St. Pöltner Höfefest

Das St. Pöltner Höfefest fand heute  zum einundzwanzigsten Mal statt, ich bin aber erst das zweite oder dritte Mal dort gewesen, denn eine Zeitlang fand es gleichzeitig mit dem Volksstimmefest statt, dem ich natürlich den Vorrang gegeben habe, 2010 war ich dann an einem sehr regnerischen Samstag dort, habe ein paar Lesungen gehört und bin dann mit dem Rad zurückgefahren, weil ich mit dem Alfred zur Barbara Frischmuth Lesung ins Stadtmuseum wollte, der hat mich aber verpsst, so daß es nicht mehr pünktlich ausgegangen ist, die letzten drei Jahre, habe ich gehört, hat es auch keines gegeben und heuer bin ich auch erst am Markt daraufgekommen, daß es eines gibt und, daß es ab vierzehn Uhr stattfindet.

Es gab nicht nur  ein Programm in den verschiedenen Höfen, sondern sogar einen Poetry Slam Train, das heißt dieses Waggerl, das durch St. Pölten fährt, stand in der Kremsergasse vorm Bahnhof, eine junge Frau namens Marlies Eder  in einer Schaffneruniform verteilte Zählkarten und hatte mit Andi Pianka, die sogenannte Reiseleitung.

Der war dann gleich auch das Oferlamm, das heißt begann mit einem Slam über Bahnhöfe. Die Regeln waren in etwa gleichm wie im Literaturhaus oder beim ersten Slam, den ich im Cafe Stein erlebte, wo ich lesen wollte, aber nicht durfte.

Jetzt konnte man sich bis 22. 9. anmelden, zehn konnten das, hatten das aber nicht getan, denn ich habe den Robert beim Fahrradständer getroffen und der hatte sich sehr kurzfristig angemeldet und außerdem gab es noch drei junge Männer und eine junge Frau und, wie beim Cafe Stein gab es eine Jury. Das heißt man konnte sich dazu melden, erhielt Karten von eins bis fünf, die man dann hochhalten mußte. Das hab ich im Cafe Stein schon einmal getan, die Regeln aber falsch verstanden und gedacht eins wäre das beste, jetzt habe ich ich es geschnallt.

Es gab auch einen Probleauf mit dem Opferlamm und dann rollte das Wägelchen durch die Innenstadt bis zum Hotel Metropol, blieb an fünf Stationen stehen und je einer performte einen fünf Minuten Text, der Robert war unter dem Künstlernamen Trebor Egil, der dritte, brachte zwei Sonette, eines über das Slamen und erzählte mir auch, daß er in seinem Kunststudium eine Arbeit über Poetry Slams geschrieben hat und einen auf Englisch über das Radfahren, kam aber nicht in die Endrunde, die in einem Hof, nämlich dem Löwenhof in der Linzerstraße neben der Bühne am Hof stattfand, wo dann eine junger Mann namens Daniel, der von allen fünf Jjurymitgliedern je fünf Punkte bekommen hatte, eine junge Frau namens Lena, die über die Liebe performierte und dann noch ein Johannes, dazwischen war ich mit dem Robert  noch im Weinhof, wo es Wein statt dem kulturellen Programm gegeben hat und er mich auf ein Achtel St. Laurent einlud, obwohl ich ihn ja nur mit der Note “drei” beurteilt habe.

Die zweite Runde fand dann mit Kopfhörern statt.  Daniel hat wieder haushoch gewonnen und ich bin  zum Literatur Hotspot ins Sparkassenhaus in der Herrengasse gegangen, denn da hatte es schon, um drei eine Christine Nöstlinger-Lesung gegeben, um viertel Sechs trat Chropstpher Just auf, den ich mit seinem “Modsdetektiv”,mit dem er auch für den “Perutzpreis” nominiert war, schon bei den O-Tönen hörte, jetzt hat er bei “Milena” einen neuen Roman herausgebracht “Catania Airport Club” mit Namen, der als “selbstironischer genreübergreifender Krimi noir” im Programm angekündit stand und sowohl von einem Musiker handelt, der in der Hypnose erkennt, Menschen umgebracht zu haben, als auch von einem Fernsehprogramm, das man um einen Woche vorspulen kann und einem japanischen Jungen, der Harald heißt, weil sich die Deutschen oder Österreicher den Namen “Haruki” nicht merken können.

Man wüßte wohl das Ganze lesen, um denSinn zu erfassen. Es gab auch einen Büchertisch und um sieben noch eine Lesung mit Martin Prinz aus seinem neuen Roman “Die unsichtbaren Seiten” vom “König von Lilienfeld”, da ich aber nicht gerne mit dem Rad im Finstern fahre und eine Lesung daraus, glaube ich, schon im Musa hörte, habe ich das ausgelassen und werde mich stattdessen demnächst in die Badewnne begeben, um mein aktuelles Buch auszlesen.

Ein Musik- und anderes Programm hat es in den anderen Höfen auch gegeben und in der Bühne im Hof, in der ich kurz schnuppern war, habe ich auch Eva Riebler getroffen, mit der ich zu Ostern immer um den Viehofnersee spaziere.

Der Vogelgott

Buch sieben des dBps 2018 und eines das auf der Shortlist steht, von dem ich schon in der letzten Leseauslese in der “Gesellschaft” sehr viel Lobendes gehört habe, so daß ich sehr gespannt auf das Lesen war. Der obligtorische “Jung und <Jung”, der es regelmäßig auf die LL schafft und wieder von einer Frau, nämlich von der 1953 in Darmstadt geborenen Susanne Röckel, von der ich sonst noch nicht viel gehört habe geschrieben wurde.

Das Buch wird überall oder jedenfalls sehr viel wegen seiner Mystik, deren Bann man sich nur schwer entziehen kann, gelobt und sowohl mit E. T. A. Hoffmann, als auch mit Edgar Allen Poe verglichen.

Dem stimme ich nur teilweise zu, das heißt an E. T. A Hoffmann, den ich ja sehr mag und früher viel gelesen habe, hat es mich nicht erinnert und Edgar Allen Poe habe ich nicht gelesen und ich würde auch eher meinen, daß kein Roman ist, sondern aus vier Erzählungen besteht, die alle von einer Familie handeln und mit den Vogelgottmotiven, die mir nicht immer nicht ganz klar wurden und die ich auch mehr oder weniger gut ausgearbeitet fand, besteht.

Es beginnt mit einem Prolog und der ist sehr mystisch und kann eine durchaus in den Bann ziehen. Da reist ein Vogelforscher in ein seltsames Land um einen seltsamen Vogel zu suchen. Die menschen sind dort sehr komisch und starren ihn nur an. Es gibt kein Essen und eigentlich auch kein Hotel, sein Rucksack mit den Ferngläsern wird gestohlen und als er auszieht, um einen seltsamen Vogel den er gesehen hat, zu erlegen, begegnet er auch einem seltsamen Mann mit einem seltsamen widerlichen Geruch, der einen an Mephisto erinnern könnte. Aber der ist ja kein Gott sondern das Gegenteil. Gezeichnet ist das Ganze mit “Konrad Weyde. Der Vogelgott. Unveröffentliches Manuskritpt” und der ist Lehrer, Vogelforscher und der Vater von Theodor, Dora und Lorenz und denen sind die anschließenden drei Kapitel gewidmet, von denen das erste “Im Land der Aza” noch viel von jener Anfangsskurlilität hat, die später, wie ich bemängelt würde, ausdünnt.

Da ist also Theodor, der jüngst Weyde, vom strengen Vater, am meisten geliebt, der studiert Medizin, hat aber keine rechte Lust dazu. Hört also damit auf und geht eines Abends in ein ebefalls seltsames Lokal, wo er einen seltsamen Mann, der auch diesen unheimlichen Geruch hat trifft, der Vic Tally heißt, seltsame Namen gibt es also auch und der heuert ihn an für ein Jahr als Arzt oder medizinischer Helfer nach Aza zu gehen. Dazu braucht er ein Visum ein ebenso seltsamer Herr Petri gibt ihm das, warnt ihn aber vor einem “Chief Ali”, den dann in Aza Town keiner kennt.

Dort wird er in einem ebenso heruntergekommenen Hotel einquartiert, muß lange warten, bis er in das Missionsspital kommt, wo ihm die Nurses zuerst mißtrauisch beäugen, dann ein jungesMädchen namens Miranda bei ihm einquartieren, einen seltsamen Aufstand gibt es auch, so daß er schließlich in der Psychiatrie landet.

Kapitel zwei “Die Madonna mit der Walderdbeere” das von Dora, der Kunsthistorikerin handelt, die über den, ich glaube, im sechzehnten Jahrhundert gelebt habenden MalerJohannes Wolmuth promovieren will, erscheint mir schon viel ausgedünnter, denn während nur Theodors Handie ahnen läßt, daß der in der Jetztzeit lebt, geht Dora in ihr ehemaliges Wohnhaus zurück, in dem sie mit ihren Brüdern, dem strengen Vater und der kränkelnden Mutter lebte und sieht, das ist jetzt ein moderner Wohnblock und das Kapellchen, in dem sie als Kind oft mit der kranken Mutter war und in dem das oben beschriebene Bild, des Malers hängt ist hinter einem Container verborgen. Der schlüßel ist beim Diakon zu holen und der ist, wen wundert es, ein ebenso seltsamer Mann.

Dora beginnt zu forschen, entdeckt unter dem Bild ein anderes, der Vogel Greif kommt auch vor, als sie das aber ihrem MannHans, auch ein Kunstprofessor und ihrem Dorktorvater sagen will, sind die entsetzt und aus der Dissertation wird nichts Rechtes und dann geht es zu Lorenz dem ältesten der Weyde-Kinder. Der ist Journalist, hat eine Frau und zwei Kinder und schon einmal etwas mit einem Stubenmädchen in einer Pesnion mit der er mit der Familie Urlaub machte,  gehabt, die heißt Clara und hat auch den dumpfen Geruch. Sie will ihn aber nicht wirklich und so geht es in die Stadt zurück, wo er, der seit der Zeitungskrise nur mehr freiberuflicher Mitarbeiter des “Tagblattes” von seinem Chef den Auftrag bekommt, über den Tod eines Kindes zu schreiben.

Dessen Geschwister zeigen ihm die vogelähnlichen Zeichnungen des Kindes und er bekommt heraus, daß viel Kinder schreckliche Träume haben und dann in ein Sanatorium eingeliefert werden. Das ist eigentlich eine Pharmafirma und gehörte einem Herrn Morton, den wir schom vom Dora Kapitel kennen.

Da trittt er in den “Vettern Stiftungen” auf, wo Dora ein Stipendium hat, wird aber von seinem Begleiter hypnotisiert, so daß er immer kleiner wird und er hat als Gymnasias,t er war Schüler an der Schule, wo Lorenz Frau unterrichtete, ein Stück über Prometheus geschrieben, das die gerade mit ihren Kindern aufführt.

In der Klinik gibt es auch einen ähnlich hypnotisierenden Professor Toryk Allt und Lorenz Chef will von der Reportage, die der ihm anbietet, auch nichts wissen. Er forscht aber weiter, begegnet im Turm der Klink dem Herrn Morton, der mit dem Rollator geht und  ihm seine Vogelzeichnungen zeigt.

Es kommt auch der Herr Petri wieder vor, der der Zeitung seine Geschichte über die Kriegshandlungen im Land der Aza anbietet und am Ende finden sich die Geschichter allezusammen in Theodors Klinik wieder und erinnern sich an ihre Kindertage wo sie im Garten “Verschwinden” spielen.

“Wer sich auf diese fantastische Geschichte einlässt, entkommt ihr nicht mehr!”, steht am Buchrücken. Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Vor allem die ersten zwei Geschichten haben mich vom Ton sehr berührt und ich habe gedacht, etwas anderes als die vielen Midlifekrise-Kriegs- und DDR-Romane, die sonst auf der Liste stehen. Dann sind mir vor allem in den letzten zwei Kapitel die Verbindungen zu dem Vogelgottmonster zu aufgesetzt und willkürlich erschienen und ich habe wahrscheinlich, wie die “Einstern- Amazon-Rezensenten”, nicht alles verstanden und wenn ich Susanne Röckels Lektor wäre, hätte ich an den letzten beiden Geschichten noch mehr gearbeitet.