Hansjörg Zauner aufgefrischt

Der zweite Autor, den sich Markus Köhle für seine “Aufgefrischt-Reihe” ausgesucht hat, ist der 2017 an den Folgen einer Hüftoperation verstorbenen Hansjörg Zauner, den ich, als ich in die GAV gekommen bin, im Kreise des “Fröhlichen Wohnzimmers” der Ilse Kilic, die damals dort Sekretärin war, kennenlernte und der durch die rosa Anzüge und den großen Brillen, die er immer trug, auffiel. Er ist, glaube ich, ein Obertrauner Wirtsohn, der sich der experimentellen Sprache gewidmet hat und der 1996 als ich dort einmal zuhören fuhr, gelesen hat und mir stolz erzählte, daß er in der “Edition neue Texte” des Heimrad Beckers verlegen würde.

Nach seinem Tod gab es, glaube ich, in den “Manuskritpen” seine Texte und eine Lesetheateraufführung im Weinhaus Sittl gab es auch und jetzt hat Markus Köhle, der Texte und den Lebenslauf zitierte, den 1960 geborenen Christian Futscher, als Auffrischer ausgewählt, der glaube ich mit dem Hansjörg auch befreundet war. Zumindest gibt es ein Foto von einer Lesung im El Speta, zu dem mich der Rudi, der ja, glaube ich, auch zu dem Kreis gehörte, eingeladen hat, wo er gelesen hat oder Zuhörer war und er erzählt in seinem Text auch von seinen Erlebnissen mit Hansjörg Zauner, der in der Straßenbahn gern Reinhard Priessnitz zitierte und mit Futscher Bücher bei “Droschl” hatte. So zitiert er seine Leblings-Zaunersätze und beschäftigt sich auch mit dem Sport, der für Zauner, den er auch als Visionär bezeichnet, offenbar sehr wichtig war.

“Schmiede bleibt Risengecko verkehrt” ist einer der visionären Sätze und als Christian Futscher Mitte zwanzig war, hat er ihn das erste Mal in der “Schmiede” gehört und ich weiß nicht, ob ich Hansjörg Zauner auch einmal dort hörte. An eine Galerienlesung kann ich mich da eher erinnern, aber ich blogge ja erst seit 2008 und kann daher auch nicht wirklich nachsehen.

Christian Futscher erzählte, daß Hansörg Zauner wenig Geld hatte und daher Null-Schillingtage eingeführt und da wenig gegessen hat und sich als Künstler fühlte, obwohl er bei seinen letzten Lesungen kaum Publikum hatte und seine Bücher auch nicht sehr verkaufte.

Dafür wird er jetzt von der Nachwelt sehr geehrt und als nächste Lesende hat sich Markus Köhle , die 1997 geborene Tara Meister ,ausgesucht, die ich glaube ich, schon mal beim Slam B hörte. Sie hat Medizin studiert. Wird jetzt nach Leipzig ans Literaturinstitut gehen und auch bald ihren ersten Roman verlegen und hat den Hansjörg wohl kaum sehr gekannt, sich aber, wie sie sagte mit seinen Texten beschäftigt und da das Cafe Jolly zitiert, in das der Hansjörg gern ging und glaube ich auch einen Text diesen Namens hat. Dann kamen ihre Texte aus dem “Wasserzyklen”, wo toten Fische auf der Straße liegen, weil der Hansjörg einen ähnlichen Text hatte, um den “Peter Pan” geht es auch. Einen Text hat sie auf Hansjörg Zauners “Marzipankleid” gedichtet.

Markus Köhle fragte dann, ob man etwas unvorstellbares schreiben könne und kam zu dem Schluß, daß es immer um die Sprache ginge. Ein “Feribord” von Gerhard Jaschke aus 2016 gibt es auch, daß ich in Wien haben müßte und als nächster kam der 1986 geborene Jopa Jotakin, der jetzt als geschäftsführender Sekretär in der GAV tätig ist, sich in vielen Vereinen betätigt und auch viele Bücher geschrieben hat, der wild und lautstark aus Zauners Wortschöpfungen zitierte und Markus Köhle hat auch augedeutet, daß Hansjörg Zauner ein sehr sinnlicher Autor war, was Jopa Jotakin sehr gut zum Ausdruck bringen konnte.

“Nicht ich bin das Wort, sondern die Schnur, ich zerschneide das Glas und sage Temperatur”, wie es beispielsweise bei Zauner heißt oder hat es Jopa Jotakin so nachgereimt?Die “Wörter haben ihn jedenfalls angerichtet” und Jopa Jotakin ist, glaube ich, im Schreiben auch Hansjörg Zauner im Schreiben sehr ähnlich und am Schluß performte er noch mit zweimal Jolly-Eis, während die Texte vorgetragen wurden und es war sehr fein, denke ich, sich wieder einmal mit Hansjörg Zauner zu beschäftigen und sich an ihn zu erinnern. Die “Aufgefrischt-Reihe” wird wie Markus Köhle versprach auch im Herbst weitergehen.

Die gestohlenen Jahre

Da habe ich ja am Donnerstag wahrscheinlich mit zu vielen Anführungszeichen, wie meine Kritiker meinen könnten, die “Uhren” abgeschlossen und dem Alfred übergeben und bin dann das Wochenende in Harland ziemlich orientierungslos herumgetappt.

Ich weiß nicht über was ich schreiben soll? Aber das muß ich doch, sonst fühl ich mich leer. Denn was soll ich außer meinen Stunden sonst anderes tun? Lesen ja. Aber das Spazierengehen und das andere ist ja derzeit immer noch sehr eingeschränkt. Ich habe dann meine Bücher geordnet.

Es gibt, herhören vierundfünfzig Selbstgemachte, dann die “Hierarchien” aus der “Edition Wortbrücke” des Jack Unterwegers,, die zwei Fach–und Sachbücher übers Stottern und dann die drei, die noch fertig werden müßen.

Der “Arbeitstitel”, wo noch das Cover fehlt, sonst könnte es schon an die Druckerei gehen , dann das “Frauenleiden” und die “Uhren”. Ich habe wieder ein bißchen in den Romanideenartikele der Jurenka Jurk gesurft. Da Wörter aus Bücher schreiben oder Clustern. Aber über was, wenn ich da drei Wörter habe und über Corona will ich eigentlich nicht mehr, was aber sonst?

Dann bin ich am Sonntag mit dem Alfred auf die Rudolfshöhe gegangen und da sind wir dann “Die gestohlenen Jahre” eingefallen. Ja da habe ich und all die anderen zwei Jahre plus nach oben offen verloren.

Die Kinder und die Jugendlichen betrifft das ja besonders und wie man jetzt an dem Geschrei über die Gratistests, die es ab ersten April nicht mehr unbegrenzt gibt hört, sind ja alle traumatisiert. Beschimpfen den Gesundheitsminister, daß er schon wieder versagt hat. Aber wenn er was sagt, schreien alle “Das wollen wir nicht!”

Wie kommen wir aus der Situation heraus? Das ist ja die Frage. Nicht mehr testen, Maske tragen, wenn man will. Ansonsten aufpassen, denke ich. Aber ein Drittel schreit nach mehr Maßnahmen, das andere will alles öffnen und das dritte steht dazwischen und Eigenverantwortlichkeit ist überhaupt kein Thema.

Nein, denn alles muß von oben angeordnet sein und dann hört man immer alles wird teurer. Die Semmeln, die Ostereier, die Energie und wir müssen uns entscheiden essen oder heizen? Dann könnte auch noch der Atomkrieg kommen. Also alles sehr beschissen und noch viel mehr Jahre verloren. Was ja wieder mein Problem sein könnte, wenn ich so tue, als wär schon alles vorbei! Ach nein, denn im Herbst kommt vielleicht schon der nächste Virus und gegen Atomkrieg helfen die Masken auch, wie ich von Werner Gruber hörte, der ja alles sehr viel besser weiß, so daß wir die vielleicht nie mehr loswerden und ich nie mehr einkaufen kann.

Also ein paar Jahre in die Zukunft gehen. Da gibt es eine Barbara, die gerade in Medizin promoviert. Sie ist fünfundzwanzig und am 13. 3. 2020, als die Pandemie begann, achtzehn geworden. Da gab es keine Party oder nur ein heimliches Treffen mit ihrem Freund Simon. Jetzt hat sie promoviert. Die Facharztausbildung in Anästhesie wartet und die Großtante Hedwig, achtzig, eine gewesene Journalistin schenkt ihr ein Buch, das die “Gestohlenen Jahre” heißt, das von einem Simon Bauer stammt. Sie wohnt bei der Großtante und der Großmutter Anna, fünfundsiebzig, ehemals praktische Ärztin. Ist 2022 nachdem ihr Vater Franz und Statistiker, bei dem nach der zweiten Impfung ein Krebs ausgebrochen ist, an Covid verstarb und sich die Mutter Margit, eine Sozialarbeiterin, deshalb eine Überdosis Schlaftabletten nahm, zu ihr gezogen.

Da hat sie sich auch mit ihren Freund Simon, mit dem sie im selben Gymnasium war, zerstritten, der an der WU studierte. Da gab es 2G und er ist verschwunden. Vorher waren sie sich uneinig, denn Simon wollte mit ihr immer auf Demos gehen und war Corona kritisch. Sie war eigentlich angepasst und geimpft, wie die Großmutter und die Mutter, deren Weltbild nach dem Tod des Vaters zerbrach. Die Tante war da kritischer und jetzt liest die traumatisierte Barbara, die die letzten Jahre durchtauchte und angepasst fertig studierte, das Buch und macht sich auf die suche nach Simon, denn sie dann bei einer Lesung in der “AS” wiedertrifft.

So weit, so what. Das ist die Grundidee, wo ich schon ein paar Notizen und Charakterbögen habe. Auch die Arbeitsbögen der Jurenke Jurk sind ausgefüllt. Was ich mir erwarte ist, daß ich endlich einen längeren Text, der zumindestens “Nano-Maße” erreicht. Das ich mir Zeit lassen kann, ist klar. Da bin ich jetzt ja eher hektisch. Den Roman kommen, wachsen lassen und das lang und genau beschreiben, wie die Pandemie, das Leben der zwei jungen Leute zerstörte und dazwischen das Zeitgeschehen beobachten. Anschauungsmaterial habe ich ja genug. Also wieder was Neues, Freunde es, geht weiter und wird das einundsechzigste Buch. Ich werde darüber berichten, mal sehen wie es euch gefällt?