Zuviel und zu flüchtig schreiben?

Das ist  ein Vorwurf, der mich nun schon seit über neun Jahren verfolgt und mit dem ich, obwohl ich es ja eigentlich sollte, nicht so ganz gelassen umgehen kann.

Denn eigentlich sollte es mir ja”wurscht” sein, wenn Kommentare, wie “Wui ist das schlecht!”, kommen und denken, ich tue was ich kann und bemühe mich auch sehr, aber eigentlich ist mir die Rechtschreibung ja egal.

So sollte es vielleicht sein, ich bringe es aber doch nicht zusammen, weil ich, wie mein Kritiker Uli schreibt, nur gelobt sein will?

Da denke ich nur, aber schon ein bißchen und natürlich habe ich ein paar Rechtschreibfehler, weil ich schon in der Schule dachte, die sind ja egal und nun im Leben merke, den Kritiker und den Verlagen ist es das wahrscheinlich nicht und die Ersteren picken sie sich bevorzugt heraus und legen den Finger auf die Wunden, die Letzteren schreiben,die bewußten Absagebriefe oder reagieren überhaupt nicht.

Das kann mir nun seit 2000 egal sein, denn da mache ich meine Bücher selbst, seit 2008 blogge ich darüber und denke, das ist eigentlich toll, daß ich da seit neun Jahren mein literarisches Leben dokumentiere und für mich ist es das auch und da ich nun schon an die vierzig Jahre mehrmals in der Woche in die “Alte Schmiede”, ins Literaturhaus, etcetera gehe,  wahrscheinlich tausend ungelesene Bücher habe und auch noch so an die drei bis fünf Bücher im Jahr veröffentliche, kommt so einiges zusammen.

Daneben bin ich noch berufstätig, habe Familie, gehe wandern und auch sonst noch einiges zu tun, schlafen muß man auch und so plane ich für mein tägliches Bloggen eigentlich ungefähr eine Stunde ein.

So lange brauche ich, glaube ich, im Durchschnitt für einen Blogartikel, aber manchmal schreibe ich zwei oder auch drei am Tag, wenn ich auch noch ein Buch gelesen habe oder neben der Veranstaltung auch noch etwas über mein Schreiben berichten will.

Stoff also in Hülle und Fülle, wen interessiert das alles?, denkt sich vielleicht der Alfred, der ja meine Bücher geduldig korrigiert oder mein Kritiker Uli, der hat das einmal, glaube ich, so geschrieben.

Der Alfred meint eher, schreib nicht so viel, denn wer kann soviel lesen?

Aber wenn mir soviel einfällt, finde ich das  eigentlich schön. Mein Blog ist mein literarisches Archiv, schreibe ich immer und da finde ich es tolle, wenn ich so einfach nachschauen kann, was ich b eispielsweise am  zwölften Mai 2009 gemacht habe.

Ich korrigiere auch, wenn mir das der Uli nicht glaubt,  meine Blogartikel, mindestens, einmal nachdem oder bevor ich sie veröffentlicht habe.

Aber da sind dann noch immer Fehler drinnen, das stimmt, denn meine Texte korrigiere ich inzwischen ein paar Monate und manchmal so, wie in den  letzten zwei Monaten war es auch besonders hektisch.

Denn da habe ich ja beispoelsweise während meiner Strohwitwenzeit, während der Alfred mit dem Karli auf Urlaub war, auch ein drei oder vierfaches Programm gehabt.

So habe ich doch mit der Ruth den öffentlichen Raum erforscht, meine Bücher gelesen, bin in der Seestadt und im böhmischen Prater gewesen und habe auch noch bei Annika Bühnemanns zehn Geschichten Challenges mitgemacht, beziehungsweise da in zwei Monaten in achtzehn Geschichten mein neuen Werk geschrieben.

Da habe ich ja am Ende meiner Strohwitwenzeit ein eigenes Marathonwochenende gemacht und bis fünf Szenen an einen Tag geschrieben. Die hatte ich dann als der Alfred zurück kam fast fertig und, als ich sie mir durchgelesen habe, fand ich sehr viele Flüchtigkeitsfehler drinnen.

“Uje, uje!”,, habe ich gedacht und das Ganze kurchkorrigiert. Am darauffolgenden Donnerstag aber noch einmal drei Texte geschrieben und für die war dann keine Zeit mehr, denn da kam ja zuerst das Sladky-Wochenende, Ute und Andreas aus Leipzig, die Sommerakademie, der Bachmannpreis, die Sommerfrische und einen neuen Computer, wo die Maus immer weghüpft und ganz woanders ist, wo sie eigentlich sollte, habe ich auch.

In den letzten Wochen war es also sehr hektisch, ich habe an die drei Artikel gleichzeitig geschrieben, bin mit meinen Büchern eine Woche im Voraus und bin erst am Freitag dazugekommen, meine achtzehn Geschichten im Text durchzugehen und zu schauen, ob ich mich damit begnüge oder versuche zu einem langen Roman umzuarbeiten.

Da habe ich dann auch die Fehler gefunden und gedacht, ich muß  noch einige Geschichten korrigieren, denn die habe ich jetzt ja im Blog und dann kam der Uli mit seinem fingierten oder auch echten Facebookaccount, wo er sich über einen aufregt, der sich über einen Absagebrief beklagt, meinte, das hätte mit meinen fehlerhaften Texten zu tun, die ihm nicht gefallen würden und ich dachte zuerst, das kann mir doch egal sein, dann, ich muß meine Fehler korrigieren und als ich dem neuen Pressesprecher vom “Picus-Verlag” meine “Sisis-Vermächtnis-Besprechung” schickte, meinte der ganz freundlich, ob ich vielleicht noch einmal die Flüchtlingkeitsfehler durchschauen könne?

Uje und ja das stimmt und wenn man allein drei Dinge gleichzeitg im Kopf hat, passieren eben Fehler, die ich nicht so schlimm finde, die anderen aber schon und, der Blog ist ja meine Visitenkarte stimmt, andererseit auch ein Archiv und mein literarisches Gedächtnis.

Langer Schreibe kurzer Sinn, die letzten drei Fortsetzungsgeschichten sind korrigiert, auch die Besprechung, über die “Angekommen-Geschichte” muß ich noch drüber gehen und meine Fortsetzungsgeschichten sind jetzt auch im Manuskript korrigert.

Die Skavenka Jagoda ist in New York angekommen und will über Lily Schmidts Blog ihre Dissertation schreiben. Im Blog bleibgt sie in Wien und forscht über Eja Augustins dreitausend Blogartikel und das Ganze hat jetzt vierundfünfzig Seiten und 21 685 Worte.

Die Reihenfolge stimmt, glaube ich, in etwa. Die Szene am Albertinaplatz habe ich noch ergänzt und weil ich in Harland keinen Drucker habe, muß ich bis Dienstag warten, bis ich mir das Ganze ausdrucken kann und wahrscheinlich wird es wieder so in etwa bleiben.

Ein paar kleine Ergänzungen und Einfügungen werden wohl noch kommen. Vielleicht auch noch ein paar Szenen, aber sonst bleibt es wahrscheinlich eine eher kurze Geschichte, die ich nach Schreibimpulsen geschrieben habe und das habe ich  als sehr spannend empfunden.

Und genau, fehlerfreier und verständlicher will ich natürlich werden. Das nehme ich mir wiedereinmal vor, aber keiner kann  aus seiner Haut heraus und ich bin nun mal eine Schnelle, zumindestens beim Schreiben, beim Gehen und beim Wandern bin ich eher langsam und ich finde es  eigentlich sehr schön, daß ich in zwei Monaten in achtzehn Geschichten zu Scheibimpulsen wieder eine ganze Geschichte geschrieben habe, die ich nun natürlich korrigieren muß und auch schauen werde, daß sie im Blog einigermaßen fehlerfrei sein wird, weil das ist ja auch ein Experiment, daß man das Buch schon vorher im Blog finden und den Schreibprozeß daher ganz von Anfang an mitverfolgen kann.

Sonst wird es im Blog aber so bleiben. Ich meine die nicht chronologische Reihenfolge und auch das, was ich im Text korrigiere, weil es nicht zur Handlung passt, denn da sind es ja achtzehn Geschichten, die die Vorstufe zu der Erzählung, die es dann in Buchform geben wird, bildeten.

Ein wenig weniger hektischer wird es jetzt auch wahrscheinlich werden, denn es ist ja Sommerfrische, die Veranstaltungen sind bis auf die Sommerreihen aus, aber wenn dann in einem Monat das Buchpreislesen anfängt, besteht wahrscheinlich wieder ein bißchen Druck, aber das macht mir ja Spaß und war in den letzten Jahren, glaube ich, auch nicht so fehlerhaft und wenn ich mir den Text durchlese und einen Fehler finde, bessere ich ihn auch aus, das verspreche ich.

Sonst werde ich, glaube ich, so bleiben,  wie ich bin, viel schreiben, viele lesen, mich sehr bemühen und wahrscheinlich auch weiter darüber jammern, daß es mir nicht gelingen will, in den Ligteraturbetrieb hineinzukommen, vielleicht, weil ich zu flüchtig und zu wenig abgehoben bin oder  auch zu realistisch und offen schreibe?

Wien in Cartoons

Eigentlich habe ich “Wien in Cartoons”, das kleine rote Büchlein mit dem furzenden Kaiser Franzl am Cover gar nicht bestellen wollen, habe ich ja schon “Cartoons über Wien”, gelesen die “unnützen-Wien Bücher” durchgeblättert und zuletzt das schöne Wien auch noch angeschmiert.

Aber dann bin ich mit der Ute und dem Andreas aus Leipzig vom Naschmarkt kommend durch das Museumsquartier zum Bus zur Kirche am Steinhof gegangen und dort in den “Shop der komischen Künste”, das die “Wien-Cartoons” gerade ausstellt, um meinen Gästen auch dieses Stück von Wien zu zeigen und habe nicht widerstehen können, denn ich bin  nun einmal eine waschechte Wienerin mit der berühmten böhmischen Omama, habe mein Strohwitwendasein für verschiedene Wien-Spaziergänge verwendet und mit der Ruth, die beim Spaziergang durch das MQ auch dabei war, fünfmal den öffentlichen Raum erforscht, was liegt also näher sich mit den Wien-Klischees zu beschäftigen, schon um nachher zu schreiben “Aber bitte, so ist es ja wirklich nicht!” und dann hat mich auch noch der “Picus-Verlag” mit einem anderen Wien-Klischee- Buch versorgt, mit dem ich mit dem Joseph Kaiser in die Normandie zu seiner Elisabeth gefahren bin.

Also durch die Cartoons von denen ich beim ersten Durchsehen dachte, daß ich die meistens schon kenne und dann darauf gekommen bin, daß das gar nicht stimmt.

Es sind auch einige neue  dabei und so ist das wohlfeile fünf Euro Buch allen Wien-Fanatikern oder “Hassern”, die sich das wahrscheinlich teuerere “Cartoons über Wien” nicht leisten wollen, sehr zu empfehlen.

“Der Himmel voller Geigen,  die Straßen voller Arschgeigen – so kennt man Wien. In dieser einmaligen Cartoon-Sammlung lernen Sie die Stadt nun auch auch von ihrer unbekannten Seite kennen und erfahren endlich alles über kaiserliche Fürze, die Sacher-Masoch-Torte und vieles mehr. – Mit komischen Bildern von Bernd Ertl, Clemens Ottawa, Daniel Jokesch, Harald Havas, Katzl, Michael Dufek, Oliver Ottisch und vielen anderen”, verspricht der Buchrückentext und oben ist ein Wiener Schaf zu sehen, das natürlich “Schmäh!”, meckert.

Ach richtig “Schimpfen wie ein echter Wiener” gibt es auch und das kann man in dem kleinen fünfzig Seiten Büchlein auch bestens lernen.

Nach dem vielleicht nicht sehr geschmackvollen Cover, ein Kaiser mit nackten Hintern, finde ich es schon besonders lustig, denn da sagt ein alter Mann zum Gevatter Tod “Der Tod muß ein Wiener sein!” und der kontert sarkastisch “I bin aus St. Pölten” und dazu habe ich  auch meinen Bezug, beziehungsweise schreibe ich diesen Wien-Rundgang gerade von dort.

Dann liegt der Tod bei Gevatter Freud auf der Couch und sagt “Und dann fühle ich mich immer so…Mist, ihre Zeit ist um”, auch das ist neu und gekommt witzig von Ari Plikat gezeichnet, obwohl der durch Adolf Hitler, der in dem Büchlein auch noch auf die Couch kommt, in London gestorben ist.

Der Mozart scheißt natürlich Mozartkugeln und stammt eigentlich aus Salzburg, hat aber auch in Wien gelebt und beim Opernball marschiert natürlich der Herr Lugner mit seinen Mausis und Katzis auf.

“Die Einführung der Schulpflicht war nicht nur eine Frage der Zeit”, schreibt Bruno Haberzettl und zeichnet Maria Theresia mit allen ihren Kindern, wie sie das Amtshandeln behindern, aber da denke ich, gibt es ja die Ausnahme des häuslichen Unterrichts, das ich  bei der Anna die ersten vier Jahre benützte, die sicher den kleinen Erzherzogen und Erzheroginnen zu Gute kam.

Sigmund Freud analysiert, wie beschrieben Hitler und schreibt in seinen Block “Total blemblem!”, was  vielleicht stimmte und trotzdem viel auslöste.

Daniel Jokesch, den ich ja von den “Letzten Tagen der Menschheit kenne”, skizziert “Ikea” und schreibt “Freud” darunter “Lebst du noch oder analysiert du schon?” und für alle, die sich vor dem Halbmond auf dem Stephansdom fürchten und da soll es  in Wien nicht so wenige geben, gibt es die ensprechenden Cartoons auf Seite 17 und 46 und dann gibt es  noch die beliebten Graphiken, nämlich eine Kugel, die in drei Fragezeichen verrät, was man über den 23. Bezirk weiß.

Der heißt Liesing und liegt am Rande, also vielleicht einmal ein “Unnützens Liesing-Büchlein” schreiben und interessant ist auch “Was ich auf dem Donauinselfest mache?” oder “Wann die Wiener tatsächlich Walzer tanzen?”

Das Wiener “U-Bahn Netz” auf Englisch gibt es auch und dabei erlebt man manche Überraschungen.”

Und Maria Antonia Graf behauptet, daß sich Papa Freud in der Berggasse 19 seine Studien über “Charakter und Analerotik” von den schimpfenden Wienern aus der Nachbarschaft abgeguckt hat.

Die “Wiener Antwort auf alles ist “oasch” und das, was sich “Hitler im Cafe” bestellt hat, finde ich wieder nicht besonders geschmackvoll,  gehört aber sicher auch zu Wien.

“Die herzlichen Urlaubsgrüße aus Wien” habe ich, glaube ich, schon mal gesehen und da kann man sich die Antworten aussuchen und ankreuzen, ob man beispielsweise ein “Hallodri, Zniachl oder Deschek” ist.

“Wien für Afrikaner”, sowie die “Wienbergschnecke” mit dem Riesenrad am Rücken gibt es auch und sehr gut gelacht geht es mit Michael Dufek, der uns erklärt, warum “Wien nicht aus der EU austreten sollte”.

Denn wer will schon einen “Wixit” haben?”

Dann kommt ein bißchen schon bekanntes von Oliver Ottisch, nämlich der Witz mit der “Sacher-Masoch-Torte” und dem “Sackerl für das Gackerl”, bevor es zur schon zitierten Seite 46 geht, wo die Türken mit ihrer Döner-Bude vor der Stadtmauer stehen und die die Stadt bewachenden Soldaten seufzen: “Lang kömmer nimmer standhalten!”

Das ist es ein bißchen anders gekommen und ich habe mich in Harland bei St. Pölten jetzt wieder durch das schöne rote oder auch für die Touristen noch kaiserlich gelbe und hoffentlich nicht doch so blaue Wien cartoonisiert und bin schon gespannt, was ich da von “Holzbaum” noch alles lesen und besprechen werde.