Aus der Sommerfrischenschreibwerkstatt

Das zweite Sommerfrischenwochenende ist angebrochen und momentan ist sehr heiß und die, die mich schon länger lesen, wissen, daß ich ja jedes Jahr sehr euphorisch in meine Sommerfrische, das heißt in das Haus von Alfreds Eltern in Harland bei St. Pölten, gegangen bin und auch viele Schreibepläne hatte, denn öfter habe ich ja mit einem Projekt neu angefangen und wahrscheinlich immer an einem geschrieben und ich habe auch speziell in der Zeit wo es noch keine Wochenenden waren, das Ganze sehr zelibriert, denn bei mir ist es ja immer die Frage, bin ich jetzt eine Hobby oder eine richtige Autorin?

Ich sage das Zweite und Schreiben ist mein Lebensinhalt und nicht ein bloßer Zeitvertreib. Da ich aber nicht davon leben kann und immer meine Praxis hatte, beziehungsweise vorher psychologisch tätig war, auch keine Stipendien bekommen habe, war es zwar scheinlich anders, als bei den Autoren, die im Sommer in eine Stipendiatswohnung, nach Rom, Venedig etcetera, gegangen sind.

Bezüglich Venedig habe ich ja einmal auf Anraten der Ruth eingereicht und die Antwort bekommen, daß mein literarisches Schreiben leider, leider zu gering wäre, fast fünfzig Jahre schreiben und fast fünzig Bücher, damals waren es ein paar weniger, sind aber, glaube ich, genug und so habe ich einmal vor ein paar Jahren mir sozusagen selber ein Stipendiuum verliehen, gesagt, ich bin jetzt St. Pöltner Stadtschreiberin, habe ein schönes kleines Büchlein genommen und bin damit mit dem Rad, wie ich es ja regelmäßig mache, herumgefahren, in Richtunng Herzogen– oder Wilhelmsburg und es sind auch ein paar schöne Texte dabei entstanden.

Die “Dreizehn Kapitel” sind dabei entstanden, “Die ereignisreichen Sommererlebnisse” und noch vieles anderes.

Ich habe einmal, als ich noch nicht bloggte, als es da ein Gewinnspiel beim “Standard” gab, bei dem man einen Gratisplatz in einer Schreibwerkstatt gewinnen konnte, den ich natürlich nicht bekam, mir vorgenommen, das in Harland doch einfach selbst zu machen und bin dann daraufgekommen, daß ich gar nicht wußte, wie ich sowas tun soll und dann, glaube ich, nur beim Radfahren einen Krimi gelesen habe und in der Badewanne einen der “Klagenfurter-Texte”, den es immer über das jeweilige Bachmannpreislesen gab.

Heute hätte ich damit kein Problem, habe ich das doch in der Schreibgruppe gelernt, jeweils zu einem Thema zwanzig Minute einen Text zu schreiben, bin aber derzeit ohnehin mit meinen neuen Text beschäftigt, daß ich über den Sommer entstehen lassen will.

Das wäre ja eine schöne Idee für eine Sommerschreibwerkstatt einfach mit dem Büchlein herumzufahren, zur Seedose vielleicht, um einen Kaiserspritzer zu trinken, in die Bücherzelle zu schauen, Notizen machen und den Roman kommen und gehen lassen, soviel Zeit ist dazu wahrscheinlich ohnehin nicht, denn mein Harlander Programm ist ja eigentlich sehr strukturiert.

Donnerstag Abend kommen wir an, ab nächster Woche, wenn die O-Töne problemlos zu besuchen sind, wahrscheinlich sehr spät und am Freitag würde ich eigentlich in Richtung Wilhelmsburg fahren, entweder in die Stadt oder auf die Ochsenburg hinaufmarschieren, am Samstag treffen wir uns regelmäßig auf dem Markt mit der Doris Kloimstein, machen dort einen Büchertausch, am Sonntag Rudolfshöhe, der Montag wäre dann noch für das Schreiben, wenn wir nicht, weil der Alfi eine Sitzung hat, da nicht schon zurückfahren, sehr viel Zeit für das Projekt bleibt also nicht, obwohl ich vorigen Sonntag Abend und am Montag, die zehn Seiten und zwei Szenen geschrieben haben.

Jetzt habe ich die Korrektur vom “Fräulein No” von mir, das mir der Alfred endlich ausgedruckt hat, bevor es an die dritte Szene geht, von der ich schon eine ungefähre Vorstellung habe und etwas Erfreuliches gibt es auch zu berichten.

Ich habe mir ja, als das “Zweite Literaturgeflüsterbuch” fertig war, gedacht, ich mache jetzt eine große Aussendung. Dann kam das Buch mitten in der Corona-Krise und des Lockdowns und ich dachte das passt jetzt gar nicht mehr so, habe es aber trotzdem an den Manfred Müller von der “Gesellschaft”, der Frau Danielcyck von der Kulturabteilung der Stadt Wien und den Gerhard Ruiss geschickt und dann keine Rückmeldung bekommen, beziehungsweise den Gerhard Ruiss, der der heurige “H. C. Artmann- Preisträger” ist, auf der Demo “Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur” gefragt, ob es es bekommen hat?

Er hat genickt und die Frau Danielcyck am Mittwoch im Cafe Prückl auch, die hat mich und das find ich toll, obwohl die Einschreibungsbedingungen natürlich nicht passen, gleich ermuntert, für die “Buchprämie” einzureichen.

Da habe ich gar nicht gewußt, daß es das auch bei der Stadt Wien gibt. Bei denen des Bundes, war ich einmal in der Jury. Die Einreichungsfrist war, glaube ich, auch schon knapp vorbei. Aber das war bei der Jury für den Bloggerdebutpreis auch und das wäre ja ein Erfolg, den ich bezüglich meiner Selfpublisherinitiative hätte.

Denn die hat ja einiges gebracht, ein Interview mit der Studentin, die eine Dissertation darüber schreibt, ein Interview mit Cornelia Stahl, das inzwischen gesendet wurde, jetzt müßte sich nur mehr der Manfred Müller melden oder ich ihn sehen, was aber, weil die ja nur Online- Veranstaltungen hatten und jetzt ja sowieso Sommerpause ist, wahrscheinlich nicht so schnell passieren wird und was die versäumten Termine betrifft, hätte ich noch was zu vermelden, denn in der “Alten Schmiede” hätte ja im Mai wieder ein Lyrik-Festival stattfinden sollen, hat natürlich nicht, aber die “AS” hat einige Bücher der Autoren, die dort gelesen hätten, verlost.

“Einsendeschhluß heute!”, habe ich am Tag darauf bei Facebook gelesen und nachgefragt, ob man sich noch bewerben kann, keine Antwort, bis auf vorigen Montag, wo mir Jana volkmann mitteilte, daß ich ein Buch gewonnen habe, jetzt muß es nur noch aus Deutschland kommen, das dauert oder dauerte Corona bedingt ja ein bißchen länger, aber wieder mal sehen, ich bin sehr gespannt und versuche trotz Corona meinen Sommer zu genkeßen und das gelingt, glaube ich, auch durch die schönen Maskengedichte, die mir die die Doris Kloimstein seit einiger Zeit so schön kommentiert, ja derzeit besonders freut.

Regelmäßig schreiben

Jetzt habe ich mit dem neuen Projekt “Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman”, begonnen,  an dem ich schon seit Jahresbeginn plane und in den letzten drei Schreibgruppen oder auch in der letzten mit der Doris Kloimstein ein bißchen daran gearbeitet habe. In der Jänner bis März Schreibgruppen waren es aber die selben Romananfänge, die Magdalena geht vom Literaturhaus nach Hause und überlegt, je nach dem damaligen Thema, was soll ich jetzt in meiner Pension beginnen? Sieht das weiße Autor mit den drei Personen, damals waren es noch der Chirurg, der Psychiater und die Schwester Hildegard und es gab auch einen Psychiatrieaufenthalt, der Magdalena, von dem ich jetzt aber weg bin, während ich inzwischen den Momo Shalir und die Nastasja Stankic, den Nachbarn und die Supermarktkassiererin dazu bekommen habe und die Magda- Lena, die Tochter, die Flüchtingsbetreuerin in Graz ist und einen noch nicht so ganz klaren Konflikt mit ihrer Mutter hat, gibt es auch und ich habe in dem letzten halben Jahr nur sehr wenig an dem Projekt gearbeitet, denn da habe ich  hauptschlich neben meiner Praxis an der “Unsichtbaren Frau” korrigiert.

Dadurch hat es sich in der Invensivität natürlich verwischt und auch verändert und jetzt, da ich seit einer  Woche mit dem Korrigieren fertig bin, ich fürchte ich habe zwar wieder einen Fehler entdeckt, aber ich bekomme es, wenn der Alfred mit dem PDF fertig ist, ohnehin noch zum Korrigieren, bin ich, wie durch einen Wunder oder ausnahmsweise einen guten Zufall in einen Flow hineingekommen.

Denn das ist ja, glaube ich, mein Problem beim Schreiben, die Hemmung, ich habe es in den letzten Schreibartikel schon so beschrieben. Das Denken, es wird nicht, ich kann nicht, das ist nicht so gut, wie es soll, die mich am Hinsetzten und Beginnen hindert und ich habe dann meistens auch kein so gutes Gefühl sondern einen Widerwillen, obwohl ich den natürlich überwinde und auch schon sehr viel geschrieben habe, aber ich bin vielleicht doch nicht so dicht dabei, wie es sollte und das dürfte jetzt anders sein, denn die letzten Tage waren bezüglich Text sehr produktiv.

Da habe ich mich einmal vor einer guten Woche hingesetzt und das Konzept aufgeschrieben und das ziemlich sehr genau und dicht, dann mir die schon vorhandenen Textstellen und, die sich darauf beziehenden Textstellen ausgedruckt, die Charakterbögen für die Magdalena, die Magda, den Momo, die Nastasja und die Maria Mallatschek, das ist die demente Dichterin, die plötzlich konkret zu schreiben anfängt und vom Momo betreut wird, gemacht.

Wie weit der OA Rössler und die Sofia Böhm eine eigene Stimme bekommen ist, mir noch nicht ganz klar, denn ich bin ja keine Schneeflockenplanerin, sondern schreibe mir ein ungefähres Konzept, das diesmal recht dicht ist und hantle mich von Szene zu Szene weiter und mit der ersten habe ich am vorigen Samstag begonnen, das ist die Quintessenz, der drei Schreibgruppenvarianten könnte man so sagen, aber viel dichter und viel länger.

Die Magdalena geht vom Literaturhaus, wo sie bei einer Lesung von Mario Wurmitzers “Im Inneren Klavier”, denn das Buch habe ich am Freitag im Seedosenschrank gefunden, wow, nach Haus, sieht das Auto, denkt, was fange ich mit der Pension an, denkt an Magda in Graz und beschließt einen Roman zu schreiben, weil sie das immer schon gerne wollte, aber im Laufe ihres Berufslebens darauf vergessen hat. Das war eigentlich sehr dicht und dann ist noch etwas passiert, was ich im vorigen Artikel beschrieben habe. Ich habe von Jurenka Jjurk vom “Schreibfluß” nämlich eine Einladung zu einem Schreimanagementseminar bekommen. Die hat immer ein genaues Programm und ein Webinar dazu, das ich mir angehört habe. Daß ich eigentlich ganz gut im Zeitmangament bin, habe ich auch gewußt, aber wenn mir plötzlich eine Stunde ausfällt, ich denke, ich sollte jetztschreiben, aber nicht so richtig im Fluß bin, wird nichts daraus, beziehungsweise die Szene schlecht. Daß aber bei solchen Zweifeln ein Freewriting hilft, habe ich mir auch gedacht. Also habe ich mich zwischen dem Romanplanen ein bißchen mit Jurenka Jurks Projekt beschäftigt, die noch ein Webinar dazu hatte und  meint, weil sie ja wahrscheinlich hauptsächlich berufstätige Klienten hat, man sollte, um den Roman fertig zu kriegen, regelmäßig schreiben. Jeden Tag von fünf Minuten bis zu einer Stunde oder so und das ist es, was ich in den letzten Jahren eher nicht praktizierte. Da geht es ja so, ich habe immer das momentane Projekt und dann das nächste in Planung. Da mache ich, während ich am Alten korrigiere, Notizen in mein kleines derzeit graues Buch, dann bin ich mit dem Korrigieren fertig und ich fange mit dem Schreiben an, habe da im Buch die Szenenfolge und schreibe, die dann mehr oder weniger intensiv und störungsfrei hinunter, bin so zwischen vier, wenn ichs beim “Nano” tue oder sechs Wochen mit dem Rohkonzept fertig und dann korrigiere und korrigiere ich ein paar Wochen bis Monate lang, bis es soweit sitzt, daß ich es dem Alfred geben kann und konzipiere dann wahrscheinlich schon das nächste, schreibe also nichts.

Wenn man genau ist, könnte man sagen, ich schreibe, die sechs Wochen am Rohkonzept und das cirka ein bis zwei Mal im Jahr und den Rest plane oder korrigiere ich. Ich bin zwar immer, auch wegen dem Blog auf dem ich ja auch sehr viel über mein Schreiben und meinen Schreibprozeß schreiben, bei meinem Schreiben, aber täglich schreiben und wenn es auch nur die fünf Minuten sind, halte ich für mich für unmöglich, denn das wären dann die Seiten, die nachher wegkommen, aber irgendwie gehört, das wohl auch zum Schreibfluß und zu der Schreibarbeit dazu, wie Jurenka Jurk, glaube ich, in ihrem letzten Webinar so sagte, denn sie meint, auch das Recherchieren und das Planen ist ja Schreibarbeit und dann stimmt es wieder, denn irgendwie bin ich immer bei meinem Projekt entweder bei dem in Planung oder dem in Überarbeitung und wahrscheinlich befeuert durch das Webinar, habe ich das letzte Wochenende auch sehr viel geschrieben und es geht auch sehr gut, ich klopfe auf Holz und hoffe, daß es sich nicht so schnell ändert.

So habe ich dann am Sonntag, die erste Momo-Szene geschrieben, dann kam heute, die erste der Nastasja und dann noch eine mit der Magda-Lena und geplant habe ich vorläufig sieben. Die nächste wird dann die sein, wo die Magdalena zu schreiben beginnt, dann stellt sich die Maria Mallatschuk vor und erzählt ihrer Nichte Ruth, daß sieMatthes Enck, ihren früheren Verehrer, drei jahre älter, als sie, jetzt regelmäßig besucht und sie mit ihm auf einen Ball gehen wird “Aber der Tante ist doch schon fünfzehn Jahre tot!”, sagt entsetzt die Nichte und die Nastasja beschließt mit Phil Körner, dem tätowierten Liedermacher zu seinem Konzert ins Amerlinghaus zu gehen.

Zwanzigeinhalb Seiten, vier Szenen und 10250 Worte sind es schon. Der Konfklikt mit derMagda-Lena ist, wie beschrieben noch nicht so ganz klar und, wie das mit dem Roman werden wird, ob die Magdalena jetzt ihr Leben oder den Roman mit OA Rössler und Sofia Böhn hineinstellt, ist auch nicht so ganzu klar.

Ich habe aber ein gutes Gefühl, bin sehr motiviert, nehme mir vor dran zu bleiben und mich auch von dem “Du kannst es nicht oder es wird doch nicht so wie du es willst oder es wird sich wieder niemand dafür interessieren!”, aus dem Konzept bringen zu lassen. Ich schreibe so gut ich es kann und das schon über vierzig Jahre und sehr viel und wenn die Coming of AgeJungautorien ihr Sex und Crime in einem Schwung auf das Papier bringen, kann ich das mit meinen depressiven Frauen und der Realisitik höchstwahrscheinlich auch tun  und werde jetzt wahrscheinlich in der nächsten Zeit intensiv schreiben, zwar höchstwahrscheinlich doch nicht täglich, weil ich an den Praxistagen nicht so dazukommen werde und in der Schweiz wahrscheinlich auch nicht, aber das Konzept, um den Fahrplan nicht zu verlieren hilft, wahrscheinlich sehr und auch die täglichen Notizen, das weiter Planen und wenn ich eine Szene geschrieben habe, korrigiere ich sie zuerst mal durch und wenn ich dann, was immer wieder mal passiert, irgendwie stecke bleibe und nicht weiterkomme, korrigiere ich das Ganze von vorn und habe so höchstwahrscheinlich auch schon meine Schreibrituale, um im Schreibfluß zu bleiben, schließlich schreibe ich schon sehr lang und  auch sehr viel.

Nach einer Handlung suchen

Daß ich eigentlich keine Ahnung habe, worüber ich schreiben will, hat mein kritischer Kritiker vorige Woche scharf erkannt. Das heißt, daß ich schreiben will, das weiß ich, dann habe ich eine Idee und springe los. Schreibe eine Weile vor mich hin, schreibe mich in den Graben oder schreibe fertig und habe dann das Gefühl, daß es das nicht ist, was ich wollte und noch nicht reicht, weil ja leider auf meine “Vorschauen” und meine “Buch-Präsentationen” mit dem Bild kaum eine Reaktion kommt und die Bücher, die ich herzeige, weil ich ja zwei immer in meiner Handtasche trage, finden auch kaum Beachtung, weil “Du hast ja schon soviel!”, “Das haben wir schon gesehen!”, höre ich da und öfter auch, daß man das Buch schon da oder dort stehen sehen oder eine Rezension gelesen hätte, was eigentlich nicht stimmen kann, denn ich schicke ja inzwischen nur mehr sehr wenig aus. Eigentlich nur mehr in die Nationalbibliothek und in die “Alte Schmiecd”, wo die Bücher aber dann nicht öffentlich sind und eines lege ich seit kurzem mit einer Widmiung in den Bücherschrank.

Ich arbeite dann meistens gleich am Nächsten weiter, nehme mir dafür viel vor, meistens mindestens ein Jahr daran zu arbeiten, weil ich ja irgenwie ein schlechtes Gewissen habe, daß ich zu schnell und zu flüchtig bin. Was aber nicht sehr gelingt und wenn ich dann zu Recherchezwecken meine älteren Bücher lese, bin ich manchmal erstaunt, wie gut das eigentlich bist, obwohl das keiner merkt und die Kritiken, die bisher kamen, eigentlich sehr negativ waren.

“Wow so was schlechters habe ich schon lange nicht gelesen!”, das steht ja schon hier und stand einmal in der “Literatur aus Österreich” bezüglich der “Hierarchien

Das heißt ich habe schon ein paar Rezensionen, der liebe Otto hat mir ein paar wohlwollende geschrieben, der Helmuth Schönauer tut das auch gelegentlich, ebenfalls die Petra Ganglbauer im “Ganway-Magazin” und manchmal bekomme ich auch positive Reaktionen von meinen Lesern.

Trotzdem die gefühlte negative Kritik bleibt und das Gefühl nicht schreiben zu dürfen oder  zu können, die Lizens dazu nicht haben,  das nicht zu können, zu gehemmt zu sein.

Das habe ich eigentlich noch immer, wenn ich mich über etwas Neues setzte und das ist warhscheinlich auch der Grund, warum ich so schnell und wahrscheinlich auch so flüchtig mit einer Idee nach vorne presche. Dann habe ich es hinter mir und ich habe früher sicher, als ich meine Sachen noch an Zeitschriften und Verlage schickte, sie unfertig ausgeschickt, eben weil ich es nicht besser konnte und froh war, daß ich damit fertig bin.

Aber ich habe nicht aufgehört zu schreiben und tue das jetzt schon kontinuierlich fünfundvierzig Jahre oder noch länger, denn eigentlich habe ich schon in der Volksschule gerne geschrieben und auch meiner Lehrerin das so gesagt und da sollte man ja besser werden. Zumindest sagt das der Hausverstand, Übung macht den Meister, wer wagt gewinnt, wo ein Wille ist, ist ein Weg und eigentlich habe ich schon viel geschrieben.

Zuviel sagen meine Kritiker und das interessiert uns nicht, aber eigentlich müßte das ja auch für mich gelten, daß man durch kontinuierliche Übung besser wird.

Das ist auch sicher so, obwohl das Feedback fehlt, denn die Leute interessieren sich wahrscheinlich eher weniger, als mehr für mein Schreiben. Sagen, das kennen wir schon und ich habe ja auch schon in meinem Blog sehr viel über mein Schreiben geschrieben.

Eigentlich tue ich das bei jedem Buch, weil ich meine Schreibprozesse reflektieren will und das finde ich auch für sehr hilfreich und ich weiß auch ungefähr, wo vielleicht die Anderungsschritte legen und, wie ich vielleicht weiterkomme.

Annika Bühnemann deren Blog “Vom schreiben leben”, bezieungsweise ihre Twitter Einträge, ich derzeit ja gerne lese und die ich für sehr konstruktiv halte, gibt regelrechte Marketingkurse und hat auch mir einen solchen angeboten und ich habe auch zwei diesbezüglich Artikel schon geschrieben. Aber eigentlich geht es mir ja nicht, um die Vermarktung, sondern um das Besserwerden, um damit aufzufallen und vielleicht endlich auch einmal ein anerkennendes Feedback zu bekommen.

“Aha, du schreibst, toll, zeig her, das ist interessant, das möchte ich gerne lesen, was ist dein neues Buch?”

Bei meinen Geburtstagsfesten passiert mir das manchmal, daß Leute sich mit meinen Bücher eindecken und, als ich einmal beim “Fest für Kunst und Kultur” in Margareten gelesen habe, ist auch ein Mann zu mir gekommen, der Bücher für seine demenzkranke Mutter, die er ihr vorlesen wollte, haben wollte. Ganz so schlimm ist es also nicht.

Ich bin aber schon ein bißchen kritisch und überlege, wie ich es besser machen und wie ich meine Hemmung überwinden kann. Aber die, das habe ich ja schon geschrieben, habe ich nicht mehr wirklich, seit ich so viel und regelmäßig schreibe.

Da hat mir das Bloggen schon sehr geholfen, aber wenn ich mich dann mit meiner Idee: “Ich will über eine Frau, die in einer Bibliothek wohnt und über eine, die in einem Bus sitzt und zum Endbahnhof fährt, schreiben”, dasitze, kommt schnell die Hemmung und  ich schreibe mich mit zwei drei Sätzen an den Rand.

“Ich bin das “Bibliotheksgespenst!”, denkt Dorothea Werwerka!”, weiß dann nicht mehr weiter und habe das Gefühl, das es mir schon wieder nicht gelungen ist, in die Tiefe zu kommen und das zu schreiben, was ich eigentlich wollte.

Und so ist oder war es vor kurzem ganz ehrlich auch diesesmal.

Vor drei Wochen bin ich mit der “Kroatiengeschichte” fertig geworden, da hatte ich ja schon die vage Idee oder Ideen, dann drei oder vier Personen, die Dorothea Wewerka, die Therese Schwarzenberg, die Karoline Prohaska und Fabian Hirschmann, ja ich habe gerne schöne und sprechende Namen, einen Rainer Müller, gibt es aber auch und habe dann zu schreiben angefangen.

Drei ungefähre Handlungsstränge sind mir da auch vorgeschwebt. Die Dorothea ist wohnungslos oder schreibt darüber, ursprünglich dachte ich sie kommunziert mi den Büchern, aber, wie geht das wirklich? Die Therese Schwarzenberg sitzt im Bus und ist inzwischen in Belgrad angekommen und von dort wieder nach Graz zurückgefahren, weil die Ivanka Gordelevic, die sie besuchen wollte, dort eine Performance macht und der Identitäre Jusstudent Fabian Hirschamnn bereitet ein Referat über Prinz Eugen vor und trifft in der Hauptbücherei Karolines Schwester Sophie, die Medizinstudentin, die auch eine syrische Flüchtlingsfamilie betreut und, die ihn auf ein Bier ins Cafe Oben einlädt.

Siebzehn Szenen, achtundvierzig Seiten und 22 762 Worte, also fast ein halber “Nanowrimo”, für den ich ungefähr drei Wochen brauchte, habe ich inzwischen und die Idee, weil ich ja nicht wirklich die Handlung mit Beginn, Mitte Schluß und den entsprechendenen Spannungsbögen, zu denen die Schreibratgeber immer raten, habe, sondern das Gefühl mich ganz flasch und oberflächlig von Szene zu Szene zu hanteln, drei kurze oder auch längere Geschichten zu schreiben, eine über Dorothea, eine über Therese, eine über Fabian und Soiphie und die dann inneinander zu verweben.

Das finde ich dann jeweils auch sehr gut, habe aber noch nicht begonnen, sondern hantle mich weiter und wenn ich erst mit der Rohfassung fertig bin, verändere ich dann meistens auch nicht mehr soviel, obwohl ich dann noch ein paar Monate daran korrigiere, tut mir leid, wenn das das Unprofessionelle an mir ist oder man es dafür halten könnte.

Ich schummele mich an der Handlung also meistens ein wenig vorbei, obwohl ich ja schon über vierzig Bücher habe, in denen ja auch etwas passiert. Ganz früher hat man mir gesagt, in meinen Geschichten passiert ja nichts.

Das gilt, glaube ich, jetzt nicht mehr und einen ungefähren Handlungsplan worauf das Ganze hinauslaufen könnte, habe ich auch schon, obwohl ich, wie meistens nicht so genau weiß, ob ich jetzt am Anfang, in der Mitte oder schon gegen Ende bin. Das heißt, so ganz am Anfang werde ich nicht sein, denn meine Geschichten werden immer kürzer und, daß sich die Sophie und der Fabi bei der Angelobung von van Bellen auf einer Demo wieder sehen könnten, weiß ich schon und die Therese wird mit der Jovanka zu der Performance in die Galerie Sonnenschein gehen. Aber die wird durch eine Demo gestört, die Jovanka wird verletzt, muß in ein Krankenhaus, um sich verarzten zu lassen und die Therese reist wieder ab und fährt vielleicht mit einem Bus nach Linz, um dort in eine Ausstellung ins Lenthos zu gehen, von der sie in der Galerie hörte oder ein diesbezügliches Flugblatt fand. Vielleicht kommt sie dann noch nach Salzburg, Berlin, etcetera, bevor sie am Donnerstag, den 20. Dezember zurückkommt, weil sie ja einen Termin mit ihrem AMS Betreuer Harald Fiedler hat.

Der Psychiater Theo Hardenberg kommt auch wieder vor und dann gibt es noch die Dorothea von der ich ja geschrieben habe, daß sie vielleicht gar nicht wohnungslos ist, sondern möglicherweise von der Karo nur in die Hauptbücherei eingeschleuest wurde, um darüber zu schreiben.

Ob es das werden wird, weiß ich gerade wieder nicht. Denn sie hat ja das ausrangierte Buch “Die Viertagebuch” in ihrem Übernachtungszimmer gefunden. Wie ist das nur dahin gekommen?

Ach ja, damals habe ich ja noch herumgeschickt und es gab  auch eine Donnerstagsdemonstrationteilnehmerin, die mir gleich einen ganzen Haufen abgekauft hat.

Von dort hat sie sich die Identität der Felizitas Fee ausgeborgt, das muß ich noch in meinem bisherigen Konzept ändern und das jetzt überhaupt noch einmal von vorne durchkorrigieren, damit es wieder stimmig wird.

Weil sich ja während des Schreiben immer einiges verändert, so daß ich auch beim “Nanowrimo” immer zwischendurch durchkorrigiert habe und etwas anderes für mich nicht für sehr sinnvoll halte.

Die Dorothea schreibt aber jetzt schon an einer Studie über Migration und Obdachlosigkeit, so hat sie es zumindestens der Karo erzählt, die sie ja ins Cafe Oben zu Kaffee  und Kipferl eingeladen hat. Also ganz spannend und irgendwie ganz langsam und ganz vorsichtig wird es mir vielleicht auch gelingen, mir Zeit zu lassen und mir nicht nur vorzusagen, sondern mich auch daran zu halten und es zu glauben, daß man ja einen Roman nicht in sechs Wochen schreiben muß.

Die sogenannten Profischreiber, die mit den Publikumsverlagen “Fischer”, “Suhrkamp”, “Kiwi” etcetera, sitzen ja auf den Messen immer auf den blauen Sofen,  bei “3 sat” oder sonstwo und sagen stolz, sie haben zwei, drei,  fünf  oder gar zehnJahre für den Roman gebraucht.

Von den Verlagen hört man dann immer, du mußt jedes zweite Jahr eines auf den Markt hauen, denn sonst bist du weg, und das, was da ja jetzt auf der deutschen oder österreichischen Buchpreisliste stand, liegt morgen in der Wühlkiste und kein Mensch interessiert sich dafür.

“Am Rand” habe ich schon vor Weihnachten im offenen Bücherschrank gefunden und Jonathan Franzens “Unschuld” lag dort auch im vorigen Jänner, als ich mich auf meine Recherchetour aufmachte, wie schade, daß ich mir das Buch vom Karl zum Geburtstag gewünscht habe. Gelesen habe ich es aber ohnehin noch nicht.

Die Selfpublisher haben aber den Spieß umgedreht und werfen alle paar Wochen ein Buch auf den Markt, also eigentlich das, was ich mache, auch wenn ich nicht bei “Amahon” veröffentliche und Jacqeline Vellguth wollte im Vorjahr berühmt werden, in dem sie zwöf Bücher im Jahr schrieb und hat das auch geschafft.

Ich könnte das nicht, auch wenn ich nicht berufstätig wäre und so viel lesen und zu soviel Veranstaltungen gehen würde, aber das kann mir helfen zu meinen drei jährlichen oder den fünf zu stehen, die voriges Jahr erschienen ist.

Ja natürlich, es ist so wie es ist, das hat schon Erich Fried über die Liebe geschrieben, ich bin so schnell oder so langsam, so gut oder so schlecht, wie ich es eben kann und auch das öffentliche Bloggen ist kein Weg auf sich aufmerksam zu machen, weil die Leute ja wahrscheinlich mehr das eigene Schreiben, als das erfolglose, der anderen interessiert.

Auch das ist, wie es ist und ich finde es interessant über meine Schreibprozesse zu schreiben, das hilft mir auch weiter, mir mehr Zeit zu lassen und die Handlung vielleicht wirklich langsam langsam kommen zu lassen und drei oder auch vier oder zehnmal umhzuschreiben, bis es wirklich passt.

Das wäre schön, weil ja auch für mich gelten müßte, daß man durchs Schreiben besser wird, mit jedem Buch ein Stückchen, auch wenn, ich ganhz erlich bei meinen Büchern diese Fortschritte nicht so sehe und vielleicht auch die Gefahr ein wenig ausgeschrieben zu sein, nicht ganz so unrealistisch ist.

Aber das geht auch anderen so, das sagt man auch Martin Walser und Philiph Roth oder John Irving nach und komplizierter, als ich sind sicher James Yoce und Arno Schmidt.

Ich bin eher realsitisch aber eigentlich ist es sicher interessant über die politische Situation und über eine wohnungslose und eine depressive Frau zu schreiben, auch wenn ich das schon getan habe.

Neue Aspekte gibt es sicher und sei es auch nur, daß sich die Dorothea auf die “Viertagebuchfrau” bezieht und, daß der neue Bundespräsident am sechsundzwanzigsten Jänner angelobt werden wird und die Sophie kann sich ja auch in den Fabi verlieben oder umgekehrt, aber, wie das genau werden wird, das weiß ich nocht nicht. Das habe ich mir noch nicht ausgedacht, das braucht noch seine Zeit….