Belmonte

In Zeiten, wo wir gebannt nach Italien schauen und Kanzler Kurz immer sagen hören, daß er nicht solche Zustände haben will, wo die Ärzte wählen müssen, wen sie behandeln wollen und sich die Verwandten nicht von ihren Toten verabschieden können, ein deutsch-italinischer Familienroman “Belmone”, der von einer deutschen Bestsellerautorin geschrieben worden, die denNamen Antonia Riepp, als Pseudonym wählte und von “Piper” wohl als Frühlingsereignis präsentiert worden wäre, wäre nicht Corona dazwischengekommen.

Als ich von unseren Winterurlaub mit der Ruth zurückgekommen bin, habe ich das Buch im Postfach liegen gehabt, ein unverlangt zugeschicktes Exemplar, und auch nicht unbedingt mein Lesegeschmack, obwohl ich mich ja, wie ich immer schreibe, nicht nur quer durch den literarischen Gemüsegarten lese, sondern ganz gern auch Krimis und CickLits lese und, wie ich, als meinen “unwürdigen Literaurgeschmack”, zugeben muß, sehr gern und viel Courths-Mahler gelesen habe.

Jetzt ist es aber moderner, spielt es doch in der Gegenwart oder doch nicht so ganz, es beginnt im Jahr 1944, als die beiden Freundinnen Marta und Teresa, die in dem fiktiven Örtchen Belmonte in der Provinz Marken wohnen, ihren Partisanenfreunden Essen bringen, Teresa ist in einen Cesare verliebt, Teresa in einen Salvadore und am Rückweg von deutschen Soldaten vergewaltigt werden.

Für Marta geht das “gut” aus, sie kann ihren Salvatore heiraten, hegt aber für den Rest ihres Lebens einen Haß gegen die Deutschen und ihr Geheimnis gibt sie auch nicht kund. Teresa wird dagegen schwanger, will das Kind abtreiben, es gelingt ihr nicht und ihr Vater schlägt sie zuerst halb tot,  später verheiratet er sie gegen einen Weinberg, an den kriegsversehrten einarmigen Ettore und als die kleine Franca geboren wird, wird ihr  im Dorf “Bastard” nachgerufen.

Die stirbt nun im Allgäu, in dem Städtchen Kempten und hinterläßt ihrer Enkeltochter Simona ein Haus in Belmonte. Die ist Landschaftsgärtnerin und hat gar nicht gewußt, daß die Nonna, bei der sie eigentlich aufgewachsen ist, dort ein Häuschen hatte. Daß sie die Enkelin einer italienischen Gastarbeiterin ist, wußte sie schon und Italienisch hat ihr die Nonna auch beigebracht.

Simona, die sich gerade in einer Krise befindet, beziehungsweise ihren Job verloren hat und mit ihrem Freund Sebastian auch nicht so glücklich ist, fährt hin und nach und nach bekommt die Viergenerationen Familiengeschichte heraus und die ist recht kompliziert, denn es war immer eine in den falschen verliebt und  konnte nicht so glücklich werden.

Teresa ist jedenfalls, als Franca sechs war, verschwunden und man wußte nicht so recht, wurde sie von ihrem Ehemann erschlagen oder ist sie mit ihrem Liebhaber durchgebrannt. Franca wurde von Marta und Salvatore aufgezogen und hatte auch ein recht eigenartiges Verhältnis zu deren Sohn Federico. Als sie neunzehn war, ging sie mit Salvatore nach Deutschland, wurde Näherin, später Änderungsschneiderin und heiratete einen Tobias Mälzer und zu ihrer Tochter Marina, die recht schwierig war, hatte sie immer ein sehr distanziertes Verhältnis. Die brach mit Achtzehn mit ihren Hippiefreunden auf Europareise auf und versetzte mit ihren Kumpanen ganz Belmonte in Aufregung. Sie kam auch schwanger zurück und die Großmutter zog dann die kleine Simona auf, die lange nicht wußte, wer ihr Vater war?

Jetzt in Belmonte soll sie es nach und nach erfahren und wird vielleicht auch in eine Liebschaft verwickelt, beziehungsweise muß sie sich entscheiden, ob sie in Belmonte bleiben, dort einen Gemüseladen aufziehen oder zurück nach Deutschland zu ihren Sebastian will?

Sie entscheidet sich für Letztes, werde ich gleich spoilern, sonst aber nicht mehr sehr viel erzählen über diesen Unterhaltungsroman, der die Unterdrückung der italienischen Frauen zeigt und der durch die Corona- Krise wohl nicht so unbefangen gelesen werden wird, wie er wohl gedacht war.

Ja richtig, eines habe ich noch vergessen, ein Erdbeben hat es 1997 in Markenauch gegeben, das wahrscheinlich das Dörfchen Castiglioni di Arcevica, das wie Antonia Riepp uind in ihren Nachwort und Danksagung verrät, das Vorbild für Belmonte war, in Mitleidenschaft zog.

Murmeljagd

Meine Ulrich Becher-Geschichte könnte meinen Lesern ja bekannt sein. Da bin ich einmal in den Neunzigerjahren, als wir noch in der Gumpendorferstraße wohnte, an der städtischen Büchereifiliale, die es glaube ich, nicht mehr gibt, vorbei gegangen, beziehungsweise vor der Schachtel der von dort ausrangierten Büchern stehengeblieben, denn damals war ich ja mitten in meiner Gratisphase und habe zwei Bücher von einem Ulrich Becher  “Kurz nach 4” und “Und Nachtigall will zum Vater fliegen” entdeckt und mitgenommen.

Auch angelesen aber bald damit aufgehört, denn wer bitte ist Ulrich Becher, den Johannes R. Becher kannte ich, ja und habe, glaube ich, die Kerstin Hensel auch einmal in dem Haus in der Berliner Linienstraße besucht, wo er angeblich ein Bordell besucht haben soll, aber der Ulrich?

Internet, wo man nachgooglen hätte können, gab es oder hatte ich noch keines und auch kein Literaturlexikon und der expressionistische Stil in dem die Bücher geschrieben waren, war auch nicht so meines.

2005 sind wir zu Utes Geburtstag einmal außer Buchmessezeiten nach Leipzig gefahren, in der Stadt spazierengegangen und dort beim “Hugendubel” in einen “Aufbau-Taschenbuchabverkauf” hineingekommen, da war. Darunter war ein Büchlein mit Briefen die der Verlag an Ulrich Becher, die sich auf sein “Kurz nach vier” bezogen haben, waren dabei, das hat mich dann wahrscheinlich dazu animiert, das Buch 2010 doch zu lesen. Etwas später hat dann der “Arco-Verleger”, der das Buch neu herausgegeben wollte, meinen Blogartikel gelesen, die Briefe haben wollen und mir dann auf einer “Buch-Wien”, die Neuausgabe geschenkt, worüber ich sehr dankbar war.

Nicht, daß ich das Buch nochmals gelesen habe, das geht nicht bei meinen Bücherbergen, aber da waren endlich mal biographische Angaben drin, was ich bei den gefundenen Büchern leider vermißte.

Ich wußte damals aber schon, daß der 1910 in Berlin geborene und 1990 in der Schweiz verstorbene, der dazwischen auch in Wien gelebt hat, auch den “Bockerer” geschrieben hat, den ich ja einmal im Volkstheater und später natürlich im Kino gesehen habe.

Den “Nachtigallenzyklus” habe ich inzwischen auch gelesen und das Buch das Konstantin Kaiser über Becher hinausgegeben hat und 1910 als der Ulrich hundert wurde hat der “Schöffling-Verlag” die “Murmeljagd”, die 1969 erstmals erschienen ist, nochmals herausgegeben, da hatte ich es wohl noch nicht so mit den Rezensionsexemplaren, jetzt ist die fünfte Auflage erscheinen und damit gleichzeitig, die “New Yorker Novellen”, die habe ich dann gleich mitbestellt, bin aber schon beim Auspacken daraufgekommen, das ist der “Nachtigallenzyklus” minus einer Geschichte.

Es kamen also beide, der damals gefundenen Bücher inzwischen neu zu mir und ich muß sagen, ich war ein wenig ratlos bei dem über siebenhundert Seiten Buch, auf dessen Titel das Riesenrad prangt und wahrscheinlich nicht so begeistert, wie Eva Menasse, die das Nachwort schrieb.

Nun ja, ich bin ja eher eine realistische Autorin, wie ich immer schreibe, obwohl mich die Vor-Zwischen und Nachkriegszeit ja sehr interessiert, aber Ulrich Becher macht es seinen Lesern nicht sehr leicht, springt er doch von hinten nach vorn und wieder zurück. Kommt vom Hundertsten ins Tausendste, verwendet Dialekte, fremde Sprachen, literarische Anspielungen und wahrscheinlich noch viel viel mehr.

Aber in dem Versuch, das Ganze zusammenzufassen, spoilern ist hier wohl ohnehin kaum möglich. Da gibt es Albert Trebla, man beachte, daß der Nachname ein Anagram des Vornamens, auch etwas typisch Becherisches wahrscheinlich.

Der war im ersten Weltkrieg Soldat oder Offizier, wurde verwundet, war dann in Graz Sozialdemokrat und beim Februaraufstand aktiv, Journalist war er ebenfalls und, ich glaube, auch Jurist, wie sein Autor.

Als nach Österreich, die Nazis kamen, mußte er mit seiner Frau in die Schweiz fliehen, das heißt, er tat es mit den Schiern über die Grenze, die Frau Xane mit Freunden im Zug erster Klasse, sein Paß ist abgelaufen und jetzt sitzt er mit seiner Frau in zwei Zimmern in Engadin, wird vom Heuschnupfen geplagt, nimmt dagegen Tabletten und wird von Wahnvorstellungen oder auch von den Geschehnissen, um ihn herum, man schreibt das Jahr 1938, geplagt.

Man weiß das nicht so genau und bekommt das auch beim Lesen nicht so ganz mit, denn Becher hüpft ja, wie schon erwähnt, wirr herum im Zeitgescheheh und macht es seinen Lesern nicht leicht.

Sein bester Freund, ein Grazer Armenarzt, ist in Dachau oder auf dem Weg dorthin, umgekommen, da ihn zwei Nazibuben ein Messer in die Stirn stecken und der sich das Herausziehen verbat, weil er wußte, daß er das nicht überleben würde und sein Schweigenvater, ein Zirkusclown genannt Rosenvater, eine Anspielung auf Bechers Schwiegervater Roda Roda lehrt uns Eva Menasse, kommt auch im KZ auf höchst skurile Art um, die ich hier nicht spoiliern will, um ein etwaiges Lesevergnügen nicht zu zerstören und Trebla bemüht sich im ganzen Buch, das seiner Frau zu verschweigen, beziehungsweise weiß er nicht, wie er ihr das beibringen soll?

Er fühlt sich auch von zwei blassen blonden Burschen verfolgt, weiß nicht, sind das harmlose Murmeltierjäger, deshalb der Name des Buches oder wurden sie von seinem ehemaligen Kriegskameraden und jetztigen Gestapomann Laimgruber auf seine Spur gesetzt und so hetzen wir durch die siebenhundert Seiten, wo all das und noch viel mehr passiert.

Lesen würde ich empfehlen, in Zeiten, wie diesen die ja auch höchst verwirrend  sind, ist es vielleicht hilfreich sich auf Ulrich Bechers “Murmeljagd” einzulassen und vielleicht einen, wie Eva Menasse in ihren Nachwort schreibt, leider zu Unrecht vergessenen Autor zu entdecken.

Nun mir war er bekannt und meine Blogleser können sich auch gern in meine Becher-Geschichte einlesen und sie weitergeben.

Ostern in Corona-Zeiten

Ostern naht und das ist für mich ja immer eine sehr strukturierte Zeit, wo wir am Wochenende vor der Karwoche nach Harland fahren, dann meistens am Karfreitag wieder und dort die Osterfeiertage verbringen, also Radfahren, auf die Rudolfshöhe, beziehungsweise ins Donaugasthaus nach Traismauer und vorher am Samstag auf den Markt, etcetera, in den sechs Wochen vorher, also von Aschermittwoch an durch die Fastenzeit, räume ich die Ostersachen aus dem Keller heraus und drapiere sie im Vorzimmer, etwas was ich Vorjahr sturzbedingt ausgelassen habe, weil ich mit dem Gips nicht in den Keller gehen wollte und das Bärlauchpflücken, das ja auch zu den Osterritualen gehört, ist auch ausgefallen, dennals wir am zehnten März auf die Rudolfshöhe gefahren sind, hatte ich das Messer und das Plastiksackerl mit, um das am Rückweg zu tun, bin aber da mit dem Hubscharauber ins Spital geflogen worden und dort war schon alles osterlich dekoriert.

Das war es übrigens, füge ich hinzu, auch im AKH, als damals die kleine Anna ihre Operation dort hatte und auch einige Zeit im Spital verbringen mußte, das ist lange her und heuer gibt es Osterdekorationen im Vorzimmer, denn die haben wir vor einigen Wochen schon heraufgeholt, als der Alfred in den Keller wollte, um dort nach der Bohrmaschine zu suchen, weil wir die Bücherregale, die wir gekauft haben, noch anschrauben müßen.

Seither war ich nicht mehr in Harland, zum Bärlauchsammeln bin ich an dem letzten Montag bevor wir von dort zurückgefahren sind, aber doch gekommen, weil wir da erst später nach Wien gefahren sind, da der Alfred für seine Mutter zum Arzt mußte, da war der Bärlauch aber noch am wachsen, es gab erst die ersten Spitzen, also nur eine Portion mit Schinken,  Spiegelei und Rösti und seither bin ich, wie erwähnt nicht mehr nach Harland gekommen, denn wir wollten ja die Woche darauf nach Leipzig fahren, Corona bedingt ist das ausgefallen, die Woche darauf oder die übernächste wollte der Alfred seine Cuba-Gruppe zum Essen einladen, ist auch Corona bedingt ausgefallen und der Alfred ist nur ein paar Freitage oder an einem Montag dort gewesen, weil da der Betreuerinnenwechsel war und das ist ja Corona bedingt auch sehr schweirg, weil die Slowakei ja ihre Grenze zu hat und die Betreuerinnen, wenn sie zurückkommen vierzehntage in Quarantäne müßen.

Nun gut, nun ja, seither hat sich viel verändert und das Leben hat sich auf den Kopf gestellt, das habe ich in meinen Tagebuchberichten ja beschrieben.

Man soll nur, wenn unbedingt nötig aus dem Haus, die Karwoche betrifft das wohl auch und die hagt ja, für mich ihre besondere Bedeutung, so kann ich mich zum Beispiel an das Jahr 2007 erinnern, wo wir nach Ostern mit Ruths  Dichterkarawane von Ybbs nach Regensburg mitgefahren sind und vorher kann ich mich erinnern, bin ich in Wien an meinem Schreibtisch gesessen und habe eine Aussendung gemacht, weil ich nachher eine Lesung hatte und habe auch ein paar St. Pöltner bekannte angeschrieben, um mit ihren vorher das Ratfahren einzuüben und für den Abend habe ich mir ein besonderes Programm ausgesucht und bin da in der Karwoche in Ermagelung eines literarischen auch öfter in die “Alte Schmiede” zu den Musikprogrammen gegangen.

Das fällt heuer weg, weil man die Veranstaltungen schon für den ganzen April abesagt sind und auch nachher wahrscheinlich nicht so stattfinden werden, die “Literatur und Wein” ist abgesagt, da wären wir heuer zwar ohnehin nicht hingegangen und auch, der  “Bachmannpreis”, sollte abgesagt werden, was aber wohl wirklich unnötig wäre, weil man ja einen Preis. wie diesen, wirklich sehr gut und leicht online durchführen kann.

Aber zurück zu Ostern, wo ja  wieder der  Osterspaziergang um den Viehofnersee ausfällt, der ist im Vorjahr auch ausgefallen und da nicht einmal Gips bedingt, weil er im Vorjahr mit der “Literatur und Wein” zeitgleich stattgefunden hat und da hatten wir schon Karten und da bin ich trotz Gips gewesen.

Ob wir nach Harland fahren ist auch nicht so sicher, denn man soll sich ja nicht so viel hinausbewegen und auch keine Verwandten treffen, also weder das Baby, das ja bald zu laufen anfängt, noch die über achtzigjährige Schwiegermutter, die wahrscheinlich am gefährdestens ist, aber ohnehin nicht mehr aus dem Haus geht, sondern ihr Leben schon sehr lange im Bett, beziehungsweise in der Küche oder höchstens auf der Terrasse verbringt.

Also sehr interessant Ostern zu Hause zu verbringen, wo man den Kindern die Ostereier und die Osterhasen im Zimmer oder auf dem Balkon versteckt und die Osterspaziergänge fallen aus, das Radfahren in Harland wahrscheinlich nicht, in Wien bliebe mir der kleine Garten mit Terrasse, aber da setze ich mich momentan eher nicht hinaus, weil, Pech, wie ich habe, mein Computer beziehungseise, die Stromversorgung wieder ihren Geist aufgibt und man den ja jetzt wahrscheinlich nicht so einfach nachkaufen kann, ich also sehr vorsichtig sein sollte und ich außerdem auch sehr viel oe24 höre, was die Nachbarn stören würde.

Also auf in das Osterfest mit Corona. Voriges jahr ist ja der Gips nach Ostern hinuntergekommen und das normale Leben hat wieder angefangen. Heuer höre ich überall, wird das wahrscheinlich nicht so sein.

In die Romanplanung

Was macht man in Zeiten von Corona? Man bleibt zu Hause, wie das die Regierung ja von uns fordert, ab Montag nur mehr mit Maske in Geschäfte, wenn sie  nicht ohnehin geschlossen sind, ab fünfundsechzig, was ich ja schon bin, möglichst nicht aus dem Haus, was ich auch mache, denn der Alfred geht einkaufen, ich mache meine Praxis, so viel wie möglich über Telefon, am Montag stehe ich auch zwei Stunden auf WLP-Helpline zur Verfügung, ansonsten, schreibe und lese ich, je am Morgen und am Abend  in der Badewanne, die Leseliste ist ja lang, obwohl jetzt ja keine Bücher mehr über die deutsche Grenze kommen, ich blogge und da wird meinen Lesern vielleicht auffallen, daß ich da auch versuche ein wenig Werbung für mich zu machen.

So habe ich zum Beispiel die Videos, die es von meinen Lesungen gibt, hineingestellt oder die fünf hinausgeworfenen Szenen aus dem “Fräulein No” also Corona lesen und hören, Corona-Tagebücher gibt es auch, da versuche ich meine Corona-Gedanken zu sammeln und dann habe ich ja vor ein paar Tagen die Rohfassung des “Fräulein Nos” fertiggestellt und dem Alfred übergeben, der hat mir das “Schreibbuch” ausgedruckt. Ich habe es durchgesehen, es gibt noch ein paar Fehler, ein Cover brauchen wir auch noch, dann kann ich die “Vorschau” einstellen, das Gewinnspiel ausrufen, der Text kann an die Druckerei gehen und ich kann das nächste “Work on Progress” beginnen.

Da habe ich ja schon eine Idee, nämlich eine Geschichte über eine Frau zu schreiben, die sich in einen jüngeren Mann, ihren Assistentin verliebt, während sie ihren an “Alzheimer” erkankten Mann pflegt, jetzt ist auch noch die Corona-Krise dazu gekommen, über die ja auch schon die Streeruwitz und der Thomas Glavinic einen Roman schreiben oder geschrieben haben. Also kann ich das auch versuchen, aber halt, weil man mir ja immer sagt, daß da nichts passiert und ich, daß es niemanden interessiert, auch an meinen Leserunden merken kann, jetzt endlich einmal richtig plotten und die “Heldenreise” ausprobieren.

Ich bin zwar nicht wirklich sicher, ob ich das kann, habe aber in den letzten Jahren immer an den Gratiswebinaren der Jurenka Jurk teilgenommen, hätte also die Unterlagen zum Romanfahrplan.

Also probieren möglichst nicht gleich losschreiben, sondern erst das Gerüst aufstellen, was ja umso leichter geht, da die Recherchetage auf der Straße und das Shoppen ohnehin ausfallen, also zu Hause  bzw. auf der Terasse sitzen und plotten und manchmal hat man Glück. Denn es kommt noch etwas dazu, nämlich der Schreibcoach Ronny Rindler der von Hamburg nach Wien gezogen ist, da in der Buchhandlung Frick auf der Meidlinger Haupstraße Schreibkurse gibt, das aber jetzt nicht kann und deshalb vor drei Wochen den “Quarantimo” ausgerufen hat.

Was ist ein “Quarantimo”?  Wer jetzt an den “Nanowrimo”, also jeden Tag sechszehnhundert Worte, bis die Ausgangssperre vorüber ist, denkt, irrt, denn Ronny Rindler stellt jeden Samstag um sechs ein Video ein, erklärt dabei, was ein Roman ist und wie er entsteht und stellt am Ende eine Schreibaufgabe.

Vor drei Wochen hat er damit angefangen. Da waren es die Morgenseiten, die er empfohlen hat. Ich habe mir das Video angehört, die Aufgabe aber nicht gemacht, denn ich war ja noch mit der Korrektur meines “Fräulein Nos” beschäftigt.

Vor zwei Wochen hat er dann erzählt, das Geschichten berühren müssen oder sollen und gesagt, man soll sich überlegen, worüber man schreiben will? Welches Thema und welches Genre? Das steht beim “Frühlingserwachen” eigentlich auch schon fest und vorige Woche ging es um den Anfang, Mitte, Schluß und man sollte eine Kurzgeschichte schreiben in dem die Figur ein Problem hat und sich dadurch verändert, was ich, die ich diese Aufgabe heute Nachmittag auf der Terrasse machte, ein wenig schwierig fand oder das noch immer finde, denn was habe ich davon, wenn ich den Schluß schon in der ersten Szene vorwegnehme, beziehungsweise weiß ich die Lösung noch nicht.

Der Egon hat jetzt “Alzheimer”, dazu hat mich wohl der David Fuchs gebracht und da kenne ich mich wohl auch besser aus, als bei einem Schlaganfall. Die Roswitha lebt mit ihm und einer slowakischen Pflegehelferin, beziehungsweise ist jetzt die Janina da und ob die Szusanna nach dem Wechsel über die Grenze kommt, ist nicht so klar? Die Roswitha ist drei Monate über fünfundsechzig, gehört also schon zur Riskogruppe, der dreiundsiebzigjährie Egon sowieso. Bevor die Krise ausbrach, kuratierte Roswitha ihre wahrscheinlich letzte Ausstellung im Wien Museum, bevor sie in den Ruhestand geht, über das rote Wien und soll da schon ihren Nachfolger einschulen, der ist dreißig, Historiker, heißt Viktor und sie verliebt sich in ihn. Da ist das Problem ganz klar. Aber wie soll sie das lösen? Das weiß ich nicht und das wird und kann ja auch erst nach Szene fünfundvierzig bis fünfzig, also am Schluß passieren.

Also habe ich ungefähr das aufgeschrieben, noch hinzugefügt, daß sie und Egon, ein ehemaliger Universitätsprofessor, zwei Kinder haben, Albert dreißig, ein Lehrer und Beate, achtundzwanzig, Psychotherapeutin in Ausbildung, die ihre Mutter immer gern belehrt. Roswitha ist jetzt im Homeoffice, skypt also mit  Viktor und beschließt das Problem zu lösen, in dem sie ihn nicht mehr sieht und ihren Egon nicht betrügt. So weit, so what und für eine Kurzgeschichte eigentlich lang genug. Leider habe ich sie auf der Terasse mit der Hand und nicht geich in den Laptop geschrieben. Kann sie also nicht mehr so gut lesen und das heutige Webinar behandelte die Struktur. Also eine Geschichte oder ein Roman, Ronny Rinderer nennt, glaube ich, immer das erstere, besteht aus drei Akten, Anfang, Mitte, Schluß in denen das Problem gelöst werden muß und am Ende steht das Scheitern oder das Gewinnen. Dazwischen gibt es die Kapitel und die gliedern sich in Szenen. Daran bin ich auch ein bißchen gescheitert, denn ich schreibe eigentlich Szenen und keine Kapitel und die Aufgabe für heute,  die ich noch machen muß, ist eine Szene zu schreiben, die mit einem Cliffhänger, einer offenen Frage oder einem Mißgeschick endet, damit das Ganze weitergeht.

Spannend spannend,  auf diese Art und Weise läßt sich mein Roman vielleicht auch gliedern. Die Ideen kommen jedenfalls. Also auf in die nächsten Wochen, freuen wir uns darauff und eine Lösung zu finden, wie das jetzt mit unserer Entmüdigungsgesellschaft weiter geht, wäre vielleicht auch sehr gut und spannend ebenfalls, daß sich Exminister Kickl plötzlich als  großer Held entpuppt, der zum Widerstand anstachelt. Wui, das hätte ich  nicht gedacht und entpuppt sich als große Wendung. Diesen Roman zu schreiben, wäre wahrscheinlich eine tolle Aufgabe, da wir aber mittendrin stecken, haben wir wohl Scheuklappen und können das wahrscheinlich derzeit  nicht lösen.

Trostonlineschreiben in Corona-Zeiten

Während ich mich mit dem Literaturcafe herumstreite, ob es richtig ist den “Bachmannpreis” nicht durchzuführen, weil man sonst ja Klaus Kastberger schlecht beleuchtet in seiner Küche sehen könnte, ja lieber Uli, da bin ich Wolfgang Tischer bei seinem “Aprilscherz” wieder einmal hineingefallen, weil ich ja keinen Spaß verstehe und alles Ernst nehme, die liebe Erika Kronabitter hat mich darauf aufmerksam gemacht, erkennen andere, den Wert der Onlinekommunikation.

So gibt es über all Corona-Tagebücher, Onlinelesungen und sogar die ersten Roman über Corona  oder das Leben in Krisenzeiten finden statt und das ist ja einerseits für die zu Hause gebliebenen gut, damit sie sich beschäftigen können und in keine Panik verfallen und dann vielleicht mit der Mundschutzmaske Amok laufen, Banken überfallen, etcetera…

Wenn das, bitte nur auf dem Papier, die Wut nur in der Phantasiem rauslassen hat sich wohl das “Writersstudio” gedacht, daß ja, wenn es keine Seminare mehr abhalten kann, auch von der Krise betroffen ist und sich deshalb, was ich für gut und sinnvoll halte, Onlinekurse ausgedacht.

Ich kenne das “Writersstudio” schon sehr lang, habe es schon besucht, als es sich, noch, ich glaube, in der Kaiserstraße befand und habe keine Ahung, wie und wo ich darauf gestoßen bin?

Das heißt, schon natürlich, die Sigmund Freud-Uni hat vor Jahren das Buch der Judith Wolfsberger vorgestellt und mich dazu eingeladen. Da habe ich dann ein paar Infoabende besucht, auch brav ein paar meiner Klienten mit Schreibblockaden dorthin überwiesen, damit sie ihre Diolomarbeiten fertigstellen können und ich war auch beim ersten Openhouse, als das Studio in die Pramergasse übersiedelt sind, seither bin ich mehr oder weniger regelmäßig zu den Schnupperworkshops, die es jährlich gibt, gegangen, habe dabei vielleicht auch Judith Wolfsgruber mit meinen Wissen über den Hochschullehrgang für Sprachkunst genervt, habe bei den Seminaren auch immer etwas für mein jeweiliges Work on Progress vorgeschrieben, war bem Schreibmarathon vor drei Jahren, habe mir durch mein Bloggen auch ein Writerretreat erschrieben und beide Veranstaltungen für meine “Unsichtbare Frau” genützt.

2019 habe ich die Schnuppertage ausgelassen, weil wir, glaube ich, in Harland waren. Ich habe aber auch ein Sommerfest besucht, den gratis Schreibcafe mit Joga-Vormittag, eine gratis “Schreibfabrik” wo auch Margit Heumann mitgekommen ist und ich meine Tanzschulenszene aus der “Frau auf der Bank” ausprobiert habe.

Denn es gibt da ja jetzt schon eine Reihe von Seminaren und Ausbildungen. das Ganze ist also sehr angewachsen, während es einmal ganz klein wahrscheinlich mit Seminaren für Studenten mit Schreibhemmungen und der “Schreibnacht” die jeden ersten Freitag des Monats stattfindet, angefangen hat, wo man sich für dreißig Euro, glaube ich, treffen und gemeinsam zu einem Thema schreiben konnte.

Da war ich noch nie und habe immer gehofft bei der Verlosung bei den Schnuppertagen, das vielleicht einmal zu gewinnen. Aber in Corona-Zeiten hat sich das “Writersstudio”, das da ja sehr innovativ ist wieder etwas besonderes ausgedacht. Es bietet nämlich in der Karwoche verschiedene Onlinekurse an, mit denen man sozusagen gegen die Corona-Krise anschreiben kann.

So gibts beispielsweise unter dem Titel “Auferstehung abgesagt” ein “Black Humor Writing” immer jeweils von 23 bis 01 Uhr, wo man sich wahrscheinlich den Corona-Frust ironisch herunterschreiben kann und das Tagebuch oder Journalschreiben ist ja auch eine gute Methode.

Klaus Kastberger hat im Literaturhaus Graz, die Autoren deren Veranstaltungen er krisenbedingt absagen mußte, zu einem solchen eingeladen und ich schreibe ja auch schon länger ein Corona-Tagebuch, um vielleicht auch Material für einen möglichen Roman zu bekommen.

Bei Birgit Schreiber kann man das im Onlinekurs “Keep Writing – Mit dem Journal gesund durch die Krise”, nächste Woche Montag bis Freitag von 10 bis 12 online plus einer Stunde individueller Schreib und Lesezeit tun.

Dann gibt es auch ein Online “Short Story-Seminar- Endlich Zeit, eine Geschichte zu schreiben” das wieder Ana Znidar wieder macht.

“Writerstricks” kann man auch online lernen und als Auftaktveranstaltung gibt es diesen Freitag eine gratis Online-Schreibnacht:

“Trost & Re-Gnose in Zeiten von Corona: Schreiben in der Oase der virtuellen Writer`studio-Gemeinschaft”  mit Janina Pollak zu der ich mich natürlich angemeldet habe.

Das beginnt um acht, da bekommt man einen link, wo man sich bei “Zoom” anmelden kann.

Das habe ich schon bei Jurenka Jurks Gratisseminaren versucht und bin öfter daran gescheitert, kann aber natürlich auch selber und mit mir allein einen Text zu diesem Thema schreiben und dann mit meinen Blog für meine Leser einstellen.

Mal sehen, wie es geht? Am morgigen Samstag gibt esauch wieder ein Video von Ronny Rindler zu seinem “Quarantäneschreiben” und da habe ich mir ja vorgenommen, weil ich mit dem “Fräulein No” ja schon fertig bin und nur noch mein “Schreibebuch” korrigieren, beziehungsweise mit dem Alfred das Cover finden muß, die Seminaraufgaben nachzumachen und da vielleicht schon die ersten Planungsstufen des “Kein Frühlingserwachen mit Corona” zu erstellen.

Man sieht der Kreativität ist in Zeiten, wie diesen kein Riegel vorgeschoben. Man kann alles online machen, Webinare, lesen, nur schreiben muß man selber, aber wenn man das in einer Online Schreibnacht oder einem Online Webinar tut, fühlt man sich vielleicht weniger allein.

Fertig mit dem Fräulein No

Hurrah, hurra, ich bin fertig mit dem Korrigeren, meines siebenten “Nanwowrimo”, “Fräulein Nos Nachtcafe”, wo ich im November zwischen “Buch Wien” und “Buch Basel” und auch noch andere Events den Rohtext geschrieben habe.

Den Text dann bis Jänner, glaube ich, liegen gelassen habe, weil ich ja noch das “Zweite Literaturgeflüsterbuch” fertig zum Korrigieren hatte und den Text ab da fertig korrigiert habe.

Jetzt bekommt ihn der der Alfred, damit er das Buch druckereifertig machen kann und ich kann nur hoffen, daß es in Zeiten, wie diesen mit den Coronanöten den “Digitaldruck” dann noch gibt und vorher sollte das zweite “Literaturgeflüstertexte Buch – Mein Schreiben – meine Bücher” fertig werden. Das hat der Alfred jetzt soweit durch, ich muß es noch durchsehen und das Cover brauchen wir auch.

Da habe ich ja schon einige Ideen, nämlich ein Bild von mir mit einem Buch beispielsweise das und dann eines von meinen Büchern. Der Alfred will etwas Neues machen, mal sehen, wie es wird?

Das Cover vom “Fräulein No” ist auch noch zu gestalten. Da haben wir noch kein Bild und da hötte ich an ein Cafehaus oder Beisl gedacht. Aber das wird ja jetzt, wo man nicht hinausgehen darf oder soll  schwierig. Es ist aber noch etwas Zeit dazu, weil der Alfred den Text ja erst durchsehen muß.

Fünf Szenen habe ich wie schon öfter geschrieben aus dem Text hinausgeschmissen, die sind jetzt vollständig im Blog zu finden, so daß sich meine Leser, denen vielleicht Coronabedingt fad ist, schon ein bißchen ein Bild davon machen können, bis es dann, wenn wir das Cover haben, zur “Vorschau” kommt, wo ich natürlich wieder ein Gewinnspiel machen werde, und zur Leserunde aufrufen werde und dann ran an das neue Schreiben, etwas, was man ja jetzt, wo es keine Veranstaltungen und auch keine besondere Ablenkungen gibt, wahrscheinlich besonders gut kann und auch besonders zu empfehlen ist und wenn meine Leser jetzt vielleicht fragen sollten, wie das jetzt mit meinen Schreibednungs- oder Schreibanfangsritualen ist?

Die fallen, fürchte ich, diesmal aus oder sind  ein bißchen anders oder auch nicht, denn da gibt es ja wieder das deja vue Erlebnis.

Denn im vorigen Jahr, als ich mit der “Magdalena Kirchberg” endlich fertig war, war ich ja noch nicht so gut bei Fuß, um in der Stadt herumzustreifen und dann waren wir schon in Harland und ich habe mich, glaube ich, mit dem “Traisenparkcenter” begnügt und heuer könnte ich ja nicht shoppen gehen und will auch nicht mit Maske herumlaufen, die man ja demnächst zumindestens in den offenen Geschöften  tragen muß und über fünfundsechzig bin ich  auch schon, aber es gibt etwas anderes für den Neuanfang und das hatte ich ja irgendwie auch vor, wie meine  regelmäßigen Leser vielleicht wissen.

Denn ich habe ja immer die Idee, es vielleicht doch einmal mit der “Heldenreise” zu probieren, das heißt einen Roman mit Spannungsbogen zu schreiben, trifft mich ja immer der Vorwurf, daß bei mir nichts passiert, beziehungsweise das, was niemanden interessiert. Da habe ich mir ja Gustav Ernsts Buch “Romane schreiben” dafür schicken lassen und zum Jahreswechsel die Unterlagen und die Probeseminare der Jurenka Jurk dafür studiert.

Dann war ich im Jänner bei diesesn Schütte-Lihotzky-Abend und habe dann bald die idee geboren im nächsten Buch, die Beziehung einer Frau, eine Museumskuratorin ist mir das vorgeschwebt, deren Mann einen Schlaganfall oder Alzheimer hat, also von ihr gepflegt wird, sich in einen Jüngeren verlieben zu lassen und darauf die Handlung vorher nach Stufenplan aufzubauen, bevor ich mit dem Rohtext beginne.

Als ich das plante, war ich, glaube ich, gerade mit dem “Literaturgeflüsterbuch” fertig und die Rohtextüberarbeitung des “Fräulein Nos” folgte, dann kam Corona und, daß ich darüber schreiben will, ist ja irgendwie naheliegend aber vielleicht nicht möglich, weil wir stecken ja mittendrin im Geschehen und haben keine Ahnung, wohin uns der Weg noch führt. Trotzdem was eignet sich dazu, wenn nicht das?

Und so werden meine Leser vielleicht bemerken, daß ich auch eine Art Corona-Krisentagebuch führe und die Idee, die Roswitha sich in Quarantänezeiten sich in ihren Viktor, heißt er, glaube ich, verlieben zu laßen und das Ganze darum herum, einzubeziehen, ist auch naheliegend, obwohl ich, wie gesagt, ich keine Ahnung habe, ob und wie sich das realisieren läßt.

Dazu einen Erinnerungssplitter, als ich eine junge Studentin war, habe ich mich in einen älteren Mann verliebt und wollte, naiv wie ich damals war, darüber schreiben. Es ist nicht gegangen, weil ich viel zu sehr befangen von der Chose war.

Das könnte jetzt ähnlich werden. Es läßt sich aber probieren und das nach Romanfahrplan schreiben, läßt sich glücklicherweise auch ohne Jurenka Jurks Lehrgang zu besuchen, wie, ich glaube, jetzt auch besuchen, veranstaltet ja Ronny Rinderer derzeit einen “Quarantimo” und stellt dazu jeden Samstag ein Video ein, wo er spezielle Aufgaben zur Romanentwicklung gibt.

Diese Videos habe ich mir bisher immer angeschaut, ein bißchen mitgeschrieben, die Aufgaben aber nicht gemacht. Jetzt könnte ich das am nächsten Samstag tun. Die aufgaben nachholen und mit dem Romanplanen  beginnen.

Ob ich vorher noch die Fenster putze oder nicht, weiß ich nicht so genau, ist das vielleicht  ja, da der Alfred  Homeoffice macht, derzeit etwas schwierig. Aber am Freitag fährt er immer nach St. Pölten, um mit der Vierundzwanzigstundenbetreuerin einzukaufen. Da ginge es vielleicht und da gibt es auch ein Quarantäneschmankerl über das ich dann auch berichten will.

Nämlich eine Online Schreibenacht des Writersstudio. Man sieht an Schreibimpulsen gibt es derzeit keinen Mangel und so werde ich mein neues Projekt vielleicht ein bißchen anders, aber ebenso kreativ starten und nur hoffen, daß das “Schreibebuch” und das “Fräulein No” auch trotz Corona erscheinen können.

Dorothea

“Dorothea Hartinger hatte heute “Elterndienst”, wie Bruno, das zu nennen pflegte. Das heißt, sie war an der Reihe zum Elternsprechtag in der Schule zu erscheinen, wo die Zwillinge in die erste Klasse gingen. Es war eine ganz gewöhnliche Volksschule, die nächst gelegene im Wohnsprengel, die Antonia und Jakob besuchten. Darauf hatte sie Wert gelegt, obwohl Bruno sie in der letzten Zeit öfter darauf ansprach und “Glaubst du wirklich, daß das eine gute Idee ist? Vielleicht sollten wir darüber sprechen, denn wenn man das glaubt, was man so in den Zeitungen liest, können einen schon Bedenken kommen, ob sie da nicht unterfordert sind und vielleicht sogar Verhaltensauffälligkeiten bekommen!”, zu ihr mit besorgter Stimme sagte.

Dorothea hatte ihn da immer empört angeblinzelt und “Ich dachte, Bruno, du bist ein aufgeschlossener  Mensch, der sich, um diese ausländerfeindlichen Debatten nicht kümmert und seine Kinder nicht in die elitären Privatschulen schicken will oder habe ich mich getäuscht?”, eingeworfen.

Da hatte er den Kopf geschüttelt und “Natürlich nicht, Doro!”, geantwortet. “Sonst wäre ich nicht Anwalt geworden und hätte nicht so viele Asylwerber unter meinen Klienten! Aber ich möchte, daß die Kinder lesen und schreiben lernen, sowie später studieren können und die Toni hat mir gestern empört von einem Jungen erzählt, der ihr das Essen einer Schinkensemmel verbieten wollte, beziehungsweise sie “Blödes Schwein!”, genannt hat, weil das nicht halal wäre “Und das will ich nicht, daß meine Kinder gemobbt werden und die Toni vielleicht aufgefordert wird, ein Kopftuch aufzusetzen, weil sich das für eine anständige Frau so gehört!””

“Dabei hast du Fatma Sajyan vertreten, das heißt, nein, die war nicht deine Klientin! Du warst der Anwalt, der angeblichen Bespuckerin, aber die ist auch eine sozial schwache Frau und gehört eigentlich in mein Revier!”

“Natürlich, Doro!”, hatte Bruno versöhnlich geantwortet und sie an sich gedrückt.

“So ist es und schau nicht so bös! Ich meine nur! Natürlich will ich noch immer nicht meine Kinder in elitäre Privatschulen schicken und werden weiterhin Flüchtlinge und Außenseiter vertreten! Aber den Kindern möchte ich auch nicht schaden! Das verstehst du sicher und bist auf meiner Seite! Also schau dich um, wenn du in die Schule gehst! Mach die Augen auf und du kannst mir danach davon berichten!”

Das tat sie auch, als sie jetzt zwischen zwanzig anderen Müttern und nur einem einzigen Vater, die Emazipation schien sogar in dem angeblich noblen neunten Bezirk, in dem sie mit Bruno und den Kindern in einer Altbauwohnung in  der Währingerstraße lebte, Halt gemacht zu haben und sie gestand sich auch ein, daß es die  Gegend war, die sie veranlaßt hatte, die Kinder in der Seegasse einzuschreiben. Wenn sie in Margareten oder Ottakring wohnen würden, wäre es vielleicht anders gewesen. Aber in AKH-Nähe, hatte sie gedacht, könnte sie die Kinder in eine öffentliche Volksschule schicken, um sie nicht von der Wirklichkeit auszuschließen. Sah  sich jetzt in einer Reihe von Kopftuch tragenden Frauen sitzen, schüttelte aber, ob dieser Gedanken gleich den Kopf und dachte “Es ist trotzdem fortschrittlich, daß die Frauen in die Schule kommen! Habe ich doch gehört, daß es bei den Muslimen, die Männer sind, die das tun, weil sie die Frauen nicht aus dem Haus gehen lassen oder die sich das nicht zutrauen und dann wieder Ärger erregen, weil sie der Lehrerin nicht die Hand geben oder die nicht als solche anerkennen!” und bemerkte nun, daß der einzige Mann in der Runde tatsächlich Syrier oder Türke zu sein schien. Ob er der Lehrerin, einer Frau Silvia Reiter, die Hand gegeben oder sie verweigert hatte, konnte sie nicht sagen. Das hatte sie nicht gesehen und die Lehrerin, die sie sehr freundlich begrüßt hatte und “Willkommen, Frau Doktor Hartinger! Setzen Sie sich nur! Ich hoffe, die Kinderstühlchen sind für sie nicht zu unbequem!”, machte auch nicht den Eindruck, als würde sie sich unterdrücken lassen, sondern wirkte mit ihren kurzen Pagenschnitt, den hennarotgefärbten Haaren und ihrer Baumwollbluse, ebenfalls sehr fortschrittlich, die sich darüber zu freuen schien, daß sie  die Kinder in ihre Klasse gegeben hatte, was den Klassendurchschnitt und das Image sicherlich erhöhte, wenn sie sagen konnte “Ich habe eine Ärztin und einen Anwalt unter meinen Klasseneltern!”

Die anwesenden Mütter schienen diese Berufe nicht auszuüben, wie sie schätzen würde, obwohl sich außer einigen asiatisch aussehenden Frauen und einigen Serbinnen, wie sie schätzen würde, auch österreichische  Frauen befanden und die hoben gleich die Hand und erkundigten sich, ob es wahr wäre, daß heuer die Nikolofeier ausfallen würde, weil man den muslimischen Kindern den heiligen Mann nicht zumuten könne und sie sich vor dem Krampus fürchten würden.

“Und das will ich nicht!”, sagte jetzt eine hagere Frau in einem schwarzen Rock und einer schwarzen Bluse energisch, an deren Aussprache Dorothea,  den polnischen Dialekt erkannte.

“Meine Katinka soll christlich erzogen werden und ich will auch ein Weihnachts- und kein Winterfest!”

“Aber den Christlindlmarkt zu besuchen, ist vielleicht gefährlich? Hört man doch so viel von den terroristischen Anschlägen, die da passieren!”, warf eine andere Frau ein und ehe Dorothea  “Blödinn!”, sagen und einwerfen konnte, daß sie  auch den Nikolo wünsche nicht nicht wollte, daß Antoia wegen einer Schinkesemmel angepöbelt  wurde, es ihr aber egal war, ob es Weihnachts-oder Winterfest heiße, da sie ohnehin nicht katholisch und die Zwillinge nicht getauft waren, mischte sich Silvia Reiter ein und sagte in  breiten Wiener Dialekt “Keine Sorge, liebe Mütter, lieber Vater! Zu uns kommt der Nikolo und ein Christkindlmarktbesuch ist geplant, weil sich die Kinder darauf freuen! Aber keine Angst, das Rathaus hat uns versichert, daß er gut gesichert ist, so daß man unbesorgt einen Schulausgang dorthin machen kann! Und die Antonia und der Jakob halten sich sehr gut! Sie sind unsere Musterschüler und wir freuen uns sehr, daß wir sie in der <klasse haben!”, erklärte sie an sie gewandt und fügte, als würde sie den Einwand des muslimischen Vaters befürchten, hinzu “Was für den Mo, wie wir den Mohamed nennen, auch gilt, Herr Pashmir! Er bekommt auch kein Schweinefleisch! Da achtet die Küche sehr darauf, daß das nicht passiert, obwohl wir für die Ganztagskinder drei Menus zur Auswahl haben, so daß sich jeder aussuche kann, was er mag und wenn Sie rechtzeitig, die Menüs bestellen, brauchen Sie nicht in Sorge sein!”

Dorothea fiel wieder Brunos Frage ein und überlegte, ob sie es Silvia Reiter antun könne, die Kinder abumelden, die sich in der schule trotz der “Schwein-Beschimpfung”, die Antonia widerfahren war, wohlzufühlen schienen und ihre Freunde hatten und, als sie später im Einzelgespräch, nachdem sich die Runde aufgelöst hatte und die meisten Eltern nach Hause gegangen waren, die Lehrerin danach fragte, beziehunsweise ihr die Geschichte mit der Schinkelsemmel erzählte, schüttelte die den Kopf und wiederholte wieder “Keine Sorge, Frau Doktor Hartinger! Es stimmt schon, da hat der Ali, die Toni ein wenig angerempelt! Das hat er wohl zu Hause so gehört, aber keine Angst! Die Toni ist ein starkes Mädchen und hat sich gewehrt! Ich dürfte Ihnen das vielleicht gar nicht sagen! Aber sie hat ihn wütend angefunkelt und “Spinnst du?”, gefragt. “Ich lasse mir von dir nicht vorschreiben, was ich esse und ein Kopftuch werde ich mir auch nicht aufsetzen, da ich keine Muslimin bin!”, und dann hat sie zugeschlagen.  Aber bevor ich mich einmischen und sie ermahnen konnte, hat sie sie dem Ali ihre Schikensemmel hingesteckt und  “Tut mir leid, entschuldige!”, gesagt. “Willst du nicht einmal probieren?  Sie schmeckt sehr gut und ich weiß gar nicht, was du gegen Schinken hast? Ich esse ihn jedenfalls sehr gern!” Und wissen Sie, Frau Doktor Hartinger, da habe ich gesehen, wie es in seinem Augen aufgeblitzt hat und er gerne zugebissen hätte, wen er sich nicht vor dem Mo und dem Hassan, die daneben standen und ihn anstarrten, geniert hätten!”, sagte Silvia Reiter und nickte ihr schelmisch zu, bevor sie sich Frau Wysocki zuwandte, auch eine Frage an sie hatte.”

So das war jetzt die vierte hinausgeschmissene Anhangszene, die ich im November meinen siebenten “Nanworimo” angefügt habe, um die geforderte Wortanzahl zu kommen.

Die Szenen “Fatma”, “Harry” , “Sibylle” sind hier zu finden, sowie die frühere Szene neunzehn, die in den Text, der derzeit hundertzwei Seiten, neununddreißig Seiten und derzeit 49527 Worte hat, nicht mehr enthalten ist, so daß man sich jetzt schon einen kleinen Einblick machen oder zumindestens die handelnden Personen kennenlernen kann.

Ich bin ja derzeit sehr am Korrigieren, hoffe bald fertig zu werden, so daß mein achtundvierzigsten Selbstbemachtes bald erscheinen kann. Vorher soll ja das zweite “Literaturgeflüsterbuch”“Mein Schreiben-meine Bücher” fertig werden und ich hoffe nur, daß es dann den “Digitaldruck” noch gibt, so daß die Bücher erscheinen können.

Bis dahin fordere ich auf in die Blogartikel hineinzuschmöckern, das erste “Literaturgeflüsterbuch” ist auch im Blog zu finden und die Kurzgeschichtenerzählung “Besser spät als nie” sowie auch einige Artikel aus der “Nika, Weihnachtsfrau”, aber das passt derzeit nicht zum schönen Wetter und nicht zur Jahreszeit.

Wer  mehr von meinem Schreiben wissen will, kann sich auch auf meiner Website umsehen und eventuell bei mir bestellen oder sich  die Videos anhören, die es von meinen Lesungen gibt.

Da habe ich ja einmal im El Speta aus meiner “Frau auf der Bank” und der “Wiedergebornen” gelesen und einmal vor dem offenen Bücherschrank aus der “Mimi”

Bis zum Ende

Remigiusz Mroz, dem polnischen Kultautors “Bis zum Ende” habe ich  nicht angefragt, wohl aber seine “Kalten Sekunden” gelesen und damit, ob der Brutalität und der überraschenden Wendungen, meine Schwierigkeiten gehabt, aber eigentlich auf das vor einem knappen Jahr gelesene Buch inzwischen fast vergessen, so daß ich, als ich den Inhalt von “Bis zum Ende” gegooglet habe, ein deja vue hatte und glaubte, ich hätte das Buch schon gelesen, aber nein, “Bis zum Ende” ist  die Fortsetzung der “Kalten Sekunden”, der Geschichte von  Damian Werner, dem seine Braut Ewa verloren gegangen ist, sie suchen will, sich an eine Detektei wendet, die Detektivin Kassandra von ihrem Mann Robert mißbraucht wird und sich dann in Ewa verwandelt und so weiter und so fort.

Nun sind zu den zehn Jahren des Verschwindens ein weiteres vergangen. Damian Werner zieht in eine neue Wohnung, trinkt Bier,  lebt depressiv vor sich hin, bis er Kassetten  findet. Wieder eine Botschaft von der verschwundenen  Ewa und Kassandra, seine Feindin taucht auf, erzählt von ihrem verschwundenen Sohn, den finden sie dann im Koma in einer Klinik. Kassandra wird verhaftet, im Gefängnis mißbraucht und Damian Werner zieht mit Kassandras Assistentin, die er in einem Sushi-Lokal findet, zu einem ehemaligen Jugendclub und man forscht wieder in Ewas Vergangenheit.

Dann taucht Ewa plötzlich auf und verschwindet wieder, beziehungsweise zwingt sie Kassandra, die Kassetten aufzunehmen, also eigentlich eine Zeitsprung nach hinten, wenn ich nicht etwas mißberstanden habe und die Schwierigkeit, der Bücher ist auch, daß sie in zwei Perspektiven geschrieben sind, in der von Damian Werner und der von Kassandra.
Aber beide in Ich- Form, dann hatte ich genau, wie einige “Amazon-Rezensenten” auch Schwierigkeiten mit den Namen, obwohl ich das Vorbuch ja gelesen habe. Hat man nicht,   tut man sich wahrscheinlich noch viel schwerer, das Ganze zu verstehen, obwohl es ja eigentlich nur, so weit ich es verstanden habe,   eine Wiederholung des Erstens ist und nicht wirklich neue Fakten bietet oder doch vielleicht, Ewa sticht Kassandra nieder, die wird von Damian gerettet und die beiden gehen in ein neues Leben.

Man könnte den Thriller also auch psychanalytisch deuten und dann wäre ich auf den dritten Teil gespannt. Mal sehen ob ein solcher zu mir kommt?

“Zuerst war es Stieg Larsson, dann Jo Nesbo, jetzt ist die Zeit für einen weiteren sensationellen Spannungsautor gekommen:ausPolen”, steht  am Buchrücken.

Harry

In Zeiten der Corona-Krise und des Veranstaltungsstops, wieder ein “Fräulein No-Schmankerl”, denn ich habe ja noch zwei der vier hinausgeschmissenen Anhangszenen, die ich hier vorstellen kann, denn ich war ja am vierzehnten November schon mit meiner Gliederung fertig, wußte, es werden keine fünfzigtausend Worte und bin auf die Idee gekommen, einigen Personen, die im Text keinen eigenen Handlungsstrang hatten, eine eigene Szene zu schenken, eine ist davon der Harry, dem Cafehausbesitzer, der das Ganze überspannt, beziehungsweise in seinem Cafehaus alle zusammenbringt und dem habe ich am Schluß noch eine Krebserkrankung verpasst.

Als ich mit dem Rohtext fertig war, habe ich von den vier Anhangszenen, die keinen direkten Bezug zu der Handlung hatte, die von der Dorothea, die zum Elternsprechtag geht und der Fatma, die zum Begräbnis der Großmutter nach Teheran fliegt, die ja damals noch eine Iranerin war, hinausgeschmissen und die des Harrys und der Sibylle vorerst drinnen gelassen, dann aber  auch weggelassen, weil sie ja keinen direkten Handlungsbezug hatten, beziehungsweise, die Krebserkrankung des Harrys der Handlung eine andere Interpretation gegeben hätte.

“Es ist alles in Ordnung, Henrike” hatte er am Sonntag zu der alten Freundin gesagt, als er mit ihr an dem mit einer altmodischen weißen Häkeldecke, die wohl noch von ihrer Großmutter angefertigt worden war, gedeckten Tisch gesessen war und auf die schon etwas verblasste Tapete im Speisezimmer der alten Grinzinger Villa gesehen hatte, die dringend renoviert gehörte, wozu aber das nötige Kleingeld fehlte. Die Häkeldecke war aber frischgestärkt und in der Mitte stand in einer genauso altmodischen Glasvase, die auch von der Großmutter stammte, seine mitgebrachte Rose. Eine Schachtel “Lindt-Bonbons”, die wohl der Schauspielschüler mitgebracht hatte und das Gansl mit dem Rotkraut und dem Kartoffelknödel, das er Gabel für Gabel in sich hineingeschaufelt hatte, hatte ausgezeichnet geschmeckt.

“Alles in Ordnung!”, hatte er gesagt und dachte, während er in einer der Abulanzen des Allgemeinen Krankenhauses saß und auf seinen Onkologen wartete, “Wie man es nimmt!”

Die Grinzinger Villa verfiel allmählich und wurde von Henrike nur mit seiner Unterstützung halbwegs in Schwung gehalten. So hatte er ihr versprochen, sich im Frühjahr, um das Dach  zu kümmern und auch die Zimmer im Erdgeschoß und im ersten Stock auszumalen und sie hatte ihn  dankbar angesehen.

“Gilt das auch für die Psychotante, die übrigens eine patente Person zu sein scheint. Ich habe mich vor der Vorstellung, um in die richtige Stimmung hineinzukommen, ein wenig mit ihr unterhalten!”, hatte der Schauspielersohn gefragt und dabei angestrengt an seiner Gänsekeule genagt.

“Wirklich ausgezeichnet ist dir der Braten gelungen, Henrike!”, hatte er gelobt, bevor er die an ihm gestellte Frage beantwortet hatte.

“Ist sie, junger Mann, wenn  vielleicht auch ein wenig schwierig! Hat das Leben sie doch ein bißchen mehr, als die meisten anderen gebeutelt! Sie ist aber, wie ich mich überzeugen konnte, ein Stehaufmännchen oder besser Frauchen, um politisch korrekt zu gendern, das sich nicht unterkriegen läßt, sondern es immer wieder neu probiert, so oft sie auch auf den Boden geworfen wird!”, hatte er an seinem Gänsebein kauend gesagt und sich die Frage gestellt, wie das wohl bei ihm wäre? Dann “Wirklich ausgezeichnet!”, wiederholt und No versichert, daß seines Wissens nach alles in Ordnung sei!

“Wenn ihr nach der Vorstellung nicht so schnell geflüchtet wärt, hättet ihr euch davon überzeugen können! Die Anzeige ist zurückgezogen, Fatma Sayjan hat sich entschuldigt und eine Nichte ist aufgetaucht, die sich, um die Tante kümmern will!”, hatte er verkündet und war sich sicher, daß absolut nichts in Ordnung war, er aber nicht wußte, wie er das der alten Freundin beibringen sollte, die ihm zwar zu durchschauen schien, merkte er doch, daß sie immer wieder nachdenklich zu ihm hinübersah, beibringen konnte, daß er laut Auskunft seines Arztes, der ein hochspezialisierter Onkologe war und kein Allgemeinmediziner, wie Ulrich Blumenbach, nur mehr ein paar Monate zu leben hatte, weil der Krebs seinen Körper und seine Prostata schon sehr angeknabbert hatte, wie er das vor fünfundzwanzig Jahren, bei ihrem Walter getan hatte, den sie immer noch  mit ihrem Setter jeden Tag an seinem Grab besuchte. Er hatte es ihr nicht sagen können, die sich freute,  daß das Dach im Frühling, endlich ausgebessert wurde. So daß es nicht mehr hineinregnen konnte, wie es jetzt gelegentlich geschah. Ihr nicht sagen, daß er nicht versichern konnte, daß er dann noch am Leben und so fit war, auf der Leiter herumzuklettern und die Arbeiten, die er von ihr versprochen hatte, auszuführen. Zwei Wochen bevor ihm der Onkologe mit besorgten Gesicht mitgeteilt hatte, daß es sehr ernst und mit dem Befund nicht zu spaßen war, hatte er ihr das versprochen und sie hatte sich, wie ein Kind gefreut und ihr Gesicht hatte gestrahlt, als sie “Dann wird doch noch etwas aus der Villa und ich brauche nicht zu fürchten, daß sie über uns zusammenkracht und uns begräbt!”, zu ihm sagte.

“Ich danke dir vielmals lieber Harry und werde mir auch überlegben, den Krümel doch in einen Theodor oder einen Heinrich umzunennen, um dich nicht zu ärgern!”, hatte sie versprochen und ihn, wie sie sich zu erinnern glaubte, am Sonntag fragend angesehen, als ob sie etwas von seiner Spannung und seinen Sorgen, die ihn seither plagten, ahnte. Er konnte es ihr aber nicht sagen, fürchtete er doch, daß sie die Nachricht nicht aushalten,sondern darüber zusammenbrechen würde, wie sie es beim Tod ihres Walters und dem ihrer Tochter fast getan hatte. Damals hatten sie zuerst Martha und später die kleine Enkeltochter davon abgehalten. Jetzt  war aber Nolantha erwachsen und würde sie mit ihrem Schauspielerfreund wahrscheinlich verlassen, wie er es auch bald tun würde, so daß sie in der baufälligen Villa mit ihrem Hund ind ihren Toten alleine blieb. Er hatte es nicht geschafft, sondern getan, als wäre alles in Ordnung, wie er ihr an diesem Sonntag, wie eine Marionette immer wieder versichert hatte, obwohl sie es ihm nicht zu glauben schien. Deshalb hatte er auch Ulrich Blumenbach gefragt, ob er sich nicht um die Junkies und die Nutten, die regelmääßig im Cafe auftauchten, kümmern konnte, was aber ein Vorwand  war, denn wenn er ehrlich war, hatte er es deshalb getan, um einen Arzt im Haus zu haben, wenn es ihm schlecht ging und er vielleicht zusammenbrach, hatte er bei Henrike gedacht und nach dem Glas gegriffen, um einen Schluck von dem mitgebrachten Wein zu trinken und sich von den düsteren Gedanken abzulenken, die in seinem Kopf routierten und nicht zu vertreiben waren.

“Alles in Ordnung, Oma!”, hatte auch No bestätigt und nach einer der Bonbons gegriffen, nachdem sie ihre Günsekeule und den Pudding, den es zum Dessert gab, gegessen hatte.

“Gerti Schuster wird vielleicht zu ihrer Tante ziehen  Harry hat uns einen Hausarzt engagiert, der jetzt Abend für Abend zu uns kommt und ich und der Fabi werden das Stück demnächst in Graz  aufführen und dir Oma, geht es auch sehr gut, nicht wahr?, hatte sie noch wissen wollen, bevor sie in die Küche verschwunden war, um dort Kaffee zu kochen und er hatte keine Antwort gegeben. Hatte das nicht über sich gebracht, obwohl er es wahrscheinlich mußte, weil er die alte Freundin, die ihm, als es ihm schlecht gegangen war, wieder aufgerichtet hatte, nicht unvorbereitet verlassen sollte, dachte er und seufzte auf, während sein Blick durch die Amublanzräume und über die anderen Patienten glitt, die wohl ebenfalls auf ihre Diagnose wartend, auf den orangen Plastiksesseln Platz genommen hatten. Vielleicht sollte er mit Ulrich Blumenbach darüber sprechen, wie er es Henrike beibringen könnte, dachte er und war erleichtert, daß ihm dieser Einfall gefallen war. Denn der war ein guter Arzt, dem es, weil sein Lebensmensch zu ihm zurückgekommen war, auch wieder besser zu gehen schien. Professor Wagner, der ihm demnächst etwas von Chemo- und Strahlentheraphie vorschwatzen würde, der er sich unterziehen sollte, könnte er natürlich gleichfalls fragen, dachte er und stand auf, weil sein Name auf der Anschlagtafel aufleuchtete und er ins Besprechungszimmer gerufen wurde.”

Die hinausgestrichene Szene neunzehn mit den Schreibberichten gibt es hier zu lesen.

Leben im dystopischen Raum

Wenn ich vor einigen Monaten jemanden erzählt hätte, daß man in Wien und auch sonstwo nicht mehr auf die Straße gehen  soll und, daß man, wenn man es trotzdem tut und sich in einem Park oder am Donaukanal auf eine Bank setzt, ein Polizist kommen und sechshundert Euro oder was auch immer Strafe von einem verlangen kann. Man in der  U-Bahn einen Berechtigungsschein vorweisen muß, daß man zur Arbeit fährt und, daß die die Hausärzte einen nicht mehr in ihre Praxis lassen und sich auch weigern die E-Cards anzugreifen, also nur über das Internet ordinieren und womöglich darüber Ferndiagnose abgeben, hätte man mich wahrscheinlich für verrückt gehalten oder bestensfall gefragt, ob ich nicht zuviele Horrorromane lese und wenn ich das in einem solchen aufgeschrieben und an “Rowohlt” oder auch nur oder “Droschl” oder “Arovell” geschickt hätte, hätte ich wahrscheinlich keine Antwort bekommen oder das das zu phantastisch wäre, obwohl ich in den letzten Jahren einige solcher Dystopien gelesen habe.

Das erste Mal bin ich auf den Ausdruck Dystopie, vorher hätte ich utopischer Roman gesagt, glaube ich, 2015 aufmerksam geworden, als ich beim “Deutschen Buchpreisbloggen” auf Heinz Helles “Eigentlich müßten wir tanzen” gelesen habe. Dann hat Stephan Teichgräber ein Workshop zur utopischen Literatur abgehalten, wo ich noch einmal in George Orwells “1984” hineingeblättert habe und mir dachte, das haben wir ja längst erreicht.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2020 und eine weltweite Pandemie ist ausgebrochen, die sich von China über die ganze Welt erstreckte.

Jetzt hebt China die Ausgangssperren langsam wieder auf und öffnet am Montag, glaube ich, die Einkaufszentren , dafür ist die USA, wo Präsident Trump zuerst sehr lange, die Gefährlichkeit des Corona Virus leugnete zum Spitzenherd der Infiszierten angestiegen und er hat notgedrungen auch Ausgangssperren eingeführt, die er aber jetzt wieder aufzuheben will, weil ja die Wirtschafts darunter leidet.

Ein Dilemma natürlich und es weiß wahrscheinlich keiner, wie man sich verhalten soll?

Durch strikte Maßnahmen, wie diese, daß jetzt die Polizisten durch die Straßen laufen und jeden der sich dort befindet,  ermahnt und sich dadurch natürlich selber einer erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzt und auch der, daß genervte und wahrscheinlich psychisch nicht so stabile Bürger ausrasten und zu spucken und zu schreien anfangen, was in den zwei Wochen in denen es diese Maßnahmen schon gibt, zu hunderttausend Arbeitslosen und Kurzarbeitern führte.

Die Wirtschaft schreit auf, wir halten das nicht durch, fangt endlich an zu testen und haltet nur die alten, also, die über fünundsechzig, wo ich auch betroffen bin, von den Straßen fern, also vielleicht dreitausend Euro Strafe, wenn ich  einen Brief einwerfe, als wenn da ein Virus auf mich zurasen würde oder die Laissez faire-Methode, die auf  sogenannte Herdenimmunität setzt, wo ich mich eigentlich auch anschließen würde, denn die Jüngeren werden ja  kaum krank, wenn die dann vierzehn Tage zu Hause bleiben, sind sie immun und können wieder hinaus und das Leben kann halbwegs weitergehen. England hat das, glaube ich, praktiziert oder es so wollen, nur die Alten wegschließen, worauf es, glaube ich, zu einem Aufschrei kam und die Taktik geändert wurde, zu spät wahrscheinlich, denn jetzt sind sowohl Prinz Charles, als auch der Premiermistister infisziertund Angela Merkel wurde glaube ich, nachdem sie von einem positiven getestet Arzt geimpft wurde, als negativ erkannt.

Sehr viel Verwirrung also, wenn man jetzt zu Hause sitzt und im Fernsehen die ansteigenden Zahlen hört und, daß da jetzt schon wieder so und soviele Leute erkrankt sind.

Sie sind positiv getestet worden und wenn wüßte, wieviel Leute schon immun sind hilft das wahrscheinlich weiter und auch, wenn die Leute dann selber die vierzehn Tage zu Hause bleiben.

Das ist eine Methode, auf die ich setzen würde und sich das Ganze dann irgendwann in drei Monaten vielleicht, wie in China, ich weiß, da verwendete man noch drastischer Methoden an, als hier, wo ja nur die Polizisten kontrollieren und, die jungen Reporterinnen von Oe24 auf der Straße stehen, den leeren Graben zeigen und die alten Damen, wie die Frau B., die Tochter von einem einmal sehr bekannten Schriftsteller schief anschauen, wenn sie ihren Hund äußerln führen oder sich ihre Milch einkaufen.

Eine schwierige Situation und das Schlimmste, was die nach 1945 Geborenen wohl erlebt haben. Die Krise als Chance gibt es natürlich auch, ist aber warhscheinlich nicht so leicht umzusetzen, wenn ich ständig höre, schon wieder so und so viel Leute infisziert und die Zahl der Todesfälle nimmt zu und zu.

Die Kinder, die jetzt zu Hause mit ihren freigestellten im Homeoffice werkenen Mütter  lernen,  werden aber vielleicht verhaltensauffällig, wenn sie nicht in den Park dürfen und wenn sich dann die älteren zu viert oder auch mehr treffen um ein Bier zu trinken und das Corona-Party nennen, gleich die Polizei zu holfen, ist vielleicht auch nicht die Lösung.

Eine schwierige Situatuon, der Alfred hat gestern vor der Garage eine offensichtlich verwirrte Frau mit viel Gepäck getroffen, die nicht so genau wuße, wo sie hin soll?

Das hat mir die Frau auf der Krisenhotline, die ich angerufen habe, auch nicht so genau sagen können, so ist sie dann mit einem Taxi irgendwohin gefahren, ich hoffe sie ist gut angekommen und im Netz kann man sich, ich wiederhole es und betreibe es auch selber momentan sehr gut beschäftigen, deshalb habe ich auch wegen meines Veranstaltungsstop keine Entzugserscheinungen, sondern arbeite  mit  einem Teil meiner Klienten per Telefon, habe mich für die Krisenhotline des Berufsverbandes der Psychotherapeuten und auch für Krisensupervisionen zur Verfügung gestellt und auch bei Büchern scheint es einen Verzögerungsstop zu geben, da “Amazon”, bei dem aber, wie ich immer höre, ohnehin nicht bestellen soll, sich derzeit bevorzugt auf die Auslieferung von Klopapier und Hygienemittel zu konzentrieren scheint und die anderen Bücher, auf die ich  warte, von den Botendiensten ohne eine Unterschrift zu verlangen, vor die Tür gelegt werden sollen.

Innerhalb Österreichs scheint das zu funktionieren, da habe ich diese woche ein Buch bekommen, “Rowohlt” hat mir geschrieben, daß sie derzeit sehr viele Bücher zurück bekommen und mir den neuen Camilleri als E-Book geschickt. Die lese ich zwar nicht so gern, aber in der Not frißt die Teufelinin  ja angeblich Fliegen und so ist Nele Pollatscheks “Dear Oxbridge” auf diesen Weg jetzt doch zu mir bekommen, obwohl der Verlag es zweimal normal an mich verschickte.

Dann korrigiere ich natürlich viel, bin, wie ich hoffe mit dem “Fräulein No” demnächst fertig, habe da zwei neue nicht mehr im Text enthaltene Szenen als eigene Geschichten im Text eingestellt und bereite mich  natürlich schon auf das Schreiben in Zeiten von Corona vor, plane also darüber zu schreiben, obwohl, das wahrscheinlich nicht so leicht sein wird, weil man da ja noch nicht die nötige Distanz dazu hat und das Ganze wahrscheinlich erst in einigen Jahren so richtig beurteilen kann.

Und hier mein Corona-Textarchiv 1 2 3 4 5 6 7 8