Vom Haus des Meeres zur Schreibgruppe

Es nähert sich wieder der Muttertag und da werde ich seit einigen Jahren regelmäßig von der Bezirksvorstehung Mariahilf zu einer Muttertagsfeier eingeladen, weil wir  früher in der Gumpenddorferstraße wohnten und da war ich zweimal im Haus des Meeres und war von dem Blick auf Wien und dem Tropenhaus, wo man die Äffchen und die Schildkröten beobachten kann, so begeistert, daß das Haus des Meeres Einklang in die “Radiosonate” gefunden hat, denn da geht die Natalie in den Ferien dort hin, küßt ihren Freund und sieht ihre Mutter mit Boris Alkemirov im Cafe erscheinen und beim zweiten Mal war ich früher dran, habe ich draußen hingesetzt und eine Kindergartengruppe beobachtet, die vorher jausnete und die Erzieherin, die Kinder vom Taubenfüttern abhalten wollte, weil das jetzt ja verboten ist.

“No food for birds, only food for kids!”, diese Beobachtung macht jetzt die Fritzi Jelinek in der “Absturzgefahr”.

Dann war ich dreimal im Pensionistenhaus am Loquaiplatz, einmal mit meiner Cousine Irmi, die auch einmal in der Gumpendorferstraße wohnte und im vorigen Jahr wollte ich auch hingehen, aber leider war zeitgleich die Besprechung für das “Margaretner Fest für Kunst und Kultur”, für das ich heuer wieder eingeladen bin, so daß sich das nicht ausgegangen ist.

Jetzt hat auch Mariahilf einen neuen Bezirksvorsteher und der war im Lift des Haus des Meeres, als ich um zwei in den letzten Stock hinaufgefahren bin, denn da gibt es jetzt ja ein Restaurant und noch eine Aussichtsterrasse, beim letzten Mal wurde das, glaube ich, schon erwähnt, da konnte man sich auch das “Flakturm-Mueseum” anschauen, das war diesmal nicht zugängig, aber die Bezirksrätin Elisabeth Zoumboulaki-Rottenberg begrüßte, dann kam der Bezirksvorsteher und zwei Kindergruppen einer Volksschule brachten je zwei Lieder auf die Mütter, beziehungsweise auf die Frauen, ganz egal ob sie jetzt Kinder haben oder nicht, wie auch der neue Bezirksvorsteher betonte.

Es gab Kaffee und Kuchen und nachher einen Händedruck des Bezirksvorsteher und eine Blume von den Wiener Gärtnern einen Schokotaler vom Haus des Meeres gab es auch und dann bin ich wieder einige Stunden auf und ab gerannt, habe einer Schildkröte beim sich Wenden zugesehen, die Äffchen beobachtet und vor allem den Blick auf Wien, der von ganz oben noch viel schöner ist.

Einen “Ratgeber für den schönsten Lebensabschnitt” gab es auch, ja man wird alt, obwohl eines der Lieder an eine Mama gerichtet war, die gerade erst dreißig war, aber dort wird man erst ab fünfundfünzig oder so eingeladen und die Bezirksrätin, die ich  einmal bei der Schreibwerkstatt der Mariahilfer Frauenwochen  kennenlernte und die mich dann zu einer Lesung eingeladen hat, hat wieder gemeint, sie hätte eine eventuelle Lesung für mich, weil der Bezirk etwas für Kultur machen will.

Im Low-Budget Bereich ist also etwas los und offenbar nicht nur der fünfte Bezirk sehr rührig und da schmerzt es dann vielleicht ein bißchen weniger, daß die Kulturgewaltigen so über mich hinwegsehen und am Abend gab es  wieder was Literarisches, nämlich die Schreibgruppe “Westbahn-Spontan”, die ja von Robert Eglhofer gegründet wurde weil er gerne in der Gruppe schreibt, seit 2013 haben er und Ruth das getan, dann haben die beiden offenbar die Geduld verloren und wollten die Gruppe mit der Lesung im März beenden.

Mir wäre das egal gewesen, denn ich kann ja auch alleine schreiben, Peter Czak hat das nicht zugelassen und wegen mir die Termine auch auf Donnerstag verlegt, weil wir ja am Freitag öfter nach Harland fahren, leider hat er dabei die Feier-und Ferientage nicht berücksichtigt, so konnte ich im April nicht, weil ich da schon in Harland war und heute hätte ich eigentlich auch nicht gekonnt, weil wir ursprünglich die Radtour auf zwei Wochen ausdehnen wollten.

Jetzt fahren wir erst am nächsten Mittwoch und das ist vielleicht ganz passend, denn das Thema der heutigen Gruppe, wo außer mir auch die Ruth, der Peter Czak und die Doris Kloimstein war, war das “Reisen”, das war. glaube ich. noch vom letzten Mal über und die Mehrzahl, zwei Stimmen, haben sich dafür entschieden, ich habe “Muttertag”, “Muttertagsfeier” und “Haus des Meeres” vorgeschlagen, weil ich von dem Nachmittag so beeindruckt war, aber “Reisen” ist  auch ein sehr interessantes thema, obwohl ich eigentlich nicht so besonders reiselustig bin, weil ich in meiner Freizeit lieber schreiben will, so habe ich zuerst nicht recht gewußt, worüber ich schreiben soll?

Dann habe ich mit der Radtour angefangen und davon, daß ich halt nicht so gerne reise. Aber ich habe schon darüber geschrieben, in den “Dreizehn Kapitel” zum Beispiel, da will die Laura ihre Bücher lesen, während die Uschy Bischof auf Reisen geht. Ich habe dann die Radtour der Ruth erwähnt und ihre Lesung in Krems mit der ich vor einigen Jahren meine Sommerfrische begonnen habe.

Es war also ein sehr ergiebiges Thema, über das man viel schreiben könnte, leider war es recht schwierig sich zu konzentrieren, weil sich die Herren im vorderen Raumlautstark über den zweiten Weltkrieg und auch über das Onanieren unterhielten, so daß es eigentlich eine sehr lustige Schreibgruppe war oder auch bedenklich, die Stammtischgespräche über World War II oder sehr bezeichnet, daß das tatsächlich noch so ist, wie die Volksseele denkt, etc.

Nachher gab es bei uns sehr intensive Gespräche über das Schreiben und den Literaturbetrieb, da sich Peter Czak, der sich, glaube ich, überlegt ob er in die GAV eintreten soll, s erkundigte, wie das so mit dem Schreiben läuft?

Und ich hatte auch einiges herzuzeigen, nämlich das Dummie der “Miranda”, das heute gekommen ist und das Cover vom “Im Namen des Vaters”, wo die Vorschau bald erscheint.

Ein sehr literarischer Tag also, wo ich, das kann ich noch erwähnen, auch mein Regal im Spieltherapiezimmer aufräumte  und beim Friseur gewesen bin.

Schreibfortschritte

Es gibt solche, auch wenn meine Leser, die bei mir oft das Gleiche lesen, mir das vielleicht nicht glauben, der Alfred mit meinem vielen Schreiben überfordert scheint und bei mir die Resignation wohl schon sehr zugenommen hat und obwohl ich mit dem Schreiben an der  “Bibliophilin”, die jetzt “Die Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch” heißen wird, zuerst sehr zufrieden war.

In den letzten Tagen war ich das nicht mehr, denn das erste Kapitel war wohl wirklich nicht sehr gelungen, der Einstieg, der sehr schnell und unerwartet, während des Wartens auf eine Klientin, die nicht gekommen ist, hölzern erfolgte.

Damit habe ich mich das verlängerte Wochenende beschäftigt, habe korrigiert und korrigert, da ein Wort und einen Satz verändert und das beim nächsten Durchgang wieder rückgängig gemacht, dazwischen habe ich mir “You tube-Videos” über das “Leben mit Kopftuch”, “Ehrenmorde” und “Hassprediger” angehört und zur Titeländerung ist es gekommen, weil die Thekla nicht die Hauptperson ist.

Das sind wohl die Selma oder ihre Freundin Yasmin und diese Szenen sitzen auch vielleicht besser, aber mit der ersten war ich lange unzufrieden, obwohl ich zwischendurch immer wieder dachte, ist ja ohnehin egal, denn auch wenn sie gelingt, wird es niemand merken, weil es niemanden interessiert.

Ich schreibe so gut ich es kann und besser geht es eben nicht, dann packte mich aber doch der Ehrgeiz, weil ich mich ja verbessern will und habe heute morgen, noch ehe ich mit Dacia Marainis “Stimmen” in die Badewanne stieg, die Szene, die ich gestern an sich fertig korrigierte, aber das Hölzerne war immer noch da,  komplett verändert und versucht sie ein bißchen stimmiger und authentischer zu machen.

Wenn ich sie demnächst korrigiere, werde ich sehen, ob und wie weit  gelungen ist, aber eigentlich stimmt es ja, es ist wirklich egal, weil es niemanden interessiert und höchstwahrscheinlich auch niemand lesen will.

Aber die Literatur ist mir wichtig, auch wenn meine Kritiker mir das nicht glauben, und da ich jetzt meine Hemmung so ziemlich verloren habe, kann ich auch an mir arbeiten und mich zu verbessern versuchen, versuchen die Rohtexte “fertiger” zu machen, auch wenn mir das wahrscheinlich nicht wirklich gelingen wird und es, wenn es geschehen sollte, wahrscheinlich  keiner merkt.

Mal sehen, die Leser können sich überzeugen, wenn es es soweit ist, daß das Buch erscheint, das wird vielleicht im Herbst so sein und im Sommer werde ich mit dem Korrigieren fertig werden und mich dann an die “Sommergeschichte mit der Sarah Winter” machen oder wenn das Korrigieren länger braucht, den Sommer durchkorrigieren und im November mit der “Nika Weihnachtsfrau” den “Nanowrimo” schreiben.

Ich habe ja trotz Resignation und Schreibdepression fortgesetzte Pläne und das finde ich sehr gut, auch wenn der Alfred und wahrscheinlich auch andere “Schreib nicht soviel, wir kommen mit dem Lesen nicht nach!”, schreiben.

Es ist aber trotzdem etwas weitergegangen, nämlich das korrigierte Manuskript des “Miranda Schutzengelchens” an den “Digitaldruck”, der mir jetzt ein “Dmmie” schicken wird und wenn das in Ordnung ist, gibt es dann das Buch, ob vor oder meinem Urlaub, wo wir die Donau entlang radeln werden, ist noch nicht klar.

Bis dahin kann man auch noch die drei Fragen der Vorschau auflösen und das Buch gewinnen, beziehungsweise ein Rezensionsexemplar bestellen.

Es wird wahrscheinlich auch bald wieder eine Vorschau mit drei neuen Fragen geben, wo man dann, nach Erscheinen, das wird wohl noch ein paar Monate dauern “Im Namen des Vaters” gewinnen kann, denn da gibt es jetzt auch schon ein Cover und damit tue ich mir ja immer schwer.

Habe ich ja schon sämtliche Fotomotive abgeforstet. Was könnte man für die “Sterbehilfegeschichte” nehmen?

Ein Foto vom AKH? Da müßte ich mit dem Alfred hinfahren. Aber ist das wirklich originell? Was passt noch? Ach ja, ins Spieltherapiezimmer gehen, das Arztköfferchen vom Regal hinunternhemen und die zwei Stofftiere dazulegen, die auf der Matrazze liegen.

Da gibt es einen blauen Elefanten, den mir, bzw. der Anna, einmal die Elfi schenkte, den sie wärend ihrer Ergotherapie gestrickt hat und ein undefinierbares Tier aus Stoff, das, glaube, ich aus Annas Schulzeit stammt, gibt es auch.

Rechts und links neben dem Arztkoffer drapiert, da ja die Veronika sich in einem Handarbeitsgeschäft Wolle kauft und damit für ihr ungeborenes Enkelkind, bzw. ihre demente Schwiergermutter Stofftiere strickt.

So ein kindliches Sujet für dieses ernste Thema passt recht gut und das Bild, kann ich gleich verraten, ist sehr gut geworden, so daß ich mich schon auf die Vorschau freue und mir die passenden Fragen für mein literarisch interessiertes Publikum ausdenken werde.

Beteiligt euch Leute! Es gibt das Buch, sobald es erschienen ist, zu gewinnen.

Inzwischen werde ich an der “Bibliophilin” weiterkorrigieren, vielleicht bekomme ich da einen halbwegs brauchbaren Eva Jancak-Text zusammen und ein passenden Cover brauche ich dann auch.

Hat wer vielleicht eine Idee? Für Vorschläge bin ich dankbar und kann dafür vielleicht auch ein Buch nach Wahl in Aussicht stellen, falls sich doch jemand für mein so angeblich unliterarisch Selbstgemachtes interessieren sollte.

Dichte und dicke Luft in der Alten Schmiede

Eine poetische Formulierung von Angelika Reitzer zu den ausgewählten literarischen Neuerscheinungen, die dort am Montag präsenitert wurden.

Die neuen Bücher von Hanno Millesi und Valerie Fritsch und der “Schmieden Raum” ungewöhnlich voll, so daß ich gerade noch ein Plätzchen in der dritten Reihe erwischen konnte.

Ungewöhnlich, wenn nicht gerade die grande Dame Friederike Mayröcker liest oder Gustav Ernst bzw. Peter Henisch ihre Colloquien haben und bei Robert Menasse war sogar einmal sehr viel Platz zu bekommen, ungewöhnlich also bei zwei, der literarischen Öffentlichkeit vielleicht nicht so bekannten Autoren, könnte man schwafeln, aber der neue Roman der 1989 geborenen Valerie Fritsch “Winters Garten” ist schon bei “Suhrkamp” erschienen, Hanno Millesis Novelle “Venusathosphäre” in der “Textlicht-Reihe” bei “Atelier” und Angelika Reitzer bemerkte in ihrer Einleitung, daß sie sich schon größeres Interesse erwartet hätte, aber soviele Besucher überraschten. Christian Jahl von der Hauptbücherei, Daniela Strigl, der Lehrer aus Retz und noch viele andere jüngere und ältere Besucher.

Hanno Millesi begann zu lesen und Angelika Reitzer hat noch auf die “Welt hat ihre Erinnerung verloren-Textvorstellung” von 2010 hingewiesen, wo Millesi und Fritsch gemeinsam aufgetreten sind.

Da habe ich die hochbegabte junge Frau mit der dünnen “Bachmannstimme”, die vielleicht die Mayröcker- Andrea Winkler Nachfolge antreten wird, auf jeden Fall aber hochpoetisch ist, das erste Mal gesehen.

Den 1966 in Wien geborenen Millesi, habe ich, glaube ich, bei einem von Ernst Kostals “Wahnsinnssymposien” kennengelernt, da hat er mich durch seine aussichtslosen Kindertexte sehr beeindruckt, vorher habe ich seinen Namen schon ein paar Mal auf den Briefen des BUMUKS gelesen, wenn das mir mitteilte, daß ich diesmal leider schon wieder kein Stipendium bekommen würde.

Er hat um den Bachmannpreis gelesen, da hat mir sein Text auch sehr gut gefallen, war bei einigen Buchpräsentation und habe ihn einmal sogar mit zu einer “Buchpreisprämie” verhelfen können.

Seine letzten Bücher sind glaube ich bei “Luftschacht” erschienen, die Novelle bei “Atelier” und Angelika Reitzer erläuterte in ihrer Einleitung, daß es schon ein älterer Text sei, der hier veröffentlicht wurde. Es geht dabei um eine junge Frau, die nach einer durchzechten Nacht nackt im Bett aufwacht, neben ihr liegt ein Mann und sie kann sich an nichts erinnern.

Interessant interessant, wenn vielleicht als Idee nicht unbedingt neu und Hanno Millesi antwortete auf Angelika Reitzers Fragen auch, daß die ursprüngliche Idee, die Vereinigung vier solcher Novellen zu einem Buch gewesen wäre.

Das hat dann nicht geklappt und Stefans Zweig “Angstnovelle” spielte auch dabei eine Rolle. Der dürfte 1910 ein ähnliches Sujet verarbeitet haben und spannend war die Geschichte allemal, auch wenn Hanno Millesi natürlich nicht das Ende verraten hat.

Dann kam Valerie Fritsch mit “Winters Garten”.

Ihr viertes Buch, nach den “Verkörperungen” und “Die Welt ist meine Innerei”, dem Foto und Reiseband, mit dem sie 2013 auf der “Alpha Shortlist” war.

Vielleicht war Christian Jahl deshalb im Publikum, da aber inzwischen noch ein Gedichtband von ihr erschienen ist, kann es wohl mit dem heurigen “Alpha” nichts werden, da man da nur drei Bücher haben darf und ich hätte mich über den derzeit überall hochgelobten Roman, ich weiß gar nicht, ob es überhaupt einer ist, gefreut und habe von der jungen Frau, die, 2010 bei den “Textvorstellungen” wie sich Angelika Reitzer noch erinnern konnte, sagte, daß sie nur über das schreibt, was sie kennt, auch schon einiges gelesen und die einmal bei den “Lockstoffen” gehört. Den “FM4-Preis” hat sie auch einmal gewonnen.

Bei den “Textvorstellungen” ging es um eine Ärztin, die als Prostituierte arbeitete und Valerie Fritsch hat deshalb Bordelle besucht.

In “Winters Garten” geht es um “Endzeiterfahrungen, um den Tod und das Sterben und um Anton Winter, der in einem paradiesischen Garten, bei seinen Groéltern aufwuchs, dann als Vogelbauer oder Züchter in die Stadt in ein Hochhaus zieht und wieder gibt es in dem Buch sehr schöne poetische Wendungen und Bilder, wie beispiesweise, die Föten der Fehlgeburten, die die Großmutter in Gurkengläsern aufbewahrt und die sich der kleine Anton dann eifrig anschaut.

Auf diese Idee muß man erst einmal kommen und um die Gattungsfrage zu beantworten, Valerie Fritsch meinte, es wäre ihr Romanähnlichstes Buch, als Angelika Reitzer fragte, ob man es auch lyrisch nennen könnte.

Interessant interessant und spannend, ob  es einmal zu mir kommt, obwohl ich selber ja mehr realistisch, als lyrisch bin und daher kurz zu einem eigenen Schreibbericht überblenden möchte, denn da hat sich in den letzten Tagen einiges getan.

So korrigiere ich das “Schutzengelchen” derzeit in der Endphase und die “Bibliophilin” hat einen neuen Namen bekommen und wird wahrscheinlich “Die Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch” heißen, da bin ich mit dem zweiten Korrigierdurchgang vor ein paar Stunden fertig geworden und noch nicht so ganz mit allem zufrieden. Etwas über fünfundsiebzig Seiten und 36722 Worte sind es derzeit und vorallem die Thekla Szenen sitzen noch nicht so richtig. Da muß ich das mit dem Bücherloslassen und der Leseliste noch gehörig überarbeiten, da das, was ich habe, wahrscheinlich wirklich noch ein ziemlicher Rohtext ist, sehr unfertig und sehr angerissen und der Janusz und die Fritzi gehören vielleicht auch noch ergänzt.

Dagegen bin ich mit den Yasmin-Selma Szenen zufriedner und vielleicht bekomme ich es, wenn ich es bis zum Sommer bzw. November ordentlich korrigieren, so hin, daß ich damit zufrieden bin.

Ungarische Rohtextverformung

In der Karwoche in Harland habe ich den Rohtext der “Bibliophilin”, der seit Leipzig, wo ich ja kurz davor einen sehr euphorischen Schreibesonntag gehabt habe, liegengeblieben ist, fertiggeschrieben. Nach einem neuerlichen Korrigierdurchgang wieder sehr flott zu Ende geschrieben und da mal wieder kurz euphorisch und dann nachgedacht, was davon wieder nicht so gelungen ist? Abgesehen davon, daß ich halt so schreibe, wie ich es tue, also wahrscheinlich eher einfach, psychologisch realistisch und als eigenwillige ehemalige Hauptschülerin mit einer allerdings sehr guten Deutschlehrerinn nicht unbedingt eine Rechtschreibfanatikerin, das habe ich immer als einen Akt der persönlichen Freiheit empfunden, daß man so schreiben soll, wie man will, ist das mit dem Bücherauflesen wahrscheinlich wieder nicht so geworden, wie ich es eigentlich wollte. Geht vielleicht nicht, weil zu persönlich, weil noch so nah dran, etc, aber die Fritzi Janusz Szenen sind vielleicht wirklich noch sehr schlampig hingeworfen, bzw. nur angedeutet, das heißt, es gibt sie noch gar nicht wirklich, das könnte sollte also noch ausgearbeitet werden und was den Yasmin Selma Fatma Strang betrifft, werden da noch logische, sowie Flüchtigkeits- und Handlungsfehler drinnen sein. Denn auch ein Rohkonzept, das sehr schnell mit einer längeren Unterbrechung geschrieben wurde, verändert sich im Lauf des Schreibens, wenn man nicht vorher beispielsweise mit der Schneeflockenmethode Szene für Szene auskonzipiert, was ich  eigentlich nicht mache. Es gab zwar, ich glaube, am zwölften Februar einen kurzen Versuch das zu tun, aber das habe ich schnell gelassen, weil ich auch glaube, daß die Euphorie, der Sinn, das Wesentliche etc beim Schreiben darin liegt, daß sich die Handlung, die Figuren, die Schreiberkenntnis, wiederum etc, während des Schreibens verändert. Nach Ostern ist das Ganze wieder liegengeblieben, das “Literatur und Weinfestival” hat mich nicht zum Korrigieren kommen lassen, das habe ich mir für den diesmaligen kurzen Wellnessurlaub vorgenommen. Drei Tage Schreiben und Lesen und Ungarn und diesmal ist nach dem kalten Ostern, wo ich mit Handschuhen und Mütze Rad gefahren bin, so schön und warm, daß ich mir am Dienstag nach etwa zehn Minuten auf der Terrasse des Zimmers schon einen kleinen Sonnenbrand geholt habe und kein Sonnenöl im Gepäck, dazu war der Wetterwechsel zu aprupt, daß ich nicht daran dachte, daß ich solches brauchen könnte. Die Sonnenbrille habe ich zwar mitgenommen und schon beim Spaziergang durch Krems gebraucht und, daß man diesmal sich auch ein bißchen im Freien aufhalten wird können,  hatte ich auch getan und so ist es auch gewesen. Aber Dienstag nur zögernd die Bänke im Außenbereich benützt und da meine Ungarnimpressionen handschriftlich in die kleinen Büchlein, die von den Buchmessen und vom letzten “Tag des Buches” stammen, geschrieben. Am Mittwoch war es dann vor den Hallen schon ziemlich voll, das Sonnenöl war besorgt und ich habe zuerst einmal ein paar Geschichten aus dem Erzähband “Moderne Erzähler der Welt: Ungarn”, aus dem jahr 1975 gelesen und dann, da es auch draußen Internet gab, das  diesmal auch viel besser als das letzte Mal funktionierte, mit dem Korrigieren angefangen. Das heißt, daß  die erste Szene nicht ganz stimmt, bin ich ja schon in der Osterwoche draufgekommen. Die zweite hatte ich als “Selmas Kopftuch” für die Lesung nächste Woche extra korrigieren wollen, jetzt werde ich da aber das “Gruftiemädel” und die “Taubenfütterungszene” aus der “Absturzgefahr” lesen und das passt auch sehr gut, denn die Fritzi Jelinek und der Janusz Warszinski kommen dort ja vor, da lernen sie sich kennen, in der “Bibliophilin” haben sie ein platonischen Verhältnis und die Fritzi macht in seiner Pfarre eine Bibliotherapiegruppe, die die Thekla Morgenstern besucht. Die ersten sieben Szenen habe ich inzwischen, für meine Verhältnisse sehr genau und auf Änderungbedarf korrigiert, zum teil draußen auf der Bank zum Teil im Hotelzimmer und die Idee, daß die Schreibtrainerin Fritzi Jelinek auch mich irgendwie beflügeln könnte habe ich mir auch mitgenommen. Da gibt es ja auch immer die Phantasien, daß ich auf meinen Urlauben die großen literarischen Bekanntschaften machen könnte. In Rom etwa Alberto Moravia begegnen, ich weiß schon, das geht nicht mehr wirklich, noch mehr mit dem Buch in der Hand oder der Phantasie im Kopf und  Günter Grass werde ich in Bük auch nicht mehr begegnen, die “Tonspuren”, die in Memorian wiederholt wurden, habe ich mir aber angehört.

Peter Esterhazy habe ich aber fantasiert, könnte sich ja beispielsweise mit Cornelius Hell hier treffen und neue Übersetzungspläne diskutieren und ein literarisches Schreibgesrpäch mit dem großen ungarischen Autor wäre auch nicht schlecht und da kann ich gleich wiederholen, daß ich,  1990, wird das gewesen, als die Ungarn alle durch die Mariahilferstraße strömten und sich mit Computern und anderen Elektrogeräten eindeckten, so daß auch die Boutiquebesitzerin in der Otto Bauergasse, mit der ich mir damals den Vierteltelefonanschluß, das hat es noch gegeben, teilte, solche Kisten in ihr Geschäft stellte, mir ein Buch von Peter Esterhazy besorgt habe und mich damit ins Cafe Westend setzte, um den großen ungarischen Wenderoman zu schreiben, der ist nicht gelungen und jetzt will ich auch in Ungarn korrigieren und nicht über Ungarn schreiben, obwohl ein paar Skizzen für meine Leser wären nicht schlecht. Allerdings habe ich, weil  vielleicht mit meinen Text beschäftigt, was ja positiv ist, noch nicht sehr viel beobachtet.

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Ein kleines Mädchen läuft beim Frühstück und beim Abendessen im Speisessal herum und transportiert Wassergläser durch den Raum und eine Frau scheint es zu geben, die der Schwiegermutter sehr ähnlich sieht, so daß ich sie kurzerhand  in die “Doppeloma” umbenannte, was sich sicher mal in einem Text verwenden läßt, aber wahrscheinlich nicht in der “Bibliophilin”, denn hier hat es zwar kurz eine doppelte Selma gegeben, aber die hat sich noch in der Karwoche, ich glaube, es war am Karfreitag, in die Selma Aytin, die nur bis zum Flughafen und nicht nach Damaskus kommt und in die Fatma Challaki, die in Janusz Flüchtlingsheim lebt und Fritzis Bibliotherapiegruppe besucht, aufgelöst.

Über das Essen könnte ich auch noch schreiben, daß es hier natürlich wieder in Hülle und in Fülle gibt und die meistens nicht sehr schlanken Heilbadbesucher greifen auch tüchtig zu.

Ich tue das ebenfalls und werde mir demnächst wieder zum Frühstück, ein Spiegelei mit Speck oder Schinken braten lassen, danach gibt es hier einen Grießbrei, eine Reminenz aus den Kindertagen, den man sich mit Zimt und Zucker, aber auch mit Früchten und Schokosauce begießen kann.

Danach könnte, sollte eigentlich Schluß sein, denn die ungarischen Würste sind mir eigentlich zu fett, das frische Obst und der Kefir könnte aber noch verlocken,  kleine Kuchen gibt es natürlich auch und zu Mittag werde ich mich mit dem Alfred wieder treffen, um diesmal wahrscheinlich im Freien einen Gänserlebertoast zu essen.

Die Anna hat gestern ein riesiges Langos mit Käse und mit Rahm bestreut, verzehrt und am Abend keinen Hunger mehr gehabt.

Aber da gab es gestern besonders gute Vorspeisen und sogar Zunge, die ich sehr mag und nachher lasse ich mir immer ein Stück Pute mit viel Gemüse grillen und zum Dessert eine Nußpalatschinke mit Schokosauce übergossen.

Dann sollte auch Schluß sein, denn, wenn der Bauch zu voll ist, kann ich nicht schlafen, aber wenn ich wach im Bett liege, kommen vielleicht die besten Korrigierideen und letzte Nacht, das kann ich noch verraten, habe ich auch geträumt, daß ich  zu einer Preisverleihung der Stadt Wien, seltsamerweise in Richtung Gartenhaus und Almweg gefahren bin.

Ilse Kilic war dabei und hat, glaube ich, sogar den Preis bekommen, was  sehr interessant ist und ich ihr wünsche würde, vielleicht wäre sie ja auch eine Kanditatin für den nächsten “Veza Canetti Preis”.

Korrigierpläne

Am Samstag bin ich eigentlich ziemlich ungeplant und unbebachsichtigt mit dem Rohkonzept der Bibliophilin”, die ich wieder sehr schnell, allerdings mit einer fast vierwöchigen Unterbrechung darauflosgeschrieben habe, fertiggeworden.

Siebenundsiebzig Seiten, achtundzwanzig Szenen und 37 833 Wörter sind es im rohkonzept geworden. Ein dreiviertel “Nanowrimo” und die, die meine Schreibprozesse beobachten, werden merken, meine Sachen werden immer kürzer, die “Radiosonate” ist sehr lang geworden und das “Literaturgeflüster-Texte-Buch” natürlich auch, aber meine letzten Sachen, haben im Rohkonzept nur die fünfzigtausend Worte, wenn ich sie für den “Nanowrimo” ausdehene, wie zuletzt “Im Namen des Vaters”, bei der “Brüderschaft” ist es auch schon so gewesen, das “Schutzengelchen” hat einundsechzig Seiten Rohtext und 27 539 Worte und dabei schreibe ich doch immer davon, daß im gerne den langen barocken Roman schreiben möchte, ich schreibe auch immer vom Zeitlassen, ein Jahr für einen Roman und dann brauche ich für die Rohtexte mit oder ohne Unterbrechungen an die sechs Wochen und bis ich mit dem Korrigieren fertig bin, ein paar Monate.

Soll so sein, denke ich mir inzwischen, ist ja in Ordnung und auch, daß ich sehr schnell schreibe und an die drei Texte im Jahr zu schaffen scheine, das macht  eigentlich  nicht wirklich was, ganz im Gegenteil, eher ein Grund zur Freude, als zur Klage.

Der Alfred kommt zwar allmählich mit dem Druckereifertigmachen nicht mehr nach, so hat das “Sterbehilfenovel”, das ich ihm, als er in Mexiko war auf dem Schreibtisch legte, noch gar nicht angeschaut und bei der “Miranda”, wo es die “Vorschau” schon seit Anfang Jänner  gibt, geht auch nichts weiter.

Das Schlimmste an der Sache ist aber wahrschein, daß, das ich, wenn ich das Buch dann von der Druckerei bekomme, ein Foto davon mit einem Bericht in Netzt stelle und, daß es das dann offensichtlich war.

Vieleicht bekomme ich eine Rezension, an die NB verschicke ich es, an die “Alte Schmiede”, vielleicht kann ich dann bei den “Textvorstellungen” ein Jahr später vorstellen oder sonst wo daraus lesen und ich zeige es auch ein paar Mal her,  aber das ist schon alles an Reaktion und damit geht es mir, wie meine Leser wissen können, nicht ganz so gut.

Andererseits ist der Weg das Ziel und ich kann die Bücher im “Literaturgeflüster” auch ganz gut präsentieren, was ich seit einiger Zeit auch tue, das Schweigen, das darauf die Antwort ist, nervt mich zwar, ist aber eigentlich auch egal, ich habe das Buch, bin so schnell, wie ich bin, schreibe so gut, wie ich es kann, finde es schade, daß es niemanden zu interessieren scheint, denn eigentlich ist ja die Geschichte von der Selma, die ein Kopftuch tragen will und dafür in einer Burka fast nach Damaskus geflogen wäre, interessant.

Ich denke schon, daß sie das ist und sie ist mir wahrscheinlich auch gut gelungen, der Schreibprozeß war flüßig, aber ein Rohkonzept ist natürlich ein Rohkonzept. Der erste Entwurf an dem jetzt gefeilt und gearbeitet wird, weiter nichts.

Meine Leser wissen vielleicht auch, daß ich gar keine so große Änderin bin, ich nehme es mir zwar auch immer vor, aber zu achtundneunzig Pozent bleibt es eigentlich, wie es war und ich konzentriere mich bei meinen Korrekturdurchläufen auf die Fehler und da sind im Rohkonzept auch einige, die den Inhalt betreffen, denn das Ganze ist ja nicht aus einem Guß gefloßen, sondern ich bin jetzt nicht ganz da, wohin ich am Anfang hinwollte, das heißt die Geschichte hat sich im Laufe des Schreibens entwickelt und das ist gut und soll sein.

Der allererste Korrigierdurchgang wird auch den Sinn haben, diese Fehler auszugleichen, so hat die Selma, als sie sich in die Moschee begab, eine Reisetische mitgenommen und zuerst alles, dann zweihundert, später hundert Euro von ihrem Sparbuch abgehoben, da dachte ich noch, sie würde bis Damaskus kommen, jetzt ist das Ende ihrer Reise ja das Schwechater Klo und da reicht es, wenn sie Paß und Sparbuch mitnimmt.

Bei meinem letzten Schreibbericht habe ich auch  geschrieben, da hatte ich das bis Anfang März geschriebene, noch durchzukorrigieren, daß ich nachher, ich ahnte schon,  fast fertig bin, habe dann in der Nacht das Konzept festgelegt, da waren siebenundzwanzig Szenen geplant, achtundzwanzig sind es geworden, von denen ich die meisten am Freitag, drei am Samstag geschrieben habe und da wollte ich noch, wenn ich fertig bin, vielleicht die “Tausend und eine Mail Geschichten” und den Fritzi-Janusz-trang nochmals schreiben.

Jetzt denke ich wieder, es kann so bleiben.

Ausgedruckt müßen die über siebzig Seiten aber werden und bevor ich dann, die erste Rohkorrektur des Ganzen machen, kann ich ja das schwarze Buch mit den Noizen nochmals durchgehen, da tue ich mir zwar mit dem Lesen etwas schwer, ich kann nicht mehr alles lesen, denn ich neige zum Schmieren, das heißt undeutlich schreiben, aber durchlesen, um wieder zu Vergegenwertigen, wohin ich am Anfang wollte und mit dem Vergleichen wo ich bin, kann ja nicht schaden.

Das Zentrale ist der Yasmin Selma-Strang, das mit den Bücher der Selma wackelt noch ein bißchen, beziehungsweise ist es nicht das geworden, was ich eigentlich plante, also auch da vielleicht ein paar Änderungen, um das Ganze zu Glätten.

Die Fritzi Janusz-Geschichte bringt auch nicht viel Neues und ist vielleicht eine Wiederholung der “Abstuzrgefahr”,  und die hat, hundertsiebzehn Rohseiten und 59 590 Wörter, ist also ein längerer Text.

Das Ganze also noch Glätten, Verändern, was ich Verändern kann und dann Korrigieren, so wie es ausschaut, werde ich wohl bis zum Sommer damit fertig sein und in der Sommerfrische was Neues suchen oder das schon haben (eine Sommergeschichte mit einer Sandra Sommer wäre vielleicht fein) und der Plan mit der “Nika Weihnachtsfrau” für den nächsten “Nanowriomo” steht auch schon länger.

So weit so what und eigentlich kann ich mich nicht beklagen, denn eigentlich waren es produktive Osterferien, wo ich wieder in den Schreibfluß hineingekommen bin, am Mittwoch und am Donnerstag, das seit der “Schreibeuphorie” Vorhandene korrigiert, dann in der Nacht das Rohkonzept ziemlich flüßig aufnotiert und am Freitag und am Samstag, den Rohtext fertiggemacht, wenn das nun eine flüßige Geschichte wird und der Alfred es schafft, ein Buch daraus zu machen, das in etwa einem Jahr fertig ist, mein sechsunddreißigstes Selbstgemachtes, wäre es es, wenn ich richtig gerechnet habe, ist das  doch schön.

Daß das meine Leser nicht zu interessieren scheint, weniger, aber ich habe aus der zweiten Szene inzwischen “Selmas Kopftuch” gemacht, und könnte das am 23. 4. im Reumannhof lesen.

Die Szene wird dann auch wahrscheinlich in die “Vorschau” kommen und ich kann sie auch bei meinen anderen Lesungen, die ich heuer noch haben werde, Volksstimmmefest, Poet-Night, Geburtstagsfest” etc, lesen, wenn ich dann nicht schon was anderes habe, was mir passender oder dringender erscheint.

So weit, so what und wirklich gut, über die Rechtschreibfehler ersuche ich Hinwegzusehen, der Alfred sollte sie auch korrigieren, sehr abgehoben ist es wohl nicht geworden, wohl eher ein Text für Jugendliche, aber das, was ich kann und wahrscheinlich schon sehr spannend und aktuell, um mich nochmals zu wiederholen.

Jetzt also in die Korrigierphase, von der ich hoffe, daß ich nicht wieder in eine Trödelphase komme, bzw. wenn, mich nicht zu lang in dieser aufhalte werde.

Mal sehen, ich werde darüber berichten,  jetzt bin ich gespannt, eigentlich recht stolz auf mich und auch zufrieden.

Handlungsfortgang

Gestern Nachmittag habe ich, als ich von meiner Radfahrt zum “Lidl” nach St. Pölten zurückgekommen bin, die “Bibliophilin” fertig korrigiert, den ersten Schwung hatte ich schon am Mittwoch gemacht, so daß der Widerstand verschwunden war und ich mich in die Spannung einlassen konnte, obwohl der Gedanke,”Das ist wieder nicht gut genug gelungen, zu flach, zu flüchtig, einfallslos, sprachlich keine Literatur!”, etc, schon gekommen ist.

Aber dennoch ganz spannend, denn meine Schreibeuphorie ist ja fast vor einem Monat gewesen, dann sind wir nach Leipzig gefahren, wo ich mich zwar in den Houellebecq vertiefte, auf meine Handlung aber vergessen habe.

Also es waren achtzehn Szenen, die ich im Rohtext hatte und siebenundfünfzig, jetzt sechsundfünfzig Seiten, sowie 27 257 Worte und die letzte Szene ist, wo dieThekla berichtet, daß die Yasmin in der Schule wieder zum Direktor gerufen wurde und die Staatssicherheit, weil sie ja dem Integrationsminister eine Facebooknachricht geschickt hat, sie verhörte.

“Schlecht, schlecht!” habe ich gedacht und der Vorsdatz etwas so Flüßiges, wie den Houellebecq hinzustellen, denn manche Stellen, vor allem die mit der Fatma sind noch recht holprig und das mit dem Bücherauflesen scheint wieder nicht gelungen, denn die Thekla ist zusehends in den Hintergrund gerückt, ist es nicht geworden.

Es ist vielleicht eher etwas für Jugendliche, als der große literarische Roman und wie geht es weiter? Eigentlich ist es schon fertig, den Rest, Selma kommt zurück und studiert Zahnmedizin schreibe ich nächste Woche, dann korrigiere ich und kann in der Schreibwerkstatt der Sommerfrische wieder nach einem neuen Thema suchen.

Positiver formuliert, es ist so gut wie es kann und ich schreibe eben nicht so abgehoben. Die sprachlichen Holprigkeiten lassen sich auch noch verbessern und die Thekla und die Fritzi Stränge ließen sich  noch extra aufarbeiten, wie überhaupt die Nachrichten aus “Tausend und einer Nacht” noch fertig schreiben, denn da hätte ich ja erst die erste von der Prinzessin Schezi.

Danach bin ich ins Bett E-Booklesen gegangen und dann schlafen, in der Nacht aufgewacht und da war der Handlungsfaden, den ich dann aufgeschrieben habe, schon da.

Vermutlich wird das Ganze siebenundzwanzig Szenen bekommen und in der nächste, drei oder vier waren noch in meinem schwarzen Moleskino aufnotiert, wird die Yasmin wieder in der Schule sein, die habe ich inzwischen gedacht, will ja Detektivin werden und kommt auf den Einfall, eine Jean, ein Shirt und vielleicht auch ein Kopftuch in einen Sack zu packen und sich vielleicht damit vor die Moschee zu stellen, dann kommt auch die verschleierte Selma, raunt ihr “Flughafen” zu und sie treffen sich dort am Klo, die Burka wird ausgezogen, vor der Toilette warten schon Selmas Mutter, Thekla Morgenstern, der Pfarrer, Fritzi und vielleicht auch Fatma Challakhi und bringen Selma zurück, das heißt auf die Polizei und Fatma Challaki wurde inzwischen mit dem Minister fotografiert und als Integrationsmodell ins Facebook gestellt, vielleicht ist es auch ins Fernsehen gekommen. Thekla bietet Yasmin das Kabinett zum Schlafen an, damit sie Platz für sich hat “Ein Zimmer für mich allein!”, ruft die entzückt und fragt verwundert auf Theklas Frage, ob sie Virginia Woolf kenne, wer diese Tante ist?

Sie ist aber mit ihrem Aufsatz berühmt geworden, Minister Bastian kommt in die Schule und sie bekommt  einen Integrationspreis und wieder ein Foto, Selma mit Kopftuch links und sie rechts vom Minister und Thekla Morgenstern kann die “Romantherapie” in den Bücherschrank legen.

So weit so what. Es wird wahrscheinlich “Entwicklungen einer Bibliophilin” heißen, denn die Depression ist weg, die Aufgabe da und jetzt in die Finger gespuckt und so locker und genau wie möglich, zu Ende schreiben, egal wie lange ich für den Rohtext brauche und wie lang es wird, dann korrigieren und schauen, daß der Alfred damit nachkommt, warten ja schon zwei andere Manuskripte auf ihn.

“Selmas Kopftuch” oder Szene zwei, kann ich, wenn es dem Politikwissenschaftler Willi Heimlich, der mich zu dem “Bücherfest in den Reumannhof” eingeladen hat und der, wie ich daraufgekommen bin, ebenfalls schreiben dürfte, gefällt, entweder mit oder ihne der “Güler” lesen, obwohl das wäre schon ein spannender Kontrast, was sich alles in fünfunddreißig Jahren verändert hat und die Veränderung meines Schreibens, von dem ich ja immer so verzweifelt behaupte, daß ich es wenigstens ein bißchen kann, ließe sich auch feststellen.

Auf jedenfalls tue ich es sehr viel und habe schon ein beachtliches Ouvre, fast fünfunddreißig selbstgemachte Bücher werden es inzwischen sein, aufzuweisen und das ist  auch nicht zu verachten, auch wenn nicht experimentell und auch sehr abgehoben ist und die Beistriche sowie die “S-Schreibung” nicht stimmen sollte.

Versuchter Schreibbericht

Der ist nun fällig, denn mit den Störungen bin ich in der letzten Woche ein wenig fertig geworden, der neue Lüfter ist eingebaut, diesmal war es der richtige, der Drucker funktioniert auch wieder, so habe ich mir von der “Bibliophilin” “Verwandlungen einer Bibliophilin” steht auf der ersten Seite, am Mittwoch oder Donnerstag siebenundfünzig Seiten und neunzehn Szenen ausgedruckt und hätte am Freitag Zeit gehabt mit dem Weiterschreiben oder das Ganze erst einmal durchzukorrigieren und den weiteren Fortgang festzulegen, zu beginnen.

Was sehr einfach klang, aber so nicht war, denn die Störungen der letzten Monate haben mir, obwohl ich mich vor drei Wochen ja in einer “Schreibeuphorie” befunden habe, doch sehr zugesetzt und dann hat mich “Leipzig” wahrscheinlich aus dem Schreibfluß herausgebracht und die Kritiken, von denen ich in der letzten Zeit einige bekommen habe, daß das, was ich schreibe, wegen meiner Grammatik nichts mit Literatur zu tun hat, was ich nicht wirklich ändern kann, hat mir auch noch zugesetzt.

So ist am Freitag, wo ich den ganzen Tag Zeit zum Korrigieren und Schreiben gehabt hätte, wieder das passiert, was ich meine “Trödelphase” nenne, ich habe herumgesurft, mich über den Flugzeugabsturz in Südfrankreich, der in der letzten Woche,  wohl alle sehr bewegte, der aber mit meinem Manuskript nicht viel zu tun hat, kundig gemacht, habe der Ruth auf ihren Kommentar bezüglich ihres Buchs und ihrer Lesung, ebenfalls einen langen Kommentar geschrieben und als ich die erste Szene korrigiert habe, hat mir die nicht gefallen und ich habe wieder mal gedacht, was mir meine Kritiker jetzt vielleicht bestätigen werden “Ich kann es nicht, ich kann es nicht!”

Die Idee zur Bibliophilin ist mir Ende oder Anfang des Jahres gekommen, da habe ich auch etwas recherchiert, mir Notizen gemacht und im Februar, zufällig war da, wie letzten Freitag, auch ein “Kreativenjour-Jourfixe” des fünften Bezirkes und eine Klientin ist nicht gekommen und so habe ich die erste Szene, eigentlich ziemlich ungeplant begonnen und dann dürfte sie nicht so, wie gewollt geworden sein.

Ich will ja von dem Bücherauflesen einer depressiven Frau schreiben und scheine das irgendwie nicht zusammenzubringen, vielleicht ist der persönliche Anteil zu nah, daß ich mich um das wirkliche herumdrücke, verdränge und mich nur an den Rändern bewegen, jetzdenfalls hat es mir nicht und nicht gefallen, ich habe einige Stunden für die erste Szene gebraucht, weil ich dazwischen zu oft woanders gewesen bin und mir auch Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Elfriede Hammerl im Radio und im WEb angehört habe, was ja auch sehr interessant ist.

Dann habe ich schon sehr spät, doch angefangen, die Szene noch einmal zu schreiben und hatte dann für die  zweite, der Einstieg der Yasmin Bilic, die eigentlich sehr spannend ist und die mich auch sehr interessiert, nur wenig Zeit, weil ich ja wieder zum “Creativen Bruch” wollte, der diesmal im ehemaligen oder bald wieder eröffneten “Spektakel” stattfand, so daß ich da vielleicht wieder ein wenig schlampig war.

Am Samstag hatte ich wieder keine Zeit zum weiterkorrigieren, weil ich ja mit dem Alfred nach St. Pölten zum Osterspaziergang gefahren bin, aber in der Nacht, ist mir ein neuer Titel, bzw. sogar mehrere eingefallen “Die Bibliophilin oder “Notverordnung”, bzw. “Rohstoffentwerting” oder “Endzeitstimmung” könnte es vielleicht auch heißen, um auf die anderen Handlungsstränge, die ja auch die Selma und die Yasmin sind, hinzuweisen.

Dann ist mir auch noch eingefallen, daß die Thekla ihre Leseliste durchgehen und davon die Bücher aussuchen könnte, die sie unbedingt lesen will, um die anderen mit ihrem Einkaufswagerl in den Bücherschrank zu tragen, etwas was, ich bezüglich der Autobiografiediskussion, die ich im Moment führe, als autobiografisch anmerken könnte.

Es könnte also weitergehen mit dem Schreiben, beziehungsweise mit dem Korrigieren und dazu Anmerkungen machen, was ich vielleicht erweitern, umändern, weglassen will und dann die nächsten Szenen und den weiteren Handlungsverlauf festlegen.

Dazu brauche ich Zeit und Konzentration, da ich jetzt noch zwei mehr oder weniger intensive Praxistage mache und dann mit dem Alfred in die Karwoche und in die Osterferien nach Harland aufbrache, hätte ich die ja, obwohl mir der Alfred schon andeutete, daß er auch meine Hilfe im Garten benötigt, danach geht es  zurück nach Wien und am Donnerstag nach Harland bzw. nach Krems und Göttweig zur Literatur und Wein und dann fahren wir wieder vier Tage nach Bük, wo das Schreiben wieder gehen könnte und was ich dazu bräuchte ist wahrscheinlich immer noch die Erlaubnis oder der Glauben, daß ich das darf, bzw. kann.

Denn warhscheinlich spießt sich das, daß ich immer wieder höre, daß das, was ich so treibe und mir sehr wichtig ist, mit Literatur nichts zu tun hat und da, glaube ich, einerseits ja, daß das nicht stimmt, denn wenn man etwas wirklich will und auch unaufhörlich und beharrlich seit mehr als vierzig Jahren betreibt, kann es ja nicht schlecht sein, aber leider höre ich immer wieder etwas anderes und nur ich denke, ein paar Rechtschreiber machen nicht so viel und bei einem Verlag hätte ich ein Lektorat, aber beim Selbstgemachten muß man  alles selber machen und das ist immer noch, auch wenn man immer wieder etwas anderes hört, etwas in Verruf und so tue ich mir ein wenig schwer mit meinem besessenen Schreiben und bin durch das mangelnden Interesse daran, irritiert, obwohl ich mir inzwischen  suggeriere, daß ich es einfach machen soll, so wie es mir Rudolf Blazejewski schon in den Siebzigerjahren riet, es einfach nur für mich zu tun, ich stelle meine Schreibfortschritte aber in das Internet, weil ich mir einbilde, daß das interessant und wichtig für mich und vielleicht auch für die anderen ist und dann leide ich, wenn nichts zurückkommt, aber eigentlich ist das  egal, ich sollte es machen, weil es mir gefällt, so gut, wie ich es kann und so sollte ich versuchen, wieder in die Schreieuphorie hineinzukommen und Zeitlassen, um nicht als manische Dilettantin in Verruf zu kommen, nehme ich mir auch immer vor und wenn bis November das Rohkonzept so einigermaßen steht, hätte ich mein Ziel erreicht und da könnte ich die Selma wieder zurück und aufs Gymnasium gehen lassen, die Yasmin söhnt sich auch mit ihrer Familie aus und wie das mit der Thekla und ihren Büchern ist, dafür sollte es auch eine Lösung geben, habe ich mich in den letzten Tagen ja auch mit der Autobiografie und den diesbezüglichen Distanzierungsversuchen beschäftigt und ein bißchen beobachtet, wie das die anderen machen.

 

Fortgesetzer Störungsbericht

Für den der wissen will, wie es mit meiner Schreibeuphorie vom vorletzten Sonntag, siebzehn Szenen, dreiundfünfzig Seiten und 25.752 Worte weitergegangen ist, kommt jetzt wieder ein Schreibbericht, der eigentlich keiner ist, denn es ist nichts weitergegangen und ich weiß auch nicht, wieviele Szenen, Seiten und Worte ich jetzt wirklich habe, denn am 6.3. ist ja mein Drucker eingegangen, beziehungsweise die Wanne, wo der Toner abfließt oder wie das heißt, voll geworden, ich brauche eine Neue und die Lieferung dauert wieder vierzehn Tage und da habe ich dann, weil ich den Resttoner ja für meine Befunde brauchte, nichts mehr ausgedruckt, so daß ich das, was ich auf Papier nachlesen kann, auf acht Szenen und siebenundzwanzig Seiten beschränkt.

Ist ja nicht so schlimm, könnte man meinen, denn der Idealzustand ist  ohnehin das papierlose Büro und ich habe am 8. 3. auch geschrieben und geschrieben und das mit dem Nichtausdrucken können war mir  egal.

Eigentlich habe ich schon damals den bisherigen Rohtext durchkorrigieren wollen, um den weiteren Handlungsfortgang zu bestimmen, an diesen Sonntag ist es aber nicht dazu gekommen und am Montag und am Dienstag war ich mit meiner Praxis so beschäftigt und bin nicht zum Weiterschreiben gekommen.

Am Mittwoch darauf bin ich dann mit dem Houellebecq nach Leipzig gefahren, das schwarze Notizbuch, wo es schon Einträge bis zu einer Szene 22 gibt, habe ich mitgenommen, die siebenundzwanzig Rohseiten nicht und auch nicht den Laptop, was ich später zwar etwas bereute, denn in der Bloggerlounge oder bei den Hundertmarks hätte ich ja bloggen können, aber auf einer Buchmesse weiterschreiben bringe nicht einmal ich zusammen.

Den Houllebecq habe ich auf der Rückfahrt ausgelesen und Montagabend in Wien natürlich als erstes den Messebericht gebloggt und da als  kleine Erinnerung, ich bloggte zwar schon wieder auf meinem Laptop, aber der neue Lüfter war noch immer nicht da, der Techniker von der Firma Comparex hat ihn mir zwar am Aschermittwoch durchgeblasen, so daß er an sich funktionierte, aber immer wieder abstürzte und auch keine Updates möglich waren, so daß ich noch immer nicht abrechnen kann.

Dann ist mir das Gerät noch irgendwann hinuntergefallen bin und so hatte ich Montagabend, während des Messeberichts wieder einen “Fan Error”,  auf Alfreds Computer weitergebloggt und mich damit getröstet, daß es so ohnehin geht, zwar kein Ton zum Videoschauen und in meinen Textordner kann ich auch nicht, aber sowohl der Druckerersatzteil, als auch der Lüfter sind angeblich schon da und können am Montag abgeholt und eingebaut werden und zum Weiterschreiben bin ich vorerst ohnehin gekommen, weil der Rest der Woche wieder Praxisbetrieb.

Als wir gestern über Krems nach Harland fuhren, habe ich mir aber alles vorsorglich mitgenommen und am Abend zuerst meinen Bericht über “April in Stein” ergänzt und dann war die große rote Tasche der Turkish Airlines, die ich am Montag, als wir  in Harland einen Zwischenstop machten, einfach im Wohnzimmer auf dem Servierwagen vor den  fast leeren Bücherregalen abgestellt habe, auszuräumen und die neuen Bücher  einzutragen, was aber nur bezüglich Leseliste, nicht aber in den Bibliothekskatalog ging.

Am Samstag das übliche Programm, mit dem Rad zum Markt, dort Würstl essen und dann zum Tschibo auf einen Kaffee und nach dem Mittagsschlaf habe ich getrödelt und getrödelt, weil ich eigentlich weiterschreiben wollte, aber offenbar aus der Schreibeuphorie herausgekommen, zudem kamen in der letzten Zeit  einige Kommentare,  die sich auf meine unliterarische Rechtschreibung bezogen, die mich natürlich betroffen machten, obwohl ich eigentlich, ganz ehrlich, das nicht so schlimm finde.

Die anderen aber offenbar schon und wenn man immer wieder hört, daß das, was man tut, nichts mit Literatur zu tun hat, aber gut, egal, ich tue, was ich kann, hole meine Notizen herbei und blättere meine Seiten durch, um den Anschluß zu finden, was aber, wie gleich die Schockmeldung kommt, nicht geht, ich kann nicht weiterschreiben, weil ich im Augenblick eigentlich gar nicht genau weiß, wo ich stehe und das Ganze, was ich nicht kann, zuerst einmal durchkorrigieren oder zumindestens ansehen sollte…

Aber jetzt habe ich ohnehin einige Stunden Pause gemacht und bin mit dem Alfred in der “Bühne am Hof” gewesen, um mir den Protestsänger Hans Söllner anzuhören und morgen werden wir nicht nur in den Donaugasthof in Traismauer Mittagessen fahren, sondern ich muß auch schauen mit Martin Walsers “Ein liebender Mann” fertigzuwerden, denn meine Leseliste hat sich wieder um ein paar Rezensionsexemplare vergrößert,  hat mir jetzt auch “Picus” drei wahrscheinlich schöne Bücher, darunter  Harald Darers “Herzkörper”, geschickt, so daß ich morgen wahrscheinlich ohnehin nicht zum Weiterschreiben komme und daher vielleicht ruhiger auf die nächste Woche,  wo ich den Text hoffentlich wieder ausdrucken kann, warten werde.