Neben dem vielen Lesen der letzten Woche und der psychologischen Praxis hat es natürlich auch Literatur gegeben. Zwar nur eine literarische Veranstaltung am Montag, aber nach dem ich am Sonntag die Nebelschwaden fertig korrigiert hatte, habe ich den Beschreibungstext am Montag dafür geschrieben und am Mittwoch habe ich mich dann hingesetzt, bin das Literaturgeflüster durchgegangen und sehr schnell und spontan, wie ich einmal bin, die Artikel für das Literaturgeflüster-Texte-Buch, das es ja demnächst geben wird, herausgesucht. Donnerstag war ein Feiertag und da hat mich die liebe Iris, die ich kenne, weil unsere Kinder in dieselbe Kindergruppe gegangen sind, zu ihrem Geburtstagsfest eingeladen. Also bin ich, als ich den “Reigen des Todes” besprochen und gegessen hatte, in die Gallizingasse hinausmarschiert. Wienkenner werden wissen, daß man dabei an drei Bücherschränken vorüberkommt. Am Wortschatz in der Margaretenstraße, den in der Zieglergasse meinen Lieblingsschrank und dann noch an den in der Grundsteingasse, mit einem kleinen Umweg, weil ich die Thaliastraße ja nicht verlassen hätte müssen, hab ich aber zum Glück, denn er war gut gefüllt und so habe ich einen Drago Jancar und ein unkorrigiertes Leseexemplar von einer Frau, die den Brigitte-Romanpreis gewonnen hat, gefunden und im Wortschatz gab es “Dracula” von Bram Stoker, den hab ich oben in die zweite Reihe Reihe gestellt, damit ich ihn am Rückweg noch finden kann und nicht mitschleppen muß. So war die Büchertasche nicht so voll, als ich vor vier in der Gallizinstraße eingetroffen bin, wo wir ja meistens im Mai bei einem Grillfest waren, aber diesmal wars ein bißchen kalt und regnerisch und alles zu, keine Glocke und ich kein Handy und da ich wußte, daß die Iris ein bißchen chaotisch ist, war ich mir nicht ganz sicher, ob das Fest stattfindet und bin umgekehrt, das heißt, ich habe mich auf die nächste Bank gesetzt, die Büchertasche ausgeräumt und dann noch gesehen, daß ich in der Eile meine Noitzbüchlein am Schreibtisch liegen habe lassen. Aber trotzdem “Ich mache ich mir jetzt den literarischen Tag bzw. Rückweg!”, gedacht, denn das wollte ich am Wochenende ohnehin tun. Um vier war es aber ein bißchen spät einen Tagesfahrschein zu entwerten und hungrig war ich auch, also habe ich mich wieder auf eine Bank in einem der Beserlparks der Thalistraße, gesetzt, wo auf den anderen junge Türkinnen ihren Platz fanden und einem ihrer Kinder, einem kleinen Mädchen, das ein großes Kopftuch um den Kopf geschlungen hatte und versonnen vor sich hintanzte, zugeschaut.
Sonst gab es auf der Thaliastraße nicht sehr viel zu sehen, was sich für literarische Skizzen verwenden läßt, so bin ich zurückgegangen, habe zu Hause gegessen, der Iris ein Mail geschickt und sie zu meiner Lesung am 16. 6. eingeladen und in der Badewanne den Pierre Emme ausgelesen.
Am Freitag hatte ich zwei Stunden, die letzte um eins, dann hätte ich eigentlich den Fahrschein zwicken können, hab ich aber nicht, sondern bin nach dem Mittagschlaf mit den ausgedruckten Texten auf die Terrasse und mir die Texte durchgesehen.
“Passt!”, habe ich gedacht, noch zwei hinzugefügt und sie den Alfred auf dem Schreibtisch gelegt, denn es muß natürlich viel korrigiert werden, um aus den Alltagstexten, die Blogeinträge einmal sind, ein Buch zu machen. In die Blogartikel will ich aber nicht korrigieren, aufs Papier ist es auch nicht sehr sinnvoll, also warten bis mirs der Alfred in den Computer tut, so daß ich die Artikel buchfertig machen kann. Dann habe ich ein kurzes Vorwort geschrieben und das Inhaltsverzeichnis gemacht. Ist natürlich nicht vollständig, weil ja vorher noch die “Wiedergeborene” und “Nebelschwaden” erscheinen werden, das heißt wenn das “Literaturgeflüsterbuch” in einem dreiviertel oder Jahr erscheint, wird es noch einige Artikel geben, die ins Buch kommen, zum Beispiel die Reiseberichte des nächsten Urlaubs oder die Berichte meines Pfingstlesemarathons, den ich plane, also spannennd, was sich noch entwickeln wird.
Dann war noch die Lesung am 16. 6. vorbereiten, zwanzig Minuten aus der “Mimi” dem Buch, wo ich das Schreiben einer Frau mit Down Syndrom beschreibe, dem vor zwei Jahre stattgefundenen Plagiatsskandal um Helene Hegemann umgeschrieben habe und auch noch den ersten Bücherschrank erwähne, das ich sehr mag, von JuSophie sehr kritisiert wurde, sonst aber, wie die meisten meiner Bücher eher unbemerkt blieb. Franz Joseph Huainigg habe ich es gegeben. Der Otto hat die Beschreibung geschrieben, Sarah Wipauer hats auch gelesen und ich habe die Szene, wo sich alle beim Mittagessentreffen ein paar Mal gelesen. Ich glaube auf meinem Geburtstagsfest und dann noch beim Literaturslam der anderen Buchmesse. Jetzt habe ich drei Szenen ausgesucht, die sich auf den Bücherschrank beziehen. Bin gespannt, freue mich auf die Lesung und lade wieder alle herzlich dazu ein, zum offenen Bücherschrank in die Grundmanngasse/Ecke Brunnengasse zu kommen.
Am Samstag habe ich mich dann wieder auf einen sogenannten Materialsuchtag begeben. Mit zwei Zielen, erstens, um vielleicht ein paar Szenen für den Blog, bzw. das “Literaturgeflüster-Texte-Buch” zu bekommen, zweitens vielleicht schon für mein nächstes Projekt, ja ich bin sehr schnell, für das “Glas zuviel” wo es um eine Alkoholikerin gehen wird.
Also bin ich in der Früh aufgebrochen, aber zuerst in den Pennymarkt, um verbilligte Erdbeeren und Kiwis einzukaufen und dann in die Post in die Jahngasse, denn die hat sich mit der Bawag verbunden, macht am Samstag auf und hat zu einem Frühstück eingeladen. Dazu wirds demnächst eine Glosse geben. Dann habe ich einen Tagesfahrscheinstreifen entwertet und bin von einer Endstation zur anderen gefahren. Ich mache das manchmal, wenn ich Material für was Neues suche, dann fahre ich gern auf den Kahlenberg. Das letzte Mal ist mir das nicht gelungen, diesmal hats geklappt. Es war auch wunderschönes Wetter und der 38A, der auf den Kahlenberg und den Leopoldberg hinauffährt, ist auch ein besonderes Highlight, da kann man sowohl, die Touristen, als auch die schöne Aussicht bewundern.
Diesmal war der Leopoldsberg allerdings eine Baustelle und das Betreten verboten, man konnte nur herumgehen und ein bißchen auf die Stadt hinunterschauen. Dann hab ich mir, was ich auch schon lange wollte, bei einem ehemaligen Würstlstandl, das jetzt Asia-Snacks verkauft, die derzeit in Mode sind, eine Nudelbox mit Huhn gekauft und bin mit dem 11 A zum Stadion gefahren, dann zur Donauinsel und dort von der U1 bis zur U6 marschiert und immer alles, was ich dabei beobachtete und das war schon einiges, aufgeschrieben.
Dann wurde ich ein bißchen durstig, das Mitgebrachte war aber schon getrunken und einen Hydranten habe ich nicht gefunden. Ich war aber ohnehin schon ein bißchen müde und in “Diagonal” gab es zwei Stunden mit Josef Winkler, also setzte ich mit dem Radio auf die Terrasse und wertete die Notzen aus.
Dazu werde ich ich auch noch den Sonntag brauchen und dann habe ich noch eine Arbeitswoche, bevor ich mich auf einen sehr intensiven Lese-Pfingst-Marathon begeben will und dann ist die Bühne frei für das neue Buch mit all meinen Hemmungen, die ich natürlich in mir spüre.
“Kann ich das, darf ich das?”, etc.
Da bin ich ja das letzte Mal durch eine ziemliche Krise gegangen und, wie, ich glaube, wieder hinaus. Ein bißchen Resignation habe ich zwar mitgenommen, weil mir mit dem Literaturgeflüster der literarische Durchbruch, wie ich vielleicht hoffte, auch nicht gelingt und sich die Literaturwelt für Blogs von vielschreibenden erfolglosen Autoren nicht sehr interessiert.
Trotzdem viel gelernt, vor allem mit Kritik umzugehen und meine Kritiker haben sich jetzt ohnehin zurückgezogen. Was ich schade finde, ist, daß ich über den Blog nicht soviel, wie ich vielleicht will, über Literatur diskutieren kann. Aber ich bin ohnehin ein bißchen monolistisch veranlagt und blogge für mich selbst vor mich hin und so geht es mir mit dem Literaturgeflüster und meinen selbstgemachten Büchern ganz gut und, ob es mir gelingt, demnächst wieder etwas Längeres und vielleicht auch etwas, womit ich ein bißchen auffalle und Anerkennung finde, zu produzieren, weiß ich nicht. Will es aber versuchen und habe an den drei Büchern, die noch fertig werden müßen, auch einiges zu tun.
Day: 19. May 2012
Pastetenlust
Weiter geht es mit den Krimis, die ich mir vor einem Jahr bei dem Flohmarkt im Museumsquartier kaufte und zufälliger ist es auch ein solcher auf den ich durch leselustfrut aufmerksam wurde, nämlich Pierre Emmes “Pastenlust”. Vorher hatte ich von den Wienerischen Krimis, des eigentlich Peter Millwisch heißenden, 1943 geborenen und 2008 verstorbenen Autors, der Journalist, Unternehmensberater und Marktforscher war und offenbar erst mit seiner Pensionierung mit dem Krimi schreiben begann, noch nichts gehört-
“Pastetenlust” war der erste, der offenbar ein so großer Erfolg geworden ist, das gleich weitere folgten, die letzten sind allerdings posthum entstanden und wurden vom Verlag unter Verwendung von Ideen, Notizen und Vorarbeiten des Autors herausgegeben.
So geht es also zu Mario Palinskis ersten Fall und der scheint mit seinem Autor einiges gemein zu haben, jedenfalls hat er in Döbling oder Währing gewohnt, in einem schönen alten Haus mit einem kleinen Gärtchen bzw. einer Bank vor dem Fenster, das mich ein wenig an das Writers Studio erinnert. Auf dieser wird dann gleich die Leiche gefunden und von Mario Palinski erfahren wir auch einiges, gibt er kursiv geschrieben ja immer seine Gedanken kund und stellt sich vor.
Er hat Jus studiert, war aber so aufgeregt, daß er die Prüfungen nicht schaffte, obwohl er alles wußte und mit der Medizin hat er es genauso gemacht, so wurde er kein Doktor, sondern Freiberufler. Das heißt er coachte einige Juristen, die dann seine besten Freunde wurden, durch das Studium und ernährte sich vom Schreiben von Kriminalschundhefterln. Sein Plan war aber der große Krimi, so legte er sich eine Kriminaldatenbank an, auf die man in Fachkreisen bereits aufmerksam wurde. Deshalb arbeitete er auch so viel, daß ihm das küssende Paar auf der Bank in der Nacht auffiel. Am Morgen saß der Mann noch dort und als ihn Palinski mit einem Kaffee wecken wollte, fand er seine erste Leiche.
Im Privatleben geht es nicht ganz so gut voran, hat er zwar eine Lebensgefährtin und zwei Kinder, weil die, eine Lehrerin aus guter Familie, aber mit seinem nicht geschafften Studium und seiner Persönlichkeit nicht ganz zurecht kommt, kam es oft zu Streit und zu getrennten Wohnungen im selben Haus.
Inspektor Wallner, ein Freund Palinskis rückt also an und dann gibt es noch den Ministerialrat Schneckenberger, auch ein Gecoachter, aber der hat einen anderen Fall zu bearbeiten. Wird da nämlich ein Lebensmittelkonzern erpresst und es gibt auch schon einige Tote, die sich an dort gekauften Speisen vergiftet haben.
Der Tote auf der Bank ist aber ein berühmter Schauspieler, der zufällig erst vergangene Nacht, den goldenen Viktor bekommen hat und Palinski hat die Sendung im Fernsehen gesehen, nicht nur das, es ist ihm auch aufgefallen, daß Jürgen Lettenberg schon am Abend in der Pizzeria gegenüber gesessen hat und auf das Haus schaute.
Es wird dann bald festgestellt, daß Lettenberg in einer der Wohnungen, bei einem Sexualakt erstickt und vorher rasiert worden ist und seine Managerin, die kein Alibi hat, wird verhaftet, was nicht ganz so einfach ist, da sich der Kriminalinspektor in die schöne Frau verliebt, aber Mario Palinski beginnt schon aufzuklären.
Inzwischen bekommen wir Informationen von dem anderen Fall. Da werden bei Salzburg eine Springreiterin und eine Pensionistin durch gekaufte Waren vergiftet und zufällig ist die Reiterin die beste Freundin von Lettenbergs Witwe, die dort einen Reiterhof betreibt, aber gerade ihre Nerven in einem Sanatorium behandelt läßt. Sie kommt zu einer Presskonferenz nach Wien und da meiner Meinung nach zu einigen holprigen Stellen des Romans, denn der Wunderwuzzi Palainski muß sie natürlich provozieren, in dem er Finderlohn für den Fund der Leiche verlangt und später, als sie gemeinsam in die Oper gehen, will sie an seinen Besten, so daß er sich nur durch einen fingierten Anruf bzw. dem Riß der Hose entziehen kann.
“Aber aber meine Herren, schon einmal von Trennung des Beruflichen mit dem Privaten gehört?”
Die guten Coaches tun das sicher und Mario Palinski ist ja ein solcher und so kann er auch nach Frankfurt fliegen, weil ihn dort eine glänzende Zukunft bzw. ein Verlagsvertrag erwartet. Er tut das nicht allein, sondern mit dem ebenfalls zur Pressekonferenz erschienenen Vaters Lettenbergs und der erzählt ihm, daß dieser nur ein Adoptivkind war und eigentlich aus Rumänien kommt. Da mußte er mit seiner Oma flüchten und die lebt in einem Altersheim, wird von den beiden besucht und fängt zu weinen an, als sie Palinski fragt wer die Frau auf dem Foto mit dem Baby ist? Das gärt in Palinski zu einem Verdacht, außerdem bekommt er heraus, daß Lettenberg, obwohl er gut verdiente verschuldet war, weil ein obsessiver Spieler und mit dem Reiterhof der Gattin steht es auch nicht zum Besten.
Außerdem fährt in Wien ein Lettenberg ähnlich sehender Mann herum, entkommt aber immer, wenn die Polizisten ihn erwischen wollen und eine Salzburger Polizistin bekommt heraus, daß die Springreiterin soviel Benzin verfahren hat, daß sie kurz vor ihrem Tod eigentlich in Wien gewesen sein könnte.
Palinski recherchiert also lustig weiter, fragt auch noch den amerikanischen Spezialisten, bzw. findet einen alten Kriminalroman, der die Vorlage zu allem war und so wird schließlich aufgeklärt. Die lustige Witwe gefangen und durch einen kleinen Irrtum bzw. eine Nachläßigkeit kommt am Schluß auch noch ein unschuldiger Polizeibeamter ums Leben und die, die sich den Plan mit dem Lebensmittelkonzern ausdachten, werden auch noch verhaftet, obwohl sie ohnehin nicht viel Freude daran hatten, weil sich zuviele Trittbrettfahrer aufsetzten und ihre eigene Rechnung machen wollten. Aber wenn man so dumm ist und nicht weiß, daß man durch sein Handy geortet werden, bzw. in einem Computerkurs durch zuviel fragen auffallen kann…
Palinskis Plan seine Wilma doch zu heiraten, wird durch sie verhindert und am Schluß gibt es einen Anhang, wo man in Briefen, Protokollen, etc, das erfährt was man noch nicht wußte, beziehungsweise alles noch einmal zusammengefasst wird.