Bücherweihnacht in der Grünangergasse und andere Adventstimmung

Über Weihnachten habe ich heuer noch gar nicht so viel geschrieben und wegen meiner überlangen Leseliste mit der ich jetzt langsam fertig werde,  zwei Weihnachtsbücher,  die dort standen auch schon heruntergestrichen.

Trotzdem war ich mit dem Alfred ein paar Mal Punsch trinken, am letzten Sonntag im Museumsquartier und am Montag im Amerlinghaus nach den “Wilden Worten” und Weihnachtsfilme schaue ich mir seit Anfang Dezember auch wieder regelmäßig an.

Nicht so viel wie vor zwei Jahren, aber doch regelmäßigen einen pro Tag und in den letzten Tagen habe ich meine “Kroatiengeschichte”, die ja im Sommer spielt, mir wieder ein paar Mal laut durchgelesen, so daß ich am Samstag Mittag mit den Korrigieren fertig wurde, also den Text wieder den Alfred schickte, der das Buch daraus macht und den Beschreibungstext geschrieben habe.

Also fertig für das nächste Projekt.

“Vor dem Frühstück  kennt dich keiner” lautet da der Arbeitstitel und die erste halbe Szene, die ich in der Dezemberschreibgtruppe geschrieben habe, habe ich jetzt abgetippt. Viel mehr als ein paar Namen und ein paar vage Ideen, wen die Dorothea Wewerka in ihrer Bibliothek, in der sie die Nächte verbringt, kennenlernen wird, habe ich noch nicht und muß mir da erst das Rohkonzept machen.

Dafür habe ich ja wieder, so wie auch im letzten Jahr ein paar Recherchetage vor, aber ob sich das noch vor Weihnachten ausgeht, da ich in der nächsten Woche ja meine Stunden habe, zum Friseur will ich meistens auch gehen, bevor ich was Neues anfange und die Fenster putzen, weiß ich nicht.

Also habe ich vor dem Mittagessen nur den Kroatiendekor, der am Tischchen neben der Weihnachtsdekoration stand, weggeräumt, zum Wiederlosen von “Bora”, wie ich das eigentlich wollte, bin ich ja wegen, meines eigentlich dreifachen Buchpreisbloggen, es ist da ja auch noch der “Bloggerdebutpreis”, den tatsächlich Shida Bazyar gefolgt von Philip Krömer, mit acht zu fünf Stimmen gewonnen hat, dazugekommen, bin ich nicht gekommen und für den neuen Text habe ich eigentlich noch keine Lesepläne und muß mir da wohl auch erst das Konzept erstellen.

Also Mittagschlafen und dann wollte ich mir eigentlich wieder einen Weihnachtsfilm ansehen, aber dann sagte der Alfred, daß er zum “Thalia” und zum “Morawa” will, Weihnachtsgeschenke einkaufen und es war ja auch der Flohmarkt des Hauptverbandes in der Grünangergasse, von dem ich eigentlich nicht wußte, ob ich hingehen soll oder nicht?

Habe ich ja schon genügend Bücher, andererseits…, also habe ich mich dem Alfred angeschloßen, beziehungsweise mich von ihm getrennt, weil er zuerst in den “Thalia” wollte, mich aber, um viertel sieben mit ihm vor dem Punschstand der Ute Bock auf der Mariahilferstraße verabredet.

Punsch hat es dann in der Grünangergasse auch gegeben und eigentlich gar nicht so viele aufregende Bücher, dann haben sich  aber doch ein paar Schmankerl gefunden und sogar das ” deutsche Buchpreisbuch” von 2010, Melinda Aadj Abonjis “Tauben fliegen auf”, dann Gustav Ernsts Monolog “Die Frau des Kanhzlers,” Hanna Sukare “Staubzunge, Michaela Frühstücks “Tata Jelka überfänhrt ein Hendl”, das ich einmal in der “Alten Schmiede” hörte und Emily Waltons “Mein Leben ist ein Senfglas”, das ja vor einigen Jahren sehr viel Staub aufwirbelte und ich auch bei einigen Lesungen war.

Gut angelegte zehn Euro, die, glaube ich, dem Hospitz am Rennweg zu Gute kommen.

Daniela Emminger “Die Vergebung mjuss noch warten”, eine Longlistnominierte des ersten östBp habe ich dabei liegen gelassen, aber nach dem Punsch im “Wortschatz” gefunden.

Jetzt muß ich das alles noch lesen, bin aber cirka um fünf sehr beladen, durch einige Weihnachtsmärkte und die überfüllte Innenstadt in Richtung Mariahilferstraße gegangen und werde demnächst  das Weihnachtsbuch lesen, das ich noch auf meiner Leseliste habe, nämlich Uli Lucas “Weihnachten im Weltall” und wenn ich das Weihnachtswochenende in Harland bin, kann ich da vielleicht ein bißchen Vicki Baum lesen, die ja auch noch wartet und mich an mein neues Konzept machen.

Ja und voriges Jahr habe ich am siebzehnten Dezember im “Read!!ingroom” aus der “Nika” gelesen und war vorher auch bei einem Bücherflohmarkt im Literaturhaus, wo ich mir ein paar Bücher der Andrea Winkler kaufte, die ich auch noch nicht gelesen habe.

Die “Nika” habe ich mir übrigens vorgenommen, werde ich, wenn ich demnächst zum “Wortschatz” oder einen anderen der offenen Bücherschränke komme, am nächsten Donnerstag will ich ja noch einmal zum klinischen Mittag gehen,  hineinlegen, um jemanden mit meinen Adventkalender ein kleines Weihnachtsgeschenk zu machen und wem es auf den Blog interessiert, am neunzenten und am fünfundzwanzigsten Dezember gibt es vom vorigen Jahr schon ein offenes Fenster zu dem ich dann jeweils verlinke und wenn ich, weil ja jetzt  nicht mehr so viele Veranstaltungen sind, vielleicht auch noch ein oder zwei weitere Fenster in den Blog hineinstellen,  kann die “Nika” nach und nach zum kompletten Blogroman werden wird, den man auch in den nächsten Jahren finden kann.

Die Kanzlerin

“Literaturtest” schickt mir ja seit Frühling immer wieder Angebote der von ihnen betreuten Bücher und da es mir da  ja immer schwer fällt, nein zu sagen, habe ich mich durch das Sortiment und auch durch alle Genres gelesen, was ja interessant ist und ich da auch keine Vorurteile habe.

So hat es mit Josef Formanek begonnen und das war ein sehr spannendes Buch, das mir sonst entgegangen wäre, dann habe ich ein bißchen  bei “Novum” hineingeschnuppert, mit zwei sexdurstigen jungen Männern ist es nach Finnland und zu den Elchen gegangen, dazwischen gab es einen Briefroman mit einer Viererbeziehung, ein Jugendbuch, eine aufregende “Fischer-Neuerscheinung” und dann zum Schluß noch etwas Trachiges, hat mich da doch die Journalistin Linda Behringer, die, glaube ich, in Dubai lebt, in das Skandalleben der deutschen Kanzlerin geführt oder eigentlich nicht.

Denn natürlich ist ja alles erfunden und die fiktive Kanzlerin Angeilika Mörkel, sieht der realen nur ganz zufällig auf dem Cover ähnlich und dann beginnt es auch ein wenig langatmig und für meinen Geschmack zu komisch.

Das Ganze ist in achtunddreißig Kapitel gegliedert, die zumindestens am Anfang schon fast abgeschlossene Kurzgeschichten sind und es beginnt sehr nah an der Realität, nämlich mit einem Steuerskandal.

Da sieht ein alter Rentner im Fernsehen, daß Angelika Mörkel-Merkel in der Schweiz ein Konto angelegt haben soll. Man sieht die Kanzlerin mit einer Mütze, die an einer anderen Stelle Hut genannt wird, mit ihrem Mann die Bank betreten, sieht ihre Unterschrift und die Kanzlerin taucht unter,  wird beziehungsweise in der WG des Sohnes ihres Pressesprechers versteckt.

Dort kommt es zu allerhand Komplikationen. Eine Leiter fällt auf ihren Kopf. Der Rentner vom ersten Kaptel ist der Nachbar und erleidet einen Schlaganfall.

Angelika Mörkel oder Geli, wie sie genannt werden will, bleibt aber trotzdem eine Weile in Kreuzberg unentdeckt, obwohl sich alle Journalisten und Paparazzis, die Beine nach ihr abrennen und ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt ist.

Ihr Ehemann Johannes entpuppt sich,  als schwul und der Aufdecker Tom Berber folgt seinem Nuschi in ein Fußpflegeinstitut.

Es kommt, wie es kommen muß, die Kanzlerin leckt Feuer, freundet sich mit den Studenten an, pflegt den alten Nachbarn und kommt auf einer Geurtstagsparty auch noch mit dem Journalisten in Kontakt.

Alle helfen ihr und halten die Schnauze und so beginnt sie eigenmächtig den Fall aufzuklären. Reist in die Schweiz wo alles begann und dreht in einem Hotelzimmer ein You tube-Video,  das sie ihren lieben  Mitbürgern schickt, um ihre Unschuld zu beweisen und ich denke, es ist wieder mal bewiesen, daß auch BoDs und fast oder wirklich Selbstgemachtes durchaus spannend und zu lesen ist.

Es ist natürlich Genreliteratur, mit der man beim “Blockbuster Wettbewerb” nicht teilnehmen darf, aber Hand aufs Herz das ist wohl auch, was die Leute gerne und wahrscheinlich lieber, als was Hochpoetisches oder zu sehr Experimentelles lesen, also, wie ich meine für den Weihnachtstisch in Deutschland und vielleicht auch Österreich und der Schweiz bestens geegnet, obwohl ich persönlich einen Schritt weiter von den Echtangaben abgegangen wäre und vielleicht mehr erfunden hätte, aber über sprechende Namen hatte ich ja auch schon mal ne Diskussion und manches ist vielleicht auch zu ähnlich, als daß es wahr sein könnte.