Die sechs deutschen Shortlistbücher

Sie ist da, die Shortlist des dBp

  1. Rainhard Kaiser-Mühlecker “Fremde Seele-dunkler Wald”
  2. Bodo Kirchhoff “Widerfahrnis”
  3. Andre Kubiczek “Skizze eines Sommers”
  4. Thomas Melle “Die Welt im Rücken”
  5. Eva Schmidt “Ein langes Jahr” und
  6. Philip Winkler  “Hool”

Drei habe ich schon gelesen, zwei weitere, darunter die Doppelnominierung liegen bereits auf dem Bücherstapel am Klo, “Hool” müßte ich noch bekommen, würde mich aber interessieren.

In den letzten Tagen haben auch die Buchpreisblogger und Malte Bremer vom Literaturcafe ihre Empfehlungen abgegeben, letzterer an Hand der Buchpreisproben, was ich nach der eigenen Leseerfahrung eines solchen Heftchens vor drei Jahren für unmöglich halte, hatte aber zwei Treffer, die sogenannten offizellen, die diesmal, wie sie schrieben jedes Buch mindestens einmal gelesen haben, haben das ebenfalls und ich selbst, hätte von den zehn bis jetzt gelesenen Büchern auf jeden Fall auf den Melle getippt und ihn auch hinaufgegeben, Kirchhoff habe ich erwartet, war mir aber zu konstruiert, Eva Schmid überall sehr gelobt, mir wahrscheinlich zu leise, daß ich an sie gedacht hätte und heute morgen habe ich in der Badewann mit Sibylle Lewitscharoffs “Pfingstwunder”, das der Buchpreisblog, um Mara Giese verissen hat, angefangen und ich hätte es daraufgeschrieben und bin jetzt ein wenig enttäuscht, denn ich glaube, abgesehen vom Melle, dessen brillanten Bericht einer, seiner bipolaren  Störung ich ja nicht für einen Roman halte, ist es das bis jetzt beste Buch, das ich von der Liste gelesen habe.

Ich weiß schon Sibylle Lewitscharoff ist ein wenig schwierig, wegen ihrer Äußerungen, die zwar in Romanen höchst willkommen sind, am Vortragspult aber stören und irritierend wirken und ich habe das, was ich bisher von ihr gelesen habe, auch eher nicht verstanden, weil eine sehr abgehobene, schwirbelige Sprache, habe ich, glaube ich, irgendwo gelesen, aber das fand ich sehr brilliant,

Da fahren vierunddreißig Wissenschaftler auf einen Dante-Kontreß nach Rom und steigen dann zu Pfingsten in den Himmel auf, nicht alle, einer muß ja zurückbleiben und das erzählen und traut sich das auch nicht recht, denn kommt man nicht in die Psychiatrie, wenn man solches behauptet?

Spannend, spannend und ich werde das Buch auch weiterlesen, mir aber überlegen, ob ich die Shortlistbücher nicht vielleicht doch vorziehn soll.

Inzwischen ist auch noch Peter Stamms “Weit über das Land”, ein Buch, das dünner ist, als ich erwartet habe, zu mir gekommen und ich wäre was die deutsche LL-List betrifft, komplett, bis auf “Hool” und das Buch vom Händler, auf die österreichischen muß ich ja noch warten oder mir die Bücher zum Geburtstag wünschen.

Sophie Weigard von “Literaturen”, die auch schon zehn Bücher gelesen hat, schreibt auf ihren Blog oder Facebook- Seite, daß sie vielleicht, die zehn falschen gelesen hätte, das glaube ich jetzt nicht, ohne nachzusehen, ich glaube aber Melle und Schmid und vielleicht auch ein paar andere waren dabei, aber ich habe mir auch gedacht, daß ich noch nicht sehr viel “Preiswürdiges” ein blödes Wort, das ich nicht mag und auch nicht verwende, gelesen habe, obwohl ich die LL in ihrer Weite für sehr gut und interessant halte.

Aber zuletzt waren zwei Bücher dabei, interessant, sie sind auch von S.Fischer, die mir nicht so gefallen haben, Thomas Steinaeckers Abenteuerroman, den ich persönlich eigentlich für nicht sehr literarisch halte und dann Arnold Stadlers “Litanei” über zwei, die in Köln eine Jugendliebe treffen, beziehungsweise in Berlin in die Oper gehen und das über fünfhundert Seiten, das erinnert zwar ein bißchen an die “Alten Meister” und da habe ich sehr gelacht, als nach den dortigen fünfhundert oder so Seiten, über die Frage, ob man am Abend ins Burgtheater gehen soll, das Buch damit endete “Und dann war ich im Burgtheater und die Vorstellung war füchterlich”, ich zitiere aus dem Kopf und daher sicher nicht richtig.

Die anderen Bücher, die Sprachexeperimente, der jungen Autoren Anna Weidenholzer und Michelle Steinbeck, interessant, die Steinbeck war mir, glaube ich, zu sprachlich abgehoben, der Hans Platzgumer zu konstruiert, Dagmar Leupolds “Witwen”, sprachlich schön, aber vielleicht auch nicht lebensrelevant, das Cover meiner Meinung nach kitschig, nun ja,  man sieht, auch ich kann über Bücher mäkeln und es selbst nicht besser machen, wie meine Kritiker meinen, ganz im Gegenteil.

Also lesen, lesen, lesen, die Longlist, die Shortlist, die Schweizer, die österreichischen Bücher oder auch etwas ganz anderes, in der “Alten Schmiede” und im Literaturhaus fängt jetzt ja auch die Saison mit Präsentationen von Büchern an, die nicht auf den Listen stehen, es gibt also sehr viel und man kann es sich aussuchen.

Außer dem Stamm habe ich vorhin auch die “Lebenszeichen”, die Anthologie vom letzten Volksstimmefest bekommen, das habe ich ja meinem Kriiker Uli zu schicken versprochen.

Mal sehen, wie es ihm gefällt, fehlerfrei und lektoriert ist es wahrscheinlich, denn es ist ja so spät gekommen, weil es eingestampft werden mußte, weil der Richard Schuberth falsch geschrieben war, dessen Debut- oder nicht Debutroman, ich auch noch lesen möchte.

Spannend, spannend also diese Shortlist, mal sehen, was die Blogger, Kritiker und andere interessierte Buchmenschen dazu sagen.

Die Longlist war ja sehr überraschend, ich fand sie, wie beschrieben interessant, habe aber an den gelesenen Büchern  viel ausgesetzt, mal sehen, wie es mit den acht anderen wird, die noch zu lesen sind.

Laut den Buchhändler fangen die Menschen  jetzt erst an, in die Buchhandlungen zu laufen und sich für die Listentitel zu interessiert und natürlich kann man auch schon spekulieren, wer dann am Vorabend zur Buchmesse in Frankfurt den Preis bekommt?

Der Melle wäre da ein Kanditat, hat aber meiner Meinung nach, ich wiederhole es, keinen Roman geschrieben, Bodo Kirchhoff würde ich mir nicht wünschen, bei Eva Schmidt kann ich es mir eigentlich noch immer nicht vorstellen und die anderen Bücher habe ich noch nicht gelesen, bin aber auf dem Weg es zu tun.

Rauschzeit

Nun Buch zehn und das ist ein Flop, könnte man so flapsig bloggen, nein, tue ich natürlich nicht, denn der 1954  in Meßkirch geborene Arnold Stadler hat ja den “Büchner-Preis” bekommen und sein Name verfolgt mich schon seit einiger Zeit mit dem Geruch von Ansehen und Reputation, ich hab ihn, glaube ich, auch einmal bei “Rund um die Burg” gehört, mit Alex Steger verwechselt, ja meine legasthene Ader, die meine Leser zur Verzweiflung bringt und mich manchmal auch ein t vergessen läßt. Der “hinreißende Schrotthändler” steht noch auf der heurigen Leseliste und ich werde ihn höchstwahrscheinlich nicht mehr schaffen, denn mein zehnten LL “Rauschzeit” ist elendslang.

Fünfhundertvierzig Seiten, dabei könnte man das, was darin geschieht auf einer Seite zusammenfassen. Der Klappentext tut das auch und eigentlich hätte man dann schon alles gelesen und was den “Titel” betrifft, so habe ich ihn, glaube ich, nicht ganz verstanden, denn mich haben die zwei Tage von Mausi und Alain eher gelangweilt, als in einen Rausch versetzt und mir gedacht, das kenne ich doch alles schon, einiges, weil ja auch in den Fünfzigerjahren geboren und in den Siebzigern studiert, habe ich auch selbst erlebt, nicht alles natürlich, denn das, was da vielleicht auf die SL kommt, würde Tobias Nazemi wahrscheinlich als “Altherrenprosa” bezeichnen und vielleicht auch aufstöhnen, nicht schon wieder dasselbe von der der Liebe und dem Tod und zu lang ist es außerdem.

Also es geht um das Glück, das hat die jüngere Anna Weidenholzer viel kürzer zusammengebracht, sie hat aber auch noch nicht soviel Lebenserfahrung und um zwei Tage im Juni 2014 eines mittelalten Ehepaars. Sie sind vierzig und reden schon vom Sterben, da setze ich als über Sechzigjährige etwas aus, aber Arnold Stadler ist ja auch nicht viel jünger und bei “Amazon” hat einer entdeckt, das manches, was in dem Buch vorkommt, erst zwei Jahre später geschehen ist.

Alain und Mausi, die eigentlich Irene heißt, sind ein mittelaltes, intellektuelles Mittelschichtehepaar, wohnen in Berlin und er, Alain fährt auf einen Übersetzerkongreß nach Köln, sie soll mit Freunden in die Oper “Toska”, eine “Folteroper”, wie Stadler lang ausführt, gehen.

Das wäre es eigentlich schon, nun ja die Spannung und die Handlung, er trifft dort eine Jugendliebe wieder, die ihm 1983 bei einem gemeinsamen Meeresaufenthalt, der damaligen Clique mit einem Mann davon gefahren ist, sie trifft einen Dänen in der Oper und bleibt eine Nacht lang wach und betrinkt sich, um seine Telefonnummer zu erfahren.

So weit, so what und eigentlich schon alles, weil man ja auch nicht spoilern soll.

Auf den fünfhundertfünfzig Seiten und den sechs Teilen, die meistens abwechselnd Kapitelüberschriften, wie Mausi und Alain tragen und dann gibt es noch einen zweihundert Seiten Teil, wo Alain von seinem Leben erzählt, passiert trotzdem noch sehr viel, es gibt aber auch sehr viele fast Bernhardsche Wiederholungen, vom World War I und II wird erzählt,  es ist auch eine deutsch französische Freundschaft oder Familie und die Paare, die sich auseinandergelebt haben, so leben Mausi und Alain in zwei Wohnungen mit Verbindungstür nebeneinander, ja die Mittelschicht kann es sich leisten, sind auch familiär verbunden, so tauchen überall Tanten und Erbschaften auf.

Es geht nicht nur, um das Glück sondern auch um den Tod, so hat sich Elfi, eine Freundin aus der damaligen Clique auch umgebracht und die Vierzigjährigen reden schon alle übers Sterben, haben Patientenverfügungen, die Arnold Stadler seltsamerweise irgendwie mit Sterbehilfe und “Dignitas” in Verbindung bringt oder ist das Ironie?

Aber ein Longlistenbuch sollte schon fachlich stimmen und nicht vielleicht Voruteile und Ängst schüren und verstärken. Gibt es jetzt gar nichts Postives an dem Buch, von dem ich mich wundere, daß es auf der LL steht, weil es mich nicht sehr berührte und auch nicht viel Neues bietet, was ich bei der anderen  Dichter-Altherrenclique nicht schon gelesen hätte?

Doch natürlich, die schöne Sprache, deshalb ist es ja wahrscheinlich auch darauf, in der es immer wieder schöne Sätze und poetische Neuwendungen gibt.

Ich habe also endlich mal einen Arnold Stadler gelesen, freue mich auf den “Schrotthändler” und mache mit Sibylle Lewitscharoff weiter. Die Halbzeit ist beendet und die Shortlist steht ja auch schon fest.

Longlistenlesestatus

Am Dienstag wird die Shortlist des dBps bekanntgegeben und man kann auf der Facebookseite seine Empfehlungen bekanntgeben und wenn man richtig liegt, glaube ich, Einladungen für die Preisverleihung in Frankfurt am 17. Oktober gewinnen und die Bücherblogger geben ihre vielleicht am Montag oder so auch bekannt.

Im Vorjahr haben sie es getan und Null Treffer gehabt. Sie hatten zu diesem Zeitpunkt auch nicht alles gelesen und heuer, glaube ich, ebenfalls nicht, obwohl es keine Liste gibt, wo man die Rezensionen direkt einsehen kann.

Das betrifft die sogenannten “offiziellen Bücherblogger”, der “Buchpreisblog” hat, glaube ich, erst drei Rezensionen veröffentlicht, obwohl “Zeilensprünge”, die dabei sind, im Vorjahr außer mir, glaube ich, alle Bücher gelesen haben und mir, sie sind zu zweit, auch immer etwas voraus waren und ich habe natürlich auch noch nicht alles gelesen und werde, wie es aussieht das auch nicht.

Bin nach wie vor im selbstgemachten Lesestreß und gut im Trend und, ich glaube so schnell, wie im vorigen Jahr. Jedenfalls lese ich jetzt Buch zehn Arnold Stadlers “Rauschzeit”, habe den “Hinreißenden Schrotthändler”  auf meiner Leseliste  und frage mich allmählich, wieso es auf die Longlist kam, ob es berührt, etwas Neues bringt und für  zu lang, es hat fünfhunderfünfzig Seiten halte ich es auch.

Die heurigen Bücher sind aber, glaube ich, eher kürzer, als die vorigen. Drei Dickere sind von denen, die ich bis jetzt habe, dabei und der Gerhard Falkner, den ich als übernächstes LL-Buch lesen werde, dürfte, soweit ich höre, eher schwer zu lesen sein.

Ich bin ja davon ausgegangen so an die zehn Bücher zu bekommen. Bei der deutschen Liste sind es aber inzwischen nur  drei, die noch fehlen, denn da hat mir “Fischer” von den fünf Büchern, die er im Rennen hat, zuerst zwei und dann, als ich bezüglich der Öst nachfragte, auch noch den Reinhard Kaiser-Mühlecker, der übrigens nächsten Donnerstag in der “Gesellschaft für Literatur” auftritt geschickt und “Aufbau” hat sich bezüglich Philip Winklers “Hool” noch nicht gemeldet, obwohl, die mir heuer schon sehr viel schickten.

Sonst habe ich die Bücher, glaube ich, vollständig, die Printausgaben liegen im Badezimmer, von Sibylle Lewitscharoffs “Pfingstwunder” habe ich die Fahnen bekommen und drei PDFs, beziehungsweise ein E-Book war auch dabei.

Bei der österreichischen Liste sieht es etwas anders aus, da habe ich von der Longlist inzwischen drei Bücher, die Dorothea Emminger, die Anna Mitgutsch und den besagten Kaiser-Mühlecker.

Das Buch von Peter Waterhouse, das glaube ich, noch nicht erschienen ist, soll noch kommen und von den Debutanten, habe ich noch das Buch von Sacha Batthyany bekommen, das der Friederike Gösweiner liegt, wie schon beschrieben, in Harland über dem Bett und ich kann es lesen, wenn ich nächste Woche dorthin komme, oder aufsparen und als letztes lesen und die Rezensionsexemplare vorziehen. Mal sehen, wie es sich ergibt.

Die Buchdebuts werden am fünften Okter in der Arbeiterkammer vorgestellt, aber leider leider ist das der erste Mittwoch im Monat und da ist ja MUSA-Tag und da bekommt auch die Ilse Kilic, was mich sehr überrascht und ich nicht damit gerechnet habe, ich habe da ja auch Prognosen erstellt, den “Veza-Canetti-Preis” also werde ich da hingehen.

Falls mich einer meiner Leser unterstützen und die fehlenden Bücher mit eines von meinen tauschen will, würde mich das freuen, die zwei “Fischer-Bücher” wären der Ernst Wilhelm Händler und der Peter Stamm, über die österreichischen würde ich mich auch freuen, obwohl ich da ja regelmäßig bei den O-Tönen war, also dort die Sabine Gruber, den Michael Köhlmeier, Friederike Mayröcker und die Katharina Winkler hörte und die nehme ich ja wieder an, gewinnt den “Alpha” und dann bekäme ich wahrscheinlich das Buch.

Den Peter Henisch, der glaube ich, noch nicht erschienen ist, würde ich gerne lesen und Anne Cottens Versepos, das ich schon im MUSA hörte, interessiert mich sehr und natürlich Friederike Mayröcker, deren Bücher man seltsamerweise eher selten in den offenen Bücherschränken findet.

Nun vielleicht auch meine Prognosen, von den auf der Öst nominierten, habe ich noch nichts gelesen, habe da aber eine Wunschliste, nämlich die FM als Preisträgerin und dann würde ich mir Anne Cotten, Peter Henisch, Sabine Gruber und Michael Köhlmeier wünschen oder könnte mir das vorstellen und bei den Debutanten denke ich, daß Katharina Winkler gewinnt, obwohl  Friederike Gösweiner, die ich auch schon bei den O-Tönen hörte, auch oft gelobt wird.

Bei der deutschen Liste ist das anders, da kann ich, da mir die meisten Bücher ja eher unbekannt waren, keine so dichte Prognose geben, vor allem wüßte ich da den Preisträger noch nicht, von den bis jetzt gelesenen könnte ich mir vorstellen, daß Thomas Melle und Bodo Kirchhoff draufsteht und dann denke ich, nach dem was ich so gehört und gelesen habe, beziehungsweise mir vorstellen könnte, auch noch Peter Stamm, Gerhard Falkner, Katja Lange-Müller und Sibylle Lewitscharoff. Aber das ist mein persönlicher Tip, der “Buchpreisblog” hat das Buch ja sehr zerissen. Mal sehen, wie falsch oder richtig ich liege?

Am Dienstag werden wir es wissen, ich lese inzwischen den Stadler weiter und beginne dann mit der Lewitscharoff, mache dann eine Buchpreislesepause und lese die beiden “K&S-Literaturdebuts” beziehungsweise die “Vegetarierin” auch ein Kultbuch des Herbstes, das durch die LL ein wenig unterging, dann vielleicht den dBp weiter, bis ich zur öst- Liste komme und ziehe da vielleicht die Shortlistnominierten vor.

Nach meiner Schätzung hätte ich da ja erst zwei ganz gelesen. Die Juryentscheidung gibt es schon, also spannend spannend und noch nachsehen, was die Blogs dazu meinen.

Ansonsten werde ich das Wochenende, wie ich eigentlich plante, doch nicht nur lesend und schreibend verbringen, denn im WUK gibts ja eine Biennale mit experimenteller Literatur und einer Kunstfilmnacht, wo es Filme von Hermann J.Hendrich, Ilse Kilic, Thomas Havlik etcetera zu sehen gibt.

Gestern bin ich nach der “Alten Schmiede” nicht mehr hingegangen. Heute habe ich das vor, das Kinderprogram mit der Erika Kronabitter lasse ich aus und am Sonntag gibts vielleicht schon das Sturmfest, aber vielleicht ist das erst nächste Woche, dann hätte ich mehr Zeit zum Lesen und mit dem Schreiben meiner Klara tue ich mir ein wenig schwer.

Denn das Longlistenlesen ist ja sehr intensiv, relativ viel Diagnostik hatte ich in den letzten Tagen auch, da kommt man dann leicht hinaus und schwer wieder hinein und die Frage, was ist gute Literatur?, “Deine nicht, denn du schreibst ja so unverständlich!”,, halt ja auch noch immer in meinen Ohren, obwohl ich, da ich jetzt wieder durchkorrigiere, mir gestern einige Änderungen notiert habe.

So wird sich das Ganze jetzt vielleicht in einen kürzeren Rahmen, also vielleicht bis zu Zusannas Hochzeit abspielen, den dBp lasse ich weg und mache allgemein einen “Buchpreis” daraus und lasse die Klara daher aus Wien statt aus Frankfurt kommen, da ist das Terrain  bekannter und sie arbeitet vielleicht mit dem Edy beim “Standard”, aber auch da könnte ich die Bezeichnung weglassen.

Sie könnte  beispielsweise auch “Ohrenschmaus-Jurorin”, Achtung Ironie oder persönlicher Bezug, sein.

Nun ja, solange ich so intensiv lese und jetzt auch wieder intensiv zu Veranstaltungen gehe, stagniert das ein bißchen, Ich habe aber schon 23.00 Worte, 44 Seiten und 15 Szenen, müßte mir auch das, wie das mit der Clarisse und der Claire, vor allem die Geschichte mit der Großmutter ist, noch genauer  konzipieren. Da habe ich inzwischen, fürchte ich, den Faden verloren.

Das geht in den sogenannten  Nachlesezeiten”, aber ich lese ja immer, wahrscheinlich leichter, für den “Nanowrimo” kommt es wahrscheinlich trotzdem nicht in Frage, da ich schon 23.000 Worte habe.

Also werde ich wahrscheinlich heuer nicht mitmachen und nur so weiterschreiben, aber im November ist ja auch die “Buch-Wien” und der “Ohrenschmaus” und zumindestens den Anfang werde ich auch noch für die österreichische Liste brauche.

Das Buchpreislesen, das kann ich nur wiederholen, macht großen Spaß und ich finde es auch sehr lehrreich, kann auch ein bißchen die Frage, was ist gute Literatur und was interessiert die Leser beantworten?

Aber da würde ich mir sowieso mehr Information wünschen, was die Leser wollen oder gerne lesen von den Buchhändlern höre ich immer, die Leute interessieren sich, wenn überhaupt für die Shortlist, die Longlist ist ihnen egal, zu  zu umfangreic, oder was auch immer.

Ich finde gerade die sehr interessant, obwohl es natürlich, wie beispielsweise, die experimentelle Literatur oder die Kleinverlage gibt, die zum größten Teil nicht daraufstehen.

Denn die “Longlist” ist ja wahrscheinlich schon sehr mainstreamorientiert, obwohl das von der deutschen heuer eher widersprochen wird.

Ich bin gestern zwischen der Session vier und der Abendveranstaltung der “Alten Schmiede” in den “Morawa” gegangen und habe mich  umgeschaut, was da auf den Stapeln liegt?

Es liegt ziemlich viel, auch Krimis und das sogenannte Leichte, das Experimentelle wahrscheinlich eher nicht, aber einiges davon gibt es schon auf den Listen, zumindestens würde ich Daniela Emminger, Anna Weidenholzer und Michelle Steinbeck jetzt einmal dazureihen.

Aber das lesen die Leute wahrscheinlich eher nicht und  auf die Shortlist würde ich  mal schätzen, kommen sie eher nicht und bezüglich Krimis haben wir ja eine Kriminacht und einen eigenen Krimipreis, der auch bald vergeben wird, Leider gibt es da aber wieder eine Überschneidung mit dem H. C Artmann Preis, den heuer Anselm Glück, also ein eher experimenteller Autor, bekommt.

 

 

Die Verteidigung des Paradieses

Buch neun der LL, ist eines von den dickeren, bis jetzt waren es ja eher dünne, die ich gelesen habe, aber jetzt kommen die umfangreicheren an die Reihe und es ist ein Abenteuerroman.

Das steht zwar auch auf den “Witwen”, aber dieser ist ein richtiger, ein Weltuntergangsroman, wahrschein auch ein Sci Fi und meiner Meinung nach, eher etwas für solcherart begeisterte Jugedliche, um auf die LLzu kommen, bedarf es aber wahrscheinlich des philosophischen Hintergrunds und so steht das auch am Buchrücken und der 1977 geborene, in Augsburg lebende Thomas von Steinaecker ist ein mir bis dato eher unbekannter Autor, mag sein, daß ich schon einmal den Namen hörte, aber sonst nicht viel.

Um was geht es, um die Fortsetzung von Heinz Helles “Eigentlich müßten wir tanzen” könnte man unken, jedenfalls heißt der Held auch Heinz und möchte ein guter Mensch werden.

Aber ist er das überhaupt?, steht, glaube ich, als Frage auf dem Klappentext und es passiert sehr viel in dem  vierhundertsechs Seiten Buch.

Zuerst geht es in ein Kinderzimmer oder in eine Erinnerung, an die Zeit, wo der kleine Heinzi des Nachts aufwachte und sich aus dem Kühlschrank was zum Trinken holte.

Dann kommt ein Schnitt oder es geht elf Jahre später los auf einer Alm. Da feiert Heinzi seinen fünzehnten Geburtstag. Die Katastrophe hat stattgefunden und Heinzi lebt mit seinem elektronischen Kuscheltier, das Ganze dürfte in der Zukunft spielen mit fünf weiteren Überlebenden und einigen Affen dort und ist sauer, weil sie seinen Geburtstag vergessen haben.

Dem ist nicht ganz so, denn Cornelius der “welteste Leader,” wie es im Neudeutsch heußt, während sich Heinz  an die “Vountergangssprache” zu erinnern versucht, schenkt ihm am Abend ein paar bunte Hefte und gibt ihm den Auftrag, die Geschichte aufzuschreiben, denn Heinz hat auch einen sonderbaren Chip und kann die  die berühmten Romananfänge rezitieren, während ihm sein elektronisches Haustier Märchen erzählt.

Dann kommt die nächste Katastrophe, die Schleusen brechen, der Fluß trockenet aus und sie müßen das, was ein bißchen an die “Wand” erinnert, verlassen.

Fliehen über die ehemalige Autobahn, treffen auf Leichen, es gibt also doch Überlebende, Mutanten und Plünderer und  Jorden, ein ehemaliger Berufssoldat, schießt alles nieder, was ihm in den Weg kommt.

Anne, die demenzkranke Krankenschwester verläßt die Gruppe, während Özlem auf der Alf ein Baby geboren hat, das sie auch mitschleppen.

Sie kommen in eine Art ehemaliger Zirkus, wollen auf ein Schiff nach Frankreich, das sich als eine Falle erweist. Die Toys erproben aber den Aufstand und erretten ihre Meister. Nun bleibt auch Cornelius zurück und wird  von den anderen aufgefressen, Özlem wird geopfert, Heinz kümmert sich um die kleine Xiwang.

Verliert auch sie und landet in seinem letzten gelben Heft in Paris in einem Kloster, das sich in einem Hochhaus befindet, wo er, glaube ich, siebenundachtzig Jahre später stirbt.

Er war auch noch ein Klon, der zum Schriftsteller bestimmt war, nur das Programm funktionierte nicht so ganz, so daß seine Aufzeichnungen, die er in den schwarzen, gelben und was auch immer Heften, nicht, den Erwartungen der Leser entspricht, wie Anita, seine Betreuerin vorsichtig andeutet und ich bin auch  ein bißchen erstaunt über die Bandbreite der heurigen Longlist und eigentlich ist das Buch, die “Philosophie über den Sinn des Lebens”, auch ein bißchen eine Fälschung oder ein Fake, wie man so sagt, denn einen eigentlichen Weltuntergang hat es ja nicht gegeben, aber viele andere Sachen und  Ebenen und das alles kunterbunt durcheinandergemacht, so daß man genug darüber zu diskutieren hat.

Ob der Kannibalismus und die Freigabe zur Vergewaltigungs beispielsweise unbedingt notwendig war oder eben vorkommt, weil es für die spannende Haltung nötig war?

Aber die letzte LL war auch breit gefächert, bin neugierig, ob das Buch auf die Shortlist kommt, am Dienstag werden wir es  wissen.

Auf den anderen Blogs ist von dem Buch, das über eine ganze Bandbreite von Stilen verfügt, Denglisch ist die Umgangssprache und es gibt sogar Zeichnungen und die berühmte “Pfandbriefwerbung” aus der “Rororo-Reihe” in Sci Fi- Mutierung darin, noch nicht viel zu lesen.

Ich bin wahrscheinlich nicht die richtige Schience Fiction  und Weltuntergangsleserin, aber Abwechslung muß sein und einige jüngere Leser werden von dem Buch vielleicht auch begeistert sein.

Die Welt im Rücken

Buch acht des LL-Lesens um den besten Roman dieses Jahres und das wird, auch wenn das Tobias Nazimi für sich schon so entschieden hat, Thomas Melles “Die Welt im Rücken” ganz einfach aus dem Grund nicht sein, weil das Buch kein solcher ist.

Ist es ein Sachbuch?, habe ich irgenwo die ratlose Frage im Netz gelesen. Nein auch das nicht, denn eine manisch depressive oder wie das ja heute mildender heißt, bipolare Störung ist, keine Sache, wohl ist das Buch aber eine großartige Information, für, wie auch selber darin steht, alle “angehenden Psychiater” und als solches sehr zu empfehlen.

Vor dem Weihnachtsgeschenk für die berühmte Schwiegermutter würde ich etwas warnen, denn die meisten literaturinteressierten Schwiegermütter kennen sich bei den bipolarischen Störungen nicht so aus, wollen vielleicht auch nicht so ins Detail gehen und brauchen, wenn sie nicht selber familiär betroffen sind, das wohl auch nicht.

Aber, um den Unsinn von den “Irren und Verrückten auf dieser Welt vor denen man sich so fürchten muß!”, ein bißchen mehr aus der Welt zu räumen oder ihn zu revidieren, taugt es allemal.

Und was ist das Buch dann?

Ein “Memoir” oder “Personal Essay” sagen wohl die Amerikaner und das “Writersstudio”, das bald wieder seine Gratisseminare hat und um es in einfacheren Worten auszudrücken, es ist das Outing des 1975 geborenen Thomas Melle, der mit seinen zwei vorigen Romanen, die in entschlüßelter Weise auch schon von seinen psychischen Problemen Berichten “Sickster” und “3000 Euro”, die beide schon auf der LL gestanden sind. “3000 Euro” hat es auch auf die Shortlist gebracht.

Deshalb vielleicht auch noch ein paar Worte zu der berühmten Frage mit der Autobiografie, die ich am letzten Donnerstag lachend und verschämt an die Debutanten von “K.u.S” stellen gehört habe,  die auf gleicherweise, das, was ich etwa so sagen würde “Es ist alles autobiografisch und alles auch gleichzeitig nicht!”, beantworteten.

Und da trennt sich die Streu vom Weizen oder die Romandefinition. Denn der Roman darf oder ist es ja angeblich nie, die Biografien der Autoren widersprechen zwar ständig, aber die Frage wird als naiv bewertet, die “Memorien” und “Biografien” sollten es sein.

In Wahrheit wird es wohl eine Mischung sein, auch bei diesem Buch, denn Thomas Melle ist ja nicht zu beneiden, wenn er sich mit diesem Outing so in die Öffentlichkeit stellt, die Journalisten werden kommen, die neugierigen Leser, die Schwiegermütter, das Fernsehen, etcetera und das muß man ja alles auch aushalten und Maniker und Depressive haben ohnehin eine sehr dünne Haut, sonst würde das nicht passieren und Schriftsteller auch.

In drei großen Kapiteln, die 1999, 2006 und 2010 zur Überschrift haben, wird das erzählt. Ein kleineres 2016 und einen Prolog gibt es auch und das springt Thomas Melle gleich hinein in das Medias Res, erzählt von seiner großen Bibliothek, die er verschleudert hat, von seinen sexuellen Beziehungen zu Madonna und wir haben gleich ein bißchen hineingeschnuppert in die manisch- depressiven Seiten und dann kommt, wie bei Personal Essays typisch und wichtig, die Theorie, nämlich die Definition, was diese Krankheit ist, woher sie kommt und wie sie sich verändert hat.

Dann beginnt es und das finde ich auch sehr interessant, mit einer Feststellung eines Freundes, als die erste “Seltsamkeit” auffiel “Da stimmt doch etwas nicht!” und Thomas Melle schreibt, wie heilsam solche Fragen sein und, wie sie den “Verwirrten” ein Stück Stabilität zurückbringen können, denn alle gehen ja meistens aus Hilflosigkeit oder auch aus Neugier auf die “Verrücktheit” ein und das hilft wahrschein weniger, weiter, als die lapidare Feststellung “Das kann nicht sein!

Es gibt verschiedene Formen der Bipolarität, bei Thomas Melle haben die Phasen von Manie und Depression jeweils lange angehaltenen und eine paranoide Form hat es auch gegeben und so stürzt der Sohn einer depressiven Mutter, den Vater hat er, glaube ich, nicht gekannt, in diesen Wahnsinn hinein.

Als Student beginnt es, die Freunde bringen ihn irgendwann auf die Psychiatrie, dort entläßt er sich wegen mangelnder Krankheitseinsicht nach wenigen Tagen, so geht es weiter bis zum ersten Selbstmordversuch. Dann wird er stationär aufgenommen und behandelt.

Er rappelt sich hoch, schließt sein Studium ab, liest 2006 beim “Bachmannpreis”, da ist er schon in der zweiten Phase, arbeitet an einem Theater an einer Stückentwicklung, kommt wieder in die Psychiatrie, bekommt auch mit der Polizei Schwiergkeiten, als er in seiner Wohnung zu laut ist, in Auseinandersetzungen verwickelt wird, in “Wikipedia” seine eigene Ermordung bekannt gibt, so was Ähnliches habe ich vor einem Jahr erlebt und mich gefragt, wie man darauf reagieren soll?

Melles Freunde haben auch die Polizei geholt und die Feuerwehr hat die Wohnung zertrümmert.

Die Manie wirkt sich bei Melle auch so aus, daß er überall Prominente erkennt, Obama auf der Rolltreppe zum Beispiel und alle winken ihm zu,  reden über ihn und widmen ihm ihre Werke.

Er macht auch Schulden, verliert seine Wohnung, bekommt Zwangsbetreuung und wohnt in Übergangswohnungen, dazwischen legt er sich auch mit “Suhrkamp” an, wo seine ersten Werke herauskommen. Sein Agent wird zum Betreuer und regelt seine Schulden. Er übersetzt Bücher, schreibt seine zwei Romane, steht auf den schon erwähnten Listen und hat nun ein grandioses Buch über seine manisch depressive Krankheit oder bipolare Störung, wie es jetzt heißt, geschrieben, das ich allen daran Interssierten wirklich nur empfehlen kann.

Ich wünsche es mir auf die Shortlist und Thomas Melle alles Gute! Wenn es der “beste Roman des Jahres” werden sollte, habe ich auch nichts dagegen, obwohl ich weiß, daß es keiner ist und den Verlagen auch dringend mehr Differenzierung Genauigkeit wünschen würde!

Denn so bleibt es ja bestehen dieses Kuddelmuddel der Verwirrung und die Frage, ist das jetzt alles wahr, erfunden oder erdacht, wird auch so bleiben.

Der mündige Leser hat eigentlich das Recht, sich besser auszukennen und solche Bücher sind interessant und sehr wichtig und zur Pflichtlektüre für angehende Psychiater, Psychologen, Sozialarbeiter, etcetera gehört es allemal, vielleicht auch auf die Leseliste in die Gymnasien, falls es die noch gibt und, als Thema für die nächste Zentralmatura, aber das nur behutsam, weil ein solches Thema ja auch überfordern kann.

Widerfahrnis

Buch sieben meiner aktuellen Longlistenlektüre, Bodo Kirchhoffs “Widerfahrnis”, macht mich ein wenig ratlos, habe ich doch zuerst die Besprechung von Tobias Nazemi und Marina Büttner gelesen und die haben, vielleicht nicht etwas anderes gelesen, aber jeweils nur einen Teil beschrieben und vielleicht auch andere Empfindungen gehabt.

Es ist also, um es vorweg zu nehmen, ein sehr vielschichtiges Buch und der 1948 geborene Bodo Kirchhoff, von dem ich einmal, lang lang ists her und noch keine Blogerfahrung, den “Schundroman” gelesen habe, ist sicherlich ein Routinier.

Tobias Nazemi spricht von der Altmodischheit, die ihm, ein Kirchhoff Fan, an dem Buch stören würde, die ist mir bei den “Witwen” eigentlich viel mehr aufgefallen.

Ich habe das Buch ähnlich, vielleicht ärger oder auch anders konstruiert, wie das von Hans Platzgumer empfunden und seltsam in beiden Büchern gibt es ein gefundenes Kind und Marina Büttner schreibt, ein anderer hätte aus diesem Buch etwas Kitschiges gemacht. Ich habe es zum Teil kitschig gefunden, am Schluß dann wieder nicht, da kam dann schon die Ratlosigkeit und die Flüchtlingsfrage, die Marina Büttner etwas störte, stört mich ja nicht so sehr, wenn ich mir jetzt auch nicht wieder sicher bin, ob diese Begegnungen mit den Flüchtlingen, die der Julius Reither und die Leonie Palm da machen, sich nicht überhaupt nur in der Phantasie abspielen?

Oh ja, natürlich, denn es ist ja, kein Roman, sondern, wie betont, am Anfang steht, eine Novelle und Julius Reither, ich würde ihn mehr gegen siebzig als sechzig schätzen, ist ein ehemaliger Verleger.

“Aus der Zeit gefallen”, schreibt, Tobias Nazemi, nun Bodo Kirchhoff ist auch bald siebzig und das seltsame Wort “Widerfahrnis” kommt von widerfahren, also erleben und nun bleibt noch zu klären, ob das Ganze ein Liebesroman, eine Liebesgeschichte ist?

Nun ja, natürlich, aber vermutlich mehr ein Lebensbericht und weil der Julius Reither ja mal ein Verleger und Kleinbuchhändler war, erzählt er sich diese auch selber:

“Die Geschichte, die ihm  noch immer das Herz zerreißt, wie man sagt, auch wenn er es nicht sagen würde, nur hier ausnahmsweise, womit hätte er sie begonnen”, beispielsweise oder auch “Kein Erzähler hat gleich seinen Fuß in einer Geschichte…”

Da ist also Julius Reither, der seinen Verlag verkauft hat und sich, in eine vermutliche Seniorenanlage, auch wenn das nicht so genannt wird, zurückzieht, “weil die Leute ja mehr schreiben, als lesen”, Achtung Ironie, würde ich hier anmerken, man könnte auch sagen, er ist in Pension gegangen und jetzt sitzt er da in seiner Wohnung, trinkt Rotwein, raucht Zigaretten und hört am Gang Geräusche.

Es ist Leonie Palm, ein paar Jahre jünger als er, eine ehemalige Hutmacherin, die ihr Geschäft verkaufte, “weil die Leute keine Hutgesichter mehr haben” und jetzt auch in der Anlage wohnt und dann gibt es noch ein Buch, ein kleines Böses, ein BoD, selbstgemachtes wahrscheinlich, ohne Titel von einer Ines Wolken, sicherlich ein Pseudonym, geschrieben, das Reither vorhin in der Bibliothek gefunden hat.

Es stellt sich bald heraus Leonie hat es geschrieben, es handelt von einer Frau, die ihre Tochter verloren hat. Das hat Leonie so erlebt und Reither wurde von seiner Frau verlassen, als sie schwanger war und beide das Kind abtreiben wollten.

Leonie will etwas von Reither, am nächsten Tag will sie es mit ihm besprechen, fängt sie an, was damit endet, daß die beiden, um oder nach Mitternacht aufbrechen, die beiden ausländischen Frauen, die den Empfang während der Nacht betreuen, helfen noch beim Schneeabschaufeln von Leonies Auto, Reither hat keines mehr und sie wollen zum Achensee hinauffahren, den Sonnenaufgang beobachten.

Sie fahren und fahren, die Nacht durch und gelangen nach Sizilien, dort gehen sie endlich in ein Privatquartier und treffen  auf ein stummes Flüchtlingsmädchen, hat das Bodo Kirchhoff von Michael Köhlmeier oder umgekehrt oder ist das den beiden getrennt voneinander eingefallen, weil die Flücnhtlingsfrage momentan so aktuell ist und sich jeder renomierte Autor damit beschäftigen will, was Marina Büttner etwas stört?

Eine Szene hat das Buch, die mich sehr beeindruckt hat, Leonie ist kinderlieb, wohl wegen des Schicksals, des Selbstmordes ihrer Tochter und so laden sie das Kind mit dem zerfetzten Kleid zum Essen in ein Restaurant ein. Der Wirt scheucht es weg.

“Es gehört zu uns!”, sagt Reither, so serviert der Wirt die Sardinen und das Cola, holt aber die Polizei und die Kleine läuft weg.

Sie kommt aber wieder, schläft in der Wohnung und Leonie will sie genauso, wie Platzgumers Erzähler mit seiner Elena mitnehmen und über die Grenze bringen. Das scheitert schon am Polizeiaufgebot bei der Fähre. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, Reither wird an der Hand verletzt, Leonie und das Kind verschwinden, er fährt alleine weiter, kauft sich Rotwein, kann ihn mit seiner Verletzung nicht öffnen und blutet immer weiter, bis ein Afrikaner zu ihm kommt und “Can I help you, men?”, fragt.

Er trifft dann Leonie wieder ohne dem geheimnisvollen Kind, tauscht mit ihr das Auto gegen seine Lieblingsjacke, der Afrikaner chauffiert ihm heim und nun “bliebe nur noch zu erklären, womit die Geschichte, die ihm noch immer das Herz zerriß, enden sollte?”

“Bodo Kirchhoff erzählt in seiner Novelle “Widerfahrnis” die Parabel von einem doppelten Sturz”, steht noch am Buchrücken und dem kann ich mich anschließen und würde vielleicht noch ein paar Ebenen dazu legen.

So wunderschön, wie die anderen Rezensenten schreiben, habe ich das Buch wahrscheinlich nicht empfunden, mich stört ja, wie gesagt, das allzu Routinierte und da ist wahrscheinlich wieder einer, der sehr gekonnt mit der Schreiberfahrnis seines Lebens spielt und auch ein bißchen überheblich dabei wirkt.

Bin aber gespannt, ob es auf die Shortlist kommt. Der Platzgumer und er hätten von den von mir bis jetzt gelesenen Büchern, wohl die meisten Chancen, würde ich vermuten, aber jetzt kommt Thomas Melles Bericht über seine bipolare Depression an die Reihe, ein Thema, das mich ja sehr interessiert und Tobias Nazemi hat es schon, als sein Siegerbuch erklärt, ich bin also sehr gespannt.

Kremayr & Scheriaus neue Romandebuts

Die neue Literaturschiene bei “K& S” gibt es seit einem Jahr, auch damals wurden die Debutanten Irmi Fuchs, Daniel Zipfel und Marianne Jungmayer in der “Gesellschaft für Literatur“, sowie im “Tahlia” vorgestellt und nachher gab es noch eine große Party im 7*.

Ich war auch damals mitten drin im Buchpreisbloggen, im deutschen, daß es heuer auch ein österreichisches geben wird, haben damals ja alle dementiert, habe gerade den dicken Setz gelesen, mir die Bücher aber bestellt und als ich im Frühjahr aus Leipzig zurückgekommen bin, habe ich das neue alte Buch der Gertraud Klemm gelesen und diesen Sommer gab es bei den O-Tönen ja die Debutschiene mit Irmi Fuchs, Daniel Zipfel und Petra Piuk von K& S.

Die “Sommernomaden” das zweite Buch der Marianne Jungmeier habe ich mir dann auch bestellt und gestaunt, daß es einige der Debutanten auf das Lesepult gebracht hat und, als ich vor zwei Wochen das letzte Mal richtig bei den O-Tönen war, vorige Woche bin ich ja nur daran vorbei nach Haus gegangen, machte mich der Lehrer Christian auf die neuerliche Veranstaltung in der “Gesellschaft” aufmerksam.

Da hatte ich zwar auch schon die Einladung bekommen, aber Iris Blauensteiner, Simone Hirth?

Huch, keine Ahnung, sollte ich sie kennen?

Inzwischen habe ich die beiden Bücher auch schon eingekeilt, neben der “Vegetarierin” und dem großen deutschen und dem noch eher kleinen  österreichischen Buchpreisstapel liegen.

Aber Daniel Emmingers Buch ist heute zu mir gekommen und ich bin auch ein bißchen früher weg, weil ich mir ja noch das Leseprobenheftchen holen wollte. Das Österreichische, das hundertzwölf Seiten stark ist, mit vielen Insiderinformationen, wie glaube ich auf der Facebuchseite steht, das Deutsche bestelle ich mir ja nicht mehr, seit  da die Hintergrundinformationen verschwunden sind und ich die Leseproben und das Autorenfoto ja auch im Internet finden kann und weil ich jetzt auch die Bücher selber lese, brauche ich sie nicht.

2009 bin ich aber sehr herumgeirrt und habe mich gewundert, daß es das in Wien nicht gibt.

Gibt es nicht okay und brauche ich auch nicht, aber am Nachmittag in die “Buchinsel” auf der Margaretenstraße und dort nachfragen.

Sie hatten nicht und werden auch nicht bestellen, weil der Buchhändler ja für das Büchlein zahlen muß und die Leute, die danach fragen, ohnehin nichts kaufen, wie mir einmal vor Jahren, der alte, eher grantige Vorgänger dort sagte, als ich nach dem “Tag des Buches-Büchlein” fragte. Inzwischen gibt es einen anderen Buchhändler und der hatte im April das “Literatier”, die freundliche ältere Dame sagte mir aber, ich wäre die erste, die danach fragte und verwickelte mich dann in ein längeres Gespräch über die Listenbücher. Sie war bei den O-Tönen und hatte die Anna Weidenholzer, die zwar auf der anderen Liste, stehen liegen und hui, die Buchhänder zumindest manche, sind also doch sehr kompetent und interessieren sich für Literatur und ich ging  mit meinem Einkaufskorb weiter zum “Hofer”, bei Anna Jeller vorbei, von der ich schon wußte, daß sie es nicht haben wird, die Olga, die ich von der Facebookseite kenne, saß aber lesend am Türstapel und sagte mir auch sehr freundlich “Das haben wir noch nicht!”

Hui, also doch sehr schwer, aber vor der “Gesellschaft” zum “Morawa” schauen und wenn es es auch dort nicht gbit, kann ich ja noch immer dem Haptverband ein Mail schreiben, wenn ich nicht bis zu “Buch-Wien” warten will.

Ich bekam es aber schon vom “Frick” und der Lehrer Christian, der mit einem ganzen Sack gekaufter Bücher in die “Gesellschaft” kam, hatte es vom “Morawa”, aber jetzt die Debuts, die dann vielleicht das nächste Jahr auf der Debutpreisliste stehen werden oder Saisonbeginn, wie mir die alte Dame, die ich immer bei den Veranstaltungen treffe, verkündete, die Sommerlesereihen, wie die OTöne sind vorüber und diesmal habe ich mir ja einen sehr intensiven literarischen Sommer in Wien gegeben und jetzt beginnt die Saison.

Bei mir hat ja schon vor zwei Wochen das große Lesen angefangen und jetzt die Debuts und zwei junge Frauen, deren Namen und Lebensläufe mir nicht sehr viel sagten, die aber trotzdem bei sehr interessante Themen hatten.

Ursula Ebel moderierte und stellte zuerst die 1985 in Deutschland geborene Simone Hirth vor, die in Leipzig am “Literaturinstitut” studierte und jetzt in Gablitz im Wienerwald Autorin und Lektorin ist.

Ihr Buch ist vielleicht auch ein Kanditat für den interessantesten Buchtitel, nämlich “Lied über eine geeignete Stelle für eine Notunterkunft” und handelt von einer Aussteigerin, deren Welt in Trümmern liegt, die Arbeit verloren oder hingeschmissen, das elterliche Haus wird abgerissen und die namenlose Ich-Erzählerin steigt aus und baut sich offenbar irgendwo im Wald oder hinter Büschen eine Hüttel aus Ziegel und Fragmenten, Trümmern also und die Sprache besteht auch sehr kurzen aufgeschnappten Sätzen. Ein sehr interessantes Buch, das ich, wenn ich mit der Sibylle Lewitscharoff und vorher kommen noch Melle, Stadler und Steinaecker, fertig bin, lesen werde oder vielleicht beginne ich auch mit “Kopfzecke” von der 1986 in Wien geborenen Iris Blauensteiner, die auch Filmemacherin ist und in “Wartholz” gewonnen hat.

In den “Koliken”, hat sie, wie Simone Hirth verlegt, aber das ist wahrscheinlich das gemeisame zwischen allen “K&S” Debutanten, Gustav Ernst spielt da wahrscheinlich auch eine gewisse Rolle, zumindest habe ich ihn auf dieser Verlagsparty gesehen und da hat er mir Petra Piuk vorgestellt.

“Kopfzecke” ist die Geschichte einer Demenz oder die der Beziehung zwischen einer fünfzigjährigen Tochter, die ihre Mutter in ihrer ehemaligen Kinderwohnung pflegt,  die Rollen vertauschen sich und ein Geheimnis gibt es auch zu entdecken, wie die Autorin verschämt lächelnd sagte und darauf hinwies, daß man es erfährt, wenn man das Buch am reich gedeckten Büchertisch erwerben wird.

Nun ich werde es erfahren und kenne mich mit Demenz ja nicht nur durch den Psychologieunterricht im Geriatriezentrum Wienerwald, den ich einmal gegeben habe, jetzt gibt es das Geratriezentrum ja, glaube ich, nicht mehr und die Pflege meines Vaters und des Schwiegervaters ein wenig aus, nein ich habe ja auch darüber geschrieben, interessant ist aber sicher, wie das eine dreißigjährige junge Frau sieht, die auch sagte, gar nicht soviel darüber recherchiert zu haben.

Die “K& S Debutanten” haben also realistische Themen und die interessieren mich ja sehr, ich bin also sehr gespannt, wie die Bücher mit gefallen, ein paar Wochen wird es ja noch dauern, bis ich sie besprechen werden und was und wo ich von den zwei jungen Frauen noch hören oder lesen werde.

Buchpreisbloggeflüster

Nun also sind die beiden Listen bekanntgegeben und ich lese, lese, beziehungsweise mache ich dem Postboten auf, um ein Buchpaket in Empfang zu nehmen, schreibe Mails an nette Verlagsdamen und gerate mal mehr und mal weniger in Stress und Panik, das alles vielleicht nicht zu schaffe.

Habe ich mir da nicht vielleicht zu viel aufgeladen? Beziehungsweise ist das die Schuld, des österreichischen Hauptverbandes, der den öst Bp einen Monat nach dem deutschen ansetzte und den Preisträger einen Monat nach der Frankfurter-Messe, die auch ein Monat vor der “Buch-Wien” stattfindet, präsentieren will.

Um nicht mißverstanden zu werden, im Vorjahr habe ich auch alle Bücher gelesen und zwischendurch, während ich auf den Witzel wartete, den mir Trude K. zum Geburtstag brachte, noch einiges anderes und als die Frankfurter-Messe begann, hat mir “Buzaldrin” ein Buchpaket mit neun Bücher geschickt, die ich bei einem ihrer Gewinnspiele gewonnen habe und bis Weihnachten habe ich sechs  davon gelesen.

Jetzt bin ich schon beim siebenten dBp-Buch, Bodo Kirchhoffs “Widerfahrnis”, acht liegen noch im Badezimmer, beziehungsweise, die Lewitscharoff-Fahnen im Schlafzimmer auf dem Tischchen, mindestens eines soll noch kommen, dann folgen zwei  “Kremeier&Scheriau Debuts”, die heute auch in der “Gesellschaft für Literatur” vorgestellt werden und Han Kangs “Vegetariereŕin” und dann geht es schon, ganz langsam, an den östBP, da habe ich vier Zusagen und gestern den Reinhard Kaiser Mühlecker, das doppelte Buchpreisbuch bekommen und die Friederike Gösweiner, die ich als letztes lesen will, in Harland über den Bett liegen und wenn Katharina Winkler, was ich fast annehme, den “Alpha-Literaturpreis” gewinnt, bekomme ich das Buch, ganz egal, ob “Suhrkamp” es schickt oder nicht.

Ob ich bis zu den beiden Messen  fertig werde oder nicht, weiß ich noch nicht so genau, bis Ende  November werde ich es aber schaffen und ich kann nur sagen, trotz selbsterlegten Lesestreß, ein wunderbares Erlebnis, das ich sehr empfehlen kann, denn man lernt sehr viel dabei.

Und was waren nun meine bisherigen Erkenntisse über die ausgewählten Bücher, die angeblich die Besten sein und zu Weihnachten unter möglichst vielen Christbäumen liegen sollen?

Da habe ich ja schon öfter geschrieben, daß ich nicht daran glaube, daß das so sein kann und, daß es natürlich viel viel mehr interessante, spannende, gute oder auch was immer Bücher, als die ausgewählten dreiunddreißig gibt und die deutsche Liste war ja, das habe ich, gleich nach der Vergabe geschrieben, sehr sehr überraschend.

Ich war zuerst erstaunt und habe gedacht, ich bin im falschen Boot, dann habe ich mich aber sehr schnell angefreundet, lese mich durch die Bücher und durch die Besprechungen der offiziellen und auch inoffizellen Buchpreisblogger und kann bei der deutschen eigentlich noch nicht wirklich sagen, wer da am zwanzigsten September auf der Shortlist stehen wird?

Denn ich glaube fast, die sechs bisher gelesenen sind es eher nicht, kommen die ja eher von engagierten Kleinverlagen und stammen zum Teil von sehr exeperimentellen Sprachkunstautoren.

Der Platzgumer erschien mir persönlich ja zu konstruiert und über die Metapher, wie man von seinen schlechten Büchern in die Schlinge springt, bin ich noch immer nicht hinweggekommen und Bodo Kirchhoff, der den Bloggern sehr gefällt, hat, soweit ich es bis jetzt beurteilen kann, auch einen eher kitschig wirkenden konstruierten Stil, der ist aber sehr Publikum wirksam, glaube ich  und gefällt wahrscheinlich auch den hier oft zitierten Schwiegermüttern.

Das macht Joachim Meyerhof, der auf meiner Liste steht, wahrscheinlich auch, Peter Stamm wäre ein Kanditat, den habe ich aber noch nicht, Katja Lange-Müllers “Drehtür”, das noch kommen soll, vielleicht auch, aber das gefällt den Bloggern eher nicht, Thomas Melles Memoir über seine manisch depressive Krankheit, mein nächsten LL hat wahrscheinlich auch Chancen und dann das dicke “Apollokallypse” des mir noch immer unbekannten Gerarld Falkner, das möglicherweise schwer zu lesen ist und  Phillipp Winklers “Hool”, das mir “Aufbau” hoffentlich noch schickt, vielleicht ebenfalls.

Eine ausgewogene Bandbreite zwischen bekannten und unbekannten, experimentellen und Mainstreamgeschmack denke ich und ich habe viel gelernt, während ich, vielleicht durch meine “Alte Schmiede-Besuche” und das O-Tönfestival, das ich diesen Sommer ja sehr eifrig besuchte, bezüglich der öst-LL ziemlich sicher war und da auch nur relativ weniges Unbekanntes gefunden habe.

Gstrein und Glavinic haben zwar darauf gefehlt und sonst wäre ich sehr überrascht, wenn Friederike Mayröcker, den Preis nicht gewinnen würde, ich denke das gehört sich so, ein paar experimentelle, wie Kathrin Röggla und Peter Waterhouse, auf die ich vergessen habe, sind darauf,  und an Daniela Emminger, ein Buch, das ich bekommen soll, wie das von Peter Waterhouse, habe ich auch nicht gedacht, obwohl ich einmal eines ihrer früheren Bücher gefunden und in meinen Regalen stehen habe.

Für die Shortlist könnte ich mir also, obwohl ich da noch nichts gelesen habe, außer  der FM, Peter Henisch, Anna Mitgutsch, Rainer Kaiser Mühlecker,  Sabine Gruber und Michael Köhlmeier vorstellen, aber vielleicht hat die Jury einen experimentellen Geschmack und traut sich was, so daß vielleicht Ann Cottens Versepos, das, glaube ich, sehr witzig sein soll, darauf kommt, oder Kathrin Röggler, Peter Waterhouse und und.

Mal sehen, ich bin gespannt und lese fleißig weiter, dazwischen mache ich meine Praxis, Diagnostik, Therapien und ein bißchen Supervision, fange an zu Veranstaltungen zu gehen, heute abend, wie schon erwähnt von den “Kremeier&Scheriau-Debuts”, am Samstag habe ich mich für den Bus nach Niederhollabrunn zur “Theodor Kramer Preisverleihung” angemeldet, der Alfred reist ja, glaube ich, gerade in Japan ein und am Sonntag werde ich, wenn ich hinfinde, mit der “Gesellschaft für Literatur” auf den Spuren Kafkas in Klosterneuburg herumwandern, der dort ja in einem Sanatorium seine Schwindsucht behandeln ließ.

In den letzten Tagen habe ich selber Jury “gespielt”, wie meine Kritiker, die mich ja für eine literarische Diletantin halten, es nennen werden und drei Vorschläge für den “Ohrenschmaus” herausgesucht, der heuer schon im November im Rahmen der “Buch-Wien” vergeben wird.

Alles bestens also und noch etwas habe ich am Samstag in einer schlaflosen Nacht gemacht, ich habe nämlich, da auf der 2016 Leseliste, die wahrscheinlich ungelesen bleibenden Bücher immer länger wurden, herausgesucht, zuerst versucht, sie auf meiner langen Liste hinten dranzuhängen, dann habe ich gedacht, daß ich sie erstens vielleicht dann nicht mehr finde, zweitens gar nicht weiß, ob ich dann noch lebe und sie drittens gegebenfalls vielleicht wieder zurücktrage und sie dann für 2050 eintragen werde, wo ich höchstwahrscheinlich schon gestorben bin und, die Vorauseintragungen dann gelöscht.

So brauchen sich die Presedamen nicht mehr über sie zu wundern und ich bin auch freier, bisher Aufgeschobenes, wie das Buch der neuen Priessnitz-Preisträgerin Sanda Gugic, das der Hilde Schmölzer und die anderen Geburtstagsbücher und die Schmankerl von den Bücherschränken und das, was ich mir aus den Abverkaufslisten ziehe, zeitgerechter zu lesen, da wird dann vielleicht manchea Alte, was ich eigentlich auch noch lesen wollte, wie Vicki Baum, Pearl S. Buck, Francoise Sagan, etcetea überbleiben, aber wenn ich, was ich mir jetzt wieder vorgenommen habe, mir wirklich nur mehr das, was ich irgendwann lesen kann, aus den Schränken nehme und mit den Frühjahrsbestellungen vorsichtiger bin, kann ich vielleicht meine neue 2017 Liste bis zum doppelten 2017 Buchpreisbloggen, das ich  wieder machen will, mehr oder weniger durchgelesen haben und ich kenne mich ein bißchen aus im österreichischen oder deutschen Literaturbetrieb, ganz egal, ob meine Kritiker mir das jetzt glauben oder nicht.

Weshalb die Herren Seesterne tragen

“Weshalb die Herren Seesterne tragen, weiß man bisher noch nicht, ist unter dem Bild zu lesen”, beziehungsweise steht es auf Seite  hundertsiebenundsechzig von Anna Weidenholzer zweiten Roman, der es auf die Longlist des dBps schaffte, mein sechstes LL Buch das ich jetzt lese und das dritte von österreichischen Autoren, beziehungsweise, das das vierte der sechs Frauenbücher, die es auf diese Liste schafften.

Die Buchpreisblogger haben es schon sehr fleißig besprochen und nennen es ein schräges Buch mit dem sie mehr oder weniger viel anfangen können, aber ich liebe die Sprache der 1984 in Linz Geborenen, deren literarischen Karriere ich ja schon von Anfang an, bei den berühmten “Textvorstellungen” in der “Alten Schmiede”, bei diversen Literaturzeitschriften, beim “Platz des Hundes”, im “MUSA” bei der “Priessnitz-Preisverleihung” und und mitverfolgen konnte und ein Veto habe ich auch einmal für sie eingelegt, aber da war ich nicht allein und “Der Winter tut den Fischen gut” wurde auch schon für den Leipziger Buchpreis nominiert.

Man sieht, Anna Weidenholzer hat eine Vorliebe für außergewöhnliche, man kann wahrscheinlich auch schräge Titel, sagen und eine für das Rückwärtsschreiben, wie die “Fische” beweisen.

Hier geht es von Kilometer zu Kilimeter zurück, von der Glücksforschung zu Frau und Heim  und die Sprache ist eine Mischung zwischen Alltäglichkeiten und künstlicher Verschraubtheit und darin ist Anna Weidenholzer auch eine Meisterin.

Für die “Fische”, die den Rückwärtsgang, der arbeitslos gewordenen Maria Berenberger beschreibt, hat Anna Weidenholzer, glaube ich, beim AMS recherchiert, hier wird sie es bei den Meinungsforschungsinstituten getan haben, den Karl Hellmann, ein pensionierter Lehrer, wie irgenwo einmal angedeutet steht, ist Glücksforscher. Wahrscheinlich hat er sich, um seiner Pensionsschockdepression zu entgehen, selbst dazu gemacht, hat das aber auch mit seiner Frau Margit so abgesprochen und dann ist er mit Fragebögen, die ihm sein Sohn Helmut besorgt hat, losgezogen, um das Glück der Menschheit, das sogenannte “Bruttonationalglück” zu erforschen.

Dazu steigt er in einem seltsamen Hotel, in einem schneelosen Ort, kurz vor Weihnachten ab, Anna Weidenholzer hatte, glaube ich, mal ein Aufenthaltsstipendium in Kitzbühl, vielleicht hat sie da schon ihre Forschungen betrieben, als er ankommt, ist er der einzige Gast, später kommt noch ein Paar dazu. Die Wirtin ist auch sehr seltsam, nämlich geizig und unfreundlich, rät immer zum Sparen, Heizung abbrehen, die Badewanne nicht benützen und hat einen Hund, das kennt man vielleicht schon von der ersten Geschichtensammlung, die oft als Roman bezeichnet wurde.

Der heißt Annemarie, eine Gästin hat ihn zurückgelassen, Karl freundet sich mit ihm an und dann zieht er los, seine M und Fs zu befragen, denn Karl nimmt seinen Auftrag ernst und will keine persönliche Bezieung zu seinen Probanden.

So macht er natürlich auch einige seltsame, Anna Weidenholzers Spezialität, Begegnungen, trifft einen Fleischhauer, der eigentlich Kapitän sein möchte, einen Holzspezialisten, der besonderen Vögeln die Flügeln abhackt, trifft Frauen, die sich von ihm nicht erforschen lassen wollen und erzählt, das alles auf seiner Reise zurück zu Margit.

Von “vierhundertneunundsechzig Kilometer” bis  “Ein Kilometer”, wird das in Kapitel beschrieben, die Zwischenunterschriften tragen und wenn man nach der Handlung oder den tieferen Sinn fragt, den gibt es wahrscheinlich nicht, aber das Leben ist ja als solches vielleicht auch nicht sehr sinnvoll und widersrpüchlich und vielleicht, könnte ich vermuten oder mich dabei auch sehr irren, hat Anna Weidenholzer das Schreiben ihrer skurillen Metaphern großen Spaß gemacht.

Ein Roman im klassischen Sinn würde ich das hundertneunzig Seiten, inzwischen bei “Matthes & Seitz” dem letzten “Buchpreisgewinner-Verlag”, erschienene Buch nicht nennen und da es, wie bei “Amazon” schon zu lesen ist, nicht den gängigen Merkmalen des klassischen Romaes von denen ja einige noch auf der Liste stehen, entspricht, wird es wahrscheinlich nicht auf die Shortlist kommen,.

Aber was weiß man schon genau, wer meinen Blog verfolgt sieht, daß ich mich da schon öfter irrte und dem Witzel hätte ich den “Buchpreis” vor einem Jahr wahrscheinlich auch nicht zugetraut.

Ich mag Anna Weidenholzer und ihren schrägen Realismus, denn das Glück ist ein Vogerl, die in dem Buch ja auch vorkommen und die kleinen Leute dieses Lebens, die arbeitslos gewordene Maria in den “Fischen”, der pensionierte Lehrer bei den “Seesternen”, haben auch Hoffnungen und Wünsche und Anna Weidenholzer leiht ihnen gekonnt ihre skurrilen Ideem und das mit den “Seesternen” steht in einer Zeitung, die Karl bei einem Wirtshausbesuch entdeckt und ist wahrscheinlich schon im Jahre 1900 geschehen.

Die österreichische Debut- und Buchpreislonglist

Hurrah, sie ist da die lange Liste des österreichischen Buchpreises und einen Debutpreis haben wir trotz “Alpha”, der seine Liste jetzt auch schon bekannt gegeben hat auch und ich kann mich auch hier ans Lesen machen, beziehungsweise mein Longlistenlesen fortsetzen und erweitern und dabei nicht hoffentlich in zu großen Streß geraten, denn in meinen Badezimmer häufen sich ja schon die deutschen Longlistbücher, wo auch ein paar österreichische dabei sind, es aber nur eine einzige Überschneidung gibt und ausgerechnet die, liegt nicht dabei.

Daß es neben dem “Alpha” auch einen österreichischen Buchpreis gibt, das haben sich, glaube ich, die Autoren gewünscht, die schon mehr als drei Bücher haben und vielleicht nicht auf der deutschen Liste stehen.

Der “Hauptverband” hat zuerst  abgewinkt, dann hat es plötzlich doch einen “doppelten Buchpreis” gegeben, der genau, wie der deutsche bei der Frankfurter, bei der “Buch-Wien”, also ein Monat später verliehen werden wird.

Das bringt mich in Lesestreß, was aber nicht sehr viel macht, denn ich bin ja eine schnelle Leserin und so denke ich, daß ich im November mit allen fertig sein werde. Und jetzt mal sehen was überhaupt auf dieser Liste steht?

Bei der Deutschen, wo ich mir ja schon ein paar Wochen vorher meine Gedanken machte, was darauf stehen könnte und es  auch einige Blogs gab, die ihre Vorschläge veröffentlichten, bin ich ja komplett reingefallen, denn kaum eine Übereinstimmung, absolute Überraschung, wenn ich auch mit dem Ergebnis inzwischen sehr zufrieden bin.

Bei der österreichischen war es anders, da haben meine Prognosen so ziemlich zugetroffen und es gibt  nur ein paar Überraschungen und mir gänzlich unbekannte Bücher eigentlich überhaupt nicht.

Ich habe im Sommer, wenn ich das so sagen darf, durch Alfreds Altersteilzeit, aber ein intensives Buch- und Debutpreistraining genossen, in dem ich ziemlich regelmäßig zu den O-Tönen ging und einiges was ich da hörte, steht auch darauf.

Ich hätte mir ja und würde sie da auch für den Preis vorschlagen, die Friederike Mayröcker sehr gewünscht, dann habe ich wieder Glavinic, Köhlmeier, Gstrein gesagt und auch Sabine Gruber und, daß Anna Migutschs “Annäherung” daraufstehen könnte, darauf hat mich ja Günter Kaindlsdorfer in einer seiner literarischen Soireen gebracht.

Dann hätte ich persönlich mir noch Julya Rabinowichs “Krötenliebe” gewünscht und weilt der östBp kein reiner Romanpreis ist, habe ich auf Ann Cottens Versepos getippt.

Habe ich schon zehn Vorschläge? Nein, zwei fehlen noch, da hätte ich mir schon Andre Hellers “Süden” vorstellen können oder  Friederike Gössweiners “Traurige Freiheit”, weil ich das Buch im Harland ja über den Bett liegen habe. Oder ist das ein Fall für den Debutpreis? Ja, ich hätte eher daran gedacht und dann noch an Petra Piuks “Lucy fliegt  und natürlich auch an Katharina Winklers “Blauschmuck”, die auch auf der “Alpha Liste” steht und bei der ich mir vorstellen kann, daß sie den Debutpreis gewinnt.

Wieviel Treffer habe ich, werden meine Leser fragen? Sechs, Freunde, so unbedarft bin ich also  doch nicht, auch wenn ich ein paar Fall und Beistrichfehler mache und angeblich zu wenige Absätze setze.

Eine Überschneidung gibt es auch, Reihard Kaiser Mühlecker steht auf beiden Listen, und Gstrein und Glavinic sind nicht darauf gekommen un,d um jetzt nicht unverständlich zu werden,

Michael Köhlmeiers “Das Mädchen mit den Fingerhut” steht darauf.

Dann Kathrin Rögglas “Nachtsendung”

Peter Waterhouse “Die Auswandernden”

Daniela Emmingers “Gemischter Satz”

Sabine Grubers “Daldossi oder Das Leben des Augenblicks”

Peter Henisch “Suchbild mit Katze”

Anna Mitgutsch “Die Annäherung

Anne Cotten “Verbannt”

Friederike Mayröckers “fleurs”

und bei den Debutbüchern:

Sacha Batthyany “Und was hat das mit mir zu tun?”

Das ist bisher eher an mir vorbei gegangen, obwohl der Alfred ihn, glaube, ich in Leipzig fotografierte.

Dann Friederike Gösweiner und Katharina Winkler.

Eine schöne Mischung denke ich, die Verlage habe ich angefragt und werde, während ich darauf warte, ob der Reinhard  Kaiser Mühlecker doch noch zu mir kommt, mit dem Lesen des neuen Buchs der Anna Weidenholzer, die es nicht auf die Öst geschafft hat beginnen, Hans Platzgummers am Rand und Eva Schmidts “Ein langes Jahr habe ich schon gelesen” und nun zum deutschen, auch das österreichische Buchpreislesen dazunehmen und darüber bloggen.

Dazwischen werde ich mir auch die hundertfünfzig “Ohrenschmaus-Einreichungen”, die gestern gekommen sind, durchschauen, denn die “Ohrenschmaus-Preisverleihung” gibt es ja heuer im Rahmen der “Buch-Wien”, wo am Freitag auch eine Diskussion stattfindet, wo ich mehr oder weniger unbedarft mitdiskutieren darf.

Bezüglich des dBp gibt es ja die offiziellen und die inoffiziellen und dann noch einige andere Blogger, die mitlesen und über die Bücher berichten, in Österreich dürfte ich ziemlich alleine sein.

Ich habe zwar vor einigen Monaten den Hauptverband angeschrieben und ihm von meinen Vorhaben informiert, aber keine Rückmeldung bekommen.

Aber die Verlage habe ich jetzt angeschrieben. Mal sehen, was da an Rückmeldung kommt? Sonst werde ich auf jeden Fall, wenn ich wieder nach Harland komme, das Buch der Friederike Gösweiner holen und heute werde ich  zu zur Erstpräsentation von  Sandra Schöthals Satire über das Älterwerden “Shades of  Fifty – Wenn kein Hahn mehr nach dir kräht” zum “Thalia” auf die Mariahilferstraße gehen.

Mal sehen, ob ich da das österreichische Longlisten Probeheftchen bekomme, denn das kann ich ja auch versuchen extra zu besprechen, da ich da ja schon ein etwaiges Vorwissen habe, wird mir das vielleicht auch gelingen und zum Geburtstag kann ich mir, wenn mich jemand fragen sollte, die fehlenden Exemplare wünschen.

Also, lesen, lesen, Freunde und über eine Diskussion und einen Austausch bezüglich meines österreichischen und auch deutschen Buchpreisbloggen wäre ich sehr interessiert  und wenn wir schon bei den fehlenden aber angedachten Büchern sind. Karin Peschkas “FanniPold”, das auch nicht darauf steht, habe ich bei “Otto Müller” inzwischen auch angefragt.

Und die Shortlist, auf der dann fünf Bücher stehen wird, wird am elften Oktober bekanntgegeben. Mal sehen, was ich  dann schon gelesen habe und wieviel Aufmerksamkeit der österreichische Buchpreis bekommt?