Andreas Latzkos Lebensfahrt

In der “Gesellschaft für Literatur” gibt es eine “Autorinnenlexikon” genannte Reihe, in der, wie Ursula Ebel erklärte, verschiednene Schriftsteller vorgestellt werden.

Franz Kafka war da ein berühmter und vielleicht auch Stefan Zweig, heute ging es aber um einen nicht so bekannten Autor, nämlich, um den 1876 in Budapest geborenen und 1943 in Amsterdam verstorbenen Andreas Latzko, der 1917 mit seinem, wie der Herausgeber Georg B. Deutsch erklärte, Buch “Menschen im “Krieg” wo er über den ersten Weltkrieg schrieb, sehr  berühmt wurde und das jetzt, wie auch  “Friedensgericht” bei “Milena”, der ja kein Frauenverlag mehr ist, herausgekommen ist.

Und Georg B. Deutsch, der sich auch sehr für Soma Morgenstern und die Gedenktafel in dem Haus, wo die “Auge” immer Weihnachten feiert, angebracht wurde, einsetzt, hat jetzt unter dem Motto “1917-2017”, seine Erinnerungen, die unter dem Titel “Lebensfahrt” zuerst von Andreas Latzko und dann von seiner Frau Stella geschrieben wurden, neu herausgebracht.

Ein interessanter Lebenslauf eines mir bis jetzt unbekannten Dichters und interessant war auch, daß Cornelius Hell im Publikum war und interessierte Fragen stellte, Bettina Balaka ist  neben mir gesessen , Frau Schmidt-Dengler, Helene Hofmann etcetera.

Der Abend war in zwei Teilen gegliedert. Zuerst stellte Georg B. Deutsch das Buch, beziehungsweise Andreas Latzkos Leben  vor.

Bettina Rossbacher hat aus dem Buch gelesen, Georg B. Deutsch hat erzählt und Bilder, beziehunsweise Lebensdaten projiziert.

AndreasLatzkaist auch viel herumgereist, hat sich auf einer Asienreise mit Malaria angesteckt,  wurde  im ersten Weltkrieg als kriegsuntauglich erklärt, er war auch ein Kriegsgegner, obwohl er später  an der Isonzofront war und hat die “Menschen im Krieg” geschrieben. Ging nach Amsterdam, wo er auch 1943 gestorben ist.

Dazwischen hat er  auch einige Zeit in Salzburg gelebt und war mit Stefan Zweig befreundet, deshalb war der zweite Teil des Abends dem Briefwechsel zwischen Zweig und Latzko gewidmet.

Auch da hat Bettina Rossbacher einige Stellen vorgelesen und Hans Weichselbaum vom Trakl-Forum hat einen Vortrag über den Briefwechsel oder die schwierige Beziehung zwischen den beiden  gehalten. War Zweig doch berühmt und  vermögend, Latzko krank und es gab, glaube ich, Konflikte zwischen den beiden, wer jetzt wen besucht soll?

Zweig scheint sich aber sehr für Andreas Latzko interessiert zu haben, hat ihm seine Bücher geschickt, aber auch “Den wilden Mann”, einen  Roman Latzkos, der 1918 herausgekommen ist, mit Begeisterung während einer Zugsfahrt gelesen, wie er in einem Brief lang erklärte.

Die kurze deutsche Liste

So, jetzt wurde sie bekannt gegeben, die kurze Auswahl aus den zwanzig Longlistbüchern und welche das werden würden, darüber wurde in den letzten Tagen  schon einfrig spekuliert.

Auf der Facebookseite des dBps selbst kann man das immer knapp vorher machen und, ich glaube, ein paar Bücher oder eine Einladung zur Preisverleihung dabei gewinnen.

Circa sechzig Leute haben das getan und auf  Zaimoglu, Bnne, Menasse, etcetera gesetzt.

Die offiziellen Buchpreisblogger haben diesmal keinen Einheitstip abgegeben, da hat nur Isabella Caldart von “Novellieren” auf Menasse, Prosser, Bonne, Franzobel, Salzman und Wolf getippt und Malte Bremer vom  Literaturcafe, der sich da ja immer durch die Leseproben liest, tippte auf Zaimoglu, Preiwuß, Menasse, Franzobel, Wolf und Bonne also vier Übereinstimmungen.

Ich habe von den zwanzig Bücher inzwischen acht gelesen und bin jetzt beim neunten, den Sven Regener, davon haben mir die beiden wahrscheinlich Außenseiterbücher “Das Singen der Sirenen” und “Das Jahr der Frauen” ganz gut gefallen.

“Katie” fand ich interessant, über Robert Prosser war ich erstaunt, Feridun Zaimoglu würde ich mir als Sieger wünschen, bei Julia Wolf und Jonas Lüscher weiß ich so nicht und mit dem Bonne hatte ich gewißte Schwierigkeiten.

Habe ich jetzt alle aufgezählt?

Davon kann man natürlich keine Shortlistprognosen anstellen,  versuche mich dabei wohl auch immer intuitiv und angepasst in die Mainstreamnamen hineinzudenken und liege dabei auch meistens falsch, denn die Jury entscheidet meistens querbet und nimmt wohl auch einige wahrscheinlich nicht Gewinnertips hinein.

Also erwähne ich da Bonne, Zaimoglu, Lehr, Schulze, Regener und als Quotenfrau Marion Poschmann und habe da jetzt Sven Regener vergessen, der auch ein  bekannter Name ist.

Dann auf der deutschen Buchpreisseite nachgeschaut und wieder, wie zu erwarten einige Überraschungen erlebt, denn:

  1. Gerhard Falkner “Romeo oder Julia”, ein Buch das ich gerstern bekommen habe und auf das bisher, glaube ich, niemand tippte, ich aber sehr gespannt darauf bin.

2. Franzobel “Das Floss der Medusa”, wie erwartet, von dem ich auch schon einiges hörte und es noch lesen werde.

 

3.Thomas Lehr “Schlafende Sonne”, ein Buch das wahrscheinlich  an mir vorbei gehen wird, da ich die E-pubs der Netgalley  nicht öffnen kann und “Hanser” kein Exemplar für mich hatte. Aber damit die Trauben nicht so tief hängen, füge ich gleich hinzu, daß es einigen Bloggern gar nicht so gefallen hat.

 

4. Robert Menasse “Die Hauptstadt”, der wie im Vorjahr Reinhard Kaiser-Mühllecker, doppelt nominierte. Ich wünsche ihm viel Glück und bin auf das Schwein daas durch Brüssel läuft schon sehr gespannt, habe das Buch in meinen Badezimmer liegen, möchte aber zuerst noch die anderen deutschen Listenbücher lesen.

 

5. Mein Tip “Maron Poschmann “Die Kieferninsel”, ein Buch das sehr gelobt wird, obwohl manche nicht verstehen, warum ein Mann nach einem Traum so einfach seine Frau verläßt. Ein Buch, das ich auch noch nicht habe, aber “Suhrkamp” will mir das PDF schicken, also bleibe ich gespannt und

 

6. Saha Mariana Salzmann “Außer sich”, ein Buch auf das viele tippten, das in meinem Badezimmer liegt und ich als nächstes oder übernächstes lesen werde, auf der Liste.

 

Spannend, daß ich diesmal noch keines der Shortlistbücher gelesen habe und schade, daß mein Tip Zaimoglu nicht dabei ist, ebenfalls spannend, zu erraten wer jetzt gewinnen wird? Dazu haben wir noch ein Monat Zeit und bis dahin kann ich mich durch die Bücher lesen und werde das auch tun.