Übersetzerworkshop

Ich interessiere mich ja für ungarische Literatur, seit wir in den letzten Jahren ein paar Mal in Bük waren, ich in der Donau Lounge der “Buch Wien” einiges davon mitbekommen und sich auf meiner Bücherliste auch einiges an ungarischer Literatur angesammelt hat.

Thema der Frankfurter Buchmesse war Ungarn auch einmal und so habe ich aufgehorcht, als heute in der “Gesellschaft für Literatur” die Ergebnisse eines Übersetzerworkshops mit österreichischen und ungarischen Autoren angekündet war.

Vorgestellt habe ich mir wahrscheinlich etwas anderes, als das was mich dann erwartete, es war aber sehr interessant, ich habe vier jüngere ungarische Autoren kennengelernt, die ich bisher nicht kannte und auch meine Kenntnisse von der österreichischen Nachwuchsliteratur ein wenig aufgefrischt und vor allem mitbekommen, daß es einen “Joszef Attila Kreis” gibt, der jährlich ein Literaturfestival veranstaltet, in diesem Rahmen hat im vorigen August, der Übersetzerworksho stattgefunden, wo sich drei österreichische und drei ungarische Autoren trafen und an Hand von Rohübersetzungen miteinander arbeiteten, da, wenn ich es richtig verstanden habe, die Österreicher nicht Ungarisch, die Ungarn zum Teil nicht Deutsch sprachen, so daß die Diskussion bei der heutigen Präsentation auf Englisch, die Lesungen auf Ungarisch und hauptsächlich auf Deutsch stattfanden.

Ursula Ebel hat das eingeleitet, moderiert wurde die Veranstaltung von dem 1982 in Gyula geborenen und in Wien und Budapest lebenden Zoltan Lesi, der dann die drei Autorenpaare vorstellte, die ihre Texte lasen.

Das waren zuerst die mir unbekannte 1979 in Wien geborene Leichtathetin und Literaturwissenschaftlerin Julia Lajta- Novak, die auch einen Band mit Sportgedichten mit dem Titel “Federwach des Vorwärts” herausgegeben hat.

Sie las eine sehr witztige Geschichte von einer Fahrt mit dem 13 A, wo sie die Veränderungen der Passagiere, die sich zuerst nur stumm transportieren lassen, beschreibt, als sie entdecken, daß im Bus ein Vogel ist und dann noch eines ihrer Gedichte und dieses Gedicht wurde von dem 1985 in Budapest geborenen Imre Bartok übersetzt.

Der hatte  eine Geschichte, die von einem Schüler handelte, die er sich offenbar selber übersetzte, zumindest las er zuerst ein paar Zeilen auf Ungarisch und dann die Übersetzung vor und er hat auch einen Roman über drei Philosophen Wittgenstein, Heidegger und  Marx, die in New York für Terroristen gehalten werden, herausgegeben, sowie Gedichte von Celan und Rilke übersetzt.

Danach kamen die Lyriker, nämlich die 1986 geborene Orsolya Fenyvesi und Isabella Breier, die ich schon einmal in der “Alten Schmiede” hörte, die war aber erkrankt, so lasen die anderen ihre Gedichte, beziehungsweise Orsolya Fenyvesi ihre Übersetzung und das dritte Paar war die 1978 in Wien geborene Maria Seisenbacher, die offenbar auch japanischer Abstammung ist, die eine Literaturzeitschrift herausgibt, schon einmal in “Wartholz” gewonnen hat und auch bei einem “Leichte Sprache-Verein” mitmacht und in der “Edition Atelier” ein Buch mit dem Titel “Ruhig sitzen in festen Schuhen” wo es um “Alzheimer” geht, herausgegeben hat, ihr ungarischer Partner war der 1982 geborene Gabor Mezel, der schon Übersetzungen in Deutsch und Tschechisch hat, auch von ihm gab es Gedichte und dann eine Diskussion über die Erfahrungen und Erlebnisse des Workshops.

 

Reisen wir?

Während im Literaturhaus die GAV beziehungsweise Helmut Rizy drei oberösterreichische Autoren vorstellte, ging es in der “Gesellschaft für Literatur” zumindest auf dem ersten Blick ums reisen, stellte nämlich Mirko Bonne seinen ersten Erzählband “Feuerland” und Wilhelm Hengstler den bei “Droschl” erschienen Roman, Memoir oder “doppeltesReisebuch” “flußabwärts, flußabwärts” vor und ich habe mich gegen Rudolf Habringer, Waltraud Seidlhofer und Walter Kohl entschieden, weil ich Mirko Bonne, den 1965 in Tegernsee geborenen und in Hamburg lebenden n Autor kennenlernen wollte, der 2013 mit “Nie wieder Nacht” auf der Shortlist des dBp und 2009 mit “Wie wir verschwinden”, da habe ich ihn kennengelernt.

Dann kam Alfred bibliophile WU-Kollegin und verkaufte um je zwei Euro ihre Buchbestände darunter “Der eiskalte Himmel” 2006 erschienen, das steht immer noch auf meiner Leseliste und “Nie mehr Nacht” habe ich dann voriges Jahr im Schrank gefunden.

Daß er einen Erzählband namen “Feuerland” geschrieben hat, wußte ich nicht und die “Gesellschaft für Literatur” war auch nicht besonders voll, Marianne Gruber moderierte und entschied im Vorgespräch, daß der 1944 in Graz geborene Willi Hengstler, der mir  vom Namen her ein Begriff war und von dem ich “fare” auf der LL habe, beginnen soll.

Sie hielt auch eine ihrer sehr langen und sehr gelehrten bemühten Einleitungen, die Mirko Bonne, glaube ich, zum Lächeln brachte, wies auf Gemeinsamkeiten zwischen beiden hin, daß sie nämlich daß “er” zum “Ich” machen würden oder umgekehrt, wenn ich es richtig verstanden habe.

Und” flußabwärts flußabwärts” ist, wie schon der Name sagt eine doippelte Reisegeschichte und auch ein deja vue Erlebnis, denn da will einer mit dem Rad die Donau hinunter ans schwarze Meer fahren, bereitet sich darauf schon vor, dann bekommt er einen stechenden Schmerz im Bein und muß den Sommer statt auf dem Rad im Spital verbringen. Da beschließt er aus dem Spitalsaufenthalt eine Reise im Kopf oder Zimmer zu machen und als er später gesund wird, holt er die Reise nach und geht dabei, wie Marianne Gruber in ihrer Einleitung erwähnte, an seine Grenzen, denn er ist ja offenbar schon über siebzig, will, wie alle Männer, wie Marianne Gruber vermutete, keine Schwäche zugeben, ringt sich die Fahtrt also ab und die beiden Geschichten dürften auch ineinander verschachtelt sein und richtig, außer seiner Frau nimmt er noch “Proust auf seine Reise mit.

Wo ist da das Deja vue Erlebnis werden meine Leser vielleicht fragen?

Nun 2007 bin ich mit Ruth Aspöck und der Dichterkarawane die Donau von Ybbs bis Regensburg entlanggefahren und dann zurück gekommen und habe in “Und Trotzdem” meine Helga Schwarz eine Krebsdiagnose bekommen lassen, worauf sie beschließt mit dem Rad bis an das schwarze Meer zu fahren.

Interessant, interessant, die Parallelen und dann kam Mirko Bonne an die Reihe und Marianne Gruber erzählte von den elf Erzählungen, die den Band umfassen, die erste heißt der “Eichelhäher”.

Da erzählte sie den Inhalt nach und interessant ist, daß es dem Protagonisten, der sich vorher von seiner Mutter verabschiedet hat, um auf eine Reise ins “Feuerland” zu gehen, ähnlich schlecht, wie vorher vielleicht Wilhelm Hengstlers Erzählfigur ging. Er kommt auch, wie Mirko Bonne dann erklärte, gar nicht ins Feuerland an und das ist das Gemeinsame der Geschichten, das zwar in allen irgendwo das Feuerland vorkommt, aber keine der Geschichten dort spielt.

Mirko Bonne hat lange an den Erzählungen gearbeitet, Romankapitel, Auftragsarbeiten und auch Geschichten, die Romane werden hätten sollen, hineinverwoben und las die zwölfte, die nicht in dem Buch enthalten ist, weil sie der Verlag nicht wollte, wo Väterlein Stalin Boris Pasternak anruft und von ihm will, daß er sich für Ossip Mandelstamm einsetzt.

Das hatte ich schon einmal, beziehungsweise vor kurzem über Ossip Mandelstamm gelesen und Mirko Bonne las dann noch eine “Der Kuß” genannte Geschichte, wo sich das Feuerland in einem Buch befindet und ein Vermieter sich in die Freundin seines Mieters verliebt, bezeihungsweise mit ihr Pfingsten verbringt.

“Ist der Kuß real?” fragte am Ende Marianne Gruber.

“Er eröffnet dem Leser Vorstellungen oder Weiten!”, antwortete, glaube ich, Mirko Bonne und ich fragte mich, wie wohl er sich bei der Lesung gefühlt haben mag?

Er hatte aber, glaube ich, Fans beziehungsweise Experten im Publkum und die wollten wissen, wieso einer der soviele Romane geschrieben hat plötzlich Erzählungen schreibt?

Die Antwort habe ich schon beschrieben und  ist auch für mich interessant, denn ich habe ja als nächstes auch ein Erzählprojekt vor und meine persönliche Antwort wäre, weil ich ein wenig ausgeschrieben bin, will ich mich an kürzere Texte wagen.

Das mag ein wenig unprofessionell klingen oder auch sein, “literarische Restlverwertung” hat es Christl Greller, die auch im Publikum war, genannt und Mirko Bonne hat ihr widersprochen, aber ich werde mir meine Themen ja erst erwerfen oder finden.

Habe heute wieder einen sehr interessanten literarischen Abend gehabt und einen Autor kennengelernt, den ich, wie ebenfalls Marianne Gruber, die von ihm noch wissen wollte, ob er Hemingway mag, erwähnte, wahrscheinlich sobald nicht mehr sehen werde, freue mich auf “Nie mehr Nacht”, den “Eiskalten Himmel” und natürlich auch auf die Erzählungen, wenn ich sie mal finden sollte, bezeihungsweise auf die, die ich vielleicht demnächst schreiben.

Mariahilferstraßenbummel und Lese.Auslese

Ich habe ja schon im Oktober für die “Nika, Weihnachtsfrau” recherchiert, den Text dann im November geschrieben und korrigiere seither an ihm.

Daß ich im Dezember wieder auf die Mariahilferstraße gehen will um das authentische Weihnachtsflair einzufangen, habe ich mir schon Ende November vorgenommen. Bisher ist es nicht dazu gekommen, sind wir ja Anfang Dezember nach Ungarn gefahren, dann war in meiner Praxis sehr viel zu tun mit zwei bis dreimal Diagnostik am Tag, aber jetzt wirft Weihnachten schon seine Schatten und so hatte ich am Mittwoch Zeit und am Donnerstag wenn ich wieder zum klinischen Mittag gehe, komme ich auch zur Mariahilferstraße, also habe ich zuerst gedacht, mache ich am Mittwoch meinen Recherchetag, dann das wieder auf den Donnerstag verschoben, weil ich befürchtete, daß mir ein ganzer Tag zu lang sein wird, dann hat sich eine Klientin für Mittwoch zehn Uhr angemeldet und die Anna,  der ich am Donnerstag beim “Thalia”  den Setz kaufen wollte, hat auch umdisponiert und so bin ich doch heute nach dem Mittagessen losmarschiert und die ersten zwei Stunden mit der Anna herumgestiefelt, sie sogar in den “Freßnapf” in die Neubaugasse begleitet, wo sie ihrem Hund Ouzo Weihnachtsgeschenke kaufte.

Dann habe ich mich  noch entschlossen, den Flohmarkt im Literaturhaus der morgen endet einmal zu besuchen, wo es Bücher der österreichischen Verlage “Haymon”, “Residenz” etcetera von ein bis drei Euro gibt.

Da hatte ich dann fünf sechs Stück in der Hand, die ich vorerst zurücklegte, denn ich habe ja schon so viele Bücher und brauche eigentlich nicht noch Geld für neue ausgeben.

Aber im Bücherschrank, wo ich dann hinging, war  nichts zu finden, so bin ich wieder zurück und habe mir die beiden Andrea Winkler Bücher “Drei, vier Töne, nicht mehr” und “König, Hofnarr und Volk”, sowie das TB von Maria Matios “Darina, die Süße” gekauft, dann war es schon vier vorbei, bis ich  wieder auf die Mariahilferstraße kam und da zuerst zum “Peek und Cloppenburg” ging, weil ich, wie ich mit der Anna dort war, gesehen habe, daß es dort schöne Weihnachtskarten gibt das das Kaufhaus schloß ausnahmweise schon um halb sieben, weil es nachher eine Veranstaltung gab, wofür schon eine Bühne aufgebaut wurde.

Vielleicht die Personalweihnachtsfeier, die ich in meinem “Adventkalender” am 28. 12. ansetzte. Ich werde dort den Gerngroß wahrscheinlich weglassen, denn das Kaufhaus Gerngroß hat am Donnerstag und Freitag bis neun Uhr offen und dann spaziert dort auch ein Christkindl und keine Weihnachtsfrau herum. Das hat man davon, wenn man das Ambiente studiert, man bekommt heraus, wo  die Phantaise unpräzis war.

Morgen werde ich dann nur über die Mariahilferstraße laufen, wenn ich ins AKH gehe,  aber eine “Weihnachtsbücherkastentour” machen und wenn ich will, kann ich nochmals ins Literaturhaus gehen und das was ich liegen ließ nachkaufen, eine Frau hat mir aber schon die “Annalieder” von Nadine Kegele weggekauft.

Am Samstag wenn das das Christkindl vor oder im Gerngroß steht, kann ich ja auch noch einmal kurz hinschauen und das in meinem Blog vielleicht mit dem neunzehnten Adventkalenderfenster verbinden.

Dann bin ich bin nach meiner neuerlichen Romanrecherche, in die “Gesellschaft für Literatur” zur Lese.Auslese gegangen, die dort  zweimal im Jahr stattfindet. Vor dem Sommer und vor Weihnachten stellen dort Katja Gasser und Cornelius Hell jeweils literarische Neuerscheinungen vor und zu Weihnachten gibt es h nachher Punsch und Kekse und das war für mich der Grund hinzugehen,  denn normalerweise bin ich ja kein so großer Fan von Leseempfehlungen und im “Literaturmuseum” wäre auch eine Veranstaltung gewesen.

Ein bißchen neugierig war ich aber schon auf die ausgewählten Bücher, denn durch mein Buchpreisbloggen und die neun Bücher die ich bei “Buzzaldrin” gewonnen habe, von denen ich gerade den Mathias Nawrat lese, bin ich da ja besonders gut eingelesen.

Also hätte ich einige der vorgestellten Bücher gelesen haben können. War aber nicht so, was wieder einmal bestätigt, es gibt  viel mehr Bücher, als die zwanzig die auf der LL stehen.

Bekannt waren mir allerdings schon einige davon, denn einige wurden schon auf der “Buch-Wien” vorgestellt und Marianne Gruber hielt wieder eine sehr schöne Einleitung über den Wert der Bücher und was das Lesen mit einem machen kann.

Dann begann Cornelius Hell mit Johannes Bobrowski “Lewins Mühle. 34 Sätze über meinen Großvater”.

Das ist ein DDR-Autor, der zu seinem runden Todestag wieder aufgelegt wurde und von Sujet her ein wenig an Mathias Nawrats “Die vielen Tode unseres Opas Jureks” erinnert, obwohl er schon 1965 gestorben ist.

Dann kam Ludwig Fels “Die Hottentottenwerft”, bei “Jung und Jung” erschienen und das Buch zeigt, wie Katja Gasser  und Cornelius Hell erklärten, daß die Deutschen nicht nur im Holocaust, sondern auch während der Kolonalisierung sehr gewaltätig waren.

Dann folgte Katharin Hackers “Skip”, eine in Österreich, wie Katha Gasser meinte, nicht so bekannte Autorin. Mir ist sie bekannt, habe ich ja sowohl, die “Habenichtse” und heuer auch “Eine Art Liebe” gelesen.

 

Drago Jancars “Die Nacht, als ich sie sah” wurde während der “Buch- Wien” in der “Alten Schmiede”, ich glaube, sogar von Cornelus Hell moderiert, vorgestellt,Adolf Muschs “Die japanische Tasche” auf der ORF Bühne, wahrscheinlich von Katja Gasser moderiert und György Dragomans “Der Scheiterhaufen” wurde während der Bühne wahrscheinlich von Cornelius Hell auf der “Donau Lounge” vorgestellt.

Dann kam noch der neue Gedichtband von Chrostoph W. Bauer “stromern”, bei “Haymon” erschienen, da habe ich schon einiges von dem Autor gelesen und Thomas Bernhard ist mir auch nicht unbekannt.

Manfred Mittermayer hat eine Biografie über ihn geschrieben, die bei “Residenz” herausgekommen ist und zwischen Cornelius Hell und Katja Gasser entspann sich die Diskussion, ob man die Biografie kennen muß, um sein Werk zu verstehen?

Da denke ich, wahrscheinlich nicht unbedingt diese, aber etwas über das Leben des großen Autors zu wissen, ist sicherlich sehr nützlich, der ja wie Katja Gasser bemerkte, selbst sehr emfpindlich geenüber Kritik war. So hat ihn Herbert Eisenreich einmal sehr verissen und Bernhard hat dann an den Verlag geschrieben, daß sie das nächste Mal einen Schimpansen. als Rezensenten bestellen sollen.

“Deshalb liebe ich Thomas Bernhard” hat Cornelius Hell eingeworfen. Ich würde das eher für eine  ungezogene Bermerkung halten.

Dann waren die Bücher vorgestellt und Marianne Gruber kam mit einer Schachtel und einer Schüßel, denn da hat es eine Umfrage gegeben, wo man seine Meinung zur “Gesellschaft” sagen konnten und jetzt wurden zehn der Antworter gezogen, die je ein Buch gewonnen haben.

Leider scheint keiner der Anwesenden diesen Zettel vorher gesehen zu haben, ich habe ihn auch erst später ausgefüllt, so daß ich da erst im nächsten Jahr etwas gewinnen kann.

 

Urgesteine der Poesie

Heute war ich lange unschlüßig, wohin ich am Abend gehen sollte?

Literaturhaus oder Gesellschaft für Literatur? Dann kam noch das Amtshaus Margareten mit der Andrea Pesata Lesung und Buchpräsentation hinzu und ich entschied mich für die Urgesteine, statt “En espanol per favour”, das heißt für Europa. Literatur eigentlich, denn Marianne Gruber, die Doyenne der “Gesellschaft” stellte Manfred Chobot und Anton  G. Leitner, den Bayern und den Wiener oder Burgenländer vor, leitete sie als “kabarettreife Sprachlawinen” ein, oder eigentlich taten sie das selber, denn Manfred Chobot, der fast Siebzigjährige eröffnete mit den Abschnittspartnerinnen seines Lebens, dem Dagmar und dem Brigitte Zeitalter, als Gegenpart zur Alt-oder Jungsteinzeit und Anton G.Leitner antwortete.

So ging es Schlag um Schlag und Marianne Gruber hat noch vorher erklärt, daß der Zuhörer beim Hören der Gedichte jede Freiheit hat, denn er kann es so oder so empfinden, kein Richtig oder Falsch, der einzige Tip, man soll Freude daran haben und vorher hat sie sich angesichts, der vielen Flüchtlinge noch gefragt, was machen wir denn da? Wir lesen Gedichte statt Windeln oder Zahnbürsten an die Bahnhöfe und an die Grenzen zu bringen?

Aber Gedichte können ja auch Freude bringen, so lag ein Folger am Büchertisch neben den Chobot und den Leitner Bänden, der zum Geldsammeln aufrief, damit man krebskranken Kindern einen Gedichtband schenken kann, damit sie wieder gesund werden können oder die Trennung von ihren Eltern und die Behandlungen leichter verschmerzen.

Zwei Urgesteine der Poesie, beide Herren, Jahrgang 19437 der eine,1961, der andere, waren mir bekannt.

Mir Manfred Chobot nicht unbedingt und nicht nur als Lyriker, kann ich mich doch erinnern, daß ich als blutjunge Studentin, noch mitten in meiner philosophischen Phase, meinem Vater immer am Samstag die AZ-Beilage klaute und da hat es einen Chobot-Essay gegeben, so ist der Name zu mir gekommen.

Einmal hat er mich dann in ein Symposium in die “Alte Schmiede” eingeladen, als ich schon GAV-Mitglied war und als er seinen sechzigesten Geburtstag hatte, konnte die “Lesung zum Tag der Freitheit des Wortes”, glaube ich, nicht am zehnten Mai im Literaturhaus stattfinden.

Jetzt also Gedichte, Dialektgedichte und eine Geschichte über eine Lesung in Bayern oder sonstwo, wo der Maskenbildner zu den  Dichter kam und “Gemma pudern, meine Herren!”, sagte.

“Hui, wie lustig!”

Die Puderquaste war aber natürlich dabei und es gab keinen Gruppensex, sondern Maske, damit man im Fernsehen nicht so glänzt und  Anton G. Leitner, der Bayer bot für seine Gedichte auch eine hochdeutsche Übersetzung an.

Aber das Bayrische ist dem Wienerischen nicht so unähnlich, mit dem Sächseln oder dem Preußischen wäre es wohl schwerer und Anton G. Leitner habe ich einmal in der Alten Schmiede oder war es das Literaturhaus gesehen, als er seine Jahresgedichtesammlung “Das Gedicht” vorstellte.

Da gibt es jetzt schon den Band dreiundzwanzig und das war eine Vorpremiere, weil es erst die offizielle Lesung geben wird.

Unter der Hnd konnte man sich das Bändchen, wo es um das Essen und Trinken gehen wird, aber schon kaufen und Anton G. Leitner, las dann noch, als der Schlagabtausch mit Manfred Chobot vorüber war, Gedichte von drei österreichischen Autoren, nämlich Gerhard Ruiss, Gerhard Rühm und Rudi Kraus vor, die in dem Band enthalten sind.

Nachher gabs noch eine Diskussion über das Oktoberfest, denn München hat seine Tore vor den Flüchtlingen geschlossen, um dort sein Fest auf der Theresienwiese abzuhalten, zu dem Anton G. Leitner gar nicht mehr so gerne geht.

Manfred Chobot stimmte ihm zu und im Publikum waren Gerhard Jaschke, Gerhard Jatzek, Herman J. Hendrich, einige interessierte ältere Damen und der jüngste dichter, der auch in der Gedichtesammlung enthalten ist, ich glaube es war ein Student der Sprachkunst und wieder was gelernt , obwohl ich mich für das Schnackseln und das Pudern in  Gedichten ja nicht so sehr interessiere.

Von der Rebellion zu den Literaturdebuts

Die Veranstaltungssaison hat angefangen und so habe ich die Literaturprogramme auf meinem Schrebtisch liegen und suche mir nach Möglichkeit Montag bis Donnerstag oder Freitag ein möglichst “Literaturgeflüster” taugliches Programm heraus.

Das wäre für heute die “Alte Schmide” gewesen mit einer “Stunde der literarischen Erleuchtung” um sechs und nach einer langen Pause Robert Schindels Gedichte.

Aber der bekannte Sachbuchverlag “Kremayr und Scheriau”, wo ich, glaube ich, auch einmal blauäugig meine “Hierarchien” hinschickte, hat eine neue Literaturschiene, Literaturdebuts von Autoren um die dreißig und die kündigte er nun großflächig an, nämlich mit einer Präsentation am Dienstag in der “Gesellschaft für Literatur”, das habe ich noch übersehen.

Dann hat Mareike vom “Bücherwurmloch” deren Blog ich gerne lese, die auch eine Österreicherin ist,  bei Salzburg lebt und ihren Kindern das Lesen  beibringt, einige der Bücher präsentiert, danach hat die Hauptverbandsseite, die ich auch gerne lesen, eine Party am ersten Oktober im “Siebenstern” angekündigt und ich habe die Debuts bestellt, nämlich den Roman “Torten schlachten” von Marianne Jungmair, ein GAV-Mitglied, das ich einmal in der “Alten Schmiede” hörte, IrmgardFuchs, eine Absolventin des Hochschulllehrgangs für Sprachkunst “Erzählungen” die sie für ein Projektstipendium der Stadt Wien einreichte und daher auch im MUSA las und dann noch einen Band, den ich allerdings nicht bekommen habe.

Den Roman “Eine Handvoll Rosinen” von Daniel Zipfel, der auch heute vorgestellt habe, habe ich dabei übersehen, denn bei der Party werden offenbar die drei anderen Werke präsentiert und dabei ist gerade der sehr interessant, handelt er doch von Traiskirchen, einem Schlepper und einem Fremdenpolizisten, aber ich bin ein bißchen schlampert und muß auch nicht alles lesen, kämpfe ich mich ja derzeit  durch den dicken Zaimoglu und wenn ich dann die Inger Maria Mahlke und die zwei Debuts gelesen habe, hätte ich ja noch eine Shortlist, nämlich sechs der Longlistbücher vor mir, von denen zwei sehr dick sind und eines schwer zu lesen sein soll.

Ich habe mich zu dieser Party angemeldet, da liest vorher der Setz in der “Alten Schmiede” und da habe ich dann etwas für mein “Buchpreisbloggen”, weil ich ja noch immer nicht sicher bin, ob ich mich jetzt auch durch den Rest lesen werde, das hängt auch vom lieben Otto ab, wie schnell ich ihn treffen kann und für heute hatte ich umdisponiert, auf die “Alte Schmiede” verzichtet und mich auf die “Gesellschaft für Literatur” eingestellt.

Dann ist mir um fünf, als der letzte Klient gegangen war und ich mich eigentlich auf die “Ohrenschmaus-Texte”, die heute gekommen sind, einstellen wollte, eingefallen, daß es sich ausgeht, zur “Stunde der literarischen Erleuchtung” zu schauen und dort zehn vor sieben wegzugehen, weil meistens fängt es in der “Gesellschaft für Literatur” erst nach dem akademischen Viertel an und Alexander Nizberg, der ja sehr interessant und sehr zu empfehlen ist, präsentierte wieder eines seiner Langgedichte, nämlich Maximilian Woloschins, 1877-1932, “Die Pfade Kains – Tragödie der materiellen Kultur”, da geht es, wie Kurt Neumann in der Einleitung erläuterte, um die Rebellion gegen alles, gegen Gott, aber dann wird auch erzählt, das Gott die Rebellion darstellen würde und der russische Dichter, der von Alexander Nitzberg übersetzt und im “Pforte Verlag” 2004 herausgegeben wurde, hat  zwanzig Jahre an seinem Werk geschrieben.

Alexander Nizberg rezitierte Teile aus den Kapiteln “Die Rebellion”, “Der Kosmos”, “Die Magie”, “Die Faust”, “Die Maschine”, “Die Aufrührer”, “Der Kerker”, “Der Krieg” und dann noch eines,  da bin ich gegangen, um nicht zu spät in die Herrengasse zu kommen, das nachher noch eine lange Diskussion war, hat mir dann ein Stammbesucher in der Gesellschaft bei Wein und Knabbereien erzählt, der auch geswitscht ist.

In die “Gesellschaft für Literatur” bin ich gerade in die Einleitungssätze von Ursula Ebel, die das  immer sehr gründlich macht, zurecht gekommen, die vier Bücher lagen auf und die “Gesellschaft” hat sich während des Sommers optisch verwandelt, neue Emblems und Portraits von Mayröcker, Jonke, etc an den Wänden, ein grauer Vorhang und Tanja Raich, die Programmleiterin hat die neue Reihe vorgestellt, dann hat Irmgard Fuchs aus ihrem Erzählband “Wir zerschneiden die Schwerkraft”, neun Erzählung, eine die aus Bewerbungsbriefen besteht, gelesen, die mich sehr beeindruckt hat.

Eine junge Frau, sehr gut ausgebildet, bewirbt sich im ersten Brief um eine Stelle, im zweiten macht sie im Internet mehrere Eignungstest, die ihr alle, obwohl Akademikerin, den Beruf der Portierin oder Hundeführerin empfehlen, im dritten beklagt sie sich dann die Ablehnungen und im vierten verschwindet sie aus ihrer Wohnung und löst sich auf einer Insel auf.

Ja das Leben im Prekariat ist  hart und die 1984 in Salzburg geborene, Irmgard Fuchs schilderte das auch sehr beklemmend, das zweite Romandebut des 1983 in Freiburg geborenen Juristen  Daniel Zipfel, der in der Flüchtlingsberatung tätig ist, war das nicht viel weniger, schildert er ja Schleppergeschichten aus dem Jahr 2003, die sich so in etwa zugetragen haben und die durch die aktuelle Situation wieder eine beklemmende Realität bekommen haben.

Toll, daß die Dreißigjährigen wieder so realistisch schreiben, Irmgard Fuchs und Marianne Jungmaier werde ich ja demnächst lesen, vielleicht kommen auch die  beiden andern Bücher einmal zu mir  und ich habe auch wieder etwas gewonnen, nämlich bei “Buzzaldrins” Verlagsslogangewinnspiel, das Buchpaket mit den zehn Büchern, von dem ich zwar schon die Alina Bronsky gelesen habe und das Buch, wenn ich es bekomme, in den Bücherschrank legen werde, aber auch das neue Buch der Nora Bosong, das des Matthias Nawrat, das vielgelobte der Ruth Cerha, da habe ich ja noch das erste auf meiner Leseliste, und und….

Ich freue mich schon auf das Lesen, werde die Bücher auf meiner Leseliste verteilen und jetzt habe ich auch noch das Buch der Nadine Kegele zu lesen, die auch bei der Veranstaltung war, vielleicht wird ihr nächstes Buch auch bei “Kremayr und Scheriau” erscheinen, das der Gertraud Klemm wird es jedenfalls, wie Tanja Raich, die offenbar auch Autorin ist, erwähnte.

Die Poetik des Martin Prinz

“Poetiken” ist eine, lose, wie Manfred Müller, einleitete, Reihe, der “Gesellschaft für Literatur”, wo Autoren, ihre Lebensläufe und Schreibweisen, etc unabhängig vom letzten Buch  im Gespräch vorgestellt werden.

Ich hätte mir ja gedacht, da geht es um um Poesie und glaube, daß ich da mal auch bei einer Veranstaltung mit Helwig Brunner gewesen bin. Aber ich gehe  auch in loser Reihenfolge in die “Gesellschaft” und suche mir da die Veranstaltungen meist nach den Namen der Autoren, beziehungsweise nach meinem Zeitplan aus.

Heute war das jedenfalls so und heute wurde auch, der 1973 in Lilienfeld bzw. in einem Wiener Krankenhaus geborene und dann in Lilienfeld aufgewachsene Martin Prinz, der mit seinem Roman “Der Räuber” erschienen bei “Jung und Jung” schlagartig berühmt geworden ist und das ist ja nicht gerade ein Thema, das mich so besonders interessiert.

Die ein Jahr später erschienene “Puppenstille” habe ich gelesen und sie  von den “Büchertürmen der Lyrik im März”, beziehungsweise von sonst irgendwo bekommen, von den Büchertürmen  stammt jedenfalls der “Räuber”, den ich, glaube ich, noch immer nicht gelesen habe, dafür einmal am Karlsplatz den Film gesehen und die “Puppenstille” habe ich, glaube ich, einmal auf eine der “Sladky-Wanderungen” mitgenommen und dann mit Christa M. darüber gesprochen, die in Traisen wohnt und Martin Prinz, weil ihrEx- Mann, glaube ich, Zahnarzt in Lilienfeld war, kennt.

Das dritte bei “Jung und Jung” erschienene Buch “Ein Paar”, Manfred Müller nannte es, eine “Trilogie der Bewegung” habe ich weder gelesen, noch in meinen Besitz und Martin Prinz hat sich auch, wie er sagte 2010 von “Jung und Jung” aus materiellen Gründen wahrscheinlich, weil man da nicht auf die deutschen Buchpreislisten kommt, getrennt und im vorigen Jahr ein Stipendium der Stadt Wien gehabt, wo er schon aus seinem demnächst wahrscheinlich bei einem großen deutschen, noch unbekannten Verlag erscheineden Roman, “Die letzte Prinzessin” im MUSA gelesen hat.

Dazwischen ist noch 2010 bei C. Bertelsmann ein Buch “Über die Alpen”, ein Reisebericht wahrscheinlich erschienen, aber schön der Reihe nach, denn Manfred Müller stellte sich diesmal nicht an das Pult und rezitierte, den Lebenslauf sondern setzte sich neben Martin Prinz und sagte, daß er viele Fragen aufgeschrieben hätte, denn Martin Prinz Eintrag bei “Wikipedia” sei einer der kürzesten, den er je gesehen hätte, so handelte er den Lebenslauf des jungen, sehr sympathisch wirkenden Autors, im Gespräch ab, der sehr viele seiner Bekannte, wie die Deutschlehrerin und den Lateinlehrer und auch einige “Standard-Redakteure” im Publikum sitzen hatte.

Denn Martin Prinz hat, nachdem er in Wien geboren und in Lilienfeld aufgewachsen ist, Germanistik und Theaterwissenschaft studiert, weil er sich nach der Matura noch nicht bereit zum Schreiben gefühlt hat und ein Notizbuch, das er einmal in einem Cafe in St. Pölten liegen hatte, ist ziemlich leergeblieben.

Er hat dann aber doch schon sehr früh Stipendien bzw Reiseaufenthalte in Palliano etc bekommen und dafür auch ein Romanmansuskript geschrieben, das war sein erstes, noch früher als der “Räuber”, die Verlage wollten es aber nicht, so hat er in Palliano sehr schnell den “Räuber” geschrieben und weil er gesehen hat, daß man von seinen Büchern nicht leben kann, hat er  angefangen beim “Standard” Artikel über Politik, Reisen und das Lesen zu schreiben.

Die werden vielleicht auch einmal in Buchform erscheinen, jetzt hat er jedenfalls einen Text über “Marlen Haushofers “Brav sein ist schwer” vorgelesen und er ist auch, wie Manfred Müller ebenfalls einleitete, sehr viel auf Reisen. Ein Reiseschriftsteller oder ein Nomade und seine Reiseberichte, die dann im “Standard” erscheinen sind sehr ungewöhnlich oder mystisch, so beispielsweise der über “Cannes”, dann gibt es noch einen politischen Artikel über den “Islamischen Staat” und viele andere und außer “Der letzten Prinzessin” wird demnächst noch was Autobiografisches oder was über Lilienfeld mit dem Titel “Der König von Lilienfeld” erscheinen, denn da ist einmal der kleine Martin im Schulhof gestanden und hat sich das von sich gedacht.

Er hat auch viel gelesen im Alter zwischen acht und zwölf, was ein Entlehnausweis der Bücherei beweist, obwohl er sich an die Bücher nicht mehr erinnern kann. In der Pubertät hat er zu schreiben aufgehört und ist erst während des Studiums wieder zum Lesen zurückgekommen und hat sich vor allem für Handke sehr interessiert und selber nie Lyrik und auch keine Kurzgeschichten geschrieben.

Interessant dieses Autorenportrait, das in einem Dialog zwischen dem Germanisten aus Zell am See und Martin Prinz stattfand, der sich in Lilienfeld immer als Wiener ausgab, weil das interessanter ist und sich, wenn er seine “Standard-Artikel” kommentierte, einmal als Martin Prinz ausgab, was ihm dann niemand glaubte.