Lyrik statt radikalen Konservatismus

Heute wieder ein Tag der Entscheidungen und es kommt anders als man denkt. Ich suche mir mein Abendveranstaltungsprogramm immer einige Wochen früher aus und schreibe es mir in den Kalender und da war für heute ein Besuch in der “Alten Schmiede” geplant wo Julia Rabinowich mit Natascha Strobl, glaube ich, den radikalisierten Konservatismus diskutierte, beziehungsweise beide ihre neuen Bücher vorstellte. Dann erzählte mir der Alfred vom WU-Sommerfest und ich dachte, da geh ich mit ihm hin, war ich da ja schon ein paar Mal bei ein paar Festen, bei der Sommerakademie und auch auf einer Demo. Der war aber nicht sehr erfreut.

“Da habe ich keine Zeit für dich, da muß ich mit meinen Kollegen reden!”

Dann kam eine Einladung von der GAV, daß es wieder einen Jur fixe gibt, in einem Heurigengarten im alten AKH, aber nur bei Schönwetter und im Republikanischen Club, der jetzt eine neue Adresse hat, wurde ein Krimi vorgestellt. Was mache ich also?

“Geh tin den RC!”, sagte der Alfii.

“Und sag mir wies dort ist?”

Aber Krimis interessieren mich nicht so sehr und auf deren Aussendungen steht immer noch etwas von Maskenplicht. Schließlich tendierte ich zum Jour fixe, um mit den Kollegen zu reden und den Jopa Jotakin nochmals an die Eintragung vom “Frauenleiden” zu erinnern, aber dann war Schlechtwetter abgesagt und die GAV hat gestern abgesagt, beziehungsweise auf nächste Woche verschoben.

Also “Alte Schmiede”, wenn ich nicht bei der WU im Regen herumstehen will und das Thema ist sehr interessant und auch spannend zu sehen, wie weit die Diskussion vielleicht in das Corona-Thema übergeht und dann hat mich, als ich die Stiegen der “AS” hinuntergegangen bin, eine junge Dama angesprochen und “Heute gibts FFP2-Maskenpflicht erklärt, weil die Vortragenden das wünschen und darüber habe ich in den letzten Tagen sehr viel gehört, daß die Zahlen wieder steigen, die Patientanwaltin Pilz schnellstens wieder ein Einführung der Maske fordert und im “Servus TV” gab es auch eine Diskussion darüber, die ich mir vor dem Weggehen angeschaut habe. Wie weit kann der einzelne Risikopatient von den anderen fordern, daß er eine Maske tragen muß?

“Das wird mich wahrscheinlich noch öfter treffen!”, habe ich gedacht, versucht mich nicht zu ärgern, sondern an den “Republikanischen Club” gedacht. Aber da hatte ich die Adresse nicht parat, nur vage an den “Salzgries” gedacht, aber wie komme ich da hin, wenn ich durch den Heiligenkreuzerhof gehe, komme ich in die Nähe, habe ich gedacht und in einer Buchhandlung danach gefragt. Das war aber eine Englischsprachige und als ich schon in Opernnähe war, ist mir eingefallen, daß Ursula Ebel gestern auf eine morgendliche Lyrikveranstaltung hingewiesen hat. Wenn ich da gleich hingegangen wäre, wäre ich pünktlich hingekommen. So ist mir im Vorraum der “Gesellschaft” gleich Marianne Gruber, die ehemalige Präsidentin begrüßte, die mit mir einen Text in der “Mädchen dürfen pfeifen, Buben dürfen weinen- Anthologie” hatte und mir da einmal viele Tips gegeben hat. Als ich in den Saal kam, sah ich Erstens, wie gestern keine Masken und am Podium saßen, wie in einem Orchester zwei mal fünf Studenten, das heißt, je vier Schauspielschülerinnen und ein Student von der Schauspielakademie Elfriede Ottt, die abwechselnd Gedichte vorlasen und ich war am Anfang verwirrt, “bis ich darauf gekommen bin, daß die Texte aus dem Band “Einmal hatten wir schwarze Löcher gezählt, des 1991 geborenen Raoul Eisele stammten, der eine erstaunlich schöne Sprache hat.

Im Anschluß trat dann der Autor auf den Lesetisch und erzählte ein bißchen was über seine Gedichte und das Erstaunliche daran war, daß es eine Art Rahmenhandlung gab. Nämlich eine Figur, der nach einer <o suchte oder ihr Briefe schrieb und ein Seemann war, was ich sehr interessant fand. Dann gings in die nächste Runde, nämlich zu der 1980 in Maribor geborenen Daniela Kocmut und ihren bei “Keiper” erschienenen Band “Freitauchen” und da ging es um das Schreiben und das Übersetzen, was die Autorin offenbar auch betreibt und dann, was mich besonders freute, gab es drei Corona-Gedichte, die ich als sehr stark empfand und die Autorin, die, die Schauspielschüler sehr lobte, las dann noch zwei Gedichte, die sie ihren Mentor Fabjan Hafner, den 2016 verstorbenen slowenischen Autor, gewidmet hat.

Ein interessanter Abend, wo ich zwei interessanter Autoren kennenlernte, die sonst an mir vorbeigegangen wären und den Aband mit den radikalisierten Konservatismus kann ich mir vielleicht per Video ansehen, wenn es die “Alte Schmiede” freigibt.

Schreibblockaden

Ich kann mich erinnern, daß ich einmal vor vielen Jahren, als ich mich noch mit den “Arbeitskreisfrauen” getroffen habe, Valerie Szabo-Lorenz in ihrer schönen Wohnung neben den Grinzinger Friedhof sagen hörte, daß ihr die Idee so zufallen würden.

Wui, habe ich damals wahrscheinlich in den Siebziger- oder achtzigerjahren gedacht, wenn das bei mir auch so wäre! Denn damals war ich sehr gehemmt und habe mir jedes Wort abgequält, weil ich irgendwie den Eindruck hatte, ich darf nicht schreiben, es ist nicht gut genug, etcetera….

Das hat sich dann glücklicherweise geändert und ich schreibe, wie meine Leser wahrscheinlich wissen seit Jahren ein Buch nach dem anderen, das ich dann selbst herausgebe, auf meinen Blog vorstelle, es vor Corona als ich noch Lesungen, hatte dort vorstellte und das war es dann und ich bin zum nächsten Buch gegangen.

Hin und wieder habe ich dann geklagt, ich fühle mich ausgeschrieben, habe aber trotzdem fleißig weiter gemacht, was vor allem die letzten zwei Jahre betrifft, denn Corona hat mein Schreiben enorm beflügelt, so sind inzwischen schon sieben erzählende Texte über dieses Thema erschienen, sieht man bei Wikipedia nach findet man nur fünf und auf der GAV-Seite muß das “Frauenleben” auch noch eingetragen werden. Ob meine Coronamaßnahmen<Kritik schuld daran ist oder doch, daß ich nur selbstgemachte Bücher habe, weiß ich nicht so genau. Trotzdem gibt es diese Bücher und Lesungen habe ich sofern sich die Corona-Maßnahmen nicht wieder ändern, im September beim “Open Mike” im “Werkl im Goethe-Hof” und im Oktober bei der “Poet Night” des ersten “Wiener Lesetheaters” auch und wer meinen Blog regelmäßig verfolgt, weiß, daß in diesem Jahr schon vier Bücher von mir erschienen sind und drei habe ich geschrieben.

“Wui, das ist sehr viel oder schreib nicht soviel!”, könnte man da unken. Stimmt, aber wir haben Juni und die “Gestohlenen Jahre”, da wird ein Stück daraus während des “Bachmann-Preises” auf meinen Blog erscheinen, sind auch schon beim Alfred zum Fertigmachen gelandet und dann habe ich prompt das nächste Projekt angefangen.

Da hatte ich ja eine vage Idee etwas über das soziale Kreditsystem zu schreiben und eigentlich nicht vor schon wieder etwas über Corona. Aber das beschäftigt mich ja sehr und ist wahrscheinlich noch nicht vorbei. Zumindest macht die Politik keine Anstalten dazu, sondern scheint schon wieder neue Lockdowns zu planen. In meinen letzten zwei Texten, den “Uhren” und den “Gestohlenen Jahren”, die etwas in der Zukunft spielen, ist sie das. Aber und ich bin eine, die ja sehr realistisch schreibt. Einen Text, wo Corona und die Masken, etcetera, nicht vorkommen, kann ich mir derzeit, auch wenn ich über etwas anderes, wie über alte Frauenh oder eine Dreiecksbeziehung schreibe, nicht vorstellen und dann bin ich vor zwei Wochen auf sogenannte Recherchesuche gegangen und habe mich dazu in die Konditorei Aida auf der Mariahilferstraße gesetzt und dort ein Gespräch zwischen einer Dame und der Servierein beobachtet. Die Frau habe ich dann in einem Nonfoodgeschft nebenan mit Maske getroffen und die Steffi Schuster, 65, pensionierte Psychologin war schon da und die will, typisch könnte man so sagen, über das soziale Kreditsystem schreiben, hat eine sogenanntes Patenkind, die zwanzigjähriges Chinesin Sun-Jong, die wegen der chinesischen Einkindpolitik vor siebzehn Jahren nach Wien kam und dort adoptiert wurde, deren großer Bruder befindet sich gerade in Shanghai im Lockdown und schickt Sun-Jong eine “Ode an die kleine Schwester”.

Das habe ich dann ratsch rutsch hinuntergeschrieben, obwohl man, nicht schon wieder ein Roman im Roman denken könnte und die “Magdalena Kirichberg” hat ja auch nach ihrer Pensionierung zu schreiben angefangen. Nicht schon wieder, dasselbe Schema, nicht so schnell! Da ist schon etwas dran und als ich mir vor dem Schreiben meine Kritikenmappe durchsah, habe ich ein Mail von Klaus Khittl ,gefunden, der mir in seiner lieben Art geraten hat doch mal etwas anderes zu versuchen und an meiner Sprache zu arbeiten, die ja offebar für den Literaturbetrieb nicht gut genug ist, wie mir der liebe Uli immer schreibt und auf die Ideen einfach Szenen nach einem Wort oder einer Beobachtung zu schreiben, wenn mir für einen Roman nichts richtiges einfällt, bin ich auch schon früher gekommen. Auf diese Art und Weise ist vielleicht auch die “Ode an die kleine Schwester” entstanden. Mal etwas Experimentelles ausprobieren, das habe ich ja auch in der Schreibgruppe mit dem “Kokusnuß-Text” einmal gemacht und das Problem, daß ich da jetzt bei fünf Szenen, zehneinhalb Seiten und 4646 Wörter, die ich schon drei oder viermal umgeschrieben habe, ist, ich weiß nicht wirklich über was ich schreiben soll und auch nicht, wie ich jetzt mit der Pandemie vorgehen soll?

Die Geschichte spielt im Mai 222, wo die Maskenpflicht ziemlich gefallen ist, aber die soll ja, wie gefordert wird, wieder eingeführt werden und die Zahlen gehen schon wieder hoch. Also sind wir noch immer mitten drin im Thema und darüber kann man dann ja nicht wirklich schreiben und über das soziale Kreditsystem und, wie das bei uns eingeführt wird, weiß ich auch nicht viel, also sitze ich in einer Sackgasse und wie komme ich da heraus?

Ein anderes Thema wählen, aber wie und über was? Die Steffi Schuster besser ausarbeiten, über alternde Frauen, die in ihrer Pension was schreiben möchten, habe ich schon öfter geschrieben. Ich könnte die alleinerziehende Serviererin Rosa Horvath und ihre fünfzehnjährige Tochter Tina auch noch einbeziehen und die Tochter könnte mit Mira Edelbauer in einer Klasse gehen, das ist die echte Tochter der Edelbauers, die Sun-Jong damals adoptiert haben und die soll ein Referat über die Einkindpolitik in China schreiben und braucht ihre Adoptivschwester dazu.

Diese Ideen habe ich auch schon, aber in welcher Zeit das spielt und, wie es der Steffi mit Corona geht, müßte ich auch noch klären. Die habe ich jetzt zweimal geimpft sein lassen, aber wenn ich da hineinspringe, fehlt der Hintergrund und in die Zukunft kann ich auch nicht wirklich gehen, ohne aus der Steffi Schuster eine Widerstandskämpferin zu machen. Aber das hatte ich schon bei Tante Hedy in den “Gestohlenen Jahren”.

Also etwas anderes schreiben und da ein Thema suchen oder doch nur Szenen und Kurzgeschichten und das ganze dann zusammedröseln, beziehungsweise einfach nur weitertrödeln und trotzig denken, du mußt ja nichts schreiben, hast du doch ohnehin schon genug geschirieben. Fast fünftausend Blogartikel und fast sechzig Bücher,sechsundfünfzig selbstgemacht, drei andere und zwei die noch erscheinen müßen.

Das kann ich aber wahrscheinlich nicht wirklich, denn es treibt mich zum Schreiben und natürlich zum Erfolg. Der müßte noch kommen. Das habe ich schon damals für “Poldis Galeriecafe”, geschrieben und Corona hat mich wahrscheinlich auch weil ich da kritischbin, noch mehr ins Aus gebracht, beim Volksstimmefest werde ich auch nicht mehr eingeladen und wie das mit meinen literarischen Geburtstagsfest wird, weiß ich auch nicht und das einzige Feedback auf dem Blog sind ja die Kommentare vom Uli.

Also werde ich wahrscheinlich weiterwurschtln, versuchen mehr Peep in die Steffi Schuster zu bringen und mehr Idee dafür oder ein anderes Projekt oder doch schauen, ob ich beim Recherchieren auf Szenen kommen. Meine Bücher könnte ich auch vermehrt lesen, da bin ich ja ein bißchen in Verzug und vielleicht komme ich da auf Ideen, wenn ich schaue, wie es die anderen machen? Mal sehen, ich bin gespannt und über Tips und positives Feedback freue ich mich sehr.