Rohentwurf, fast zweimal fertig und andere Ereignisse

Jetzt kommt der wöchentliche Schreibbericht mit einem fast freudigen Ereignis, denn gestern war ein großer Korrekturentag und “Paul und Paula”, das ich ja zweimal von Alfreds Schreibtisch wieder weggenommen habe, einmal um Gloria G.s Anmerkungen einzuarbeiten, das zweite Mal, um ganz ganz sicher zu sein, daß in dem Text keine Personenrechte verletzt werden, ist fertig korrigiert und kann an die Druckerei gehen.

Mit der “Nika, Weihnachtsfrau” hoffentlich, die ich ja vorher geschrieben habe, aber darin sitzt noch das Fehlerteufelchen und schreit diabolisch “Atsch, Atsch,Atsch!”, wenn ich es nochmal durchchsehe.

“Da sind ja noch zwei Besitrichfehler!”

Trotzdem war dann noch Zeit, den Rohentwurf der Berührungen fertigzumachen, denn da habe ich wahrscheinlich, seit ich Stefan Zweig lese und mich da historisch sicherer fühle, Schreib- und Planfortschritte gemacht und das Konzeptieren ist zügig weitergegangen.

Zwar sitzt noch nicht alles richtig, so bin ich anfangs davon ausgegangen, daß Zweig am 12. 2. 1934 nicht in Wien gewesen ist, er war, hat aber von den Kämpfen, wie er schreibt nichts mitbekommen und wie das mit Doderers Nazimitgliedschaft, den “Dicke Damen oder den “Dämonen der Ostmark” war, gehört auch noch besser ausgearbeitet.

Vielleicht wird auch noch etwas eingefügt, beim Fertigschreiben gestern war ich wieder sehr schnell und hatte vorher auch eine etwas andere Szenenfolge. Die Hildegard fährt jetzt nach der Wahl los, nach Istanbul vielleicht und ihre Kinder besuchen, die in Brüssel und in Rom leben, aber wer die Wahl jetzt gewonnen hat, kann ich ja noch nicht sagen, gibt es einen freiheitlichen Präsidenten könnte ich das auch noch erwähnen, ausführen oder erweitern und bei einem eher grünen natürlich auch.

Vorläufig also sechsundachtzig Seiten, fünfunddreißig Szenen und 40.085 Worte, kein ganzer “Nanowrimo” also, muß auch nicht sein, in der Kürze liegt die Würze sagt man doch und ich habe auch “viel” länger gebraucht oder auch nicht wirklich, habe ich zwar schon Ende Februar angefangen und da eigentlich ziemlich blind hinein, nachdem ich auf “Stoffsuche” gegangen bin und irgendwie, von dem “Ein guter Text muß berühren!” und der Frage, ob man sich in Zeiten, wie diesen so einfach auf eine Weltreise begeben und sein Leben genießen darf?, ausgegangen,beziehungsweise hineingestopert bin. Bin gleichmal festgehangen und dann war da ja noch die Idee von Romanpersonen auszugehen und bin da  bei Stefan Zweig, Anne Frank und Heimito von Doderer gelandet, aber wie schreibt man über was, von dem man nicht wirklich was versteht und ein so richtiger Recherchiertyp bin ich trotz Google eigentlich nicht?

Außerdem kamen auch Unterbrechungen, wie der “Leipzig-Aufenthalt”, zu Ostern habe ich Harland zwar geschrieben, hatte dabei aber mindestens einmal  das Gefühl, das ist jetzt wirklich ein großer Käse und ich kann es nicht, ich kann es nicht.

Dann habe ich nach dem “Doderer-Buch” und “Der Welt von Gestern” gesucht und die “Ungeduld des Herzens” gelesen, die Stefan Zweig Bücher herausgesucht, während es die Aufregungen um “Paul und Paula” gab, die mich zusammen mit der “Literatur und Wein” auch vom Schreiben abgehalten haben.

Bis dahin habe ich die ersten Szenen immer und immer wieder durchkorrigiert und abgeändert, verkürzt hauptsächlich und habe immer wieder gedacht, notfalls schmeiße ich das Ganze weg und fange nochmals oder anders an. Da war da ja auch schon sehr früh die Idee von den Wurfgeschichten, die ich stattdessen schreiben könnte, die sind es dann nicht richtig geworden.

Obwohl das Wort “Bierdose” oder “Dosenbier” im Text herumspukt, die “Rasierklinge” und  “Notizbuch” sind in Bezug auf Stefan Zweig noch hinzugekommen und in der April Schreibruppe habe ich zwar keine richtige Wurfgeschichte, aber wohl eine Schreibzusammenfassung gemacht.

Der Titel “Berührungen oder wie ein Roman entsteht”, könnte zwar ein bißchen holzig beziehungsweise unbedarf klingen, es ist aber so, von drei Ebenen ausgehend,  wird die Entstehungsgeschichte beschrieben und am Ende sitzt das Fräulein Anne allein im Cafe Wolke und schreibt in das von Stefan geschenkt bekommene blaßblaue Wachsheft hinein.

In den letzten zwei oder drei Wochen ist der Schreibfluß dann gekommen oder eigentlich schon nach der April-Gruppe, aber da kamen dann auch Chris Baders Mails und Blogbeiträge und jetzt bin ich eigentlich zufrieden, obwohl noch sehr sehr viel Korrekturarbeit auf mich wartet, da vorallem, die letzten Teile noch sehr unausgeformt sind.

Jetzt fahren wir ja bald auf Urlaub, so daß es da auch noch Unterbrechungen geben wird, dann kommt die Sommerfrische, die wegen Alfreds Altersteilzeit und weil wir in Wien ausmalen müßen auch anders und kürzer werden wird, so daß ich mal denke, daß ich den Sommer zum Korrigieren brauchen werde und dann wieder auf Stoffsuche gehe, weil ich da ja schon wirklich sehr viel aus- oder angeschrieben habe

Die Idee von den dreizehn Wurfgeschichten gibt es  auch noch und sollte vielleicht ausgeführt werden und bezüglich des nächsten “Nanowrimos” habe ich gedacht, daß ich mir den wirklich aus “Wurf oder Greifworten” zusammenstellen könnte. Es könnte auch wieder eine depressive Rahmenfigur geben, die das auführt.

Das Jahr wäre damit schon geplant, das diesmal wahrscheinlich vier Bücher bringt, die sogenannte  “Flüchtlingstrilogie” und die Transgender-Geschichte.

“Paul und Paula” habe Ich geschrieben, “Die Berührungen”, einige Wurfgeschichten, etceta und wahrscheinlich wenige Lesungen, denn bisher habe ich ja nur die Fatma Challaki-Szene beim Osterspaziergang gelesen und so, wie es ausschaut scheint es nichts mit dem Volksstimmefest zu werden, denn Christoph Kepplinger meldet sich bei mir nicht und es gibt zwar wieder “Ein Fest für Kunst und Kultur” in Margareten, aber da werde ich gerade in Kroatien sein, beim “Tag der Freiheit des Wortes”, den ich ja nicht mehr organisiere, werde ich auch nicht mehr eingeladen und mit dem “Literaturgeflüster” schreibe ich mich offenbar auch eher an die Wand, als daß ich Aufmerksamkeit damit errege oder berühre und was das Lesen betrifft, bin ich, glaube ich, dabei meine tolle Leseliste endgültig umzuschmeißen und nicht und nicht zum “Vicki Baum-Schwerpunkt” zu kommen, weil ich, wenn wir nächste Woche nach Harland fahre, mir wahrscheinlich auch die “Merowinger” und “Die Wasserfälle von Slunj”, die ich dort haben sollte, herausssuchen und zum”Stefan Zweig Schwerpunkt” noch einen bezüglich Doderer setzen werde und im Dezember dann den ganzen Bücherstoß vom Badezimmer wieder zuückbringe?

Ich fürchte fast, denn im August kommt ja die deutsche Buchpreisliste und da will ich die Verlage ja wieder anschreiben und lesen, was zu bekommen ist und im September gibt es, die des neuen “Österreichischen Buchpreises” und da habe ich gedacht, schreibe ich mal den Hauptverband an und erzähle ihm von meinem Buchpreisbloggen und nehme den österreichischen dann auch mit, einen “Debutpreis” soll es da auch geben.

Dann bleibt wahrscheinlich vieles ungelesen, worüber ja auch andere Blogger stöhnen und die vielen Neuerscheinungen verfluchen, aber macht ja nichts, ich finde es noch immer gut, daß soviele Leute schreiben, tue es selber, sage dann bei Anfragen auch nicht nein und Jaqueline Vellguth, hat inzwischen tatsächlich das vierte Buch in diesem Jahr geschrieben und online gestellt.

Wunderland Korrekturrand

“Wir packen das Wurzel an der Übel!”, steht im Buch und am Rücken, der “witzigsten  Sprachpannen aus 50 Jahren Unterricht”, das die Lehrer Klaus Kummersberger und Werner Vogel bei “Holzbaum” herausgegeben haben.

Der 1964 geborene Germanist Werner Vogel hat schon einen Teil sener Schüler Stilblüten in “Ein Geräusch klopft an die Tür” preisgegeben, am “Very best oft Song Contest” für dessen Besprechung ich ja eine harsche Kritik bekommen habe, also wahrscheinlich auch einige Stilblüten zu finden wären, gearbeitet und außerdem ein Literaturstipendium bekommen.

Der ebenfalls 1964 in Wien geborenene Germanist, Klaus Kumersberger, hat an der “Bühnenpräsentation von Schüler und Lehrerhoppolas” “Aufgezeigt” gearbeitet, die die beiden Lehrer, wie im Vorwort steht, aufgeführt haben und weil, der erste Teil ein so großer Erfolg geworden ist, gibt es jetzt einen zweiten, damit alle über die Schülerstilblüten lachen können.

Man soll, steht da noch, seine ehemaligen Klassenkameraden zusammentrommeln, mit ihnen das Buch lesen oder es ihnen schenken, damit es ein Bestseller wird und natürlich, wird versichert ist alles original!

Nun lache ich ja bekanntlich nicht so gerne, wenn man sich über andere lustig macht und denke auch, daß manche Stilblüten vielleicht entstehen, wenn ein überforderter Lehrer vor über dreißig Schülern steht, von denen die Hälfte oder zwei Drittel in einer anderen Sprache sozialisiert worden ist und glaube auch, daß manche Anmerkung auf dem Korrekturrand schon manche Kreativität zerstört hat.

Da lobe ich mir auch die Geduld meiner ehemaligen Deutlehrerin Frau Porfessor Friedl, auch wenn, die mir vielleicht, das eine oder andere Literaturstipendkum verwehrt hat.

Aber wieder halt, da bin ich natürlich selber schuld, denn ich könnte ja daß mit zwei “ss” schreiben, habe das aber damals in der Schule so gelernt.

Es gibt fünfzehn Kapitel und wieder einige Illustrationen, in denen zur allgemeinen Erheiterung auf die Pannen hingewiesen werden.

Bei Sätzen wie  “Der Zentralfriedhof ist eines der bedeutetendsten Naherholungsgebiete mit 3 Millionen Toten” tut sich die Humorlose etwas schwer, den Witz zu finden, denn ich denke, stimmt und die Schüler wissen ja vielleicht, daß die Lehrer auf schöne, sprich, geschraubte Formulierungen achten oder glauben es zu wissen.

Das trifft vielleicht auch auf die zwei folgenden Beispiele zu:

Thema Atomkraft: “Die Bevölkerung ist gespalten” und “Der Autor, auf den ich mich beziehe, stammt aus der Kronen Zeitung”, richtig, da müßte man wohl “schreibt” oder “publiziert” schreiben, um es zu keinen Wortwiederholungen zu bringen.

“Manchen Schülern liegt aber immer noch viel an einer guten Beurteilung”, schreiben die Autoren weiter und führen die folgende Entschuldigung an:

“Hallo, Herr Professor!

Ich habe wie Sie wissen die Klassenlektüre vernachlässigt. Aus diesem Grund wollte ich Sie fragen, ob ich Ihnen nicht am Donnerstag den Inhalt (bis Kapitel 19) erzählen darf. Wenn es ginge, bitte nicht vor der Klasse, es war schon peinlich genug in der letzten Stunde. Ich schäme mich eh dafür und will zukünftig auch dem Deutschunterricht mit ein bisschen mehr Engagement entgegenkommen.

Liebe Grüsse

Oliver S.

P.S Es tut mir sehr leit!”

Ob das wirklich von einem Schüler stammt und wenn sagt es vielleicht sehr viel aus.

Diesmal wurden aber auch die Lehrer in die Beurteilung eingeschlossen und da schrammen, finde ich, manche Beispiele am Geschmack, beziehungsweise wahrscheinlich schon fast an der Gesetzgebung vorbei.

So sagt ein junger Lehrer zum Beispiel in der Hitze angesichts der Maturantinnen vor ihm: “Die Brüste weiten sich aus”, statt der “Wüsten” und eine Lehrerin droht “Jetzt gib a Ruah, Büaschal, sonst muass  i ma di amoil zua Brust nehmen!”

Noch ärger wird es im Sportunterricht “Burschen holts die Ständer raus, die Mädels kommen!”

Das geht, glaube ich, ziemlich an den Stilblüten und den mangelnden Sprachkenntnissen unserer Schüler und Schülerinnen vorbei, denn die zitierten Lehrer haben wahrscheinlich ihre Deutschprüfungen bestanden.

Dann geht es noch ums Abschreiben von den Mitschülern und von “Google”, sowie zu den Inhaltsangaben und da kann man, wie die Autoren anführen, den großen Thomas Bernhard, beziehungsweise seinen “Diktator” ordentlich verhuntzen.

“(Ein Diktator sucht sich aus vielen Bewerbern einen Schuhputzer, der ihm nach und nach immer ähnlicher wird.)”

Der oder die Schülerin schreibt:

“Da er mit der Zeit auch die Haare verliert, gleicht er ihn nun wie ein Ei seinem Spielgelbild!”

Zu Goethe kommen wir dann auch und da fragt der Lehrer “Kennst du auch Sekundärliteratur zu Goethes Faust?  Ja…Faust 2 “, antwortet der Schüler oder “Wie heißt die Geliebte von Doktor Faust? Schüler: Frau Faust!”

Stimmt nicht, merke ich an, denn der liebe Heinrich hat sein Gretchen ja nicht geheiratet.

Dann geht es langsam an das Ende und da gibt es noch ein Beispiel aus einem “Spannenden Erlebnisaufsatz: Als ich fünf war, war ich mit meiner Mutter zu Hause!”

Ja, manche spannenden Geschichten fangen eben ganz langsam an, das gibt es auch in der sogenannten Weltliteratur und so kommen wir zum “Endgültigen Fazit, also: Ich danke  Ihnen für eure Aufmerksamkeit” – “Stüß, bis bald – Stüß!”