Die österreichische kurze Liste

Mein Eindruck ist ja irgendwie ein bißchen, daß der  öst. Bp, so kurz nach dem deutschen stattfindend ein wenig untergeht.

So gibt es auf der Facebookseite des öst Bp gar nicht so viele Informationen, gut, die zehn Langlistenbücher wurden samt ihrer Autoren vorgestellt und auf das Leseprobeheftchen hingewiesen, das lag dann inzwischen, sowohl im Odeon bei der “Literaturvermittlungs-Enquette“, als auch im Literaturhaus auf, beim “Morawa” habe ich es gesehen, beim “Frick” bekommen, die Buchhändler auf der Margaretenstraße hatten es nicht bestellt, als ich zwei Tage nach der Longlistverlautbarung danach fragte und ich habe auch nur fünf von den zehn nominierten Bücher bekommen und bis jetzt auch nur eines, das des Reinhard Kaiser Mühlecker, Buch fünfzehn der dBp-Liste gelesen, weil ich von den deutschen Büchern ja überraschenderweise fast alle, nämlich achtzehn, bis auf “Hool” und “München” bekommen habe und gerade das achtzehnte, den Peter Stamm lese.

Trotzdem habe ich mir natürlich meine Gedanken gemacht, wer da auf die Shortlist kommen könnte? Durch die “Alte Schmiede” und die “O-Töne” war ich ja schon ein bißchen vor informierte und seltsamerweise wurden meist die Bücher, die nicht zu mir fanden, dort vorgestellt.

So kam ich, weil das ja fast alles sehr prominente Namen waren, auf eine Liste mit sieben oder acht Büchern, denn meine Favorititn war und ist ja die Friederike Mayröcker, dann würde ich gerne Anne Cottens Versepos lesen, da hat mir “Suhrkamp” aber gestern bei beiden Büchern abgesagt und Peter Henischs “Suchbild mit Katze”, auch mein Kanditat, wird wahrscheinlich genausowenig zu mir kommen, wie das Köhlmeier-Buch.

Dann hätte ich aber schon die fünf und Sabine Gruber und Anna Mitgutsch stehen noch nicht darauf und Reinhard Kaiser-Mühleckers Buch, der damit ja auch auf der kurzen deutschen Liste steht, ist auch noch ausgelassen, ganz abgesehen von den experimentellen Autoren wie  Daniela Emminger und Peter Waterhouse, die für mich Experimentellen-Muffel eigentlich keine Chancen hatten und Kathrin Rögglas “Nachtsendung”.

Aber diese Bücher liegen in meinen Badezimmer und so werde ich sie lesen und weil ich jetzt schon die Shortlist weiß, werde ich damit anfangen und danach, die beiden anderen Bücher lesen und die Shortilist ist voila und das war gar nicht so leicht herauszubekommen, denn als ich nach meinem zehn Uhr Erstgespräch, auf der Facebookseite schaute, stand da noch nichts vermerkte, auf der Hauptseite ebenso nicht, aber dort stand, um zehn hätte es eine Pressekonferenz im Literaturhaus gegeben, aber weil die Frau Führer nicht mehr die Pressearbeit macht, ist das an mir vorbeigegangen und so habe ich den “Standard” gebraucht, um zu erfahren, daß Sabine Gruber, Peter Henisch, Friederike Mayröcker, Anna Mitgutsch und Peter Waterhouse auf der Shortlist stehen.

Eine schöne Shortlist könnte man sagen, auch wenn ich Anne Cottens Versopos gern gelesen hätte, aber vielleicht kommt das noch einmal zu mir und jetzt beginne ich, wenn ich mit Peter Stamm, beziehungsweise einem Jugendbuch, das noch auf meiner Liste steht, mit dem österreichischen Buchpreislesen und zwar mit der Shortlist, das heißt zuerst Anna Mitgutschs “Annäherung”, die ich ja auch schon einmal in der “Alten Schmiede” daraus lesen hörte, dann kommt Peter Waterhouse “Die Auswandernden” dazu, wo Nanne Meyer die Illustrationen machte, danach folgt Daniela Emmingers “Gemischter Satz” und Kathrin Rögglas “Nachtsendung” und am 8.11., wenn die Preise, es gibt auch noch die drei Debuts, die vorigen Woche in der Arbeiterkammer vorgestellt wurden, auf der Buch-Wien vergeben werden, werden wir es wissen, ob Friederike Mayröcker die erste österreichische Buchpreisträgerin ist, die erste Ehrenbürgerin der Stadt Wien aus dem Literaturbereich ist sie ja schon, mich würde das sehr freuen, auch wenn ich es Peter Henisch ebenfalls sehr wünschen, beziehungsweise ich das Buch sehr gerne lesen würde.

Und jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als dem österreichischen Buchpreis viel Aufmerksamkeit zu wünschen und werde über meine Leseerfahrungen berichten.

Vom Parlament in die Alte Schmiede

“Du gehst sicher zu einer Lesung?”,  hat meine ehemalige Schulkollegin Trude K. mich gefragt, als ich sie um halb vier auf der Kettenbrückengasse traf.

“Richtig, aber zuerst ins Parlament!”

“Ins Parlament, was machst du im Parlament?”, lautete die erstaunte Frage.

Aber wieder richtig, es kommt ja jetzt bald die zehnte  “Ohrenschmaus-Preisverleihung” und weil die zur Feier des Jubiläums, nicht mehr Anfang Dezember zum Tag der Behinderung, sondern schon einen Monat früher auf der “Buch-Wien” stattfindet, war heute um vier in den Räumen von Franz Josef Huainigg die Jurysitzung und ich habe mich mit Franzobel, Heinz Janisch und Felix Mitterer getroffen und wir haben mit vielleicht so rauchenden Köpfen, wie der Jury des ersten “österreichischen Buchpreises”, die ja bald die Shortlist bekanntgeben wird, unsere Entscheidungen getroffen.

Das heißt so sehr haben sie nicht geraucht und wir waren  auch bald einig, wer die drei Hauptpreise bekommen wird, welcher Text auf der Schokolade stehen wird, wer auf die Ehrenliste kommt und ein “Ohrenschmaus-Stipendium” wird es zum Zehnjahresjubläum auch geben, sowie ein neues Buch, das am 11. 11. auf der “Buch-Wien” vorgestellt wird, da gibt es auch eine Diskussion “Quo vadis Ohrenschmaus?”, auf der ORF-Bühne und das ist sehr interessant, denn der “Ohrenschmaus” will sie ja der Öffentlichkeit vorstellen und seine Preisträger, beziehungsweise ihre Texte dieser präsentieren und das kann ich schon verraten, es sind wieder einige schöne dabei, die man dann, wenn man am 10. November um achtzehn Uhr ins Museumsquartier kommt, auch hören kann.

Nach eineinhalb Stunden waren wir mit der Diskussion fertig. Dann bin ich in die “Alte Schmiede” gegangen, weil es dort wieder eine “Lesart” mit Angelika Reitzer gab, die die neuen Bücher von Karin Peschka und Almut Tina Schmidt vorstellte und weil die Sitzung schon, um halb sechs zu Ende war, war ich schon nach halb sieben in der “Alte Schmiede”.

Da hatten die Assistenten gerade aufgesperrt und ich war lange mit ihnen, Angelika Reitzer und den Autorinnen allein und, als ich schon glaube, daß ich vielleicht das einzige Publikum bin, öffnete sich die Türe und Peter Henisch kam herein und nach und nach noch ein paar andere Autoren und Zuhörer und ich nützte die Gelegenheit mich bei Peter Henisch zu erkundigen, wie seine Lesung letzte Woche war und ihn zu fragen, ob er glaube, daß er auf die Shortlist kommt, denn die wird ja morgen vergeben und das finde ich sehr spannend, weil ich mir eigentlich vorstellen könnte, daß mindestens acht Namen darauf stehen, obwohl sie  auf fünf geschrumpft wird.

Karin Peschka, die überraschende “Alpha Gewinnerin” vom letzten Jahr wird nicht darauf stehen, hatte aber ein “Stadt Wien-Stipendium”, so daß ich im “MUSA” schon etwas aus ihrem neuen Roman “FanniPold”hörte, aber dennoch bei der Einleitung von Angelika Reitzer überrascht war, denn es geht nicht nur um eine frustrierte Ehefrau und Mutter in einem kleinen Dorf, die ihre drei Freundinnen mit denen sie sich einmal in der Woche in einer Pizzeria trifft, erzählt, daß sie Krebs hat, es geht auch um einen Leopold, beziehungsweise einen Poldi, mit dem sie sich auf einen Baumvereinigt, deshalb auch die Zusammenschreibung des Namens, was mich anfangs ein wenig verwirrte, um Ameisen, weil das fleißige Tiere sind, geht es auch und das alles ist ein wenig  geheimnisvoll und würde ich auch gerne lesen.

Aber leider ist das Buch noch nicht zu mir gekommen, was angesichts meiner überlangen Leseliste und meines deutschen und österreichischen LL-lesen auch nicht wirklichlich viel macht.

Das heißt das deutsche Lesen ist ja mit dem Peter Stamm wahrscheinlich vorbei, wenn nicht doch noch Buch neunzehn und zwanzig kommt, das österreichische wird dann bald beginnen und nach Karin Peschkas Lesung kam gleich die Diskussion, beziehungsweise die Fragen an beide Autorinnen, dann stellte Angelika Reitzer, die mir bisher unbekannte Almut Tina Schmidt vor, die 1971 in Göttingen geboren wurde, schon länger in Wien lebt und bei “Droschl” verlegt.

Ihr, glaube ich, dritter Roman heißt “Zeitverschiebung” und das ist auch sehr interessant, denn während es bei Karin Peschkas neuem Buch, um eine Lüge geht, geht es hier, um das notorische Zuspätkommen und um, das Prekariat, das die jungen Leute heute erleben, geht es auch.

Die Protagonistin soll oder will auf jeden Fall an ihrer Diplomarbeit über Jack Kerouac schreiben, wird aber nicht so schnell fertig, wie geplant, so nimmt sie einen Bandscheibenvorfall her, um Aufschub zu bekommen, läßt sich krankschreiben und fährt, statt weiterzuschreiben, zu der Hochzeit ihrer Freundin Melanie.

Da gab es dann, wie Angelika Reitzer im Anschluß bemerkte, die zweite Wirtshausszene zu hören, von der Autorin sehr flott und schnell vorgetragen, die erste hatte schon Karin Peschka, wo Fanni bei einer Familienfeier mit blutenden Finger auf einem Klo sitzt und einen Brandt auf dieser Toilette hat es vorher auch gegeben.

Interessant, interessant und bin gespannt, ob das Buch noch zu mir kommt, ebenso wäre ich auf das von Peter Henisch neugierig, aber als ich über die Buchhandlung “Kuppitsch” und dem Bücherschrank, den es dort gibt vorbeigegangen bin, habe ich El Awadallas bei “Milena” erschienene “U-Bahn Dialoge”- “Seawas, Grüssi, Salamaleikum” gefunden und das ist sicher auch sehr interessant.