Lyrik und bildendende Kunst in der Edition NÖ

Die “Edition NÖ”, der Verlag der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich, geleitet von Gabriele Ecker gibt es seit fünfundzwanzig Jahren.

Da gibt es dann am achtzehnten November eine Festveranstaltung im Palais Niederösterreich in der Herrengasse, verbunden mit der Vergabe der Hans Weigel– Stipendien, das einmal vor langer Zeit Cornelia Travnicek bekommen hat.

Da ist dann auch die “Asche meiner Schwester” herausgekommen, ein Roman der offenbar keiner ist, gilt doch “Chucks” als der Debutroman, seit damals schnorre ich Gabriele Ecker gelegentlich um Bücher an und heute wurden zwei Lyrikbände der Edition, die beide gemeinsam mit  Werken bildender Künstler herausgegeben wurden, i2n der “Gesellschaft für Literatur” vorgestellt.

Richard Walls Irland-Gedichte “Achill-Verse vom Rande Europas”, die von Martin Anibas illustriert wurden und der Gedichtband “Sprachvorspiele-55 Liebesgedichte”, von Herbert J. Wimmer, bemalt von der Tänzerin Marion Steinfellner, die ich schon beoi zwei Performances, eine davon gemeinmam mit Herbert J. Wimmer gesehen habe.

Also sehr interessant, der Lehrer Christian im Publikum, ihm habe ich gleich erzählt, daß ich gerade mein zehnten dBp Buch begonnen habe, während die östBp nur spärlich eintreffen, was schade ist oder auch nicht, daneben saß Elfriede Haslehner, Richard Wall begrüßte und dessen Gedichtband hat ja Doris Kloimstein, wie sie mir auf Alfreds Geburtstagsfest erzählte sehr gefallen.

Das 1953 geborene GAV-Mitglied Richard Wall, der sowohl in OÖ als auch in Nö lebt, war Stipendiat bei der “Böll- Stiftung in Irland, hat da seine Gedichte geschrieben und Gabriele Ecker suchte dafür einen Illustrator, den sie in  Martin Anibas fand, der heute nicht anwesend war, so wurden nur seine Bilder gezeigt und Richard Wall las dazu Textproben, während Herbert J. Wimmer, der, wie ich meine, experimentelle Dichter, gemeinsam mit Marion Steinfellner auftrat.

Sie hat sich einige Tage oder Wochen mit seinen Texten beschäftigt, dazu gemalt und ihren Bildern dann auch noch Überschriften gegeben, die sich auf jeweils eine Gedichtzeile, die dann von ihr ergänzt wurden bezogen.

Spannend spannend, danach gabs Gespräche und was zu trinken und zu knabbern und was die experimentelle Literatur betrifft, kann ich vermelden, Ilse Kilic, welch Überraschung ist die neue “Veza Canetti-Preisträgerin”, die im MUSA am fünften Oktober präsentiert wird und von Gabriele Ecker habe ich mir noch die von Barbara Neuwirth herausgegebene Anthologie “AuserLesen” gewünscht, die die Texte der NÖ Stipendiaten enthält.

Ich habe ja früher, weil ich ja einen NÖ- Zweitwohnsitz habe auch um ein NÖ-Stipendium angesucht, aber nie eines bekommen, die schlechte Kritik von Peter Zumpf in  der “Literatur in NÖ” hat das vielleicht verhindert, aber ich kenne Gabriele Ecker von der Zeit, als ich im Rahmen der GAV, ich glaube am Hammerweg zuerst “Literatur von Frauen” und dann noch die “Selbstmordanthologie” präsentiert habe.

Kafka.Wege um das Sanatorium Hoffmann

Bei der “Gesellschaft für Literatur” finden immer wieder Kafka-Veranstaltungen statt und Manfred Müller ist, glaube ich auch, in der “Österreichischen Kafka Gesellschaft” aktiv, die ihren Sitz in Klosterneuburg hat, so gibt es auch dort regelmäßige Veranstaltungen, bei denen ich noch nicht war und vor einigen Monaten hat es auch eine “Kafka-Wanderung” von Neuwaldegg übers Hameau bis zum Dreimarkstein gegeben.

Das war an einem Sonntag und an einem Sonntag verlasse ich ja nicht so gern meine Familie und außerdem waren wir da, glaube ich, auch in Harland.

Bin also nicht mitgegangen, obwohl ich mich zu erinnern glaube, daß, als das Buch “Kafka in Wien” in der Gesellschaft vorgestellt wurde, erwähnt wurde, daß Franz Kafka diesen Spaziergan einmal, ich glaube, mit Dora Diamant, unternommen hat. Eine Gegend, die mir sehr vertraut ist, weil auf der Höhnenstraüe ja das Gartenhäuschen meiner Eltern stand und ich solche Spaziergänge früher öfter machte.

Und jetzt ist der Alfred in Harland und es war ein zweiter Spaziergang “Rund um das Sanatorium hoffmann”, Sonntag ab elf, angekündigt, zu dem ich mich angemeldet habe und dann auch mit der U4 nach Heiligenstadt und  mit dem Bus nach Kierling gefahren bin, denn Franz Kafka hat sich 1924 zuerst wegen seiner Lungenkrankheit in ein Sanatorium im Wienerwald, dann ins Allgemeine Krankenhaus und schließlich in das Sanatorium Hoffmann nach Klosterneuburg begeben, weil ihn da Dora Diamant begleiten und für ihn kochen konnte und ist dort auch im Juni 1924 gestorben.

Dreißig Leute haben sich, glaube ich, für die Wanderung angemeldet, die von Manfred Müller, Veronika  Seyr, von der ich vor zwei Jahren ein Buch gelesen habe und Charlotte Spitzer begleitet wurde und der Treffpunkt war beim Kafka-Denkmal in Klosterneuburg Kierling.

Ja, das gibt es, 1963, glaube ich, aufgestellt, eine kleine Büste und neben den Mistkübeln und den Halteverbotsschild fast gar nicht zusehen, daneben stand auch ein Ringelspiel, denn in Klosterneuburg Kierling fand am heutigen Sonntag auch ein Straßenfest statt.

Manfred Müller begrüßte und zeigte auf die Stelle, wo früher ein Gasthaus gegstanden ist, in dem die Kafka Besucher logierten und eine Post hat es auf dem Platz auch gegeben, wo Dora Diamant mehrmals täglich Kafkas Briefe aufgab oder abholte.

Auf einem Spazierweg sind wir dann zu dem Sanatorium gegangen, ein kleines Haus, ich glaube für acht Patienten, das von einem Dr. Hoffmann geleitet wurde und von dem Spazierweg konnte man den Balkon sehen, wo Kafka sein  Zimmer hatte.

Der damals nicht mehr soviel spazierengegangen ist, sondern am Balkon lag und seine Briefe schrieb, beziehungsweise seine Gesprächszettel schrieb, denn sein Kehlkopf war so angegriffen, daß ihm die Ärzte eine “Schweigekur” verordneten.

Heute ist das Sanatorium, ein eher kleines Haus, wieder ein Wohnhaus, zwei Räume sind aber Kafka Gedenkräume und gehören, glaube ich, der “Kafka-Gesellschaft” und dort sind wir hingegangen und dort fand auch eine sehr intensive Performance statt. Texte wurden aber auch schon vorher gelesen.

Kafka hatte vorher, glaube ich, eine Geschichte “Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse” geschrieben, die er in dem Sanatorium korrigierte.

Charlotte Spitzer las daraus einen Stück vor und in den Schauräumen gab eine Performance, wo sie zu zwei Texten tanzte und dann wurden auch die Gesprächszettel verlesen, die auch auf dem Luster angebracht sind.

In den Schauräumen gibt es ein Krankenbett, das offenbar aus dem Sanatorium oder auch aus der Larynologischen Abteilung im allgmeinen Krankenhaus stammte und dann gibt es auch sehr viele Bücher, um und über Kafka, darunter auch eine Anthologie von vierzehn Gegenwartsautoren, herausgegeben von Manfred Müller und Nadine Kegele, die sich mit einem Zitat aus einem der Werke von Kafka, mit der Flüchtlingssituation auseinandersetzen und das bei “Luftschacht” erschienen ist.

Auf den Balkon konnte man auch hinausgehen und sich in das Gästebuch eintragen und dann wurde spazierengegangen, nämlich über das Gugginger “Haus der Künstler” zur “Redlinger-Hütte”, wo Kafka warhscheinlich nicht war, zum Mittagessen, wo es auch eine Linzer Torte gab, die Kafka angeblich gern gegessen hatte oder noch essen konnte und eine weitere Performance und Lesung gab es auf einer Wiese dann auch.

Die Nachrufe wurden verlesen, die in verschiedenen Zeitungen erschienen sind und die schon auf die große literarische Stimme Kafkas, der “Hungerkünstler” war, glaube ich schon geschrieben und vielleicht auch erschienen, hinwiesen, die großen Romane noch nicht, die hätte Max Brod auf Wunsch Kafkas ja verbrennen sollen, was er aber nicht tat.

Charlotte Spitzer las  noch zwei Texte, eine davon im Liegen und dann ging es übers Grüntal zurück zum Bus und wieder nach Wien.

Die Kafka-Wege soll es, wie Manfred Müller erwähnte, weitergeben und Veronika Seyr verriet mir, daß der nächste nach Prag gegen soll, also eine Kafka Fahrt oder Reise auf seinen Spuren, das ist mir wohl zu weit und ich bin ja auch keine unbedingte Kafka-Kennerin.

“Amerika” habe ich mir kurz nach meiner Matura gekauft, die “Tagebücher” vor einigen Jahren gelesen und seine großen Romane, sowie, die “Verwandlung” hatte ich zwar auf meiner Leseliste, aber jetzt habe ich die ja wieder gelöscht, mal sehen also, wie meine Kafka Lektüre weitergeht. Zur “Gesellschaft für Literatur” werde ich aber sicher wieder kommen und vielleicht komme ich auch wiedermal nach  Klosterneuburg hinaus.

Es war jedenfalls bei wunderschönen Spätsommerwetter ein interessantes Wochenende mit zwei literarischen Ausflügen ins schöne Niederösterreich und jetzt werde ich wahrscheinlich weiterlesen, um mein selbsterlegtes LL-Pensum zu erfüllen.

Kremayr & Scheriaus neue Romandebuts

Die neue Literaturschiene bei “K& S” gibt es seit einem Jahr, auch damals wurden die Debutanten Irmi Fuchs, Daniel Zipfel und Marianne Jungmayer in der “Gesellschaft für Literatur“, sowie im “Tahlia” vorgestellt und nachher gab es noch eine große Party im 7*.

Ich war auch damals mitten drin im Buchpreisbloggen, im deutschen, daß es heuer auch ein österreichisches geben wird, haben damals ja alle dementiert, habe gerade den dicken Setz gelesen, mir die Bücher aber bestellt und als ich im Frühjahr aus Leipzig zurückgekommen bin, habe ich das neue alte Buch der Gertraud Klemm gelesen und diesen Sommer gab es bei den O-Tönen ja die Debutschiene mit Irmi Fuchs, Daniel Zipfel und Petra Piuk von K& S.

Die “Sommernomaden” das zweite Buch der Marianne Jungmeier habe ich mir dann auch bestellt und gestaunt, daß es einige der Debutanten auf das Lesepult gebracht hat und, als ich vor zwei Wochen das letzte Mal richtig bei den O-Tönen war, vorige Woche bin ich ja nur daran vorbei nach Haus gegangen, machte mich der Lehrer Christian auf die neuerliche Veranstaltung in der “Gesellschaft” aufmerksam.

Da hatte ich zwar auch schon die Einladung bekommen, aber Iris Blauensteiner, Simone Hirth?

Huch, keine Ahnung, sollte ich sie kennen?

Inzwischen habe ich die beiden Bücher auch schon eingekeilt, neben der “Vegetarierin” und dem großen deutschen und dem noch eher kleinen  österreichischen Buchpreisstapel liegen.

Aber Daniel Emmingers Buch ist heute zu mir gekommen und ich bin auch ein bißchen früher weg, weil ich mir ja noch das Leseprobenheftchen holen wollte. Das Österreichische, das hundertzwölf Seiten stark ist, mit vielen Insiderinformationen, wie glaube ich auf der Facebuchseite steht, das Deutsche bestelle ich mir ja nicht mehr, seit  da die Hintergrundinformationen verschwunden sind und ich die Leseproben und das Autorenfoto ja auch im Internet finden kann und weil ich jetzt auch die Bücher selber lese, brauche ich sie nicht.

2009 bin ich aber sehr herumgeirrt und habe mich gewundert, daß es das in Wien nicht gibt.

Gibt es nicht okay und brauche ich auch nicht, aber am Nachmittag in die “Buchinsel” auf der Margaretenstraße und dort nachfragen.

Sie hatten nicht und werden auch nicht bestellen, weil der Buchhändler ja für das Büchlein zahlen muß und die Leute, die danach fragen, ohnehin nichts kaufen, wie mir einmal vor Jahren, der alte, eher grantige Vorgänger dort sagte, als ich nach dem “Tag des Buches-Büchlein” fragte. Inzwischen gibt es einen anderen Buchhändler und der hatte im April das “Literatier”, die freundliche ältere Dame sagte mir aber, ich wäre die erste, die danach fragte und verwickelte mich dann in ein längeres Gespräch über die Listenbücher. Sie war bei den O-Tönen und hatte die Anna Weidenholzer, die zwar auf der anderen Liste, stehen liegen und hui, die Buchhänder zumindest manche, sind also doch sehr kompetent und interessieren sich für Literatur und ich ging  mit meinem Einkaufskorb weiter zum “Hofer”, bei Anna Jeller vorbei, von der ich schon wußte, daß sie es nicht haben wird, die Olga, die ich von der Facebookseite kenne, saß aber lesend am Türstapel und sagte mir auch sehr freundlich “Das haben wir noch nicht!”

Hui, also doch sehr schwer, aber vor der “Gesellschaft” zum “Morawa” schauen und wenn es es auch dort nicht gbit, kann ich ja noch immer dem Haptverband ein Mail schreiben, wenn ich nicht bis zu “Buch-Wien” warten will.

Ich bekam es aber schon vom “Frick” und der Lehrer Christian, der mit einem ganzen Sack gekaufter Bücher in die “Gesellschaft” kam, hatte es vom “Morawa”, aber jetzt die Debuts, die dann vielleicht das nächste Jahr auf der Debutpreisliste stehen werden oder Saisonbeginn, wie mir die alte Dame, die ich immer bei den Veranstaltungen treffe, verkündete, die Sommerlesereihen, wie die OTöne sind vorüber und diesmal habe ich mir ja einen sehr intensiven literarischen Sommer in Wien gegeben und jetzt beginnt die Saison.

Bei mir hat ja schon vor zwei Wochen das große Lesen angefangen und jetzt die Debuts und zwei junge Frauen, deren Namen und Lebensläufe mir nicht sehr viel sagten, die aber trotzdem bei sehr interessante Themen hatten.

Ursula Ebel moderierte und stellte zuerst die 1985 in Deutschland geborene Simone Hirth vor, die in Leipzig am “Literaturinstitut” studierte und jetzt in Gablitz im Wienerwald Autorin und Lektorin ist.

Ihr Buch ist vielleicht auch ein Kanditat für den interessantesten Buchtitel, nämlich “Lied über eine geeignete Stelle für eine Notunterkunft” und handelt von einer Aussteigerin, deren Welt in Trümmern liegt, die Arbeit verloren oder hingeschmissen, das elterliche Haus wird abgerissen und die namenlose Ich-Erzählerin steigt aus und baut sich offenbar irgendwo im Wald oder hinter Büschen eine Hüttel aus Ziegel und Fragmenten, Trümmern also und die Sprache besteht auch sehr kurzen aufgeschnappten Sätzen. Ein sehr interessantes Buch, das ich, wenn ich mit der Sibylle Lewitscharoff und vorher kommen noch Melle, Stadler und Steinaecker, fertig bin, lesen werde oder vielleicht beginne ich auch mit “Kopfzecke” von der 1986 in Wien geborenen Iris Blauensteiner, die auch Filmemacherin ist und in “Wartholz” gewonnen hat.

In den “Koliken”, hat sie, wie Simone Hirth verlegt, aber das ist wahrscheinlich das gemeisame zwischen allen “K&S” Debutanten, Gustav Ernst spielt da wahrscheinlich auch eine gewisse Rolle, zumindest habe ich ihn auf dieser Verlagsparty gesehen und da hat er mir Petra Piuk vorgestellt.

“Kopfzecke” ist die Geschichte einer Demenz oder die der Beziehung zwischen einer fünfzigjährigen Tochter, die ihre Mutter in ihrer ehemaligen Kinderwohnung pflegt,  die Rollen vertauschen sich und ein Geheimnis gibt es auch zu entdecken, wie die Autorin verschämt lächelnd sagte und darauf hinwies, daß man es erfährt, wenn man das Buch am reich gedeckten Büchertisch erwerben wird.

Nun ich werde es erfahren und kenne mich mit Demenz ja nicht nur durch den Psychologieunterricht im Geriatriezentrum Wienerwald, den ich einmal gegeben habe, jetzt gibt es das Geratriezentrum ja, glaube ich, nicht mehr und die Pflege meines Vaters und des Schwiegervaters ein wenig aus, nein ich habe ja auch darüber geschrieben, interessant ist aber sicher, wie das eine dreißigjährige junge Frau sieht, die auch sagte, gar nicht soviel darüber recherchiert zu haben.

Die “K& S Debutanten” haben also realistische Themen und die interessieren mich ja sehr, ich bin also sehr gespannt, wie die Bücher mit gefallen, ein paar Wochen wird es ja noch dauern, bis ich sie besprechen werden und was und wo ich von den zwei jungen Frauen noch hören oder lesen werde.

Zurück zur Poliversale

Während wir in Kroatien Urlaub machten, hat in Wien die “Poliversale”, das 4. internationale Wiener Lyrik-Fest der “Alten Schmiede” begonnen, das von Kurt Neumann und Michael Hammerschmied konzeptiert und moderiert wird und heuer auch an anderen Orten, als nur im “Literarischen Quartier” stattfindet.

So fand die Veranstaltung mit Christoph W. Bauer und Ludwig Laher heute in der “Gesellschaft für Literatur” statt und wurde von Manfred Müller moderiert.

Kurt Neumann und Michael Hammerschmid saßen im Publikum, außerdem noch Christl Greller, Monika Vasik, Stefan Gmünder und noch ein paar andere, aber nicht zu viele, denn heute fand ja auch bei der Fußball EM, das Spiel Österreich gegen Ungarn statt, wie Manfred Müller in seiner Einleitung bedauerte und den Leuten dankte, die trotzdem gekommen waren.

Nun, ich glaube das literarische Publikum interessiert sich mit einigen Ausnahmen wie Wendelin Schmidt-Dengler oder Reinhold Aumeier nicht so sehr für Fußball.

Ich tue das jedenfalls überhaupt nicht, habe aber ein paar Fußballbücher auf meiner Leseliste, beispielsweise, das von Reinhold Aumeier, “Rapid, Rapid… Ein Matchtagebuch” aus dem “Resistenzverlag, das ich demnächst  zwischen meine Rezensionsexemplare schieben werde und ob Manfred Müller bedauert hat, daß der dem Fußballspiel nicht zusehen konnte, weiß ich nicht, er hielt jedenfalls eine lange Einleitung zu den beiden, wie er fand sehr unterschiedlichen Dichtern, die beide, wie er betonte Vielschreiber wären.

Das hätte ich nun auch gedacht, daß Christoph W. Bauer und Ludwig Laher sehr verschieden schreiben, fand aber während der Lesung einige Ähnlichkeiten, eine davon ist, daß beide bei “Haymon” publizeren oder publizierten, da Ludwig Laher inzwischen zu “Wallstein” übergewechselt ist.

Der 1968 in Kärtnen geobrene in Innsbruck lebende Christoph W. Bauer wurde mir einmal auf der Buch-Wien von Gerlinde Tamerl vorgstellt, ich sehe ihn auch dort öfter, beziehungsweise bei der “Literatur und Wein” in Göttweig und Krems und habe schon einige Bücher von ihm gelesen, die ich mir meistens aus der Flohmarktkiste des “Morawas” zog.

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen ihm und Ludwig Laher, den ich glaube ich von den IG Autoren kenne, ist daß beide sowohl Lyrik, als auch Romane und Essays schreiben und daß auch Christoph W. Bauer, den ich eigentlich für einen reinen Lyriker gehalten hätte, auch recherchiert und dokumentarisch schreibt habe ich heute bemerkt, beziehungsweise ist es mir schon beim “Alphabet der Häuser” aufgefallen.

“Stromern” heißt der Band der heute vorgestellt wurde und wenn ich mich nicht irre, war er schon auf Platz eins der ORF-Bestenliste und ist wie Manfred Müller in seiner Einleitung erklärte, ein sehr erzählendes Buch. Gedichte, die Geschichten erzählen, ein Paris Teil gibt es auch und Bezug auf Francois Villon von dem sich auch vielleicht das Wort “Stromern” oder das “Vagantentum” beziehungsweise “vagabundisieren” herleitet und dann geht es auch um Zwiegesprächen mit anderen Dichtern, mit Francois Villon wie erwähnt, von Paul Nizon stammt aber das Motto, Ingeborg Bachmann wird erwähnt, Joseph Brodsky etcera. Sehr angenehm war, daß Christoph W. Bauer seine Gedichte selbst dokumentierte und erzählte, wie dazugekommen ist sie zu schreiben.

Dann folgte der 1955 in Linz geborene Ludwig Laher, der in St. Pantaleon lebt und den ich, wie erwähnt schon sehr lange kenne und ihn wahrscheinlich bei den IG-Autoren, woe es sich ja engagiert und im Vorstand ist, kennenlernte. Er hat auch schon viele Bücher geschrieben, von denen ich einige gelesen habe, “Bitter” noch nicht, das lag aber im vorigen Jahr zum “Tag des Buches” im Schaufesnster der Anna Jeller, wo ich es mir herausholte und das wäre noch eine Gemeinsamkeit zu Christoph W. Bauer, der in einem seiner Gedichte Andreas Hofer, den berühmten Tiroler erwähnte, dann gibt es noch einen anderen Hofer, einen Gauleiter, der aber nie verurteilt wurde, sondern zu seinem Begräbnis auch noch die Schützen aufspielen hatte und “Bitter” handelt ja auch von einem. ich glaube. nie verurteilten SS Mann.

Ich würde Ludwig Laher ja nicht so sehr als Lyriker einschätzen, er erwähnte, daß er alle zehn Jahre einen Gedichtband schreiben würde und diesen hat er gebraucht, um sich von seiner Arbeit an “Bitter” zu erholen. Ich würde ihn ähnlich wie Erich Hackl als dokumentarischen Schriftsteller bezeichnen, “Einleben” und “Verfahren” wären solche Beispiele. Seine Gedichte sind auch sehr dicht und knapp und kurz, fast Aphorimen, wie Manfred Müller erklärte.

“Die Jahre kommen und gehen – in die Jahre kommen und gehen” oder “Nacht für Nacht aufwachen und nicht mehr einschlafen können und dann einmal einschlafen und nicht mehr aufwachen können”, beispielsweise.

Nachher gab es eine Diskussion beziehunsweise ein Gespräch das Manfred Müller moderierte, wobei er nach den Versformen, den Schreibtechniken und den Motti fragte. Beide Autoren hatten in ihren Büchern ja welche, Christoph W. Bauer eines von Paul Nizon, Ludwig Laher drei zum Thema “alles”, weil das für ihn der Überbegriff seines Gedichtbandes “Was hält mich” darstellte.

Das Publikum, wie Kurt Neumann, Michael Hammerschmid und ein junger Mann der sehr differenzierte Fragen stellten und wahrscheinlich selbst schreibt, mischte sich eifrig ein und eine Dame bedankte sich für die schönen Gedichte und die Autoren ausdrücklich beim Publikum für das Kommen.

Ja, das Fußballspielen ist eine starke Konkurrenz zur Literatur, aber die “Poliversale”, die am 31. 5. begonnen hat, geht bis zum 5. 7. weiter, die nächste Gelegenheit ist schon morgen in der Uni Hörsaal 31 und am Donnerstag gibt es eine Veranstaltung in der “Alten Schmiede” zu der ich wahrscheinlich gehen werde, obwohl da auch die von Friedrich Hahn moderierte “Dichterzeile” in der Porzellangasse ist.

Eine Gedenktafel für Soma Morgenstern

Den Namen Soma Morgenstern habe ich, glaube ich, 2007 oder 2008 zum ersten Mal gehört, als es im Literaturhaus eine große Joseph Roth Ausstellung gab. Da wurde er, beziehungsweise die Biografie, die er über ihn verfaßt erwähnt.

Das habe ich dann auch ein bißchen in der “Radiosonate”, die ich 2008 geschrieben habe, verarbeitet und irgendwie ist der Morgenstern Roman “Der Tod ist ein Flop”zu mir gekommen, beziehungsweise steht er in meinem Bibliothekskatalog.

Ich kann mich aber gar nicht mehr daran, daß ich ihn gelesen habe. Der Name hat sich mir aber eingeprägt und so war ich auch sehr interessiert, als ich im Programm der “Gesellschaft für Literatur” lesen konnte, daß zum vierzigsten Todestag, des aus Ostgalizien stammenden jüdischen Schriftstellers, eine Gedenktafel an dem Haus in der Belvederegasse Nummer 10, in dem er von 1934 – bis März 1938, wo er emigrieren mußte, wohnte und das auch zufällig das ist, in dem die “Auge-Weihnachtsfeiern” stattfinden, enthüllt wird.

So ein Zufall und wieder ein Stückchen mehr über das Wien vor achtzig Jahren und die Bigografien, der nicht so bekannten Schriftsteller, erfahren, das mich ja sehr interessiert. Bei der Gedenktafelenthüllung von Veza Canetti in der Ferdinandstraße, bin ich vor drei Jahren gewesen und Erika Mitterer hat eine in der Rainergasse und das ist ja die Verlängerung der Belvederegasse.

Über Joseph Roth, mit dem er befreundet war, gibt es ja jedes Jahr Veranstaltungen im Literaturhaus.

Soma Morgenstern, der 1890 geboren wurde und in New York starb, muß erst eintdeckt werden, betonte Manfred Müller bei der Enthüllung dann auch und erzählte, daß Georg B. Deutsch, die Idee zu der Gedenktafel hatte.

Er ist vor einem Jahr damit zu ihm gekommen, hat dann das Geld dafür aufgetrieben. Schriftsteller, wie Karl Markus Gauss, Andre Heller, Eva und Robert Menasse, Doron Rabinovici, Robert Schindel, aber auch Barbara Rett, der Hausherr und andere, haben sich beteiligt und nun ist die in Amerika lebende Familie, der 1929 geborene Sohn Dan zum Beispiel, nach Wien gekommen, um der Enthüllung beizuwohnen.

Soma Morgenstern ist 1912 zum Studium nach Wien gekommen, hat dann in sechundzwanzig Jahren fünfundzwanzig Wohnungen gehabt. Er war auch, glaube ich, eine Zeit in Berlin und war Korrespondent einer Frankfurter Zeitung und hat die Jahre in der Belvederegasse, als sehr glückliche bezeichnet.

Am Abend gab es dann noch  eine Gedenkverantaltung im Jüdischen Museum, die Morgensterns Wiener Jahre und seiner Flucht ins Exil gewidmet war.

So erzählte Georg B. Deutsch, der auch eine “Morgenstern-Homepage” hat, über die Wiener Jahre und der Schauspieler Peter Matic las ein paar Stellen aus den entsprechenden Büchern vor.

Es gibt glaube ich eine elfbändige Werkausgabe, die zum größten Teil erst nach dem Tod von Morgenstern erschienen ist.

Morgenstern war, wie schon beschrieben mit Joseph Roth, aber auch mit Alban Berg befreundet, über beide hat er Biografien geschrieben und Joseph Roth, der von sich behauptete, unmusikalisch zu sein, hat er auch ein Lieblingslied beigebracht. Das wurde dann auf Deutsch gelesen und auf Jiddisch gesungen und nach der Emigration ist es für Morgenstern nach Frankreich gegangen, seine Frau ist mit dem Sohn dagegen zuerst nach Dänemark geflüchtet, bevor sich die Familie in New York wiederfand.

Es hat  einen Vortrag über Morgenstern in Frankreich von dem französischen Germanisten Jaques  Lajarrrigue gegeben.

Dann kam der Sohn, der ein bekannter Jazzforscher war und berichtete, daß er nach achtundsiebzig Jahren, die Wohnung, in der er seine Kinderjahre verbrachte, wiedergesehen hat.

Die hatte sechs Zimmer, im Badezimmer gab es ein Fenster, von wo aus man den Kahlenberg sehen konnte und Alban Berg hat dem kleinen Dan, die ersten Jazzplatten geschenkt.

Sehr interessant, denn jetzt wurde mein Morgenstern Interesse wieder geweckt und ich werde mich wohl auf die Suche “Der Tod ist ein Flop” machen, obwohl ich ja bezüglich meines “Work in progress”, einen Stefan Zweig Schwerpunkt, der auch mit Soma Morgenstern berfreundet war, einlege und jetzt gerade “Die Ungeduld des Herzens” lese, die mich sehr beeindruckt hat.

aichinger- digital human

Ein “Ilse Aichinger-Symposium” in der “Gesellschaft für Literatur”, das erste, wie Manfred Müller in seiner Einleitung erzählte, Vorträge und Lesungen hätte es aber schon gegeben.

Die erste im Dezember 1965, da hat sie aus “Eliza Eliza” gelesen.

Das habe ich natürlich versäumt, war aber schon bei Aichinger Veranstaltungen in der “Alten Schmiede” und einmal, glaube ich, in der Beamtenversicherung, da hat sie noch selbst gelesen, vor circa zehn Jahren oder etwas länger und da habe ich mir auch das “Edition Korrespondenzen Heftchen”, wo ihre Publikationen angekündigt waren, signieren lassen.

Jetzt tritt Ilse Aichinger nicht mehr öffentlich auf, dafür gab es aber ein großen Foto von ihr vor dem Vortragspult und das “Aichinger Symposium”, das am Donnerstag und Freitag in der Herrengasse stattfand wurde, von Christine Invanovic konzipiert, die ist Professorin der Komparatistik und das “Symposium” ist ein Studentenprojekt, deshalb waren auch sehr viele junge Leute da.

Drei von ihnen haben am Vortragspult Platz genommen und es begann mit einem Film aus dem Jahr 1965 “Bücher beim Wort genommen: Schlechte Wörter”, den Johannes Schlebrügge und Ulrike Voswinckel im Haus der Dichterin in Großgmain, wo sie damals lebte, drehte.

Es ging um das Buch “Schlechte Wörter” und die noch sehr jung wirkende Ilse Aichinger las daraus den Text “Dover”: “Wult wäre besser als Welt.  Weniger brauchbar, weniger geschickt…”

Dann ging sie einen Wiesenweg hinunter und erklärte, wie bei ihr das Schreiben funktioniere. Der erste Satz muß stimmen, mehr weiß sie nicht, aber wenn sie den hat,  läßt sie sich treiben und der Text entsteht und bei den Figuren ist das ähnlich.

Erstaunlich,  von einer eher experimentellen Dichterin, mit einer Stimme, wie sie heute Valerie Fritsch hat, schon  1976, das zu hören, was heute in jedem Schreibgeberratbuch lesen kann und im Anschluß an den Film lasen die drei Studenten, den Text nochmals vor und diskutieren mit dem Publikum eineinhalb Stunden darüber, wie man ihn verstehen kann.

Ich habe ja Ilse Aichinger so verstanden, daß ihr Schreiben ein Assoziationsfluß ist, also aus dem Unbewußten kommt, interessant also die Deutungen der Studenten und interessant, sozusagen live eine Proseminar zu erleben oder sich vorzustellen, wie das Studieren heute geht.

Dann gabs eine Pause und dann ist es mit “Ilse Aichinger und der Film” weitergegeangen. Alexander Horvath, der mit ihr befreundet war, hat dazu einen Vortrag gehalten,  Ilse Aichinger ist ja sehr lange jeden Tag ins Kino gegangen und hatte vor zehn oder fünfzehn Jahren auch einen diesbezügliche “Standard Kolumne”.

Im Anschluß daran hat Anne Bennent Aichingers Gedichte gelesen und am Freitag geht es weiter mit dem Syamposium. Ich bin aber schon nach der Pause, in der ich mich sehr lang und sehr intensiv mit dem “Korrespondenz-Verleger” Reto Ziegler, der auch mit Ilse Aichinger befreudet ist und der sich jede Woche besucht, unterhalten, gegangen, weil ich  mit dem Alfred nach Krems zum achtzehnten “Literatur und Wein- Festival” gefahren bin und das Wochenende auch in St. Pölten, beziehungsweise Krems und Göttweig bleiben werde.

Ergänzend ist vielleicht noch hinzuzufügen, daß es  bei dem Symposium auch um Orte, beziehungweise Verortungen geht, deshalb auch der Text “Dover” und deshalb gab es auch eine Fotoausstellung mit Bildern von den Studenten, an der Stelle, wo sonst die Fotografien von Hertha Müller, Friederike Aichinger, Gert Jonke hängen und digital:human heißt das  Studentenprojekt wahrscheinlich, weil sich die Studenten auch im Internet damit beschäftigen und da sozusagen ein “Aichinger-Haus” eingerichtet haben.

 

Grillparzer-Bachmann-Jelinek

“Vom  Vielvölkerstaat zur europäischen Union”, hieß ein Vortrag von Prof Pichl, den die “Grillparzer-Gesellschaft” anläßlich ihrer GV in der”Gesellschaft für Literatur” veranstaltet hat.

“Dargestellt bei Franz Grillparzer-Ingeborg Bachmann und Elfriede Jeliniek”, hieß es noch weiter, was der Grund auch war, warum ich hingegangen bin, denn diese Autorenauswahl  ist ja sehr interessiert, wenn auch durchaus unterschiedlich.

Ruth Aspöck, die ja seit ihrem “Grillparzer-Buch” Mitglied der “Grillparzer-Gesellschaft” ist, habe ich gleich gesehen, die sich mit einer Dame unterhielt, die sich als Agnes Pistorius entpuppte und deren Buch über ihre Mutter, Hedwig, die im Burgtheater öfter die Libussa spielte, habe ich ja gelesen.

Die “Libussa” nicht und auch nicht im Burgtheater gesehen, aber kürzlich Friedrich Schreyvogels “Grillparzer-Biografie” und über die europaische Union, beziehungsweise ihren Schwierigkeiten bei der Flüchtlingsfrage kann man  jetzt öfter in den Medien hören.

So wurde heute  bei von “Tag zu Tag” ein Roman des Satirikers Klaus Oppitz “Landuntergang” vorgestellt, wo Österreich ein Polizeistaat ist, der aus der EU ausgetreten ist und Arbeitslose und Regimekritiker in Textilfabriken sperrt. Aber darum ist es bei dem Vortragt nicht gegangen, sondern um Grillparzers Weltbild, der ein großer Monarchist gewesen ist und am einem Untergang des Vielvölkerstaats wahrscheinlich sehr gelitten hätte.

Was er zu einer möglichen EU gesagt hätte, darüber kann man wahrscheinlich nur spekulieren und Ingeborg Bachmann hat in ihren “Drei Wegen zum See” auch schon durch den Namen Franz Joseph Trotta  monarchistische Anklänge beziehungsweise solche an Joseph Roth anklingen lassen und die Jelinek hat sich, wie Professor Pichl erwähnte in ihren Werken nicht auf die EU aber sehr wohl in ihren Interviews darauf bezogen. War sie doch zuerst gegen einen Beitritt, dann aber in Zeiten der FPÖ-Siege froh, “in der Löwengruppe nicht ganz allein zu sein”, wie ich es im Jahr 2000 einmal in einem Essay bezüglich der “Santktion bezüglich schwarz-blau” formulierte.

Nachher gab es eine lange Diskussion mit der Frage, wie Grillparzer zur EU gestanden wäre und Fragen zu Deutschland und dem eisernen Vorhang.

Zur Literatur wurde weniger diskutiert, wurde, die in dem eher kurzen Vorttrag  auch nur angerißen, obwohl Prof. Pichl in seinem Schlußwort alle zum Lesen von Grillparzer-Bachmann-Jelinek aufrief und das habe ich mit Ausnahme der Jelinek, bei der die ich eigentlich mehr zu Veranstaltungen gehe als lese, in letzter Zeit auch getan und die ist ja, weil sehr links, bei manchen, wie Professor Pichl bezüglich seiner Vortragserfahrungen erlebte, nicht so beliebt, hat aber sicher sehr viel Kritisches zur momentanen Weltlage zu sage.

Cornelia Travniceks Lyrik zum Frauentag

Damit sind nicht nur Frauengedichte gemeint, denn es ist der achte März und im März hat die “Gesellschaft für Literatur” immer einen Lyrikschwerpunkt, den Hans Weigel einmal einführte, um die Lyrik sichtbarer zu machen und so gibt es in diesem Monat immer einige diesbezügliche Veranstaltungen.

Die GAV hat eine Großveranstaltung, die meistens versäume, weil ich um diese Zeit nach Leipzig fahre und eigene Lyrikreihen gibt es inzwischen auch, alte und auch neue und einige ranken sich um den Literaturkreis “Podium”, der ja auch immer einen Fyler mit Gedichten zu diesem Anlaß herausgibt und auch die Reihe “Podium Portrait” hat, bei deren Jahresproduktion ich  letzte Woche war und die Reihe “Lyrik in Österreich” hat es im “Grasl Verlag” auch lange gegeben.

Bis 2004 hat Hannes Vyoral heute glaube ich, erwähnt, von der ich  einige Bändchen habe, dann ist sie eingeschlafen und ist durch die Reihe “Neue Lyrik aus Österreich”, herausgegeben von Sylvia Treudl, Hannes Vyoral und Nils Jensen wieder aufgeweckt worden.

Da werden pro Jahr vier Gedichtbände herausgegeben, die man einzeln und auch im Abonnement beziehen kann. Bei der Präsentation der Bände von 2014 war ich glaube ich in der “Alten Schmiede” und heute wurden in der “Gesellschaft für Literatur”, anläßlich des Lyrikschwerpuunktes, wie Ursula Ebel in ihrer Einleitung erwähnte,  zwei Bände von 2015 und zwei von 2016 vorgestellt.

Sylvia Treudl hätte das einleiten sollen und hat das schon in den vergangenen Jahren so gemacht, war aber krank, so hat das Hannes Vyoral für sie übernommen und als ich  in der “Gesellschaft” saß und mir das Programm anschaute, habe ich gedacht, ich hätte mir die Veranstaltung eigentlich sparen können oder habe nun ein Deja vu, denn einiges kenne ich daraus schon.

Dabei lese ich ja gar nicht so viel Lyrik, schreibe keine und bin auch nicht so oft auf diesbezügliche Veranstaltungen oder doch vielleicht, denn ich war ja vorige Woche bei den “Podium Portraits” und da hat Christoph Janacs sein Jahresbändchen vorgestellt und der Band 13, der neuen Lyrik Reihe, “Kains Mal” ist ist ihm auch gewidmet und Gregor M. Lepka, dem der Band 12 “Die Sicht auf die Dinge” gewidmet ist, habe ich aus seinen Bildbetrachtungen für die Eröffnung eines Museum bei Thalheim bei Wels vor kurzem in der “Alten Schmiede” auch gehört.

Aber Gedichte kann und soll man ja öfter hören, um sie ganz zu erfassen, so liest Rainer Kunze seine Gedichte oft zweimal und fordert das Publikum auch auf, das von ihm bei Bedarf zu verlangen und dann gab es auch Neues nämlich, den Band von Cornelia Travnicek “mindestens einen der weißen wale” und das ist eines der wenigen Travnicek Bücher, die ich nicht  zu Hause habe und Gerhard Jaschkes Band war auch neu für mich, denn er ist auch in diesem Jahr erschienen und hat auch gleich das “Firebord 3” mitgebracht, das “Hundert Jahre Dada” gewidmet ist und das “Feribord” 19, während das Nummer 16, das ich ja in der “Alte Schmiede” gesucht habe noch immer nicht erschienen ist.

Bekannte im Publikum und einige Begrüßungen, Lukas Cejpek, den ich auch am Sonntag bei Ruths Frauentagveranstaltung gesehen habe und dem Alfreds Fotos sehr gefallen haben, Monika Vasik, die ich vorige Woche bei den Podiums Portraits höre, Christl Greller, Stefan Eibl-Erzberg, Katharina Riese, Waltraud Seidelhofer und und…

Cornelia Travniceks Lyrik, die bezüglich des Frauentags, als erste gelesen hat, war auch sehr interessant und poetisch, kenne ich sie ja eher von ihrer Prosa und ihren Social Media Aktivitäten. Aber sie hat ein Gedicht Ingeborg Bachmann gewidmet, eines Volker Braun nachempfunden und in dem Bädchen ist ihre Lyrik von zehn Jahren enthalten, weil sie nicht so viele Gedichte schreibt.

Den meistens wird sie ja auch mit ihren Romanen “Chucks” und “Junge Hunde”, die ich erst lesen muß, ein Begriff sein, woran man wieder sieht, daß die Lyrik hinter den Romanen verschwindet.

Dann kam Gregor M. Lepka an die Reihe und las wieder seine Bildbetrachtungen vor, aber Chrstoph Janacs Lyrik war neu auf mich, handelte sie doch von Gott und der Welt und die Irrungen und Wirrungen, die es darum gibt. Das war höchst beeindruckend,  klar, hat er doch einmal Theologe studiert, sich davon aber, wie er einleitend erwähnte, weit entfernt.

“Mensch und Gott wir müssen einander fürchten: wir sind einander so ähnlich” lautet so ein Probegedicht, das auch im Verlagsfolger enthalten ist.

Dann kam Gerhard Jaschke mit “bis auf weiteres”, der wieder einen anderen Stil und Ton in die Reihe brachte. Lakonisch einfach, eindringlich und gerade deshalb zum Aufhorchen, schmunzeln und merken, wie auch das abgedruckte Gedicht beweist “Arme Sau bist du auf den Hund gekommen, ist alles für die Katz, Schwein gehabt falls dem nicht so ist. Du lieber Schwan!”

Am sechzehnten geht es weiter mit der von der GAV veranstalteten “Lyrik im März”, wie Gerhard Jaschke einlud.

Da sind wir wieder in Leipzig und Petra Ganglbauer wird da vielleicht ihren neuen bei “Keiper” erschienenen Band präsentieren, auf dem ich schon warte, habe aber demnächste Anna Achmatovas “Poem ohne Held” gelesen und Eugen Roth “Gute Reise” wartet auf meiner Leseliste auch auf mich und das könnte ich fast nach Leipzig mitnehmen, weil es  zum Thema passt und was den Frauentag betrifft, 3 zu 1 ist ja nicht ein so guter Schnitt und dabei schreiben höchstwahrscheinlich  mehr Frauen, als Mäner Gedichte.

Aber El Awadalla veranstaltete im “Tschocherl”, glaube ich, einen extra Dialekt Poetry Slam und ist auch auf zwei Videos bezüglich ihrer Bundesprädsidentenkanditatur zu sehen, was vielleicht nicht ganz zum Tag der Lyrik passt, dafür aber zum Frauentag und unterschreiben kann man für sie auch noch, wenn man will und Österreicher ist.

 

Neuer Konrad Bayer-Band

Eigentlich habe ich  heute zur Präsentation des neuen Romans von Gabor Fonyad gehen wollen, den ich in der “Gesellschaft für Literatur” kennenlernte, dann habe ich mir wieder einmal die Facebook Seite der österreichischen Nationalbibliothek angesehen und bin darauf gekommen, daß da ein neuer Profilband über Konrad Bayer in der “Gesellschaft” vorgestellt wird und habe umdisponiert, denn Konrad Bayer, ein Vertreter der “Wiener Gruppe”, der sich 1964 das Leben genommen hat, weil er, wie in “Wikipedia” steht, von der “Gruppe 47” nicht gut aufgenommen worde, ist ja sehr interessant, obwohl ich weder eine Anhängerin der Avantgarde, noch der experimentellen Literatur bin und mich bei der “Wiener Gruppe” auch nicht so auskenne, aber wahrscheinlich gerade deshalb.

Bin ich ja sehr neugierig und war auch einmal im “MUSA” als dort die Literatur der fünfziger Jahre präsentiert wurde und habe dann den Konrad Bayer falsch geschrieben, was von meinen damaligen Kommentatoren Rudi Lasselsberer und Frau Haidegger nicht gut aufgenommen wurde.

Letztere ist seit 2010 verschwunden, den lieben Rudi habe ich aber gleich getroffen, als ich sehr früh in die “Gesellschaft” gekommen bin und er hat sich auch den umfangreichen Werkband, der von Klaus Kastberger, der jetzt Professor in Graz und Leiter des Literaturhauses ist und Thomas Eder, ein Wiener Germanistikprofessor, herausgegeben wurde, gekauft.

Die ganzem Anhänger der experimentellen Szene tauchten auf, Herbert J. Wimmer, der Doyen Friedrich Achleitner, der ja neben Oswald Wiener und Gerhard Rühm ebenfalls der Wiener Gruppe angehörte, Hermann Hendrich, der irgendwie auch damit zu tun hatte, Bernhard Fetz und noch einige andere Autoren und Experten.

Manfred Müller leitete ein und Klaus Kastberger erzählte, wie es  zu der Herausgabe gekommen ist.

Das Literaturarchiv hat den Rühm Vorlaß gekauft und da waren einige Seiten von Bayer Texten, beziehungsweise solchen, die seine Schrift und seinen Namen hatten, enthalten, vorwiegend solche, die noch nicht publiziert waren oder bei Ausstellungen verwendet wurden.

Auf die hat Klaus Kastberger dann seine Studenten angesetzt, ein Symposium in Mürzzuschlag gab es auch und ein Teil in dem Buch ist den Zeitzeugen gewidmet, Friedrich Achleitetner, Oswald Wiener, seiner Frau, etcetera, die alle, wie Manfred Müller in seiner Einleitung erwähnte, ein sehr heterogenes Bild von dem 1964 verstorbenen hatten, beziehungsweise ihn unterschiedlich erlebten.

Diese Texte und diese Artikel sind jetzt in dem Band enthalten, der den Titel “Texte, Bilder Sounds” trägt und wurden in der Gesellschaft auch auf die Wand projeziert.

Am Schluß gab es noch eine Tonbandaufnahme von einer Bayer-Lesung auf dem Jahr 1963 zu hören und eine Diskussion gab es auch, die Klaus Kastberger damit beendete, daß er meinte, daß man das heute alles gar nicht mehr so genau wissen kann, weil die Zeitzeugen sich alle an etwas anderes erinnern  und die Wissenschaftler wahrscheinlich die einzigen seien, die ein objektives Bild von dem berühmten Mitglied der Wiener Gruppe geben können, der den unvollendeten Roman “Der sechste Sinn” geschrieben hat und die Romanmontage “der kopf des vutus bering” der von “Jung und Jung” vor einigen Jahren herausgegeben worden.

Interessant, interessant, obwohl ich wahrscheinlich keine Anhängerin der experimentellen Literatur werde und mir vielleicht auch denke, daß ein Text, der zehn Minuten lang nur aus “A gibt B die Hand, B dem C, etcetera, vielleicht nicht so ganz sinnvoll ist. Aber ich bin eben eine realistisch schreibende Psychologin und am Heimweg noch in die Ausstellungseröffnung von “Chagall zu Malevich”, in der Albertina zurechtgekommen, die  gut zu dem “Poem ohne Held” von Anna Achmatova passt, das ich vor kurzem gelesen habe.

Noch ein Verlagsportrait

Man sollte es nicht glauben, die Verlage schießen wie die Schwammerln aus dem Boden und da klage ich doch immer, daß ich keinen finde.

Gestern die “Wortreich-Verlagsvorstellung” im “Thalia” mit drei mir mehr oder weniger bekannten GAV-Autoren und Kollegen.

Heute stellte sich die “Edition Taschenspiel” in der “Gesellschaft für Literatur” vor.

Karin Ballauf, mir bekannt vom “Milena-Verlag”, der nicht mehr “Frauenverlag” heißt und inzwischen auch Männer verlegt, ist da die Lektorin, beziehungsweise hat sie den Band von prezzemola lektoriert.

Lieselotte Stalzer ist die Verlagsleiterin und wurde von Ursula Ebel vorgestellt, eine Buchhändlerin in der Nähe vom Augarten, die dort eine Verlagsbuchhandlung hat und weil sie den Leuten etwas Neues bieten will, die “Edition Taschenspiel” gegründet hat und namen est omen, die Büchlein sind klein und handlich, es gibt inzwischen an die zehn davon, so, um in die Tasche zu stecken, da gab es ja auch einmal eine Reihe, “Books to go”, wo ich ein paar der Bändchen zu Hause habe, aber da wurden berühmte Autoren, wie Alex Capus,  etcetera verlegt, während sich die “Edition Taschenspiel”, sehr löblich mit der österreichischen Gegenwartsliteratur beschäftigt.

Also bekannte Namen am Lesetisch, Erika Kronabitter, Petra Ganglbauer, Peter Bosch, Hanno Millesi, Sophie Reyer und natürlich auch ein paar unbekannte, zum Drüberstreuen und kennenlernen.

Die jüngst ist dreiundzwanzig, die älteste über neunzig, sagte die Verlegerin und nannte keine Namen, meinte nur, die Leute, die ohnehin mit dem Lesen schon überfordert sind, wollen keine Wälzer, wie den Witzel oder Setz, das füge ich jetzt hinzu, lesen, sondern etwas knappes Kurzes und Erzählungen sind in und die meisten jungen Autoren würden  auch damit anfangen.

Dann gabs zwei Beispiele, nämlich Clementine Skorpils Geschichte “Hollerstraße 7” und die kenne ich von einer Krimiveranstaltung in der Hauptbücherei und vom “Mörda-Frühling” und habe, wenn ich mich nicht irre, auch etwas von ihr gefunden und auf meinen Bücherstoßen und die Geschichte, die sie las, passt zum zwölften Februar, der ja gerade erst vergangen ist, spielt zwischen 1931 und 32 und handelt von einer Familie, wo der tuberkolöse Vater stirbt, “Was tun wir?”, fragen die Kinder.

“Beten!”, antwortet!, die Mutter Fini und fährt nach Linz, um ihren Pelzmantel und ihr Abendkleid zu verkaufen und die Bank ist so nett, daß sie sie trotz Schulden in dem Haus wohnen läßt und sie nicht auf die Straße setzt.

Die zweite Autorin verwendet ein Pseudonym und nennt sich “prezzemola”,1970 in Graz geboren, in Wien lebend, steht im Programm, in den Büchern scheint es, was ich sehr bedauere, keine Autorenangaben zu geben und ihre Geschichte, “Ganz anders!”, wie die Verlegerin ankündigte “Im Schatten seiner selbst”, habe ich gar nicht so unterschiedlich empfunden.

Zumindest der Sozialanspruch scheint gleich zu sein, scheint es doch um Bettler zu gehen, die jeden Morgen ungewaschen in die Stadt strömen und dort Karten legen, zum Glücksspiel auffordern und sich am Abend dann die Füße in einem Brunnen waschen, sehr interessant.

Es gab noch ein Gespräch mit den Autorinnen und der Lektorin, wo die Verlegerin, zu den Schreibstilen fragte, wie man zu den Ideen kommt, wann der Text fertig ist und man ihm dem Verlag übergibt, ob man Testleser hat?

Etwas was mir  nicht so unbekannt ist, weil ich ja gerade einen Text nach den Wünschen oder Anmerkungen meines Testlesers umgeschrieben habe.

Nachher gab es Wein und Knabbereien und ich habe ein sehr nettes Gespräch mit Lieselotte Stalzer geführt, die mir  zwei ihrer Bändchen überlassen hat, Irene Diviaks “Stahl und Glas” und Inga-Maria Grimms “Wolkenreisen” und ich verrate gleich, daß ich damit die ganze Bandbreite ausschöpfe, handelt es sich dabei ja, um die jüngste und die älteste Autorin. Dann gibt es noch einen Text von einen Poetryslamer und wahrscheinlich noch andere in Planung. Kinderbücher hat die Verlegerin noch verraten, soll es zu Schulbeginn geben, während die Lyrik in der neuen Reihe nicht so vertreten ist.