Ein Tag wird kommen

Jetzt kommt das “Wagenbach-Quart- und Ö1-Buch des Monats, der 1988 in Rom geborenen Giulia Caminito “Ein Tag wird kommen”, die damit eine italienische Familiengeschichte und die Geschichte ihres Urgroßvaters des Anarchisten Nicola Ugolini geschrieben hat und das von Ö1 und anderen Rezensenten sehr gelobt wird, Anna Jeller hat es auch in ihrem Schaufenster und das mit den texten des Neoverismo wie Pavese, Silone oder Moravia verglichen wird.

Ich muß gestehen, ich habe mich mit dem Lesen etwas schwer getan und denke, daß die zweiunddreißigjährige sicher eine eigene manchmal etwas pathetische Sprache hat, die von der 1952 in Linz geborenen Barbara Kleiner ins Deutsche übersetzt wurde.

Schwierig ist es auch, daß die Geschichte des Dorfes Serra de Conti in den Marken und der Bäckerfamilie Ceresa nicht chronologisch erzählt wird.

Es geht jedenfalls um den Anfang des vorigen Jahrhunderts bis hin zum ersten Weltkrieg, die spanische Grippe komme vor und wird von den Rezensenten als bezug zur Gegenwart und dem Corona-Virus auch lobend erwähnt.

Es geht um zwei Brüder Lupo und Nicola, die eigentlich keine richtigen Brüder sind, aber das ist ein Geheimnis, das sich erst nach und nach entschlüßelt und es geht auch um ein Kloster, das eine aus dem Sudan entführte schwarze Nonne zur Äbtisstin hat, die, wie Giulia Caminito, in ihrem Nachwort erzählt, es genau, wie den anarchistischen Urgroßvater wirklich gegeben hat.

Die beiden Brüder sind sehr verscheiden, der kleine Nicola schwach und ungeschickt und scheint eigentlich nur für den Beruf des Priesters geeignet. Eine Parallele, die man mit den “Halbbart” ziehen kann, obwohl dieses Buch ja in der Schweiz und im vierzehnten Jahrhundert spielt.

Der Bruder Lupo, der Anarchist, beschützt ihn, hält ihn auch von der Arbeit ab und als der erste Weltkrieg kommt und Lupo in den Krieg ziehen soll, zwingt er den Bruder ihn ins Bein zu schießen, damit er nicht eingezogen wird.

Es gibt auch einen Cane genannten zahmen Wolf, der unter dem Bett der Brüder lebt, der wird von einer Schlange gebissen und als Lupo ihn begräbt und danach zurückkommt, ist Nicola verschwunden, er wurde in den Krieg geschickt und, als er zurückkommt, ist er ein Mann und die Brüder wandern dann nach Amerika aus.

Es gibt aber noch den Priester Don Agostino und die Schwester namens Nella, die von ihm, wieder eine Parallele zum “Halbbart” von ihm vergewaltigt wird. Sie geht dann ins Kloster zu Suor Klara, wird später selber Äbtisstin, vorher wird der Mutter Violante, die ein totes Kind zur Welt bringt, aber Nellas Sohn Lupo unterschoben, man sieht Giulia Caminito erzählt ihre Familengeschichte höchst dramatisch und die rote Woche die “Sentimana Rosso” gibt es auch, den Aufstieg Mussolinis und den Faschismus, der dann auf die harte Zeit nach dem ersten Weltkrieg folgt.

Am Cover des Buches ist ein Wolf zu sehen und es ist sicher interessant diese italienische Familiengeschichte, die, wie in der Beschreibung steht, von “Schuld, Anarchie und Wiederstand” handelt, zu lesen und Caminitos schöne Sprache “einfach, stark, vollkommen” wird dabei auch sehr gelobt.

Zurück in Wien

Der September hat angefangen und pünktlich mit dem Herbstbeginn, wie es jetzt ja überall heißt, hat auch das Wetter angefangen kalt zu werden und zu regnen und das Herbstprogramm, obwohl ja noch eine Ferienwoche beginnt oder beginnt nicht wirklich, weil man ja, wie schon geschrieben zu den meisten Veranstaltungen Indoor nicht ohne Maske gehen kann.

Die Programme kommen aber und die Bücher, die der deutschen Buchliste, die österreichische wird ja übermorgen bekanntgegeben und mir kommt vor bei mir verlangsamtsich derzeit alles.

Ich höre vie Oe24 TV, interessiere ich mich ja sehr für die Corona-Krise und die zweite Welle, die ja kommen soll oder schon da ist und sich wenn es kalt wird und alles Indoor sein wird lustig mit den Grippenviren vermischen wird.

Was den Politikern Angst macht, so werden Verschärfungen angedroht und eine Ampel eingesetzt, die uns sagen soll, wie die Lage istß

Wo schon rot, wo man dann zu Hause bleiben soll und dafür wurde, glaube ich, ein neues Epidemiegesetz beschlossen oder geplant, daß man das leichter und verfassungskonformer umsetzen kann und am Samstag gab es in Berlin eine große Demo.

Die wurde zwar am Mittwoch verboten, dann doch wieder erlaubt und geht es nach den Medien waren dort lauter Coronaleugner, Impfgegner, Rechte und Leute, die die Reichsratgebäude stürmen wollten und das war ja etwas, was mich ein bißchen störte, als ich im Mai auf ein paar solcher Demonstrationen war, daß mir dort die Buberln vom Martin Sellner, ein Flugblatt in die Hand drückten und die Urheber des “Stopp den Corona- Wahnsinn” die FPÖ ist und dort kann man doch nicht unterschreiben, so habe ich es auch nicht.

Auf eine diesbezügliche Demo würde ich aber gerne wieder gehen und habe am Mittwoch im Internet und sogar auf dem Ballhausplatz nach einer gesucht.

Es war dann zeitgleich mit der in Berlin eine in Wien, ich aber zu dieser Zeit in harland, wenn aber nächsten Samstag wieder eine wäre, könnte ich hingehen, gibt es da ja kein Volksstimmefest und kein “Linkes Wort”, was für mich ja immer der Anfang des Herbstbeginnes war und ein bißchen finde ich es schon seltsam, daß sich plötzlich nur die Rechten gegen die Einschränkung der Freiheitsrechte einsetzen und besorgt über Gesetzesänderungen, die diese einschränken sind, während man von den Linken und den Grünen diesbezüglich nicht viel hört, obwohl die Leute, die ich kenne, ja eigentlich meiner Meinung sind, daß man mit diesem Virus auch anders umgehen könnte und vieles eigentlich sehr widersprüchig ist.

Der Sommer ist zu Ende oder fast und es war eigentlich ein schöner und obwohl wir nicht im Ausland waren, wir wollten im Juni in Deutschland den Rhein oder Main mit dem dem Rad hinunterfahren, ist viel losgewesen, viele Veranstaltungen im Juli im Cafe Prückl, ein paarmal O-Töne, ein paarmal Weinhaus Sittl. Da kommen dann die Leute hin, die sich nicht vor einer Ansteckung fürchten.

Ich war in Strobl, im Künstlerdorf im Burgenland, in Mariazell, etcetera und ich habe viel geschrieben und habe jetzt zwischen meinen Stunden vor das “Notizbuch” zu korrigeren. Das hat jetzt zwei oder dreiundachtzig Seiten, ist noch nicht so ganz flüssig, aber eigentlich wieder gut geworden und, wie es dann mit meinen Corona-Texten weitergeht ist noch nicht so klar, weil ich noch nicht weiß, wie lange ich mit den Korrrigieren brauchen werde.

Wenn ich bis Ende Oktober damit fertig bin, könnte ich die dritte Corona- Geschichte während des “Nanowrimos” schreiben. Da wüßte ich aber nicht worüber, aber auf jeden Fall entlang der wirklichkeit entlang und wenn ich da wieder eine Maskengegnerin als Protagonistin nehme, müßte sich schon was ergeben und Zeit werde ich im November wahrscheinlich haben, weil ja keine “Buch Wien” und andere Veranstaltungen aber auf jeden Fall ein straffes Leseprogramm, da habe ich ja nachdem ich jetzt endlich mit dem “Halbbart” fertiggeworden bin, geschrieben, daß ich da ja einige Lesemarathons einlegen möchte, um meine Buchpreislisten und andere Neuerscheinungen zu schaffen und da gibt es sicher interessante Bücher, die man auch lesen kann.

Man muß nicht unbedingt zu Veranstaltungen gehen, obwohl das Drumherum versäumt man dann, man sieht manche Kollegen, Autoren, Besucher nicht. Aber gut sehr leide ich nicht darunter muß ich sagen, sondern nehme es eher als Veränderung hin.

“Das Fräulein No” ist durchgesehen und jetzt in der Druckerei. Nächste Woche sollen die Bücher kommen hurrah, hurrah, das “Frühlingserwachen” ist beim Alfred und der kommt jetzt, obwohl oder weil jetzt in Pension nicht wirklich damit weiter.

Ein neues Rad hat er mir gestern in Harland auch gekauft, obwohl ich ja zwei andere habe, das in Harland aber schon ein bißchen am Kaputtwerden ist.

Mit dem bin ich dann, nachdem ich es von St. Pölten nach Harland zurückgefahren hatte, gleich mit der Anna und der Lia weiter bis zur Radlerschänke in Ochsenburg geradelt, obwohl die am Montag Ruhetag haben, aber die L,ia hat einen Fahrradanhänger, so ein Waggerl bekommen und damit wurde sie gleich ausgefahren und ich warte ja schon ungeduldig, daß sie zu Laufen anfängt.

Damit läßt sie sich, obwohl schon vierzehn einhalb Monate noch Zeit und vielleicht tut sie es schon, wenn ich das nächste Mal nach Harland komme, das wird ja wahrscheinlich erst in zwei Wochen sein.

Bis dahin lesen habe ich mir vorgenommen und festgestellt, daß bei mir derzeit alles etwas verzögert ist und ich durch die Maßnahmen im Herbst wahrscheinlich mehr Zeit habe, denn die “Ohrenschmaus-Texte”, die um diese Zeit meistens kamen, kommen diesmal auch erst später, weil der Preis auf das nächste Jahr verschoben wurde, macht ja nichts, vielleicht kann ich dann eine Laudatio halten, denn mit Maske würde ich, das habe ich schon geschrieben, nicht hingehen.

Also auf in den Herbst oder Restsommer. Die Ruth hat heute angerufen und gefragt, ob wir mit ihr am Samstag auf den Rathausplatz gehen wollen?

Sie hätte dort reserviert und wenn sie, die Restplätze bekommt, eine Viererloge und es wäre Corona bedingt trotzdem schön, also auch interessant und alles anders und das ist ja wahrscheinlich die Chance in der Krise, zu sehen, was da rundherum alles passiert und, wie das jetzt, wenn man Montag die Schule beginnt mit der zweiten oder dritten Welle weitergehen wird?