Baustelle Europa und Tag der Freiheit des Wortes

Ich habe ja vor kurzem geschrieben, daß meine Lesungsmöglichkeiten immer seltener werden, so weiß ich heuer noch nichts vom Volksstimmefest und beim “Margaretner Fest für Kunst und Kultur”, habe ich mich zwar unsprünglich angemeldet, dann aber gemerkt, daß ich Anfang Juni in Kroatien sein werde und heute ist wieder der “Tag der Freiheit des Wortes” zum Gedenken an den 10. Mai 1933, wo die Nazis die Bücher verbrannten, worunter Stefan Zweig, den ich ja gerade lese, sehr litt und das ist der Tag einer traditionellen GAV-Veranstaltung beziehungsweise Massenlesung.

Zwei hat es davon ja gegeben, als ich 1987 dort aufgenommen wurde, die “Lyrik im März” und den “Tag der Freiheit des Wortes”, der ist dann unter Gerhard Kofer Ende der neunziger Jahre irgendwie eingeschlafen, 2000 hat ihn dann Petra Ganglbauer wieder veranstaltet, 2001 ich im NIG, da gab des Kontroversen mit Konstantin Kaiser,   2002 hat es dann Rolf Schwendter im Literaturhaus gemacht und von 2003 bis 2009 ich im Literaturhaus, mit dem ich dann ja meine Schwierigkeiten hatte, 2010 hat es Petra Ganglbauer wieder organisert und mich dazu eingeladen, danach wurde ich nicht mehr eingeladen, bin manchmal hingegangen manchmal nicht und heuer, wo es Ilse Kilic wieder im Literaturhaus organisierte, habe ich mir das Kommen vorgenommen.

Dann kam gestern eine “Eilmeldung” vom lieben Rudi zu einer Veranstaltung im Amtshaus Margareten zum Thema “Baustelle Europa”, die ich zuerst für das “Fest für Kunst und Kultur” gehalten habe.

Es war aber eine andere Veranstaltung, der fünfte Bezierk ist ja bezüglich Kultur sehr rührig, Matthias Handwerk veranstaltete da “ein Dauerprojekt in allen Genres”, das heißt, wie beim “Fest für Kunst und Kultur” mit den bildenden Künstlern, aber auch Kurzlesungen mit dem Rudi und Armin Baumgartner, der ja früher die Literatur im little Stage organisierte, Musik von Chris Peterka und Harry Stoika gab es auch und weil es schon um sechs angefangen ist und ich auf dem Weg zum Literaturhaus ja fast daran vorbeikomme, bin ich zur Eröffnung hingegangen, beziehungsweise habe ich die von der Bezirksvorsteherin dann schon fast wieder versäumt, zu der der Künstler bin ich aber zurechtgekommen und der liebe Rudi hat wieder zwei Texte aus dem Cafe KPÖ gelesen und dann wieder zwei Gedichte, darunter die berühmten Schreie.

Der 1968 geborene Armin Baumgartner, der 2014 den “Alois Vogel Preis” bekommen hat, hatte einen, wie ich meine stark an Gert Jonke angelegten Text über eine “Rede an die Nation die ich nie gehalten habe und nie halten werde”, dann habe ich noch rasch eine Glas Wein getrunken und mir die Ausstellung angeschaut und bin im Literaturhaus gerade zu Barbara Zwiefelhofers Einleitung zurechtgekommen, die sich freute, daß die Veranstaltung wieder im Literaturhaus stattfindet.

Diesmal zehn zum größten Teil experimentellen  Autoren und es gibt jetzt auch immer ein Thema, nämlich “Was kann die Sprache” und Wolfgang Helmhart, den ich ich ja meistens im “MUSA” treffe, begann mit Musikbegleitung auf die sprachlichen Variationen zur Freiheit der Sprache im Wort hinzuweisen.

Michaela Hinterleitner folgte mit zwei Texte, die ich schon gehört habe, nämlich mit dem sehr politischen der weiß gefärbten vormals blauen Wäsche, über Flüchtlinge die im Meer ertrinken und dann den des “Allesfressers”.

Auch Magdalena Knapp Menzels Text “Am Anfang war das Wort”, habe ich glaube ich schon beim “Volksstimmefest” gehört.

Margret Kreidl las aus dem 2004 erschienenen Buch “Der Geschmack der Fremde”, das bei “Sonderzahl” erschienen ist und dann bald bei den Büchertürmen der “Literatur im März” zu finden war, wo es um gemeinsames Kochen beziehungsweise Gespräche mit Flüchtlingen im Integrationshaus ging.

Martin Kubaceks Text den ich hauptsächlich von seinen Moderationen in der “Alten Schmiede” kenne, war auch sehr interessant, er las nämlich kurze Szenen, die mit “Stiege”, “Delfter Porzellan” etcetera betitelt waren und erklärte dazu, daß es Begegnungen mit Menschen wären, die er in dem Haus machte, in dem er seine Schreibwohnung hatte. 1938 wurden dort die Juden vertrieben, jetzt sind andere Flüchtlinge eingezogen, die Schwierigkeiten haben einander zu verstehen und miteinander zu kommunizieren.

Hilde Langthaler, die ich vom “Arbeitskreis schreibender Frauen” kenne und die auch bei meinen Veranstaltungen meistens gelesen hat, las einen Text aus ihrem Buch “Im Gegenlicht”, wo es, um die Angst einer Frau vor der Begegnung mit einem Fremden geht und Birigt Schwaner habe ich, glaube ich, schon einmal in der “Alten Schmiede” aus “Polyphems Garten” gehört, wo es um eine sehr radilkalisierte Welt, wo Diktatur herscht, das Internet abgeschaft, das Lesen verboten, an Ray Bradbury “Fahrenheit 451” angelehnt, wie sie erklärte, gehört und Günther Vallasters Text war ebenso witzig, er bezog sich, glaube ich, auf Alice im Wunderland, politisiert,  zwischendurch zog er immer wieder Bücher mit seinen Texten, so zum Beispiel die von El Awadalla herausgegebene Anthologie zu den “Widerstandsleseungen”, wo ich auch einen Text drinnen habe, oder das “Feribord 16” heraus, wo es um Hasentexte geht heraus und las sie vor.

Die 1963 in Klagenfurt geborene Ursula Wiegele hatte einen Text über einen rumänischen Schauspieler, der sich mit der Sprach schwer tut und zuletzt kam Thomas Havlik mit einer seiner Performances, der mir dann auch seine Texte zeigte und mir “Syllabers Shooter-30 Milliarden Silben”, ein in der “Edition ZZOO” erschienenes Heftchen schenkte, so daß ich mich in seine Sprachkunst einlesen kann.

Dann gab es wieder Wein zu trinken und Gespräche über die politische Situation, die ja momentan auch nicht sehr erfreulich ist und ich habe nach dem “Fest der Freude am achten Mai” am Heldenplatz heuer wieder einmal dem “Tag der Freiheit des Wortes”, beziehungsweise der Bücherverbrennung, der Nazis am 10. Mai 1933 gedacht und wenn ich wieder öfter lesen könnte, würde das auch nicht schaden.

 

Wien-Budapest-Transit

Noch einmal Literaturhaus, denn, obwohl wir wahrscheinlich nicht mehr nach Ungarn fahren, interessiere ich mich für die ungarische Literatur und da war heute der Beginn einer neuen Veranstaltungsreihe angekündigt, nämlich Robert Prosser mit Kinga Toth in einer “Improvisierten Verschwörung”,  das ist, wie Barbara Zwiefelhofer erklärte, ein schon seit länger bestehendes Ausstauschprogramm mit dem “Atila Joszef Kreis”, wo ich ja schon einmal eine Verantstaltung in der “Gesellschaft für Literatur erlebte”, wo ungarische Autoren nach Wien geschickt werden und österreichischee nach Ungarn.

Das Literaturhaus hat offenbar mit  Zoltan Lesi von “Atila Jozsef Kreis” eine Reihe ausgemacht, wo die Ergebnisse dieses Austausch präsentiert werden sollten und den Anfang machten die jeweils 1983 geborenen Autoren.

Robert Prosser beziehungsweise seine ersten drei bei “Klever” erschienenen Bände kennte ich recht gut von Lesungen. Kinga Toth, die derzeit Stadtschreiberin von Jena ist und ausgesucht haben Barbara Zweifelhofer und Zoltan Lesi, die beiden offenbar, weil sie sowohl Performer, als auch exeperimentelle Autoren sind und die präsentierten nun ein Aufeinander zugehen oder ein Aneinander anschreien mit ihren Texten.

Das war bei Kinga Toth, etwas diffizifer, als bei Robert Prosser, der aus seinem vierten bei “Klever” im nächsten Jahr erscheinenden, wieder in Bosnien spielenden Buch perfmormierte.

Die Laiin in mir würde sagen, es war ein lange Poetry-Slam, Robert Prosser erklärte in der Diskussion, daß er sich eher dem Hip Hop verpflichtet fühlt, während Kinga Tooths Arbeiten ein stärkeres Crossover darstellten. Sound, bildende Kunst und Text und der noch auf Ungarisch und Deutsch und von ihr gibt es inzwischen drei Bücher oder drei Arbeiten, eines davon auf Deutsch, “All Maschine”, das dritte heißt “Mondgesichter”, das erste, glaube ich “Party” und Kinga Toth begann den Reigen, in dem sie Bilder aus “All Maschine”, ein Text der nur von Maschinen nicht von Menschen handelt, sie ist deshalb auch in Fabriken gegangen, projezierte und dazu ins Mikro einen Sound erzeugte.

In späteren Durchgängen kam noch Text dazu, dazwischen performte Robert Prosser auswendig, den Text aus seinem neuen Buch, der von einem Sprayer handelte, der sich nachts immer verfolgt von der Security und der Polzei in die U-Bahnschächte begibt, um die Züge anzulackieren. Dann fährt er  auch nach Bosnien, lernt dort einen Tiger kennen, der ihm von den Kriegsereignissen erzählt

Dazwischen kamen Kinga Toth Performances und am Schluß standen  beide auf der Bühnen und schrien sich gegenseitig mit ihren Texten an.

Das war, wie dann in der Diskussion zwischen Zoltan Lesi und Barbara Zwiefelhofer besprochen wurde,g eprobt, und Zoltan Lesi erklärte, daß Kinga Toths Arbeit unter den ungarischen Autoren ziemlich einzigartig ist, sie hat auch Germanistik studiert,  sich an Kurt Switters, Hugo Ball und dem Dada orientiert und ist, was die österreichische Szene betrifft wohl, mit Elffriede Auffzeichnungssysteme oder FALKNER  zu vergleichen.

Robert Prosser kommt vom Hip Hop her und hat irgendwie auch die Wiener Gruppe in sich aufgesaugt oder als Prägung verwendet und Kinga Toth hat noch mit der ungarischen Sprache zu kämpfen. Sie schreibt jetzt zwar in Deutsch, will aber ihre Texte gerne in der Passivform haben, weil sie mit manchen Pronomen Schwirigkeiten hat.

Einige Ungarn, darunter György Buda im Publikum aber auch wieder Monika Vasik die unentwegt, Eva Schörkhuber, Hanno Millesi und  im Herbst wird es, wie Barbara Zwiefelhofer versprach, mit den österreischisch ungarischen Transitbewegungen weitergehen, ich bin gespannt.

Edition Exil entdeckt mit Jugendschreibwerkstatt

Die “Edition Exil”, stellt wie Barabara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung betonte, jetzt schon zum achten oder neunten Mal seit 2012 ihre Preisträgertexte im Literaturhaus vor.  Bei einigen dieser Veranstaltungen war ich schon,  die meisten Bücher habe ich gelesen und zu den Preisverleihungen, die früher im Amerlinghaus, seit 2010 bei der Buch-Wien stattfinden, gehe ich auch regelmäßig hin.

Heute wurden im Literaturhaus zwei Preisträger von 2015 vorgestellt, nämlich der1996 in Budapest geborenen Roma-Aktivist Samel Mago, der in Wien aufgewachsen ist und jetzt Soziologie und Transkulturelle Kommunikation studiert und mit “Zeuge der Freiheit” den Jugendpreis gewonnen hat.

Da geht es um den Ungarnaufstand von 1956 und um einer Romafamilie die  in den sechziger Jahren nach Wien ausgewandert ist. Samuel Mago las ein paar Stellen daraus und ließ auch einiges zum Nachlesen aus, so wird einer der Protagonisten am Budapester Bahnhof angeschossen, dann taucht er aber wieder im Wilhelminenspital auf und ein Gedicht gab es auch, das Samuel Mago auf Deutsch und Ungarisch gelesen und dann noch auf Romanes gesungen hat.

Die 1981 in Wien geborene Barbara Eder hat wohl den Preis für “Deutsch als Muttersprache” gewonnen. Sie hat auch Soziologie und Philosophie studiert und an diversen Universitäten gearbeitet, darunter auch in Armenien und die Geschichte “Drüben” mit der sie 2015 gewonnen hat, spielt  in Armenien und ist jezt in einem bei “Drava” erschienenen Erzählband mit dem Titel “Die Morsezeichen der Arkaden” erschienen.

Und es gibt  seit heuer im Literaturhaus etwas Neues, nämlich eine monatliche Schreibwerkstatt, wo  Autoren, die für den Jugendpreis eingereicht haben, aber noch nicht gewonnen haben, ausgewählt wurden, mit Susanne Gregor monatlich an ihren Texten zu arbeiten.

Vier Treffen hat es schon gegeben und vier der Autoren haben ihre Texte, die sie vielleicht auch für den Exil-Preis 2016 einreichen werden, heute vorgestellt.

Deshalb waren auch sehr viel junge Leute im Publikum  und  Barbara Zwiefelhofer erklärte, daß die eingeladenen Autoren so um die zwanzig wären.

Anna Hackl, Fabian Dietrich, Cleidy Acevedo und Elma Candic stellten ihre Texte vor, die mit großen Applaus bejubelt wurden und sehr spannend waren.

Anna Hackl, eine deutsche Studentin, wie ich der Einleitung entnommen habe, hatte einen Text mit  sehr schönen sprachlichen Wendungen “Über den Abgrund hat sie einen Teppich gelegt, er soll ihn noch nicht sehen”, der wie sie betonte, von einer besonderen Frau handelte und “Nach dem Frühling kommt der Winter” heißt.

Dann kam  Fabian Dietrich, der sich Gedanken über die “Schönheit” machte und bezüglich einer Seminararbeit eine Selbsthilfegruppe besuchte.

Cleidy Acevedos Text “Die Fremde” war, glaube ich, eine Auseinandersetzung mit sich selbst, während Elma Candic über den Kaffee ihrer Oma und die bosnischen Kaffeerunden, sehr kurz, prägnant und realistisch, geschrieben hat.

Leider waren die Namen und die Lebensläufe der vier Autoren nicht im Programm angegeben, so daß ich sie, wie bei der “Studentenlesung II” erst erfragen mußte, es war aber sehr spannend der Aufregung  und der Begeisterung zu zu hörenund eigentlich auch zum Neidig werden, aber ich wurde in den späten Siebzigerjahren ja auch im “Arbeitskreis  schreibender Frauen”, wohl ein Vorläufer der vielen Schreibwerkstätten die es heute gibt, sozilisiert und  da habe ich auch Christa Stippinger, die damals gerade mit “Kress”,  den “Max von der Grün Preis” gewonnen hat, kennengelernt.

Inzwischen hat sich herumgesprochen, daß man das Schreiben  in Schreibwerkstätten lernen kann und da ist Christa Stippinger, die glaube ich, auch einen Preis dafür bekommen hat, mit ihrer “Edition Exil” und dem “Exil-Literaturpreis” ein Vorbild und es wurden dadurch ja auch einige Talente wie Dimitre Dinev, Julya Rabinowich, Susanne Gregor, etcetera entdeckt und ich bin auch sehr neugierig, ob und was ich von den vier Jungautoren noch hören oder lesen werde.

 

Wort/Wald&Sound/Forest

Diese “Poetik-Tanz-Performance”, die am Freitag im Wiener Literaturhaus stattfand, wäre mir fast entgangen, wenn nicht Chris Bader auf seinem neuen Blog gestern auf eine Veranstaltung mit Ostap Slyvysky, Judith Pfeifer und Martin Fritz aufmerksam gemacht hätte, in die ich zwar wegen unserer Schreibgruppe nicht gehen konnte, ich habe aber im Programm nachgesehen und entdeckt, daß  am Freitag eine Veranstaltung mit der Tänzerin Marion Steinfellner, die ich, glaube ich, schon einmal in der “Alten Schmide” mit Gerhard Jaschke gesehen habe, Herbert J. Wimmer und dem Musiker Michael Fischer stattfand, von der ich eigentlich Bescheid wissen hätte könne, da mir Christel Fallenschein, die ich ja heute besuchen hätte wollen, davon erzählte.

So habe ich also davon erfahren, umdiponiert und Mathias und Christel Fallenstein, mit dem Studenten der Sprachkunst, der sie begleitet auch in dem umgeräumten und sehr dunklen Veranstaltungssaal getroffen.

Nach und nach trafen Bekannte wie Evelyn Holloway, Lukas Cejpek , Eva Brenner und andere ein und Marion Steinfellner wickelte sich in grünes Papier, das den Wald darstellen sollte, sie aber nixenartig aussehen ließ und setzte sich damit in eines der Fenster.

Herbert J. Wimmer hatte eine grüne Schleife und grüne Socken und Michael Fischer nahm vor dem Mischpult Platz.

Barbara Zwiefelhofer erklärte in ihrer Einleitung, daß es schon einige dieser Performances zum Thema “Wasser”, etceta gegeben hat, die mir  ebenso entgangen ist und dann ging es los, mit der Bewegung, dem Sound und dem Text.

Marion Steinfellner bewegte sich langsam durch den Raum vom Fenster zur Bühnen und  mit Herbert J. Wimmer zu den Stiegen, um abwechselnd den Text “Ein Wald, ein Wort, das Wort ist der Wald, der Wald ist das Wort, wie man in den Wald hineinruft, etcetera”, aber auch Wortneuschöpfunge, zu zitieren.

Nachher gab es  interessante Gespräche, Christel Fallenstein ist ja so nett und stellt mich immer den anderen vor, den Text einer der vorigen Veranstaltung konnte man in der letzten “Kolik” kaufen und drei weitere dieser “Text, Sound, Bewegungsperformances”, die mir hoffentlich nicht entgehen werden, sind, glaube ich  geplant.

Hanno Millesi im Gespräch

Das Lieraturhaus hat eine neue Reihe “Nahaufnahme-österreichische Autoren im Gespräch mit Literaturwissenschaftlern und Literaturkritiker” im Zusammenarbeit mit dem Verein “Neugermanistik” und da stellten heute Daniela Strigl und Bernhard Oberreither Hanno Millesi vor.

In der “Gesellschaft für Literatur” gibt es glaube ich, auch so eine Reihe und da hat einmal Kathrin Passig mit Daniela Strigl diskutiert.

Jetzt ging es um den 1966 in Wien geborenen Hanno Millesi, dessen Literatur mir eigentlich sehr gut gefällt. Kennengelernt habe ich ihm, glaube ich, bei einem der “Wahnsinnssymposien” von Ernst Kostal und da haben mich seine Kindertext aus der Perspektive von Erwachsenen sehr beeindruckt.

2005 hat er, glaube ich, beim Bachmannpreis gelesen und da hat mir sein Text, auch wenn er, glaube ich, nichts gewonnen hat, sehr gefallen.

Einige Bücher beim “Luftschachtverlag”, eines habe ich, glaube ich gelesen, bei einigen seiner Lesungen war ich auch und ich sehe ihm auch manchmal in der “Alten Schmiede” oder so im Publikum.

Ich würde ihn ja eigentlich für einen realistischen Autorenhalten, er scheint sich zu den experimentellen zu zählen, wie Daniela Strigl in ihrer Einleitung erwähnte und das Literaturhaus war auch voll von experimentellen Autoren, Brigitta Falkner, Gerhard Jaschke, Ann Cotten, Andrea Grill und und die Mitglieder des  “Vereins für Neugermanistik”, wie beispielsweise Alexandra Millner waren auch gekommen und Frau Schmidt- Dengler und Daniela Strigl sprach auch von der Avantgarde und behandelte mit Bernhard Oberreither, auch ein Germanist, zwei Bücher, den Zyklenband “Die Regeln der Kunst” 2010 erschienen, da war ich, glaube ich, einmal bei einer Lesung im Literaturhaus und da geht es, um Texte wo sich ein Schriftsteller auf die Spuren anderer macht, beispielsweise am Geburtstag von Ernest Hemingway saufen gehet oder seinen Nachbarn sein Manuskritpt zeigt, der ihm dann des Plagiats verdächtigt und nicht weiß, daß Franz Kafka schon lange gestorben ist.

Einen Teil dieser Erzählung las Hanno Millesi vor,  dann ging es noch um den Roman “Der Nachzügler”, 2008 erschienen, für den er, glaube ich, eine “Buchprämie” bekommen hat und da geht es ebenfalls, um einen experimentellen Schriftsteller, der sich auch als Detektiv betätigt und in einem Taxi einen Mister X verfolgt, der an einen Roman von Michele Houellebeckqc erinnert und der und ein Buch bon Bourdieus lag dann neben den Millessi Büchern auch am Büchertisch auf.

Hanno Millesi hat sich auch gemeinsam mit Andrea Grill am “Seestadt Aspern Buchprojekt” beteilgt und stand den beiden Literaturwissenschaftler sehr bemüht und freundlich Rede und Antwort und ich habe wieder viel gelernt, fand es spannend, daß es soviel literarische Prominenz im Publikum gegeben hat und habe auch eine junge Frau beobachtet, die von ihrem ersten Buch erzählte, deren Namen ich aber leider nicht herausbekommen konnte.

 

Übersetzerpreise der Stadt Wien

Nach dem Ebner Eschenbach-Symposium und einer Fachtagung über Gesundheitskompetenz bin ich, ich kann es nicht lassen, am Abend ins Literaturhaus gegangen, wo die Übersetzerpreise der Stadt Wien für 2014 und 2015 vergeben wurden.

Eine Veranstaltung, die bisher an mir vorbei gegangen ist und ich war auch sehr erstaunt, Julia Danielcyck, die Literaturbeauftragte der Stadt Wien, die ich auch in der Bartensteingasse getroffen habe und die dort auf die Veranstaltung “Autorinnen feiern Autorinnen” am 28. April im Wiener Rathaus hinwies, zu treffen.

Aber natürlich, sie hat die Preise zu verleihen und dieser Übersetzerpreis ist, wie Werner Richter von den IG Übersetzerinnen, den ich von den IG-GVs kenne, in seiner Einleitung hinwies, etwas Besonderes, wird er ja an eher noch nicht so publizierte Übersetzer anonym, also wahrscheinlich mit unveröffentlichten, bisher noch unübersetzten Texte vergeben, trotzdem war mir Eva Srna, eine der Preisträgerin wohlbekannt und ich habe sie glaube ich schon öfter im Literaturhaus oder vielleicht auch an anderen Orten übersetzen gehört.

Sehr voll das Literaturhaus und in der ersten Reihe zwei alternativ wirkende kleine Kinder, das Mädchen im weißen Festtagskleid und nicht dazu passenden eher derben Schuhe, zu der anderen Preisträgerin, einer eher jungen Frau namens Ruth Altenhofer gehörend, die mir bisher auch unbekannt war, obwohl sie, wie Julia Danielcyck später erwähnte, schon 2012 bei den Preisträgern war.

Der Preis erklärte Werner Richter wird jedes Jahr ausgeschrieben, aber nur alle zwei Jahre vergeben und er gilt jeweils für ein spezielles Genre.

Bei Eva Srna war das die Erzählprosa und sie hat aus dem Spanischen Gustavo Martin Garzo übersetzt und zwar hat sie das offenbar schon zum zweiten Mal getan, jedenfalls zeigte sie zwei Bücher, des 1948 geborenen Autors her und erzählte, daß es in beiden, um Josef und Maria gehe und bei beiden würde der Autor Geschichten, die sich außerhalb der Bibel befänden, erzählen.

In dem früher erschienenen Buch ginge es, um den alten Josef, in dem mit einem Preis gewürdigten Text, um das Leben der Maria, als Kind, die in einem reichen Haus, aber mit einer Behinderung aufgewachsen ist.

Eva Srna las daraus zwei Stellen,  dann kam die andere Gewinnerin, die junge Frau, die aus dem Russischen in der Sparte satirschen Text übersetzte und gleich in ihrer Einleitung bekannte, daß sie über ihren Autor wenig wisse.

Als der Preis ausgeschrieben war, hat sie sich bei einer Russin nach einem entsprechenden Autor erkundigt, dann das Buch aus dem Regal genommen und genau die Länge übersetzt, die verlangt war.

Der Autor heißt Wjatscheslaw Pjezuch und der Text glaube ich “Nacht mit Johann Wolfgan Goethe” und da begegnet einem während des Lesens der Marienbadner Elegie, der große Autor und ein satirisches Gespräch über Literatur beginnt.

Nachher und das ist jetzt auch schon ungewöhnlich gab es ein Buffet mit Käse, Schinken, Aufstrichen, Kuchen und anderen feinen Sachen und bei den offenen Bücherkästen bin ich vorher und nachher auch fündig geworden.

Salzburger Büchertour

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Der Alfred hatte ja im August seinen sechzigsten Geburtstag und da vom Martin einen Gutschein für zwei Kabarettkarten bekommen.

Er wollte zu Simone Solga gehen, aber die ist erst im Oktober in Wien, dafür war sie am Samstag in Salzburg, so hat der Alfred eine Wochenendfahrt nach Salzburg organisiert und mit dem Martin und der Zaruhi sind wir schon vor zwei Wochen in den Rabenhof zu den “Großen Knallern mit Robert Pfaller” gegangen.

Jetzt bin ich nicht gerade ein Kabaretttyp, weil ich oft nicht lustig finde, worüber sich die Leute vor Lachen wälzen, aber eine Salzburgfahrt kann sich in literarischer Sicht sicher lohnen, so habe ich “Bücherwurmloch”, die dort in der Nähe wohnt, als sie von einem Salzburger-Fotoshooting berichtet, die Frage gestellt, ob sie wisse, wo sich dort der offene Bücherschrank befindet?

Tobias Nazemi hat mir den entsprechenden Link geschickt und siehe da, es gibt nicht nur einen, sondern gleich mehrere solcher Schränke, beziehungsweise Telefonzellen in der vergleichsweise kleinen Stadt und in der wohnt auch meine Autorenkollegin Margot Koller, mit der ich ja schon einmal in Salzburg gelesen habe und die ich meistens in Wien bei der GAV-GV aber auch bei Literaturveranstaltungen treffe.

Die habe ich angerufen, beziehungsweise angemailt und auch nach den Bücherschränken gefragt und sie antwortete, sie wisse etwas viel Besseres und hat auch ein Büchlein darüber geschrieben, das sie mir bei der letzten GAV gegeben hat.

“Im Paradies der Bücher – eine Plauderei in 11 Kapiteln” heißt es und das mußte ich erst finden, habe ich es nämlich damals im Oktober auf die Leseliste gesetzt und auf den Bücherstoß geworfen, dann habe ich es am Samstag in meine Tasche gesteckt, dazu Margit Schreiners “Haus Frauen Sex”, das ich gerade gelesen habe, eigentlich wollte ich mir Erich Landgrebes “Adam geht durch die Stadt” wegen dem Salzburgbezug mitnehmen, aber Margit Schreiner habe ich gelesen, hat dort auch einmal gelebt und in den Rucksack, die Toilettetasche, ein Nachhemd, Unterwäsche und Hausschuhe und in Salzburg habe ich den diesbezüglich leeren Rucksack in meine große grüne Tasche gestopft und gedacht, eigentlich hätte ich ihn in Wien lassen können oder auch nicht, wenn ich Bücher in den Schränken finde, habe ich genügend Platz zum Transportieren.

Margot Koller hat uns schon in dem Hotel, das der Alfred für zwei Nächte bestellt hat, erwartet und wir sind, weil das Wetter sehr schön war, losgezogen in Richtung Kapuzinerberg, dort hat auch einmal Stephan Zweig gelebt und den Herrn Landeshauptmann haben wir auch getroffen und bei der ARGE-Kultur, wo das Kabarett stattfand, gab es gleich den ersten offenen Bücherschrank, spich eine Bücherzelle, vom Leiter des Literaturhauses initiiert und dort, welch Überraschung, lag völlig neu und ungebraucht die “Widerstandsanthologie”, die der “Milena Verlag” 2000 herausgegeben hat und wo ich auch einen Text drinnen habe.

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Also hatte ich schon ein schönes Geschenk für Margot Koller, die in ihrem Buch ja von einem  “Recyclinghof” geschrieben hat, aus dem sie sich ihre Bücher holt und damit schon ein ganzes Regal gefüllt hat.

Am Sonntag nach dem Frühstück, das Wetter war leider nicht sehr gut, sind wir dann zu einer Bücherschranktour aufgebrochen und als erstes zum Literatruhau gefahren, wo es die zweite von Thomas Friedmann initierte Telefonzelle gibt, das Salzburger Literaturhaus befindet sich inzwischen am H. C. Artmannplatz, der, glaube ich, im Sommer so genannt wurde und eine Gedenktafel gibt es auch, im Literaturhaus fand gerade eine Schreibwerkstatt mit Gudrun Seidenauder statt, so daß wir die laufende Ausstellung nicht besichtigen konnten, aber in der Telefonzelle gab es eine Menge Simmel-Bücher, “Die Ausgesperrten” von Elfriede Jelinek und auch ein altes Kriegstagebuch aus dem Jahr 1941- 1945, dann führte uns Margot Koller zu einem Schrank, den es in meiner Liste gar nicht gibt, nämlich zu dem beim Künstlerhaus und dort gab es ein Buch eines mir unbekannten Schweizer Autors und eines einer Slowenin aus der “Edition Korrespondenzen”.

Dann fuhren wir zu Margot Kollers Keller, wo sie mir ihre Schätze zeigte und mich aussuchen ließ und da fand sich tatsächlich Wolfgang Herrndorfs “Tschik”, Lisa Fischer “Lina Loos-Biografie”, ein Buch der Irmgard Keun und wo ich  Diana Kempfs Der vorsichtige Zusammenbruch” gefunden habe, kann ich jetzt gar nicht mehr sagen.

Die Tasche wurde jedenfalls voll, das Wetter war noch immer schlecht, trotzdem sind wir zum Schloß Heilbronn aufgebrochen, wo es im Sommer Wasserspiele und ein Felsentheater gibt.

Das war sehr toll und naß sind wir sowieso geworden, so daß wir den Nachmittag wieder, wie beim letzten Mal im “Augustiner Breustübel” verbrachten, diesmal im geheitzten Saal und ein Faschingsfest hat dort auch stattgefunden.

Das Abendprogramm war dann eine Kinovorstellung und die war auch sehr literarisch, nämlich die Verfilmung von Martin Suters “Die dunkle Seite des Mondes” und weil wir in dem Hotel zwei Nächte bleiben mußten, war noch Zeit für das “Literaturarchiv”, wo es eine Ausstellung über Pater Thomas Michels gab und uns eine freundliche Dame Erich Landgrebes Bücher zeigte und ein Notizbuch von Stephan Zweig aus dem Tresor holte.

Dann ging es zurück nach Wien und da fand zufälligerweise in der “Alten Schmiede” auch ein Programm mit Salzburg-Bezug nämlich eine “Stunde der literarischen Erleuchtung” mit einer Handke Erzählung und dann die Präsentation von Jochen Jungs Schriftsteller Episodenroman, wie es Kurt Neumann in seiner Einleitung nannte “Zwischen Ohldorf und Chaville” statt, so daß ich, obwohl ich es nicht vorhatte umdisponierte und vom Hauptbahnhof gleich in die Schönlaterngasse gefahren bin.

Wenig bis nichts

In dieser wunderbaren literarischen Woche ist es noch einmal ins Literaturhaus gegangen, diesmal zu einer “GAV-Veranstaltung” wo sich die experimentelle Szene oder zumindest ein Teil davon präsentierte und im Gegenteil zum Mittwoch, wo es voll war mit Wolfgang Popps Freunden und Bekannten, war es eher leer.

Es war auch ziemlich finster, als ich ins Literaturhaus kam und die Bühne war von zwei vorgehängte Papierstreifen zum Teil verhüllt.

elffriede.aufzeichnungssysteme, wie sie sich jetzt nennt, scheint die Veranstaltung organisiert zu haben und den Teilnehmern Harald Gsaller, Sabine Maier, Dieter Sperl, Birgit Schwaner und Oliver Schulz, das Motto und ein paar Textbaussteine vorgegeben zu haben und dann machte jeder seinen Text,  performierte und wußte, wie mir Birgit Schwaner sagte, vorher selber nicht genau, was kommt.

Sabine Maier und elffriede nahmen an den beiden Seiten der Bühne Platz, Barbara Zwiefelhofer eröffnete und las einen Eröffnungstext. Ein solcher ist auch im Literaturhausprogrsamm zu finden, wo die Veranstaltung mit “Textpräsentationen” angekündigt ist.

“was geschieht wenn ein teil vom ganzen verschwindet? was bedeutet dies für andere teile, die noch da sind? geht es um das große ganze oder um kleine ein(zel)heiten und welten oder um das einenicht ohne das andere? es geht im großen und ganzen um verschwindend geringes, beiläufiges, scheinbar nichtiges, zu wort kommen könnte eine hochkonzentrierte wahrnehmung, die intensive eindrücke “schwach” verarbeitet und ungeordnet, gebrochen, vielleicht roh und sperrig, dann wieder flüssig widergibt, als etwas, das übrig bleibt und sich, ohne den zusammenhang, den sie verloren oder einfach über den haufen geworfen hat, dennoch behauptet als eigenständiges, die rezeption als konstruktiven teil einschliessendes: kleinste einheiten (kleinstheiten), die form annehmen und verlieren, unspektakuläre spektakel, fast beiläufig, nahezu nichtig, begonnen, abgebrochenes…es geht  um die identität der texte und bilder. umso mehr, wenn deren referenz verschwindet, schon zu lebzeiten”

Was verstanden? Ich auch nicht viel, umsomehr da die Lesenden ohne sich vorzustellen auftraten oder ihre Texte auf den Papiervorhängen präsentierten.

Ein paar von ihnen habe ich gekannt, Dieter Sperl zum Beispiel, der auch die Zeitschrift “flugschrift” herausgibt und zwei Nummern, eine von elffriede und eine von Harald Gsaller lag auch zur freien Entnahme auf oder “Als Geschenk für Sie!”, wie Barbara Zwiefelhofer anschließend erläuterte.

Der kam nach den ersten Textprojektionen, die, wenn ich es inzwischen richtig verstanden habe, von Sabine Maier waren, die mir immer noch ziemlich unbekannt ist.

Von Dieter Sperl habe ich übrigens heute nachmittag ganz zufällig im Schrank ein kleines rotes, mit Widmungen sehr beschriebenes Heftchen gefunden, das er gemeinsam mit dem im letzten Jahr verstorbenen Helmut Schranz, 1992 herausgegeben hat “Damals vor Wort”.

Jetzt hat er wieder viele schöne aber eher zusammenhanglose Sätze, von denen die am falschen Ort sind, von seinen Verwandten, etcetera, etcetera, gelesen, es war auch Sound dabei.

Dann kam die 1960 in Frankenberg geborene Birgit Schwaner, die ich vom Lesetheater kenne und die einmal den “Siemens-Preis” gewonnen hat und die auch “Radio-Kunst” macht.

Sie las, glaube ich, Traumseqenzen von Fischen und von Schmetterlingen, H. C. Artmann kam auch vor, einmal als Schulmeister an der Tafel, einmal in einem Gefängnis, wieder eher zusammenhanglose schöne Sätze, dazwischen immer wieder Projektionen und elffriede las von einer Literaturstipendiatin und deren Erlebnisse mit dem Schreiben und anderen Dingen.

Der ebenfalls 1960 geborene Harald Gsaller war mir eher als Name ein Begriff, es kann auch sein, daß ich einmal etwas von ihm gefunden aber noch nicht gelesen, weil zu experimentell, habe und er führte auch eher in esoterische Welten und machte auch eher fernöstliche Turnübungen, projezierte dabei aber auch wieder schöne Landschaftsbilder und las aus einem englischen Buch.

Daß der mir ebenfalls unbekannte Oliver Schultz mit Demenzkranken arbeitet, hat Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erwähnt und er las offenbar Texte, die aus Gespräche mit ihnen entstanden sind und die sich auf den Tod und auf Opfer bezogen. Der Krieg kam auch immer vor und am Schluß tauchte dann auf der einen Vorhanghälfte das Wort Ende auf, während elffriede auf der ihren Beginn hinschrieb.

Sehr interessant und sehr experimentell,  ein Teil der österreichischen Literatur und gut zu den anderen Teilen passend, die ich mir diese Woche gegeben habe, die Unterschiede machen es deutlich, denke ich und man könnte wieder fragen, was geschieht, was bleibt, was nimmt man sich mit und was man davon verstanden oder nicht?

Hahnrei Wolf Käfer und Marius Gabriel vom Lesetheater sind auch gekommen und eine Frau mit einem kleinen Hund war da, was vielleicht auch dazu passt oder nicht und wem das alles zu abstrakt ist, der kann sich auch noch unter www.elffriede.net informieren.

Und etwas anderes von einer anderen Elfriede, was ebenfalls sehr interessant ist, kann ich noch vermelden, nämlich von El Awadalla, der Dialektautorin, die ich einmal im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennenlernte, die 2000 die Widerstandslesungen organisierte und die 2005 glaube ich die “Millionenshow” gewonnen hat, die ist nämlich eine sehr interessante und originelle Frau, will sie doch neben Andreas Khol, Alexander van der Bellen, Norbert Hofer, Irmgard Griss und Rudolf Hundstorfer für das Amt der Bundespräsidentin kanditieren.

Wolfgang Popps wüste Welt

Diese Woche ist eine durch und durch literarische und die Saison, die etwas zögernd angefangen hat, hat hiermit wirklich begonnen.

Am Montag Josef Winkler in der “Alten Schmiede”, gestern Mirko Bonne in der “Gesellschaft für Literatur” und heute war ich mir nicht ganz sicher, ob ich meinen zweitausendfünfhundertsten “Literaturgeflüsterartikel” nicht der Besprechung von Dimitri Verhulst “Die letzte Liebe meiner Mutter” widmen werde, denn ich bin ja, seit ich anläßlich der “Buch-Wien” beim Ö1 Quiz mitgespielt habe, Mitglied des Ö1-Clubs und da habe ich einmal nach einer Club-Sendung dort angerufen, um Gratiskarten für eine Führung beim Volkstheater zu bekommen und die sich meldende Dame, sagte “Gratuliere, gratuliere!” und war dann gleich weg.

Bei einem weiteren Anruf erklärte mir wahrscheinlich eine andere Dame, sie hätte nur “Ich wünsche Ihnen viel Glück!”, gesagt und der der Abend war frei für eine weitere Literaturveranstaltung und da bin ich ja unersättlich und nach wie vor sehr interessiert und es gab auch einiges im Angebot, nämlich eine Diskussion über die “Flüchtlingsfrage” höchst aktuelle und die Leute spaltend bei den Wiener Vorlesungen und Wolfgang Popp im Literaturhaus.

Das ist ein Ö1 Redakteur und ein mir bekannter Name, wahrscheinlich von dort und nicht so sehr von seiner Literatur, obwohl er auch auf der letzten “Alpha-Shortlist” mit seinen “Verschwundenen” gestanden ist, also nichts wie hin und als ich kurz nach halb sieben meine gewöhnliche Runde zum Bücherschrank machte, standen schon Leute rauchend vor dem Portal und dann war es sehr voll, bis auf zwei, drei Leute keine Stammbesucher, sondern besonders chic gekleidete Personen, die sich mit Küßchen begrüßten und einen nicht zu überhörbaren Lärmpegel hatten.

“Ö1 ist hier!”, sollte später Barbara Zwiefelhofer bei ihrer Begrüßung sagen. da gab es Widerspruch, ich stimmte aber zu, habe ich doch Kristina Pfoser entdeckt, Petra HartliEb allerdings auch und Stephan Eibel-Erzberg, der mich begrüßte und eine Freundin Katrin Peschkas, die einmal den “Exil-Preis” gewonnen hat.

Wolfgang Popp wurde jedenfalls 1070 in Wien geboren und hat eine Trilogie des Verschwindens geschrieben, mit dem zweiten Teil kam er auf die “Alpha-Shortlist”, den dritten “Wüste Welt” stellte er im Literaturhaus vor und da geht es um einen eher farblosen Erzähler, einen Musiker, der eines Tages ein seltsames SMS von seinem Bruder bekommt, daß er ihn suchen soll.

So startet er auf in die Wüste beziehungsweise nach Marokko und bekommt dort einige Spuren gelegt.

So erinnert sich im Flugzeug, die Stewardess nicht an seinen  Bruder, der Autovermieter aber schon und der gibt ihm einen Agatha Christie Roman, den der, obwohl Nichtleser, vergessen hat, dort findet er  eine Hotelanschrift, dann trifft er einen Führer, der ihn dorthin führt, wo der Bruder vor einer Woche gewesen ist und sich für Geister interessierte und Wolfgang Popp erzählte seinem Publikum, daß er, nachdem er das Rohkonzept hatte, eine Reise nach Marokko machte und sich sozusagen von oder zu seinem Plot treiben ließ.

Er machte dort auch Fotos, beziehungsweise Filmaufnahmen und die zeigte er während der Lesung her und dann gab es ein Gespräch mit Barbara Zwiefelhofer, die Anspielungen auf die Bibel in dem Road Movie gefunden hat und auch Anspielungen auf Musik und Filme und gleich verriet, daß am dritten März eine Austellung mit Fotos von Wolfgang Popp eröffnet werden wird und das auch Vögel in dem Roman eine große Rolle spielen.

Die gab es dann zu sehen und noch eine Textstelle zu hören, bevor Barbara Zwiefelhofer das Publikum zum Kauf des Buches aufforderte, das sich, als relativ trinkfest, beziehungsweise diskussionsfreudig erwies und ich habe einen weiteren mir bisher eher unbekannten Autor kennengelernt und heute  einen sehr literarischen Tag verbracht, nämlich sowohl den “Sommernanowrimo” als auch den “Adventkalender” durchkorrigiert.

Da ich bei der Sommergeschichte nur mehr einen Fehler fand, wird es das Buch vielleicht bald geben. Ein kleiner Hinweis für die, die vielleicht noch beim Gewinnspiel mitmachen wollen und bezüglich der “Nika” gibt es schon den Einband, allerdings noch mit einem falschen Foto, nämlich mich vor der Harlander Bücherwand auf den Schaukelpferd sitzend, das wir der Anna zum ersten Geburtstag schenkten.

Das richtige mit der Puppe plus Weihnachtsmütze müßen wir erst machen, wenn wir wieder in Harland sind und das sind ja auch zwei Teile einer Trilogie.

Meine “Paul und Paula”-“Kurzgeschichte” habe ich jetzt auch einmal Szene für Szene durchkorrigiert.

Drei Geschichten von Ilse Tielsch

Die 1929 im südmährischen Hustopece geborene Tilse Tielsch, die 1945 nach Österreich gekommen ist, kenne ich durch Valerie Szabo. Das heißt, sie hat mir bei unseren Arbeitskreistreffen in den Neunzehnhundersiebziger- frühen Achtzigerjahren von ihr erzählt und mir einmal auch den Tip gegeben einer meiner Texte an sie zu schicken.

Das dürfte sie so beeindruckt haben, daß sie sich immer noch, wenn ich sie bei “Podium-Lesungen” wo sie Mitglied war und ist, treffe, an mich erinnert kann.

Eine sehr freundliche Frau, die bei “Styria” einige Romane herausgegeben habe, von denen einige, auch auf meiner Leseliste stehen und jetzt haben die Lesetheaterfrauen unter Hilde Schmölzer, Angelika Raubek, Elfriede Haslehner, Elsiabeth Krön und Gabriela Schmöll drei ihrer Geschichten im Literaturhaus gelesen und die Autorin war auch anwesend und hat zugehört.

Zwei Geschichten “Der Solitär” und “Mister Hould” handeln vom Nachkriegswien um 1945, als der “Scheißkrieg” endlich vorbei war, die Familien sich in Gartenhäuschen im Wienerwald zurückgezogen haben, nichts zu essen hatten, hamstern gingen oder sich den Amis für Zigaretten oder Nylonstrümpfe, Schokolade und Kaumgummi an den Hals warfen und Ilse Tielschs Tante Peppi hat für die Josepha in die Geschichte, die sie über das Jahr 1945 schreiben hätte sollen, Pate gestanden.

Ein Professor wollte diese Geschichten für einen Band, hat die Autorin nach der Lesung noch erzählt, Alois Vogel der Podium-Gründer, sollte über das Jahr 1934, Hannelore Valencak über die Fünfzigerjahre, sie über das Nachkriegswien schreiben, wo alles vorkommt, was es damals gegeben hat.

Also werden die Glocken geläutet, die Tante Pepi wohnt mit zwei Männern in dem Gartenhäuschen, ihr Mann verschwindet, der mit dem Holzfuß bleibt zurück und sie braucht jetzt eine starke Hand zum Ausgraben der Baumwurzeln, also erzählt sie dem Neffen Bruno von einem Solitär den sie zu vererben hat. Gemüse braucht die Familie auch und es gibt eine Nichte mit einer Gärnterei, einen Bäcker gibt es auch, die Tante verspricht und verspricht und nach ihrem Tod suchen alle nach dem Edelstein, allein sie finden ihn nicht.

Die zweite Geschichte ist wahrscheinlich auch autobiopgrafisch, da wohnt die jugendliche Ich-Erzählung mit ihren Eltern in einer Küche mit drei Betten und einem Wasserkrug, die kluge Tante Esther schickt Mister Hould, einen Amerikaner mit Geld, Kaugummi und Nylonstrümpfen, er soll das Fräulein ausführen und möchte ihr ein besseres Leben bieten, sie widersteht und irgenwann ziehen die Amis dann auch ab.

Die dritte Geschichte heißt “Schriftstellerin`- Um Gottes Willen”, denn so hat die Mutter zu Ilse Tielsch wohl einmal gesagt, als sie von ihrem Berufswunsch hörte und die Schuldirektorin war, als sie ihren kleinen Sohn einschulen wollte, genauso entsetzt.

Es ist trotzem etwas aus ihr geworden und sie hat auch verschiedene Preise gewonnen, obwohl ihre Bücher hauptsächlich vergriffen sind. So lagen am Büchertisch auch nur das kleine Podium Heftchen “Lob der Fremdheit” und ein “Driesch-Band auf.

Es gab aber schöne Gespräche und für die Lesenden auch je eine Bonbonniere und ich freue mich jetzt schon auf das Lesen von “Heimatsuche”, “Fremder Strand” und “Zirkusgeschichte” sowie auf den Gedichtband, den mir Ilse Tielsch freundlicherweise signierte und wer es wissen will “Paul und Paula” ist jetzt bis zur zehnten Szene durchkorrigiert und die Idee für das Nächste ist in der Badewanne heute morgen auch schon gekommen.

Es wird wahrscheinlich ein Erzählband werden, nämlich zwölf, dreizehn oder wieviel auch immer “Buch und Schreibgeschichten”, nämlich, das was in den nächsten Schreibgruppen entsteht und fertiggemacht wird und dann auch das, was passiert, wenn ich aus meinem Bücherstoß ein Buch nehme, es aufschlage und ein Wort oder einen Satz daraus notiere.

Ich bin gespannt und man sieht Jacqueline Vellguths grandiose Schreibidee läßt mich doch nicht so los, auch wenn es für mich ein Rettungsanker ist, aus dem vielleicht Leergeschrieben sein, herauszukommen.