Muttertagsfeier, Gedenkkundgebung und Bezirksschreiberlesung

Obwohl ein ganz normaler Arbeitstag war diesen Dienstag ganz viel los. Begonnen hat es mit der Muttertagsfeier zu der mich die Bezirksvorstehung Mariahilf, der Bezirk, wo ich ich seit 1977 wohnte, bevor wir nach ein paar Jahren Harland-Pendeln in die Krongasse gezogen sind, eingeladen hat. Seit vier Jahren bin ich da ja in der Liste der alten Frauen und meist die jüngsten. War zweimal im Haus des Meeres, was mich das erste Mal zu einer Szene in der Radiosonate, das zweite Mal zu einer in der “Absturzgefahr” inspirierte und voriges Jahr im Pensionistenhaus Loquaiplatz bei einem Konzert mit Heinz Zuber und Kaffee und Kuchen. Heuer war es wieder dort und die Schauspielerin Erni Magold, 86 Jahre jung und die ich aus den Theater der Jugend Veranstaltungen, ich glaube aus dem Theater im Zentrum, bzw. von einer ihrer bösen Darstellungen der Großmutter aus Ödön von Horvaths “Geschichten aus dem Wienerwald”, aber auch von einer Frauen lesen Frauen-Lesetheateraufführung, kenne, sollte aus ihren Memoiren “Lassen Sie mich in Ruhe” lesen, das sie gemeinsam mit Doris Priesching geschrieben hat und das Alfred schon für seine Mutter gekauft hat. Noch bevor die Einladung aus der Bezirksvorstehung Mariahilf gekommen ist, hat mich schon meine Cousine Irmi, die auch einmal in der Gumpendorferstraße wohne, angemailt und ich habe mich am Nachmittag kurz vor halb zwei auch mit ihr vor dem Eingang getroffen. Die Bezirksrätin Elisabeth Zoumboulakis-Rottenberg, die ich, glaube ich durch die Bezirksfrauenwochen kennenlernte, hat mich aber schon früher angemailt und mich zum “Tag der Befreiung” am Heldenplatz eingeladen. Die war dann nicht bei der Muttertagsfeier. Im Haus des Meeres ist sie immer gewesen und hat die Einladungen eigesammelt, bzw. die Gutscheine für die Würstel ausgeteilt. Es hat Kaffee gegeben und diesmal ein Stück Torte mit einem Herzen und einer Marzipanrose und die Bezirksvorsteherin hat ein Gespräch mit Erni Mangold und der Co-Writerin geführt. Das heißt, die drei Damen sind, nachdem der Kaffee getrunken und der Kuchen gegessen war, auf der Bühne gestanden, die Bezirksvorsteherin hat Erni Mangold ein bißchen nach ihrem Leben gefragt, beispielsweise warum sie Bruno Kreisky sexy fand?, wie es zu dem Buch gekommen ist? und und hat auch ein paar Buchabschnitte bzw. die Kapiteln vorgelesen. Um halb vier war die Veranstaltung zu Ende und ich wußte nicht recht, was ich anfangen sollte, wollte ich doch am Abend zu der Abschlußlesung des Alsergrund-Bezirksschreiberstipendiums ins Kabinetttheater in die Porzellangasse gehen. Das war um sieben, da ging sich ein Sprung auf den Heldenplatz noch aus. Denn am 8. Mai 1945 wurde ja der Krieg beendet und das wurde, glaube ich, immer im Parlament gefeiert, die Burschenschaftler legen aus diesem Grund am Heldenplatz aber auch immer Kränze nieder und trauern um ihre Niederlage und das gab immer Anlaß zu Auseinandersetzungen. Aber diesmal offenbar den ersten “Tag der Befreeiung”, einem Feierntag, zu dem mehrere Organisationen wie die Grünen, der Republikanische Club, die GAV, etc aufgerufen und mich dazu eingeladen haben. Als ich das Burgtor erreichte, war ich schon einmal erstaunt, weil dieses verschlossen, was ich zum ersten Mal in meinem Leben gesehen habe, obwohl ich schon auf vielen Demonstrationen am Helden- und am Ballhausplatz, zum Beispiel auch auf der großen im Jänner 2000 und auf der, am Tag der Angelobung von schwarz-blau, war. Die Kundgebung fand am unteren Ende statt und, um dort hinzugelangen, mußte man an einem Polizeispalier vorbei und alles war abgeriegelt.
Es waren noch nicht so viele Leute da, ich habe aber gleich Elisabeth Zoumboulaki-Rottenberg gesehen, die mir mein neues Buch abkaufte und mich einigen Leuten vorstellte und später Magdalena Knapp-Menzel von der GAV, die sich fragte, ob wir beide die einzigen anwesenden GAV-Mitglieder wären? Wir waren, es glaube ich. Die Renate Saßmann ist aber noch dazu gekommen und einige andere Gesichter. Die Grünen hatten einen Stand, wo stand “Wer heute nicht feiert, hat schon verloren”, dann sprachen David Ellensohn von den Grünen und Stadtrat Mailath-Pokorny, eine der Moderatoren sagte, daß Bezirksvorstehungen, darunter, die des fünften und des neunten Bezirkes, beflaggt worden seien. Die steirische Musikgruppe Stelzhammer musizierte und der Präsident der israelischen Kultusgemeide spendierte einige Flaschen koscheren Sekt. Dann bin ich durch die Polizei abgesperrte Innenstadt in den neunten Bezirk gegangen, denn, das Emily Walton Bezirksschreiberin geworden ist, habe ich ja schon einige Male geschrieben und habe ihre Bezirksschreiberberichte auch auf ihren Blog verfolgt, den ich seit einigen Jahren kenne und seither weiß, daß die 1984 in England geborene, auch eine ehrgeizige aufstrebende Jungautorin, wie Cornelia Travnicek, Anna Waidenholzer, deren neuen Roman im Herbst bei Residenz erscheint, etc ist. Als ich ihren Blog kennenlernte, hat sie, glaube ich, noch beim Kurier gearbeitet. Inzwischen ist sie, denke ich, freiberuflich tätig. Lesen habe ich sie bei der Texthobelspäne-Lesung vorigen Februar, hat sie ja auch Thomas Wollingers Schreibwerkstätten teilgenommen und jetzt ist ihr auch ihr Debut-Roman “Mein Leben ist ein Senfglas” erschienen, bei dessen Präsentation Anfang März in der Buchhandlung Kuppitsch ich war. Und von Jänner bis März ist sie die erste Bezirksschreiberin des Bezirkes Alsergrund geworden, das die Kulturkommission des Bezirkes, dessen Mitglied Friedrich Hahn, Bezirksrat, GAV-Mitglied und Textvorstellungs-Moderator in der Alten Schmiede ist. Sechsunddreißig Autoren haben sich zu diesem dreimonatlichen Stipendium, wo man 1500 Euro bekam, ein Konzept einreichen und dann einen Text über den Bezirk schreiben mußte, beworben, auch aus Deutschland und der Schweiz, obwohl keine Wohnung dabei war. Emily Walton hat gewonnen und in diesen drei Monaten auf ihren Blog intensiv über den Bezirk berichtet und immer wieder Artikeln, die von ihr in der Bezirkszeitung erschienen sind, hineingestellt. Jetzt gab es die Abschlußlesung im Kabinetttheater in der Porzellangasse, in dem ich noch nie war und das ein Stückchen näher dem Franz Josefs Bahnhof, als das Schauspielhaus ist. Eva Brenner, die auch am Heldenplatz war und die ich von den Adventspaziergängen in die Fleischerei und auch von ihren anderen Projekten kenne, zum Beispiel hat sie einmal bei einem Jelinek-Symposium referiert, ist ebenfalls hingekommen und hat sich sehr freundlich mit mir unterhalten und mir sogar ein Bauch abgekauft bzw. gegen die Peter Kreisky Gedenkschrift, mit dem sie ja befreundet war, getauscht. außer Emily Walton haben noch zwei andere Autorinnen gelesen, nämlich Stephanie Doms und Michaela Hinterleitner, die von den sechsunddreißig Bewerbern auf die Shortliste gekommen sind. Die Bezirksvorsteherin, die ich schon von der Offenen-Bücherschrank-Erföffnung umd dem Sigmund Freud Festakt kenne, hat eröffnet. Dann hat Friedrich Hahn ein bißchen was zu dem Stipendium gesagt, zum Beispiel, das er sich wünscht, daß es, wenn es wieder ausgeschrieben wird, verdoppelt wird. Dann wurde gelesen. Stephanie Domis hat mit einem sehr literarischen Text begonnen. Die 1979 geborene Michaela Hinterleitner hatte, wie sie sagte, kurze urbane Texte, einer handelte vom “Jonasreindl”, ein anderer vom “Alsergrund”, wo alle wichtigen literarischen Orte, die Strudelhofstiege, der jüdische Friedhof, aber auch das Kabinetttheater vorkam und Emily Walton hat, wie sie sagte, mehrere Alsergrund Geschichten geschrieben, die, die sie vorlas, hieß, glaube ich, “Frau mit dem Bleistift im Haar” und handelt von einer Helena, die von ihrem Freund verlassen wird, was sie, inzwischen in einer WG im Alsergrund wohnend, so traumatisierte, daß sie schreibend mit einem Bleifstift Sonntags durch den Bezirk herumläuft und alles aufschreibt, bzw. sich die sonderbarsten Geschichten ausdenkt, dabei wird sie von den Leuten scheel angesehen, mit Klagen bedroht, sie merkt aber auch, daß sie vor ihr flüchten und als sie sich darüber wundert, bemerkt sie auf einer Litfaßsäule eine Warunung, daß der Bezirk eine Bezirkschreiberin bekommen hat.
Eine sehr beeindruckende Geschichte, vor allem, da mir etwas Ähnliches auch schon mal passierte. 1992 war das, glaube ich, nicht im Alsergrund, sondern auf einer Radrundfahrt um den Neusiedlersee. Ich habe gerade “Lore und Lena” geschrieben und gedacht und gedacht, dabei die anderen ein paar Mal verloren und auf der Rückfahrt im Zug habe ich auch geschrieben, was einem Betrunkenen gar nicht gefiel. “Komm ich auch ins Büchel!”, hat er immer geschrieen. Ich habe mich ihm nicht erwehren können und es war mir sehr peinlich. Habe aber eine Geschichte darüber geschrieben, die in der “Unke” abgedruckt ist.
Nachher gab es noch die Verleihung eines anderen Awardes an eine Verlegergruppe, die Vorjahrspreisträgerin war Michaela Falkner, deren letztes Buch ich ja, gelesen habe, die den Preisträger aussuchen durfte und die Gruppe gewählt hat, obwohl sie den Text, den sie bei ihnen einreichte, ablehnten.
Nachher gabs ein tolles Buffet und als ich gegessen und lang mit Eva Brenner geplaudert habe, wollte ich mich noch Emily Walton als ihre eifrige Blogleserin vorstellen. Sie war aber nicht mehr da und als ich durch die Stadt nach Hause gehen wollte, konnte ich nicht, weil noch immer alles von der Polizei abgesperrt und mußte über den Ring gehen.
Schade eigentlich, daß eine ganze Innenstadt lahmgelegt wird, wenn man das Ende des Krieges vor siebenundsechzig Jahren feiern will.

Madame Strindberg

Als wir zur Lesung nach Salzburg gefahren sind, haben wir in Leporello, glaube ich, von Friedrich Buchmayrs “Madame Strindberg” und der am Abend im Radio Kulturhaus stattfindenen Lesung aus dem Briefwechsel Frieda und August Strindberg gehört und als wir in Harland Zwischenstation machten, habe ich mir das bei Residenz erschienene Buch bestellt, weil mich die Biographie der zweiten Frau des schwedischen Dichters, von dem ich als Studentin ein paar Reclamhefterl gekauft und vielleicht auch gelesen habe, aber sonst nur ein paar Vorurteile hatte, interessierte. Dann sind wir die Autobahn weitergefahren, haben in Mondsee Mittag gegessen und in Salzburg eineinhalb Tage spazierengegangen und ich weiß nicht, ob ich da viel Ahnung hatte, das es einen Bezug zu Frieda Uhl-Strindberg gibt. Vorige Woche ist das Buch gekommen, jetzt habe ich es ausgelesen und von einem sehr interessanten Frauenschicksal erfahren, die in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ein durchaus ungewöhnliches Leben führte.
Friedrich Buchmayr, der Autor, wurde 1959 in Linz geboren und hat in Salzburg Germanistik und Publizistik studiert, seit 1987 ist er Bibliothekar in der Stiftsbibliothek St. Florian und Initiator des einziges Strindberg Museums außerhalb Schwedens, nämlich in Saxen OÖ. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen und jetzt auch ein sehr detailreichen, genau recherchiertes Buch mit vielen Fotos und Quellenangaben herausgebracht. Eine Mischung zwischen Anthologie und Biografie schreibt er in der Einleitung und die Lebensgeschichte, der 1872 in Mondsee geborenen Frieda Uhl-Strindberg ist durchaus interessant. Ihr Vater war Redakteur der Wiener Zeitung und die Eltern haben sich schon nach ihrer Geburt getrennt. Der Vater zog nach Wien, die Mutter sonstwohin und die kleine Frieda wuchs in der Villa in Mondsee, die ersten Lebensjahre mit einer Amme oder Dienstmädchen auf. Dann kam sie in eine Klosterschule, die ältere Schwester wurde vom Vater verheiratet, als sie mit einem Mann öffentlich spazierenging. Die junge Frieda machte der Vater aber zur Journalistin in den Achtzehnneunzigerjahren und so begegnete sie in Berlin dem schwedischen Dichter, der schon geschieden war, drei Kinder hatte und auch als Exentriker und Weiberhasser galt. Sie schrieb ihn einen Liebesbrief, “Geehrter Herr, wenn Sie wirklich für heute Abend nichts Besseres vorhaben, würde ich mich herzlich freuen, wenn Sie mich so um 8 heimsuchten!”, traf sich mit ihm in einem Restaurant oder Hotel zum Essen und wollte das noch, 1893, bezahlen! Eine sehr ungewöhnliche Frau. Friedrich Buchmayr schreibt von einem Helfersyndrom. Der Vater hatte nach all der Offenheit nichts gegen eine Ehe, nahm an der Hochzeit aber nicht teil und die muß sehr ungewöhnlich sein, bekam das Paar bei der Trauung doch einen Lachkrampf und eine Hochzeitsnacht scheint auch nicht stattgefunden zu haben. Frieda wollte dann auch die Kinder aus der ersten Ehe adoptieren, um sich das Bekommen eigener zu ersparen. Sie wurde aber natürlich schwanger und der Ehemann war, glaube ich, schon weg, als die kleine Kerstin geboren wurde. Die wurde dann von der Großmutter in Mondsee aufgezogen, während die Mutter, um sich zu ernähren durch die Welt reiste. Sie schrieb Feuilletons für die Wiener Zeitung und das Wiener Abendblatt, die ihr Vater druckte und verkehrte in Künstlerkreisen. Ihr nächstes Kind war auch von Frank Wedekind, hieß aber Strindberg mit Nachnamen, weil es noch zur Welt kam, bevor die Ehe neun Monate geschieden war. August Strindberg schien nichts dagegen gehabt zu haben und der kleine Friedrich Max scheint erst viel später erfahren zu haben, daß er einen anderen Vater, als seine Schwester hatte. Die Großmutter hat auch dieses Kind aufgezogen, sich mit ihrer Tochter aber nicht verstanden, die den Journalistenjob verlor, als ihr Vater starb, aber weil sehr mondän, ständig in Geldnöten war. So soll sie auch mit gefälschter Kunst gehandelt, aber auch sehr schöne Artikeln zur Frauenfragen etc geschrieben haben. Sie hatte unzählige Affairen, verkehrte mit vielen Künstlern und bedrohte. die schon mal mit der Pistole. Zur Zeit des ersten Weltkrieges war sie in London und gründete dort ein Kabarett, später reiste sie nach Amerika, hielt Vorträge über ihren berühmten Ehemann und verdiente sich später ihr Geld als Memoirenschreiberin, wo sie ihr Leben mit August Strindberg auch ein bißchen verklärte, bevor sie 1943 verarmt,exentrisch und heruntergekommen, in Salzburg starb. Übersetzt hat sie auch sehr viel. Die Jahre in der Klosterschule haben ihr Sprachkenntnisse beigebracht und sie hat ein Nomadenleben in Hotels, auf Pump und verschuldet geführt. Konnte oder wollte sich nicht um ihre Kinder kümmern und muß auf ihre Weise eine sehr emanzipierte, aber auch sehr weibliche, von Männern abhängige Frau gewesen sein. August Strindberg hat über die Beziehung zu ihr auch einige Bücher geschrieben. Friedrich Buchmayr zitiert einiges aus dem “Kloster”. Das oder ein anderes hat jetzt auch Richard Pils, in der Edition der Provinz herausgegeben. Ihre Strindberg Memoiren, die 1936 erschienen sind, heißen “Lieb, Leid und Zeit”. Sehr interessant welch interessante Frauenpersönlichkeiten es gegeben hat, von denen ich nicht wußte. Die Tochter Kerstin war, glaube ich, mit Lina Loos befreundet, die auch eine interessante Frauenpersönlichkeit und frühe Feministin ist. Von der habe ich ein Buch von meinen Eltern geerbt und erst vor kurzem einen schönen Frauen lesen Frauen Lesetheaterabend erlebt.
“Strindberg kannten wir schon einigermaßen, aber seine Frau ist eine Überraschung”, kommentierte Knut Hamsun die Memoiren und Frieda Strindberg schrieb “Ein Leben mit einem Genie mag die Hölle sein, aber es ist interessant. Jede Frau von Geist zieht ein stürmisches, aber interessantes Leben einem ruhigen, aber langweiligen vor”.
Das hat sie wohl gehabt, ob es ihr dabei immer sehr gut gegangen ist, weiß ich nicht. Es ist durch das Anbiedern an den berühmten Mann, die berühmten Männer, vielleicht auch die eigene schriftstellerische Karriere ein wenig verlorengegangen. Das lesen von “Madame Strindberg oder die Faszination der Boheme” kann ich jeden aber empfehlen, der wissen will, wie Frauen in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts auch gelebt haben konnten.

funk funk chant

Oder Radio rosa 6 – “Das laufende Projekt rund ums Erzählen, konzipiert von Patricia Brooks und realisiert in Kooperation mit der Grazer Autorinnen Autorenversammlung. Das Ziel ist verschiedene Formen des Erzählens zu präsentieren – im Rahmen von Performances, die von den jeweiligen Protagonistinnen und Protagonisten gemeinsam erarbeitet und lose choreografiert werden. Das Thema – frei rund um Radio, Radiosendungen, Radioformate” steht auf dem Programm und in Radio rosa 3 Fritz Widhalm- melamar- elffriede bin ich auch gewesen. Radio rosa 5 habe ich versäumt, weil ich mich nicht vom Buffet des Künstlertreff der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft losreißen konnte. Jetzt habe ich es wieder geschafft ins Amerlinghaus zu kommen und mir Radio rosa 6 zu geben. Was der Titel “funk funk chant” bedeuten soll, habe ich zwar nicht ganz mitbekommen, wohl aber, daß die sechste Performance eine durchaus musikalische war. Standen doch Michael Fischer (sound), Christian Katt (Text, Mundharmonika), Jörg Piringer (Sound) und Judith Nika Pfeifer (Text, Ziehharmonika) auf dem Programm und Michael Fischer, ein Musiker und GAV-Mitlied kenne ich von einem kulturpolitischen Arbeitskreis, Jörg Piringer diskutierte vor ein paar Wochen bei der GAV-Veranstaltung “Gibt es den Autor noch im Netz” und zeigte sich durchaus kritisch bezüglich der Urheberfragen. Christian Katt habe ich bei einer der Poet-Nights kennengelernt, sehe ihn immer wieder bei Veranstaltungen und er ist auch, glaube ich, Christian Loidls Nachlaßverwalter. Judith Pfeifer habe ich bei dem Literaturfestival “laut lauter lyrik” kennengelernt, wo sie den Literaturautomaten bediente und sie bei den “Lockstoffen” wiedergetroffen, was auch eine sehr permormative Veranstaltungsreihe ist und Patricia Brooks, die ich seit dem Interview in der Zeitschrift “Buchkultur” in den frühen Neunzigerjahren kenne und die einmal bei einer von mir organisierten “Tag der Freiheit des Wortes” – Veranstaltung und bei den “Mittleren VI” gelesen hat, ist eine durchaus experimentelle Autorin. Das bin ich zwar nicht, sondern schreibe, wie ich erst heute beim Korrigieren meiner “Paula Nebel” wieder einmal merken konnte, hoffnungslos realistisch, so sehr, daß ich ja Schwierigkeiten habe, als literarisch anerkannt zu werden. Da ich aber einen breiten Literaturbegriff habe und auch über den Tellerrand hinaussehe, bin ich heute gern ins Amerlinghaus gegangen. Obwohl ich mit dem Befund schreiben und meiner 5-Uhr-Stunde ein bißchen spät daran war, bin ich doch zurechgekommen und der Veranstaltungsraum kurz nach sieben, war auch noch ziemlich leer. Susanne Toth war aber, glaube ich, schon da. Gabriele Petricek, die auch sehr viel zu Literaturveranstaltungen zu gehen scheint, ist später gekommen und ein paar mir unbekannte Gesichter sind zwischendurch auch erschienen. Das technische Equipment, das ich bei meinen Veranstaltungen nicht brauche, war schon aufgebaut, die Claudia oder Lisa vom Amerlinghausteam ist neben mir gesessen und hat sich sehr für mein neues Buch interessiert. Dann ist es schon losgegangen. Patricia Brooks hat eröffnet und angekündigt, daß es eine sehr spannende Veranstaltung werden wird, weil spontan improvisiert und dann haben Judith Pfeifer und Christian Katt abwechselnd Texte gelesen, Jörg Piringer, hat, wenn man das so sagen kann, gemischt und Michael Fischer hatte eine Geige und ein Saxophon zur Verfügung und bei den Texten habe ich wieder keine Ahnung, wie sie entstanden sind, habe aber eifrig mitgeschrieben, den das Bloggen ist bei experimentellen Veranstaltungen ja nicht so leicht. Rund ums Radio lautete aber das Thema und das war auch zu erkennen, gab es ja zwischendurch Nachrichtenblocks und Wetteransagen und dann wieder sehr schöne poetische Texte, wo es mir schwer fiel an das Radio zu denken, obwohl Österreich 1, zugegeben, auch sehr poetisch ist.
“Was mache ich mir Gedanken – Der Nordwestwind läßt nach – was in uns eingeht in Muscheln – hören, hören, was ein guter Gugelhupf ist – das Publikum wartet – gehört habe ich ohne Ehrgeiz – ins Wochenende flüchten- der Vorhang zu und alle Fragen öffnen sich wie Blumenblätter- alle spitzen die Ohren – nächste Bitte um Vergebung – Japan – Kambodscha, Österreich, Türkei, – die Welt vergibt nie-” uswusf…
Christian Katt hat zwischendurch im Dialekt gelesen. Dann waren einige Stellen, wo es nur Musik gegeben hat. Christian Katt mit der Mund – Judith Pfeifer mit der Ziehharmonika. Manchmal kamen die Radiomeldungen auch aus Jörg Piringers Regler und eine schöne Stelle, wo Friederike Mayröcker vom Rundfunk fünfzig Sekunden Zeit bekommen hat, um alles zu sagen, was sie will und sie diese Zeit dann schweigt, hat es auch gegeben.
Sehr spontan, sehr konzentriert und sehr poetisch, Radio rosa 6, die performistische Reihe im Amerlinghaus, die auch ganz spontan mit “und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute” geendet hat.
Spannend für eine experimentelle Schreiberin, die die Frage mitnahm, wie sie wohl darüber bloggen wird? Es ist gelungen, mit ein paar Zitaten, die hoffentlich nicht das Urheberrecht verletzten, aber Jörg Piringer hat da, glaube ich, ja einen offeneren Begriff und die Phantasie läßt die roafarbige Radioreihe auch beliebig weiterbauen. Mein Radio ist nicht ganz so poetisch, aber ich höre mir auch meistens Nachrichtensendungen an, die ein bißchen vertreten waren und viel klassische Musik, die bei dieser Performancereihe vollständig fehlten.

Wochenendberichterstattung

Wiedermal ein Zustandsbericht, um zu zeigen, wie es einer erfolgsfrei schreibenden Literaturbesessenen im Wiener Alltag so geht und da müßte ich eigentlich gut anfügen, obwohl ich die ganze Woche nicht zum Korrigieren gekommen bin. Der erste Mai, die Diagnostik, die Monatsabrechnung und dann noch zwei Veranstaltungen, von den mich die erste in meine Vergangenheit als schüchterne Studentin und hoffnungsvolle Berufsanfängerin zurückbrachte und die zweite mich mit Peter Henisch über Karl May, Franz Kafka und das was die Literatur und den erfolgreichen Literaten ausmacht, reflektieren ließ. Den Ersten lese ich sehr gerne, der zweite stürmt wahrscheinlich immer noch die Bubenzimmer, obwohl Katharina Tiwald, die derzeit in einer Hauptschule unterrichte, meinte, daß ihre Faysals etc, ihn nicht lesen können und der dritte steht hoch oben im Literaturkanon, wird in den Schulen, von den Studenten und wer weiß von wem sonst noch gelesen und bei Rolf Lappert habe ich ein bißchen über die Bestimmung ein mittelmäßiger Dichter oder Musiker zu sein, nachgedacht und das ist ja recht spannend. Denn das darf man offensichtlich nicht sein, mittelmäßig in der Kunst. Da läßt man es dann bleiben oder schreibt verschämt im Kammerl und wenn man vielleicht an einen Zuschußverlag gerät, erntet man Spott und Hohn und verliert noch sehr viel Geld. Schade eigentlich, daß man nicht einfach schreiben, singen, etc kann, so gut, wie es einem gelingt, denn das der Platz am Himalaya sehr eng und luftleer ist, weiß man ja. Der in Stockholm kann auch nur jedes Jahr von einem besetzt werden und die Literaturstipendien und die Preise bekommen immer dieselben. Ich habe es gewagt, es trotzdem zu tun und denke, ich habe gar nicht so viel dagegen, daß ich vielleicht nur “mittelmäßig” schreibe, was ist so schlecht daran? Den Göller und den Hochschwab kann man ja auch besteigen und keiner macht sich darüber lustig, daß es nicht der Himalaya ist, den man schafft. Zwar hätte ich gerne ein wenig mehr Aufmerksamkeit und Akzeptanz, geht aber nicht. Wahrscheinlich auch, weil die, die ich kenne, meist selber schreiben und mit ihrem eigenen Fortkommen beschäftigt sind. Die Kritiker sind übersättigt und abgehoben, haben wahrscheinlich mit dem, was auf ihren Schreibtischen landet, genug zu tun, so daß sie nicht über den Tellerrand blicken und die anderen interessieren sich nicht für Literatur, was auch sein soll, ich will niemanden missionieren. Interessant aber, daß ich von den zufälligen Lesern, die meine Bücher irgendwie in die Hand bekommen haben, am meisten gelobt wurde.
Egal meine Krise ist vorbei. Was ich daraus gelernt habe, ist wahrscheinlich wirklich Rudolf Blazejewskis Rat, der schon vor dreißig Jahren kam, anzunehmen und es hinzunehmen, daß ich so schreibe, wie ich es kann und es möglichst selbstbewußt weiter tue. In meinen selbstgemachten Büchern, die jetzt ja zumindest in E-Bookform ein bißchen salonfähiger werden und auf meinen Blog, obwohl da auch schon eine Horrormeldung kam und mich der Alfred darauf aufmerksam machte, daß mein Speicherplatz bald voll ist und ich dafür, daß ich da ziemlich unbemerkt über mein Schreiben und den Wiener Literaturalltag berichte, nicht wirklich etwas zahlen will.
Es gibt eben überall Stolpersteine im Leben einer erfolgsfrei schreibenden Literaturbesessenen. Kaum freue ich mich über die Anerkennung des Selfpublishing in Frankfurt, streicht Wikipedia mein Selbstgemachtes heraus. Egal, es ist wie es ist, ich kann es nicht verändern und es geht mir eigentlich gut dabei, auch wenn ich auf der anderen Seite des Literaturbetriebes stehe, dreißig Bücher, über tausend Artikel, ein enormes Literaturarchiv und vier Bücherkästen auf der Straße zur freien Entnahme sind auch sehr schön und ein wunderbares Geschenk für mich und so habe ich, wenn der Alfred demnächst nach Australien aufbricht, auch vor, einen kleinen Lesemarathon einzuschieben, in Salzburg bin ich ja nicht zum Lesen gekommen, habe aber wieder ein Rezensionsexemplar angefordert und ein paar weitere angeboten bekommen und auch sonst tut sich momentan sehr viel in Wien. So gibt es das Stadtfest, das ja inzwischen, von einer Grazer Agentur organisiert, einen eigenen Literaturschwerpunkt hat, heuer mit Milena Michiko Flasar und Josef Haslinger, was ich versäumte, da ich den Samstag in Harland war.
Am Freitag war ich aber, nachdem meine zweite Diagnostik nicht stattgefunden hat, kurz auf der Freyung, denn da gab es wieder diese Jacobs Kaffee Aktion, die sich, glaube ich “Zeit zum Reden” nennt. Man setzt sich auf rote Sofas auf die Straße, junge Mädchen bringen einen Kaffee und Kuchen, ein Programm gibt es, glaube ich, auch, das habe ich versäumt. Vor drei Jahren bin ich zufällig hingekommen, habe, kurz darüber berichtet und als ich diesmal beim Nachhauseweg, Milch einkaufen wollte, Gabriele Petricek getroffen, die voriges Jahr bei den “Mittleren” gelesen hat, die ja nicht mehr im Literaturhaus stattfinden konnten, weil die Leute glauben könnten, daß es sich dabei um mittelmäßige Literatur handelt, wie mir Silvia Bartl einmal sagte.
Und was die Bücherschränke betrifft, gibt es nicht nur die Leseaktion im Juni, sondern eine traurige Mitteilung, was den Wortschatz am Margaretenplatz betrifft, wird der ja seine eifrige Berichterstatterin verlieren, was ich sehr schade finde, denn ich schreibe zwar auch immer wieder darüber, was sich da so finden läßt, fotografiere aber, für mich zum Glück nicht, weil das ja den meisten Speicherplatz erfordert.

Die Gesänge der Verlierer

“Die Gesänge der Verlierer” von Rolf Lappert, ein Buch das ich voriges Jahr um einen Euro bei Buchlandlandung gefunden und gekauft habe, weil ich den Namen kenne, da Rolf Lappert 2008 mit “Nach Hause schwimmen” auf die Shortlist des deutschen Buchpreises gekommen ist, ist sehr interessant, denn es beginnt sehr langsam und bedächtig und eigentlich so, wie ich immer höre, daß man nicht schreiben darf, weil das ja niemanden interesiert.
Ein Mann namens Tyler, Manager einer mäßig erfolgreichen Rockband geht in London spazieren, bzw. hört er seinen alten Nachbar in der Nebenwohnung hantieren, stellt Beobachtungen über ihn an, sinniert über seine Hanteln nach, dann geht er hinaus, beobachtet einen Straßenverkäufer, der mit traurigen Lächeln seine Waren anpreist, kauft von ihm einen Spielzeughund, den er eigentlich nicht braucht und ärgert sich über seine Gutmütigkeit, die ihn ausnützbar machen läßt. Bei einem Supermarkt wird ein Mann auf einer Trage hinausgetragen, der Sanitäter steckt an der Kasse noch schnell einen Schokoriegel ein und Tyler geht zu einer Carol, deren Tochter er den Hund dann schenkt.
Nach und nach erfährt man die Geschichte, die Band soll einen großen Auftritt haben, dazu benötigt man aber einen Musiker, der verschwunden ist und den zu suchen Tyler aufgebrochen ist. Der erfährt man, ist in Amerika und so macht sich Tyler nach Los Angeles auf, schlägt sich in dem Motel mit dem Portier herum, der ihn unbedingt in ein bestimmtes Restaurant schicken will, findet den Musiker schließlich, der ihm Geld gibt, aber nicht mitkommen will und ihm als Grund die Geschichte von einer Frau erzählt, die er ermordet hat, bzw. durch einen Unfall zu Tode gekommen ist, so daß Tyler wieder abziehen muß, aber statt zurückzufliegen, nach New Orleans fliegt und das Road Movie beginnt.
Denn jetzt wohnt Tyler in einem Hotel das zwei Brüdern gehört, die ihm den Fernseher austauschen, viel von sich erzählen und Tyler, offenbar ein guter Beobachter, prägt sich verschiedene Gesichter ein, die in einem Hinterhaus zu tun haben, findet Fotos in einem Mülleimer und bekommt heraus, da werden offensichtlich Pornos mit Kindern gedreht. Weil die Brüder damit etwas zu haben, bekommt er ein kleines Mädchen in die Hand gedrückt, das er zu seinem Onkel fahren soll, erst dann können die Brüder zu Polizei gehen, Tyler tut es und ich wurde nun ein bißchen an Nabokovs “Lolita” erinnert, ein bißchen nur, bloß die Stellen, wo ein Mann mit einem Kind in einem Wagen sitzt. Sally ist fünf, spricht nicht viel und ist ständig müde, denn die Mutter hat ihm Schlaftabletten für sie mitgegeben, die sie als Vitaminpräparate deklarierte. Später als Tyler die Tabletten weggelassen hat, wird sie munterer und spielt mit ihren Puppen, die Tyler ihr ständig kauft und als sie die Adresse der Verwandten erreichten, sind die schon lange ausgezogen. So stellt Tyler das Auto mit dem schlafenden Kind vor die nächste Polizeistation und fährt von Schuldgefühlen gepeinigt auf einen Parkplatz, wo noch die Hurricanschäden zu finden sind. Dort trifft er auf einen seltsam gekleideten Koreaner namens Joe, der ihn in eine Art Sekte mitnimmt. Tyler will eigentlich nicht bleiben, verletzt sich auf der Flucht aber durch einen rostigen Nagel, so daß er auf die Sanitätsstation gebracht wird. Er gibt sich als Journalist aus und recherchiert ein bißchen in der Sekte herum, die von einem Mister Goldmann gegründet wurde, der außerhalb des Zauns in einem Hotel wohnt. In der Sekte muß man am Bau des Doms arbeiten und im Chor singen, der in einem Schiff untergebracht ist.
“Die Gesänge der Verlierer” heißt ja das Buch und Mister Goldemann erzählt Tyler auch, daß er zu dem Chor gekommen ist, weil er ein Augenleiden hat, das nur durch einen bestimmten Gesang gemildert wird. Es gibt auch einen sogenannten Palazzo, wo die Wächter wohnen, die obwohl verboten, Zigaretten und Bier verkaufen und dabei gut verdienen und Tyler trifft in der Kantine Celia, in die er sich ein bißchen verliebt. Der alte Joe ist als Art Feuerwächter angestellt und es kommt zu einer Brandlegung und einer Schießerei, die damit endet, daß Tyler mit Celia und Joe in einem gestohlenen Wagen flüchtet. Geld hat er ja viel, hat ihm auch Sallys Mutter dieses mitgegeben und so fährt er wieder zu der Polizeistation, nachdem er in dem Motel niemanden erreichen konnte, gibt sich als Sallys Onkel aus und läßt sich den Namen des Heimes sagen, in dem sie untergebracht wurde, dann erführt er sie mit Joes Hilfe und bricht mit ihr und Joe, nachdem sie Celia, die nach New York wollte, zum Flughafen brachten, in ein vielleicht besseres Leben auf.
Ein interessantes Buch, vor allem in der Art und Weise, wie es erzählt wird. Zuerst kommen die kleinen trefflich geschilderten Beobachtungen, dann kommt man nach und nach hinein in das amerikanische Roadmovie und Abenteuerroman.
Etwas habe ich jetzt vergessen, was mich in meiner momententanen Bilanzziehstimmung sehr beeindruckt hat. Irgendwo in der Mitte des Buches beginnt Tyler über den man sonst nicht so viel erfährt, über sein Leben zu erzählen. Er ist der Sohn eines verhinderten Opernsängers, der davon träumte auf großen Bühnen zu singen, es aber nur zu kleinen Rollen oder als Agentursänger auf Hochzeiten und Bars gebracht hat, wodurch das Eheleben wackelte und Tylers Jugend geprägt wurde. Was macht man als mittelmäßiger Sänger, wenn man gerne Opernarien singt, es aber nie in die erste Liga schafft?, ist ja etwas was mich, in Bezug Literatur ja sehr beschäftigt.
Lappert bringt es auf einen Punkt und erzählt es lapidar und dennoch sehr beeindruckend. Ein sehr interessanter Autor also, der 1958 in Zürich geboren wurde und vor vier jahren auf der Shortlist des dBP stand. Sonst habe ich von ihm noch nichts gehört und gelesen, die Shortliste hat aber großes Aufsehen gemacht und so habe ich mir den Namen eingeprägt und das ist ja die Art und Weise, wie ich mir Bücher aussuche und ich habe mir gleich eine Idee für mein eigenes Schreiben mitgenommen. Ich könnte ja den Tag einer Frau beschreiben, an dem eigentlich nichts passiert, sie aber durch lauter schöne Momentaufnahmen stolpert, habe ich gedacht, als ich noch ziemlich am Anfang war. Später ist dann sehr viel Handlung dazugekommen, der Roman rast rasant durch Amerika, parodiert es vielleicht ein bißchen, hat sicher seine märchenhaften Seiten und wird auch seine diesbezüglichen Vorbilder oder Reisen haben, um die Stimmung so prägnant hinzubekommen zu haben.

May im Mai

Hieß die Veranstaltung in der Gesellschaft für Literatur und war damit etwas verspätet, hatte Karl May ja schon am 30. März seinen hundertsten Todestag, was im ORf und in Leipzig auch entsprechend gefeiert wurde, an mir aber etwas vorüberging, denn ich muß gestehen, ich habe keinen Karl May gelesen, weil ich wahrscheinlich doch eher geschlechtsspezifisch sozialisert wurde. An die Jules Verne Bände kann ich mich erinnern. “In achtzig Tagen um die Welt” habe ich in der Hauptschule verschlungen und meine Großmutter, bei der ich die Sommerferien verbrachte, wenn meine Mutter arbeitet war, hat mir den “Huckleberry Finn oder den Tom Sawjer” zu lesen gegeben und den Oliver Twist habe ich, glaube ich, auch einmal bekommen. Von Karl May war aber nie etwas dabei und die berühmten Winnetou-Filme der Sechzigerjahre sind irgendwie auch an mir vorbei gegangen. Der Alfred hat in Harland einige Karl May Bände stehen und der Landeshauptmann von NÖ hat sich ja gerühmt als einziges Buch einen solchen Band gelesen zu haben und in Leipzig habe ich einmal einen Band in die Hand gedrückt bekommen, der sich mit der Frage beschäftigte, ob und warum Kinder Karl May lesen sollen. In den habe ich, glaube ich, hineingeschaut und als Peter Henisch “Vom Wunsch Indianer zu werden. Wie Franz Kafka Karl May traf und trotzdem nicht in Amerika landete”, im Rahmen des Karl May Schwerpunktes in den Tonspuren war, habe ich das irgendwie versäumt und wollte eigentlich auch in die Alte Schmiede gehen, als ich auf die “May im Mai” Veranstaltung aufmerksam wurde und ich bin ja, wie schon ein paar Mal erwähnt, ein Peter Henisch Fan. Dieses Buch vor zwanzig Jahren geschrieben und von Residenz im Zuge der Karl May Feierlichkeiten, wie Marianne Gruber vermutete, wieder aufgelegt, ist aber ebenfalls an mir vorbeigegangen und ich hatte keine Ahnung, daß sich Peter Henisch mit Karl May beschäftigte, mit Arno Schmidt ja, da habe ich ihn ja einmal bei einer Veranstaltung in der Hauptbücherei getroffen. Das Buch ist aber, wie Peter Henisch gleich erwähnte, kein Roman über Karl May, sondern über eine fiktive Begegnung zwischen Karl May und Franz Kafka während der Übefahrt nach Amerika. Da ich, wie erwähnt kein Karl May Fan, habe ich von seiner Biografie auch nur die üblichen Klischees im Kopf, nämlich, daß er all seine phantastischen Geschichten erfunden und und im Gefängnis schrieb, wo er auch die Gefängnisbibliothek geplündert und leergelesen hat. Im Alter und als berühmter Mann ist er dann wirklich im September 1908 von Bremerhaven nach New York gefahren und daraus machte Peter Henisch seine fiktive Begegnung.
Franz Kafka ist ja vielleicht nie in Amerika gewesen, auch da habe ich nicht viel Ahnung und bin kein Kafka Fan, habe seinen unvollendeten Roman “Amerika” aber zweimal gelesen und nicht verstanden. Peter Henisch ist vielleicht ein zweifacher Fan oder Kenner und so begann seine Lesung auch gleich damit, daß ein junger Mann an der Reeling steht und ins Wasser kotzt. Peter Henisch wurde dabei an einen Charly Chaplin Film erinnert und der junge Mann von einem älteren Ehepaar beobachtet, das sich Mister und Missis Burton nennt, sich des jungen Mannes annahm, ihn in ihre Luxuskabine mitnahm und aufs Bett legte. Weitere Namen werden dabei nicht erwähnt. Der alte Mann hat aber einen weißen Haarschopf und einen weißen Bart und der junge Mann stammt aus Prag, ist aber, behauptet er, kein Schriftsteller, trotzdem hat er eine Prosaskizze geschrieben “Vom Wunsch Indianer zu werden” und nennt das Zitat von der Literatur, die “wie eine Axt zu sein hat”. Daran knüpft sich ein Gespräch über Literatur und der junge Mann erwähnt, daß er fünfundzwanzig Karl May Bände gelesen hat, die er anschließend in einem Anitquariat verkaufte, um sich dafür gute Literatur zu besorgen. Das Publikum lachte und Peter Henisch erläuterte im anschließenden Gespräch, daß das ein autobiografisches Erlebnis war und ihm solches passierte, um dann weiter auszuführen, wie oft er von Lesern und Journalisten mit seinen Helden verwechselt wurde, nur weil er die Ich-Form verwendete. Ich bin da ja immer etwas skeptisch, wenn ich in dem Ich- die Autobiografie des Autors erkenne und den dann sagen höre “Aber das bin doch nicht ich!”, aber Peter Henisch ist kein Besatzungskind, wie sein “Schwarzer Peter” und hat auch nicht in Amerika unterrichtet wie der Paul Spielmann in der “Sehr kleinen Frau”.
Vorher gab es aber ein Gespräch mit Katharina Tiwald und Konrad Paul Lissmann, der sich als bekennender Karl May Leser outete, über phantastische Reisen, fiktive Szenarien, etc.
Konrad Paul Lissmann erläutete dabei, daß man über die vielen Karl May Bände zum Viellesen kommen, man fängt bei einem an und hört nicht mehr auf und Katharina Tiwald bekannte einen gelesen zu haben und enttäuscht zu sein, weil immer das gleiche Szenario passiert, das Buch aber eine herrliche Sprache hat, die die deutschen Wohnzimmer in die amerikanischen Weiten bringt. Über die Phantasie Karl Mays wurde diskutiert und darüber, ob er die jetzt mehr oder anders als Franz Kafka hatte, Karl Mays Werke wurden aber sehr zensuriert und verfälscht, so daß Katharina Tiwald wahrscheinlich nicht die Originalausgabe gelesen hat. Die wird jetzt erst von der Karl May Gesellschaft herausgegeben und Marianne Gruber bekannte, als Kind eine begeisterte Karl May Leserin gewesen zu sein, ebenso wie Ingeborg Reisner, neben der ich wieder gesessen bin, das ist mir entgangen und werde ich höchstwahrscheinlich nicht mehr nachholen. Aber ich habe auch den Harry Potter nicht gelesen, mit dem Karl May als Leseverlocker verglichen wurde und werde auch das Henisch Buch höchstwahrscheinlich nicht lesen, habe dafür aber heute ein anderes vom Residenz Verlag zugeschickt bekommen, nämlich “Madame Strindberg oder die Faszination der Boheme”, von dem ich im “Leporello” hörte, als wir nach Salzburg fuhren und um hier nicht für eine elaborierte Leserin gehalten zu werden, kann ich gleich gestehen, daß ich auch meine Schundromanlesephase habe und beispielsweise eine Hedwig Courths Mahler Spezialistin bin, die ich für eine sehr gute Schriftstellerin halte. Seitenweise Klischees und absolute Frauenfeindlichkeit. Mädchen, die unbedingt und um jeden Preis Jungrauen bleiben müssen und von einem Mann nicht mehr angeschaut werden, wenn sie sich mal küssen ließen und dann blitzen auf einmal ein paar Zeilen auf, wo alles ganz anderes ist und sich die alte Dame selbst in Frage stellt und ein wunderbares Bild vom Berlin der Neunzehnhundertzwanzigerjahre bekommt man auch.
So ähnlich hat Konrad Paul Lissmann seine Leidenschaft für Karl May erklärt, der sehr sozialkritisch war und sehr für den Frieden eintrat und natürlich auch nicht als großer Literat gilt, obwohl die Landeshauptherren ihn, wie schon erwähnt, gelesen haben und fast alle Kinder und er genauso reich und erfolgreich geworden ist, wie Hedwig Corths-Mahler, die auch nicht als große Literatin gilt und die man heimlich lesen muß, weil alle Besserwisser sofort die Nase rümpfen, wenn sie einem dabei erwischen. Eine Veranstaltung in der Gesellschaft für Literatur über das Frauenbild von Hedwig Courths Mahler würde ich mir aber wünschen und könnte mich dafür auch als Expertin zur Verfügung stellen.

Klub logischer Denker

Wieder ein Stück meiner Vergangenheit und etwas, worüber ich, glaube ich, noch nicht geschrieben habe. Als ich im Jahre 1974 im zweiten Semester studierte, habe ich den Rudi Blahout einen Schwechater Elektrohändler, der zuerst Theaterwissenschaft, später Medizin studierte, kennengelernt und der hat mich in den Klub der logischen Denker gebracht.
“Klub logischer Denker?”, habe ich gefragt und das für eine abstrakte Philosophenrunde gehalten, es war aber ein Treff, wo sich einmal wöchentlich am Mittwoch ein paar mehr oder weniger skurrile Persönlichkeiten zusammenfanden, um unter der Leitung von Herrn Lembacher über Gott und die Welt zu diskutieren und ich war damals noch sehr schüchtern und habe mich das öffentliche Sprechen nicht getraut. Das habe ich dann dort geübt und einen ersten Vortrag über “Psychologische Diagnostik” gehalten und außerdem dort einige Leute kennengelernt, mit denen ich sehr lange befreundet war. Die Monika Jensen, auf deren Begräbnis ich vor drei Jahren war, beispielsweise und die Hansi Berger, eine alte Jüdin, die von Prag nach Israel emigrierte und mit ihren zweiten Mann in den Sechzigerjahren nach Wien gekommen ist. Eine studierte Juristin, die als Journalistin arbeitete und sich sehr für die Psychoanalyse interessierte und 1992, glaube ich, gestorben ist und so hat sich der Klub auch jeden Samstag im Cafe Votiv getroffen und ist gemeinsam in die Strotzka-Vorlesung gegangen.
Der Klub war sehr lange sehr wichtig für mich, nach meinem Dissertantengespräch im Juni 1977 hat mich der Herr Lembacher zum Pfingstreffen nach St. Gallen in die Steiermark eingeladen und später, als ich mit dem Studium fertig war, meine Familie gründete und nicht mehr so oft hingegangen bin, hat er mich zu Vorträgen eingeladen, wo ich so zehn bis fünfzehn wahrscheinlich hielt und eine Zeitlang habe ich im Sommer auch einen autogenen Trainingskurs gemacht und psychologische Beratung angeboten. Später habe ich bei den Weihnachtsfeiern gelesen und den Herrn Lembacher, der die Seele des Klubs war und immer wieder Leute dafür aquirierte und das Programm in kleine Heftchen druckte und dann austeilte, zu meinen Geburtstagsfesten eingeladen.
2002 ist er dann gestorben, seither bin ich nicht mehr im Klub gewesen, der vom Cafe Vogelsang, ins Votiv, dann ins Cafe Einstein, wo ich noch Vorträge hielt und später sogar in die Brigittenau übersiedelte und jetzt im Cafe Benno in der Bennogasse seine Heimstatt hat, habe aber regelmäßig einige der Mitglieder bei Veranstaltungen, wie den Wiener Vorlesungen getroffen und den Herrn Dr. Mold, einen Rechtsanwalt, einige Male in der Alten Schmiede. Da hat er mich dann angesprochen und erzählt, daß er einen Vortrag über die Klubgeschichte halten wird und von mir Informationen dazu haben will und so bin ich heute wieder in den Klub gekommen und war eigentlich erstaunt, daß alles ein bißchen anders, aber genauso streng organisiert abgelaufen ist, habe ich doch den Herrn Lembacher für die Seele des Klubs gehalten und mir gar nicht vorstellen können, daß es den Klub nach ihm noch geben wird, was aber, wie ich heute hörte, durchaus geschah.
Den Herrn Schön, der in seine Fußstapfen folgte, habe ich auch immer wieder regelmäßig irgendwo getroffen. Jetzt habe ich erfahren, daß er wieder einen Nachfolger hat, den ich nicht kannte, daß es jetzt eine kleine Eintrittsgebühr für sogenannte Gäste gibt und sich die Vortragenden durchwegs aus Univ Professoren zusammensetzen.
So hält Roland Girtler nächste Woche beispielsweise einen Vortrag über Huren und Pfarrersköchinnen und der Klub geht inzwischen in sein zweiundvierzigstes Jahr. Wurde er doch am 13. 1. 1971 gegründet.
Dr. Mold war schon dort, als ich hingekommen bin, die meisten anderen, die heute im Cafe Benno waren, habe ich, außer einer alten Dame, nicht gekannt, dafür war es interessant, die Geschichte noch einmal zu hören und durch die eigenen Erinnerungen zu ergänzen.
War da ja auch eine Frau Alice Strigl Mitglied, die, glaube ich die Tante von der Literaturkrtikerin Daniela Strigl ist. Der heutige Generalsekretär, ein Dipl. Ing. Wolfgang Klein erwähnte in seiner Einleitung die Wiener Vorlesungen, die erst fünfundzwanzig Jahre sind und das groß feiern, während der kleine Klub der logische Denker, der sich ohne Subventionen nur durch Mitgliedsbeiträge erhält, schon seit über vierzig Jahren besteht. Die Diskussion war sehr interessant und spannend zu sehen, daß das Leben auch nach Josef Lembacher weitergegangen ist und es Klubmitglieder gibt, die ihn gar nicht kannten.

Mai feiern

Nach einem intensiven Praxistag, wo ich noch bis halb zwei des nächsten Morgens meine Abrechnung gemacht habe, ging es weiter mit dem Feiern und dem schönen Wetter, war ja gleich ein Feiertag und der erste Mai, von dem ich hier auch schon öfter geschrieben und von dem kleinen Mädchen berichtet hat, das mit seinem Vater und seiner Schwester Ursula früh am Morgen von der Remise bei der Wattgasse und der roten Nelke losgestartet ist. Ein Buschen Maiglöckchen für den Bürgermeister Jonas, glaube ich, war auch einmal dabei. Heute wird darüber ja ein wenig abfällig mit “Weihnachten der Sozialisten” gespottet. Ich habe auch damit aufgehört und bin, glaube ich, erst 2000 wieder auf den Maiaufmarsch gegangen, da allerdings animiert von meiner Tochter schon auf den der Kommunisten, der bei der Albertina beginnt und beim Parlament endet. Dazwischen habe ich, eine Frühaufsteherin, auch zweimal wieder den Rathausplatz angepeilt, bin da mit den Margaretnern Sozialisten mitgegangen und einmal war ich am Rathausplatz von St. Pölten. Aber bis zur Tribüne bin ich in Wien nie gekommen, weil mich vorher immer jemand mit dem Aufruf “Was du bist eine Sozialistin?” abgewunken hat. Die letzten zwei Jahre habe ich mich statt zu den Margaretner Sozialisten, in den Rotpunkt begeben und mich dort zum Frühstück einladen lassen. Wenn man aber bis halb zwei Uhr früh als Freiberuflerin “hakelt” und dann noch ein wenig seine Bücherliste ablesen will, beginnt man gleich mit der Albertina und da bin ich auch gleich in die Ruth hineingelaufen, die diesmal auch nicht mit der roten Nelke und dem Rathausplatz begonnen hat. Für eine, die seit Jahren am Volksstimmefest liest und deren literarische Sozilisation ja vor Jahrzehnten bei den schreibenden Frauen, die sich nach einem Vortrag des Bunds kommunistischer Frauen im Rotpunkt bebildet haben, begonnen hat, ist der Maiaufmarsch der Kommunisten auch ein literarischer Treff, wo man einige bekannte Gesichter sieht. So kam gleich Christoph Kepplinger heran und entschuldigte sich, daß die Linke Wort-Anthologie noch nicht fertig ist. Er hat die Fahnen aber schon zur Endkorrektur geschickt. Die Rizys waren da und ein paar von den Lesefrauen, Heidi Ambrosch, die mir vor Jahren einmal versprochen hat, mich in der Volksstimme vorzustellen und so ging es nach Begrüßungen und Küßchen übern Ring zum Parlament.
Dort hielt ein griechischer Genosse eine Rede zur Situation in Griechenland, erzählte von der Wahl, die am nächsten Sonntag stattfinden wird und rief zur Solidarität auf, damit es uns nicht demnächst wie den Griechen geht.
In den letzten Jahren sind wir immer hinters Burgtheater gegangen, weil die Sozialisten dort ein rotes Fressdorf haben, wo es wunderbare Fleichleiberln bzw. Hamburger gab, diesmal aber nur Hotdogs oder Bratwürsteln, also sind wir doch zum Fest ins Siebenstern, wo es ein gutes Gulasch gab. Gerald Grassl und Christian Schreibmüller vom Arbeitskreis Literatur der Arbeitswelt habe ich dann auch noch gesehen und dort, wo im Herbst immer die Poet Night stattfindet und im Dezember der Adventrundgang Station hält, gab es dann auch noch eine Diskussion mit dem Griechen, der gut Deutsch sprach, weil er in den Siebzigerjahren in Wien studierte, damals auch schon an Veranstaltungem im Siebenstern teilgenommen hat, das damals anders aussah. Ich erinnere mich an eine Lesung von Hermann Kant, der dort, kurz nach der Wende, sein neuestes Buch präsentierte. Damals mußte man den Raum, glaube ich, von hinten betreten. Die Diskussion war interessant, weil die griechischen Genossen genauso zerstritten wie die Wiener Kommunisten sind, so daß drei Links- Parteien vereinzelt zur Wahl antreten werden, obwohl sie vereint die größten Chancen hätten und dann noch fünfzig Parlamentssitze dazu bekommen würden.
Wir sind diesmal weder zum Fest der Grünen, noch in den Prater oder bei der Mayday Demonstration mitmarschiert, sondern über den Bücherschrank nach Hause gegangen und dort steckten in den Büchern schon die schönen Zetteln, die zu den Lesungen aufrufen, die im Juni bei dem in der Grundsteingasse stattfinden werden. Ich lese ja am 16. Juni um zwanzig Uhr aus “Mimis Bücher”, vor mir liest Helge Streit aus “Kafkas Reisen” und um neun Peter A. Krobath “Lexikon der Sabotage”, den ich, glaube ich aus Linz kenne, als ich in den Achtzigerjahren zu der Schreibwerkstatt in den Jägermayerhof eingeladen wurde. Es gibt dann noch andere Bücherschrank Veranstaltungen. An zwei Terminen kann jeder seine Texte vortragen, er muß sich allerdings vorher anmelden und sich mit einem Video vorstellen und das Publikum wählt aus, wem es hören will, also doch nicht jeder, aber das ist vielleicht so in den neoliberalen Bewerbungszeiten. Frank Gassner hat mich allerdings auf seiner Seite auch sehr schön vor und das Video vom El Speta hineingestellt, so daß man mich auch vorher anhören kann. Am 30. Juni werden Tarek Leitner und Manfred Rebhandl lesen. Und aus Manfred Rebhandls Krimi “Das Schwert des Ostens”, das ja am Brunnenmarkt spielt, habe ich schon bei der Buchmesse in Leipzig gehört. Bevor wir dann in den anderen Bücherschrank, den am Margaretenplatz schauten, haben wir noch am Eissalon an der Ecke ein wunderbares Eis gegessen, ich einen Becher mit Erdbeeren, Schlagobers und Sekt und dabei die Liesl F. getroffen, die wir sonst bei politischen Veranstaltungen sehen.