Musils Mörder

Weiter geht es mit den Neuerscheinungen, das heißt, die Erzählung oder Novelle des 1950 geborenen Regisseurs Jürgen Kaizik, der, wie ich Google entnahm, in den Achtzigerjahren, als ich auch gerade darüber schrieb, ein schönes ORF- Portrait über Paula von Preradovic, der Bundeshymnenschöpferin, machte, ist schon im letzten Dezember bei “Braumüller” erschienen, war aber vor einigen  Wochen bei den “Beispielen” im Radio und Robert Musils berühmter Roman von dem alle reden, den aber wahrscheinlich, die wenigsten gelesen haben, habe ich 1974 noch mitten drin in meiner philosophischen Phase im Gartenhäuschen meiner Eltern, das es wahrscheinlich nicht mehr gibt, in vierzehn Tagen gelesen und nichts verstanden.

Natürlich nicht, als ich das vor ein paar Jahren in der “Gesellschaft für Literatur”, Annas Schulfreundin, Anna L. sagte, die Germanistik studiert hat, hat die den Kopf geschüttelt und behauptet, sie hätte das getan.

Ja, die jungen Frauen sind selbstbewußt. Ein zweites Lesen würde ihr aber wahrscheinlich nicht schaden, mir natürlich auch nicht, aber höchstpersönlich komme ich bei meinen Bücherbergen, die ich mir  immer so bereitwillig anhäufe, nicht dazu das zu tun.

Der Regisseur und Autor, der, glaube ich, über Musil dissertiert hat, hat mir das vielleicht abgenommen oder besser mich ermahnt, das bitte doch zu tun, denn er hat das getan, was mir auch schon im Kopf herumschwirrte, vor einem Jahr zum Beispiel, als ich nicht wußte, worüber ich schreiben soll, er hat eine Figur aus dem Roman heraussteigenlassen und sie mit ihrem Autor konfrontiert.

Im “Mann ohne Eigenschaften”, daran erinnere ich mich noch, geht es um einen Ulrich und, um dessen Liebe zu seiner Schwester Agathe. Um den Zerfall der Monarchie und das Trauma, das das in dem Autor auslöste, geht es wahrscheinlich auch, bei dem erstmals 1930 erschienenen und unvollendet gebliebenen Roman und daran gibt es auch eine Figur eines Frauenmörders namens Christian Moosbrugger und die steigt jetzt  in Kaiziks Erzählung und eine, die den Roman mit Anfang zwanzig vor vierzig Jahren gelesen hat, kennt sich nicht recht aus.

Bei den “Beispielen”, ging es um eine Hedwig, die von ihrem Vater eine Buchhandlung erbte, die Monarchie ist schon zerfallen, sie denkt an den alten Kaiser und liest und liest, den Zauberberg, Hesse, eben das, was damals modern war und erschien und dann den “Mann ohne Eigenschaften”.

Da ist sie nicht von dem Ulrich, sondern von dem Mörder, wie man das ja den Frauen so zuschreibt und ich selber welche kannte und kenne, die das taten, fasziniert und der letzte Satz des Kapitel ist “Und Hedwig beschloß zu handeln”.

Ich habe auch gehandelt und das Buch bestellt und in dem schmalen hundertfünzig Seiten Büchlein, das Kaiziks Doktormutter Marie-Louise Roth gewidmet ist, erzählt der Mörder selbst und  ich habe lange nicht gewußt und weiß das vielleicht noch immer nicht so genau, ob der Christian Moosbrugger jetzt eine reale Figur ist oder nicht? Aber von irgendwo wird Musil die Idee dazu schon herhaben und jener Moosbrugger beginnt schon im Prolog zu erzählen.Er sitzt im Gefängnis, in der Strafanstalt Garsten vermutlich, hat eine Frau ermordet und das Gericht konnte sich wieder mal nicht einigen, zurechnungsfähig oder nicht?

Der Mörder bestand, wie erst kürzlich auch, auf das Erstere und so sitzt er und erzählt und der Kaiser stirbt der Krieg ist aus, es kommen die “Roten” ins Gefängnis und singen selbstbewußt “Brüder zur Sonne zur Freiheit”” und “Völker hört—”

Später werden sie dann kleinlaut und die neue Repubik christlich sozial und dann wird Moodsbrugger entlassen. Hedwig holt ihn ab und gibt sich, was mich noch einmal verwirrte, als die Krankenschwester seiner verstorbenen Mutter aus, dann führt sie ihn ins Cafe Museum und zeigt ihm in der dort anwesenden Dichterunde, Robert Musil und eröffnet ihm, sie hat die Buchhandlung verkauft und  dafür ein Haus in Bayern, das der gelernte Dachdecker reparieren soll. Die beiden ziehen dorthin, Moosbrugger, entdeckt in einen Koffer Bücher, entdeckt den “Mann ohne Eigenschaften”, liest darin seinen Namen, stellt Hedwig zur Reee und bringt sie um.

Als zuerst ein Brief von Musil, der inzwischen schon in die Schweiz emigrierte, wir sind jetzt mitten im World War II, an das “Verehrte Fräulein Hedwig!”, kommt und dann die Polizei, um das Haus zu durchsuchen, flieht er in die Schweizer Berge.

Das heißt, er  flieht nicht, sondern sucht den Dichter auf, der in ärmliche Verhältnissen, mit seiner älteren Frau Martha, in einem Haus in Genf lebt, mit dem Bildhauer Wotroba, der ebenfalls dort das Exil verbrachte und seine Büste schuf, befreundet ist und am 15. April 1942, einen Schlaganfall erlitt.

Vorher konfrontiert Kaizik Musil noch einmal mit seiner Figur, was im Buch dann wahrscheinlich zu dem Schlaganfall führt und Moosbruggers Leiche wird mit dem berühmten Schihzophrenen-Hirn, wahrscheinlich das damaligen Stait of the Art, auch noch in der Nähe des Tatorts gefunden.

Interessant, interessant und ein bißchen verwirrend, wenn eine, wie ich so wenig Ahung von Musils Leben und seinem berühmten Roman hat.

Was lernen wir daraus? Den “Mann ohne Eigenschaften” lesen. Erstmals oder nochmals, wie auch in einer der beiden schon vorhandenen “Amazon-Rezensionen steht”.

Ja, natürlich, etwas besseres als das, gibt es allemal nicht. Aber wann werde ich mir die Zeit nehmen, dazuzukommen?

Eine Kroatiengeschichte

20170225-001009

Hurrah, es ist da, das zweiundvierzigste selbstgemachte Buch oder das Souvenier, das ich mir letztes Jahr von unserer Kroatienreise nach Hause mitgenommen und dann im Sommer geschrieben habe.

Die Geschichte von “Claire-Klara-Clarisse” und dem wilden Lavendel, den ich  lange in meinem Vorzimmer stehen hatte, so daß er auch auf das Cover des einundvierzigsten Buchs gekommen ist.

Die Idee, die ich nach einem Traum den ich Zadir hatte, dann dort fast zwanghaft in mein Urlaubsbuch aufnotiert hatte. Die Idee von dem Traum mit dem Zauberer und dem Luftballon und jetzt ist ein kleines schönes Büchlein, eine Sommergeschichte, meine Version von “Bora” daraus geworden.

Ich stelle das Buch hiermit vor und löste die Gewinnspielfragen auf.

  1. Der Campingplatz liegt in Trogir.
  2. Klara ist die Buchpreisjurorin, die ihren Freund Edy, nachdem er sie vermeintlich betrogen hat, voraus nach Kroatien fährt, Claire ist die Großmutter des Zauberers oder die es Cafetiers Sergej Abrahamovic, den Klara am nächsten Tag kennenlernt und Clarisse ist seine Cousine, die Kuratorin der Spliter Filmfestspiele.
  3. Klara hätte in der ersten Version dBp Jurorin und in Frankfurt wohnen sollen, dann ist es der österreichische Buchpreis geworden und den hat im Vorjahr Friederike Mayröcker gewonnen.

Leider hat sich auch diesmal niemand gefunden, der das Gewinnspiel auflöste und das Buch gewinnen wollte.

Ich vergebe trotzdem Rezensionsexemplar und weise auf das nächste Gewinnspiel hin, das es geben wird, wenn die Vorschau von “Vor dem Frühstück kennt dich keiner” online geht.

Zu dem ersten Satz gibt es auch keinen der mir eine Fortsetzung schrieb.

So kann man hier nicht raten. Wie es aber bei mir weitergeht, kann man im Probekapitel auf der Website lesen und ein Exemplar des Buches, habe ich inzwischen auch in den “Wortschatz” gelegt, wozu ich dem Finder sehr herzlich gratuliere und ihm viel Spaß beim Lesen wünsche.