Reden vom Schreiben

Das Literaturmuseum das zur Nationalbiblitohek gehört und das vor zwei Wochen mit einem freien Wochenende eröffnet wurde, war ja während seiner Entstehung sehr umstritten.

Die IG Autoren haben sich, glaube ich, mit der Befürchtung dagegen gewandt, daß dann die Gelder, die den Autoren zu Gute kommen sollen, dorthin fließen könnten, die Organisatoren haben sich das, glaube ich wieder, zu Herzen genommen und hat die GAV eingeladen, dort eine Veranstaltungsreihe zu machen.

“Reden vom Schreiben – Autorinnen und Autoren im Gespräch”, vielleicht hat Bernhard Fetz, der Direktor, auch deshalb eingeladen, weil sich die GAV 1973 in Abgrenzung vom konservativen PEN abgespaltet hat und damals alle wichtigen Autoren, wie breispielsweise Friederike Mayröcker, Ernst Jandl, Marie Theres Kerschbaumer, etc, ihre Mitglieder waren.

Bei der letzten GV wurde jedenfalls heftig darüber diskutiert und jetzt werden vier Veranstaltungen stattfinden, wo jeweils ein schon arivierter GAV-Autor mit einem, einer jüngeren unter der Leitung von Renata Schmidkunz und Klaus Nüchtern diskutieren und die erste Veranstaltung fand heute zwischen Robert Schindel und Anna Weidenholzer statt.

Da könnte man natürlich fragen, warum wurden keine anderen Autoren, als die und Marie Therese Kerschbaumer, Clemens Berger, Sabine Gruber, Thomas Havlik, Josef Winkler , bzw. Sophie Reyer eingeladen, den Wohnzimmerkreis beispielsweise oder Ruth Aspöck, Peter  Campa, Thomas Northoff und und ich, ich wäre ja vielleicht auch eine interessante Kanditatin, spielt es aber nicht, weil dann vielleicht  nicht so viele Leute kommen, besonders viele waren heute aber auch nicht da, aber einige Autoren, wie Sabine Gruber, Marie Therese Kerschbaumer, Gustav Ernst, Petra Ganglbauer die derzeitige GAv-Präsidentin und ich natürlich, aber ich gehe zu vielen Veranstaltungen  und Bernhard Fetz, der mich nicht zu kennen scheint, hat bei der Aufzählung auch auf mich sowie auf Gustav Ernst vergessen, der letzte wurde dann korrigiert und Renate Schmidkunz, wie Bernhard Fetz in der Einleitung erzählte, hat viel beim Fernsehen gearbeitet und moderiert jetzt die Sendereihe “Im Gespräch”.

Bei Ruth Aspöcks Buchpräsentation in der Hauptbücherei hat sie auch moderiert und sie stellte als erstes die beiden Autoren vor, Robert Schindel  1944 geboren und seit 1986, glaube ich, freier Autor, Anna Weidenholzer 1984 geboren und seit 2010 freie Autorin, erzählte dann etwas von den Lebensläufen der beiden, Robert Schindel, der Sohn jüdischer Kommunisten, in der Studentenbewegung sehr aktiv und sehr berühmt geworden durch seinen Roman “Gebürtig”, Leiter von verschiedenen Literaturwerkstätten, wie die Leondinger Akademie und Mitbegründer des Hochschullehrgangs Sprachkunst, Anna Weidenholzer, in Linz geboren, die nach dem Studium als Journalistin arbeitete, hat dort auch Kurse belegt, dann hat sie einige Preise gewonnen, der Erzählband, nicht Roman, “Der Platz des Hundes” ist 2010 erschienen, “Der Winter tut den Fischen gut”, 2012, dafür war sie für den Leipziger Belletriktik Preis nominiert, Priessnitz Preis 2013, Stadt Wien Stipendium und und und.

Ich verfolge ja Anna Weidenholzers literarische Karriere schon von ihren ersten Veröffentlichungen in der “Wortlaut-Anthologie” und den legendären “Textvorstellungen” von Angelika Reitzer. Sie hatte auch ihre Auftritte im Literaturhaus und hat jetzt kürzlich bei fünfzig Jahre Dokumentationsstelle für neue Literatur gelesen und Schreibgespräche dieser Art sind mir auch nicht ganz unbekannt, so interviewt Julia Danielcyk ihre Stipendiaten ja auch immer sehr genau und Renatea Schmidkunz wollte es ebenfalls sehr gründlich wissen, fragte nach den Schreiborten und ob mit der Hand geschrieben wird, beziehungsweise, wie der Computer das Schreibverhalten beeinflußt?

Robert Schindel schreibt im Cafe Zartl am Vormittag, Anna Weidenholzer tut das wahrscheinlich in ihrer Wohnung und setzt sich dazu Kopfhörer auf.

Die beiden waren auch schon einmal gemeinsam in Peking auf einem Schriftstellerkongreß und haben sich dort viel über Literatur unterhalten, ob sie zu Lesungen ihrer Kollegen gehen wurden sie gefragt? Robert Schindel tut das, glaube ich, ziemlich regelmäßig, zumindest sehe ich ihn da öfter, er erwähnte die Kollegin Elfriede Gerstl, die das sehr oft tat, so viel schafft er nicht, würde es aber gern.

Er interessiert sich auch für die jungen Autoren, deshalb auch die Gründung der verschiedenen Schreibwerkstädten und als er jung war, war er sehr politisiert und wollte eigentlich nicht in bürgerlichen Verlagen wie “Suhrkamp” verlegen, das ist ihm dann aber doch passiert und jetzt lobte er das hervorragende österreichische Stipendiumswesen, von dem man sich eine gewisse Sicherheit erwarten kann.

Das betrifft nun auch nicht alle, ich habe beispielsweise nie eines bekommen, aber ich habe einen Brotberuf und wahrscheinlich auch ein verkehrtes Bild vom Literaturbetrieb, gehe ich ja sehr oft zu Lesungen und blogge über Literatur, wahrscheinlich um mich “in” zu fühlen, das hat mir ja einmal Hans Raimund vorgeworfen, ist aber nicht ganz so falsch.

Dann kamen auch kurze Textproben, zwei Gedichte aus Robert Schindels im August erscheinenden neuen Lyrik- Band und von Anna Weidenholzer eine schon veröffentlichte Geschichte.

Linz ist für sie wichtig, hat sie noch erwähnt, für Robert Schindel ist das Wien und das trifft, füge ich  hinzu, auch auf mein eigenes Schreiben zu.

Wien ist da sicherlich mein literarischer Ort, obwohl ich inzwischen nicht mehr im Cafehaus schreibe. In meiner Studentenzeit habe ich es getan, da habe ich auch mit der Hand vorgeschrieben, inzwischen schreibe ich direkt in den Computer, seit ich mich das erste Mal am “Nanowrimo” beteiligt habe.

Anna Weidenholzer und Robert Schindel scheinen beide eine Mischform zu verwenden und scheinen sich, obwohl das Alter und das Geschlecht verschieden ist, in ihrem Schreiben auch nicht unähnlich zu sein.

Robert Schindel ist ein sehr politischer Autor, Anna Weidenholzer schreibt eher realistisch, die Unterschiede sind wahrscheinlich schon, daß bei den in den Neunzehnachtziger Jahren geborenen, eine gewiße Politisierung fehlt, das war auch eine Frage von Renate Schmidkunz.

Dann war es aus, Bernhard Fetz bedankte sich bei allen und ein Herr aus dem Publikum beschwerte sich, daß er nicht mitdiskutieren konnte.

“Wir haben uns entschloßen, das nicht zu tun!”, erklärte Renate Schmidkunz hölich, vielleicht hat sie bei Ruth Aspöck Veranstaltung in der Haptbücherei diesbezüglich schlechte Erfahrung gemacht, da dort die Diskutantenrelativ scharfe Fragen stellten.

Die nächste Veranstaltung wird am 20. Mai zwischen Marie Therese Kerschbaumer und Clemens Berger stattfinden und das wird sicherlich sehr spannend sein, ist ja Clemens Berger, wie ich im MUSA hören konnte, einer der sich dem Literaturbetrieb entzieht und Marie Therese Kerschbaumer ist, glaube ich, auch eine scharfe Diskutantin, aber da werden wir in Deutschland auf Radreise  sein und ich kann gleich verraten, daß ich heute auch eine Einladung bekommen habe, darf ich nämlich am 8. Oktober, bei einer Ernst Hinterberger-Geburtstagslesung  im Cafe Industrie wo er sehr viel geschrieben hat, ein Stückchen aus seinen “Kleinen Leuten” lesen.

Schreibfortschritte

Es gibt solche, auch wenn meine Leser, die bei mir oft das Gleiche lesen, mir das vielleicht nicht glauben, der Alfred mit meinem vielen Schreiben überfordert scheint und bei mir die Resignation wohl schon sehr zugenommen hat und obwohl ich mit dem Schreiben an der  “Bibliophilin”, die jetzt “Die Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch” heißen wird, zuerst sehr zufrieden war.

In den letzten Tagen war ich das nicht mehr, denn das erste Kapitel war wohl wirklich nicht sehr gelungen, der Einstieg, der sehr schnell und unerwartet, während des Wartens auf eine Klientin, die nicht gekommen ist, hölzern erfolgte.

Damit habe ich mich das verlängerte Wochenende beschäftigt, habe korrigiert und korrigert, da ein Wort und einen Satz verändert und das beim nächsten Durchgang wieder rückgängig gemacht, dazwischen habe ich mir “You tube-Videos” über das “Leben mit Kopftuch”, “Ehrenmorde” und “Hassprediger” angehört und zur Titeländerung ist es gekommen, weil die Thekla nicht die Hauptperson ist.

Das sind wohl die Selma oder ihre Freundin Yasmin und diese Szenen sitzen auch vielleicht besser, aber mit der ersten war ich lange unzufrieden, obwohl ich zwischendurch immer wieder dachte, ist ja ohnehin egal, denn auch wenn sie gelingt, wird es niemand merken, weil es niemanden interessiert.

Ich schreibe so gut ich es kann und besser geht es eben nicht, dann packte mich aber doch der Ehrgeiz, weil ich mich ja verbessern will und habe heute morgen, noch ehe ich mit Dacia Marainis “Stimmen” in die Badewanne stieg, die Szene, die ich gestern an sich fertig korrigierte, aber das Hölzerne war immer noch da,  komplett verändert und versucht sie ein bißchen stimmiger und authentischer zu machen.

Wenn ich sie demnächst korrigiere, werde ich sehen, ob und wie weit  gelungen ist, aber eigentlich stimmt es ja, es ist wirklich egal, weil es niemanden interessiert und höchstwahrscheinlich auch niemand lesen will.

Aber die Literatur ist mir wichtig, auch wenn meine Kritiker mir das nicht glauben, und da ich jetzt meine Hemmung so ziemlich verloren habe, kann ich auch an mir arbeiten und mich zu verbessern versuchen, versuchen die Rohtexte “fertiger” zu machen, auch wenn mir das wahrscheinlich nicht wirklich gelingen wird und es, wenn es geschehen sollte, wahrscheinlich  keiner merkt.

Mal sehen, die Leser können sich überzeugen, wenn es es soweit ist, daß das Buch erscheint, das wird vielleicht im Herbst so sein und im Sommer werde ich mit dem Korrigieren fertig werden und mich dann an die “Sommergeschichte mit der Sarah Winter” machen oder wenn das Korrigieren länger braucht, den Sommer durchkorrigieren und im November mit der “Nika Weihnachtsfrau” den “Nanowrimo” schreiben.

Ich habe ja trotz Resignation und Schreibdepression fortgesetzte Pläne und das finde ich sehr gut, auch wenn der Alfred und wahrscheinlich auch andere “Schreib nicht soviel, wir kommen mit dem Lesen nicht nach!”, schreiben.

Es ist aber trotzdem etwas weitergegangen, nämlich das korrigierte Manuskript des “Miranda Schutzengelchens” an den “Digitaldruck”, der mir jetzt ein “Dmmie” schicken wird und wenn das in Ordnung ist, gibt es dann das Buch, ob vor oder meinem Urlaub, wo wir die Donau entlang radeln werden, ist noch nicht klar.

Bis dahin kann man auch noch die drei Fragen der Vorschau auflösen und das Buch gewinnen, beziehungsweise ein Rezensionsexemplar bestellen.

Es wird wahrscheinlich auch bald wieder eine Vorschau mit drei neuen Fragen geben, wo man dann, nach Erscheinen, das wird wohl noch ein paar Monate dauern “Im Namen des Vaters” gewinnen kann, denn da gibt es jetzt auch schon ein Cover und damit tue ich mir ja immer schwer.

Habe ich ja schon sämtliche Fotomotive abgeforstet. Was könnte man für die “Sterbehilfegeschichte” nehmen?

Ein Foto vom AKH? Da müßte ich mit dem Alfred hinfahren. Aber ist das wirklich originell? Was passt noch? Ach ja, ins Spieltherapiezimmer gehen, das Arztköfferchen vom Regal hinunternhemen und die zwei Stofftiere dazulegen, die auf der Matrazze liegen.

Da gibt es einen blauen Elefanten, den mir, bzw. der Anna, einmal die Elfi schenkte, den sie wärend ihrer Ergotherapie gestrickt hat und ein undefinierbares Tier aus Stoff, das, glaube, ich aus Annas Schulzeit stammt, gibt es auch.

Rechts und links neben dem Arztkoffer drapiert, da ja die Veronika sich in einem Handarbeitsgeschäft Wolle kauft und damit für ihr ungeborenes Enkelkind, bzw. ihre demente Schwiergermutter Stofftiere strickt.

So ein kindliches Sujet für dieses ernste Thema passt recht gut und das Bild, kann ich gleich verraten, ist sehr gut geworden, so daß ich mich schon auf die Vorschau freue und mir die passenden Fragen für mein literarisch interessiertes Publikum ausdenken werde.

Beteiligt euch Leute! Es gibt das Buch, sobald es erschienen ist, zu gewinnen.

Inzwischen werde ich an der “Bibliophilin” weiterkorrigieren, vielleicht bekomme ich da einen halbwegs brauchbaren Eva Jancak-Text zusammen und ein passenden Cover brauche ich dann auch.

Hat wer vielleicht eine Idee? Für Vorschläge bin ich dankbar und kann dafür vielleicht auch ein Buch nach Wahl in Aussicht stellen, falls sich doch jemand für mein so angeblich unliterarisch Selbstgemachtes interessieren sollte.