Neues von der Exil-Edition

Die “Exil-Edition” deren gute Seele, wie Barbara Zwiefelhofer heute erklärte,  Christia Stippinger ist, hat eine besondere Verbindung zum Literaturhaus, stellt sie dort doch schon seit Jahren ihre Werke vor.

Da gibt es die Lesung der Exilpreisjuroren und die “Exilentdeckt-Reihe, wo sowohl die Debuts, als auch die Preisträgertexte vorgestellt werden, bei einigen dieser Veranstaltungen, die vom Amerlinghaus offenbar ins Literaturhaus abgewandert ist, war ich,  ich habe auch eine Reihe der Bücher gelesen und gehe auch regelmäßig zu den Exilpreisverleihungen, die vom Amerlinghaus, wo es einmal ein gutes Buffet gegeben hat, ja auch auf die “Buch-Wien” abgewandert ist.

Christa Stippinger, die ich vor Jahrzehnten im Arbeitskreis schreibender Frauen kennenlernte, ihren Roman “Der Tschusch gelesen habe und ihren beim “Max von der Grün Preis” geehrte Geschichte “Kress” die auch im “Wespennest” erschienen ist, vor einem Plagiat “retten” konnte, beziehungsweise ein solches mal im “Augustin” entdeckte, ist ja so nett mir die Bücher ihrer Edioton zu schenken und sie, die einmal den “Verein Exil” gegründet hat, dann den Preis ausschrieb,  die Gewinner in eine Schreibwerkstatt einlädt, dann ihren ersten Roman verlegt und danach, wie sie immer stolz erzählt, versucht sie an die großen Verlage zu vermitteln, hat ja schon manches Talent aus ihrer Werkstatt herausgebracht. so gehörte ja Dimitre Dinev einmal zu den Gewinnern, Julija Rabinowich mit “Spaltkopf”, Susanne Gregor hat ihren zweiten Roman inzwischen bei “Droschl” und jetzt wurde wieder ein Debut vorgestellt, nämlich der Roman der erste Roman der 1969 in Budabest geborenen Anna  Mwangi, die 1963 mit ihrer Familie nach Wien gekommen ist, als Hauptschullehrerin tätig war und 2012 gewonnen hat, nach dem ich heute verzweifelt suchte, denn wir fahren ja nächste Woche nach Ungarn und da wartet zwar noch die Hälfte der “Moderen Erzähler der Welt” auf mich, aber da ich in Ungarn ja gerne Literatur aus Ungarn oder von Ungarn lese, dachte ich  “Die Kinder des Genossen Rakosi” könnten passen, habe das Buch, das ich von der “Buch-Wien” nach Hause brachte, in meinen Bücherbergen verzweifelt gesucht, zwar könnte ich auch Tereza Moras “Der einzige Mann auf dem Kontinent”, ein dBp bzw. Longlist Buch mitnehmen, aber da das Buch heute vorgestellt wurde, war es interessant und die Spannung und der Wunsch es zu finden stieg an.

Zuerst haben aber ohnehin noch zwei Preisträger gelesen und die habe ich ja schon ein bißchen auf der “Buch-Wien” gehört, beziehungsweise habe ich die “Anthologie” schneller entdeckt.

Der 1982 in rumänien geborene Ovidiu Pop, der Rumänisch und IT unterrichtet, hat mit seiner Erzählung “Der Exerzierplatz” begonnen, die, glaube ich, die Gymnasialjahre von Plattenbaujugendlichen schildert, die sowohl von Offizieren, als auch von Lehrern unterrichtet werden, heimlich rauchen, sich nach Mädchen umschauen, das Übliche aufwachsen in Diktaturen oder anderen Gegenden halt.

Dann kam Anna Mwangi passend zu ihrem Buchcover im rotschwarz gestreiften Kleid, das hat mir dann das Auffinden des Buches erleichtert, denn ich habe, glaube ich, nach einem weiß-ioletten gesucht, die Covers der Edition Exil zieren ja immer sehr ästhetische Farbenspiele.

Die Autorin hat sehr schnell und wahrscheinlich gerade dadurch sehr packend gelesen, so gab es auch sehr viel Gelächter im Publikum, an  Stellen, die ich nicht unbedingt lustig fand, wurde ja die Flucht nach Österreich einer Diplomatenfamilie geschildert, die aus der Diplomatenwohnung ausziehen und in eine ungarische Flüchtlingssiedlung  ziehen muß, der Vater ist im Gefängnis, die Mutter und die Großmutter sehen sich von lauter Spionen umgeben.

Barbi Markovic aus Belgrad, die schon bei “Suhrkamp” verlegte und deren neues Buch bei “Residenz” erscheinen wird, wo ich ja leider keine Bücher mehr zu bekommen scheine, der zweiten Preisträgerin, hat das sehr gefallen, sie hat Anna Mwangi mehrmals gelobt und gemeint, sie solle mehr Krimis schreiben und dann aus ihrem Text “Walkthrough” gelesen, wo es sowohl um Transgenderflüchtlinge, als auch um Computerspiele geht.

Da habe ich bei der “Buch-Wien” schon ein bißchen daraus gehörtund nun kann ich nach dem “Jelinek Symposium”, dem “Sladky-Fototreffen”, wo ich dem Otto die zwei ausgeborgten LL-Bücher zurückgegen kann und meiner Laudatio bei der “Ohrenschmauspreisverleihung” nächsten Dienstag einen ganzen Stapel Bücher ins Bad nach Bück mitnehmen und dort entsprechend lesen, wenn mich das Korrigieren nicht mehr freut oder ich den Badegästen mit meinem Computer zuviel Lärm mache.

In Memoriam und zweiter Nanowrimo-Tag

Die “In Memoriam- Veranstaltung” zum Gedenken der verstorbenen Kollegen und Kolleginnen, von der GAV veranstaltet, gibt es seit 2004.

Elfriede Gerstl hat sie mit Andreas Okopenko initiert und sie dann an Karin Ivancsics weitergegeben, die sie nach Andreas Okopenkos, Tod 2010, glaube ich, allein veranstaltet.

Immer mit Musik meistens mit Renald Deppe, heute mit Michael Bruckner und Simon Zöchbauer und ich bin nicht sehr oft dabei gewesen, weil ja auch der “Nanowrimo” im November beginnt und heute hätte ich eigentlich eine sechs Uhr Stunde gehabt und dann war auch ein sehr hektischer Tag.

Der Alfred hat die Bäume im Garten zurückgeschnitten, der neue Drucker ist gekommen und mein “Nanowrimo-Pensum” wollte ich auch schreiben und vielleicht auch weiter in Rafael Chirbes “Am Ufer” lesen, der auch am 15. August, an dem Tag an dem meine Mutter ihren hundertsten Geburtstag hatte und der Alfred seinen sechziger feierte gestorben ist.

Dann ist es sich aber doch ausgegangen und es war wieder sehr interessant, eine Erinnerung an die Kollegen, wie Karin Ivancsisc, deren “Blumendiebin” ich vor kurzem gelesen habe, am Schluß erklärte, auch eine Neuentdeckung und wieder eine schmerzhafte Erfahrung, denn daß Ernst Kölz im letzten Dezember gestorben ist, ist auch irgendwie an mir vorbeigegangen.

Ruth Aspöck hat an Eugienie Kain, die Tochter von Franz Kain erinnert, die ich am Volksstimmesest kennenlernte, dann ist ist es ihr ein bißchen gelungen in den Literaturbetrieb einzusteigen und 2010 ist sie an Krebs gestorben.

Ihren “Schneckenkönig” habe ich vor einiger Zeit im Bücherschrank gefunden und steht auf meiner Leseliste.

Der nächste Autor Mario Rotter 1959-1995, es stimmt viele Autoren werden nicht sehr alt, war mir bisher unbekannt, bei “Ritter” sind ein oder zwei Bände von ihm erschienen, die Ralph Klever herausgegeben hat, so hat er einen Text, der in den “Manuskripten” erschienen sind gelesen, war mir bis jetzt unbekannt.

Reinhard Priessnitz, 1945-1985, kenne ich hauptsächlich durch den “Priessnitz-Preis”, habe  bei den “Büchertürmen” aber mal ein Buch von ihm gefunden, das ich noch lesen muß.

Herbert J. Wimmer hat aus seinen “44 Gedichten” einige gelesen, die er auch einmal in der “Alten Schmiede” bei einer Gedenkveranstaltung gelesen hat.

Dann kam Günter Brödl, der die “Dr. Ostbahn-Krimis schrieb und für Willi Resetarits, glaube ich, auch Texte. Peter Hiess hat aus einem Krimi, der in einer Peep-Show handelt, ein Stück gelesen und die Musiker dann ein OstbahnKurti-Lied gesungen und Anton Herzl hat einen wahrhaft makabren Text von Wolfgang Bauer 1941-2005 gelesen.

Dann kam die H.C. Artmann Vertonung “Blauboat” von Ernst Kölz “Ich bin ein Ringelspielbesitzer und hob schon sieben Weiber erschlagn” von Michael Bruckner gesungen und Michael Hotschnig hat ein Stück aus “Wir töten Stella” ein Buch das auch auf meiner Leseliste steht, von Marlen Haushofer 1920-1070 gelesen.

Am Schluß hath Karin Invacsics über ihre Beziehung zu Andreas Okopenko auf dessen Begräbnis ich ja war, gesprochen und was den “Nanowrimobericht” betrifft, kann ich das von der Bipolaren Depression wiederholen.

Habe ich ja gestern morgen sehr euphorisch viertausend Worte beziehungsweise, das erste Dezember Kapitel geschrieben und heute noch mal dreitausend Worte, wurde dabei aber ein paar Mal unterbrochen und stocke ein bißchen mit der Krimihandlung, denn wie gehe ich die an?

Wenn ich die Nika immer im Kostüm auf der Straße stehen lasse, den Obdachlosen sehen, mit Jessica plaudern, sich über den Widerling ärgern und den Krimi über ihre Schwester, Harald Schwabeneder, etc erleben lassen, wirds ein bißchen fad, bezeihungsweise auch kurz, weil irgendwann ist das Kapitel aus und ich drücke mich vielleicht wieder um die Handlung herum, beziehungsweise um den heißen Brei, und habe das show not tell wieder nicht verstanden.

Vielleicht sollte ich es doch mehrdimensional anlegen und ein bißchen genauer plotten. Also wieder ein bißchen “Ich kann es nicht, ich kann es nicht!”, obwohl ich gestern sehr zufrieden war.

Mal sehen wie es weitergeht, die nächsten zwei Tage komme ich wahrscheinlich nicht sehr viel zum schreiben und verliere meinen Vorsprung vermutlich wieder, ich habe aber jetzt drei Buddies, nämlich Nina Dreist, Klaudia Zotzmann und Luisa Rabenschwarz und kann im Dezember ja, korrigieren, zu Ende schreiben, noch einmal von vorne anfangen,etcetera und es ist auch sicher spannend, wie es mit meinen bipolaren Schwankungen und meiner Krimihandlung weitergeht.

Priessnitz-Preis an Anna Elisabeth Mayer

Den “Reinhard Priessnitz-Preis”, zu Ehren des 1985 verstorbenen Dichters, verfolge ich schon lang.

Ich bin, glaube ich, das erste Mal ins Literaturhaus gekommen, als ihn Sabine Gruber bekommen hat und sagte, daß sie lange überlegte, ob sie ihn nehmen soll, weil sie damals oder vielleicht auch noch heute, die Freundin des Jurors Robert Schindel sei, der ja mit Gustav Ernst, den Preis an jüngere meist experimentelle Dichter und Dichterinnen vergibt und diesmal hat ihn die 1977 in Salzburg geborene Anna Elisabeth Mayer bekommen, die ja wie Katja Gasser, die Laudatorin sagte, weder so richtig realisitsch, noch experimentell schreiben würde und ich war auch ein wenig überrascht, als ich den Namen der heurigen Preisträgerin gelesen habe, passt sie ja irgendwie nicht  so  zu Thomas Ballhausen, Judith Nika Pfeifer, Andrea Winkler, Michael Hammerschmid, obwohl Anna Weidenholzer schreibt auch realistisch und hat  gewonnen und irgendwie hat Katja Gasser mit ihrer Einschätzung recht, denn Anna Elisabeth Mayer, die in Leipzig Literatur studierte und  mit ihrem Roman “Fliegengewicht” 2011 den “Alpha-Literaturpreis” gewann, schreibt wohl wirklich gegen jedes Genre und ihren eigenen Ton, denn “Fliegengewicht” ist sowetwas wie ein Arztroman, zumindest spielt er in einem Krankenzimmer.

In Ö1 habe ich, glaube ich, einmal einen Ausschnitt daraus gehört und dann haben sie mich beim “Alpha” hinausgeschmissen, als ich an der Preisverleihung teilnehmen wollte, deshalb habe ich den Roman noch immer nicht gelesen, was mir sehr leid tut, weil ich es gerne würde und 2014 kam dann ein anderer “Die Hunde von Montpellier”, wo es wieder um medizinische Themen geht, nämlich um einen Arzt, der in Frankreich, die Menschen aufschneidet, um ein Bild davon zu bekommen, wie es unter der Haut zugeht.

Man sieht, Anna-Elisabeth Mayer, die ich mit diesen Roman, glaube ich, einmal sowohl im Ex-Libris als auch in Göttweig hörte, bleibt ihren Themen treu und im Literaturhaus versammelte sich auch eine illustre Gesellschaft, die sich aus Freunden und der Familie der Preisträgerin zusammen gesetzt haben schien.

Andrea Grill war mit ihrem Baby ebenfalls da und Elisabeth Wandeler-Deck, sowie Gerhard Jaschke, die beiden Juroren fehlten, obwohl sie ja eine Begründung geben sollten. Gustav Ernst hat sich entschuldigt, Robert Schindel erschien gerade, als Robert Huez  die Urkunde, den Blumenstrauß und die Flasche Wein, Sekt oder was immer in der Verpackung steckte, übergeben hat.

Vorher hat  Katja Gasser die Laudatio gehalten und wieder auf die gute und die schlechte Literatur hingeweisen, Anna-Elisabeth Mayer schreibt, obwohl sie sichnicht in Genres einordnen läßt, die gute und gab auch eine Kostprobe aus ihren “Hunden von Montpellier” mit denen sie heuer wieder für den “Alpha” nominiert war, aber nicht auf die Shortlist gekommen ist.

Ich schätze ja auf eine Preisträgerin namens Valerie Fritsch, mal sehen, ob ich mich irre und im Literaturhaus lud Robert Huez  zu dem gewohnten Umtrunk ein und ich unterhielt mich lange mit einer Schweizer Stammbesucherin, von der ich inzwischen weiß, daß sie Monika heißt, Sängerin war und jetzt Französisch unterrichtet.

Der Vater der Preisträgerin, ein sehr extrovertierter Herr, stieß hinzu und im “Bücherschrank” ist heute wieder besonders viel zu finden gewesen. So zum Beispiel ein kleines altes Büchlein “Liebesexpress” von einem Hubert Winkels, ob das wohl der bekannte Literaturkritiker ist?

Robert Huez hat es mir bestätigt, 1955 in Gohr geboren, ich hätte ihm nach dem Foto in der 1985 erschienenen Ausgabe nicht erkannt und dann noch “Reise- und Aufenthaltsgedichte” von Peter Paul Wipplinger und von meinem GAV- Kollegen, demKlagenfurter Richter Janko Ferk “Recht ist ein Prozeß – Franz Kafkas Rechtsphilopspophie” erschienen in der Edition Atelier, sowie einen noch originalverpackten Katolog vom jüdischen Museum.

Jetzt muß ich das alles noch lesen und wenn möglich auch noch meine 2016 Leseliste  einigermaßen einhalten und die 2015 noch geplanten Bücher schaffen.

Aal sehen ob es mir gelingt. Anna-Elisabeth Mayers Vaters hat mir das Buch seiner Tochter versprochen, mal sehen, ob es zu mir kommt?

Ansonsten habe ich  genug zu lesen und habe gestern auch meine Badezimmerstapel umgeräumt.

Fremde Welten

Heute wieder Entscheidungsvielfalt. In der Hauptbücherei der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan, der von Frankfurt wohl nach Wien geflogen ist, bei Petra Hartlieb stellte Cornelia Travnicek ihre “Jungen Hunde” vor und im Literaturhaus gab es auch zwei Neuerscheinungen, nämlich Susanne Gregors bei “Droschl” erschienene “Territorien” und Anna Baars “Die Farbe des Granatapfels”.

Brigitte Schwens- Harrant, die im Rahmen der “Buch-Wien”den Staatspreis für Literaturkritik erhält, hat eröffnet und einleitende Worte über die beiden Autorinnen gesprochen.

“Die Klammer” zwischen beiden Texte”, hat sie gemeint, wäre das Fremde, geht es doch bei  Susanne Gregors neuem Buch, die 1981 in der Slowakei geboren wurde, um eine umgekehrte Emigration.

Eine Wienerin folgt ihrem Mann nach Afrika und erlebt dort das Fremdsein und die 1973 in Zagreb geborene Anna Baar, schildert in ihrem Buch das Aufwachsens eines Kindes zwischen der kroatischen Großmutter und der Mutter in Wien.

Die Ferien verbringt sie in Kroatien, dann kehrt sie ihr Land zurück und die beiden Großmütter zerren sie hin und her, die eine spricht von Faschisten, die andere von Partisanen und das Kind kennt sich nicht aus oder doch vielleicht.

Dann haben die beiden Autorinnen gelesen, die mir nicht unbekannt sind.

Susanne Gregor kenne ich seit ich bei einer Buch-Wien ihr erstes Buch “Kein eigener Ort”, eher durch einen Irrtum bekommen habe, dafür war sie 2012 beim “Alpha” nominiert, beziehungsweise bei den drei Finalisten.

Das Literaturhaus hat sie dann im Rahmen der “Auftritte” vorgestellt und jetzt das zweite Buch, wo sie den Beginn, nämlich die Reise der Emma nach Afrika, weil Samuels Vater gestorben ist, gelesen hat und Anna Baar kenne ich, seit sie heuer mit einem Ausschnitt aus eben diesen Buch beim “Bachmannpreis” nominiert war.

Es hat dann Spekulationen gegeben, ob sie damit auf die Longlist kommt? Sie kam nicht, war aber in Frankfurt bei der Buchmesse und jetzt hat sie drei oder vier Stellen gelesen um die Liebe des Kindes, der kleinen Annuschka, also wieder wahrscheinlich höchst autobiografisch zwischen der Großmutter zu belegen, die eine starke Raucherin ist und um die Liebe der kleinen in Wien aufwachsenden Enkeltochter buhlt, die dann größer geworden, nach Wien studierren geht, als gerade der Jugoslawienkrieg ausgebrochen ist und am Schluß hustet die Großmutter, sie schleppt sie zum Arzt, sie ist aber ganz gesund.

Nur wenig Publikum, aber viel Prominenz, so habe ich beispielsweise Josef Winkler gesehen, der eine Art Weihnachtsmütze trug  und eine sehr extravertierte Dame unterhielt sich mit Brigitte Schwens-Harrant über das neue “Literarische Quartet”, wo ja Ilija Trojanows neuer Roman, den ich ja eigentlich auch nur für durchschnittlich halte, sehr verißen wurde und erzählte dann Susanne Gregor über ihre Erfahrungen in Frankfurt wo sie letzte Woche gewesen ist und in Shanghai war sie auch.

Facts and Fiction und Erich Fried Preis

Das internationale Erich Fried Symposium wurde heuer um einen Monat vorverlegt und findet, glaube ich, ab heuer  jedes Jahr im Literaturhaus statt, thematisch knüpft es an die Lyrik und die Short Stories an und widmet sich heuer der literarischen Reportage.

Joseph Roth und Egon Erwin Kisch könnte man meinen, aber das ist wahrscheinlich eine andere Liga und ein anderer Zeitrahmen, bietet doch das Symposium lauter Österreich- oder sogar Europapremieren und einige Nobelpreisträger an, am Dienstag beispielsweise die Eröffnung im Akademietheater mit V. S. Naipaul und Christoph Ransmayr für achtzehn oder zwölf Euro Eintritt, aber da war gleichzeitig  die Kriminacht und ich in der Hauptbücherei bei Philiph Kerr und am Mittwoch als es um Polen ging, wurde im MUSA der Veza Canetti Preis vergeben.

Am Donnerstag hat dann Swetlana Alexjewitsch, die, glaube ich, auch  literarische Reportagen schreibt, den Nobelpreis gewonnen.

Robert Huez und die anderen Veranstalter wird das gefreut haben, ich war da im Cafe Industrie und habe Ernst Hinterberger gelesen, der vielleicht auch nicht ganz unpassend wäre und bin erst am Freitag ins Literaturhaus gekommen.

Da gab es wieder Thomas Ballhausen und den Film, es gibt inzwischen auch viele Fanartikels, wie T-Shirts und Schals zu kaufen, so trug er einen solchen und kündigte zwei Vorträge mit Beispielen des filmischen Reportagenschaffens von der 1980 geborenen Judith Zdesar und der Amerikanerin Hope Tucker an.

Der Open Lecture von Judith Zdesar war total interessant, sprach sie doch von Entblößung und zur Schaustellung ihrer Person, wenn sie ihre Filme zeigt und von ihren Reisen, die sie in ihren Zwanzigerjahren alleine machte, um Leute kennenzulernen und Großes zu erleben, so war sie in Grönland und beim Nordkap ist sie zwanzig Kilometer vorher zurückgefahren und hat sich anschließend in Psychoanalyse begeben.

Sie gab auch drei Beispiele, einen Film über das Thema Einsamkeit, wo sie die Soldaten die die öerreich-ngarische Grenze bewachen sollten, sich filmen ließ, dann filmte sie zum thema Trauer ihren Großvater nach dem Tod der Großmutter und zur Angst ging es dann um Grönland.

Für das vierte Beispiel war dann leider keine Zeit und auch für die anschließend geplante Diskkussion nicht mehr und Hope Tucker, die 1974 in Memphis geboren wurde, zeigte Beispiele aus einem Film über Atomkraftwerke, wo es auch über Zwentendorf ging.

Dann kam eine Europapremiere, nämlich der 1959 in Kalifornien geborene William B. Vollmann, von dem man am Büchertisch eine Unzahl meist sehr dicke Bücher bewundern oder kaufen konnte. Ein paar davon gibt es auf Deutsch und die hat er dann eine Stunde lang präsentiert.

“Huren für Gloria”und “Hobo Blues von Thomas Melle übersetzt, beispielsweise oder “Europe Central”, wo es um den zweiten Weltkrieg ging.

Es gab dann noch eine Lesung aus einem nur auf Englsch erschienenen Buches. Sebastian Fasthuber, den ich schon am Dienstag in der Hauptbücherei hörte, moderierte und erzählte von einem Zyklus von Amerikaromanen, die der vielschreibene und in Österreich offenbar noch nicht so bekannte Autor schon geschrieben hat.

Am Samstag ging es  weiter mit zwei gezeichneten Reportagen, nämlich zuerst mit den Skizzenbüchern des 1985 in Paris geborenen und in München aufgewachsenen Sebastian Lörscher, der mit seinem Skizzenbuch zuerst nach Bangladesch, dann nach Haiti und zuletzt durch das “Wilde Österreich” gezogen ist und den Leuten, die eines seiner Bücher kaufte, dann noch lang daraufzeichnete, der zweite Bildvortrag ging von Kroatien nach Italien und wieder zurück und zwar ist die Mutter, der 1991 in Florenz geborenen  Fotografin Caterina Sansone von Fiume dorthin deportiert worden.

In dem Buch “Palatschinken” hat sie diesen Weg mit ihrem Mann Alessandro Tota, einem Comiczeichner nachverfolgt, die Mutter dabei interviewt und auch Leute befragt, die die Wohnorte der Mutter von früher gekannt haben.

Dann ging es nach Spanien oder auch nach Tschernobyl, denn der 1962 in Saragossa geborene Javier Sebastian, hat ohne dort gewesen zu sein, den Ficton-Fact-Roman “Der Radfahrer von Tschernobyl” geschrieben, der mir in der Diskussion um das neue LL-Buch der Alina Bronsky, als die bessere Tschernobyl Beschreibung empfohlen wurde. Es gibt auch ein zweites Buch, das auf Deutsch gerade erst erschien, in Spanien aber vor dem  “Ciclista” dran war, nämlich “Thallium”, wo es um Spaniens Afrika Kolonisierung und um mit Thalium vergiftete Trüffel geht.

Das “Radfahrerbuch” würde ich gerne einmal finden, es ist, wie der Autor, glaube ich, erwähnte, der neuen Nobelpreisträgerin gewidmet, die  auch über Tschernobyl schrieb.

Dann ging es wieder nach Amerika oder in den Irakkrieg, denn der 1983 geborene Phil Klay, ist Veterarn des US Marine Corps und war von 2007-2007 Presseoffizier in der irakischen Provinz Al-Anbar.

Dann schloß er seinen Master of Art ab, war Assistent bei Richard Ford und hat für  “Redeployment” auf Deutsch “Wir schossen auch Hunde”, Erzählungen aus dem Irak-Krieg, den National Book Award bekommen.

Daraus hat er sehr lebhaft drei Szenen gelesen, wurde von Florian Höllerer, der glaube ich, das Berliner Colloquium leitet und vorige Woche mit Richard Ford, der Klay sehr talentiert nannte, gesprochen hat, interviewt und am Sonntag wurde, um elf der Erich Fried Preis an Dorothee Elmiger verliehen, die einmal in Klagenfurt gewonnen hat und die ich schon in der Hauptbücherei  und in Leipzig hörte.

Da traten wieder die üblichen Prominenten und ein paar der Stammesucher auf und die die Politiker, die die Eröffnungsreden hielten.

Minister Ostermayer mußte zu einer Matinee ins Burgtheater, schaffte aber vorher noch ein paar Verknüpfungen.

Anne Zauner gab eine Zusammenfassung des bisherigen Geschehens und Robert Huez eröffnete. Dann wurde der alleinige Juror von Beatrice van Matt vorgestellt, der sich sehr viel mit James Joyce  beschäftigt zu haben schien.

“Blums Schatten” heißt so eines seiner Bücher und Dorothea Elminger hatte von den Veranstaltern den Auftrag bekommen, eine literarische Reportage zu schreiben.

“Ich bin keine Reporterin!”, begann sie ihre Ausführungen.

Natürlich, denn die gilt bei den Sprachkünstlern ja nicht für literarisch gut genug, ist aber trotzdem deshalb im Sommer nach Athen gefahren und ist dort dann im Fieber in einem Hotelzimmer gelegen.

Nachher gab es Sekt zum Anstoßen und Nachlesen kann man dieses internationales Festival, in dem man wirklich, glaube ich, sehr viel Neues erfahren konnte, in den Blogs von Robert Prosser und Judith Nika Pfeifer, wie Anne Zauner bekanntgab und natürlich, wenn auch nur zum Teil im” Literaturgeflüster”.

Und ich möchte ich noch anmerken bin sehr interessiert an dem literarischen Reportieren und glaube, daß auch einiges, was ich schreibe, darunter einzureihen ist.

Jörg Zemmlers Literaturperformance

Der “Klever-Verlag” hat eine neue Lyrik Reihe und darin hat Jörg Zemmler sein zweites Buch nach einigen Jahren veröffentlicht, den 1975 geborenen Musiker und Autor, den ich, glaube ich, seit 2009, beim Lyrikfestival im Rahmen der “Fried Tage im Literaturhaus” kennenlernte, denn da gab es einen Lyrikautormaten und da habe ich mir von ihm und von Judith Nika Pfeiffer, die ich auch dort kennenlernte, etwas dichten lassen. Dann habe ich ihm glaube ich bei den “Wilden Worten” und wahrscheinlich sonstwo noch gehört und heute stellte er seinen Gedichtband “papierflieger luft” im Literaturhaus vor.

Die Jörg Zemmler Fans sind offenbar alle Raucher, so war der Veranstaltungssaal lange leer, bis dann die vorwiegend jungen Leute von draußen auftauchten, Fritz Widhalm war auch dabei und zuerst Barbara Zwiefelhofer und Ralph Klever einleitete.

Das Buch besteht aus kurzen Texten ohne Seitenzahl und Inhaltsverzeichnung, so daß man überall zu lesen anfangen kann, erklärte, glaube ich, der Verleger und auf der Bühne waren einige Instrumente aufgebaut, beziehunsweise eine große Schachtel, aus der Jörg Zemmler dann später Alltagsgegenstände, wie Topfdeckel, Plastiksackerln, Scheren, etc nahm, um daraus Musik zu machen, denn er wisse nicht, erklärte Ralph Klever noch, was und ob der Autor lesen würde, was er dann aber  tat.

Die unnummerierten Seiten aus dem Buch lagen auch auf den Sesseln auf, so daß ich mir ein paar aufklauben und zur Beispielgebung mitnehmen konnte.

Wirklich schöne Worte, Sätze, poetisch würde ich es nicht bezeichnen, so wie ja auch Gerald Bisinger, der mit “Ich sitze im Zug, fahre nach Prag, trinke Rotwein und denke an Karl August”, kein typischer Dichter war.

“o ihr sonettschreiber o ihr reimer” steht so beispielsweise auf einer Seite und Jörg Zemmler hat dann noch erklärt, daß er keine Großschreibung mag, denn es soll sich niemand Großer vor das Kleine drängen.

“O Demokratisierung!, könnte man da reimen.

Aber ich habe  noch einen Zettel “als wären tricks   das maß  licht die vorstellung    der rahmen das bild   als seist du für immer verarscht”, irgendwie doch poetisch, den dritten Zettel finde ich jetzt nicht mehr. Ich habe mir aber einige dieser schönen Wendungen auch in mein rotes Notizheftchen geschrieben, was ich nachher dann nicht mehr lesen kann.

Aber das Buch war ja, wie Barbara Zwiefelhofer am Schluß erklärte, für wohlfeile 9.90 zu erwerben.

“Stimmt nicht rief der Verleger aus dem Off “19.90!”

“Auch wohlfeil!, lächelte Barbara Zwiefelhofer.

“Doppelt so teuer”, sagte ich, “gar nicht teuer”, widersprach sie, die Bibiane schenkte mir dann einen roten Gespritzen ein und ein paar Gespräche über Literatur und das Schreiben gab es, glaube ich, auch noch.

Zwischen drinnen und draußen

So heißt das Programm des heurigen Neubauer Kulturherbstes, der mit seinen Veranstaltungen auch immer ins Literaturhaus geht, dann erscheint der Bezirksvorsteher und hält Eröffnungsworte.

Da gab es heute eine Buchpräsentation von Verena Mermers Debutroman “Die Stimme zwischen den Dächern”, ein Buch das ich gerne lesen würde und eigentlich dachte, daß ich das könnte, hat mir “Residenz” ja immer seine Bücher geschickt, aber da hat sich jetzt  etwas geändert und ich muß auch nicht alles lesen, habe ich doch ohnehin schon einen hohen Bücherstapel in meinem Schlafzimmer.

Die 1984 geborene Autorin Verena Mermer habe ich im Februar kurz bevor ich nach Leipzig fuhr in der “Gesellschaft für Literatur” kennengelernt und mit ihr heuer auch beim “Volksstimmefest” gelesen und da sie ihr Buch heute im Literaturhaus vorstellte, dachte ich, ich gehe hin.

Dabei hätte ich fast übersehen, daß es noch ein zweites Buchdebut gab, nämlich das der 1983 in Klagenfurt geborenen Sandera Weihs “Das grenzenlose Und”, von dem ich, wenn ich mich nicht irre, schon in den Blogs gehört habe und das entpuppte sich in der Thematik  für mich fast als das interessantere, denn ich bin ja eine, die sich eher nach der Realistik als, nach den poetischen Worträuschen sehnt und da hat die Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften arbeitet, einen Roman über eine achtzehnährige Borderlinerin geschrieben, die in einer solchen WG wohnt, sich schneidet, weil sie ihre Mutter damit treffen will, von einer WG Genossin gefunden und ins Spital gebracht wird, ein junger Gott in Weiß hält ihr eine Moralpredigt “Mädel was machst du da, ich will dich hier nie mehr sehen!”

Sie macht sich über ihn lustig, ist sie doch Privatpatientin des Chefs und geht zu ihm in Therapie und dort trifft sie einen Klienten,  verliebt sich in ihn und bringt sich dann nicht um, obwohl sie sich das ganze Buch lang danach sehnt.

Fast ein bißchen wie “Chucks”, das jetzt ja kürtlich  Filmpremiere hatte oder wie Clemens J. Setz “Die Stunde zwischen Frau und Gitarre”, das ich demnächst zu lesen beginnen will, dann ist das Mermer-Buch, das im Jahr 2011 in Baku spielt, die dortige Revolution an Hand vierer Personen Nino, Ali und Che und Frieda schildert, fast ein wenig abgesunken und ich dachte, wenn würde ich lieber das Erstere lesen, aber das kann ich mir ja selber schreiben oder auch nicht.

Jdenfalls habe ich manchmal Klienten, die in sozialtherapeutischen Wohngemeinschaften leben und meine Tochter ist Behindertenbetreuerin in einer ähnlichen WG.

“Che und Frieda, schwant Ihnen etwas?”, hat Stefan Gmünder in seiner Einleitung gefragt.

Das ist doch die mit den Bildern in Mexiko und dem Unfall oder der Arzt mit dem berühmten Tuch,der die Welt retten wollte und dessen Poster in jeden Jugendzimmer hängt. Vielleicht auch in dem der WG, der achtzehnjährigen Marie mit der großen Schnauze, kann sein, denn die schneidet sich ja manchmal zwischen Büchern und Verena Vermer hat deshalb solche Personen gewählt, weil sie keine wirklichen in Gefahr bringen wollte, in Baku herrscht ja die Nachfolgeorganisation des KGBs.

Also eigentlich auch sehr interessant und vielleicht finde ich das Buch auch einmal, das eine oder das andere und von Christa Wolf.

“Kein Ort nirgends” hat Stefan Gmünder in seiner Einleitung auch angesprochen und die beiden Jungautorinnen gefragt, was sie gerne lesen?

Sandra Weihs nannte Christa Wolfs Roman als ihr Lieblingsbuch, Verena Mermer hat Germanistik studiert und sich da durch den Kanon gelesen und nachher gab es wieder Wein und die Pistazien, die vielleicht von der vergangenen Woche übergeblieben sind.

Ich hörte den “Residenz-Größen” und Robert Huez ein wenig beim Small Talk zu,, lese immer noch Irmgard Fuchs, die ich  auch für sehr sozialkritisch halte und demnächst Clemens J. Setz und habe einige Bücherblogger verärgert, weil ich so viel verlinke, denn wer interessiert sich schon für meine Literaturberichte und Buchbesprechungen?

Einige vielleicht schon, jedenfalls habe ich heute wieder eine verstärkte Aufrufzahl, mehr als die üblichen hundertzwanhzig, über zweihundertfünfzig und das “Literaturgeflüster-Texte-Buch” wurde auch vierzehnmal angeschaut, was mich eigentlich freuen sollte.

Poetische Reiseberichte

Die 1976 in Mödling geborene Isabella Feimer hat 2012 beim Bachmannpreis gelesen, 2013 ist dann bei “Septime” ihr Roman der “Afghanische Koch” erschienen, mit dem sie für den “Alpha” nominiert wurde, dann gab es noch ein “Septime Buch” “Zeit etwas  Sonderbares” mit dem sie heuer nominiert wurde, das irgendwie an mir vorbeigegangen ist und heute die Präsentation ihres gemeinsam mit dem Fotografen  Manfred Poor entstandenen in der “Liederatur Edition NÖ” herausgegebenen Band “In Erwartung einer Fremde” im Literaturhaus, mit dem sie durch Chile und Argentinien gereist ist und zu seinen Fotografien sehr poetische Texte geschrieben hat.

Valerie Fritsch war ja 2013 mit einem  ebenfalls bei “Septime” erschienenen Bildband auch beim “Alpha” nominiert und ist es heuer mit ihrem Longlistbuch wieder und beide Bände sind sehr poetische Resetexte und die Präsentation des “außergewöhnlichen (Geimer) Buches” wie in der Einladung stand, war wirklich etwas Besonderes.

Nämlich musikalisch von Maria Gstättner und Stefan Hackel umrahmt, die teilweise freie Improvisationen gaben, dann gab es eine Diashow der  Fotos des in Wolfberg geborenen Manfred Poors und Isabella Feimer hat ihre Texte  gelesen, die so gar keine Reisebeschreibungen sondern eher lyrische Momentaufnahmen waren und die trotzdem sehr spannende Eindrücke von Argentinien und Chile wiedergaben.

Mit Buenos Aires hat es begonnen, dann ging es über nach Patagonien, im Buch gibt es Zitate von Roberto Bolano und anderen, schöne Meeresaufnahmen und die der Graffitis, die dort wohl zu finden sind, das Konterfei von Che Guewara, des dortigen Volkshelden, natürlich und immer wieder sehr schöne Sätze und Momentaufnahmen, die vom Standgut zum Teibgut eilen, vom ich und du erzählen und wieder zurück nach Bueno Airos führten.

Nachher gab es Brot und Pistazien, die Bücher anzuschauen und durchzublättern und schöne Gespräche.

Isabella Feimer, habe ich auf diese Art und Weise gehört, verfügt über eine sehr schöne Homepage und wird am 21. Oktober ihr neues bei “Braumüller” erschienes Buch “Trophäen” auf der Freyung vorstellen.

Ob das wohl einmal zu mir kommen wird ich bin gespannt, so wie ich auch  sehr neugierig bin, wie es ihr mit ihrer neuerlichen “Alpha-Nominierung” geht und was ich noch von der Autorin, die auch für das Theater schreibt oder inzeniert, hören werde

Taschentricks

“Wir haben, um es uns in Sichtweise hinzuwerfen, stets ein knutschendes Pärchen in der Hosentasche. Heute gehen wir ins Literaturhaus. Es lesen Studierende des Instituts für Sprachkunst”, steht auf dem Programmzettel, auf dem  schön aufgereiht, die Namen der Lesenden folgen, man sieht das Bloggen hat vielleicht Erfolg, obwohl ich wahrscheinlich die einzige Institutsfremde Zuhörerin war und Barbara Zwiefelhofer, erwähnte in ihrer Einleitung, daß es seit Herbswt 2009 den “Hoschullehrgang für Sprachkunst” an der Angewandten gibt und es seither schöne Tradition ist, die Studierenden zu Semesterende vorzustellen.

Stimmt glaube ich nicht ganz, die ersten zwei Studentenlesungen, waren eher  im Jänner, Februar, statt im Sommer und ich habe von Beginn an die Lesungen verfolgt, seit ich 2009 auf Cornelia Travinceks Blog gelesen habe, daß man sie wegen Überqualifierung nicht genommen hat, Sandra Gugic aber schon und einige der ersten Studenten, wie beispielsweise Irmamgard Fuchs bezogen inzwischen Staatsstipendien oder haben im MUSA gelesen und die Studenten heute, drei Blöckse mit jeweils vier bezihungsweise zwei Lesende am Schluß, stammten, wie Barbara Zwiefelhofer noch erwähnte, vorwiegend aus dem ersten Jahrgang.

Zwei Stuhlreihen waren aufgereiht und bis halb acht, als die Lesung verspätet begann, auch ziemlich angefüllt, außer mir, Sabine Konrad, Esther Dischereit und Barbara Zwiefelhofer, schätze ich, nurStudenten und ihre Freunde, was vielleicht auch ein bißchen schade ist, aber ich blogge und verbreite in die Öffentlichkeit, obwohl ich nach der ersten Studentenlesung von JuSophie, die ich dort traf, scharf kritisiert wurde und bei der zweiten Lesung einer meiner Leser meine Berichterstattung trottelig fand.

Aber ich tue was ich kann und gebe nicht auf, obwohl ich mich fast ein bißchen, ich gebe es zu, neben so viel Jugendlichkeit, deplaziert fühlte.

Um halb acht begann Markus Beck mit einem Text über den fünzehnten August, Maria Himmelfahrt und, füge ich hinzu, heuer der hundertste Geburtstag meiner Mutter,· Markus Beck bezog sich aber, glaube ich, auf das Jahr 1989 und brach dann irgendwann auch ab, Absicht oder nicht, Versprecher oder ein wohlkalkulierter Taschentrick, wer kann es wissen, in dem er vor sich hinschimpfte, fragte, wer denn immer neue Texte braucht und sich beim Literaturhaus für die Lesemöglichkeit bedankte.

Gunda Kinzl, eine stille junge Frau, hatte drei Prosatexte, im ersten verkauft ein Mann seiner Frau alle Möbel aus der Wohnung und stellt ihr dafür Blumen auf die Bücher, die kein Regal mehr haben.

Der zweite kurze, trug den langen Titel “Die meisten Katastrophen sind so klein, daß sie in eine Schneekugel passen”, da bin ich zwar nicht ganz sicher, ob das stimmt. Die junge Frau, wird aber schon wissen und der dritte Text hatte noch keinen Titel.

Teresa Thomasberger setzte sich auf den Tisch, damit sie sich weniger füchte, wie sie erklärte und Patrick Wolf nahm sich aus diesem Grund offenbar drei Kolleginnen mit und las mit ihnen im Quartett:

“Der Himmel liegt in Scherben, seit du weg bist!” und nach der Pause, wo es schon den Rotwein gab, folgte die “wunderbare” Nastasja Panzar, wie sich die Studenten gegenseitig ankündigten und die projezierte, glaube ich, Fotos von amerikanischen Präsidentschaftskanditaten und googlete Deutsch und Englisch munter durcheinander.

Auch das kann Sprachkunst sein und ich habe mir zwischendurch gedacht, daß die jungen Leute, die das heute studieren, gar nicht mehr so experimentell sind und wahrscheinlich auch keiner Wiener Gruppe angehören, sondern sogar erstaunlich realistisch sind.

So hatte auch Kadisha Belifore zwei Prosatexte, las von der “Zahnpasta für alle” und von einem Mann, der glaube ich, am Kanal spazieren ging.

Der “wunderbare” Timo Brandt hatte ein “Wiegenlied für Joseph Brodsky und Leander Fischer, der von ihm sehr lang geküßt wurde, las von einem “Toten Mädchen” vor dem AKH Komplex, namens Amalie, also Wien modern, könnte man so sagen und nach der zweiten Pause folgten von Marie-Luise Lehner, die glaube ich, von ihrer Mutter las, bzw.einer Frau, die nach der Geburt ihrer zweiten Schwester, nie mehr ohne Kinderwagen aus dem Haus ging und im Schatten einer Parkbank nur mehr Bücher las, wenn das erste Kind im Kindergarten  und das zweite eingeschlafen war.

Dann kam noch Luca Manuel Kieser mit einem Auschnitt aus einer Erzählung, die am Land und von Schäfern handelte, also auch erstaunlich realistisch oder heimatgetreu, die er nicht fertiglas, sondern auf die Lesung am Donnerstag im Künstlerhaus verwies und am Freitag im Literaturhaus gibt es, wie Barbara Zwiefelhofer erklärte, noch einmal Sprachkunst, beziehungsweise eine sieben Stunden Lesung von Gerd Sulzenbacher und Matthias Vieider “Die Reise nach Sils Maria”, aber da werde ich selber in die Berge reisen und Performance versäumen.

Dafür ist heute das Programm für das “zweite Wiedner Hauptstraßen Straßenfest” gekommen, wo ich um halb sechs, nach dem lieben Rudi Lasselsberger und vor dem Lesetheater ein Stückchen aus dem “Schutzengelchen”, vorausgesetzt, daß es nicht regnet, lesen werde und am 13. Luli trete ich beim “Sommerfestival” im “Read!!!ingRoom” auf, so daß es sich leichter verschmerzen läßt, daß bei der “Podium Sommerlesereihe”, zum Thema “Feminismus” wirklich alle Bekannten, wie Cornelia Travniecek, Elfriede Haslehner, Ruth Aspöck, Hilde Langthaler, Ilse Kilic, Marlen Schachinger etc, aber nicht ich lesen, weil ich der lieben Christa Nebenführ zu wenig literarisch bin und die meisten Portraits der zehn starken Frauen und der vier Männer, die nächste Woche beim “Bachmannfestival” lesen dürfen, sind inzwischen auch schon online gestellt.