, ließ es mich doch eher verwirrt zurück.

Der erste Teil, entnehme ich dem Klappentext oder dem, was ich schon vorher gehört habe, handelt vom schwierigen Aufwachsen eines Mädchensj in der ehemaligen DDR, das heißt April, wie auch im zweiten Teil das Aufwachsen und das Entwicklen zur Schriftstellerin beschrieben wird, aber eigentlich behandelt, es das Leben der Autorin und bei einem Interview mit Dennis Scheck habe ich sie sagen gehört, daß das fiktive Ich natürlich nicht sie selbst, sondern eine Kunstfigur ist. Angelika Klüssendorf war jedenfalls mit Frank Schirrmacher, dem berühmten Journalisten, verheiratet und in “Jahre später” lernt April, die inzwischen einen Sohn namens Julius hat, was wahrscheinlich in Teil zwei beschrieben wurde, bei einer Lesung einen seltsamen Mann, sie schreibt von einem “Kindergesicht” kennen, einen Chirurgen namens Ludwig, kennen, den sie dann heiratet.

Das hundertfünzig Seiten schmale Büchlein schildert nun, ich gebe es zu, in poetisch schönen Skizzen, die Ehe der beide, die scheitern mußte, weil sie beide sehr schwierige Persönlichkeiten sind. Ich habe sie aber eher seltsam und auf jeden Fall unrealistisch empfunden und das ist ja etwas, mit dem ich bekanntlich Schwierigkeiten habe, so daß ich eine eher unangenehme Überraschung erlebte.

Denn mir wurde nicht klar warum die Beiden heiraten. Sitzt sie doch bald nach ihrer Hochzeit vereinsamt in der großen Wohnung und hat die Geister von den Filmen, die sie sich am Abend mit ihrem Chirurgengatten ansieht in der Küche.

April zieht mit ihrem sohn, zu dem sie auch eine schwierige Beziehung hat, von Berlin nach Hamburg, dann wieder nach Berlin zurück. Der Chirurg mit dem Kindergesicht ist auch seltsam. Die Beiden machen seltsame Sachen, zum Beispiel Kollegen des Arztes mit verstellter Stimme anrufen. Der Sohn zieht dann zu seinem Vater. April wird nochmals schwanger. Die Ehe geht schief und am Schluß beginnt sie offenbar ihre Geschichte aufzuschreiben und das Buch endet mit dem Satz mit dem Buch eins begonnen hat.

Dennis Scheck und andere waren von dem Buch begeistert, aber das habe ich schon beim Buchmessensurfen festgestellt, daß sich mein und sein Geschmack offenbar unterscheiden. Ich habe die literarische Qualität nicht entdeckt und weil ich mir wahrscheinlich zu viel erwartet habe, war ich nachher auch enttäuscht, bin aber gespannt, ob ich Buch eins und zwei auch noch finde und da zu einem anderen Ergebnis kommen werde?

Königin der Berge

Nun kommt das wahrscheinlich letzte öst. Buchpreis Buch, Daniel Wissers “Königin der Berge”, der für mich und wahrscheinlich auch für andere überraschend den dritten österreichischen Buchpreis gewonnen hat und ich muß sagen, es ist ein wirklich gutes Buch mit einem wichtigen, mich sehr interessierenden Thema, das uns alle betreffen kann. Wie gehe ich um, wenn ich unheilbar krank bin, wie mache ich es da mit dem Sterben und beende wie mein Leben?

Ein Thema das uns alle betrifft und das wir vielleicht deshalb oft verdrängen und das wäre vielleicht eine kleine Kritik, die bei “Amazon” von einem Leser auch nur eine “Ein Stern Rezension” bekommen hat.

“Leider sind im E Book, immer wieder Seiten bei denen viele Buchstaben durch scharze Balken/Flächen ersetzt werden.

Bei einigen Seiten sind auch die Absätze komplett verschoben. Um das Buch zu lesen, muß man auch immer wieder zurückblättern, es ist wirklich verwirrend……

Schade, es war sehr teuer…”

Und das, der experimentelle Stil in dem Daniel Wisser seinen Roman verpackt, ist wahrscheinlich nicht nur dem Inhalt und der Distanz die man braucht, um das Lesen zu verkraften, geschuldet, denn Daniel Wisser ist ein experimenteller Autor, zumindest wird der 1971 geborene, dieser Szene zugerechnet und da habe ich auch ein Bonmot zu erzählen, habe ich ihn doch 2003, glaube ich, im Amerlinghaus, ich glaube weiter, im Rahmen des “Fröhlichen Wohnzimmers” kennengelernt, als er aus seinem “Ritter-Buch” “Dopplergasse 8” gelesen hat und da war ich über den realistischen Stil sehr erstaunt und habe gedacht, wenn das bei “Ritter” erscheint, dann kann ich das auch.

Ich konnte, wie bekannt nicht und habe auch noch kein anderes Buch von Daniel Wisser gelesen, ihn nur bei verschiedenen Lesungen beispielsweise im Musa, bei den O Tönen, etcetera, gehört.

Er macht auch literarische Performances, ist Musiker und ist und das ist erfreulich nach und nach aufgestiegen, hat beim “Bachmannpreis” gelesen, bei “Klever” und jetzt bei “Jung und Jung” verlegt und als ich “Königin der Berge gelesen habe, war ich wieder etwas erstaunt, daß das ein so realistischer mit einem so wichtigen Thema ist. Nur der experimentelle Touch der für mich eigentlich nicht wirklich experimentell ist, störte mich etwas. Wirkte er doch für mich ein wenig aufgesetzt und hat vielleicht auch mich wie den “Amazon-Leser” vom Lesen  abgelenkt.

Es wird in dem Buch nämlich immer wieder etwas durchgestrichen. Es gibt sehr viele Dialoge und an manchen Seiten gibt es immer gleich zwei Reden. das was man sagt und das was man denkt und Daniel Wisser lenkt von der Brisanz des Themas auch immer wieder durch theoretische Diskurse ab. Geht in die Vergangenheit zurück, erzählt von Bankräubern, amerikanischen Präsidenten, läßt seinen Helden mit einer toten Katze kommunzieren, etcetera, obwohl das, daß man mit einer nicht real existierenden Person spricht, vielleicht gar nicht so experimentell ist.

Nun zu dem, um das es in dem Buch geht. Es geht, wie in einer anderen “Amazon Rezension” steht um einen gar nicht so sympathischen Helden, um einen politisch unkorrekten Ungustl und Frauenheld, den Mittevierzigjährigen Robert Turin, einstmal ein erfolgreicher EDVler, der mit einem Freund eine eigene Firma mit vielen Angestellten hatte. Dann bekam er MS und sitzt jetzt mit Mitte vierzig in einem Pflegeheim, muß von den Schwestern dort angezogen, gewaschen und in den Rollstuhl gehievt werden, schaut ihnen dabei immer wieder auf den Busen, irritiert sie auch, in dem er von sich in der direkten Rede spricht, wenn sie seinen Namen falsch aussprechen “Nein, Herr Turin will nicht in den Garten, Herr Turin haßt die Natur, weil sie grausam ist”

Er hat eine Frau namens Irene, die ihn am Wochenende besucht, ansonsten verbringt er anfangs seine Tage in der Cafeteria und läpt sich von den Zivildienern grünen Veltliner servieren und nervt alle mit der Frage, ob sie ihn in die Schweiz fahren?

Er fragt das anfangs auch seine Lieblingsschwesgter Aliki, die Namen der Schwestern übt er in einen sogenannten “Schwesternalphabet”, die antwortet, was wohl alle Schwestern in einem katholischen Pflegeheim antworten müssen oder sie gibt keine Antwort und Daniel Wisser führt uns trotz seiner experimentellen Spielchen sehr realistisch in die Welt der Pflegeheime und Hospize ein, denn er war, hat er bei den “O Tönen” erzählt, einmal Zivildiener in einem solchen und hat dort eine Cafeteria betrieben und wahrscheinlich auch einen ähnlichen Patienten gekannt.

Es gibt in dem Heim auch eine etwas aufmüpfige Psychologin namens Katharina, die Herrn Turin zu einer Gesprächstherapie veranlassen will, die er auch nicht braucht und während seine Frau Irene zu Weihnachten Karriere in Japan macht, wird er von ihrer Schwester, einer Anästhesisitin besucht, der er auch diese Frage stellt.

Dazwischen bekommen wir die Realität der Pflegeheime mit, die Schwestern kommen alle aus dem Ausland und haben Heimweh oder ihre Berufe gewechselt, anstatt Deutschunterrichten müssen sie jetzt Harnbeutel wechseln, die Cafeteria wird ausgelagert, der Putzdienst ist es schon, einer der Patienten bekommt einen Schlaganfall und muß von Herrn Turin auf der Pflegestation besucht werden, der sagt  zu allem nur noch “ja, ja, ja” und eine andere Patientin und das finde ich, ist ein gelungenes Beispiel, sitzt ständig vor dem Fernseher und schreit laut “Trump”, denn es ist Wahlkampfzeit und sie ist begeistert vom amerikanischen Präsidenten.

Herr Turin ist das weniger, findet aber zwei Komplizinnen, die Schwägerin und die Psychologin. Es kommt aber trotzdem zu einem Selbstmordversuch und er wird dann vom Heim erpresst zu sagen, daß es ein Unfall war, damit er in keine Psychiatrie kommt, was er nicht brauchen kann, denn um dem Verein für Sterbehilfe beizutreten, muß er bei geistigen Kräften sein. Er muß dafür auch verschiedene Formulare ausfüllen was er nicht kann. So muß er den Zivildiener und die Schwestern dazu bitten. Seine Frau ist dagegen, die Anästhesistin hilft ihm und verschafft ihm die richtigen Tabletten, die er aber auswärts nehmen muß, so daß er  in ein Einkaufszentrum fährt und sich dort einsperren lassen will. Der Zivildiener vereitelt das. Es kommt zu weiteren Schwierigkeiten. Herr Turin muß  nun eine Therapie machen und Psychopharmaka nehmen.

Schließlich gelingt es ihm doch und die Psychologin fährt ihn in die Schweiz und wir haben ein sehr sehr gutes Buch mit einem sehr brisanten Thema gelesen über das man diskutieren kann und sollte und, wie geschrieben, wenn ich Daniel Wisser einen Rat geben könnte, den er wahrscheinlich nicht annehmen wird, würde ich ihm empfehlen, den “experimentellen Schnickschnack” wegzulassen, weil das Buch meiner Meinung nach dadurch besser werden würde.

Es ist aber wahrscheinlich auch so gut genug, hat es ja den dritten österreichischen Buchpreis gewonnen. Ich gratuliere sehr!

Ich war Diener des Hauses Hobbes

Vor zwischen und nach dem österreichischen Buchpreislesen beziehungsweise der “Buch-Wien” komme ich jetzt zur österreichischen Literatur und zwar zum dritten Roman der 1979 in Blundenz geborenen Verena Rossbacher und es ist einer, den ich eigentlich mit in die Schweiz nehmen hätte können, wenn ich nur vorher den Kappentext und die Beschreibung gelesen hätte. Aber das tue ich ja nur selten und so bin ich erst während meines Buchmessensurfings daraufgekommen, daß das Buch nicht nur in Feldkirch, sondern auch in Zürich spielt.

Dachte ich da ja wahrscheinlich des Titels wegens, es wäre vielleicht ein Fantasyroman und als das Buch bei den O-Tönen vorgestellt wurde, bin ich ja in Zürich im Zelt beim See gelegen und habe wahrscheinlich den “Auftritt-Schweiz” gelesen.

Jetzt bin ich aber doch dazu gekommen und  muß sagen, es spannendes Buch. Ich habe von der Vorarlberger Schriftstellerin noch nicht sehr viel gelesen, nur ihren Auftritt in Klagenfurt gehört und beim Doderer Symposium wurde ihr “Verlangen nach Drachen” besprochen, das sehr starke Ähnlichkeiten mit einem von Doderers Romanen hat.

Verena Rossbacher, die im Leipziger Literaturinstitut studierte, ist eine belesene Frau. Kommen  doch Stefan Zweig und seine letzten Worte in den Buch vor, über den “Ulysses” wird ein bißchen geschimpft und es taucht auch ein österreich-amerikanischer Schriftsteller namens John Wray auf und von dem habe ich mir gestern ein Buch bestellt. Ob es das ist, was in Rossbachers Roman geschrieben wird, werde ich herausfinden. Am Klappentext steht aber, daß das Buch ein “betörend leichfüßiger und vertrackt unheimlicher Roman ist, in dem nichts ist, wie es zunächst scheint.”

Worum geht es? Eigentlich ist die Handlung, die das auf den dreihundertsiebzig Seiten aufgeblättert ist, kitschig zu nennen. Es geht um Mord und Totschlag, um, wie bei Agatha Christie aufgefundenen Leichen, die dann der Butler im Pavillon findet. Es geht um unterschobene Kinder, um Kunstfälschung und sonstigen Betrug, wie das in den Herrschaftsvillen, die vielleicht in den Groschenromanen beschrieben werden, so üblich ist.

Und es geht um Christian oder Krischi, denn er ist ein Vorarberger. Der macht nach der Matura in den Niederlanden eine Dienerausbildung und läßt sich dann in Zürich am Berg von der Anwaltsfamilie Hobbs. Das sind Jean -Pierre und sein Bruder Gerome, ein Maler, der immer in weißen Kitteln durch die Villa läuft, die Frau Bernadette und die beiden Kinder Raphael und Aurelia und weil Frau Hobbs Vater Christian heißt, wird er im Hause Hobbs, wie es bei den feinen Familien üblich ist, Robert genannt. Es gibt eine Köchin, einen Gärtner, eine Nanny für die Kinder und ein polnisches Ehepaar für das Grobe.  Christian hat in Feldkirch noch drei Freunde den Gösch, den Isi und den Olli und als das Buch beginnt, sitzt er schon wieder in Feldkirch und schreibt alles auf.

Die Handlung aus einem Agatha Christie Buch oder einem Groschenhefterl entnommen, habe ich oben schon erzählt oder angedeutet. Ich soll ja vielleicht nicht so viel spoilern. Das Zitat “Ich grüße alle meine Freunde! Mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger, gehe ihnen voraus!”, hat der Isi im Vorlberger Gymnasium dem Mathematiklehrer Andre gesagt, als er die Schularbeit abgegeben hat, beziehungsweise von ihm hinausgeschmissen wurde und, daß Stefan Zweig am dreiundzwanzigsten März 1918 am Feldkirchner Bahnhof war, als der letzte Kaiser Österreichs  mit seiner Frau Zita das Land verlassen hat, wird auch erwähnt und das kann man wahrscheinlich in keinen Groschenroman finden.

Es ist auch keiner, sondern wie am Buchrücken steht: “Der dritte Roman von Verena Rossbacher ist ein literarisches Ereignis -voller psychologischer Brillanz, umwerfender Poesie und doppelbödigen Humor”. Dem stimme ich gerne zu.

Bevor wir verschwinden

Wir bleiben beim östBp und dem zweiten Debutband “David Fuchs “Bevor wir verschwunden, das Buch des 1981 in Linz geborenen Onkologen, der damit auch beim “FM 4Preis”, sowie den “Alois Vogel Preis” gewonnen hat.

Ein Buch über Krankheit und Sterben, so habe ich die “O-Töne” übertitelt, da war noch das Wisser Buch dabei, das noch kommt und die Erlebnisse des jungen Ben, Benjamin Marius Maier, Medizinstudent in der letzten Phase, der noch ein paar Prüfungen und ein Praktikum braucht, bis er fertig und Doktor ist, sind wirklich interessant.

Allen “Amazon-Lesern” hat es nicht gefallen, sie bemängeln die mangelnden Anführungsgszeichen bei der direkten Rede, was mir gar nicht aufgefallen wäre.Ja, ja ich bin ein bißerl schlampig oder soll man sagen tolerant und mich haben vor allem die sehr direkten, witzig, wird es wohl der Verlag nennen, Beschreibungen des Krankenhausallts beeindruckt.

Ben macht im Krankenhauskeller für seine Dis und auch für Geld Experimente an Schweinen, die dann ins Zeitliche narkotisiert werden, das hat mir nicht so gefallen und weiß auch nicht, ob das der Alltag eines jeden Medizinstudenten ist.

Zu meinen Studentenzeiten hießen die Praktika, glaube, ich auch “famulieren” und Ben hat ein solches auf der Onkologie, obwohl er dieses Fach nicht mag.

Klar, denke ich, für einen Vierundzwanzigjährigen ist das auch harte Kost gleich mit dem Sterben konfrontiert zu werden und Ben trifft es noch um eine Nummer weiter, denn dem ersten Patienten, dem er Blut abnehmen muß, was eigentlich Schwesternsache wäre, wie ihm der Oberarzt später erklärt, ist Ambros mit einem Haufen Metastasenin seinem Körper, Ambros Wegener, der wie eine Krankheit heißt, und die heißt nach einem Nazi-Arzt und soll daher bald umbenannt werden, man sieht die leicht sarkasgtische Art David Fuchs, ist der Jugendfreund Bens und noch ein bißchen mehr dazu, denn um Homoerotik geht es auch.

Sie haben sich aber offenbar nach der Matura getrennt und sehen sich jetzt am Krankenbett wieder und Ben bekommt sozusagen die Aufgabe seinen Ex bis in den Tod zu begleiten.

Es gibt aber noch andere Patienten auf der Station. Den der nicht sterben kann und daher von allen der “tote Kobicek” genannt wird, der Frau mit dem Loch in der Wange und den Otto, der eigentlich nur aus “sozialer Indikation” aufgenommen wird, also weil seine Frau mit ihm überfordert ist, dann aber doch nicht mehr nach Hause muß, weil ihm ihn der berühmte Gevatter vorher holt.

Es gibt und das ist wahrscheinlich eher aus schreibtechnischen Gründen, als nach dem wirklichen Krankenhausalltag passiert, nur einen Oberarzt, eine Chefin, eine Schwester und einen Assi auf der Station, aber hauptsächlich managen, Schwester Ed, die eigentlich Edna heißt, Ben und Oberarzt Pomp, den Betrieb und während Ben punktieren, stechen, etcetera lernt und zu den Obduktionen geht, ja, ein bißchen lernen wir auch vom Kranhenhausalltag mit, geht er sein Leben mit Ambros durch, schläft, weil es bei ihm Hochwasser gibt, auch in seiner Wohnung, fährt mit seinem Auto das “Herr Fridolin” heißt.  Ambros fährt schon im Rollstuhl und hat noch einProjekt vor, nämlich das “Verschwinden” zu dokumentieren, beziehungsweise zu fotografieren, als das Ben aber bei ihm versucht, geht es ihm doch ein bißch zu schnell und er fährt verärgert von seiner Wohnung, wo er die Nacht verbotenerweise mit Ben verbringen wollte, ins Krankenhaus zurück. Ben geht inKrankenstand und so stirbt Ambros schließlich ganz allein und Ben bleibt nichts anderes über, als sich von ihm zu verabschieden und seine Befunde zu lesen.

Ein sehr beeindruckendes Buch, das auch auf der Bloggerdebutliste steht und dem ich für den öst auch gute Chancen gebe oder gab, auch wenn ich es, ganz ehrlich, David Fuchs nicht so ganz glaube, daß er das Buch gar nicht und unter gar keinen Umstände aus Bewältigungsgründen geschrieben hat. Denn man hält natürlich nichts vom Schreiben zur Psychohygiene oder als Therapie und geht als Praktikant, Turnus- oder anderer Arzt auch auf gar keinen Fall zu einem Psychologen oder zur Supervision, weil man das ja nicht braucht und nötig hat.

Im Buch wird das Ben so empfohlen, im wahren Leben, sprich bei den Krankenhaussupervisionen, die ich manchmal mache, höre ich, daß da die Ärzte noch immer ganz selten eine solche in Anspruch nehmen, obwohl das bei den Schwestern und den anderen Berufsgruppen schon so üblich ist.

Nun gut, dann haben halt nur die Leser etwas für sich getan.

Laß dich heimgeigen Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe

Jetzt  am Vorabend der Buch-Wien geht es ans öst Buchpreisauflesen, denn da hatte ich ja schon fünf Bücher gelesen, als die Liste bekannt gegeben wurde, dann habe ich den Millesi und den Jäger, die ich als PDF bekommen habe, gelesen und beim Rest, was zuerst nur der Josef Winkler und der David Fuchs war, gedacht, das mache ich sopäter, ich habe ja mit dem dBp und den anderen Neuererscheinungen genug zu tun.

Also jetzt der große Favorit und “Büchnerpreisträger”, der 1953 in Kärntnen in dem Dörfchen Kamering geborene Josef Winkler, das inzwischen wohl wahrscheinlich  Berühmtheit erlangte und zumindestens allen Deutschlehrerinnen bekannt sein wird, denn Josef Winkler ist ja auch einer, der ähnlich wie Florjan Lipus und wahrscheinlich noch einige andere, sein Leben aufschreibt und sich dabei wiederholt in endlos Schleifen das Aufwachsen in einem katholischen Bauerndorf der Nachkriegszeit und die Gewalt, die er dort erlebte, beschreibt und er tut es in einer sprachlich schönen Form, so daß die Germanisten Symposien darüber abhalten und die Leser für die der Buchpreis ja eigentlich oder ursprünglich da ist, vielleicht sagen werden “Was interessiert uns das? Das ist uns zu schwer und hochgestochen, wir wollen lieber was Unterhaltsames, nach unserem schweren Arbeitstag!” und werden vielleicht zum Krimi greifen, der nicht auf den Buchpreislisten steht.

Ich kenne Josef Winkler zumindest vom Namenseit seinen Anfängen, hat er doch, als ich mich noch sehr dafür interessierte und glaubte, daß ich das auch einmal könne, beim Bachmannpreis gelesen und mit “Menschenkind” gewonnen, das inzwischen ein Teil der Trilogie “Das wilde Kärntnen” ist.

Das Buch habe ich, glaube ich, vor Jahrzehnten gelesen und wahrscheinlich nicht sehr verstanden, dann war ich  1996 auf eigene Kosten und als Publikum im Klagenfurt, wo er mit einem Kind am Arm herumgelaufen ist und, ich glaube, aus “Domra”, den Bericht seiner Indienreise gelesen, aber nicht gewonnen hat. Das Buch habe ich dann auch vom Karli zum Geburtstag bekommen und die Dramatisierung seiner “Römischen Novelle” habe im im MQ, ich glaube, im Rahmen der Festwochen gesehen.

Da ist mir also der sich um sein Kindheit kreisende Josef Winkler ein wenig verloren gegangen, könnte man so sagen, stimmt nicht ganz, denn ich war beim Symposium in der “Alten Schmiede” und da hat er, glaube ich, aus seinem “Abschied von Vater und Mutter” gelesen und jetzt das öst Buchpreis Buch, das im Frühjahr bei “Suhrkamp” erschienen ist und da an mir ohne die Nominierung vorbeigegangen wäre, obwohl es, glaube ich, im Vorjahr im “Casino am Schwarzenbergplatz” aufgeführt wurde, bin ich wieder in die Winklerische Welt des Grauens und des Lamatierens eingetaucht und ich muß sagen, er versteht es ausgezeichnet, das in eine kunstvolle Form zu fassen, obwohl die Inhalte, wie man auch bei “Amazon” lesen kann, schon sehr bekannt sind.

Neu für mich war, daß der kleine Josef oder Sepp schon als einjähriger mit einem Bleistift, um auf seine spätere Profession hinzuweisen, herumgelaufen ist, aber, daß die schweigsame oder im Schmerz verstummte, später Psychopharmaka nehmende Mutter ihre drei Brüder im Krieg verloren hat, habe ich schon gelesen oder gehört, auch daß er beim Tod des Vater in Tokio war, daher nicht zu seinem Begräbnis kommen konnte oder auch nicht wollte, weil der Vater ihm das verboten hat, weil sich das Dorf naturgemäß wahrscheinlich nicht darüber freute vomJosef oder Sepp in den “Dreck” gezogen zu werden.

Das Buch, die sich immer wieder wiederholenden Inhalte der Gewalt, die das Kind wohl in der muffigen Bauernstube erlebte, das Blauschlagen des Hinters beispielsweise “Er hat blaue Würste am Arsch!”, ist, muß ich sagen, in eine wirklich künstlerische Form gebracht und darin eingerahmt.

Eingerahmt durch die Gedichte de jiddisch schreibenden Rajzel Zychlinski, die in Polen geboren wurde und 2001 in den USA gestorben wird und dann gibt es noch das Gedicht “Der Herr, der schickt den Jockel aus:/ Er soll den Hafer schneiden”, das, glaube ich, von Fontane ist, das vor jedes Kapitel gestellt wird und daher von Kapitel zu Kapitel immer länger wird, bis es schließlich in “Da geht der Herr nun selbst hinaus/ Und macht gar bald ein End daraus/ Der Teufel holt den Henker nun, / Der Henker hängt den Schlächter nun, /Der Schlächter schlacht’den Ochsen nun, / Der Ochse säuft das Wasser nun,/ Das Wasser löscht das Feuer nun,/ Das Feuer brennt den Prügel nun,/ Der Prügel schlägt den Pudel nun,/Der Pudel beißt den Jockel nun,/ Der Jockel schneidt den Hafer nun,/ Und kommt auch gleich nach Haus.”

Jockel ist, glaube ich, die Abkürzung von Jakob und so heißt Josef Winklers Vater und das Buch ist eine Ltanei, ein Zwiegespräch mit ihm in dem all das, was wir, wenn wir ein bißchen Winkler gelesen haben, schon wissen, aber noch etwas anderes, das der Aufhänger für das Buch ist, enthält.

Den Josef Winkler, steht am Klappentext, hat erst vor wenigen Jahren erfahren, daß in den “Sautratten”, wo die Gerste wuchs, die in der väterlichen Mühle gemahlen und auch das ganze Drautal mit Mehl belieferte, die Leiche des sich 1945 selbst vergiftet habenden, weil die Engländer ihn gefangene nahmen, Odilo  Globocnik, der als Leiter der Aktion Reinhart für die Vernichtung von  Juden in Treblinka Belzek und Sobibor verantwortlich war.

“Zwei Millionen ham`ma erledigt!”, wird immer wieder litaneiartig wiederholt und nun klagt der Sohn, den Vater an, wieso er ihm, der doch sonst soviel vom Krieg erzählte, das nicht gesagt hat und so er und der Rest des Drautals jahrelang, wie er schreibt verseuchtes Brot essen mußten.

Der Lebenslauf des jungen Josef, der mir aus Lesungen schon bekannt war und der auch ziemlich genauso  beschrieben in “Wikipedia” steht, wird erzählt. Die kleinen bunten Soldatenfiguren, die dieKinder aus den “Linde-Kaffeebohnenschachteln” sammelten, die die Verwandten bei den Besuchen mitbrachten. Die katholischen Rituale und Aufbahrungen, das Lesen der Winnetou-Bücher, die ihm aus der Sprachlichkeit und der Dumpfheit des Dorfes herausbrachten. Er hat dazu auch Geld aus der Böse seiner Mutter, die er und das finde ich ein bißchen seltsam, obwohl ich den dramaturgischen Effekt nachvollziehen kann, in dem Buch “Mame” und den  Vater “Tate” nennt und denke, daß er  als Kind seine Eltern sicherlich nicht so genannt hat, gestohlen.

Hat später auch Camus und Hemingway gelesen, ist nach Klagenfurt auf dieHandelschule gegangen und hat später an der damaligen Hochschule für Bildungswissenschaft, als Schreibkraft gearbeitet. Dann sind seine erste drei Bücher erschienen, die das Dörfchen  wohl erregten und er verstummte. Später kehrte er wieder in sein Elternhaus zurück, um und das mag auf dem ersten Blick seltsam erscheinen, wieder schreiben zu können. Aber ich finde gerade diese Ambivalenz das Wandern zwischen Gut und Böse, das Josef Winkler auch bei sich selbst beschreibt, diese Haßliebe, das nicht loskommen und sich immer wieder fortan wiederholen, als das Bemerkenswerte an dem Buch und an Josef Winkler literarischen Schaffen.

Ein Buch, das wahrscheinlich, wie schon beschrieben an mir vorbeigegangen wäre, ich aber sehr froh bin, daß ich es gelesen habe, denn ich habe dadurch sehr viel von Josef Winkler und seinem Schreiben  gelernt und füge ich noch hinzu, daß als ich 2000, zu Zeiten von schwarz blau eins, was allerdings ein Zufall ist, in Klagenfurt war, wurde dort gerade das Stück des  20011 verstorbenen Werner Kofler “Tanzcafe Treblinka” aufgeführt, denn Odilo Globocniks Adjutant Ernst Lerch hat sich nicht umgebracht, sondern bis in die Siebzigerjahre in Klagenfurt ein Tanzcafe geführt, in dem Josef Winkler, als es allerdings kein solches mehr war,  öfter war, bevor er von der Abendhandelsakademie nach Hause gefahren ist.

Die Fahne der Wünsche

Jetzt kommt das zweite Buch, des 1981 in Sarajevo geborenen Tiljan Sila, der seit 1994 in Deutschland lebt und als Berufsschullehrer arbeitet, dessen “Tierchen unlimited” mir sehr, den anderen weniger gefallen hat und man jetzt sicher über seinen zweiten Roman und die Frage, wie wichtig, ein solcher für die Karriere ist und wie gut, die meistens nach den Debuts gelingen, diskutiert.

Es ist, denke ich, ein Jugendbuch, ein dystopischer Roman, der den Jugendlichen, das System einer Diktatur ala DDR oder auch die in Albanien, Rumänien, Bugarien etcetera näher bringen könnte. Denn das Buch spielt in einer osteuropäischen Dikataur namens “Crocutanien”, das von den “Spiroisten” beherrscht wurde und es hat, ein der Berufsschullehrer wird es schon wissen, ein die Jugend interessierendes, nämlich den Sport zum Thema.

Ein älterer Mann, der Goldene, wegen seiner ersetzten Goldzähne, genannter ehemaliger Radrennsportler blickt im Westen auf seine Jugend zurück. Das heißt, er bekommt einen Anruf aus seiner ehemaligen Heimat, die sich jetzt offenbar mehr oder weniger von der Diktatur erholt, der ihm von Tod seiner Mutter berichtet und die Geschichte beginnt:

“Crocutanien, ein tolatlitärer Staat am Rande Europas, versinkt im Chaos. Mittendrin ein junger Rennradfahrer, der lernt, nicht aufzugeben, auch wenn es scheinbar nichts mehr zu gewinnen gibt.”, steht am Buchrücken.

Ich würde den Ambrosio als Mitläufer und daher als eher unsympathische Figur beschreiben. Aber so war es halt in den sozialistischen Dikataturen. Man konnte nicht aus, wenn man überleben, seine Familie schützen, etcetera, wollte, würde man heute sagen.

Ambrosio hat und das ist interessant, weil es meiner Meinung nach eher die heutige Realität, als die vor vierzig Jahren, Ambrosio ist im Eingangskapitel sechzig und erinnert sich an dieZeit zurück, wo er etwa sechzehn oder siebzehn war, entspricht, eine depressive, er nennt sie “irre” Mutter, die ihm feindlich gegenübersteht und sich sonst eher, die wie von Helene Hegemannns Heldin benimmt.

Der Trainer des Siebzehnjährigigen erkennt die Misere, holt ihn zu sich und verschafft ihm später einen Platz in einem eher lockeren Internat, wo er ähnlich, wie der Held in Andre Kubitscheks “Skizze” eines Sommers” die Freuden eines Siebhehnjährigen  erlebt. Er liebt Betty, ebenfalls eine Leistungsportlerin, die sich später in den Westen absetzt, kennen und er begegnet mit einem Freund einem Flipperautomaten. Ein harmloses Vegnügen könnte man meinen. Nicht in einer Dikatur, die den Leuten alles verbietet. Er wird deshalb von den “Mäntel” also der Geheimpolizei zusammengeschlagen und als sich der Trainer auch ins Ausland absetzt, verliert er seine Zähne, die ihm später durch die “Goldenen” ersetzt werden und dafür muß er zum Spitzel werden.

Er lernt dann noch ein paar Jungs und Mödel vom Kader kennen, Kinder der Familie, die in der Diktatur aufgestiegen ist, das ist ähnlich wie in Nordkorea. Es kommt zu einem Putsch. Ambrosio kann sich mit seinem Rennrad in den Westen ansetzen und nun erfährt er vom Tod seiner Mutter, die er zurücklassen mußte, die auch in eine berüchtigte Anstalt gebracht wurde und dort verhungerte, was ihm den letzten Rest gibt oder auch nicht, denn:

“Manche überlebten und schämten sich – aber ich nicht.

“Und was machst du jetzt?”, fragte der Taxifahrer.

“Jetzt gehe ich wieder.”, lauten die letzten Sätze.

Schwer zu sagen, wie ich das Buch einordnen soll. Es ist ein Jugendbuch, das die Jugend von heute wahrscheinlich vom Rechtsruck abhalten und ihnen ein bißchen beibringen soll, wie es damals in der DDR oder auch im kommunistischen Jugoslawien, von wo Tiljan Sila ja herkommt, war.

Ich werde demnächst fünfundsechzig und habe schon viele dieser Bücher gelesen. So daß  mich dieses eigentlich weder überraschen noch vom Sessel reißen konnte.

Das Neue, was ein gutes Buch ja angeblich haben muß, war für mich also nicht darin enthalten, was vor vierzig Jahren aber sicher anders gewesen wäre und der gute Ambrosio war mir ein bißchen unsympathisch.

Aber so wars halt das Leben in der DDR-Diktatur oder in der  Ex-Jugoslawiens und das arbeitet Tiljan Sila, glaube ich, gut heraus, obwohl er es nicht so benennt und den Ambrosio eigentlich als Helden einführt.

Stern des Nordens

Nach Japan und China geht es jetzt nach Nordkorea und zwar abseits von den Buchpreislisten zu einem Thriller, den D.B. John geschrieben hat, der laut Klappentext in Wales geboren wurde, lange in Südkorea lebte und einer der wenigen Touristen war, die Nordkorea bereisen konnte.

Ja über Nordkorea weiß man wenig, außer, daß es eine Diktatur ist und die Leute diese grauen Anzugsuniforemn tragen und so ist der Thriller, der, wie auf den ersten Seiten steht “Eine erfundene Geschichte erhält””, bei der einige, der vorkommenden Personen wirklich, wie etwa der Diktator Kim Jong-Il, existieren.

Deshalb ist es wohl sehr spannend, den “Stern des Nordens”, der drei Handlungsstränge, drei Gesichichten die ineineinander verknüpft werden, enthält, zu lesen, wenn auch die Story etwas unglaubwürdig ist und von  Spannungsbögen und Wendungen nur so strotzt, das man beim Lesen kaum mitkommt.

Es beginnt mit einem Prolog, da wird im Juni 1998 in Südkorea, eine achtzehnjährige Amerikanerin halb koreanischen halb afroamerikanischer Abstammung entführt. Das heißt sie verschwindet vom Strand und ihre Zwillingsschwester Jenna, erlebt ein Trauma, das sie noch als Dreißigjährige nicht schlafen läßt und zum Psychiater führt. Sie ist Wissenschaftlerin, hält auf der Uni Vorlesungen über Nordkorea. Sie spricht auch dessen Dialekt und da holt sie eines Tages der CIA aus dem Hörsaal und macht sie zur Agentin. Sie will nur eines, ihre Schwester retten, von der sie nicht glaubt, daß sie tot ist und so stimmt sie zu.

Dann gibt es eine nordkoreanische Bäuerin namens Frau Moon, die ein vom Himmel herabgeworfenes Care Paket aus Südkorea findet und es nicht, wie man das muß abgibt, sondern die Schokoladekekse, die darin enthalten sind, am Markt verkauft und dadurch zur Widerstandskämpferin wird.

Das Leben in Nordkorea ist sehr gefährlich, überall lauern Spitzel, die einen verhaften können, trotzdem wird gehandelt und bestochen. Frau Moon versteht das sehr gut und das Handeln und Bestechen ist auch zur Elite des Landes durchgedrungen und da ist Oberst Cho und sein Bruder Yong-ho, der Karriere machte und bis in die oberste Parteispitze aufgestigen ist.

Fein, könnte man sagen, es gibt nur ein Problem, wenn man das tut, wird seine Vergangenheit durchleuchtet und die beiden waren Findelkinder. Vielleicht waren ihre wirklichen Eltern Regimegegner oder Spione und die Angst blüht.

Vorerst wird Cho aber zu einer Mission nach Amerika geschickt. Da wird er von seinem Bruder mit Falschgeld ausgerüstet und er muß auch Drogen schmuggeln, denn die sozialistische Volksrepublik lebt sehr gut davon, in New York oder Washington, kehrt er dann mit seiner Delegation in eine Hamburgerbude ein und erklärt der staunenden Menge, daß die Fleischbrötchen eigenlich vom geliebten Führer erfunden wurden.

So weit die Ironie und das ist sehr lustig. Die Handlung dreht sich aber weiter. Jenna, die inzwischen von der amerikanischen Außenministerin, die später Präsidentin werden möchte, besucht wird, trifft den Oberst bei einem Bankett und erzählt ihm von ihrer entführten Schwester.

Der führt sie, als sie in einer Friedensmission nach Pjöngjang kommt,  in seiner Angst in das geheime Lager, wo die entführten und umerzogenen Ausländer zu Spitzeln herangebildet werden. Er hat inzwischen einen Orden an der Brust, sein Todesurteil steht aber schon fest. Er kommt in ein Umerziehunglager, wird gefoltert und muß in den Minen arbeitet. Trifft dort aber seine wirkliche Mutter  und zu Jenna kann er auch Kontakt aufnehmen und sich als Überläufer anbieten.

Das mißlingt zwar, aber Jenna kommt mit dem großen Führer in Kontakt, der sie zu ihrer Schwester bringt und dazwischen wird noch unzählige Male  geschoßen, überfallen und geflüchtet, bevor die beiden Schwestern in den USA eintreffen und Frau Moon ihren Enkelsohn in die Arme nehmen kann, der natürlich der Sohn des Oberst ist, der wenn es richtig verstanden habe, nicht entkommen konnte.

Ein Teil des Buchs, nämlich die Verhör- und Folterszenen, die Cho erleiden muß, haben mich stark an Orwells 1984 erinnert.

Einiges war sehr interessant. Die Handlung ist mir, wie schon geschrieben, ein wenig übertrieben und unglaubwürdig vorgekommen.Zuviel Aktion würde ich sagen, aber das muß bei einem Thriller wahrscheinlich so sein.

“Wenn es ein Buch gibt, das Sie dieses Jahr unbedingt lesen sollten, dann ist es “Stern des Nordens”, steht am Buchrücken. Dem kann ich mich nicht unbedingt anschließen. Da würde ich wahrscheinlich ein paar andere wie beispielsweise “Die Katze und der General”, das ja auch schlechte Kritiken hat, “Unter der Haut” oder “Fliegende Hunde”, beziehungsweise “Die Büglerin” vorschlagen, aber über Geschmack läßt sich ja bekanntlich streiten und ich bin auch der Meinung, daß es das “eine Buch” nicht gibt und man das, was man will lesen soll.

Hier ist noch alles möglich

Jetzt bin ich schon bei Buch dreizehn des dBps und es ist eines, das ich Anfang August noch in Wien in den Blogs oder auch in den Buchhandlungen gesehen habe. In Bern und in Zürich habe ich es dann auch gesehen, was kein Kunststück ist, ist die italienischstömmmige 1988 in Basel geborene Autorin eine Schweizerin, die mit ihren Debutroman, aus dem sie im Vorjahr ein Kapitel in Klagenfurt gelesen hat, auch auf der Schweizer-Buchpreisliste und die inoffizellen Buchpreis-Youtuber haben das Buch auch meist besprochen.

Dem offiziellen “Büchernerd” hat es nicht sehr gefallen, anderen schon und da scheiden sich die Geister, denn es ist kein Mainstreambuch, keines wahrscheinlich, worüber sich die Schwiegermütter am Heiligenabend freuen würden, da sind sie mit der Mahlke sicher besser beraten, aber eines das sehr künstlerisch ist, mit den vielen Zeichnungen einen experimentellen Ansatz hat. Eines, das von der Machart stark an Simone Hirths “Notunterkunft” erinnert und auch eines das mit sehr gut gefallen hat, das ich mir auf die Blogger-Debutshortlist wünschen würde, denn da hätte ich erstens weniger zu lesen und auf meiner Shortlist steht es schon.

Einige you Tuber bemängeln die einfache Sprache, aber die ist anders, als das, was ich mir unter einer einfachen Sprache vorstellen würde, sondern eher so, wie es Sasa Stanisic am Buchrücken beschreibt “Manche Bücher sind wie Inseln. Leser betreten sie nur kurz, aber lang genug, dass sie ihre rätselhafte Schönheit, ihren sprachlichen Bewuchs, ihre Bewohner nicht mehr missen mögen.” und Ruth Schweikert, auch eine Schweizer Autorin, schrieb “Gianna Molinari nimmt uns an Bord einer literarischen Forschungsreise zu den Terrae Incognitae der Gegenwart, nimmt uns vom vermeintliche sicheren Ufer mit ins offene Meer”.

Das finde ich ein wenig übertrieben ausgedrückt und so würde ich das Buch, in dem Inseln tatsächlich eine große Rolle spielen und auch oft gezeichnet werden, nicht verstehen.

Ich denke eher Gianna Molinari entfernt sich mit ihrem Debutroman von der Hektik dieser Welt und den unzähligen Spannungsbögen und Actionmustern, die ein guter Roman angeblich haben muß, sondern macht es, um an Adolf Muschg oder an Adalbert Stifter zu erinnern, wie bei den “Bunten Steinen”, nicht “das Große, sondern das Einfache ist schön!”

Und da ist sie, die namenlose Ich-Erzählerin, die sich in einer bald aufgelöst werdenden Verpackungsfabrik als Nachtwächerin einstellen läßt. Mit dem Koffer in der Hand sozusagen aus dem Nichts dorthinkommt, wo es außer ihr noch den Chef, einen anderen Nachtwächer einen Koch und ein oder zwei Arbeiter gibt, die sie in der Kantine trifft. Sie war früher Bibliothekarin, das weiß man und sie hat, wie bei Simone Hirth, ein Lexikon und wahrscheinlich auch ein Notizbuch bei sich.

Einen alten Kopierer läßt sie sich dann vom Chef schenken und der erste Spannungsbogen taucht auf, als der Koch einen Wolf im Abfall wühlen sieht. Der wird jetzt gejagt. Denn das gibt es doch nicht, daß ein Wolf das Gelände einer fast leeren Fabrik unsicher macht. Aber in der gibt es Überwachungskameras, in die die beiden Nachtwächter starren sollen. Eine Wolfsfalle sollen sie auch bauen und provisorisch die Löcher im Zaun reparieren. Für mehr ist kein Geld da oder es lohnt sich nicht, darin zu investieren. Die Frage warum dann in zwei Nachtwächter investiert wird, wird vom Chef nicht beantwortet und ich schließe mich der Deutung, die ich bei “Caros Bücher” gehört habe, daß der Wolf das Symbol für das Fremde, das man abhalten, für die Flüchtlingsinvasion beispielsweise, nur bedingt an, weil man das zwar so interpretieren könnte, ich das Buch aber eigentlich für sich sprechen lassen will und da gibt es drei Teile, drei Geschichten sozusagen, die eine ist die von dem Wolf, der dann auch in der Halle, wo die Nachtwächterin wohnt auftaucht, neben ihrem Bett sitzt, sie sozusagen behütet, während er von Clemens, dem anderen Nachtwächter nicht gesehen wird.

Dann gibt es die Wahre, von dem aus einem Flugzeug gefallenen Afrikaner, die GiannaMolinari auch in Klagenfurt gelesen hat und im dritten Teil wird die Nachtwächterin noch für eine Bankräuberin gehalten und das alles wird mit ganz banalen Ereignissen vermischt. Listen tauchen wie bei Simone Hirth in dem Buch auf. Betrachtungen über Inseln und gefundenen Legomännchen, etecerta, was ich für “das Kleine” halten würde, was zwar nicht das wirkliche “Große” ist, aber ein spannungsreicher Actionroman, wo der Held eigentlich siebenhundert Leben haben müßte, um bei der Geschichte durchzukommen, ist es auch nicht.

Es ist ein experimentelles, wahrscheinlich Sprachschulenbuch, das Gianna Molinari geschrieben oder konstruiert hat, in dem, was mehrmals drinnen steht  “noch alles möglich ist” oder sein soll. In diesem Sinn wünsche ich ihr viel Glück für den “Schweizer Buch- und oder den Blogger-Debutpreis”, aber den ersten wird vielleicht  Peter Stamm gewinnen, beim zweiten habe ich noch keinen Wunschvorstellung.