Teufelsbruck

Nun geht es wieder zur Literatur, nämlich zu der 1940 in Essen geborenen Brigitte Kronauer, die 2005 den Büchner Preis bekam und die mir seit sie 2009 mit “Zwei schwarze Jäger” auf der LL des dBp stand, ein Begriff ist, 2013 habe ich sie dann mit ihren “Gewäsch und Gewimmel” auf der”Buch-Wien” kennengelernt und ihren 2000 erschienenen Roman “Teufesbrück” einmal in den Schränken gefunden und mir beim Lesen wieder nicht sehr leicht getan, obwohl das manchmal schwer Verständliche sehr sehr poetische ist und die, die mich kennen, wissen, daß ich mir mit Andrea Winklers und Richard Obermayrs schönen Sätzen oder bösartiger ausgedrückt “Wortgeschwafel” manchmal schwer tue und mehr Realistik einfordere und ich glaube fast, bei Brigitte Kronauer wurde ich hier fündig, obwohl es eine sehr sehr phantastische Liebesgeschichte ist, die da auf über fünfhundert Seiten erzählt wird und ich, bevor ich mit dem Lesen begonnen habe, bei “Amazon” nachgegooglet habe,  leicht abgeschreckt werden und denken können, schon wieder so ein Buch, das Tobias Nazemi in die Wüste schmeißt oder eine Kürzung um die Hälfte empfiehlt, hat da doch jemand eine Zitatsammlung zusammengestellt, wo auch einige Stilblüten und die Frage “Auch nichts verstanden?”, enthalten ist.

Wenn man zu den Buc beschreibungen geht, schaut das natürlich anders aus, schärmt da doch der große MRR “Brigitte Kronauer ist die beste Prosa schreibende Frau der Republik” und ein bißchen stimme ich ihm zu, obwohl ich mir beim Lesen schwer getan habe, relativ lange brauchte und die ersten Male mich auch dabei erwischte, mehr an mein “Paul und Paula” als an Maria Frauenlob, Zara Johanna Zoern, Leo Ribbat und Wolf Specht zu denken, macht es einen die Autorin oder soll ich sagen Dichterin nicht gerade leicht und ich mir auch öfter dachte, eine Kürzung wäre da recht gut, denn Brigitte Kronauer kommt vom Hundersten ins Millonste, ob sie beim Schreiben wohl schon daran dachte, daß sie einen ihrer späteren Romane “Gewäsch und Gewimmel” nennen wird? Denn so könnte man das fast bezeichnen, was da die Schmuckdesignerin Maria Frauenlob in neun und keinen Abend erzählt.

Sie wohnt in Hamburg und geht daher ins EEZ, Elbe-Einkaufszentrum habe ich mir zusammengereimt und stößt dort mit einem Paar zusammen, besser sie stürzt in den Mann, Leo Ribbat und ist dahin, die beiden haben ein Haus im “Alten Land”, das ist ein offenbar berühmteGegend an der Elbe und man kommt mit der Fähre über “Teufelsbruck” dahin.  Dörte Hansen ist vor kurzer Zeit mit einem gleichnamigen Roman berühmt geworden.

Eine Schuhräuberin, ein junges Mädchen taucht auf und Zara Johanna Zoern, Leo Ribbats Begleiterin hat im alten Land eine berühmte Schuhsammlung und lädt die Ich-Erzählerin dorthin ein.

Dort gibt es Vogelvolieren, Papageien, Täubchen und läßt an Valerie Fritschs Garten denken, Feste werden gefeiert, wo junge schöne Kellner Täubchen auf Tabletts servieren, die dann davon fliegen und Maria Frauenlob, die Witwe, Mann und Kind hat sie verloren, verliebt sich in Leo Ribatt.

Zara wird als dämonische Übermutter geschildert und sie ist es auch, stellt sich heraus, später in einer schönen Schneelandschaft, als alle schon gestorben und alles aus ist, Maria die Geschichte erzählt.

Die hatte noch, das hätte ich jetzt fast vergessen, einen Liebhaber namens Wolf Specht, der ihr Briefe unter den Türschlitz schiebt, später einen Selbstmordversuch macht und von seiner Familie von ihr ferngehalten wird.

Vorher hat er ihr noch eine Sammlung von Selbstmordversuchen mit den entsprechenden Motiven geschickt. Eine Sophie, eineBuchhändlerin im EEZ und Tierpflegerin, die Zara bei den Vögeln und ihren Büchern hilft, gibt es auch und viele schöne Geschichten, die manchmal nicht sehr verständlich sind, manchmal aber in schönen Worten von den Zuständen in diesem EEZ erzählt, die Geschäftleute wurde aufgefordert ihren Einzelhandel aufzugeben und waren dann, ehe sie sichs versahen auf Teufel komm raus, dem Konzern ausgeliefert. Ene alte Optikerin klagt, daß sie nicht arbeiten kann, weil sie ihren Kunden ja aufmerksam bedienen soll, wie soll sie das aber , wenn hinter dem, eine ganze Schlange Wartender steht und sie ungeduldig anstarrt. Eine alte Greisin, die in der Ecke eines Gasthauses kauert, und gelegentlich Ausflüge durch die Gegend macht und dann zurückgebracht werden muß, gibt es und und und

Eine spannende Geschichte, sehr poetisch, manchmal unverständlich und wohl auch zu lang, ein paar Stilblüten scheint es zu geben, aber auch sehr viele sehr schöne Wortneuschöpfungen.

Hier habe ich mir sehr viel angestrichen, sehr viel Symbolik. Tiere spielen eine große Rolle, es gibt auch Tiergedichte und ich habe jetzt das Gefühl mich eine bißchen in Hamburg, im Alten Land und im Elbe Einkaufszentrum auszukennen, obwohl es dort wahrscheinlich lange nicht so poetisch zugehen wird und eine Dichterin, die trotz allen Gewäsch und Gewimmels, eine wunderschöne poetische Sprache hat, kennengelernt, die einen in Bann ziehen kann und die ich und das könnte ich jetzt, wie Johannes Brahms  auf einen Fächer schreiben, leider nicht besitze, aber natürlich trotzdem weiterschreibe….

Vorschau auf “Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen”

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Sommerfrische für Studentinnen:
Eva Jancak gab anlässlich ihrer Lesung Einblicke in
ihre neuesten Texte. Auslöser war die Idee einer
Sommergeschichte über Sandra Winter, eine prekä-
re Literaturstudentin, die nach sanften Druck der
Mutter ihren Sommer im Haus der Eltern verbringt.

Sandra Winters Mutter versah die Einladung mit
einem wahren kommunikativen „double-bind“.
Einerseits sollte die Tochter im Haus ihrer Eltern in
Harland bei St. Pölten die Sommerfrische genießen,
auf der anderen Seite war der implizite Wunsch vor-
handen, den slowakischen Pflegehelferinnen, die
die demente Großmutter betreuen, ein wenig auf
die Finger zu schauen. Nicht zuletzt wäre die Som-
merfrische ja dazu geeignet, die Diplomarbeit fertig
zu stellen.

Viel lieber hätte Sandra Winter ihre Freundin Eleni
in Griechenland besucht, aber dies war aus finanzi-
ellen Gründen nicht möglich.

Neil Y Trasher, read!!!ingroom, 14. 7. 2015

 

So wird es ausschauen mein neues Buch, das ich im letzten Sommer in der der Sommerfrische in Harland bei St. Pölten geschrieben habe und gleich, nachdem ich begonnen hatte, die ersten vier Szenen im “Read!!!ingroom” geschrieben habe.

Ein brandaktuelles Buch könnte man so sagen, habe ich mich ja während ich auf der Terrasse saß oder mit dem Rad nach Wilhelms- oder Herzogenburg gefahren bin, an den aktuellen Nachrichten über Griechenland, die Flüchtlingsproblematik etcetera entlanggetastet und es ist, ohne, daß es mir damals bewußt war und ich es plante, der zweite Teil einer Anthologie geworden.

Der Erste ist vor kurzem erschienen, obwohl da die Fatma Challaki noch eine andere Geschichte hat und in einen anderen Zusammenhang auftritt, der dritte Teil liegt noch auf Alfreds Schreibtisch, wurde aber auch schon im “Reading!!!ingroom” vorgestellt. Probekapitel gibt es hier zu lesen. Denn es ist in gewisserweise auch ein Blogroman, beziehungsweise soll er immer im Dezember einer werden und ein paar der Kapitel als Adventkalenderfenster in den Blog kommen.

Für alle Neugierigen, die das Buch, wenn es erschienen ist, lesen wollen, gibt es es jetzt drei Fragen und drei Bücher zu gewinnen, wenn man sie richtig beantwortet und dazu helfen Schreibberichte, die ich unten verlinke:

  1. Wie heißen Sandras Freundinnen und aus welchen Ländern kommen sie?
  2. Was hat es mit dem Hund am Cover für eine Bedeutung?
  3. und vielleicht überraschend, wer hat 2015 den deutschen Buchpreis gewonnen und was hat das mit diesem Buch zu tun?

Viel Glück beim Raten über reges Interesse würde ich mich freuen! Antworten bitte per mail: evajancak@fastmail.com

 

Und hier die Schreibberichte: 1 2 3 4 5 6 7 8 9

Wir sind Cyborgs

Jetzt kommt ein Sachbuch aus dem “Blumenbar-Verlag” des auf “Grenzgänger-Reportagen”, spezialisierten  Alexander Krütztfeldts zu einem brissanten Thema, die Bindung des Menschen zur Maschine oder, “wie uns die Technik unter die  Haut geht”, beziehungsweise, ob wir unsere Leistung verbessern, wenn wir uns Chips einpflanzen lassen und ob wir das nur tun dürfen, wenn unsere Sehkraft schon im Argen ist oder ob es Sinn macht, sie von hundert auf hundertachtzig Prozent zu verbessern oder, ob wir nicht geradezu verpflichtet sind, das zu tun, weil wir unser Unfallrisiko und das unserer Kinder dadurch stark reduzieren?

Ein bißchen mag das alles noch in der Zukunft liegen und die Wissenschaftler, die Alexander Krützfeldt dazu befragte, wie beispielsweise Thomas Stieglitz, vom Instutut für Molekularbiologie in Freiburg, sehen das auch noch ein wenig skeptisch und abwartend, aber Alexander Krützfeldt, 1986 geboren, nahm sich ein Jahr dafür Zeit, bereiste die USA und Deutschland, befragte Experten und machte auch Ausflüge in Literatur und Film, um dieses Themas umfassend zu erleuchten.

Zuerst vielleicht die Definition, ein Cyborg, ist ein Mensch, der sich Technik, also Implantate, Chips, Magnete, etcetera einsetzen läßt, um seine Leistung zu steigern, Spaß zu haben, Defizite zu beheben und so weiter.

Das unterscheidet ihm vom Roboter, die Maschine, die dazu konstruiert wurde, um beispielsweise, den Haushalt zu steuern, alte Menschen zu pflegen, Kinder zu sitten, etcerta, in Japan sollen Pflegeroboter schon Standard sein.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, beziehungsweise in Amerika auf einer Cyborg-Konferenz. Da hat sich Krützfeldt mit einigen dieser Spezialisten unter anderen mit Tim Cannon “Cyborg, Hacker, Menschmaschine”, getroffen, übernachtet mit ihnen im Motel, resumiert über denamerikanischen Way of life, nämlich, daß man fast schon ein Taxi braucht, um von der einen Seite der Straße auf die andere zu kommen und, daß man Europäer daran erkennt, daß sie das zu Fuß versuchen wollen.

Der Cyborg Cannon raucht E-Zigareten und ernährt sich wahrscheinlich von Pizza aus der Schachtel und interessant, wird diese Konferenz dadurch, weil die Teilnehmer aufgefordert werden, sich einen Chip für fünzig Doller einsetzen zu lassen.

Krützfeldt, ein Brillenträger, lehnt ab, also käme eine Laserbehandlung für ihn in Frage und eine an der Konferenz teilnehmende Ärztin ist entsetzt, daß das von nicht medizinischen Personal durchgeführt werden soll.

Es sind, glaube ich, die Piercer, die das machen und dann wird gleich die Frage diskutiert, ob man schon ein Cyborg ist, wenn man ein Smartphone besitzt?

Nein, denn das kann man theoretisch weglegen, trotzdem beginnen viele ihren Tag damit und beenden ihn auch so.

Krützfeldt fährt nach Deutschland zurück, wo man vielleicht noch nicht so weit entwickelt ist, trifft aber einen Cyborg, der sich einen Magneten ein- und dann wieder auspflanzen ließ, um dieses Gefühl, das man dann hat, kennenzulernen und spricht auch mit einem, der, weil schwerhörig, Besitzer eines Cochlear-Implantates ist.

Da stutzte ich ein wenig, denn mit dieser Technoligie, bin ich schon in den Achtzigerjahren, als ich Assistentin an der  II. HNO-Klinik war, in Berührung bekommen, ja und ein Herzschrittmacher ist auch eine Cyborg-Technologie.

Die Literatur und die Filme kommen vor,  gibt es ja “Matrix”, sowie den”Terminator und Aldous Huxley hat ja schon vor vielen Jahren, die schöne neue Welt beschrieben, Dave Eggers erst vor kurzem, aber sein “Circle” erinnert mich ein bißchen an die Cyborg-Theorien, beispielsweise an die Frage, ob man sich die Augen lasern muß, weil man damit für seine Kinder sicherer ist?

Krützfeldt beschäftigt sich auch mit den Technikverweigerern, also den Leuten, die Smarthphones, Chips zur Gesundheitsmessung und Leistungssteieigerung für unnötig halten und vergleicht sie mit den “Amish people”, das sind die Leute in Amerika, die immer noch mit Pferdekutschen fahren und altmodische Kleider tragen.

Das würde ich ein bißchen anders sehen und war über die Geschwindigkeit und die vielen Stil- und Perspektivenwechsel des Grenzgänger-Reporters, Krützfeldt bezeichnet auf der Danksageseite sein Buch selbst als “verrückt”, ein bißchen verwirrt, weil mir nicht immer ganz klar war, was ist jetzt real und was gehört in den “Sci Fi-Bereich”?

Aber die Idee mit der freiwilligen Selbstbeschädigung zur Leistungsotimierung, Schönheitsoperationen gehören auch dazu und sind wahrscheinlich schon “State of the Art”, läßt vielleicht ein bißchen an die Borderlineproblematik denken, Selbstverstümmelung scheint es bei den Piercern und Chipseinsetzern ja zu geben oder vorzukommen.

Also sicher ein interessantes Buch für die Handyverweigerin, die auch sehr oft als Erstes am Morgen nach dem Laptop  greift und nach dem sie ihn abgeschaltet hat, schlafen geht und bezüglich, der Zukunft, da stimme ich, Alexander Krützfeldt zu, ist es sehr spannend zu beobachten, was davon Wirklichkeit werden wird und was in der Spekulation verbleibt?

Mord im Parlament

Bei dem nächsten Buch “Ein konstruktivistischer Kriminalroman”, von Franz Josef Weißenböck, bin ich mir nicht ganz sicher,  ob ich es im Schrank gefunden habe oder, ob es vom Flohmarkt der “Gesellschaft für Literatur” stammt, das letztere wahrscheinlich, denn vielleicht hat der 1949 in Niederösterreich geborene Autor, der Thelologie studierte und in verschiedenen Ministerien und Paralment als Pressesprecher, etcetera tätig war, dort einmal gelesen.

Erschienen ist das Buch im der “edition VaBene, die, wenn ich mich nicht irre, etwas mit Zuschuß zu tun haben könnte und das Titelbild weist schon auf vieles, was einem in dem Buch erwartet, hin.

Da gibt es ein rotes Meer oder einen Untergrund, in dem sich das österreichische Paralment spiegelt, eine Gondel auf dem Wasser darüber, gibt es auch und einen Gletscher, wie es sie in Island gibt und wahrscheinlich in den Krimis von Arnaldur Indrasaon und damit ist schon erklärt, daß konstruktivistisch von konstruieren kommt.

Franz Josef Weißenböck, der sich seit 2011 im Ruhestand befindet, ist sehr gelehrt hat hat sich von der “Odyssee” bis zu Eva Rossmann hochgelesen und wieder zurück, dementsprechend auch ein wenig langatmig, was man den Krimi vielleicht vorwerfen könnte, daß er zu wenig Spannung und Handlung hat. Aber das ist, würde ich vermuten, Absicht und konstruiert.

Die Handlung spielt in einer Woche und beginnt am Samstag danach, da will der Kriminalkommisar, der sehr modern, den Namen seiner Frau nach der Hochzeit angenommen hat, gut frühstücken. Geht einkaufen und wird dann zu einem Toten ins Parlament geholt und die Handlung beginnt am Montag davor mit Thomas Thomas, das ist ein Paralmentsabteilungsleiter, der biografische Ähnlichkeiten mit seinen Autor hat. Hoffentlich nicht alle, wenn ich die Handlung richtig verstanden habe.

Der wird von seiner Sekretärin, sprich “Frau Sakristeidirektor” gleich zum Parlamentsdirektor gerufen, denn es gibt Probleme.

In der Hofburg sollte nämlich eine große Krimikonferenz abgehalten werden. Aber da sind just dort die Luster von der Decke herabgefallen, wo die israelische Delegation sitzen sollte. Also wird die Tagung ins Paralment verlegt und Thomas Thomas soll sie vorbereiten. Der träumt sich aber während der Sitzung nach Venedig, wo er mit einer Jugendfreundin, er ist natürlich auch verheiratet, Honeymoon machen will und dam Abend oder in der Nacht wird dann ein toter Abgeordneter namens Carlo Malfatti im Möbeldebot gefunden.

Der Kongreß beginnt trotzdem und die Teilnehmer checken durch die Sicherheitsschleuse, durch die ich auch immer gehe, wenn ich zu einer “Ohrenschmaus-Sitzung” in den Parlaments-Club will und die heißen, höre und staune, Allan Wilton, Guido Brunetti, Mira Valensky schlecht sich als Journalistin eine und eine Schäferin kommt sogar mit einer Reihe von Schafen, Erlendur Einborg,  habe ich schon erwähnt, Proteo Lautretti, Kurt Wallanda,  ein paar der bekannten Namen haben wahrscheinlich auch abgesagt und hatten andere Verpflichtungen.

Dazwischen gibt es immer wieder lateinische Passagen, Untersuchungen und Ränke zwischen den Paralemntsdirektoren und Präsidenten, Geschichten, wie die zu Todfeinden wurden und wie demokratische Entscheidungsfindungen passieren. Diskussionen über die Diskrimierung von Linkshändlern gibt es auch, man sieht schon, wie der Hase läuft.

Dazwischen wird ermittelt, verhört, Fingerabdrücke abgenommen, etcetera. Ein Freund vom Doppel Thomas, auch ein wichtiger Parlamentssprecher hatte just ein Panscherl zu der Zeit bei den Möbeln und daher jede Menge von Fingerspuren dort, die Polizei ermittelt aber ohnehin bezüglich der Maffia, denn der Ermordete hatte einen schlechten Ruf,  ein Frauenheld war er auch.

Aber wenn man die besten Ermittler aller Zeiten, Shelock Holmes und Dr. Watson hatten, glaube ich, abgesagt, am Ort hat, kann man auch die befragen und so finden sich die Protagonisten in der Wohnung von Mira Valensky ein und machen den Shaghettitest, der nicht entschieden werden konnte.

Welche Spaghetti schmecken besser, die, wo zuerst Salz oder zuerst Öl hineingegeben wurde?

Carlo Malfatti, das habe ich vergessen zu erwähnen, wurde mit dem Messer im Rücken erstochen aufgefunden. Selbstmord scheidet also aus oder? Diese Frage wurde auch diskutiert und ein Wachtraum von Thomas, der diese in den Sitzungen regelmäßig träumt, ist der von einer Pankreaskrebsdiagnose.

Ich weiß schon, ich komme jetzt vom hundersten ins tausendste, habe aber neun Zehntel von dem, was im Romna geschrieben steht, noch nicht erwähnt.

Am Freitagabend, als alles geklärt ist, es war wahrscheinlich die Maffia und nicht die Geliebte, die von dem Schuft verlassen wurde, nach dem sie ihren Mann betrogen hat, der dadurch zum Alkoholiker wurde, macht Thomas Thomas Überstunden, aber die Feuerwehrkontrollen gibt es ohnehin nicht mehr, dann nimmt er ein Messer vom seinem Schreibtisch und demonstriert, daß ma sich mit einem solchen im Rücken durchaus selber ermorden kann.

Eine herrliche Persiflage auf sämtliche Kriminalromane und eine herrliche Demonstrration von Franz Josef Weißenböcks großen Wissen, das “Show and not tell- Motiv”, wurde vielleicht nicht immer eingehalten.

Aber das passiert ja mir angeblich auch öfter und so kann ich das Buch, wenn es noch zu kaufen ist, jeden empfehlen, der wissen will, wie es im Paralment zugehen könnte oder vor einigen Jahren wahrscheinlich zugegangen ist und sich auch einen Überblick über die  Kriminalliteratur von  Sherlock Holmes bis zu Eva Rossmann, beziehungsweise das, was man in Stiftgymnasien lernte, machen will.

Hier ein Foto des Autors mit der verstorbenen Parlamentspräsidentin

Die Verwerfung

Weiter geht es mit der Graphic Novel Schiene des “Zwerchfell-Verlags”,  jetzt mit der “Verwerfung – eine Geschichte aus dem dreißigjährigen Krieg”, des 1988 in Innsbruck geborenen Lukas Kummer,  der 2007 nach Kassel zog und dort Illustration und Comic studierte.

“Lukas Kummer”, steht am Buchrücken “erzählt eine historisch versierte Antikriegsgeschichte, die keine erbauenden Schlachten zeigt oder verklärte Heldenromantik zuläßt, sondern einzig und allein von den Opfern des Krieges erzählt.”

Und das macht der junge Zeichner sehr brutal und höchstwahrscheinlich mehr als realistisch, fast in Michaela Falkners Manier und die Geschichte von den beiden Kindern, Jakob und Johanna, die da Mutterseelen allein durch die Kriegsgebiete wandern, könnte sich wahrscheinlich auch in Syrien oder Afhanistan zutragen und von Kindersoldaten handeln.

Denn das sind die Beiden, die Mutter ist bei der Geburt des kleinen Jakobs gestorben, der Vater war bei den Soldaten und ist umgekommen und die Kinder, Johanna hat sich als Junge verkleidet, nennt sich fortan Harald “um ihre Fut zu schonen” und ist von den Soldaten, obwohl es dort zu essen gab, geflohen, als denen dort offenbar ihre Brüste auffielen.

Der kleine Bruder schloß sich an und ist nun offenbar offenbar Last der älteren sehr verhärteten Schwester, die mit ihm schimpft, wenn er hustet, seine Sachen nicht tragen will oder so schnell nicht mitkommen kann.

Denn es ist wahrscheinlich nicht lustig im Winter über die verbrannten Felder zu ziehen, die Leichen baumeln von den Bäumen oder liegen von der Pest dahingestreckt am Boden und die alte Frau, die finden, lebt zwar noch, beginnt aber schon ihre eigenen Zehen zu essen….

Furchtbar, furchtbar und nichts wie weg, trotzdem versucht die Schwester, weil sie es dem Vater versprochen hat, dem Kleinen, der, vielleicht nicht ganz so realistisch, wie sie ist, sondern die Sterne beobachtet und auch mal vor sich hinphilosophiert und sich seine Gedanken über das Leben, wie er es kennenlernte “mit jeder Tat ob gut oder böse vernichtet man sich immer mehr ein Stück weit selber”, macht, das Lesen beizubringen, damit er vielleicht später Schreiber werden kann.

Sie will eigentlich bei den Soldaten bleiben und als sie einen ausgehungerten Marketender finden, der zwar noch Gold in seinen Kleidern, aber nichts mehr zu essen hat, nimmt sie ihm ganz brutal das, sein Patent und seine Kleider weg, in der Hoffnung, damit selber ihre Geschäfte zu machen.

Der Kleine warnt sie noch, daß das nicht gut gehen kann, weil ja nicht ihre Namen auf dem Papier stehen. Sie finden ein Nachtquartier und einen Topf mit Wasser, wo sie sich waschen können, dann kommen schon die Soldaten, finden das Gold und das Patent, vergewaltigen das Mädchen “der Soldat muß ja auch was haben für seine Kriegsmüh” und hacken ihnen am Schluß noch die Daumen ab.

Der kleine Jakob stirbt und das Mädchen zieht weiter durch den Krieg und die Nacht mit verbundenen Händen…

Eine sehr brutale Geschichte, schön gezeichnet und “versiert recherchiert” wie schon erwähnt.

Wird wohl so  gewesen sein, im dreißigjährigen Krieg, im World war one or two und jetzt in Afghanistan, Syrien, Irak etcetera, denn “Gut und böse das gibt es sowieso nicht. Das ist nur eine Erfindung. Es war immer nur die Mühsal und das Verheizen!”, philosophierte der kleine Jakob, als er noch nicht gestorben war und ich denke wieder an Michaela Falkners Manifeste, an die Flüchtlingsproblematik, die uns das letzte Jahr begleitet und daran, daß ich eigentlich etwas Schöneres lesen will….

Die Titelgebung habe ich nicht ganz verstanden.

Totality-Fliegende Schatten

Jetzt geht es zu den “Comics” oder in das “Graphic-Novel Genre”, hat mir doch der “Zwerchfell-Verlag” seine zwei Herbst-Debuts zugeschickt, die ich interessant finde, obwohl ich wahrlich keine “Comic-Expertin” bin. Mir aber “Irmina” sehr gefallen hat und ich mich auch regelmäßig durch die “HolzbaumNeuerscheinungen” lese.

“Totality-Fliegende Schatten”, ein Comic des 1984 geborenen Moritz von Wolzogen geht in den Jugendbereich, in das Klassenzimmer, aber auch in totalitäre Gesellschaften und war für eine, die dreißig Jahre vorher geboren ist, nicht  wirklich leicht zu lesen.

Zu schnell, zu vorbei flanierend könnte man es formulieren, obwohl die geschilderten Inhalte zumindesten zum Teil durchaus bekannt sind und auch schon anderwo gelesen wurden.

Da geht es um drei Jugendliche, drei Freunde, Alex, Storch genannt,  Merle und Simon, die alle, wie dem Klappentext zu entnehmen sind, außergewöhnliche Fähigkeiten haben.

Es beginnt mit einer Verspätung. Alex, dessen Vater in der Arbeit, die Mutter irgendwie nicht vorhanden ist, wacht eines Morgens zu spät auf und kommt zu spät in die Schule, die Lehrer warnen, die Freunde sind erfreut und in der Pause werden die drei von einem Holger gestalkt, gemobbt oder erpresst und dann entwickeln sich offenbar Storchs außergewöhnliche Fähigkeiten, Zisch, Wumm, Bumm und viele schnelle Zeichnungen, bis die Polizei in Form eines netten Paares in Zivil bei Storch auftaucht und ihn zu seinen Fähigkeiten, beziehungsweise seiner Morddrohung befragt. Denn wenn Alex nicht aufpasst, beziehungsweise sich nicht kontrolliert, explodieren diese , wie der inzwischen aufgetauchte Vater bestätigt.

“Paß besser auf und willst du nicht in Therapie?”, sagen die verständnisvollen Polizisten und verabschieden sich, beziehungsweise das Polizei Sturmaufgebot vor der Haustür. Im Strefenwagen diskutieren sie dann über Alexs Gaben beziehungsweise ordnen sie sie in ihr Diagnoseschema ein.

“Gelb Prio zwei?” vielleicht und Simon mit den schwarzen Igelhaaren bekommt auch gleich eine Diagnose, denn seine Fähigkeit ist es, mal schnell einen Haarspray zu entwickeln, der “zehnmal so lang als die herkömmlichen brennt!”, beziehungsweise, wenn der Cousin vom privaten Sicherheitsdienst zum Mittagessen kommt, sich zu Demonstrationszwecken am Handgelenk zu verbrennen und die Eltern stöhnen, wollen sie doch nicht für schlechte Erzieher gehalten werden.

Dazwischen gibt es seitenweise sprachlose Bildsequenzen, die wohl, wie weiter im Beschreibungstext steht von der “Macht und Ohnmacht, beziehungsweisen den Gewaltszenarien dieser Welt, die sowohl am Schulhof, als auch auf den Schlachtfeldern in der USA, Syrien, Afghanistan, vielleicht auch den Hinterhöfen passieren können.

Die Freundschaft einiger Superkinder mit außergewöhnlichkeiten Fähigkeiten könnte diese wohl aufhalten oder einen Gegenpart darstellen, will uns dieser Comic wohl sagen und an seine Leser weitergeben.

Schwungvolle expressive Zeichnungen, die  uns in Atem halten,  gibt es auch und nach einer kleinen Pause geht es  mit einem österreichischen Zeichner in den dreißigjährigen Krieg.

Biss zum Morgengrauen

Weiter geht es mit der Leseliste der alten Bücher, obwohl schon zwei neue zu mir gekommen sind und ich mir auch wieder ein Rezensionsexemplar bestellt habe, kommt jetzt Buch drei der 2016-Leseliste, nämlich der Erstling, der 1973 geborenen Stephenie Meyer ihrer “Twilight- Reihe”, “Biss zum Morgengrauen” und ich kann mich erinnern, daß mir Sabine, als wir  vor Jahren mal in Leipzig waren, stolz erzählte, sie würdede das jetzt lesen und zwar zum besseren Verständnis “Bis” mit zwei “ss”.

Aus dem Jugendbuchalter bin ich eigentlich heraus und für Vampire habe ich mich mit einigen Ausnahmen, auch nicht so besonders interessiert und die wären, daß es einmal bei “Milena” oder war es noch der “Wiener Frauenverlag” eine Ausschreibung zum Thema “Vampir” gegegeben hat.

Ich habe eine Geschichte geschrieben “Brief an die Herren der Akademie”, die eigentlich mit Vampiren nicht sehr viel zu tun hatte, weil ich damals, glaube ich, noch nicht viel mit ihnen anfangen konnte.

Barbara Neuwirth hat sie auch nicht genommen, die Geschichte ist dann woanders erschienen und als die Anna klein war, habe ich ihr sehr oft, den damals modernen “Kleinen Vampir” vorgelesen oder haben wir uns die Cassetten angehört?

“Dracula “, habe ich vor zwei Jahren auf Englisch, weil im Bücherschrank gefunden, auch gelesen. Das ist  schon alles an meinen “Vampir-Literaturkenntnissen”.

Ein paar andere berühmte “Vampir-Bücher” warten aber, glaube ich, noch auf meiner Leseliste und jetzt der erste Band der “Twilight-Reihe”, die inzwischen schon fast vergessen und durch anderes, beispielsweise “Shades of Grey” oder die Knausgard-Bücher, die mich eigentlich auch nicht so interessieren, ersetzt wurden.

Man hörte auch so einiges von dieser berühmten Jugendbuchreihe, die die Mädchenherzen höher schlagen ließ und es ist eigentlich ein Schlag gegen den Feminismus, nämlich ein sehr sehr konservatives Frauenbild, obwohl die ungeschickte Bella, der so viele Mißgeschicke passieren, auf der anderen Seite wieder, einen sehr selbstbewußten Ton hat und einen ebensolchen Eindruck macht.

Da ist also die siebzehnjährige Bella, die, weil sich ihre Mutter wieder verheiraten will, aus Phoenix in das Kaff  Forks kommt, weil dort ihr Vater Sheriff ist, in die Highscholl geht, beziehungsweise mit einem von einen alten Inianer abgekauften Transporter dorthin fährt. Gleich der Schwarm einiger Jungs an dieser Schule wird, sie hat aber nur Augen für den blassen Edward Cullen, einen, wie sich herausstellen wird, 1918 geborenen Vampir, der mit vier anderen blassen Wesen von Dr.Cullen, ebenfalls ein Vampir, adoptiert wurde und die Familie unterscheidet sich von anderen Vampiren, daß sie sozusagen Vegetarier sind, also nicht Menschen, sondern Bären jagen.

So weit so gut. Trotzdem verwirrt Bella Edward durch ihren Geruch, er reagiert also abweisend. Sie verliebt sich in ihn und wird jetzt gleich ein paarmal von ihm gerettet, weil sie von einem Auto angefahren wird, ein paar Bösewichte sie überfallen, wie das so ist, mit den kleinen Mädchen.

Sie bekommt dann heraus, welcher Gatung er angehört, er warnt sie auch ein paarmal vor ihr. Ihr macht das aber nichts. So folgt sie ihm auf eine Wiese und beobachtet, was bei ihm im Sonnenlicht passiert. Er verfolgt sie dafür in ihre Mädchenkammer, um sie beim Schlafen zu beobachten. Aber keine Angst, es passiert kein Sex vor der Ehe. Denn das ist ein sehr moralisches Buch und Stephenie Meyer gehört, glaube ich, auch einer christlichen Sekte an.

Sie wird dann von seiner Familie eingeladen und die lieben netten Vampire nehmen sie gleich freundlich auf und gehen mit ihr, die im Turnen und Tanzen sehr ungeschickt ist, gleich zu einem Baseballgame mitten in den Wald und da passiert ein Unglück. Nämlich ein paar Menschenjagende Vampire tauchen auf und stürzen sich auf Bella, so kommt es zu einer wahnwitzigen Verfolgungsjagd. Bella wird auch angegriffen, von Edward, der sich weigert sie, wie sie es eigentlich will, zu einem Vampir zu machen, gerettet und so wird alles gut und die Serie geht weiter.

Gibt es da ja noch den “Biss zur Mittagsstunde und  den “zum Abendrot”.

Eine Leseprobe dazu gibt es auch und verfilmt wurde das Ganze und da habe ich mich ebenfalls ein bißchen in die deutschen und englischen Versionen hineingesehen.

Blutige Steine

Jetzt habe ich die “Blutigen Steine – Commissario Brunettis vierzehnten Fall”, doch noch gefunden. das Buch stand ganz oben und ganz hinten ohne Umschlag im Regal. Ich kann das Jahr mit meiner jährlichen Donna Leon beginnen und zufälligerweise gibt es noch zwei Aktualitäten, die mir zu mindestens am Anfang bestätigten, daß es gut ist, auch ältere Bücher, der Roman ist 2006 herausgekommen und steht schon ein paar Jahre bei mir, zu lesen.

Später war ich mir dann nicht mehr so sicher. Aber wieder schön der Reihe nach.

Es beginnt für einen Roman, der am letzten Weihnachtsfeiertag und nach dem “Adventkalenderschreiben”, wo ich mit dem Korrigieren, wieder zufällig, auch  gerade fertig geworden bin, an einem Adventsonntag am Weihnachtsmarkt in Venedig, nämlich zuerst mit den Käse- und Salamiproben.

Dann wird der offizielle Markt geschlossen und die ambulanten Händler, die sogenannten “vucumpras” dunkelglänzende junge Männer aus Schwarzafrika, meist aus Senegal stammend, die ihre falschen Markentaschen phantasievoll am Boden ausbreiten, übernehmen.

Eine amerikanische Reisegruppe aus pensionierten Ärzten kommt herbei, goutiert, wählt aus und auf einmal wird diese Idylle durch ein paar “Peng-Geräusche” unterbrochen. Zwei mutmaßliche Serienkiller haben sich angeschlichen und einen der Händler, einen etwa dreißigjährigen jungen Mann niedergestreckt.

Jetzt kommt mit einer halbstündigen Verspätung auch Commissario Brunetti angefahren und ermittelt das oben Beschriebene.

Er ermittelt auch, wie die Polizei mit diesen abulanten Händlern vorgeht. Sie werden einvernommen, die Taschen abgenommen und mit einer Aufforderung, das Land innerhalb von vierzehn Tagen zu verlassen, nach Hause geschickt und meist in der nächsten Woche wieder verhaftet.

Weil man nicht weiß, wie der Tote heißt, versucht sich Brunetti auch schlau zu machen, wo die Afrikaner leben und wer an sie vermietet. Das alles wurde sehr langatmig und auch sehr genau geschildert und erschien mir in Zeiten, wie diesen, wo Frauen von alkoholisierten arabisch aussehenden Männern in Köln und Hamburg angegriffen und beraubt wurden und alle reden herum und winden sich, fürchten sich vor Fremdenhaß und schlechter Stimmung, statt da einzugreifen, wo es wirklich nötig ist und damit meine ich keine Ausweisung oder verschärfte Grenzkontrollen, die  ohnehin nichts nützten, höchst aktuell, für einen zehn Jahre alten Roman, der vor einiger Zeit im Schrank gelegen ist.

Dann wird es allerdings platter, beziehungsweise geht es offenbar nach dem schon gewohnten Donna Leon Muster weiter. Mit dem Konflikt zwischen Brunetti und seinem unfähigen Chef dem Vize-Questore Patta, der ihm wieder von dem Fall abzieht, so daß der Comissario intrigieren, ein falsches Handy etcetera, verwenden muß.

Vorher hat er sich,  beziehungsweise seine Frau Paola aber über seine Tochter Chiara geärgert, die beim Essen achtlos einwirft, “Das war ja nur ein  vucumbra!”

Haben die Brunettis eine rassistische  Tochter herangezogen?, ärgert sich die Mutter und beschiimpft das Mädchen. Später wird sie dann eine iranische Arzttochter als Freundin nach Hause bringen und das ist wieder gut.

Während sich Brunetti inzwischen in ein Wohnhaus begibt, das an die Schwarzen vermietet wurde. Dort herscht Armut und Elend, aber große Freundlichkeit, obwohl die Mieter dem Polizisten gegenüber mißtrauisch sind. Der verhält sich auch ein wenig tolpatschig. Dann geht er in die Dachkammer und findet in einem Salzpäckchen wertvolle ungeschliffene Rohdiamanten und auf einmal ist klar, das ist das Zimmer des Ermordeten, obwohl man von ihm nicht  einmal den Namen weiß.

Brunetti schnappt die Diamanten und gibt sie einem väterlichen Freund, einem Juwelenhändler, um Weiteres über sie herauszufinden.

Aber jetzt ist schon Patta gekommen, hat den Commissaro abgezogen, weil Rom, das Innen- und das Außenministerium übernimmt und sogar die Computer werden gehackt, damit der Fall verschwindet.

Das ist bei Signora Elettra zwar nicht möglich und Brunetti hält sich ebenfalls nicht an seine Anweisungen. Er hat auch den einflußreichen Schwiegervater. Einen Mafiaschwiegersohn hat er vorher auch erpresst und sein Schwiegervater spielt ihm dann auch Informationen zu, wie es  gewesen ist.

Die Al- Qaida spielt eine Rolle, ein paar Terroristen werden noch erschoßen und eine  Notiz steht in der Zeitung “daß die Gruppe Mailänder Förderbetriebe für Öl einen zehn Jahresvertrag mit der Regierung von Angola abgeschlossen habe, der ihnen die Exclusivrechte auf Förderung und Abbau von Rohstoffen im Ostteil der ehemaligen portugiesischen Kolonie garantiert”.

Da gibt aber noch die Diamanten auf der Bank, die der Juwelenhändler dort deponiert hat. Die werden jetzt für einen guten Zweck an einen Geistlichen, eine männliche Ute Bock, habe ich verstanden, übergeben, damit er Gutes für die Hilfsbedürftigen machen kann.

So weit, so what und ich habe schon einige Donna Leons gelesen, man findet sie ja häufig in den offenen Bücherschränken und habe ja auch einmal die Erfahrung gemacht, daß die Filme besser, als die Originale sind.

Es ist aber immer das selbe Muster, wie bei anderen Krimis auch.

Es werden aktuelle Themen aufgegriffen und dieses war es offenbar schon vor zehn Jahren, dann wird eine etwas aufgesetzte Handlung daraus gemacht,  die Leser haben ihre Spannung und die Aussage von Donna Leon ist ja meistens, die Korruption Italiens oder deren Polizei, die Steuerhinterziehung, das Computerhacken, etcetera, also ein pessimistisches Bild.

Bei “Amazon” habe ich schon, als ich von der aktuellen Thematik noch sehr begeistert war, die negativen Lesermeinungen gelesen, die mit dieser Fallabgabe und den Winkzügen, die dann Brunetti anstellen muß, nicht so begeistert waren.

Nun das hat mir auch nicht gefallen. Ein Commissario, der seinen Chef bellügt und betrügt und gefundenene Diamanten, wenn auch für einen guten Zweck, verscherbelt.

Aber das ist wahrscheinlich die Strahlkraft von Kriminalromanen und warum wir sie so gerne lesen. Ein Donna Leon-Fan, war ich, glaube ich nie. Habe aber etliche Bücher von ihr angesammelt, schreibt sie immer wieder und immer neue, weil die Leser das wahrscheinlich haben wollen.

Es warten noch ein paar andere Donna Leons auf meiner Leseliste. Neue werde ich mir wahrscheinlich nicht mehr aus dem Kasten nehmen.

Dies Herz, das dir gehört

Jetzt gehts an den Anfang der 2016-Leseliste und zu einem Buch von Hans Fallada aus dem “Aufbau-Verlag”, das ich 2013 aus der “Abverkaufskiste” von “Malota”, den es nicht mehr gibt, gezogen habe.

Dann habe ich es zuerst auf die 2013 Leseliste getan und dann irgendwie, wegen des Ungarn-Aufenthalts wahrscheinlich, umgetauscht und jetzt beginne ich das neue Jahr und meine “Alte Bücher Challenge” mit einem Buch von Hans Fallada oder Rudolf Dietzen, wie der 1893 in Greifswald geborene, wirklich geheißen hat,  von dem ich, die Bücherschränke machen es möglich, schon einiges gelesen habe und einiges, wie beispielsweise den “Blechnapf” oder die “Bonzen” habe ich eher langatmig empfunden, dieses Buch überraschenderweise nicht, was vielleicht damit zu tun hat, daß es “Aufbau” erst in den Neunzehnneunzigerjahren herausgegeben hat und daß es, wie im Klappentext steht, 1939 eigentlich ein Nazi-Propagandafilm mit Zarah Leander werden sollte. Der ist dann nicht zustande gekommen. Das Buch ist aber, wie ein Filmscript mit sehr viel Dialog geschrieben und das macht es es spannender, als das andere, das ich von Fallada gelesen habe.

Es geht, könnte man sagen, um die “Fallanda- Themen”, die kleinen Leute am Alexanderplatz oder auch um eine Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann aus gutem Haus und einem reschen feschen Fräuleinvom Land, beziehungsweise Verkäuferin in der Markthalle.

Hannes und Hanne und es geht gut aus, wie ein Märchen, steht im Klappentext und ich liebe ja Courths-Mahler. Ähnlichkeiten zum heutigen Leben gibt es auch, nicht nur, weil die Hanne ein Kopftuch trägt, wenn sie ihre Äpfel und Zitronen verkauft.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert, der erste Teil beginnt mit einem Arbeiteraufstand. Eine Fabrik soll wegen Arbeitsmangel, auch sehr aktuell, geschlossen werden.

Die Arbeiter stehen davor und wollen hinein, da kommt der junge Herr Johannes, dem mit seiner Mutter und dem älteren Bruder, die Fabrik gehört und verspricht den Arbeiter das mit der Familie zu regeln.

Er kann sich gegen seinen Bruder aber nicht durchsetzen. So geht er nach Amerika, wird dort selber Arbeiter und fährt mit dem Scheck der Mutter wieder nach Haus, nachdem er es nicht aushält, am Fließband nur Muttern zu drehen.

Er kommt krank in Hamburg an, verpasst die Mutter, kommt dann nach Berlin, verläßt die Villa aber wieder, nachdem er hört, wie sein betrunkener Bruder über ihn spricht und geht in die Martkhalle am Alexanderplatz, um sein Schicksal, nämlich seine Hanne kennenzulernen.

Für sie schleppt er gleich Kisten, obwohl er doch Fieber hat, sie bringt ihn  in ihr Mädchenzimmer, im Haus der Tante, an deren Marktstand sie bedient.

Eine Intrige gibt es gleich auch und einen Diebstahl in den Hannes verwickelt wird. Das tapfere Mädchen läßt ihn aber nicht im Stich, so lebt sie mit ihm in wilder Ehe. Er wird Prokurist bei einem Händler,  will nicht nach Hause und kann sie deshalb nicht heiraten, weil er keine Papier hat.

Das geht bis zum dritten Akt gut, dann kommt wieder eine Intrige. Der Bösewicht schmeißt eine Kiste auf Hanne, er stürtzt sich vor, liegt darauf im Koma, so daß Hanne nicht umhin kommt, die Mutter zu verständigen, die sich ohnehin schon die Augen, um ihren Jüngsten ausgeweint hat. Alles wird gut und die Hanne eine resche fesche Fabriksbesitzerin mit “56  Lieferautos und 43 Buchhalter” wie die Tante sagt.

Fein, daß kein Nazifilm daraus geworden ist und fein, daß “Aufbau” Fallada jetzt wieder herausgibt. So ist “Jeder stirbt für sich allein” vor ein paar Jahren erschienen. Das müßte ich noch lesen,  der “Trinker” kursierte kürzlich im Netz und “Der kleine Mann” steht, glaube ich, auf der Frühliings-Aufbau-Vorschauliste.

Und noch eine Verlinkung zu einem nie gedrehten Nazifilm

Ein Geschenk des Himmels

Das neue Jahr beginnt mit den Harland-Büchern und da gab es ja einmal vor ein paar Jahren, war es 2012 oder 2013 oder danach beziehungsweise davor, einen Abverkauf bei “Thalia” und ein Geschäft in der Wiener Straße wurde auch geschlossen.

Von da stammen, glaube ich, die KuttnerBücher und der Naipaul, der, glaube ich, ein paar Cent kostete und Siri Husvuedts “Der Sommer ohne Männer”, das eigentlich an erster Stelle steht, aber das passt ja zu den Sommerbüchern, also habe ich nach Buch zwei begriffen und mit Anne Enrights “Ein Geschenk des Himmels” begonnen.

“Erlebnisse einer Mutter” steht noch auf dem Cover und als Illustrationen baumeln auf einer Wäscheleine verschiedene Kuscheltierchen.

Aha, interessant, ein paar Seiten weiter steht dann natürlich “Roman”, weil das, wir wissen es schon, die Verlage es so wollen oder das auf die Käufer schieben.

Es ist aber keiner, es ist ein “Memoir” oder ein “Personal Essay”, wie ich aus den Schnupperworkshops des Writersstudio weiß. Der Unterschied ist mir jetzt selbst nicht ganz klar, ich würde es beiden Gattungsbegriffen, die es im Deutschen ohnehin nicht gibt, zuordnen und es passt auch, obwohl ich meine Tochter ja schon 1984 geborenen habe und mich in dem Jahr davor für die Erlebnisse einer Mutter wahrscheinlich mehr interessierte und mir solche Bücher in der Frauenbuchhandlung in der Langegasse auch kaufte.

Aber zu der  1962 geborenen Bestsellerautorin, die jetzt wieder ein neues Buch herausgegeben hat, verbindet mich auch eine besondere Geschichte.

Hat sie ja 2008 als es die Buch Wien das erste Mal gab, ihr “Booker-Preisbuch” “Das Familientreffen” im “Freud-Museum” vorgestellt.

Ich wollte hingehen, die Troubles wegen dem “Ohrenschmaus-Lyrikpreisträger”, der sein Gedicht von Astrid Lindgren abgeschrieben hatte, hinderten mich aber daran, dank der offenen Bücherschränke ist mir Anne Engright aber im Gedächtnis geblieben, so habe ich einen Erzählband vor einigen Jahren dort gefunden und deshalb wahrscheinlich auch begierig nach dem “btb” Taschenbüchlein gegriffen, ohne mich zu überzeugen, ob das wirklich ein Roman ist, was da als solcher angeboten wird.

Das heißt, ich habe es wahrscheinlich sowieso angenommen, den Untertitel und die Kuscheltierchen verdrängt und war jetzt erst erstaunt, daß es Geschichten um das Mutterwerden sind, die ich da zu lesen bekomme.

Üblicherweise sind solche Bücher ja  Zusammenfassungen von Kolumnen, von Doris Knecht habe ich so ein  Buch am Stapel liegen und von Daniel Glattauer, hier ist das aber, glaube ich, nicht so und ein bißchen habe ich mir, wie man vielleicht merkt, mit dem Thema schwergetan, obwohl meine Tochter Anna jetzt gerade besonders häufig in Harland ist, um an dem Haus, das ihr Opa einmal für sie begonnen hat, fertigzubauen und die Erinnerungen an meine eigene Schwangerschaft, Geburt und die Zeit mit dem kleinen Kind, natürlich kamen, aber und das war vielleicht das Problem, sie unterschieden sich sehr von denen in dem Buch präsentierten, die ich manchmal ein bißchen zu künstlich, zu lustig, zu aufgesetzt, für den Markt oder zur Unterhaltung der Mütter und Schwangeren empfunden habe.

So beginnt es auch gleich mit einer Entschuldigung. Anne Enright entschuldigt sich bei den Nicht Müttern sich so wichtig zu nehmen und bei den Mütter wahrscheinlich, daß ihre Erlebnisse so sind, wie sie sind und dann geht es los in den verschiedenen Kapitel, das erste beginnt mit der Schwangerschaft oder Annäherung an das Mütterwerden.

Anne Enright hat zwei Kinder, ein Mädchen und einen Buben und den besten Ehemann der Welt, namens Martin und sie ist erst sehr spät Mutter geworden und hat sich, wie sie schreibt, irgendwie blitzartig dazu entschieden.

Eines Morgens ist ist aufgewacht und hat gedacht, jetzt ist es soweit. Bei mir war es so, daß ich immer wußte, daß ich ein Kind wollte, aber erst mit meinen Studium fertig werden mußte, dann habe ich ein Inserat im “Falter” aufgegeben, aber auch dann habe ich erst eine Stelle, den halben Assistenposten auf der HNO gebraucht und ab dann ist es es eigentlich sehr einfach und von selbst weitergegangen.

Ich hatte eine Hausgeburt und habe dazu die Hebamme gewechselt, das heißt bei der Silversterparty bei Matrtin und Gerlinde, wo die erste eingeladen war, hat sie mich zur Seite genommen und gesagt, ob mir ein Tausch etwas mache, sie würde nämlich gerne zu der Zeit nach Südamerika oder sonstwohin fahren.

Anne Enright die in einem Spitel, einer Gebärklinik entbunden hat, ist etwas ähnliches passiert, die eine Gebärhelferin sagte,”Ich gehe jetzt nach Hause, Sally wird dir jetzt beistehen”.

Es ist überhaupt viel los auf der Geburtstation, die Wehen kommen, aber nicht die Kleine, so wird Martin weggeschickt und wieder hergeholt und die Idee von der natürlichen Geburt, die eigentlich geplant war, aufgegeben, bis schließlich alles klappt und Anne Enright es ein paar Jahre ein zweites Mal wiederholt.

Diese Erlebnisse schreibt sie später am Küchentisch, während die Kinder schlafen, erinnert sich an die Namensgebung und auch daran, daß sie ihrem Mann einmal sagte, daß sie eigentlich auch ein drittes Kind wollte, der war dann wohl nicht so einverstanden.

Ansonsten werden die ersten zwei Lebensjahre der Kleinen beschrieben und die Veränderungen, die bei der Mutter dabei vor sich gingen, das Gefühl am Anfang nicht gehen zu können, die Veränderungen des Körpers, die Geschichte mit dem Milchfluß und dem Stillen, das sind Erinnerungen, die ich so nicht habe, obwohl sich der Körper während der Schwangerschaft natürlich verändert, man in dieser Zeit rotzt und kotzt und einer der Körper später wehtut und ich die Anna glaube ich auch ein Jahr oder mehr gestillt habe.

Anne Enriht hat ihre Mutter vorher gefragt, wie eine Schwangerschaft ist “Es tut weh, aber man vergißt es!”, hat die ihr geantwortet.

Dem widmet Anne Enright ein Kapitel, in dem sie d zu erklären versucht, wie das sein kann, daß man obwohl man ja weiß, wie es ist, das Ganze ein Jahr später und gegebenfalls noch zehnmal oder öfter wiederholt. Da spielt die Natur wohl mit, um die Menschheit nicht aussterben zu lassen und ich kann von mir nur sagen, ich wollte ein Kind, im Gegenteil zum Alfred aber kein zweites. Auch, um die Schwangerschaft und die Geburt nicht noch einmal zu erleben und die Geburt war schmerzhaft, aber als das Kind  da war, war es vorbei und ich habe gedacht “Ich habe es so gewollt und es gehört dazu!” Ansonsten war auch meine natürliche Geburt keine sehr natürliche, das Licht hat gebrannt, das Radio war an und, daß man die Nachgeburt im Garten vergraben hätte können, ist mir erst später eingefallen.

Dann kommt ein sehr langes Kapitel, das sich “Babies: Ein Ratgeber für Mütter” nennt und, wo in nicht alphabetischer Reihenfolgen verschiedene Themen behandelt werden, eines davon heißt “Hausgeburt”, auf das ich natürlich sehr begierig war. Seltsamerweise handelt es dann nicht von einer solchen, sondern über die “Erfahrungen beim Überrollen eines Kleinwagens”

Ein anderes widmet sich den “Socken” und rechnet aus, daß eine Mutter ein Jahr ihrers Lebens damit verbringt, dem Baby die Söckchen, die es auszog wieder anzuziehen, weshalb Anne Enright ihr Kleines solange es ging in Strampler hüllte.

Auch eine Erfahrung, die ich nicht nachvollziehen kann. Ein Kapitel widmet sich dem “Buggykauf” und das Kapitel vorher ist der “Wissenschaft”, nämlich, den verschiedenen idiotischen Untersuchungen gewidmet, die nachweisen wollen, was Babies dumm, klug oder etcetera macht.

Am Schluß geht es dann an die “Sterblichkeit” und da erzählt Anne Enriht wieder von sich. Nämlich, daß sie während der Pubertät an Krebs erkrankte, was für ihre Eltern schlimm, für sie eher harmlos war. Viel wichtiger war es mit einer Freundin eine heimliche Zigarette zu rauchen. So begab sie sich auch locker zu Operation und wunderte sich gar nicht, als der Arzt nacher “Alles in Ordnung!”, sagte. Das heißt, sie wunderte sich nur über ihre Mutter, die zum Telefon sprang, um den Vater anzurufen und ihrer Tochter dann verriet, daß die Ärtin gemeint hätte, daß sie sterben würde.

“Aber sag das nicht weiter!”

Es gab dann auch noch einen Selbstmordversuch und einen Aufenthalt in der Psychiatrie, bevor es wieder zu dem Baby und den Erfahrungen einer Mutter, beziehungsweise an das Ende des Buches geht.

Ein Buch das mich vor dreißig Jahren wahrscheinlich mehr interessiert hätte, aber da war es noch nicht geschrieben und Anne Enrights Kinder noch nicht geboren. So finde ich den Ausflug einer Bestsellerautorin in den “Personal Essay” oder “Memoir-Bereich” interessant und denke, daß die Verlage wahrscheinlich wollen, daß ihre Bestsellerautoren auch mal was Persönliches schreiben.