Wien in Cartoons

Eigentlich habe ich “Wien in Cartoons”, das kleine rote Büchlein mit dem furzenden Kaiser Franzl am Cover gar nicht bestellen wollen, habe ich ja schon “Cartoons über Wien”, gelesen die “unnützen-Wien Bücher” durchgeblättert und zuletzt das schöne Wien auch noch angeschmiert.

Aber dann bin ich mit der Ute und dem Andreas aus Leipzig vom Naschmarkt kommend durch das Museumsquartier zum Bus zur Kirche am Steinhof gegangen und dort in den “Shop der komischen Künste”, das die “Wien-Cartoons” gerade ausstellt, um meinen Gästen auch dieses Stück von Wien zu zeigen und habe nicht widerstehen können, denn ich bin  nun einmal eine waschechte Wienerin mit der berühmten böhmischen Omama, habe mein Strohwitwendasein für verschiedene Wien-Spaziergänge verwendet und mit der Ruth, die beim Spaziergang durch das MQ auch dabei war, fünfmal den öffentlichen Raum erforscht, was liegt also näher sich mit den Wien-Klischees zu beschäftigen, schon um nachher zu schreiben “Aber bitte, so ist es ja wirklich nicht!” und dann hat mich auch noch der “Picus-Verlag” mit einem anderen Wien-Klischee- Buch versorgt, mit dem ich mit dem Joseph Kaiser in die Normandie zu seiner Elisabeth gefahren bin.

Also durch die Cartoons von denen ich beim ersten Durchsehen dachte, daß ich die meistens schon kenne und dann darauf gekommen bin, daß das gar nicht stimmt.

Es sind auch einige neue  dabei und so ist das wohlfeile fünf Euro Buch allen Wien-Fanatikern oder “Hassern”, die sich das wahrscheinlich teuerere “Cartoons über Wien” nicht leisten wollen, sehr zu empfehlen.

“Der Himmel voller Geigen,  die Straßen voller Arschgeigen – so kennt man Wien. In dieser einmaligen Cartoon-Sammlung lernen Sie die Stadt nun auch auch von ihrer unbekannten Seite kennen und erfahren endlich alles über kaiserliche Fürze, die Sacher-Masoch-Torte und vieles mehr. – Mit komischen Bildern von Bernd Ertl, Clemens Ottawa, Daniel Jokesch, Harald Havas, Katzl, Michael Dufek, Oliver Ottisch und vielen anderen”, verspricht der Buchrückentext und oben ist ein Wiener Schaf zu sehen, das natürlich “Schmäh!”, meckert.

Ach richtig “Schimpfen wie ein echter Wiener” gibt es auch und das kann man in dem kleinen fünfzig Seiten Büchlein auch bestens lernen.

Nach dem vielleicht nicht sehr geschmackvollen Cover, ein Kaiser mit nackten Hintern, finde ich es schon besonders lustig, denn da sagt ein alter Mann zum Gevatter Tod “Der Tod muß ein Wiener sein!” und der kontert sarkastisch “I bin aus St. Pölten” und dazu habe ich  auch meinen Bezug, beziehungsweise schreibe ich diesen Wien-Rundgang gerade von dort.

Dann liegt der Tod bei Gevatter Freud auf der Couch und sagt “Und dann fühle ich mich immer so…Mist, ihre Zeit ist um”, auch das ist neu und gekommt witzig von Ari Plikat gezeichnet, obwohl der durch Adolf Hitler, der in dem Büchlein auch noch auf die Couch kommt, in London gestorben ist.

Der Mozart scheißt natürlich Mozartkugeln und stammt eigentlich aus Salzburg, hat aber auch in Wien gelebt und beim Opernball marschiert natürlich der Herr Lugner mit seinen Mausis und Katzis auf.

“Die Einführung der Schulpflicht war nicht nur eine Frage der Zeit”, schreibt Bruno Haberzettl und zeichnet Maria Theresia mit allen ihren Kindern, wie sie das Amtshandeln behindern, aber da denke ich, gibt es ja die Ausnahme des häuslichen Unterrichts, das ich  bei der Anna die ersten vier Jahre benützte, die sicher den kleinen Erzherzogen und Erzheroginnen zu Gute kam.

Sigmund Freud analysiert, wie beschrieben Hitler und schreibt in seinen Block “Total blemblem!”, was  vielleicht stimmte und trotzdem viel auslöste.

Daniel Jokesch, den ich ja von den “Letzten Tagen der Menschheit kenne”, skizziert “Ikea” und schreibt “Freud” darunter “Lebst du noch oder analysiert du schon?” und für alle, die sich vor dem Halbmond auf dem Stephansdom fürchten und da soll es  in Wien nicht so wenige geben, gibt es die ensprechenden Cartoons auf Seite 17 und 46 und dann gibt es  noch die beliebten Graphiken, nämlich eine Kugel, die in drei Fragezeichen verrät, was man über den 23. Bezirk weiß.

Der heißt Liesing und liegt am Rande, also vielleicht einmal ein “Unnützens Liesing-Büchlein” schreiben und interessant ist auch “Was ich auf dem Donauinselfest mache?” oder “Wann die Wiener tatsächlich Walzer tanzen?”

Das Wiener “U-Bahn Netz” auf Englisch gibt es auch und dabei erlebt man manche Überraschungen.”

Und Maria Antonia Graf behauptet, daß sich Papa Freud in der Berggasse 19 seine Studien über “Charakter und Analerotik” von den schimpfenden Wienern aus der Nachbarschaft abgeguckt hat.

Die “Wiener Antwort auf alles ist “oasch” und das, was sich “Hitler im Cafe” bestellt hat, finde ich wieder nicht besonders geschmackvoll,  gehört aber sicher auch zu Wien.

“Die herzlichen Urlaubsgrüße aus Wien” habe ich, glaube ich, schon mal gesehen und da kann man sich die Antworten aussuchen und ankreuzen, ob man beispielsweise ein “Hallodri, Zniachl oder Deschek” ist.

“Wien für Afrikaner”, sowie die “Wienbergschnecke” mit dem Riesenrad am Rücken gibt es auch und sehr gut gelacht geht es mit Michael Dufek, der uns erklärt, warum “Wien nicht aus der EU austreten sollte”.

Denn wer will schon einen “Wixit” haben?”

Dann kommt ein bißchen schon bekanntes von Oliver Ottisch, nämlich der Witz mit der “Sacher-Masoch-Torte” und dem “Sackerl für das Gackerl”, bevor es zur schon zitierten Seite 46 geht, wo die Türken mit ihrer Döner-Bude vor der Stadtmauer stehen und die die Stadt bewachenden Soldaten seufzen: “Lang kömmer nimmer standhalten!”

Das ist es ein bißchen anders gekommen und ich habe mich in Harland bei St. Pölten jetzt wieder durch das schöne rote oder auch für die Touristen noch kaiserlich gelbe und hoffentlich nicht doch so blaue Wien cartoonisiert und bin schon gespannt, was ich da von “Holzbaum” noch alles lesen und besprechen werde.

Superheldinnen

Passend zum “Bachmannpreis” bei dem,  die 1980 in Belgrad geborene und in Wien lebende Barbi Markovic gelesen hat, lese ich jetzt als “Sommerbuch” ihren bei “Residenz” erschienenen Roman “Superheldinnen” mit dem sie den letzten “Alpha” gewonnen hat.

Ihren Namen habe ich, glaube ich, 2010 das erste Mal gehört, als sie für die “Buch-Wien” offiziell bloggte, ich tue das ja seit 2008, inoffiziell, habe da aber eine Anfrage bekommen.

“Superheldinnen” ein schräger oder trashiger Roman, einer der eigentlich nicht wirklich einen Inhalt oder Plot hat, sondern es wird, könnte man so sagen, unbekümmert und mit Fett- oder nicht Fettdruckangaben vor sich hingeschrieben.

Da sind drei junge Frauen, um die dreißig, die alle irgendwie aus Belgrad oder Sarajevo kommen und die treffen sich einmal in der Woche im Cafe Sette Fontane in der Siebenbrunnengasse, im fünften Bezirk. Für Nichtwiener, das ist eher ein Randbezirk, in dem viele alte Leute und Migranten wohnen. Wir wohnen auch da und ich hatte auch einmal ganz in der Nähe, in der Arbeitergasse Ecke Reinprechtsdorferstraße, meine Praxis.

Die drei Frauen, die Ich- Erzählerin, Mascha und Direktorka verfügen alle über magische oder dunkle Kräfte. Sie leben in prekären Verhältnissen haben nur wenig Geld. Schreiben aber einmal in der Woche eine Kolumne für eine esoterische Zeitung, die vom “Casino Austria” gesponsert wird. Detail am Rande, der “Alpha” wird das auch, ist das nun Zufall oder nicht?

Höchstwahrscheinlich schon und es waren keine dunklen Kräfte, die Barbi Markovic im letzten Herbst, den Preis zusprachen. Die drei benützen ihre Kräfte aber fleißig zur Auslöschung unliebsamer Personen, während sie den armen Teufeln in ihren Kolumnen wieder zurück ins normale büergliche Leben helfen wollen, das sie selbst nicht leben.

Es gibt auch Connections zu Berlin und dort hat Barbi Markovic ja auch gelebt, behziehungsweise ein Buch mit dem Titel “Graz Alexanderplatz” geschrieben, denn sie war Stadtschreiberin von Graz und die Ich- Erzählerin war in Berlin und hat dort das “rotzige Kind” kennengelernt, das sie verfluchte. Verflucht wurde sie auch von ihrer Großmutter und so lebt oder dümpelt es sich dahin.

Das Buch ist sehr flott geschrieben und immer wieder von Markennamen und Werbeinschriften durchzogen. Eine Abhandlung über Depressionen kommt vor und auch das Verhältnis der Erzählerin zu den Tauben, die man ja in Wien nicht füttern darf und das Zuwiderhandeln bestraft wird.

Die drei gehen dann ins Casino gewinnen dort eine Menge Geld und leben fröhlich oder vielmehr unfröhlich weiter und Barbi Markovics “Bachmanntext “der glaube, ich “Der Mieter” heißt, muß ich mir noch anhören.

Das heißt, ich habe das schon getan, bin aber dann wegen der anstrengenden letzten Tage, Sommerakademie, O-Töne und dann noch spät in der Nacht oder früh am Morgen nach Harland kommen und da noch bloggen, eingeschlafen.

So kann ich über diesen Text nicht sagen und weiß daher auch nicht, ob die magischen oder unmagischen Kräfte, Barbi Markovic auf die Shortlist verholfen und dann ausgelassen haben, wünsche ihr aber jedenfalls alles Gute und das Buch, das man, wenn man eine Einladung zu der “Alpha Gala” hat, die ich mir ja inzwischen errungen habe,  bekommt, hat sie wunschgemäß und sehr freundlich mit einer Widmung für das “Literaturgeflüster” versehen, was ich bei geschenkt bekommenen Büchern am Ort gerne einmal mache.

Sisis Vermächtnis

Der “Picus-Verlag” hat ein Sommerbuch auf den Markt geworfen, in  dem es vielleicht für die Touristen oder für alle “Kaisertreue”, die es noch geben sollte, um ein Vermächtnis der Kaiserin Elisabeth geht.

Und da gibt es gleich einen Doktor Joseph Kaiser, das ist ein dreißigjähriger Jurist, ein schöner junger Mann und ein bißchen ein Muttersöhnchen, der kaisertreuen ehemaligen Gräfin Theodora und der tritt eine Stelle als Direktor einer österreichischen Kulturstiftung an.

Die gibt es, wie im Anhang steht nicht wirklich, so wie auch alle Personen und die Handlung erfunden ist.

Aber die Kaiserin Sisi mit den langen Haaren gab es wirklich. Von ihr zehrt, wie man sieht, nicht nur der Tourismus, sondern auch die Buchbranche und die war, wie ebenfalls im Anhang steht, 1875 zwei Monate in einem normannischen Fischerdörfchen und hat dort, wie eine Hofdame angeblich ausstreute, angeblich ein Kind zur Welt gebracht.

Das ist natürlich nur erfunden. Aber seit damals fließt jährlich ein Scheck von der Stiftung in das Dörchen, das eine schöne junge Tierärztin mit dem Namen Elisabeth hat und in einem Leuchtturm lebt.

Dort gab es einen Bürgermeisterwechsel. Ein junger Sozialist hat da den alten Arnoul verdrängt und der schreibt gleich einmal einen Brief an die Stiftung, um eine Erhöhung des Schecks einzufordern und das führt zu Komplikationen und zu der “amüsanten, schwungvollen,  überraschenden Handlung”, wie im Klappentext steht.

Denn Joseph Kaiser reist nun nach Beauport, lernt dort Elisabeth kennen und verliebt sich unsterblich in sie.

Zuerst wird ihm aber eine Komödie vorgespielt. Der ehemalige Bügermeister spielt Elisabeths Ur- oder Ururgroßvater, der zwar schon 1953 gestorben ist, aber jetzt als über Hundertjähriger aufersteht, denn an ihn,  den Retter der Kaiserin während eines Badeunfalls, ist die Zahlung ja gegangen.

Joseph ist zuerst befriedigt, telefoniert der Sekretärin, sie kann den Scheck ausstellen. Dann kommt er aber darauf, es war alles Betrug, denn sogar der Vater Elisabeths ist vor kurzem gestorben.,

Also kein Scheck und eine Nachricht an die Nationalbank, daß die Überweisung eingestellt wird. Noch bevor Rückforderungen an das Dörchen geht, gibt es dort aber eine Krisensitzung und Joseph wird informiert, er hat sich selbst, das heißt, seine Stiftung aufgelöst, dem Steuerzahler zwar viel Geld erspart, wird aber nun nie und nimmer mehr im öffentlichen Dienst eine Stelle finden.

Ein kleines goldenes Schlüsselchen, das Elisabeth, dem Geliebten schenkt, hilft weiter, denn die kaisertreue Mutter und ein Freund Josephs dringen in das Hofkammerdepot ein, wo der Schreibtisch des ehemaligen Stiftungsdirektors, der all das veranlaßt hat, steht und dort finden sie ein paar Briefe, wo drinnen steht, Elisabeth ist die Erbin und der Staat muß an sie ein paar Milliarden zahlen….

Es passieren noch die üblichen Verwirrungen und Verwicklungen bis zum Happyend und man hat, wie Adele Neuhauser am Buchrücken schreibt, einen sehr packenden Roman gelesen, den die beiden Autoren, Ulrike und Manfred Jacobs, eine Psychologin und ein Jurist schwungvoll geschrieben haben.

Kein Klischee wird ausgelassen und man wird ein paar Mal an die Wien Cartoons des “Holzbaum-Verlags” erinnert.

Manche Details der Wienerischen Sprache erscheinen mir dabei ein wenig langatmig. Aber ich  bin wahrscheinlich auch nicht die richtige Adressantin für einen Sisi Roman.

Kaisertreu bin ich ebenfalls nicht, aber schmunzeln läßt es sich schon ein bißchen, wie es zugehen soll in Wien, wo der Bundeskanzler von seiner kaisertreuen Gattin dirigiert wird, Handküsse passieren und am Ende die neue Elisabeth von dem Geld des österreichischen Staates in der Normandie ein Therapieheim für autistische Kinder aufmacht, dem ihr Joseph, als Jurist vorstehen wird.

Wien und die Kaiserin Elisabeth ziehen immer und ich habe im ersten Moment auch gedacht, ich lese jetzt einen Sisi- Roman.

Aber nein, es geht um eine leicht lockere Liebesgeschichte mit allen Wien- und Österreichklischees, wie es die Touriten wahrscheinlich lieben oder lesen sollen und auch eine waschechte Wienerin mit dem sozialistischen Vater und der böhmischen Großmutter, die von kaisertreu und Wien-Kischee weit entfernt ist, aber sich am Beginn ihrer Sommerfrische in einer Sommerakademie mit “Gott, Kaiser und Vaterland” und der Rolle die die jüdischen Soldaten dabei spielten, beschäftigte,  zum Schmunzeln brachte.

Löwen wecken

2015 war Israel das Gastland auf der “Leipziger Buchmesse” und da habeich auf dem blauen Sofa die 1982 geborene Autorin Ayelet Gundar-Goshen, die auch Psychologin ist, auf dem blauen Sofa aus ihrem Besteller “Löwen wecken” lesen gehört, der dort sehr gehypt wurde.

“Literaturen” hat das Buch dann, glaube ich, auch verlost. Ich habe es nicht gewonnen, es aber cirka vor einem Jahr im “Wortschatz” gefunden, in dem vor ein paar Wochen auch ihr 2013 Roman “Eine Nacht, Markowitz lag und jetzt ist von der Autorin, glaube ich, wieder ein Buch erschienen.

Die Handlung von “Löwen wecken”, ist schnell erzählt.

Ein übermüdeter Neurochirurg fährt eines Nachts in  der Wünste einen illegalen Einwanderer zusammen und fährt weiter, weil er sieht, daß er ihn ohnehin nicht mehr helfen kann.

Am nächsten Tag steht dessen Frau mit seiner Brieftasche vor seiner Tür und zwingt ihn in einer Garage andere illegale Einwanderer zu behandeln.

Die werden immer mehr, was zu Komplikationen in Etan Familienleben führt, er ist mit einer höheren Polizistin verheiratet, die ausgerechnet diesen Fall bearbeiten muß.

Es kommt auch zu Schwierigkeiten mit den Diensten des Chrirgen, er muß ständig lügen, sich krankmelden, Medikamente stehlen. Seine Frau wird eifersüchtig, glaubt, er betrügt sie, die Vorgesetzten sind unzufrieden, etcetera.

In der ersten Hälfte des cirka vierhundert Seiten Buches wird das sowohl sehr spannend, als auch ein wenig langatmig erzählt.

Bei “Amazon” gibt es ein bis fünf Stern Rezensionen, die meisten Unzufriedenen bemängeln, daß das Buch zu aufgebläht ist und man das, was da paassiert, eigentlich schon im Klappentext erfahren hat.

Es kommen aber immer wieder Szenen mit Innenschau und Kleindetails vor. So erfährt man viel von Liats Großmutter, das ist Etans Frau, die Kaffeesudlesen konnte, beziehungsweise den Menschen in die Augen schaute. Diese Fähtigkeit hat Liat von ihr geerbt. Die verhört dann einen Jungen. Glaubt, er ist der Täter, ihr Vorgesetzter prügelt auch ein Geständnis aus ihm heraus. Er hat sich aber nur mit einem Mädchen getroffen. Das wird dann von ihren Brüdern totgeprügelt und Etan muß sie behandeln.

Ab der zweiten Hälfte beginnt sich die Handlung dann zu überschlagen und auch irgendwie unlogisch zu werden. Ein blaues Baby taucht auf, Etan, beziehungsweise Sirkit, das ist die Frau des Überfahrenen werden in einen Drogenhandel verwickelt. Etan wird verhaftet und am Schluß scheint sich alles zu glätten und das Leben, das auf einmal so durcheinandergewürftelt wurde, wieder ganz normal weiterzugehen.

Ein spannendes Buch mit vielen Details, das ich auch gekürzt hätte.

Es war aber sehr beklemmend zu lesen und hat interessante Einblicke in die Welt der israelischen Wüsten mit ihren ilegalen Einwanderern gegeben, die von der jungen Autorin zum Teil sehr detailreich, zum Teil, wie schon beschrieben, sehr langatmig erzählt wurden.

Jetzt bin ich auf das erste Buch gespannt und überhaupt sehr neugierig, was ich von Ayelet Gundar-Goshen noch hören und lesen werde.

Besoffen Deutsch

Der “Holzbaum-Verlag”, der mich ja seit einigen Jahren getreulich beschickt, so daß  im “Literaturgeflüster” fast die ganze Buch-Produktion zu finden ist, ist ja ein Spezialist von Cartoons und Wien Spezialitäten. so gibt es das “Unnütze-Wien-Wissen“, das “Unnütze Habsburg Wissen”, aber auch “Wien zum Anschmieren”, etcetera und jetzt ist Harald Havas, der, wie ich den biografischen Angaben entnehme ein “Autor von Büchern, Comics und Spielen ist, aber manchmal auch abgrundtieen Nonsens” schreibt, gelungen einen “Wiener Sprachführer” für die Kommunikation mit Betrunkenen zu schreiben.

Auf diese Idee muß man erst kommen. Zwar gibt es das “Schimpfen wie ein echter Wiener” schon, aber wie spricht nun ein Betrunkener und was ist das spezifisch Wienerische daran?

Er lallt, würde ich mal vermuten und habe vor einigen Tagen mit dem Alfred, der Ute und dem Andreas aus Leipzig beim musikalischen Abschlußabend des Heurigen Hengl-Haselbrunner auch diesbezügliche Studien gemacht. Das Kollegium Kalksburg führte mir das auch in Bregenz vor und sicher auch viele andere Wiener Liedsänger und live kann man es wahrscheinlich täglich in der U-Bahn oder am Würstlstand erleben.

Was liegt also näher, als beispielsweise den deutschen Gästen einen Wiener Sprachführer zu schreiben, den man ja  auch herrlich in das heimische Berlin oder nach Wuppertal mitnehmen kann?

So gibt es ein Vorwort des Autors und am Buchrücken des sehr kleinen natürlich blauen Büchlein mit dem gelben W am Cover, kann man lesen, daß “Man kann ihm immer und überall und völlig überraschend begegnen, dem Homo viennensis ebrius, dem betrunkenen Wiener, auch als “gemeiner Bsuff” bekannt. Daher empfiehlt es sich vorbereitet zu sein! Dieses kleine Büchlein soll dazu dienen, bei einer unverhofften Begegnung mit einem betrunkenen Wiener, die Verständigung zu erleichtern. In 20 kurzen aus dem Leben gegriffenen, beispielhaften Lektionen wird archetypisch die Ausdrucksweise der Spezies vermittelt.”

Nun denn, durch die achtunddreißig Seiten und zwei Bonustracks sprich Rätselfragen gibt es auch und ich sage gleich, bei mir hat es mit der Verständlichkeit ein wenig gehapert.

Wahrscheinlich begegnene ich doch nicht so vielen “Bsuffs”, so ist ein erfundener oder ausgedachter Sprachführer durch die Welt des Rausches und der Räusche sicher hilfreich und man kann die Dialoge  auch Romanhaft lesen und wenn man nichts versteht, hat man auch die Übersetzung dabei.

So geht es also auch gleich in den “Club der einsamen Herzen” “Hiasi” heißt “Hallo” und an der “Supermarktkasse” wird schon mal ein “Magenbitter” verlangt.

In der “U-Bahn” fragt der “Gsuff” vielleicht höflich “Isso Nofre?”, wenn er sich setzten will.

“Besetzt!”, wird wegen der Geruchsbelästigung da wohl meist die Antwort lauten, denn sonst kann es auch passieren, daß der “Gsuff” vielleicht auch noch “Haubimus Noameu Schbeim” , was hier  mit “Ich befürchte, ich muß mich erneut übergeben” etwas gespreizt übersetzt wird.

Lustig wird es höchstwahrscheinlich auch am Arbeitsamt. Mit “Dog” “Einen schönen guten Tag wünsche ich!”, beginnt da vielleicht die Vorstellungsrunde und dem bemühten Betreuer wird erklärt, daß man natprliuch den Termin wahrgenommen aber nicht aufgenommen wurde “Woreduad”,-” Sisinigswuarn” und so weiter und so fort. Alles verstanden?

Ich nicht, aber vielleicht das das Büchlein auch den AMS-Beratern zu empfehlen.

Im Freibad wird dann der “Nackbadebereich” gesucht, im Eissalon “Eine Kugel Schokolade verlangt” und man hat sich  durchgearbeitet durch das Besoffenenleben.

“Auf die Skipiste” geht es natürlich auch ,auf den “Strand” und auf den “Fussballplatz”.

Da gibt es diesbezüglich ja besondere Vorurteile, beziehungsweise Kontrollmaßnahmen und beim Kapitel über den “Würstelstand” wird vorsorglich das meiste blau geschrieben.

Spannend auch die Konversation in der Buchhandlung:

“Oisnes?” “A Buhanun?”

“Welche Ware führen Sie denn hier?” “Bücher” “Und was noch?” “Ausschließlich Bücher also” “Verstehe”  “schn Dog no”

In der Blumenhandlung wird nach einem Blümlein für die geschätzte Gattin am Muttertag gefragt und dann kann man, wie schon angedeutet noch erraten, welche Wienerlieder beim Heurigen mitgesungen werden.

Da haben wir ja beim “Hengl-Hasenbrunner” Agnes Palmisano gehört und es wurde auch ordentlich mitgesungen und wenn ich auch bei Harald Havas Sprachführer nicht sehr viel verstanden habe, ist es vielleicht doch eine interessante Idee, sich vorzustellen, was ein Besoffener  am Würstelstand und in der Blumenhandlung verlangt und ich würde  jetzt nur noch gern wissen, wie Harald Havas zu seinen Feldstudien kam?

Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt

Auf unserem Wanderwochenende auf der Rax, habe ich mehr oder weniger passend, als Sommerbuch, das ich mir da ja, nicht so schwer, weil ich es im Rucksack tragen muß, Bodo Kirchhoffs neue Erzählung ausgesucht und das war ein Zufall, weil mir die Frankfurter Verlagsanstalt, bei der die Bücher des letzten Buchpreisträgers erscheinen, das Buch vor ein paar Tagen schickte.

Sonst hätte ich Barbara Frischmuths “Die Ferienfamilie” mitgenommen, das ist, glaube ich, ein noch leichteres Büchlein und auf die letzten Wanderwochenenden bin ich schon einmal mit Texten aus dem Salzkammergut beziehungsweise mit meinen ersten Buchpreisbüchern gegangen.

Und da bin ich schon wieder beim Ausgangspunkt.

Denn die, wie er behauptet, “Novelle” des 1948 in Frankfurt am Main geborenen Bodo Kirchhoff, von der ich behaupte, daß sie ein Roman ist, hat ja 2016 den dBp für den Roman, den besten, heißt es, glaube ich, nicht mehr, gewonnen, da habe ich angefragt.

Die Pressedame war sehr freundlich und hat mir dann auch gleich die Neuauflage seiner “Mexikanischen Novelle” geschickt,  sowie mir das neue Buch angeboten und weil ich ja sehr neugierig bin, habe ich nicht “Nein!”, gesagt, obwohl ich mit den zitierten Büchern ein wenig Schwierigkeiten hatte und ich mich schon fragte, ob ich immer das “Gejammere, der alten Männer um die Liebe” lesen will und dann noch die Rezensionsexemplare schlecht besprechte, weil zu maniriert, zu künstlich, etcetera…

Das ist mir zum Glück diesmal erspart geblieben, denn der Meister hat, will ich mal unken, damit einen anderen alten Meister übertroffen.

Denn der ging ja ins Kunsthistorische Museum und sinnierte dort dreihundert Seiten lang, ob er am Abend ins Burgtheater gehen solle. Dann ging er hin und die Vorstellung “war eine fürchterliche!”

Selten so sehr gelacht, das habe ich schon öfter geschrieben und dieser Meister bekommt von einer Frau Faber- Eschenbach eine Einladung auf einer Kreuzfahrt von Havanna durch dieKaribik zwei Wochen mitzufahren. Ales gratis, auch für die Begleitperson, nur ein paar Lesungen muß er dafür halten.

Das gibt es, glaube ich, tatsächlich. Zumindest erzählt Ingrid Noll manchmal auf ihren Lesungen, daß sie eine solche Kreuzfahrt gemacht und wohl auch darüber geschrieben hat und so hat auch Bodo Kirchhoff, der hintergründige, höchstwahrschlich eine solche bekommen und schreibt jetzt darüber auf hundertsechsundzwanzig Seiten, der einladenden Dame und kommt dabei von Hundersten ins Tausendste.

Fragt nach, ob die Agentin vielleicht mit der Marie von Ebner-Eschenbach verwandt ist, kommt dann darauf zu sprechen, daß wenn auf See jemand verschwindet, es kein Nachforschungsrecht  gibt und auch die Behörden in Havanna sich kaum darum kümmern werden, wenn er oder jemand anderer, dann nicht mehr von Bord geht.

Es gibt zu der scheinbar sehr freundlichen Einladung offenbar einen Anhang mit Regeln, wie sich der, der sie annimmt, dann zu verhalten hat. Der eingeladene Künstler heißt dann in den Veträgen “Edutainer” oder “Sprachliferant” und es ist auch genau geregelt, wieviel Kontakt ein solcher zu den zahlenden Gästen haben oder nicht haben darf.

Er darf sich jedenfalls, meint der Schreiber weder “moralisch oder unmoralisch” äußern und sieht da schon ein Problem, ist er doch erfolgsgewohnt und vor allen, die Damen rennen ihm gern nach oder liegen ihn zu Füßen und darf er sich dann während der zwei Wochen auf dem Schiff frei bewegen oder mußer in seiner Kabine bleiben und das Geschehen vom Balkon aus beobachten und dann kommen auch noch die Fragen des Publikums, die ja bewantwortet werden sollen und die sind meistens “Warum schreiben Sie?, Werden Sie auch über diese Kreuzfahrt schreiben und werden Sie mich oder meine Frau in ihr nächstes Werk einbeziehen” und “Kann ich Sie dann klagen?”, füge ich hinzu?

Dann bezweifelt er auch den literarischen Geschmack des zahlenden Publikums und meint, daß das lieber, die Sonnenuntergänge beobachten, als in einem Buch lesen würde.

Irrtum, Herr Kirchhoff, da kann ich Sie beruhigen, ich bin zwar kein zahlender Gast einer Karibik-Kreuzfahrt und würde auch meinen, daß man dort lieber den neuesten Krimi der Frau Noll, als den neuesten Kirchhoff mitnimmt, habe aber auf der Rax im Habsburghaus, als alle beim Fenster saßen, um den Sonnenuntergang zu sehen, in dem Buch, gerade diese Stelle gelesen. Dnn bin ich hinausgegangen, habe mich auf eine Bank vors Haus gesetzt und beides abwechselnd getan.

Bodo Kirchhoff oder sein Erzähler geht aber noch weiter. Zitiert Kafka und den “Hungerkünstler”, fragt sich,  ob der eine solche Einladung angenommen hätte und ich frage mich, wie es Meister Bernhard damit gehalten hatt und nattürlich auch, ob Meister Kirchhof auf einer oder mehreren solcher Kreuzfahrten war und das Ergebnis diese leichte lockere und doch auch verteufelt hintergründige Erzähhlung ist und setze gleich hinzu, daß ich gerne auf eine solche Kreuzfahrt ginge und dort beispielsweise aus meinen “Sommerelebnissen” oder auf einer auf der Adria aus “Claire-Klara-Clarisse” lesen würde.

Aber mich, weil ich ja nur als eine Selfpublisherin oder Hobbyautorin gelte und dem zahlenden Publkium kein Begriff bin, lädt wahrscheinlich keiner ein, finde die “Einladung zu einer Kreuzfahrt” sehr interessant und vielleicht ist Bodo Kirchhoff mit seinem neuen Buch auf einer  Kreuzfahrt gerade unterwegs und wird dann sicher nicht vom Bord geschmissen, sondern die anwesenden Damen und auch die Herren Studienräte oder, wer sonst auf Kreuzfahrten und auf die dort angebotenen Lesungen geht, werden sicher sehr erfreut sein.

Aber vielleicht wollen, die auch wirklich lieber Ingrid Noll und ihren neuesten Krimi hören und der hintergründige Meister und Buchpreisträger hat sich das alles nur ausgedacht.

Das Cover des Buches ziert jedenfalls ein schönes Schiff und ich füge hinzu, man kann es auch herrlich auf einer Wiese auf der Raxalm, also von der Karibik sehr weit entfernt lesen.

Aber bei der beschriebenen Kreuzfahrt ist es, glaube ich, auch, um eine Reise zwischen Weihnachten und Sylvester gegangen.

Also doch kein Sommerbuch, auch wenn es am vierten Juli erschienen ist und im Buch sind auch sämtliche andere bei FVA erschienene Werke des Meisters aufgelistet und da habe ich ja noch den “Schundroman” gelesen und “Infanta”, glaube ich, einmal im Bücherschrank gefunden.

Also ein meisterhaft hinterfotziges Buch und ideal wahrscheinlich für den oder die die wissen wollen, was man alles auf hundertsechsundzwanzig Seiten “Betreff: Einer Einladung zu einer Kreuzfahrt” schreiben kann.

Milzschnitten und andere Spezialitäten

Jetzt kommt ein Erzählband meiner GAV-Kollegin C.H.Huber, in Innsbruck gboren, die ich beim vorigen “Kulturpolitischen Arbeitskreis” kennenlernte und der in der “Tiroler Autorinnen und Autoren Kooperative” herausgekommen ist.

Vierzehn Geschichten auf etwa hundertfünfzig Seiten.

“Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist rein zufällig”, steht Klagen vorbeugend, unterm Inhaltsverzeichnis, das mache ich auch manchmal und auf der Seite vorher steht “Für Hannah, später”, ist das jetzt eine Widmung oder ein Motto? Man weiß das nicht so genau.

Die erste Geschichten sind die “Milzschnitten” und da geht es, um eine rüstige Pensionistin, die sich ebenfalls vorbeugend in eine Seniorenresidenz oder besseres Altersheim zurückgezogen hat und da am Stefanitag vor ihrer Nudelsuppe sitzt und an die Stefanitage denkt, wo sie ihrer Familie “Milzschnitten” und anderes für die Suppe aufgekocht hat.

Die ganze Familie ist da zusammengekommen, auch Walter, der Ex und die Kinder und eine Tante wurde aus dem Altersheim geholt, damit die noch einmal ein  richtiges Weihnachten im Kreise ihrer Familie erleben kann. Und wie das Schicksal es so wollte, ist die dann da über Nacht gestorben und die Pensionistin geht in ihr Bett, legt sich  nieder und denkt: “Noch werde ich wieder aufwachsen. Sicher ist aber nicht einmal das.”

Das mit der zufälligen Ähnlichkeit der handelnden Personen, wird  schon bei der zweiten Geschichte “Gross.Atemlas” im Titel hintertrieben, weil da ist einer, der Wissenschaftler, der im dritten Reich in einer psychiatrischen Klink seine Pflicht tat und jetzt durch “den jungen Chirurgen und anderen Widersachern”, an seinem gemütlichen Lebensabend gehindert wird.

Da tue ich mir ein wenig schwer, wenn die eigenen Regeln so offensichtlich gebrochen werden und auch die anderen Geschichen waren beim Lesen manchmal schwierig.

Handelt es sich da ja oft um Monologe, ohne direkten Handlungsaufbau  auch ohne Show und Tell, sondern da wird und ich gebe schon zu, ich tue das manchmal auch, unendlich monologiesiert und dabei auch noch, wie bei den “Perspektiven” von der einen zu der anderen hurtig hin und hergesprungen.

Da monologisiert ein Mann über seine Frauen und ich dachte zuerst nach der Gross-Geschichte, aha, da geht es um den Jack Unterweger, aber der Mann hat Freundinnen, eine Ex-Frau, eine Mutter die im Altersheim dahinvegetiert, dann geht es wieder auf ein Begräbnis und so weiter und so fort.

Das Monologisieren wiederholt sich  auch in den nächsten Geschichten.

Im “Purgatorium” kommt ein Gott offenbar wieder auf die Erde und hatProbleme mit den “Sexsklavinnen” der heutigen Zeit, die leider nicht mehr so problemlos mitmachen, wie er das von seinem früheren Leben gewohnt war.

In einer der nächsten Geschichte geht es um eine Frau, die sich um den Mann in ihrer Küche ärgert.

Ein wenig verständlicher wurde es  für mich erst wieder bei “Frau Irma oder die Liebe zum Gesang”, denn da erzählt eine Frau über ihr verfehltes Leben, beziehungsweise ihre Angst, die sie vor den Schlägen der Eltern, im Kindergarten, in der Schule ausstand und, die sie nur durch das Singen kompensieren konnte.

Auch der Ehemann war mit ihr unzufrieden, weil sie keine Kinder hatte ,während sie “Von der Übelkeit, vom verzweifelten Herabspringen vom Tisch damals und den Kräuterbändern, den Stricknadeln…” etcetera sinniert.

Im Klappentext steht etwas vom Spiegel, den die Autorin der Gesellschaft in ihren deutlichen  Worten der Gesellschaft vorhält, Helmut Schönauer hat auch in bewährter Manier eine Rezension über das Buch geschrieben und spricht von der “abgehangenden Melancholie” iund “atemlosen Nennformgruppen” und ich bemerke wieder einmal, daß mir das Lesen von Erzählbänden Schwierigkeiten macht, da die nötige Konzentration aufzubringen, mich im zehn Seiten Rhythmus von der einen auf eine andere Welt einzulassen.

H.C. Huber mit ihrer intensiven Sprache und ihrer Monologform, mit der in das Denken und das Fühlen der anderen hineingleitet, machte es mir dabei besonders schwer.

“In trautes Heim”, geht es dann weiter mit einer Ich-Erzählerin und zwar einer Frau, die für ihren Mann das Gulasch und die Polenta auftisch, dann mit ihm Sex hat, schlafen geht, am nächsten Morgen das Frühstück vorbereitet und während er in die Arbeit geht, ruft sie dann eine nur ihr vertraute Nummer an.

Bei der nächsten Geschichte “Totschlagen” geht dann weiter in einem endlos Monolog über Gott und die Welt, die Poltiker und all die anderen Schwierigkeiten, die einem im Laufe des Lebens so behindern und ich dachte zuerst, das ist die Fortsetzung vom “Trauten Heim”, nur daß die Frau, die Lamentiererin, die auf ihren Mann wartet, jetzt Knödelsuppe, statt Gulasch mit Polenta kocht.

Im Laufe der etwa fünfzig Seiten der Erzählung kommt man darauf, die Frau ist eine Friseurin und der Mann, der nicht kommt, eigentlich nur ihr Freund, ein Schriftsteller.

Sie ißt während sie auf ihn wartet und räsumiert, die Suppe und das Steak selber und dann beginnt sie sich mit Schlaftabletten für den Suicid in ihr Bett zu legen, immer in der Hoffnung, daß er vielleicht doch noch kommt.

Bei “Liebe Butzerln” macht sich eine “Fensterguckerin” Sorgen um das noch nicht geborene Kind der Frau gegenüber und ärgert sich über die “Gfraster”, der Flüchtlinge, die ihnen ins Haus gesetzt wurden.

Dann beobachtet ein Bademeister eine “fette Blondine” und durchlebt dabei seine Träume und bei “Späte Wanderung” umrundet offenbar einer mit einer Demenzdiagnose einen See.

Viele Themen werden, wie man lesen kann, hier angeschnitten, Gedanken über die Sterbehilfe” tauchen immer wieder auf und immer wieder geht es um das Monologisieren, was es mir, wie schon beschrieben ein wenig schwer mit der Aufmerksamkeit machte.

Sonst aber spannende Geschichten auf dem und für das Leben einer vielleicht noch nicht so bekannten Tiroler Autorin, von der ich übrigens noch einen Gedichtband auf meinen Badezimmerstapel liegen habe, aber wann ich da  zum Lesen komme, ist  noch nicht ganz klar.

Wien zum Anschmieren

Jetzt kommt noch das passende Buch zu meinen Wien-Erforschungen, der “Holzbaum-Verlag”, der unermüdliche macht es möglich “Wien zum Anschmiedenn – Das Malbuch für echte Wiener” steht am olivgrünen Cover, darauf sieht man a Haße, a bugl und a Semmerl oder wie das haßt, man sieht das echte Wienerisch oder was das Klische dafür hält ist bei mir, obwohl ich eine solche bin, nicht so ausgebildet, daneben eine DoseBier oder Cola, alles ist möglich, denn beides ist in Weiß und das Ausmalen noch angesagt.

Als Wien-Souvenier zum Mitbringen an die Lieben in die ferne USA oder in das nahe Wuppertal ist es auch bestens geeignet und man kann seine Wien-Kenntnisse oder seine diesbezüglichen Voruteile auch köstlich überprüfen, denn das schmale Heftchen, wieder herausgegeben von Clemens Ettenauer, die Ideen zu den Bildern stammen von Sarah Braid, die auch die gezeichnet und die Cover-Gestaltung gemacht hat, Clemens Ettenauer, Elisabeth Geiderer und Hanna Jungwirth, also eine Gemeinschaftsarbeit, regen durchaus zur Klischeeverbreitung oder noch besser zur dessen sich Widersetzung an.

Also das erste Bildchen, da sitzen zwei an einen Tisch und ein gesichtsloser Kellner, serviert die Getränke, Aufforderung an den Leser “Zeichne dem Kellner ein gratiges G`sicht und die fehlenden Smartphoses auf den Tisch!”

Aha, die Zeichen der Zeit dürfen auch nicht fehlen und weiter gehts, jetzt sind die “4 Dinge gefragt, über die sich der Wutbürger am Stammtisch aufregt” und weil ich gerade Nachrichten gehört habe, würde ich da bei Punkt eins “Daß Sebastian Kurz keine islamischen Kindergärten will”, dazuschreiben und über H.C. Strache kann man sich vielleicht auch noch aufregen.

Der Wutbürger wird es vielleicht anders sehen, aber was weiß man schon so genau hat Cornelia Travnicek einmal zu mir gesagt, was vielleicht auch ein Klischee ist.

Jetzt kommen dann gleich die “Bratwürschtln, der G`schissenen und die Hüsn, um mein Wienerisch aufzubessern und wie kann man einen “Wiener Imbißstand benennen?”

Der Wutbürger hat vielleicht dazu Ideen.

Dann kann man  Orte wie die “Donauinsel oder den “Unicampus” mit den passenden Klischees verbinden und dazu passend oder auch unpassend, welche “Jobangebote hat einer, der Afrikawissenschaften studiert hat?”

Frage an die Herausgeber: “Was hat das mit Wien zu tun?”

Nun kommt noch ein weitverbreitetes Klischee, das ich, ich glaube, ich habe das schon mal geschrieben, nicht so mag. Nämlich Malen mit Zahlen. Man sieht groß den Kopf des Bürgermeister Häupl, und der hat was in der Hand?

“Finde heraus, was er ab Dienstag Nachmittag trinkt und male seine Nase rot an?”

Na was, Kaffee vielleicht,Kamillentee oder Sodawasser? Mit Alfreds Wandergruppe habe ich Vorjahr einmal darüber gestritten, daß ich nicht von vornhereinannehmen will, daß es ein Glas Rot- oder Weißwein ist.

Man kann die Boku-Studentin vom BWL-Studenten unterscheiden, was auch nicht unbedingt eine nur Wienerische Aufgabe ist und natürlichdie Kaiserin Sisi mit den urlangen Haaren, da sind wir wieder im Herzen Wiens und in den Souveniergeschäften, gibt es auch und man darf ihr ein paar Haarspangen malen.

Und so weiter uns so fort, ich bin erst bei der Hälfte des Hefchens und soll ja nicht alles verraten, damit man sich dieses, um die wohlfeilen fünf Euro auch kaufen und alles ausmalen beziehungsweise dazu schreiben kann.

Also nur noch soviel:

Der Opernballstammgast Richie Lugner kommt natürlich vor und seinen nächsten Stargast kann man selbst dazumalen.

Sigmund Freud legt einen auf die Couch und man darf dazuschreiben, was der dem über den “Ödipus-Komplex”, “Penisneid” und “Triebe” erzählt. Der Meister sitzt daneben mit der Zigarre oder ist es nur ein Bleistift und ich bin dem Klischee aufgesessen, denn ich wollte gerade dazuschreiben “Rauchen ist gesundheitsschädlich, Herr Professor! Man kann davon Kehlkopfkrebs bekommen!”

Und so weiter und so fort, bis zum bitteren Ende oder zur Sachertorte mit der Schlagsahne, die man natürlich auch ausmalen kann.

“Mandelas ausmalen zur Beruhigung? Schnee von gestern! Echte Wiener entspannt viel mehr das Ausmalen ihrer geliebten Sachertorte und weiterer typisch wienerischer Motive. Denn was könnte den Wiener Grant besser zügeln, als eine Mehlspeise?”, steht noch am Heftchenrücken.

Und nun auf zum Buntstifte holen, machen wir  einen Wettbewerb, wer malt die schönsten Wien Klischees?

Warum soll man nicht auf bessere Zeiten hoffen

Victor Klemperers Leben in Briefen. Der “Aufbau-Verlag” hat jetzt auf über sechshundert Seiten mit vielen Bildern, Anhängen und Erläuterungen die Briefe herausgegeben, die der deutsche Romanist und Germanist von 1909 bis 1960, seinem Todesjahr geschrieben hat und darunter ist einer, das ist ganz besonders interessant, den er1910 in einem Hotel am Nordbahnhof logierend, mit “Sehr geehrte gnädige Frau!” und nicht Frau Gräfin oder Baronin betitelt, an Marie vonEbner- Eschenbach geschrieben hat, die er besuchen wollte, weil er sich für dieösttereischische Literatur interessierte.

Ich kenne Victor Klemperers Tagebücher und sein LTI, habe einiges davon gelesen, ich glaube, die Ute hat mich drauf gebracht und mir eines seiner Bücher gegeben, ich habe aber auch etwas von ihm einmal bei den Büchertürmen bei der “Literatur im März” gefunden.

Im Centrope Workshop hat Stephan Teichgräber, der ja aus der DDR kommt, auch einmal seinen Namen erwähnt, da habe ich noch auf das Buch gewartet, das glaube ich, im Mai erscheinen sollte und jetzt am vierzehnten Juni herausgekommen ist und das ist, glaube ich, nicht nur für Philologen und Wissenschaftler interessant, sondern auch für die, die wissen wollte, wie es sich im dritten Reich lebte, wenn man durch seine arische Frau gerade gedeckt war, man aber nicht mehr die öffentlichen Bibliotheken besuchen durfte und die Pension zuerst gekürzt und dann wahrscheinlich ganz gestrichen wurde und weil es damals ja  keine Mails und kein Handy gab, hat man sehr viele Briefe geschrieben und darin ist das Alltagsleben, die Ängste, die Verwzweiflung und das Bemühen um Ausreise undÜberleben sehr gut zu ersehen.

Victor Klemperer wurde 1881 in Lemberg an der Warthe geobren, hatte sieben Geschwister und war der Sohn eines Rabiners.

Das Buch ist in verschiedenen Jahresabschnitte gegliedert und immer mit einer treffenden Überschriftt übertitelt, in der  ersten 1090-1910 “Da ich nunals freier Schriftsteller von meiner Feder lebe”, stammt der Brief an Marie von Ebner Eschenbach, er hat 1902 Germanistik und Romanistik strudiert und ist 1903 zumProtestantinsmus übergetreten und 1906 die Pianistin Eva Schlemmer geheiratet, im ersten Weltkrieg hat er sich freiwillig gemeldet und war  ab1920 bis zum Beginn des dritten Reiches  ordentlicher Professor an der technischen Hochschule in Leipzig, in diesem Abschnitt “Endlich will ich als Lehrer mit einem Paukenschlag beginnen- 1920-1933” gibt es vor allem Briefe an seinen Lehrer Karl Vossler mit dem er seine Sorgen als “idealistischer Philologe bespricht, manche Bedenken bei der Herausgabe seiner Werke hat und auch mit manchen seiner Kollgegen unzufrieden ist.

Dann kommt das dritte Reich und das beginnt mit Briefen seines Verlegers Hans Ehlers, der ihm den Rat gibt, seine Abhandlungen über die französische Literatur des achtzehnten Jahrhunders an der er gerade arbeitet, bei einem ausländischen Verlag weiterzuverlegen, weil in Deutschland der Absatz und das Interesse dafür nicht mehr vorhanden ist.

Später kündigt er ihm den Vertrag, da Verträge mit nicht arischen Personen nicht mehr einklagbar sind. Klemperer verliert seine Stelle, muß sich mit einem Dittel seiner Einnahmen begnügen, seine Familie beginnt langsam zu emigrieren, er zögert aber, kann sich nicht vorstellen im Ausland einen gleichwertigen Posten zu bekommen und beginnt sogar, was ich sehr interessant finde, mit fünfzig das Autofahren zu lernen.

Er schreibt da selbst an seinen Fahrlehrer bei dem er sich für die Geduld bedankt, daß er sich dabei sehr ungeschickt angestellt hat.

Ein gebrauchtes Auto wird gekauft, da hat man in den Dreißigerjahren noch einen Mechaniker dazubekommen, der einem die ersten Wochen einschulte,  mitfuhr und ins Lenkradgriff, wenn man gerade einen Blödsinn machte.

Klemperer lernt langsam das Fahren, das ihm große Freude macht, weil er alleine nicht spazieren gehen will seine Frau, obwohl sie denGarten betreut und auch eine Terrasse und Garage anlegt, offenbar gehbehindert ist und ihn nicht begleiten kann.

Nur leider ist das Auto ständig kaputt und die Mechaniker versprechen zwar es wieder in Schuß zu bringen, das gelingt aber nicht und das Geld wird auch langsam knapp.

Das schreibt Klemperer vor allem seiner Familie, der Bruder Georg ist inzwischen nach Amerika emigriert, mit einer Schwester plant er Ausflüge in die nähere Umgebeung, muß sie aber um die Bezahlung bittet, weil es bei ihm nicht reicht,er bringt ihr dafür auch einen Koffer Bücher mit, über die es auch ein genaues Verzeichnis gibt und interessant, eine Pearl S.Buck ist dabei.

Er darf zuerst nicht mehr die öffentlichen Bibliotheken benützen, später von dort auch keine Bücher mehr ausleihen, was seine Arbeit an dem Band über das “Dixhuitieme”, für die er aber ohnehin keinen Verleger mehr hat, sehr befindert, so bekommt er die Idee seinen Lebenslauf beziehungsweise seine Tagebücher zu schreiben, weil er dafür keine Unterlagen braucht.

Die Eingeengtheit des Lebens, die gänzliche Isolation und die Geldknappheit wird mehrmals beklagt.

So heißt es etwa im Abschnit V “1936-1937-Von Freunden ist nichts mehr zu berichten, denn es sind keine mehr da” und langsam langsam will Klemperer auch weg, weiß er ja nicht mehr, wie lange er seine”Villa noch bewohnen” kann und Autofahren darf er auch bald nicht mehr.

Sein Bruder Georg besorgt ihm durch seinen Sohn ein Affidavit, aber da muß man schon Jahre auf die Einreise warten und Englisch spricht der Romanist eigentlich auch nicht. So mietet er sich einen Lehrer um schreibt Brief um Brief, wo er sich als Lehrer oder Verlagsmitarbeiter, egal wo, “denn Lehrer braucht man wohl überall” anbietet und die gärtnerischen Fähigkeiten seiner Frau, die auch Organistin ist,  anpreist.

Die Klemperers müssen dann in ein Judenhaus, er muß Zwangsarbeit in Fabriken machen und als das Haus 1945 zerbombt wird, können sie fliehen und nach dem Krieg an dem Wiederaufabau arbeiten. Sie kehren in ihr Haus nach Dölzschen zurück, aber die Bibliothek ist weg und die Nazis haben dort einen Gemüsehändler einquartiert.

Klemperer bekommt wieder seine Professur zurück, arbeitet auch an der Volkshochschule und versucht sich politisch zu betärigen, tritt in die KP ein, korrespondiert mit dem “Aufbau-Verlag”, wegen LTI, der “Sprache des dritten Reiches” und auch seiner anderen Publikationen und muß Briefe an die beantworten, die eine Rehabilitation und eine Bestätigung von ihm wollen, daß sie nie und unter keinen Umständen etwas davon wußten und ohnehin zumindesten im Geheimen immer dagegen waren. Klemperer reagiert hier freundlich aber unerbittlich.

Er bekommt einen Wagen mit Chauffeur, davon ist auch ein Foto abgebildet und rast damit sozusagen von Lehrstuhl zu Lehrstuhl, von Sitzung zu Sitzung: “Noch immer im Amt und mehr denn je”, heißt so auch das Kapitel, das die Jahre von 1948-1951 schildern.

Da kommt aber schon Kritik an seiner LTI auf, ein Kapitel, wo er Hitler mit Herzl vergleicht oder nicht vergleicht wird als antisemitisch betrachtet und muß hinaus, davon gibt es Briefe vom damaligen “Aufbau-Verlag”, beziehungsweise dem Verlagsleiter oder Lektor Erich Wendt, ich habe ja über die frühe “Aufbau-Phase” auch zwei Bücher gelesen und einen Briefwechsel mit Stefan Hermlin, der seine Literaturgeschichte kritisiert, gibt es auch.

Es sterben dann sein Lehrer Karl Vossler,  der Kollege Otto Lerche, als auch 1951 seine Frau Eva, 1952 heiratet er, was ich ja nie so ganz verstehe, aber vielleicht sind ältere Männer ohne ihre Frauen hilflos, seine viel jüngere Studentin Hadwig Kirchner, was er selbst in einem Brief an die Kollegin Rita Schober ambivalent beschreibt.

Die Reisen und die Lehraufträge gehen weiter, die Krankheiten kommen und auch die Schwierigkeiten mit der Partei und den Verlagen, die seine Artikel kürzen oder nicht drucken wollen oder ihn rügen, weil er an irgendwelchen Sitzungen nicht teilnah.

Er bekommt auch viele Ehrungen, so zum Beispiel den Nationalpreis und dann einen Brief vom “Untersuchungsauschuss Freiheitlich Juristen der Sowjetzone”, die ihn dafür zwar nicht gratulieren, aber Geld für die durch die Sowjetzone ungerecht behandelten wollen, während Freunde ihm aus Israel ond der ” großartigen Weiterentwicklung der Deutschen Deomkratischen Republik” schreiben. Es gibt auch einen Briefwechsel mit Lion Feuchtwanger, dem er sein LTI schickt.

Im Feburaur 1960 stirbt Victor Klemperer in Dresden, mit seinen Tagenbüchern in denen er,  das Leben im dritten Reich beschreibt, wird er weltberühmt und jetzt sind seine gesammelten Briefe von Walter Nowojski und Nele Holdack unter Mitarbeit von Christian Löser erschienen, die wirklich sehr zu empfehlen sind.

Die allgemeine Tauglichkeit

Was ist der Sinn des Lebens? Was ist ein Verlierer und was ein Loser und ist man selber schuld, wenn man nichts auf die Reihe bringt und von Hartz IV leben muß und soll man sich  bemühen, wieder aufzusteigen und ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu werden und macht man sich was vor, wen man das nicht tut, stattdessen seine Tage auf einer Parkbank mit einer Flasche verbringt und den schönen Frauen wehmütig nachschaut oder ihnen ein “Hey Schatzi!”, hinterherruft?

Der 1963 in Ungarn geborene und seit seinem vierzehnten LA in Deutschland lebende Akos Doma, der mit seinem “Weg der Wünsche” das letzte Jahr auf der LL des dBp gestanden ist, hat sich mit all diesen Fragen beschäftigt und, als ich im vorigen Herbst gerade sein Buchpreisbuch gelesen habe, das in der Bloggerszene übrigens nicht sehr gut angekommen ist, bin ich vor meinem Bücherregal gestanden und habe gesehen “Hey, da gibts ja noch was, von dem mir bisher unbekannten Autor!”, denn ein paar Monate vorher hat offenbar ein Buchhändler oder ein Rezensent seine Leseexemplare ausgeräumt und in den “Wortschatz” gestellt und das sind ja dieZufälle, die ich liebe und an Hand derer ich mich spoilernd und nacherzählend durch den Literaturbetrieb hantle und nicht aufhöre meinen Senf in die literarische Öffentlichkeit zu spritzen, als würde ich dazugehören.

“Der Weg der Wünsche”, hat den Weg eines Jugendlichen von Ungarn nach Deutschland nacherzählt und wurde so warscheinlich stellvertretend, als ein Flüchtlingskrisenbeispiel auserwählt, obwohl 1956 ja schon lange her ist und “Die Allgemeine Tauglichkeit” beschäftigt sich mit unserer Gesellschaft und dem Neoliberalissmus, beziehungsweise dessen Auswüchsen könnte man sagen und ich füge hinzu Akos Domas tut das auf eine sehr witztige fast schlemische Art.

Da sind also vier Aussteiger, der “verrückte” Ludovig, der sich wenn man nicht auf ihn aupasst, immer umbringen will, Ferdinand, Fern, genannt, der Ich-Ezähler, den seine Frau einmal aus dem Haus geschmissen hat und der jetzt auf der Parkbank sitzt und den Frauen nachschaut, der Russe Igor, den sie in Tschetschenien ein Loch in den Bauch geschossen haben und das jetzt immer noch so wehtut, daß er nicht anders kann, als sich mit billigenVodka zu betäuben und der Iraner Amir, der illegale Kleptomane, der hier bleiben muß, weil sie ihm im Iran für sein Stehlen, die Hände abhacken würde.

Sie alle leben in einem heruntergekommen Haus und versuchen so weit es die oben geschilderten Umstände zulassen ihr Leben zu genießen. Die Klomuschel steht offen in der Wohnküche, am Dach hausen andere Obdachlose, im Winter ist es kalt, Amir organisert das Leben, Igor säuft und läßt sich im Winter einsperren, um sich ein bißchen zu erholen, Fern trifft seine Tochter im Park, die ihm einen Brief an ihren Papa mitgibt und muß manchmal Ludovic, das einsame Genie, dem Hochsensiblen, der die Gesellschaft nicht aushält, zurückholen, wenn er sich wieder in den Schnee legt, um von dieser Welt abzuhauen.

In diese Idylle kommt eines Tages Albert und tut nicht, was man von ihm erwartet, nämlich am Dach zu übernachten und dann wieder abhzuhauen. Nein, er fängt an, das Geschirr abzuwaschen, Ludovigs Haschischgärtchen zu zerstören und den Freunden einzureden, sie müssen doch etwas aus sich und ihrem Leben machen.

Er fängt auch gleich selber damit an, läßt sich ein Telefon auf den Dachboden legen, wozu frage ich mich, wenn er doch auch ein Handy hat, aber vielleicht, damit Fern es ihm in seiner Wut aus der Wand reißen kann, kauft sich neue  Kleider und den Freunden Sachen für die Küche.

Er erkennt auch Amirs Maltalent und Igors Kochkünste, so soll der eine ausstellen, der andere, in dem Geschäft in dem er selber arbeitet, bei den russischen Wochen, als Kosar verkleidet hinter der Theke stehen und Fern beginnt er etwas von seiner Frau und seinem Kind vorzuschwatzen und dann, daß sie alle aus dem Haus eine Pension machen sollen.

Das tun sie dann auch, Amir malt eine Sonne an die Fassade, alle anderen verputzen und renovieren das Haus und dann  kommt die Eröffnung und die Freunde, angetrieben von Fern, der dem Ganzen mißtrauisch gegenübersteht hauen ab.

Vorher zertrümmern sie noch ein bißchen die Pension und überfahren Albert und dann sind sie am Meer, in der Freiheit und wieder unzufrieden, Igor will zurück, die Polizei kontrolliert sie, das Handy läutet ständig und Amir wird  erwischt und soll abgeschoben werden.

In dieser Situation gehen sie doch ans Handy und erfahren von Maria-, das ist eine Prostituierte, die die Freude einmal mieteten und sie Fern zum Geburtstag “schenkten”, in dem sie ihm vorgaukelten, sie sei eine blonde unschuldige Postbotin, Albert hat sie dann auch gerettet und sie hat das Haus mitgeputzt, -daß Albert gestorben ist.

So fahren die drei Freunde, Amir ist ja bei der Polizei, zurück und Sybille, das ist eine Fernsehjsprecherin, in die die Freunde sich verliebten und ihre  Fotos den Zeitungen ausschnitten und in dem Haus aufhingen, bis der Superguru, sie ins Haus brachte und mit ihr eine Beziehung anfing, kommt mit einem Koffer, um sich zu verabschieden.

Am nächsten Tag ist das Begräbnis. Aber das ist nicht echt, denn Albert ist nicht wirklich gestorben, er hat die Freunde, die eigentlich nach Schweden wollten, nur zurückgelockt, jetzt sind sie bei seiner Hochzeit und alles wird gut.

Igor will mit Maria die  Pension weiterführen, Amir, der von der Polizei geflüchtet ist, bekommt eine Ausstellung und kann dann nicht mehr abgeschoben werden und Ferns Frau und Kind wurden von Albert auch eingeladen.

Das vollendete Glück und die Idylle also. Kann das gut gehen und können das, die mit einer Vergangenheit, wieoben geschildert, aushalten?

Ludovig kann es nicht, haut ab, die Freude schneiden ihm vom Baum herab und es ist ein bißchen unklar, ob er gestorben ist oder wieder in dieses schöne heile Leben zurückkkehren und es “schaffen” wird?