Wieder zweimal in der “Alten Schmiede” und zwar gab es da um sechs eine Gedenklesung zum Wiederlesen des 2010 verstorbenen Bernhard C Bünker, der, glaube ich, 1987 den “Kärntner -Preis der Arbeit” gewonnen hat, zu dem ich auch nominiert war.
Das war Manfred Chobot ebenfalls, wir beide haben nichts gewonnen, aber Manfred Chobot war mit dem Dialektdichter und evangelischen Religionslehrer befreundet und hat mit ihm auch eine Dialektanthologie herausgegeben und jetzt zum Wiederlesen, der sonst, glaube ich, vergriffenen Werke den Band “Was ibableibt” herausgegeben.
Die Einleitung, die wahrscheinlich Kurt Neumann hielt, habe ich, weil eine sechs Uhr Stunde, versäumt, als ich den Kellersaal erreichte, hat gerade Gottfried Gfrerer auf der Gitarre gespielt. Dann erzählte Manfred Chobot, das Urgestein, von dem ich das erste Mal, glaube ich, 1973 in der Beilage der A-Z, die ich eine Zeitlang gesammelt habe, etwas hörte, wie es zu der Anthologie und dem neuen Band gekommen ist, dann hat Axel Karner, der ebenfalls Kärntner und Religionslehrer ist daraus gelesen und Manfred Chobot erinnerte an seine Begegnung mit dem Bernhard, der sehr stur oder konsequent war und der ihm am Schluß zu seinem Begräbnis einlud, für das er den Leichenschmaus schon bestellt hat. Der Bruder Michael, evangelischer Bischof las seine Lieblingsgedichte, El Awadalla, die ja auch eine Dialektvereinigung gegründet hat, war im Publikum und ich habe mich, während ich auf das Aufsperren des Schmiedesaales wartete, mit ihr unterhalten, denn da gab es um acht, die dritte Radiophone Werkstatt dieses Jahres, das ist eine Zusammenarbeit mit ö1 und zwar wurden da die “Tonspuren”, die am 9. 10. gesendet werden uraufgeführt und dokumentiert und das wird eine interessante und vielleicht auch eine wenig makabre umstrittene Sache und zwar geht es da um das “Ashanti-Fieber” des Peter Altenbergs, beziehungsweise um die Wiener Völkerschau von 1896. Da wurden im Tiergarten siebzig Ashanti beziehungsweise andere Afrikaner ausgestellt, die im Vertrag hatten, daß sie nichts anziehen durften, die dort in Lehmhütten lebten, tanzten, kochten und dabei von den Wienern beobachtet wurden und Peter Altenberg hat sich bevorzugt in den Hütten bei einigen sehr jungen Mädchen aufgehalten, über sie geschrieben und wahrscheinlich auch intime Beziehungen gehabt.
Nun ja, nun ja, das ist lange her und das Buch, aus dem Johannes Gelich, ein Feataure machte, ist sicher sehr interessant. Der Kinderbuchautor, Märchenerzäher und Ashantiprinz Patrick Addai, der in Ghana geboren wurde, hat in dem Stück auch mitgewirkt und mit dem Autor und dem Regisseur Andreas Jungwirth im Anschluß über die Produktion gesprochen und dann noch das Märchen “Ein Adler bleibt immer ein Adler” perfomiert und ich habe eine Variante von Peter Altenberg kennengelernt, das ich noch nicht kannte, obwohl ich mich ja für Hörspiele nicht so besonders interessiere und inzwischen auch nicht mehr sehr viel Ö1 höre.