Schreib- und Lesungspläne

Die “Bibliophilin” oder wie es jetzt heißen wird “Die Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch” ist jetzt Szene für Szene durchkorrigiert. 37 447 Worte, beziehungsweise siebenundsiebzig, das heißt eigentlich fünfundsiebzig Seiten inkusive Titel und der Angabe, daß die Buchzitate aus der “Romantherapie” bzw. dem “RezeptOmaten” stammen, sind es geworden.

Eine “Fritzi-Szene” ist noch hinzugekommen und wird jetzt Seite für Seite korrigiert und derzeit sieht es wieder so aus, als würde ich jeden Moment, beziehungsweise jeden Durchgang fertig werden.

Das täuscht, ich weiß, das Fehlertäufelchen ist hartnäckig und sitzt im Detail, einige Wochen werde ich wohl schon noch brauchen und habe diesmal auch detailierte diesbezügliche Pläne.

Ursprünglich habe ich ja geplant, daß ich bis Anfang November dafür brauchen sollte, damit ich gleich den “Nanowrimo” mit der “Nika-Weihnachtsfrau” beginnen kann.

Dann kamen aber die Ideen für das Sommerschreiben in der Sommerfrischer mit der Sarah bw. Sandra Sommer beziehungsweise Winter, um das mit den sprechenden Namen nicht allzu durchsichtig zu machen.

Das ist eine prekäre Studentin, etwa um die zwanzig, die im Sommer statt um die Welt zu reisen, in das Haus ihrer Eltern, das sich etwa in der Gegend um Phyra, Harland oder Wilhelmsburg befinden könnte, auf Sommerfrische begibt. Dort gießt sie vielleicht die Blumen, läßt sich von der Milka, Theresa oder Stefanie der vierundzwanzig Stunden Betreuung ihres Großvaters oder Großmutter etwas von dem Elend der jungen Pflegehilferin in der Einsamkeit des Landes vorjammern, fährt Rad, geht im Ratzersdorfer See schwimmen und kommunziert per Skype und Internet mit ihren ebenfalls sehr präkär lebenden Freundinen, wie beispielsweise Eleni in Athen, Jelena in Donetz, die vielleicht Germanistik studiert und eine Diplomarbeit über die alte Berta schreibt, Fatma Challaki aus Damaskus, die vielleicht gerade in Wien um Asyl ansucht und so weiter uns so fort.

Diese Idee exklusiv der drei Freundinnen, von denen vielleicht inzwischen schon Geschichtenteile vorhanden sind, ist mir um Ostern gekommen, dann bin ich in den ” Reading!!!Room” gegangen, um mir meine Bücher, die ich bei meiner Lesung 2009 dort zurückgelassen habe, abzuholen, bzw. sie dem freien Büchertausch zu übergeben.

Da habe ich mich dann gleich für das Sommerlesen “Summa in da Stadt” angemeldet und habe gedacht, “Eine gute Idee, da lese ich dann gleich Sandra Sommer oder Winters prekäre Sommererlebnisse vor!”, tatsächlich eine gute Idee, nur leider bin ich ein bißchen ungeduldig, beziehungsweise schnell und habe mich nicht, wie beispielsweise Kurt Raubal für Anfang September angemeldet, um dann schön das Rohmansukript, fünfzig Minuten soll ich, glaube ich, lesen, zu präsentieren, sondern für den 13. Juli.

Da werde ich dann vielleicht noch nichts haben, ist mir später eingefallen und mit dem Korrigieren möglicherweise noch gar nicht fertig sein.

Macht eigentlich nicht wirklich etwas, denn ich habe ja schon einige Sommertexte, die ich  präsentieren könnte und inzwischen steht der Titel auch schon fest “Sommer am Wasser” wird er heißen und da habe ich ja einen diesbezüglichen Text, der glaube ich, 2012 entstanden ist, und “Taubenfüttern” ist zwar, glaube ich, nicht unbedingt im Sommer entstanden, spielt aber am Donaukanal und die prekär beschäftigte, beziehungsweise arbeitslose, Lehrerin Veronika Schätzmeister verbringt ihren Urlaub am Balkon ihrer kleinen Wohnung, gibt aber vor in Italien zu sein und das “Schutzengelchen” ist eigentlich auch ein Sommerbuch, nämlich im Vorjahr in der Sommerfrische entstanden.

Also lese ich daraus die fünfzig Minuten und dann begebe ich mich in die Sommerfrische und schreibe an den heurigen Sommertext. Ein kleiner Haken ist dabei, nämlich die Idee, daß der Text am Ort entstehen könnte, also ich fahre mit dem Rad herum und schreibe die Sandra Szenen ad hoc, einiges, das was in Athen, Donetz, Damaskus oder in der Fuchsthallergasse spielt, müßte ich noch extra recherchieren, wenn ich aber zulange für das Korrigieren brauche, geht sich das nicht aus, habe ich befürchtet und gedacht, daß ich dann halt im September oder Oktober in Wien recherchiere und schreibe. Jetzt denke ich, es könnte sich ausgehen oder ich könnte sogar früher fertig werden und mich dann noch ein bißchen darauf vorbereiten.

Mal sehen, wie es wird, eine Reihe von Lesungen, wo ich hauptsächlich das “Schutzengelchen” präsentieren möchte, stehen auch am Programm.

So vielleicht die Lesung am Wiedner Hauptstraßen-Straßenfest am 3. Juli, da habe ich zwar noch keinen Termin, habe nur am Dienstag den Buchhändler kennengelernt, in dessen schönen Garten mit Kastanienbäumen, die Lesungen stattfinden sollen, da ist dann auch gleichzeitig das Bachmannlesen in Klagenfurt und eigentlich sollte ich schon mit der Sommerfrische beginnen, könnte aber ein guter Start sein, am 13, das ist ein Montag, lese ich dann im Reading!!!Room, wie es sich ergibt, denn wenn ich früher fertig bin, habe ich vielleicht sogar schon eine Textprobe und am 5. 9. sollte oder könnte ich mit dem Rohtext fertig sein, da ist dann das Volkkstimmegest, und das passt das “Schutzengelchen” auch zum heurigen Thema.

Ein Einfall für das Cover der “Bibliophilin” ist mir heute auch gekommen, denn, wenn das dann etwa das achtunddreißigste Selbstgemachte ist, gehen schon die Ideen aus, ich habe aber eine schöne alte Porzellanpuppe von meiner Mutter, die 1915 geboren wurde, also wahrscheinlich aus den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts stammt, mit Zöpfen und einem altmodischen Kleid, das meine Mutter genäht hat, die Stickerin war, wenn ich der ein Kopftuch umbinde, könnte das vielleicht ganz originell bzw. vieldeutig sein.

Mal sehen, die Ideen sind reich und ich freue mich auf das Sommerschreiben, die Handlungsstränge mit der Griechin Eleni im präkären Athen, der Jelena in Donetz und der Fatma Challaki, die ja aus der “Bibliophilin” stammt ist mir heute gekommen, dem Fenstertag, wo mir fast alle meine Klienten abgesagt hatten, so daß ich Zeit für das Korrigieren bzw. Planen hatte.

Da müßte ich zwar viel recherchieren, bzw. die zwei Streeruwitz Bücher beim Lesen vorziehen, denn die handeln, glaube ich, ja auch vom prekären Griechenland.

Spannend, spannend also die Sommerpläne mit der Sommerfrische und wenn ich gut damit vorankomme, kann ich September und Oktober daran korrigieren und im November mit der “Nika Weihnachtsfrau” anfangen, die auch eine prekäre Studentin ist.

Also Pläne für das Sommer und das Winterschreiben, ja ich bin sehr schnell und die Sterbehilfegeschichte, auch ein Einfall vom vorigen Sommer und ein Produkt des letzten Nanowrimos könnte sollte auch langsam fertigwerden. Die Vorschau dazu gibt es ja schon und wer Lust hat, die diesbezüglichen Rätselfragen zu beantworten, kann das Buch, wenn vorhanden gewinnen und für die Sandra Winter bzw. die Nika Weihnachtsfrau, denke ich mir, wenn es passt dann wieder die entsprechenden Vorschaufragen aus.

UnnützesWienWissen-Musik

“Stadtbekannt” beziehungsweise “Holzbaum” macht weiter eifrig mit seiner “UnnützesWissenReihe” und beschert uns solches nun, eh klar, nach Zeiten des Song Contests, der Wiener Festwochen, etc, in Sachen Musik.

Wien und Musik ist sicher ein breites Thema, klischeebeladen und gut für den Export bzw. Fremdenkehr, stehen doch wahrscheinlich nicht umsonst immer mehr junge Männer, die oft aus Polen oder Tschechien kommen, verkleidet, als Mozart auf der Kärntner Straße und bieten denen mit Fotoapparat und Stadtplan in der Hand “Concerts for the evening!”, an.

Es ist wahrscheinlich auch die Frage und zu diskutieren, was eigentlich “unnützes Wissen” ist und dann auch noch sehr interessant, wie sich dieses verkaufen und vermarken läßt?

Aber wahrscheinlich verkauft sich das “Unnütze” gerade am besten, könnte ich jetzt frech spekulieren, habe aber schon bei den “Wien-Büchern”, der “Holzbaum-Verlag” ist ja so lieb und versorgt mich allem und frischt so mein Wissen über die Stadt, der ich ja, ich gebe es zu, sehr verbunden bin, schon weil ich so viel in ihr herumflaniere und sie sehr sehr mag, auf und so würde ich auch das “UnnützeWienWissen” in Sachen Musik eher als großen Anekdotenschatz bezeichnen, von dem es nicht schaden kann, das Büchlein, vielleicht wenn man zu einem literarischen, musikalischen oder gesellschaftlichen Salon geht, von denen es vielleicht gar keine mehr gibt, in der Tasche trägt und in Gesprächen sein musikalisches Stadt Wien Wissen zu beweisen und solcherart zu brillieren. Vieles davon hat man vielleicht auch schon in der Schule gelernt und mitgesungen, so etwa W. A. Mozarts “unanständige Gstanzerls” und Briefe an das Bäsle “jetzt wünsch ich eine gute nacht, scheissen sie in das bett, daß es kracht”.

Richtig, das Buch ist in verschiedene Kapitel eingeteilt und da ist das “Mozartliches” das erste und wir erfahren, daß, was wir vielleicht eh schon wußten, es Mozart Spaß machte, Fäkalausdrücke zu verwenden, er Freimauer war, vom Grafen d`Arco aus dem Haus geschmissen wurde, er einen recht aufwendigen Lebensstil hatte und viel verspielte und sehr viel anderes mehr.

Dann geht es zum Herrn vom Rübenfeld.

“Wer ist das?”, werden meine Leser jetzt fragen.

“Nie von ihm gehört. Etwa ein Wiener Komponist?”

Wir sehen also ganz so unnütz ist der Kauf und die Lektüre dieses Büchleins nicht. Vielleicht kann man es auch bei einer der Präsentationen gewinnen, schmeißt da der Max ja immer ein Bällchen durch den Raum und wer es auffängt, bekommt ein Säckchen mit Bücher aus “UnnützenWien-Reihe”, um hier nicht zuviel “unnütze” Kauffauforderung zu machen.

Rübenfeld heißt auf Holländisch, habe ich gelesen, offenbar Beethoven und der Ludwig van war gar nicht adelig, sondern ist vom Land, also vom Rübenfeld gekommen. Wieder was gelernt. Sehr gut setzen!

Er war auch und das habe ich schon von der Schule, hatte ich da ja in der Frau Grete Stürmer eine ausgezeichnete Musikpädagogin, ein widerlicher Zeitgenosse, der oft mit Eiern oder anderen schmiß und Sachen, die er nicht brauchte, aus dem Fenster warf. Vielleicht hat das auch mit seiner allmählichen Vertaubung zu tun, die ihn als Komponisten natürlich ärgern mußte und Probleme mit seinem Kopf beziehungsweise seinen Gebeinen, hatte er, wie Papa Haydn auch.

Da greife ich schon vor, denn das Thema Musiker-Anekdoten hat noch ein anderes Kapitel, zuerst geht es aber, wie in Zeiten, wie diesen zu erwarten, zum Song Contest.

Und da könnte man das Wissen vielleicht wirklich unnütz bezeichnen, gibt es ja da schon ein anderes Buch aus dem “Holzbaum-Verlag” und wenn man es gelesen hat, braucht man das Kapitel vielleicht nicht mehr.

Also lasse ich die Beschreibung aus, um nicht alles stupide von vorne nach hinten nachzuerzählen und damit keine richtige Rezension, sondern nur eine “öde” Beschreibung zu liefern und gehe gleich zum Wiener Lied über und das ist ein fündiges Thema, denn Wien, Tod und Depression gehören ja zusammen und da kommen die schwarzen Vögel und die Sänger stürzen sich dann aus den Fenstern der Spitäler und damit das Morbide nicht zu ansteckend ist und die Nachahmungsgefahr nicht zu groß, durften manche Lieder im Rundfunk nicht nicht nach zweiundzwanzig Uhr gespielt werden, weil da die Gefahr sich “hamzudrahen” angeblich am größten ist.

Es gibt Wissenwertes oder Unnützes über Falco alias Hans Hölzl zu erfahren und es gibt das Kapitel “Requiem für Wiens Musiker”

Da erfahren wir, wie groß Franz Schubert war, dieses Wissen ist wahrscheinlich wirklich nicht sehr essientiell für die Leistungsgesellschaft, in der wir leben oder doch natürlich, denn es könnte ja dazu  animieren, daß man es auch als kleiner Mann oder kleine Frau sehr weit bringen kann und, daß er Mitglied der “Unsinnsgesellschaft” war und dort “Ritter Cimbal” gerufen wurde. Franz Schubert war auch ein Vielschreiber und hat in seinen einunddreißig Lebensjahren, er ist wie Mozart sehr jung gestorben, über tausend Werke geschrieben.

Und der “Radezkymarsch” ist nicht nur ein Musikstück von Johann Strauss, sondern ein berühmter Roman von Joseph Roth, dessen Dichte und Genialität sich mir leider nur sehr spät erschlossen hat. Das ist vielleicht auch ein Stück Wien oder Literaturwissen, was nicht besonders interessiert, also wahrscheinlich eher “unnütz” ist.

Interessant ist vielleicht, wenn wahr, nachprüfen kann man das alles ja recht schwer, daß Anton Bruckner immer “wasserdichte Unterhosen” trug und sich seine Schüler den Spaß machten Ratten zu konditieren, bei Wagnertönen jagten sie sie herum, bei Brucknerklängen bekamen sie Zucker, was angeblich funktionierte und den Meister in Staunen versetzte.

Von Johann Nestroy, der ja eher Schauspieler und Dichter war, gibt es zu vermelden, daß er sich über die Erhöhnung der Semmelpreise lustig machte und deshalb einmal mit einem Anzug, der statt Knöpfe Semmeln hatte, auftrat, dafür kam er in Arrest und mußte sich entschuldigen. Er tats mit dem Dank dafür “daß die Bäcker ihm in der Nacht Semmeln durch Schlüsselloch gesteckt hätten.”

Ich könnte noch und noch aufzählen, der Anekdotenschatz um die Wiener Musik beziehungsweise Musiker scheint reich und unerschöpflich zu sein.

Ein “Wien Medley” und ein “Kapitel über den “Austropop” gibt es auch. Also wer alles Unnütze und vielleicht  auch das Nützliche über Wiens Musik  erfahren will, dem ist dieses Büchlein zu empfehlen.