Sunset

Jetzt kommt das nächste Leseexemplar aus dem offenen Bücherschrank:“Liebe Buchhändler nicht zu besprechen vor dem 1.3.2011”, da scheine ich wirklich einen Glückstag gehabt zu haben, denn die damals gefundenen Bücher, die ich jetzt nach und nach alle lese, waren sehr interessant und das ist es auch, was da so alles 2011 erschienen beziehungsweise geschrieben wurde, Bücher an die ich sonst wahrscheinlich nicht gekommen wäre und interessant ist auch der zeitliche oder inhaltliche Zusammenhang.

Nämlich das dritte Buch das in den Fünfzigerjahren handelt und auch das dritte, wenn auch in anderen Exemplaren, das von berühmten Dichtern, berziehungsweise Künstlern handelt, die das dritte Reich nach Amerika brachte,  beziehungsweise von dort schon wieder zurückgekommen waren.

Vermutlich stammt Hans Pleschinskis “Königsallee” ein Buch über Thomas Mann auch vom selben Buchhändler oder vom gleichen Bücherschub, Michael Köhlmeiers “Zwei Herren am Strand” ist wahrscheinlich auch ein Leseexemplar, aber das stand erst 2014 auf der LL und interessant ist auch, daß sich die Verlage offenbar alle Romane über bekannte <persönlichkeiten bestellen oder sich die Schriftsteller solche aussuchen.

Nun denn, ich lüfte das Geheimnis, der neuerliche Fund heißt “Sunset” und ist von dem 1951 in Oldenburg geborenen Klaus Modick, dessen Namen ich seit einigen Jahren kenne und mir auch einmal dachte, er würde mit “Konzert ohne Dichter” auf LL kommen.

Ist er nicht, er hat aber auch “Klack” geschrieben und das habe ich  ebenso gefunden und “Klick”, ein Buch von einem anderen Autor, habe ich im Frühjahr gelesen und leicht legasthen, wie ich zu sein scheine, die beiden Bücher auch miteinander verwechselt, oder gedacht “Klack” wäre noch heuer zum Lesen dran, ist es aber nicht und “Sunset” spielt in LA , am gleinamigen Boulevard, wo sich während des dritten Reiches ja viele Dichter hinflüchteten und da lebt jetzt im Jahr 1956 mit seiner Frau Marta, der berühmte Schriftsteller Lion Feuchtwander, ist  da 1884 geboren schon ein alter Herr und allein zu Haus, denn seine Frau ist in San Diego um etwas wegen der Einbürgerung zu erledinge, die Sekretärin Hilde in New York und er macht zu Beginn  am Morgen, das Buch spielt an einem Tag, Liegestütze, worauf ihm alles wehtut. Es läutet aber an der Tür, ist es wieder die Einwanderungsbehörde mit ihren unbequemen Fragen, bezüglich Kommunismus?

Nein, es ist der Postbote mit einem Telegramm vom DDR-Kulturminister Johannes R.Becher und der teilt ihm mit B. B. oder Bertolt Brecht ist in Ostberin gestorben und lädt ihn zum schon am nächsten Tag stattfindenden Staatsakt ein.

Das wird sehr schön und umständlich geschildert, Feuchtwanger hat nämlich nur eine Turnhose an und daher kein Trinkgeld in der Tasche, so muß er ins Haus hecheln, in der Brieftasche sind aber nur Scheine. Soll er nocheinmal zurück, nein und, um auch nicht als geizig zu gelten, hält er dem Boten einen Dollarschein hin, der bedankt sich übereifrig und wünscht noch einen schönen Tag!

Der soll es dann nicht werden, oder doch, denn die Mitteilung des Todes, des Freundes der viel jünger war, regt den Dichter zum Nachdenken über sein Leben an, beziehungsweise Klaus Modick, der auch eine Dissertation über Lion Feuchtwanger schrieb, hat den entsprechenden Rahmen gefunden, in zwölf Kapiteln über das Leben der beiden Dichter und ihre Beziehung zu schreiben.

Nun habe ich von B.B. schon nach meiner Matura, beziehungsweise noch in der Schule ein paar Theaterstücke gelesen und Feuchtwangers wahrscheinlich bei “Aufbau” erschienene Bücher, lagen schon vor längerer Zeit in den Bücherkisten, so habe ich einige gekauft und gelesen, darunter auch sein “Moskau 1937”, wohin er von Stalin  eingeladen wird und den Staat überschwänglich lobte, was ihn dann viel Ärger und vor allem auch unangenehme Verhöre durch die McCarthy Behörde einbrachte.

Brecht hat er aber nach dem ersten Weltkrieg kennengelernt, da hat der an seiner Tür geläutet, ihm eines seiner Theaterstücke hingehalten und Feuchtwanger hat sein Talent aber auch sein großes Selbstbewußtsein erkannt.

Von Kapitel zu Kapitel tauchen wir in das Leben der beiden Dichter, aber auch in die damalige Zeit ein, erfahren, daß Brecht ein großer Frauenheld war und viele uneheliche Kinder hatte. Er war aber auch sehr offen und ehrlich, so hat er die McCarthy Behörde nicht angelogen, hatte da aber schon das Rückflugticket in der Tasche und ist ja wie ,bereits erwähnt, in Ostberlin gestorben, obwohl er viel jünger als Lion Feuchtwanger war.

Der biografische Roman ist, ich wiederhole es, durchaus raffiniert aufgebaut, denn während Feuchtwanger denkt und denkt und auch noch einen Brief von Arnold Zweig bekommt und versucht ein Beileidschreiben an Brechts Frau Helli, beziehungsweise Helene Weigel zu verfassen, geht der Tag dahin und Marta Feuchtwanger hat ihrem Lion genau aufgeschrieben, was und wann er essen soll.

Zum Frühstück Obstsalat und Orangensaft, zu Mittag soll er sich das Gulasch mit Sauerkrau und Knödel aufwärmen, das der geborene Münchner gerne ißt, und das Marta im “Bavarian Deli” in der Nähe einzukaufen pflegt. Er läßt es anbrennen, so gibt es wieder nur Obstsalat zu Mittag. Deshalb beschließt er am Abend den Speiseplan zu mißachten und in ein Fischlokal zu gehen und die Katzen und die Schildkröten füttern, muß er zwischendurch auch.

So geht es durch das Leben. Feuchtwanger hat noch den “Jud Süß” geschrieben, mit dem er berühmt geworden ist, den die Nazis aber sehr mißbrauchten und schreibt gerade an seinem letzten Buch.

Denn er ist bald danach, nämlich im Dezember 1958 an Magenkrebs gestorben, wie in der angefügten “Note” steht.

Einen Tag später hat seine Frau erfahren, daß dem Einbürgerungsansuchen stattgegeben wurde. Sie wurde da von der Behörde noch einmal gefragt, ob sie Kommunistin wäre, was sie bejahte und trotzdem eingebürgert wurde.

So ist viel später, nämlich erst im Oktober 1987 gestorben und wurde neben ihrem Mann beigesetzt.

Ja und mit den oben erwähnten Persönlichkeiten, wie Charly Chaplin und Thomas Mann waren die Feutwangers auch bekannt. Ebenso kommen die Werfels und andere Persönlichkeiten in dem Buch vor, die nach Amerika emigrieren mußten und mit  den Feuchwangers befreundet waren.

Der kurze Schlaf

Mein erster Roman des 1964 in New York geborenen Jonathan Lethem, ein Fund aus dem Bücherschrank, zu dem mich wohl der Name inspiriert hat, der Autor war auch einmal im Literaturhaus während eines “Erich Frieds Symposium”, da hatte ich aber, glaube ich, gerade mein Geburtstagsfest, so daß ich jetzt erst mit Buch und Autor Bekanntschaft machte und etwas überrascht in die Mischung aus SF und Kriminalroman hineingetaucht bin, an die ich mich erst gewöhnen mußte, die mir dann aber,  sehr gefallen hat.

Die “Amazon-Krtiken”, sagen etwas anderes, die halten die Mischung zum Teil für mißlungen und wenn man ein Schreibseminar bucht, lernt man, glaube ich, als Erstes, daß man niemals die Genres mischen darf und dann vielleicht ein bißchen später, daß man es darf, wenn man es kann.

Ich denke Jonathan Lethem versteht es und am Buchrücken hat die “Welt” geschrieben: “In seiner Hexenküche schmeißt Jonathan Lethem gern gleich ein halbes Dutzend Genres in den Schnellkochtopf, rührt gut durch und pfeffert mit Humor” und die “Boston Review” schreibt: “Diese Buch ist eine Mischung aus Raymon Chandler und Philph K. Dick mit extrem hoher Oktanzahl.”

Nun habe ich, glaube ich, auch von Raymond Chandler noch nicht viel gelesen, aber nachgegooglet, daß es da einen Roman mit Namen “Der große Schlaf” gibt und vor Jahren habe ich einmal einen Agatha Christie Krimi gelesen, wo ein Paar ein Detektivbüro aufmachte, dann auf den ersten Klienten wartete und dem  vortäuschte es wäre sehr beschäftigt.

So ähnlich beginnt es auch hier, beziehungsweise hatte ich den Typ des harten Detektiven, der raucht, trinkt, politisch unkorrekt ist, mit allen Schwierigkeiten kämpft, aber dann doch den Fall brillant auflöst, vor Augen, vermutlich habe ich in den sechziger Jahren solche Krimis gelesen oder im Fernsehen gesehen, ob sie von Raymond Chandlar waren, weiß ich nicht mehr.

Hier ist es so, nur mit dem Unterschied, daß das Ganze in der Zukunft spielt, in einem LA wo Tiere und Babies dank einer “Evolution” gleich erwachsen sind, beziehungsweise aufrecht gehen und Kleider tragen, in einer Welt, wo alle Drogen nehmen, um zu vergessen oder sich aufzuputschen, wo das Fragenstellen verboten ist oder nur den Inquisitoren erlaubt und Conrad Metcalf, der Protagonistist, ein ehemaliger Inquisitor, aber irgendwie ausgestiegen, so hat er eine Lizenz, als Privatinquisitor oder Detektiv, wie das wohl heißt und seine Karmakarte ist ziemlich weit unten, ist sie dann ganz gegen Null, kommt man in den Tieffrierer und wird, wenn man Pech oder Glück hat, als Sklave wieder aufgetaut. So weit, so gut und nicht ganz so leicht verständlich.

Conrad Metcalf, der auch noch, Detail am Rande, was eigentlich nicht wirklich eine Rolle spielt, Probleme mit seiner Sexualität hat, sitzt also in seinem Büro, wo er sich das Wartezimmer mit einem Zahnarzt teilt und draußen laufen Psychologiestudenten herum und wollen einem ein Kapitel aus Freuds “Unbehagen an der Kultur” vorlesen, was wohl die satirische Note ist, erhält den Besuch eines Klienten, den es noch schlechter als ihm geht, seine Karmakarte ist auf Null, denn er wird eines Mordes verdächtigt und Metcalf ist nun seine letzte Chance ihn vorm Einfrieren zu retten.

Der tut was er kann, hat aber überall Schwiergikeiten, die Inquisitoren sind ihm auf der Spur und dann auch noch ein Känguruh mit einer Knarre, überall bekommt er die Faust in den Magen, aber das läßt ihn nicht beirren, er untersucht und untersucht und bekommt auch einiges heraus.

Zuerst geht er in die Praxis des ermordeten Arztes, spricht mit dessen Nachfolger beziehungsweise Vorgänger und kommt nach einigen weiteren Verwirrungen im Inquistorenbüro in Kontakt mit einer schönen Inqustorin namens Catherine Teleprompter, in die er sich, noch ein Genrewechsel verliebt, was ungefähr auf Seite zweihundertfünfzig und weiteren Verwicklungen, Metcalf hat den Fall, der wahrscheinlich zu kompliziert ist, ihn nachzuerzählen und man soll auch nicht spolern, inzwischen ziemlich aufgeklärt, dazuführt, daß sie, während sie ihn bewachsen soll, in seinem Bett landet und er hat mit ihr auch seinen Sex wiedergefunden, dann geht die Türe auf und herein kommt ein anderer Inquisitor und führt ihn ab in die Tiefkühltruhe, wo er sechs Jahre später wieder aufwacht.

Die Lage hat sich inzwischen noch verschlechtert, es gibt nur mehr Einheitsdrogen und die Menschen haben ihr Gedächtnis verloren, was ihn aber nicht daran hindert, den Fall zu Ende zu führen.

Die schöne Catherine ist inzwischen im Büro aufgestiegen, er geht zu ihr und sie verspricht zu tun, was sie kann, das heißt , der unschuldige Klient kommt aus der Tiefkühltruhe und der Mafiaboss, der Drahtzieher des Ganzen vor sechs Jahren, sitzt inzwischen senil im Alterheim, das Kängaruh hat seine Rolle übernommen, also muß Metcalf es beseitigen, dann geht er ins Büro, stellt sich und bevor er für immer eingefroren wird, das Leben ist wahrscheinlich, so wie es jetzt ist, ziemlich sinnlos und es gibt auch keine Privatinquisitoren mehr, er hat kein Geld und keine Wohnung, bekommt er von einem freundlichen Wärter noch einmal eine individuell gemischte Dosis Stoff und dann geht es ab ins Vergessen und ich fand es, im Gegenteil zu dem oben zitierten “Amazon-Rezensenten”, durchaus spannend, da eine klassische Ermittlergeschichte im SF-Gewand zu lesen, obwohl das letztere eigentlich nicht mein Genre ist und ich für Hardcore Krimis auch nicht viel überhabe, würde aber das satrisiche Element darin sehen und so habe ich das Ganze vielleicht sogar Interessanter gefunden, als Amaryllis Sommerer psychosoziale Psychothriller, die ich vorher gelesen habe.

Der Edelsteingarten

Ein rot goldenes orientalisches Gewand, kein Kopf, aber zwei Arme, der eine von dem Stoff bedeckt der andere halbfrei, ziert das Cover von Susanne Ayoubs, 2016 bei “Langenmüller” erschienenen Roman oder ist es ein Memoir, beziehungsweise ein Personal Essay, denn die irakische Politik, der Fünfzigerjahre spielt da neben der Familiengeschichte, “inspiriert nach dem Schicksal ihrer Eltern” steht am Büchrücken, den ich beim Bücherquiz der letzten “Buch Wien” gewonnen habe.

Und die 1956 in Bagdad geborene Sussanne Ayoub kenne ich schon lange und habe sie, glaube ich, in den Neunzigerjahren in der Szene Margareten kennengelernt, dann ist sie mit dem nach einem echten Kriminalfall geschriebenen Roman “Engelsgift” bekannt geworden, hat noch ein paar Kriminalromane geschrieben, bevor sie sich nach dem Irakkrieg mit Bagdad und dem Schicksal ihrer Eltern beschäftigt hat.

Ein Film ist daraus entstanden und jetzt der Roman,  aus beiden habe ich schon Lesungen gehört und das Buch beginnt mit einer Schilderung der Revolution, da wird  der Präsident der einst den König stürzte, selbst ermordet und seine Hinrichtung öffentlich im Fensehen gezeigt und der trägt denselben Namen wieYounis Lauras Ehemann, obwohl er nicht mit ihm verwandt ist.

Dann geht es nach Wien zurück zum Weihnachtsabend 1955, wo die fünfundzwanzigjährige Laura unglücklich ist. Sie hat sich für das Fest ein schönes Kleid schneidern lassen, die Eltern aber streiten und der noch nicht so lange beendete Krieg hat auch seine Traumen hinterlassen.

Da kommt Stepha,n der Vater, der in einem Hotel als Portier arbeitet mit drei Gästen zurück. Drei Brüder aus dem Irak, die sonst nicht wüßten, wie sie das Fest verbringen könnten und Laura verliebt sich in Younis, folgt ihm sehr schnell nach Bagdad, denn 1956 wird dort schon die Tochter Jenny geboren, obwohl das Land mit seinen vielen Revolutionen und Umstürzen sehr fremd ist und der Ehemann, vordergründig ein Kosmopolit, der sich nach Amerika sehnt, ist das auch, denn er spricht nicht sehr viel, liebt Laura zwar, verlangt von ihr aber Anpassung an die Sitten, weil er sich sonst in seiner Ehre gekränkt fühlt. So darf sie nicht alleine aus dem Haus, nicht mit Männern sprechen, aber auch nicht ihre Freundinnen treffen, deutsche oder englische Frauen, die mit Irakern verheiratet sind und sich in der Fremde im englischen Club treffen.

Er ist aber scbon jverheiratet und hat das Laura nicht gesagt, geht als er krank ist zu einer Heilerin statt zum amerikanischen Arzt und vor allem spricht er mit Laula nicht über Politik, obwohl er sich des Nachts mit seinen Brüdern und Freunden zu Verschwörungen am Dach trifft und da auch sehr viel trinkt.

Aber Laura hat auch ihre Geheimnis, so läßt sie sich nach der Geburt eine Spirale einsetzen, obwohl younis, was er auch für seine Ehre braucht unbedingt, einen Spohn von ihr will. Sie geht auch in den Club, flirtet dort mit den englischen Gästen und fliegt  nach einigen Jahren, obwohl sie Bagdad und vielleicht sogar Younis sehr liebt, nach Wien auf Besuch, kommt aber  zurück, doch das Ehepaar entfremdet sich immer mehr.

Eine junge Verwandte taucht auf und Lauras Schneiderin gibt ihr die Adresse eines Kurden, an den sie sich wenden kann, wenn sie in Not ist.

Es kommt noch einmal zu einer Revolution, in die Yonnis verwickelt ist, der sich inzwischen mit der jungen Verwandten verheiratet hat und Laura mit Jenny in eine andere Wohnung schickt.

So fliegt sie mit der sechjährigen Jenny nach Wien, beginnt in einem Büro zu arbeiten, wohnt in Mariahilf in einer Zimmer – Küche Wohnung und vier Jahre später bekommt sie ein Telegramm, Yonnis kommt, der inzwischen drei Kinder hat, die er aber mit seiner Frau zurückgelassen hat, mit einem Koffer voll Geld nach Wien und will mit Laura ein neues Leben anfangen. Was aber nicht gelingt, denn er ist ja in die neuerliche Revolution verwickelt, so erzählt die weinende Jenny, die sich am Klo versteckt hat, der nach Hause kommenden Laura von den Männern, die den Baba geschlagen und abgeholt haben und in der Zeitung liest man  von dem Unfall bei dem er ums Leben gekommen ist.

Eine bitter süße Liebesgeschichte, die von den Schönheiten und auch den Grausamkeiten, die es in Bagdad gegeben hat erzählt.

Die Feinde der Revolution wurden viergeteilt, an Autos festgebunden, aufgehängt, es gab aber auch die süßesten Datteln, den schönsten Soff, den kostbarsten Schmuck und jetzt ist überhaupt wieder alles anders und die Politik und die Revolutionen haben sich gewendet und das Land ist vielleicht nicht mehr so schön und kostbar, wie es einmal war.

Daher ist es bestimmt interessant mit Susanne Ayoub, die inzwischen Kontakt mit dem im Irak lebenden Teil ihrer Familie aufgenommen hat, in das Bagdad der Fünfziger- und Sechzigerjahre einzutauchen und vielleicht mit dem zu vergleichen, was man heute von der Stadt und der Politik hört und weiß.

Bei “Amazon” kann man Kritiken lesen, die sich darüber beklagen, daß man sowohl über die Liebesgeschichte, als auch über die Politik in den Buch nicht  viel erfährtund das stimmt ein bißchen.

Younis antworet Laura ja nicht auf ihre Fragen und erklärt ihr auch nicht recht, warum es an seiner Ehre rührt, wenn sie mit einem Stoffhändler spricht oder ihre Freundin Annemarie zu sich eindlädt.

Ich denke aber, so kann es Laura oder Susanne Ayoubs Mutter vielleicht wirklich ergangen sein, als sie jung und unerfahren mit ihren Kriegserfahrungen nach Bagdad gekommen ist, dort über den Reichtum aber auch über die Sitten staunte und weil ihr niemand auf ihre Fragen antwortete, wohl auch ihre Zeit brauchte, um alles zu begreifen und sich an das fremde unruhige Land zu gewöhnen, beziehungsweise herauszufinden, was sie wirklich will.

Selmas Zeichen

Weiter geht es mit Amaryllis Sommerers Psychothriller oder eigentlich zurück, zu ihrem 2008 erschienenen Debut mit dem sie für den “Glauser” nominiert war und irgendwo habe ich gelesen, die Autorin hätte ihren eigenen unverwechselbaren Stil.

Stimmt denn ein Krimi ist das Psychogramm einer krankhaften Leidenschaft oder die Schilderung einer Stalker Beziehung eigentlich nicht.

Mehr ein Psychogramm einer außerordentlichen Seelenlandschaft aber da erscheint mir einiges zu lang und auch nicht glaubhaft und Krimi hätte es werden können, wenn die Frau ihren Stalker, nachdem die Polizei und auch die Frauenberatung sie in Stich läßt, nicht mehr aushält und zum Messer oder zur Pistole greift aber so ist es ein eher langatmiger Wahnsinnstrip geworden.

Der durchaus spannend begann, diesmal hat mir die erste Hälfte gefallen, während ich den Rest gekürzt oder weggelassen hätte.

Da ist also Selma, eine Ärztin Ende Dreißig und die zieht in ihre erste Praxis ein. Alles happy also, eine Traumwohnung, Freund gibt es auch und eine Sprechstundenhilfe mit der sie nach dem ersten Arbeitstag eine Flasche Sekt leert, aber der Hausbesitzerenkel, agiert ein wenig seltsam.

Denn erst spielt er Basketball, dann legt er Selma in der er seine Liebe und ihre Zeichen erkennt, das Buch ist immer in abwechselnden Perspektiven  geschrieben, Blumen vor die Tür, besteigt auch ihr Auto und Selma will Martin, ihrem Freund davon erzählen, als er ihr Unterwänsche statt der Blumen bringt. Der nimmt sie nicht ernst, später spricht sie mit dem Täter, verbittet sich die Geschenke, geht zur Polizei, als an ihrer Tür ein Spruch gesprayt wird. Aber als die endlich doch den Fall aufnimmt, ist die Schrift weg und Freund Martin geht ins Ausland und läßt sie allein. Die “himmelblaue” Beraterin von der Frauenstelle, gibt zwar Tips, weigert sich aber mit Selma den Täter aufzuzusuchen.”

Bis dahin war es zwar kein Krimi, aber außerst spannend, das heißt doch vielleicht einer, denn das Ganze ist nicht chronologisch erzählt, sondern beginnt in einem Eissalon, als Selma schon gebrochen ist, und Krimi Elemente gibt es auch, so hat der Täter offenbar auch die Vormitterinnen ermordet und  den Großvater umgebracht. Ins Bordell geht er auch, also weg von dem Psychogramm, das ich durchaus dicht und spannend fand und dann überschlägt es sich leider und wo waren da die glättenden und streichenden Lektoren, von denen man doch sonst immer soviel hört?

Martin kommt zurück, Selma geht mit einer Freundin auf eine Reise, die Beraterin rät Martin soll zu Selma ziehen, damit sie einen Zeugen hat. Der Täter versucht sich dann umzubringen, kommt in die Klinik und Selma verffällt nach und nach. Verliert ihre Praxis, fängt zu trinken kann, verfolgt dann den Täter und am Schluß will der nichts mehr von ihr und sie landet in einem Krankenhaus.

Das Thema Stalking ist, glaube ich, durchaus ein  interessantes. Auch wenn ich nicht glaube, daß jeder Täter gleich ein Wahnsinniger ist und hier manches vielleicht auch übertrieben geschildert wird. Im Leben, wie in dem Buch und die hoffnungslose Idealstin in mir würde auch hier raten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzten, mit dem Stalker zu reden, dann braucht man nicht wahnsinnig werden und das ganze nimmt vielleicht doch ein gutes Ende.

So habe ich mich beim Lesen mit dem zweiten Teil sehr gequält und habe jetz noch “Ulrich und seine Täte” auf meiner Leseliste und bin gespannt, was da auf mich zukommen wird.Aber da wird es noch eine Weile dauern, bis ich zum Lesen komme, denn allmählich trudeln ja erst die Herbstneuerscheinungen ein.

Keine Wunde nichts

Was ist ein Psychothriller?

“Wikipedia” definiert da etwas von sich überschneidenden Mystery- und Krimielementen und nennt als Beispiele Alfred Hitchcock, Ken Follet, Dan Brown und Eric Ambler, aber Psycho heißt auch Seele und Mara Muthspiel, die Protogonistin in Amaryllis Sommerers 2010 bei “Milena” erschienenen Psychothriller “Keine Wunde nichts” hat einmal Psychologie studiert.

Inzwischen ist sie Fernsehredakteurin, das heißt, sie sitzt mit einem Typen namens Feichtinger in einem Kammerl und schneidet aus Filmen Gewaltszenen heraus, damit die unbeaufsichtigten Kinder, die sich das ansehen, keinen Schaden erleiden.

Die Arbeit  überfordert sie  und so raucht ihr, als sie in der Nacht, in die Kettenbrückengasse, wo sie wohnt, zurückkommt, der Kopf und sie sieht überall Leichen.

Das heißt, sie glaubt, Resi Sternberg, die trinkende Kellnerin aus dem Hinterhaus  mit den Zöpfen und den Rehaugen, bei der Mülltonne liegen zu sehen und geht in ihre Wohnung.

Das schlechte Gewissen treibt sie zurück und sie findet eine tote  vierzehnjährige Drogensüchtige, die, wie sich später herausstellt, erschlagen worden ist.

Das führt nun zu Komplikationen, die wahrscheinlich nichts mit einem herkömmlichen Psychothriller zu tun haben, aber vielleicht hat Amaryllis Sommerer, die auch Drehbuchautorin ist, mit ihrem zweiten “Milena-Krimi” eine Satire schreiben wollen?

Es passiert also viel in Maras Kopf. Sie hat Schuldgefühle, hört die Stimme der Tote, ist unfähig ihre Filme zu schneiden und seht sich nach Island. Sie will dorthin abhauen, ein neues Leben beginnen, etcetera.

Inzwischen kommt ein müder alter Kriminalinspektor, verhört Mara und die anderen im Haus. Da gibt es noch einen dicken Sportreporter namens Clemens, einen Zahntechniker namens Franz, in dem sich Mara, die vor eineim Jahr verlassen wurde, fast ein wenig verliebt und  es gibt eine Bezirksrätin namens Fischer, die gleich politischen Aufwind spürt, Sicherheitsschlösser und Zugangskontrollen im Haus anbringt und es gibt Resi, das Rehlein und Quartalsäuferin, die während das alles passiert, in ihrer Wohnung im Hintterhaus ihren Vater umbringt.

Dazu glaubt sie ein Recht zu haben, denn er hat sie  mißbraucht und so kommt sie in Maras Wohnung und gesteht ihr alles. Die fühlt sich gleich verantwortlich. Das heißt, zuerst will sie die Polizei holen, aber vorher Frühstück kaufen. In der Bäckerei, die es, glaube ich, in der Kettenbrückengasse nicht gibt, sieht sie aber im Fernseher, ihre vierzehnjährige Nichte, die bei einer Demo von der Polizei beschuldigt wird.

Also nichts damit, das unschuldige Rehlein soll nicht leiden und statt ihr nach Island fliegen und dort verschwinden. Aber zuerst müßen sie die Leiche beseitigen und auf eine Party gehen. Das führt wiederum zu vielen Komplikationen und Slapsticken und eigentlich geht es für einen Psychothriller auch sehr langsam vor sich.

Aber das war wahrscheinlich Absicht, denn ein moderner Krimi muß ja Lokalkolorit zeigen, also die Kettenbrückengasse, keine Ahnung, ob Amaryllis Sommerer, die ich schon bei einigen Lesungen, zum Beispiel in der “Alten Schmiede” hörte, dort wohnt?

Ich wohne in der Nähe und  da das beschriebene Haus neben einer Apotheke liegt, könnte es  das sein, in dem Elfriede Gerstl einmal ihr Lager hatte.

Dort könnte es auch den beschriebenen Brunnen geben. Ob das ein Durchhaus ist, weiß ich nicht, denn das befindet sich, glaube ich, eher auf der anderen Seite und den  Drogenstrich vor der U-Bahnstation Kettenbrückengasse habe ich eigentlich auch noch nicht gesehen.

Aber es ist ja ein Roman, also Erfindung und Fiction, störend ist dann nur, das Wörtchen “Abitur” statt “Matura”, denn wer bitte macht die in Wien und der “Milena” ist ja ein Wiener Verlag, auch wenn er 2010 vielleicht unter deutscher Leitung war.

Auf das Lesen des Buches habe ich  schon gewartet, habe ich es doch gemeinsam mit Amaryllias Thriller-Debut “Selmas Zeichen” mit dem sie für den “Glauser nominiert war, schon vor längerer Zeit im “Wortschatz” gefunden. Das werde ich demnächst lesen.

“Ulrich und seine “Täter”, 2012 bei “Milena” erschienen, habe ich mir letzten Dezember beim “Literaturhaus-Flohmarkt” gekauft.

Inzwischen verlegt Amaryllis Sommerer bei “Picus” und hat das 2016 erschienenen Buch “Wie das Leben geht” das, glaube ich, auch kein Krimi ist, sondern in das Wien der Fünfziger und Sechziger führt, auf der “Buch Wien” vorgestellt.

Stillbach oder Die Sehnsucht

Von der 1963 in Meran geborenen, in Wien lebenden, Sabine Gruber habe ich noch nie etwas gelesen, wohl war ich aber schon auf verschiedenen Lesungen und habe sie, glaube ich, in den Neunzigerjahren bei einer GAV Vollversammlung in Mondsee  kennengelernt, als sie dort Sekretärin war und das Fahrtspesenformular verteilte.

Ich galbe bei einem von Gösta Maier in Klagenfurt organisierten “Tag der Freiheit des Wortes” haben wir  einmal zusammen gelesen, dann ist sie literarisch aufgestiegen und recht schnell bekanntgeworden, steht doch beispielsweise am Buchrücken von “Stillbach oder Die Sehnsucht”, ein Buch das ich im Schrank gefunden habe, wie die Stempel beweisen und nicht beim “Morawa” aus der Abverkaufskiste zog, wie ich irrtümlich glaubte, etwas etwas von “Sabine Gruber gehört zu den wichtigen Talenten der österreichischen Autorengeneration neben Elfriede Jelinek und Marlene Streeruwitz”, was zwar vielleicht nicht ganz richtig ist, da sie ja wahrscheinlich italienische Staatsbürgerin ist, aber auch der Roman, es ist ihr dritter oder vierter, wird  als “groß und wunderschön geschrieben” bezeichnet.

Vielleicht eine Übertreibung, denn was ist schon wunderschön und was ein Wunder, eine Beschreibung des italienischen Faschismus sicherlich nicht, sie hat aber mit ihrem letzten Roman “Daldossi oder Das Leben des Augenblicks”, denn ich inzwischen, ziemlich abgefleddert, auch gefunden habe, bei der “Veza Canetti-Preisverleihung”, den sie  2015 bekommen hat, vorglesen, ist damit auf der “Long oder sogar der Shortlist des öst Bp” gestanden, hat bei den O-Tönen daraus gelesen und die Rezesionen waren gespalten und auch “Stillband”, der große wunderschöne Roman hat bei “Amazon” auch zwei und drei Stern-Rezensionen.

Da habe ich auch etwas gelesen, daß das Lesen etwas schwierig ist, weil heuzutage immer zwei Romane in einem geschrieben werden und man sich von Seite zu Seite auf ein anderes Sujet umstellen muß.

Das mache ich bei meinen Büchern, glaube ich, auch manchmal, habe mir bei “Stillbach” aber ein bißchen schwer getan, in die Handlung hineinzukommen, obwohl die eigentlich eine ganz einfache ist oder doch nicht so ganz, denn es geht ja um ein großes Thema, um den italienischen Faschismus und da finde ich auch, daß ein bißchen viel doziert wird und die Handlungsfäden sehr kompliziert verwoben sind.

Da ist einmal Clara, eine Südtirorerin aus dem Dörfchen Stillbach, in Wien lebend, mit einem Arzt unglücklich verheiratet, von Beruf Übersetzerin oder Schriftstellerin, sie schreibt jedenfalls über Gabriele d`Annunzio und Eleonora Duse und deren Freundin Ines, ebenfalls Übersetzerin oder Nachhilfelehrerin ist in Rom gestorben und Clara soll nun dorthin fahren, um ihren Haushalt auflösen.

Das ist die Rahmenhandlung, denn sie findet in Ines Wohnung das Mansukript eines Romans, der in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts handelt und von Ines erzählt, die damals in den Ferien in dem Hotel von Emma Manente arbeitete und die war auch eine Stillbacherin, die in den Dreißigerjahren in dieses Hotel als Zimmermädchen gegangen ist, mit einem Südtiroler namens Johann verlobt war, der bei einem Parisanenanschlag getötet wurde, aber dann von dem Sohn des Hotelbesitzers ein Kind bekommen hat und in Rom gelieben ist.

In vierunddreißig Kapiteln wird dieser Roman erzählt und dann kommt wieder die Rahmenhandlung, wo Clara mit Paul das ist ein Wiener Historiker, der in Rom Faschismusführungen macht und Franz oder Francesco, das ist Emmas Sohn, die inzwischen in einem Altersheim lebt, die Wohnung besucht und man erfährt in den fast vierhundert Seiten viel vom  italienischen Faschismus, den Neunzehndreißiger und den Neunzehnsiebzigerjahren und Detail am Rande auch die Schriftstellerin Sabine Gruber kommt darin vor, aber auch sehr viel anderes und ich denke es ist das, was wahrscheinlich auch “Daladossi” vorgeworfen wird, das zuviel Hanldungsgtränge in ihm verknpüft sind, aber andererseits tue ich das selber und natürlich ist es wahrscheinlich viel besser und genauer, als ich es tue, erzählt.

Man erfährt von einer sehr genauen Erzählerin sehr viel über die italienische Geschichte und denkt sich manchmal daß die Handlung einserseits eher banal und dann wieder sehr kompliziert konstruiert ist und wenn der Roman höchstwahrscheinlich doch nicht “wunderschön” war, das kann er, wie schon beschrieben, wahrscheinlich schon vom  Thema her nicht sein, so war er doch sehr lehrreich und ich bin jetzt auf den “Daldossi” sehr gespannt und kann noch hinzufügen, daß ich Sabine Gruber auch manchmal bei Lesungen, wo sie im Publikum ist, sehe und, daß sie mit Robert Schindel befreundet ist oder war.

Schattenfangen

Noch ein älteres Buch und eines das ich einmal in einem Schwung Leseexemplare höchstwahrscheinlich im “Wortschatz” gefunden habe.

Louise Erdrich “Schattenwerfen”, bei “Suhrkamp” 2011 erschienen und “Bitte keine Rezensionen vor dem 19. Februar 2011!”

Das ist lang vorbei und inzwischen gibt es, glaube ich, einen neuen Roman von der 1954, als Tochter einer Indianerin und eines Deutschamerikaners geborenen Louise Erdrich, von der ich vor dem Bücherfund noch nie etwas gehört hat.

Ja, die offenen Bücherschränke sorgen für Überraschungen und heben das Bildungsniveau, sage ich immer und diese Autorin ist ja schon von ihrer Herkunf her,t ganz besonders interessant.

Der Inhalt ein Ehe- und Familienroman, ganz besonder makaber und teilweise an die Ingrid Noll erinnernd, die glaube ich, in “Der Hahn ist tot” etwas ähnlich Bösartiges beschrieben hat, hier wird es, glaube ich, obwohls im  Klappentext so steht, nicht ganz ein Thriller.

Aber da ist eine Ehepaar mit drei Kindern, beide mit indogenen Wurzeln oder Mischungen. Er ein berühmter Maler und er hat seine Frau Irene, die sich jetzt, nachdem die Kinder halbwegs aufgezogen sind, an ihre Dissertation macht, nackt in allen Variationen gemalt.

Sie hat sich damals dadurch das Geld zum Studium verdient. Er ist berühmt geworden und liebt seine Frau abgöttisch, ist aber auch sehr eifersüchtig und liest in ihren Tagebüchern, die sie vor ihm versteckte und so treibt sie ein teuflisches Spiel. Sie legt sich nämlich noch ein solches an, hinterlegt es in einem Banksafe und in das andere schreibt sie Sachen, wie, daß sie ihren Mann nicht lieben würde,  sie ihn betrügt, die Kinder nicht von ihm sind,  sie von ihm loskommen will, etcetera.

Das wird in kleinen Tagebuchpassagen, aber auch abwechselnd aus der Sicht von Gil, Irene und den Kindern beschrieben, die eher gegen den Vater sind. Wenn die Eltern streiten, nicht schlafen können und der Vater hat auch eher einen rauhen Ton, obwohl er auch  seine Kinder sehr liebt und den Sohn Florian sogar für ein Genie hält.

Die Tochter Riel, die später das alles aufschreiben wird, sehnt sich nach ihren indianischen Wurzeln und trainiert für das Überleben, der kleine Stoney verstummt  und weil Florian dem Vater etwas von einer Buchbesprechung, die er für die Schule dann doch nicht machte, vorgelogen hat, bekommt er von ihm eine Ohrfeige, was zur einer Familiekatastrophe führt, denn die Mutter zwingt den Vater nun zur Therapie. Sie gehen gemeinsam zu einer Therapeutin, wo Irene Gil dann auch erzählt, daß die Kinder nicht die seinen sind, was die Therapeutin sprachlos macht.

Irene erzwingt nach einem Vergewaltignsversuch auch die Scheidung, beziehungsweise eine neue Therapie.

Gil darf seine Kinder länger nicht mehr sehen, auch keinen Sex mehr mit Irene haben, was ihn dazu veranlaßt seinen Selbstmord zu inszenieren und ins Wasser zu gehen und da die beiden ja nicht voneinander können, auch Irene nicht, springtt sie ihn nach und Riel wird Jahre später, wenn sie nach ihrem einundzwanzigsten Geburtstag, den Schlüßel zum Safe der Mutter mit den Tagebücher bekommen hat, die Kinder sind inzwischen bei der Halbschwester in einer indianischen Großfamilie aufgewachsen und ihren Weg gegangen, all das aufschreiben, was von den Kritikern sehr gelobt wird, von denen die am Buchrücken stehen, bei “Amazon” gibt es ein paar Einstern-Rezensionen und ich würde mich dem anschließen und schreiben, daß die Autorin zwar schreiben kann und es auch sehr interessant ist, vom  heutigen indianischen Leben  zu erfahren, daß mir aber das, was und wie es es  beschrieben wurde, nicht gefällt, obwohl ich, in meinen therapeutischen Alltag ja auch mit manchen Krisen konfrotiert werde, zum Horrorroman eignen sich die aber, glaube ich,  nicht, beziehungsweise will ich das in dieser Form nicht lesen.

Die Ferienfamilie

Jetzt kommt noch ein Sommerbuch, ein älteres aus dem Bücherschrank und eines, das ich schon nach dem Erscheinen gern gelesen hätte, aber damals war ich zu geizig, um mir Barbara Frischmuths “Ferienfamilie” zu kaufen. Das Buch war aber, wenn ich mich nicht irre, in der “Frau” als Fortsetzungsgeschichte und ich bin, als ich damals auf einen “Ferientag” nach Linz gefahren bin, dort in eine alternative Buchhandlung gegangen und dort ein bißchen hineingelesen.

Und in der Beschrreibung des 1981 erschienenen Buches, die gefundene dtv-Ausgabe,stammt aus 1984, aber damals war die Anna schon geboren und ich bin nicht mehr allein nach Linz gefahren, steht etwas von “literarischer Kunstlosigkeit”. Damit ist vielleicht die Beiläufigkeit gemeint, mit der Barbara Frischmuth hier von einer Patschworkfamilie und dem Leben einer alleinerziehenden Mutter erzählt, ein Schicksal von dem sie  damals, glaube ich, auch betroffen war.

Da ist Nora, die Mutter von Pu, eine Übersetzerin und die hat im Sommer ein Haus am Land gemietet, um mit ihren Sohn dort die Ferien zu verbringen, acht Wochen, also eine Art Sommerfrische und das Häuschen ist so groß, daß es einige leere Zimmer hätte, so kommt die Schwester und Vater Nummer eins oder zwei, denn Pu hat noch einen Halbbruder und die geben Nora  ihre Kinder dazu.

Also reist sie noch mit dem zwölfjährigen Fenek und der achtjährigen Laja los und Vater eins oder zwei rät , daß sie allen erzählen sollen, daß sie eine richtige Familie seien, damit keine Fragen kommen.

Etwas was heut zutage vielleicht  nicht mehr so verständlich ist, aber es kommen ohnehin keine Fragen. Nur die Bäurin die das Haus vermietet hat, erklärt Nora, wie sie den Herd zu bedienen hat. Die Bäurin hat auch einige kinder und einen Fernseher, so ist die Freizeitfrage geklärt, denn am Nachmittag will Nora in der Laube arbeiten und ihre Ruhe haben.

Sie kocht am Abend Palatschinken und muß dann die Kinder suchen, die sich beim Fernsehen verplaudert haben und langsam  hört es auch zu regnen auf und die Ferienfamilie kann schwimmen gehen.

Ein wenig auffällig wirkt auch noch die Altklugheit mit der der zwölfjährige Fenek mit Nora Erwachsenengespräche  über Behiehungen führt, aber der lebt ja in einem Internat, weil Vater eins oder zwei mit Mutt drei in Amerika ist und seine Mutter in Australien und Nora trifft im Schwimmbad ihren Schulfreund  Lajos Molnar wieder und fängt mit ihm eine Ferienbeziehung an.

Dafür bekommt Pu ein Kätzchen geschenkt und streitet sich deshalb mit Laja, die traurig ist, weil ihre Mutter ihr im Gegensatz zu Feneks Vater keinen Brief schreibt.

Zu einer fast Katastrophe kommt es in dieser “literarischen Belanglosigkeit” auch, Fenek stürzt, hat einen Schädelbasisbruch und Nora muß  nun der Schwester, keiner Bürokraft?, im Krankenhaus erklären, wie das  mit Feneks Vater und seiner Mutter ist und, wie  in Zweifelfällen üblich  eine Kaution erlegen. Die teilt sie sich mit dem hilfreichen Lajos und alles geht gut aus. Fenek gesundet, darf im nächsten Jahr auch wieder mit zur Ferienfamilie fahren und seine Eltern kommen aus der fernen USA und  Australien zurück, um nach ihrem Sohn zu sehen.

Eine alltägliche leichte Sommergeschichte und etwas, was wahrscheinlich sowohl Barbara Frischmuth als auch Elfriede Hammerl, die ja auch eine Spezialistin von Patschworkfamilien ist, erlebt haben werden.

Interessant, daß dem Buch Alterserscheinungen anzumerken ist, nicht vielleicht, daß Lajos Pu zwanzig Schilling gibt, damit die Kinder sich ein Eis kaufen können und der nun schnell nachrechnet, wie man das durch drei dividiert, sondern Wendungen wie, “Sich vor Lachen biegen” oder “Plagegeister” erscheinen heute fast liebevoll altmodisch oder liebevoll Österreichisch, wo ja schon im Netz diskutiert wird, ob der Verlag nicht aus einem “Kindl” ein “Kind” machen soll, um Mißverständnisse zu vermeiden.

“Ein leichtes lockeres Sommerbuch und wieder eine Erinnerung, an die späten Siebziger- bzw. frühen Achtzigerjahren, wo ich Barbara Frischmuth gelesen habe und mit Doderer im Stadtpark gelegen bin.

Heute mache ich dagegen nur mehr Sommerfrischenwochenenden, aber das auch acht, beziehungsweise sieben Wochen lang, habe keine Kinder zu beaufsichtigen und hatte, das auch  nur bei einem und bin froh, diese frühe Frischmuth jetzt gelesen zu haben.

“Die Schrift des Freundes” ein etwas späteres Werk habe ich mir übrigens vorige Woche antwquarisch um zwei Euro gekauft.

Kindernazi

jetzt kommt, könnte man so sagen, fast schon ein Klassiker, obwohl der 1930 in Kosice geborene Andreas Okopenko erst 2010 gestorben ist.

Ich war auf seinem Fest zu seinem Achtzigster und bei seinem Begräbnis an einem sehr heißen Sommertag am Grinzinger Friedhof und habe, was ich bekennen muß, nicht sehr viel von ihm glesen, war aber bei einigen Lesungen.

Und als ich 1973 literarisch zu schreiben angefangen habe, hat es, wenn ich mich nicht irre und nichts durcheinanderbringe, in Ö1 den “Lexikonroman” gegeben und damals habe ich mich ja von den eher konservativen Deutschstunden der Frau Prof Friedl kommend, sehr für die österreichische Gegenwartsliteratur interessiert.

Die war damals sehr experimentel und ist so bei bißchen an mir vorbeigegangen, aber die “Lockergedichte” waren glaube ich mal in der “Alten Schmiede”, bei “Rund um die Burg” war der Meister glaube ich auch und zum Achtziger hat “Klever” ein Büchlein herausgebracht, das ich mir erschnorrt habe.

Neben dem “Lexikonroman gilt “Kindernazi” sicherlich als ein Klassiker, obwohl ich mich, wenn ich dieses Titel hörte, immer” fragte, wie dieses Thema experimentell verarbeitet werden kann?

Nun weiß ich es, denn, als ich 2015 zu meiner Adventlesung in den “Read!!ingroom” ging, fand ich das Buch, es ist die “Residenz-Originalausgabe” mit dem schönen blauen Cover von 1984 in den dortigen offenen Regalen.

Inzwischen ist das Buch, glaube ich, wieder aufgelegt. Bei “Amazon” kann man aber, was ich sehr schade finde,  keine Rezensionen finden, wohl gibt es eine im Literaturhaus, der “Falter” hat eine, etcetera und das Buch ist wegen dem experimentellen Anspruch wahrscheinlich trotz seines wichtigen Themas kein Bestseller geworden, aber sicher interessant und wichtig.

Denn es hat ja viele Kinder getroffen, die in den Dreißigerjahren geboren wurden, dann in die “Hitler-Jungen-” oder “Hitler-Mädchen-Uuniformen” gepresst wurden und nach 1945 mit Schuldgefühlen dastanden.

Denn damals hat man ja in den Familien nicht viel geredet, hat sich seiner Vergangenheit geschämt, nichts gewußt und nichts mitbekommen und die Lehrer haben womöglich, das Parteiabzeichen von ihrer Anzugjacke abmontiert und dann im Herbst 1945 aus anderen Schulbüchern etwas anderers erzählt oder was vielleicht noch ein bißchen schlimmer war, aus den neuen Büchern das alte.

Ich bin ja ein bißchen später geboren geworden und habe gleich die neuen Bücher gehabt und meine Eltern waren außerdem noch Sozialisten. Der Vater war es, während die Mutter manchmal von ihrer jüdischen Lehrfrau erzählte, die dann verschwunden ist.

Andreas Okopenko war 1938 acht und 1945 fünfzehn. Das Foto im Klappentext zeigt den Zehnjährigen in der “H-J-Uniform und das Buch, das ist auch sehr interessant, wird in einundsechzig Episoden vom 1. 4. 45 bis zum April  39 rückwärts erzählt.

Dazu gibt es im Klappentext eine Erklärung.

“Wie meinen Sie? Der Titel gefällt nicht? Irgendwie unangenehm und überhaupt hätten die Leute allmählich die Nase..?”

So wird man in das Thema gleich hineingeworfen. Zwei Zitate gibt es am Anfang und am Ende auch. Zuerst eines aus der “Edda”: Die Wala weiß, die Welt wird enden, den Untergang ahnt sie der Asen alle” und dann eines von der Bachmann: “Es kommen härtere Tage. Die auf Widerruf gestundete Zeit wird sichtbar am Horizont.”

Trotzdem ist das Lesen, glaube ich, wegen des experimentellen Ansatzes, der ja irgenwie distanziert und so kunstvoll ist, daß man in die harte Realität vielleicht nicht gleich hineinfindet und sich auch nicht so auskennt, was da jetzt erlebt und was erfunden wurde, nicht so einfach.

Auch das Rückerzählen macht es das nicht, aber andererseits ist das wohl auch die Realität. Da wurden viele Kinder und auch Erwachsene in die Zeit hineingeworden, haben Uniformen angezogen und Fahnen in die Hand gedrückt bekommen, haben “Hurra!” geschrieben und hatten 1945 auf einmal einen Schuldkommplex, mit dem es höchstwahrscheinlich nicht so einfach zu leben war.  Denn Traumatherapeuten hat es wahrscheinlich keine gegeben, wohl aber die Frage “Wieso bist du bei der “Hitler- Jugend” gewesen?”

Die aber, glaube ich, gar keine so freiwillige Sache war.

So beginnt das Buch auch gleich im Jahre 1945 wo der Vater dem Fünfzehnjährigen verkündet:

“Aber jetzt Schluß kommentiert Papa: Anatol! Hitler hat den Krieg verloren, verstanden? Wir müssen uns jetzt umstellen. Sei jetzt ein vernünftiger Mann. Stell dir vor , du warst ein großer Star, ein Kinderstar, und jetzt ist bist du ein Mann und deine Rolle ist aus. Tilki, jetzt darfst kein Nazi mehr sein, sagt Mama, sehr schlaff. Ein Kindernazi, sagt Anatol zornig und weint wieder los”

Und auf der letzten Seite, im April 39, steht “Aber, Papa, was heißt Gestapo? Ja, diese Art von Polizei ist überall geheim. Aber warum steht sie dann angeschrieben? Du wirst ein deutscher Junge werden, Tolko. Wirst alles lernen und verstehen.Ich verständnisvols. Bist du bereit, Tolko?  Bereit, was heißt denn das? Ja, ich bin bereit Papa!

Dnd dazwischen liegt das Aufwachsen im deutschen Reich, Juden verschwinden, die sich zuerst Sara nennen mußten, um das jüdische zu demonstrieren und in der Schule bekamen die Kinder, 1942 Merkblätter mit, wo sie in die “Erweiterte Kinderverschickung” der “Pimpfe und Jungmädeln” eingeladen wurde, was für die Kinder warscheinlich lustig war, aber sicher dann auch wieder viel Disziplin bedeutete. Vor allem, wenn sie vielleicht nicht so stark und blauäugig waren und von zu Hause vielleicht auch gesagt bekamen, daß man über das und das nicht sprechen darf: “An der Tür die feierabendliche Besuchstante mit dem Hitler-und Echo-Witz: Wir haben gute Waffen! -Affen! Wo wird der Krieg beginnen? -Innen! Aber: Pscht, Tilki, du hast nichts gehört! Warum? Sonst kommen wir alle nach Dachau. Was ist eigentlich Dachau? Papa, abherschend. Eine Strafanstalt”

Dazwischen wird das Deutschlandlied gesungen, ins Kino gegangen, hat in der Deutschstunde Aufsätze geschrieben, ist langsam erwachsen geworden, etcetra, bis man vom “Kindernazi” zu dem erwachsenen Mann werden mußte, der von allen nichts gewußt und geahnt hat und man, weil man ja nicht darüber reden durfte und es auch keine Therapeuten gab, oft traumatisert zurückblieb.

Bis dann sehr viel darüber geschrieben und geredet wurde. Jetzt sind es ja schon die Enkel, der damals betorffen 1984 hat es der erwachsene experimentelle Dichter Andreas Okopenko getan und im Sommer 2017 habe ich endlich dank dem “Read!!!ing Room” und seinen offenen Regalen diesen Klassiker gelesen und bin sehr beeindruckt, obwohl ich  schon wirklich viel über dieses Thema gelesen habe.

Kinder der Medusa

Nach dem Ausflug in die Normandie mit nostalgischen Österreich-Bezug geht es jetzt mit einem Krimi aus dem Bücherschrank auf das griechische Meer.

Krimi oder griechische Tragödie, da sind sich Buchbeschreibung und “Amazon” nicht sicher und ich dachte nahezu bis Ende des ersten Teils “Hey, da passiert doch nichts und das könnte ich sicher auch, wenn ich Krimis schreiben könnte!”

Und wirklich, die “Morde”, die hier passieren, lösen sich eher als Zufall auf und die 1954 in  Wels geborenen Edith Keifl, mit der ich gleichzeitig an der Uni Wien Psychologie studierte, ist ja auch Psychoanalytikerin.

Das Sommerbuch “Die Kinder der Mdedusa”, habe ich irgendwann im Schrank gefunden und auf meine Leseliste gesetzt, gehört habe ich wahrscheinlich schon 2005, als das Buch erschienen ist, im damaligen Österreich Cafe, das sich noch an einer anderen Stelle befand, in Leipizig daraus.

Der Titel hat sich mir eingeprägt, so daß ich begierig nach dem Buch im Schrank gegriffen habe und von Edith Kneifl habe ich schon einges gelesen und war auf einigen Lesungen.

“Ende der Vorstellung” hat mir, glaube ich, nicht so gefallen, dann hat mir “Haymon” einige ihrer Bücher geschickt und eines mit “Margareten-Bezug”, das wie Kritiker meinen, mehr eine Werbeschrift ist, gibt es auch.

Und mir haben die “Kinder der Medusa”, wie schon geschrieben, erst nach der Hälfte gefallen, beziehungsweise habe ich erst dann angefangen, das Buch für einen Krimi zu halten.

Die Psychoanalytikerin Joe Bellini, Wienerin mit ausländischen Namen und Vaterkomplex, die wahrscheinlich im Vorkrimi in einem Mordfall verwickelt war, in dem eine Freundin ums Leben kam, was sie traumatisierte, geht mit einigen griechischen und anderen Freunden auf einen Segelturn nach Griechenland und der erweist sich als Horrortrip, nämlich alte Wunden und Verletzungen der beteiligten Personen brechen auf.

Da ist Regina, eine ehemalige Schauspielerin, gerade vierzig, mit Christos, dem griechischen Gynäkologin, der sie ständig betrügt, verheiratet, der Skipper heißt Evangelos und ist Joe Bellinis Exfreund, eine Malerin namens Lisa mit halbwüchsiger Tochter gibt es auch, einen griechischen Burschen und Aphrodite, die am Schiff die Putzfrau spielt und Christos Schwester ist.

Als Erstes verschwindet der Junge Akis von Bord, Kathi soll ihn ins Wasser gestoßen und nicht gerettet haben, was sie in einen Schock versetzt.

Die Hafenpolizei ist unfähig die Leiche zu finden, so macht sich die Medusa selbst zur Suche auf, gerät auf eine merkwürdige Insel mit lauter verrückten und feindseligen Bewohnern, die sie ausrauben und dann verschwindet Christos im Wasser.

Evangelis wird in seiner Kabine tot aufgefunden, er  hat sich selbst mit Alkohol und Medikamenten hinüberbegeben.

Ein  aus Literaturzitaten zusammengestoppelter Abschiedsbrief scheint das zu beweisen und die Gedichte von Jannis Ritsos an die Joe sich klammert, spielen in dem Buch auch eine Rolle und es gelingt ihr endlich  Jan Serner, einen Wiener Kriminalisten, den sie von ihren früheren Fällen kennt, herzuholen, der die Sache gemeinsam mit einem griechischen Spurensicherer, der lange in Wien gearbeitet hat und der Athener Polizei  aufklärt.

Am Schluß kommt noch Joes Vater, um seine Tochter heimzuholen,  alles scheint sich aufzuklären und der Alptraum der eigentlich ein griechischer Traumurlaub sein sollte, ist vorbei.

Die politische Situation von  vor 2005 wird erläutert und der Tourismus mit seinen Klischees und es ist wahrscheinlich auch interessant, das zwölf Jahre alte Buch heute bei einem Griechenlandurlaub zu lesen und mit der heutigen Situation zu vergleichen.