Longlistentagebuchnotizen I

Am vorigen Mittwoch habe ich nach der Longlistenverkündung, wie geplant, die Verlage angeschrieben und bin dann durch den Frequency Getrubel, vielleicht hat mein Beschwerdebrief vor fünf Jahren an den Bürgermeister doch etwas geholfen, zum “Thalia” aufgebrochen, habe gedacht, ich lese mich schnell ein bißchen durch die Alina Bronsky oder die Valerie Fritsch , wobei die “Baba Dunja” wahrscheinlich leichter zu lesen, als die hochartifizielle Valerie Fritsch wäre, aber nichts davon, denn der “Thalia” in St. Pölten hatte noch nicht seine Bücherstapel auf die Longlist abgestimmt, Er richtete, glaube ich, eher, die Schulhefte für den Schulanfang her und sortierte Jogabücher, so fand ich statt einem leicht lesbaren Büchlein nur das siebenhundertdicke “Risiko” vor, ein “Spiegelbestseller”, der sowohl vom ersten Weltkrieg, als auch von Afghanistan handelt und das ist ja an sich etwas, was mich interessiert, aber ohne die Longlistenleseeuphorie wäre das Buch und der Steffen Kopetzky wahrscheinlich an mir vorbeigegangen.

Als ich dann nach Harland zurückkam und die Gertraud Klemm aus dem Regal holte, hatte ich schon die ersten Rückmeldungen, die Jenny Erpenbeck gern, wenn sie erschienen ist und “89/90” ist schon zu mir unterwegs, nur leider bin ich daraufgekommen, daß ich bei der Adreßangabe auf die Türnummer vergessen habe und ob die Post so schlau ist, mir das Buch trotzdem in das  Brieffach zu legen?

Dann kam vom “Droschl-Verlag” beziehungsweise dem Literaturbüro, das ihn vertritt, das PDF der Monique Switters, etwas was ich sonst nicht so gerne habe, denn ich bin ja eine schamlose Buchunterstreicherin, jetzt aber passte, so daß ich da schon mitten im Lesen bin.

Am Donnerstag aber noch einmal “Freuquency- Durchquerung, tapfer durch alle “Hallo Mutti-Rufe!” und Bierdosenabschießspiele hindurch und da entdeckte ich dann die Valerie Fritsch in den Regalen und Ilija Trojanows neuer Roman war inzwischen auch aufgelegt.

Na fein, aber erst ging es  in die Berge und zum Wanderwochenende, vorher kamen noch drei Verlagsversprechen, der Dutli soll zu mir finden, Kay Wayands “Applaus für Bronikowski” und das Hotlistenbuch der Anke Stelling “Bodentiefe Fenster”, hurrah, hurra!

Aber erst die “Fünf Kopeken” auslesen und nachschauen, was die auserwählten Sieben zu schreiben haben?

Die hatten inzwischen Kathrin Schmiedt vom LLL 2009 interviewt und sich gewundert, daß sie “Aberland” und den “Droschl-Verlag” noch nicht kennen und ich brach mit der Gertraud Klemm zum Wanderwochenende auf, erfuhr vom lieben Otto, er hat sich doch die achtzehn Bücher, die er noch nicht gelesen hat, bestellt, liest jetzt den Feridun Zaimoglu und den Ulrich Peltzer könnte ich gleich haben, wenn er ihn nicht vergessen hätte.

Hurrah hurra und auf dem Berg, die Gertraud Klemm halb ausgelesen. Zurückgekommen hatte ich Nachricht vom “Suhrkamp-Verlag”, die Valerie Fritsch könnte ich haben, das andere eher nicht, aber ich will den Alfred ja am Samstag ohnehin zum “Thalia” zum vorverlegten Weihnachts- und Bücherkauf schleppen.

Die Blogger hatten inzwischen auch ihre ersten Eindrücke gegeben und verraten, welche Bücher sie schon gelesen haben und da ist interessant, daß die nicht “offiziellen”, wie “Literaturen” oder “Bücherwurmloch” schon sechs bis sieben  gelesen haben, die “offiziellen”, aber, wie ich eher noch nicht so viel.

Und am Montag, als ich schon mit der Monique Switters  begonnen habe, kam die Nachricht von “Klett-Cotta” , ich könnte “Risiko” haben, so daß ich dem armen “Thalia” am Mittwoch nicht wie geplant, das Buch zu Ende lesen muß, sonder mich stattdessen auf Peter Hoegs “Der Susan Effekt” konzentrieren kann.

Das steht zwar nicht auf der LL ist aber der neue “Hanser Bestseller” und da mag mich, beziehungsweise meine Leseliste, zwar nicht die Pressedame, es gab aber eine Bloggeraktion, obwohl die mir ja einmal erklärte, es gäbe keine Bücher für Blogger.

Jetzt gab es zwanzig und ich habe eines gewonnen, also demnächst eine kleine LL-Unterbrechung, aber ich schaue ja gerne über den Tellerrand und es gibt , das habe ich ohnehin nie bezweifelt, mehr als zwanzig gute Bücher in diesem Herbst und eine Menge, die nicht auf der LL stehen.

Etwas anderes kann ich auch noch vermelden, “Selmas Kopftuch” ist fertig korrigiert, schon seit zwei Wochen, der Buchtext geschrieben, jetzt könnte der Alfred bald die Vorschau in den Blog stellen und dann gibt es wieder ein “Literaturgeflüster-Geweinnspiel” und das neue Buch, sobald es erschienen ist, von mir zu gewinnen.

An den “Prekären Sommererlebnissen” habe ich noch zu korrigieren und bin durch das Buchhandlungslesen und das Wandern vorige Woche nicht dazugekommen, dabei gibt es einiges am Rohentwurf zu verändern.

Erst einmal die LL aktualisieren und dann hat es am Mittwoch ja geregnet, also wird sich die Sandra mit dem Andy vielleicht nicht an den Ratzersdorfersee zum LLl legen und Alexis Tsipras ist am Donnerstag zurückgetreten, das sollte ich vielleicht auch noch erwähnen.

Also spannend, spannend das Lonlistenlesen und ich bin schon in Erwartung der Rezensionsexemplare, daß ich so richtig loslegen kann, denn es wird ja knapp werden, wenn ich bis zwölften September so einigermaßen durch sein will.

Das werde ich auch wahrscheinlich nicht schaffen, bis Oktober vielleicht schon und es ist auch egal, denn ich bin ja, wie der liebe Otto richtig bemerkte, keine offizielle Bloggerin, sondern  auf eigene Faust, wie sonst auch, unterwegs. Allerdings will ich, wenn es geht schon eine eigene Rangliste machen, um zu vergleichen und ich kann sagen, das LLlesen ist wirklich interessant und für eine geübte Leserin, wie ich es bin, wahrscheinlich auch nicht so schwer, obwohl einige dicke Brocken dabei sein sollen.

Wolfgang Tscher vom “Literaturcafe” hat auch seine Meinung zur LL abgegeben und sich  mokiert, daß es da am Mittwoch mit der Bekanntgabe auf der offiziellen Seite nicht ganz klappte und er fragte auch, ob das wirklich die zwanzig besten Bücher sind, durch die wir uns jetzt vielleicht so eifrig lesen und bemerkte viele, die fehlen.

No na, es gibt eben mehr als zwanzig gute Bücher und wenn man das weiß und sich nicht davon abschrecken läßt sondern gerne und bereitwillig über den Tellerrand  guckt oder auf die Bücher in den Buchhandlungen,  die am Nicht-LL-Tisch stehen, ist der dBp auch kein Problem, sondern eine lustige Sache, bis es dann im November zum “Nanowrimo” geht, allerdings und das ist wahrscheinlich eines, leidet meine eigene endlos Leseliste, aber das habe ich mir selber so ausgesucht.

Mit Gertraud Klemm ins Tote Gebirge

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Am Wochenende war wieder “Sladky-Wanderwochenende”, das ist die Gruppe um den ehemaligen Turn- und Mathematiklehrer Alfreds, die sich seit 2000 zweimal im Jahr zu einem Wanderwochenende trifft und wir auf diese Art und Weise schon einen schönen Teil Österreichs durchwandert haben.

Im vorigen August waren wir im toten Gebirge und wollten von der Rinner-Hütte zum Hochkogelhaus, leider wurde das aber durch das Wetter verhindert, so daß wir schon am Samstag abgestiegen sind und heuer haben wir das in umgekehrter Reihenfolge nachgeholt, das heißt, wir sind diesmal zum Hochkogelhaus aufgestiegen und haben dort das erste Mal übernachtet und ich habe mir in den Rucksack “Aberland” , das “Longlistenbuch” von Gertraud Klemm eingepackt, das ich ja schon zu in Harland stehen hatte, als am Donnerstag die Longliste bekanntgegeben wurde, die ich ja heuer eifrig durchlesen möchte.

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Auf den Berg waren wir heuer nur eine sehr kleine Gruppe, gerade neun Personen und der liebe Otto war dabei und  hat mir gleich mitgeteilt, daß er sich achtzehn von den zwanzig Büchern bestellt hat, zwei,  das von Valerie Fritsch und  von Alina Bronsky, hat er schon als E-Book gelesen und ich sie mir von ihm ausborgen kann.

Das ist sehr fein, aber acht Bücher haben mir die Verlage inzwischen schon zugesagt, darunter das PDF von Monique Switters “Eins im Andern”, das ich als nächstes lesen kann, bis das erste Rezensionsexemplar eintrifft und “Risiko” habe ich schon am Mittwoch und am Donnerstag beim “Thalia” in St. Pölten angelesen.

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Das habe ich dem lieben Otto erzählt, der dann gleich in Richtung Hochkönig-Haus davon stürmte, ich bin ein bißchen langsamer nachgegangen, ich gehe eher langsam, aber sehr ausdauernd und weil ich auch in Wien sehr viel zu Fuß gehe, habe ich, glaube ich, auch eine gute Kondition.

Am Freitag haben wir im “Mitterecker-Stüberl” zu Mittag gegessen, da gab es Suppen, Toast und Kuchen und man konnte sich auch die Rucksäcke mit der Materialseilbahn hinaufschicken lassen. Ich habe meinen aber getragen und leider hat es am Freitag auch geregnet, so daß der Aufstieg in der wunderschönen Gegend Österreichs ein wenig nass gewesen ist.

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Ab Samstag dafür das Wetter schön und da sind wir über eine Eishöhle, die der Otto besichtigen wollte, zur Rinnerhüte aufgebrochen.

Ich hatte schon das entsprechende Leiberl an, das mir der Alfred im Vorjahr kaufte und es gab für die schnelleren Geher und die Kletterer noch ein paar Extravarianten.

So war zum Beispiel noch der Aufstieg zum Rinnerkogel geplant, richtig, den Aufstieg zum Hochkogel, den wir Samstagfrüh als erstes machten, hätte ich jetzt fast vergessen.

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Vom Hochkogelhaus zur Rinnerhütte sollten es laut Plan sechs Stunden sein, ich habe dafür den ganzen Tag gebraucht, so daß es sich für den Rinnerkogel nicht mehr ausgegangen ist. Es war aber landschaftlich sehr schön und auch sehr hoch oben, so daß man auf den Rinnerkogel fast hinuntersehen konnte und die Rinnerhütte ist ein uriges kleines Haus, wo man, wie in der anderen Hütte die Rucksäcke draußen lassen mußte, was in der Gruppe einigen Unmut erregte, auch daß die Nachtruhe erst um vierundzwanzig Uhr, statt um zehn angesagt war und daß im Lager einige Männer, vielleicht auch Frauen, schnarchten.

Aber sonst war es sehr schön und sehr stimmig, mit Spiegeleiern als Abendessen und ein Anstoßen auf Erikas erstes Enkelkind. Mit Zirben wird auch immer angestoßen, aber ich trinke ja keinen Schnaps.

Das Buch habe ich nur zu Hälfte ausgelesen, da mich die Wanderung am Samstag doch etwas erschöpfte.

Das habe ich dann erst in Harland nachgeholt, denn am Sonntag ging es nach dem Frühstück gleich hinab zum Offensee, wo wir das letzte Mal aufgestiegen sind.

Da gab es dann ein Mittagessen, Grillwurst mit Salat und einen Autotausch, das heißt einer brachte, die anderen zum Auto am anderen Parkplatz und dann wurde über den Traunsee und Gmunden wieder zurückgefahren.

Zum Traunsee sind wir bei Regen im vorigen Jahr hinabgestiegen und dort gibt es auch eine Autorenwohnung der Literarmechana, in der, wie ich noch zu “Aberland” anfügen möchte, Gertraud Klemm heuer einen Autorenaufenthalt hatte.

Aberland

Nun kommt mein erstes Longlistenbuch, das eigentlich schon ein Vierteljahr in Harland in dem neuen Bücherregal steht, denn Alfred hat es mir in Leipzig gekauft, als Gertraud Klemm dort auf dem blauen Sofa saß und ich habe es in meine 2016 Leseliste eingetragen und liegengelassen, das heißt eigentlich nicht so ganz, denn dazwischen habe ich ja noch ein Stückchen aus “Aberland” im “Musa” gehört und bei der “Literatur und Wein” in  Göttweig.

Gertraud Klemm kenne ich, glaube ich, seit einer Lesung in der “Alten Schmiede”,  sie hat am Volksstimmefest ein paar Mal gelesen und einmal haben mir gemeineisam die “Frauen Anthologie des Linken Wortes” im “Werkl im Goethehof” vorgestellt.

Dann ist der Bachmannpreis und der große Aufstieg gekommen und da war ich ganz ehrlich von dem Monolog der Franziska, glaube ich, von dem die Jury damals so begeistert war und gleich Bachmann und Thomas Bernhard zitierte,  nicht so ganz aus den Socken, weil ich dachte die Frauenbewegung hätten wir schon hinter uns und ich habe Svende Merian und Gert Brantenberg ja schon in den Neunzehnhundersiebzigerjahren, als Gertraud Klemm gerade in die Volksschule ging, gelesen.

Jetzt aber “Aberland” hervorgeholt.

“Das bitterböse Portrait zweier Frauen Generationen”, wie am Buchrückensteht und da ist Franziska eine fünfunddreißigjährige Biologin, die gerade an ihrer Dissertation über Zebrafische schreibt oder schreiben sollte,  Mutter des vierjährigen Manuel und Gattin von Tom, einen erfolgreichen Mann, der es mit der Halbe halbe-Devise der FrauenministerinHelga Konrad nicht so ernst nimmt, obwohl er es ihr doch versprochen hat.

Das Ganze spielt in Baden oder “Kaiserbad” einer bürgerlichen Gegend NÖs, in einem Haus, das noch zu zwei Drittel der Bank gehört und da gibt es auch Elisabeth, die achtundfünzuigjährige Mutter von Franziska, die mit ihrem Kurt, der sie ständig mehr oder weniger betrog, die Rollen klar teilte.

Er ist fürs Geld verdienen, sie für den Haushalt und die Kinder zuständig. Jetzt sind die Franziska und Elias aus dem Haus. Es gibt einen Künstler zu versorgen, das heißt ihm Apfelkuchen zu backen und die Einladungen zu seinen Vernissagen zu drucken, und dann für die Brötchen und den Sekt dabei zu sorgen.

Es gibt auch die monatlichen Kosmetiktermine, damit die Haut straff und das Altern aufgehalten werden kann, denn wie heißt es doch so schön im Buch, heutzutage hat man zehn Jahre jünger auszusehen, wie man ist, in einer Kleinstadt wie Baden, wahrscheinlich noch viel mehr als in Wien oder in Berlin.

Ja, ja, die Zwänge denen sich die bürgerlichen Frauen anscheinend selber aussetzen, die immer “Ja, aber!”, sagen, deshalb auch der Titel.

Aber bei einer berufstätigen Frau, die zwischendurch den Haushalt und die Kinder schupft, wird das wohl nicht anders möglich sein.

Und so ist dieses “Aberland” in fünfzehn Kapitel aufgeteilt. Immer abwechselnd Franziska und Elisabeth gewidmet und als Überschrift dienen Anzeigen, Einladungen, Todesnachrichten etc aus dem bürgerlichen Frauenleben, das was einer bürgerlichen Familie halt so im Laufe des Lebens oder besser im Laufe eines Jahres, das ist auch ungefähr der Rahmen des Buches, passiert.

So beginnt es mit der Einladung zum Muttertagsbuffet in einem Chinarestaurant ganz schick mit einem Tepanyakibuffet, denn die Aberlandfrauen aus der bürgerlichen Mittelschicht, wissen das Leben zu genießen, wenn da nicht die in Übersee billig hergestellten Textilien und die Weihnachtsdekorationen aus China wären, die auch von Kindersklaven für das bürgerliche Badener und auch sonst Europäische Weihnachten hergestellt werden, die unglücklichen Hühner in den Legebatterien, die Massentierhaltung, etc, die aus Franziska eine Vegetarierin machten, während Elisabeth noch die erste war, die in Baden Currys ihren Kindern und ihrem Kurt auf dem Tisch stellte.

Es geht dann weiter mit der Verlobungsanzeige des Sohnes Elias, natürlich mit Sekt und Fischbrötchen, die Elisabeth zu besorgen hat und die Schwiegermutter, die fünfundneundzigjährige Cornelia wird von einem slowakischen “Todesengel” versorgt, das, das möchte ich gleich anmerken, gefällt mir nicht an dem Buch, wenn man es vielleicht auch als Bernhardsche Übertreibung interpretieren könnte, das slowakische Pfelgehelferinnen, die den bürgerlichen Frauen in Baden, in Wien und auch bei meiner Schwiegermutter, die Altenbetreuung abnehmen, Todesengel wären, ist ein Klischee, das ich nicht will, auch wenn die fünfundneunzigjährige Cornelia Ackerl schließlich stirbt und ihre Todesanzeige, ein Elisabeth Kapitel einleitet.

Franziska ist indessen hin und hergerissen, während sie für die Kindergartenabschlußfeier Muffins mit Smarities bäckt und der kleine Manuel, während sie für den Kindergeburtstag das Geschenk einkaufen geht, aus dem Supermarktwagerl kippt, so daß sie mit ihm statt zur Party in die Unfallambulanz muß, ob sie ein zweites Kind bekommen soll oder nicht?

Sie wird dann auch schwanger, das Kind hat aber die Trisomie 18 und wird abgetrieben und Franziska entschließt sich im Laufe des Jahres, da wird dann auch noch das Kind ihres Bruders getauft und Elisabeth muß die Tauffeier richten und dem Kurt seine Pensionsfeier und den siebzigsten Geburtstags eines alten Freundes gibt es auch, ihre Dissertation fertigzuschreiben und während sie einen alkoholfreien Sekt für eine “Babyshower”, keine Ahnung was das ist, einer Freundin besorgen und ihr Kommen zu diesem Ereignis zusagen soll, entschließt sie sich, sich ihre eigene Promotionsfeiereinladung zu schreiben, was ich bezüglich meiner literarischen Karriere im “Literaturgeflüster” auch schon mal versuchte und so schließt das Buch, das, wie ich nicht umhin komme, festzustellen wirklich ein wenig sowohl an die Bachmann als an Thomas Bernhard erinnert und ich denke, wenn Gertraud Klemm vor einem Jahr in Klagenfurt damit großes Aufsehen erregte, so erregte heurer im Vorfeld dieses Preises eine fünfundzwanzigjährige Jungautorin Aufsehen mit der Feststellung, daß sie keinen Feminismus braucht und sie sich davor ekeln würde.

Die, denke ich, sollte dieses Buch lesen und mit Gertrud Klemm, der ich alles Gute für die Shortliste wünsche und hoffe, sie auch heuer wieder beim Volksstimmefest zu sehen und zu hören, über das “Aberland”, das, wie ich fürchte wirklich nicht nur die Sozialhilfeempfängerinnen betrifft, sondern auch in den bürgerlichen Kreises gehörig umrührt, zu diskutieren.

Deshalb ist es wahrscheinlich fein, daß es auf die “Longlist” gekommen ist, denn der Feminismus ist noch nicht unnötig, leider und, wie ich fürchte noch sehr lange nicht.

Der Longlistenstart

Hurrah, hurrah, könnte man sagen, ich kann, wenn ich am Freitag mit dem Alfred zu Sladkys Wandergruppe aufbreche, Gertraud Klemms “Aberland” mitnehmen, denn das hat mir der liebe Alfred in Leipzig schon gekauft und wenn ich jetzt, wie ich hoffe, es irgendwie nach St. Pölten und zum “Thalia” schaffe, werde ich, wenn möglich und vorhanden mit Alina Bronskys “Baba Dunjas  letzte Liebe” oder Valerie Fritschs “Winters Garten” starten, denn beide sind, glaube ich, eher dünne Bücher und die Bronsky noch leichter zu lesen als die wahrscheinlich sehr ästhetisch komplizierte Valerie Fritsch.

Ein Wortrauschbuch in einer Buchhandlung lesen, mal sehen, wie es geht, es gibt aber noch andere Auswahl und für die, für die das jetzt ein bißchen unverständlich finden, die Longlist des dBps 15, die diesmal heiß erwartete, ist da und sie ist, wenn man sich vorher ein bißchen in die Verlagsvorschauen umblickte oder das bei Buzzaldrins “Favoritencheck” tat, gar nicht so überraschend.

“Ich habe schon sechs Bücher gelesen!”, hat Sophie Weigand von “Literaturen” gepostet.  Ich noch keines, aber Gertraud Klemm schon auf meiner Leseliste und die meisten anderen Bücher sind mir wenigstens vom Titel her bekannt.

Beginnen wir also mit Alino Bronskys “Baba Dunjas” letzte Liebe, von ihr habe ich “Scherbenpark” gelesen, das sie beim Bachmannlesen 2008 vorstellte und diesen Sommer bei meinem Longlisten- bzw. Augustin Flohmarkt- Lesen “Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche”.

Ralph Dutli “Die Liebenden von Mantua”, wurde bei den Bloggervorschauen mehrmals genannt, der Autor stand mit “Soutines letzter Fahrt” 2013 auf der Liste und das Buch habe ich mir um drei Euro gekauft, als die letzte der beiden Buchhandlungen auf der Wieder Hauptstraße vorige Ostern zusperrte.

Jenny Erpenbeck “Gehen ging gegangen”, das Buch hat, glaube ich, Buzzaldrin empfohlen und ich hab von Jenny Erpenbeck, glaube ich, was auf meiner Liste, aber sonst noch nicht viel Ahnung.

Valerie Fritschs “Winters Garten”, natürlich ja, war nicht anders zu erwarten, wurde oft als Favorit genannt, ich habe das Buch am Montag in der Hand gehabt und fast gekauft, es kostet siebzehn Euro fünfzig, aber vielleicht kann ich es so lesen und die junge Autorin habe ich einmal bei Angelika Reitzers “Textvorstellungen” in der “Alten Schmiede”kennengelernt, das ist mir das Sprachrauschtalent der jungen Frau mit der dünnen Bachmannstimme aufgefallen, als sie dann beim “FM4Preis” gewonnen hat, hatte ich die Aufrufe auf meinen Blog, wahrscheinlich war ich damals die Erste, wo man etwas finden konnte, dann “Verkörperungen”, die GAV-Aufnahme, da habe ich wie bei Weidenholzer und bei einigen anderen jetzt berühmten Autoren, ein wenig veten dürfen, war aber natürlich nicht allein damit und die “Welt ist meine Innerei”, für den “Alpha 2013” nominiert.

Als Angelika Reitzer “Winters Garten” in der “Alten Schmiede” vorstellte, war die sehr voll. Dann kam der Bachmannpreis, ein doppelter Gewinn, ein begeisteter Klaus Kastberger und jetzt die Longlistennominierung, bin gespannt wies weiter geht und ob sie es auf die Shortlist schafft?

Heinz Helle “Eigentlich müßten wir tanzen”, der Autor hat, glaube ich, mal beim Bachmannpreis gelesen, sonst weiß ich nicht sehr viel über ihn, aber ich frage ja demnächst die Bücher an oder finde es vielleicht in den Buchhandlungen.

Gertraud Klemms “Aberland” habe ich schon erwähnt, die Autorin hat bei “Arovell” ihr erstes Buch publiziert, kommt glaube ich aus Petra Ganglbauers Schreibwerkstatt, dann kam “Droschl”, vorher noch das Volksstimmefest und eine Frauenlesung im “Werkl im Goethehof”, der Bachmannpreis und die Begeisterung der Juroren, die ich ganz ehrlich, nicht ganz nachvollziehen konnte, dachte ich doch, die Frauenbewegung ist längst vorbei beziehungsweise selbstverständlich, ist sie nicht, wie man am Beispiel Ronja von Rönne sieht. Also brauchen wir wahrscheinlich doch das Buch und ich brauche es, damit ich mit dem lieben Otto im Toten Gebirge etwas zu diskutieren habe.

Rolf Lappert “Über den Winter”, der stand glaube ich, auch schon mal auf der Shortlist und habe ich von ihm schon etwas gelesen?

Inger Maria Mahlke Wie ihr wollt”, die Autorin hat beim Bachmannpreis mit Cornelia Travincek gelesen und ihr damaliger Text bzw. Buch hätte mich sehr interessiert und jetzt habe ich glatt Steffen Kopetzkys “Risiko”, das mir noch nichts sagt, ausgelassen.

Ulrich Peltzers “Das bessere Leben”, sagt mir auch nicht viel, von Ulrich Petzer habe ich aber, glaube ich, mal etwas gefunden und Sigrid Löffler war, glaube ich ebenfalls, einmal sehr empört, daß er nicht auf einer Longliststand. Jetzt steht er darauf und wir können ihn zu lesen anfangen.

Peter Richter “89/90” Buch und Autor sind mir ebenfalls unbekannt. Also ran ans Lesen.

“Monique Switters “Eins im anderen” hat heuer beim Bachmannpreis gelesen, hat nicht gewonnen, wurde aber sehr gelobt und jetzt muß’ich doch die Frau Knoch anschreiben, ob sie mir ein Rezensionsexemplar schickt?

Clemens J. Setz “Die Stunde zwischen Frau und Gitarre” ein langer Titel und hat nicht Tobias Nazemi vom “Buchrevier” geschrieben, daß Autoren mit langen Titeln keine Chance beim dBp haben?

Ich habe mir gleich gedacht, daß das vielleicht nicht ganz stimmt und der junge Steirer war mit den “Frequenzen” schon mal nominiert, ich glaube sogar auf der Shortlist, mit dem Erzählband “Die Liebe des Mahlstädter Kindes” hat den “Leipziger Buchpreis” gewonnen und Gedichte hat er glaube ich auch geschrieben.

Anke Stelling “Bodentiefe Fenster” ist glaube ich auch für die “Hotlist” nominiert und die Blogs haben das Buch besprochen und darüber diskutiert.

Ilija Trojanow “Macht und Widerstand”, der Autor ist mir als Wienerin ja kein Unbekannter, hatte er ja erst eine Reihe in der “Alten Schmiede”, die glaube ich noch nicht ganz angeschlossen ist.

Den “Weltensammler” habe ich gelesen und der stand, glaube ich, auch einmal auf dieser Liste.

Vladimir Vertib “Lucia Binar und die russische Seele” auch kein Unbekannter, auch wenn ich bei meinen österreichischen LL-Tips komplett auf ihn vergessen habe und bisher auch noch auf keiner diesbezüglichen Lesung war, ich habe aber irgendwann einmal Ottwald John wo getroffen, der mir sagte, daß er zu einer solchen Lesung geht, denn das ist ein tolles Buch, also Juroren und Bloggerpaten aufpassen und nominieren!

Kai Weyand “Applaus für Bronikowski” sagt mir auch noch nicht sehr viel.

Auf Franz Witzels “Die Erfindung der roten Armeefraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969”, auch ein elendslanger Titel bin ich durch die Blogs aufmerksam geworden und interessiert mich sehr, dann gibt es noch Christine Wunnikes “Der Fuchs und Dr. Schimamura” und wieder keine Ahnung und Ferdidun Zaimoglus  “Siebentürmerviertel” ist ein alter Bekannter, ich habe glaube ich zwar noch nichts von ihm gelesen, habe ihn aber in Leipzig öfter getroffen und auf den Longlists ist er glaube ich auch schon gestanden.

Eine tolle Auswahl, bin gespannt, was die Blogger dazu sagen und wie sie kritisieren werden?

Ich tue das ja nicht sehr viel, bemerke nur, daß ich Helmut Kraussers neues Buch auch für sehr interessant finde und es mir eigentlich erwartet hätte, aber das trifft ja, wie ich schon geschrieben habe auf 167(000) andere Bücher zu, sowie auf die, die auf meiner Longlist 2015 stehen würden und jetzt gehe ich es an mit meinem Longlistenlesen, damit ich am zwölften September, wenn möglich, meine Shortlist habe, obwohl ich, wie meine Leser wissen, im Auswählen  nicht sehr gut bin, werde aber die Verlage anschreiben, nach St. Pölten fahren und meine Leser vielleicht nochmals bitten, mir vielleicht eines der Bücher zu borgen oder mit eines von meinen zu tauschen und wenn ich für den Anfang ein oder zwei PDFs bekommen könnte, wäre das auch sehr fein!

Ansonsten freue ich mich über Kommentare und eine kleine Diskussion auf diesen Blog, denn ich bin heuer und wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren, auch eine Buchpreisbloggerin.

Inoffizielles Handlungsdilemma

Am Mittwoch wird die Longlist des deutschen Buchpreises bekanntgegeben und die glorreichen Sieben, die  darüber ab Donnerstag bloggen wollen, scharren jetzt schon in den Startlöchern, beziehungsweise sprinten sie von dort heraus, laufen  mit dem einen oder anderen Artilkel nach vorn und stecken mich damit an.

Denn seitdem  die Bücherbloggen vor etwa sieben Wochen ihre heurige Aktion bekanntgegeben haben, schwanke ich hin und her, soll ich auch mitmachen, mir die Bücher kaufen und dafür vier bis fünfhundert Euro ausgeben, was ich ja nicht so gerne mache oder nicht?

Vor zwei Wochen kam mir die Erkenntnis, daß ich  einfach in den “Thalia” in die Kremsergasse fahren und dort bis Ende August die Bücher lesen könnte und ab Anfang September mache ich in Wien damit weiter und nehme noch den “Kuppitsch”, den “Morawa” etc dazu und weil ich möglichst bis zur Shortlistvergabe damit fertig sein will, fange ich gleich nach Bekanntgabe der Liste damit an und warte nicht erst auf den Samstag, wo ich mich mit dem Alfred am Markt treffe, um mir von ihm meine Weihnachts-und Geburtstagsgeschenke schon früher kaufen zu lassen.

Kann ich nicht, ist mir ein bißchen später eingefallen, geht nicht, denn vom einundzwanzigsten bis dreiundzwanzigsten August ist ja Wanderwochenende mit dem Lehrer Sladky und da sitze ich zwar höchstwahrscheinlich mit dem lieben Otto im toten Gebirge und kann mit ihm über die Longlist diskutieren, aber die Bücher kann er mir nicht borgen, hat er mir schon gesagt, als wir ihm vor ein paar Sonntagen in Traismauer getroffen haben, denn er liest alles auf dem “Kindle” und da geht das nicht.

“Shit, Scheiße, Scheibenhonig!”, da brauchen wir ja gar keine Festplattenabgabe, wenn das Bücherverleihen auf diese Art und Weise ausgeschloßen und man sich alles kaufen muß, aber in die Buchhandlungen kann man lesen fahren und das tue ich dann gleich am Mittwoch und am Donnerstag, dann habe ich schon ein oder zwei Bücher gelesen, bevor wir am Freitag losfahren.

“Shit, Scheiße, Scheibenhonig!”, geht ebenfalls nicht, ist mir  etwas später eingefallen, denn am Mittwoch um elf wird diese Liste bekanntgegeben, dann blogge ich darüber, schreibe die Verlage an, ob sie mich beim Lesen unterstützen wollen, mache mir mein Mittagessen und meinen Mittagschlaf und dann ist es wahrscheinlich schon vier oder fünf und nicht mehr viel Zeit zum Lesen.

Also nur am Donnerstag, was aber höchstwahrscheinlich auch nicht gehen wird, denn da ist ja in St. Pölten die Frequency, wie ich vorige Woche schon beim Radfahren merken konnte, denn die Absperrgitter sind schon aufgestellt. Vielleicht werden die mich dann nicht fahren lassen und was lese ich inzwischen?

Was bei meiner überlangen Leseliste kein Problem ist, denn ich habe ja noch ein Leseexemplar von Sarah Strickers “Fünf Kopeken”, das 2013 nicht auf die Longliste kam und von Ruth Cehra, die mit “Bora” vielleicht auf die heurige Liste kommt,  “Zehntelbrüder”, dann habe ich noch von Sybille Lewitscharoffs “Blumenberg” auf meiner Leseliste, was auch einmal bei den Longlistenbüchern war, das wäre dann zwar nicht das aktuelle, passt aber auch irgenwie zum Buchpreisbloggen und welche Bücher kommen heuer überhaupt auf diese Liste?

Das wurde in Frankfurt glaube ich letzten Mittwoch entschieden, während ich noch darüber nachdachte, denn ich lese ja keine Verlagsvorschauen, also fielen mir nicht sehr viele deutsche Kanditaten ein, österreichische schon, da bin ich firmer , gab Buzzaldrin ihren großen Favoritencheck und eine Reihe anderer “infoffizieller wilder Blogger”  schloßen sich ihr an und machten ebenfalls ihre Vorschläge, so daß damit wahrscheinlich locker die geheime Liste der hundersiebenundsechzig und wahrscheinlich noch ein paar anderer Bücher, die auf der Hotlist oder bei kleineren Verlagen stehen, diskutiert wurden.

Spannend, spannend und wenn ich nicht Roger Willemsen “Die Enden der Welt” zu lesen angefangen hätte und am Donnerstag ein anderes Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen hätte, hätte ich mich schon in den “Thalia” setzen und mit der Valerie Fritsch beginnen können, denn da sagt mir mein Gefühlt, die steht wahrscheinlich darauf, dann noch sicher Vea Kaiser, der Arno Geiger, die Dana Gricorcea und und, ging aber nicht, denn ich war damit bis Freitag beschäftigt und da war dann schon der Alfred in Harland, um alles für sein Fest vorzubereiten, zum “Thalia” fahren ist sich aber nicht ausgegangen, so habe ich überlegt, das mit einem Hunderter vielleicht allein zu tun.

Ich würde schon nicht so falsch kaufen, aber will ich wirklich soviel Geld für Bücher ausgeben, die ich dann ein paar Monate später in den Schränken umsonst oder beim “Morava” um einen zwei oder drei Euro finde?

Ich wollte nicht,  bin in die andere Richtung gefahren und hoffte darauf, daß vielleicht “Aberland” auf der Liste steht, denn das steht schon in Harland und das könnte ich dann auf dem Berg mitnehmen, mit dem Otto darüber diskutieren und vielleicht gibt es doch nicht alle Bücher auf dem “Kindle” und ein Hardcover ist dabei.

Bei Buzzaldrin und den anderen Bloggern konnte ich auch öfter etwas von Doris Knechts ” Wald” lesen und da ist mir eigefallen, daß die Anna das einmal erwähnte und ich habe ja eine  lesende Tochter, also fein, wenn das kommt, borge ich es mir aus.

Geht nicht, mitnichten, meine Leser werden es schon ahnen, denn die Anna ist auch eine E-book Leserin.

“Shit, Scheiße, Scheibenhonig!” und der Alfred hat zu seinem Geburtstag zwar eine Menge Geschenke, aber keine Buchpreisbücher bekommen, denn der Rest der Menscheit, abgesehen von der Bloggerszene, interessiert sich, glaube ich, nicht die Bohne für den deutschen Buchpreis, das hat ja glaube ich schon einmal Wolfgang Tscher bemerkt, als er sich mit Peter Stamms “Agnes” auf die Straße stellte um das Buch im Sinne einer Buchverschenkungsaktion anläßlich des “Welttags”  zu verschenken.

Aber ich könnte Glück haben und hinter einem Rezensionsexemplarleser den offenen Bücherschrank erreichen, habe ich dann heute gedacht, als ich auf das Postamt gehen mußte, um an die Deutsche Bibliothek in Leipzig, die Belegexemplare, die sie habenwollen “Miranda Schutzengelchen” und “Anna kämpft gegen das Vergessen” zu schicken.

Das war dann natürlich nicht so und der “Wortschatz” sogar eher mit Groschenheftchen bestückt, das was die Leute halt wirklich lesen und in der Zieglergasse gab es einen schönen Katalog von der Ausstellung “Wien 1938” aus dem Gedenkjahr 1988 und einges ältere, aber nichts was ich für die Liste brauchen könnte, also doch zum “Thalia” gehen?

Ich war auch dort und Sarah Strickers “Fünf Kopeken” habe ich mir auch schon von meinem Badezimmerstapel heruntergenommen und werde es, falls mich nicht noch am Abend das Glück packt, wahrscheinlich vorläufig beginnen, denn die Bücher, die wahrscheinlich auf dieser Liste stehen, lagen zwar auf, ich habe sie aber liegegelassen, auch Valerie Fritschs “Winters Garten”, Klaus Modiks “Konzert ohne Dichter” und das neue Buch der Alina Bronsky, das sicher auch sehr interessant ist, aber das ist auch der Helmut Krausser, den die Blogger gerade lesen, der Ralf Rothmann wahrscheinlich, der nicht auf dieser Liste steht, weil er sich den Streß nicht antun will und und…

As ich dann nach Hause gekommen bin, lag ein Buch im Postfach, fein, super, eine Spende eines meiner Leser,  der es mit einem meiner Bücher tauschen will, mitnichten nichts davon, nur das Belegexemplar des Alfreds für die neuen Volksstimmeanthologie vom Linken Wort 2014, weil er ja die vielen schönen Fotos dafür macht.

Meine bekomme ich direkt am Volksstimmefest, das hat mir Christoph Kepplinger schon so gemailt, damit er sich die Portkosten erspart und die sind ja, wie ich immer merke, sehr hoch, vor allem wenn man die falschen Kuverts verwendet, aber jetzt habe ich mir zehn weiße gekauft, kommentiere den anderen Buchpreisbloggern eifrig,  bin schon sehr gespannt und morgen erscheint noch eine Rezension von mir über ein Buch des lieben Rudis, das es sicher nicht auf diese Liste schafft, weil es schon 2012 erschienen ist und ich bin gespannt, wie mein weiteres Leseverhalten aussehen wird, ob sie mich am Donnerstag nach St. Pölten fahren lassen und auf den Berg kann ich mir  notfalls Luis Stabuers “Atterwellen” mitnehmen, das steht zwar höchstwahrscheinlich auch nicht auf der Liste, sollte ich aber lesen und hat im entferntesten auch etwas mit dem Toten Gebirge beziehungsweise mit dem Salzkammergut zu tun.

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Am  neunzehnten August um elf Uhr, also in einer Woche, wird die heurige Longlist des deutschen Buchpreises vergeben und da wir uns  derzeit in der Sommerflaute befinden, der Rohtext meines Sommerromanprojektes fertig ist und ich mich  vor einer Woche endgültig dazu entschieden habe, die heurige Longlist, wenn möglich auf- und durchzulesen, gibt es an dieser Stelle Spekulationen, wer heuer auf dieser Liste stehen könnte? Wenn man auf die Seite des deutschen Buchpreises geht, kann man erfahren, daß die siebenköpfige Jury aus hundertsiebenundsechzig Büchern, die von hundertzehn deutschen, österreichischen und schweizer Verlagen eingereicht wurden, die zwanzig Bücher aussuchen wird, die, glaube ich, im letzten Jahr erschienen sein müssen, ab der Preisvergabe bis zur Shortlistenveröffentlichung oder so.

Eine spannende Frage über die man spekulieren kann, obwohl es natürlich viel mehr als  hundertsiebenundsechzig Bücher gibt, von denen dann ab neunzehnten August hundertsiebenundvierzig Bücher überbleiben werden, wo man dann bedauern oder sich empören kann “Was dieses Buch ist nicht darauf, Skandal, was ist denn das für eine Jury?” Ich meine ja immer, daß das ganz natürlich ist, denn es gibt mehr als zwanzig gute Bücher und eigentlich ist diese Reduktion auf die zwanzig, die sechs, das eine beste, sowieso ein Unsinn oder was wahrscheinlicher ist, eine Marketingstrategie, um die Leute auf das Lesen beziehungsweise auf das künftige Weihnachtsgeschenk aufmerksam zu machen. Die siebzigtausend jährlichen Neuerscheinungen, die es geben soll, kann man nicht alle lesen, sechs oder ein Buch aber schon und da ist es wahrscheinlich eine gute Idee jährlich ab August, wenn man gerade vom Urlaub zuurückkommt, die Leute auf das Lesen aufmerksam zu machen.

Seit 2005 gibt es diesen Preis  und seit damals heftige Spekulationen über seinen Sinn und tiefe Empörung, weil dann ja jedesmal ein Haufen guter Bücher für schlecht erklärt wird. Ich gehe ja vom mündigen Leser und der müdigen Leserin aus und denke, daß es  eine gute Idee ist, neben dem Buchpreisbüchertisch, den es in den meisten Buchhandlungen gar nicht gibt, einen mit den anderen Büchern hinzustellen und man kann und sollte ohnehin lesen, was man will.

Trotzdem fiebere ich seit ich darüber blogge auch jedes Jahr ein bißchen mit, wer wird dann darauf stehen? Stelle ein paar Spekulationen an und war in den letzten Jahren  auch manchmal erstaunt, wenn Bücher daraufgestanden sind, die ich eigentlich nicht erwartet hätte. Ludwig Lahers “Verfahren” vielleicht oder das Buch von Joachim Mayerhoff, das von Michael Ziegelwagner im letzten Jahr und und jetzt denke ich, daß der Sinn der Longlist vielleicht ist, aus der Bücherneuerscheinungsvielfalt eine möglichst große Bandbreite auszusuchen, die jeden Geschmack treffen kann, daher auch der Reinhard Jirgl, wo dann alle schreien “Wau, das kann man nicht lesen, das ist viel zu schwer!”, etc. Aber Krimis, Chit Lits und Jugendbücher also das, was die meisten Leute lesen, sind sowieso nicht dabei, also fehlt wieder eine Menge der Bandbreite und keine Gedichte und keine Kurzgeschichten, da war ich zum Beispiel im Vorjahr eine Weile erstaunt, daß die Karen Köhler mit ihren neuen Buch “Wir haben Raketen geangelt” nicht daraufgestanden ist, bis ich daraufgekommen bin,  das sind Kurzgeschichten.

Tobias Nazemi, einer der heurigen glorreichen Bücherblogger, hat sich Gedanken über die “Marketingtricks der Büchermacher”  gemacht und gemeint, daß es auf das Cover, den Titel, die Buchdicke etc ankommt, damit wir in der Buchhandlung nach den Büchern greifen. Bei mir ist es eindeutig der Autorenname, kenne ich den, dann interessiert mich das Buch, bei den angeführten Dimensionen denke ich, daß da die Auswahl wahrscheinlich beim Lektoriat und nicht erst bei der Jury pasiert. Der Lektor höre ich manchmal, sucht den Buchtitel aus und wenn ich so auf die Longlists der lestzten Jahre schaue, dann finde ich Titel wie “Nichts von euch auf Erden”,”Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war”, also auch nicht sehr kurz. Was wird aber heuer auf dieser Liste stehen? Seitdem ich heuer darüber grüble, ob ich da mitlesen soll oder nicht, denke ich auch darüber nach, was da zu finden sein wird  und bin da erst einmal daraufgekommen, daß ich gar nicht soviele deutsche Bücher nennen kann.

Ich schaue zwar immer beim “Bachmannpreis” eifrig mit, lese aber kaum Vorschauen, also fiel mir außer dem neuen Roman der Annika Reich nicht viel ein, dann fiel der Name Ralph Rothmann, aber dazu kam gleich die Meldung, der hat sich mit “Im Frühling sterben”, nicht nominieren lassen, was vielleicht auch schon als Skandal gehandelt wird.

Bei den Österreichern fielen mir dagegen viel mehr Titeln ein, wahrscheinlich bin ich eine patriotische Leserin, also Vea Kaisers neuer Roman könnte daraufstehen, hoffentlich der der Valerie Fritsch Winters Garten”, Olga Flors “Ich in Gelb” vielleicht, sicherlich der Arno Geiger, und und.

Von den Schweizern habe ich dann auch noch gehört, daß Ralph Dutli, dessen “Soutines letzte Fahrt” ja auf meiner Leseliste steht, ein neues Buch hat und Michael Fehr  auch ein Bachmannpreisträger hat “Simeliberg” herausgebracht, aber das, lese ich gerade, ist eine Erzählung.

Also hurtig darauflos spekuliert, die neue Bachmannsiegerin Dana Grigorcea hat ja auch ein neues Buch und dann gibt es noch Klaus Modiks “Konzert ohne Dichter”, wenn man nachdenkt oder bei den Blogs nachschaut, fallen einem schon mehr als zwanzig Bücher ein.

Kerstin Pistorius von “Atalantes Historien”, auch eine Buchpreisbloggerin, hat da schon ihre Auswahlliste erstellt. Mal sehen, wieviel Treffer sie haben wird und wie gut ich in meinen Spekulationen liege?

Ach ja, Michel Bergmanns “Weinhebers Koffer” und Michael Degens “Der traurige Prinz” könnten auch noch als Überraschungstreffer daraufstehen, weil das vielleicht Bücher sind, die viele interessieren und dann ein paar junge unbekannte Autoren und und…

Also lassen wir uns überraschen und vergessen nicht, daß es auch eine Hotlist gibt, wo dann die sogenannten Indie-Bücher darauf stehen und dann gibt es  noch die Selfpublischer, sowie meine drei im letzten Jahr erschienenen Bücher, die sicher nicht auf der Liste stehen, aber auch zum über den Tellerrand schauen verlocken können und dann gibt es noch die Bücher von den letzten Buchpreislisten und die, die es nicht daraufgeschafft haben, die auf meiner elendlangen Bücherliste stehen und die ich mir für 2015 zu lesen vorgenommen habe.

“Fünf Kopeken” wär das beispielsweise eines, das es, wie die “Klappentexterin” auch eine glorreiche Bücherbloggerin, meinte, 2013 nicht auf die Liste schaffte und dann “Blumenberg” von Sybille Lewitscharoff, das es es 2011 schaffte, ich aber, wenn ich jetzt noch zwanzig neue Bücher lesen möchte, wahrscheinlich wieder einiges Ungelesene am Ende des Jahres von meiner Liste streichen muß.

Ach ja, es gibt zuviele Bücher, weil immer mehr Leute schreiben und immer weniger lesen, was wahrscheinlich weniger schön, als das erstere ist. Acht oder neuen Bücher lesen die Deutschen und die Österreicher jedes Jahr, habe ich einmal wo gehört, da geht sich die Longlist  schon nicht aus und vierzig Prozent tun es gar nicht, weil sie Schulen als funktionale Analphabeten verlassen. Für die gibt es dann die “Leichter lesen-Programme” und vielleicht die Jugendbücher und für die, die sich für die Longlist interessieren, bald zwanzig Bücher über die man sicher herrlich streiten kann.

Buzzaldrin postet auf ihrer Facebookseite schon Bücherschachteln, dessen Inhalt sie noch nicht verrät und die glorreiche Jury hat in Frankfurt auch schon getagt und ein halbes Büffet dabei zurückgelassen.

Jetzt könnte ich, wenn ich in Harland nicht gerade Roger Willemsens “Die Enden der Welt” angefangen hätte und ein Rezensionsexemplar erwarte, was wahrscheinlich nicht auf dieser Liste steht, zum “Thalia” in die Kremsergasse fahren und schon einmal auf Risiko “Winters Garten” zu lesen beginnen. Ich kann aber auch ganz geduldig, bis zum nächsten Mittwoch warten und in Wien Anne Fadiman “Ex Libris-Bekenntnisse einer Bibliomanin”, vom Badezimmerstapel nehmen, was sicher auch passend ist.

Eine Information kann ich auch noch nachtragen: Sabine Gruber wird die heurige “Veza Canetti-Preisträgerin” sein.