Sightseeing- Shopping und Recherchetag

Ich habe ja, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, für mein Schreiben bestimmte Rutiale und das gilt besonders für den Beginn.

Wenn ich etwas beendet habe und was Neues beginne, putze ich die Fenster, dann hole ich mein Notizbuch heraus, erstelle Charakterbögen oder gehe durch die Stadt spazieren, um Idede für die Handlung zu bekommen.

Das trifft für den Beginn für das schon Neue zu, um das Alte abzuschließen und zu feiern, gehe ich auch gerne zum MC Donald einen Cheeseburger kaufen oder mache eine sogenannte Shoppingtour und wenn der Alfred auf China-oder Amerikareise ist, versuche ich mich auch gerne als Wien-Touristin. Das alles um mich zu belohnen oder auch in das nächste Werk hineinzukommen, denn daß die Hemmung und das “Das kann ich nicht!” oder “Das wird sicher wieder nichts!”, mir öfter einen Streich spielt, darüber habe ich schon geschriebern.

Diesmal hat sich das mit den Ritualen etwas hingezogen, denn eigentlich wollte ich ja im Juni, als der Alfred in den USA war, durch die Stadt flanieren, wie ich es ja im Jahr davor mit der Ruth getan habe und den öffentlichen Raum erforschte.

Aber dann wurde ich nicht und nicht mit dem Korrigieren der “Unsichtbaren Frau” fertig, habe zwar inzwischen etwas geschoppt und auch ein bißchen das “Literaturgeflüster” gefeiert.

Aber zum Flanieren wäre ich erst gekommen, als der Alfred schon zurück war und da haben  schon meine Sommerfrischenwochenende begonnen und da bin ich zwar einmal mit dem Rad nach Wilhelmsburg und einmal in den Traisenpark gefahren, aber sehr zum Recherchieren sind diese Orte nicht geeignet.

So habe ich stattdessen mein Konzept erstellt  und auch ein paar Artikel über meine Schreibarbeit verfaßt, über das Zeitmanagement, da ich mir da ein paar diesbezügliche Videos angesehen habe, über die Wichtigkeit des regelmäßigen Schreibens und, wie das die Handlung verändern kann, wenn man es nicht regelmäßig tut.

Das tat ich dann auch nicht, weil ich ja für die Schweiz Reise unterbrochen habe, dann kam auch schon das Buchpreisbloggen und die Bücher stapeln sich im Badezimmer, meinen Handlungsplan habe ich aber wieder aufgenommen, mich zwischen durch ein bißchen mit dem Uli gestritten, ob ich den Schreibmaraton mit lockeren Muttern bestreite, ich denke nicht so sehr, wie er es glaubt, denn zwölf Szenen und cirka fünfzig Seiten sind  inzwischen bei der Magdalena Kirchberg entstanden und ich habe bezüglich Schweizurlaub unterbrochen, aber als ich die Verlage bezüglich des dBps angeschrieben hatte, wieder damit angefangen und weil ich am heutigen Freitag in Wien war, aber keinen Stunden hatte, konnte ich mir die Zeit auch für das Recherchieren, Konsumieren, Wien- Touristin spielen oder was auch immer reservieren und bin am Morgen munter mit dem neuen roten Notizbuch, das mir der Alfred in Genf gekauft hat, losgezogen.

Eine Dreizehnte vielleicht nicht so vollkommene Szene, hatte ich am Donnerstag zwischen dem Abrechnen, den Stunden und vor den O-Tönen noch geschrieben und dabei festgestellt, daß ich nicht wirklich weiß, worüber Magdalena Kirchberg jetzt ihren Roman schreibt und was es mit den drei Personen in dem Auto, die sie an ihren Geburtshelfer, ihre Hebamme, als sie ihre Tochter Magda gerboren hat und den Psychiater, den man ihr schickte, erinnerten, auf sich hat.

Daß, die aber vielleicht doch eine Rolle spielen und der Geschichte vielleicht eine Wende bringen, ist mir vorgeschwebt, als ich am Morgen losgezogen bin und zuerst am Postamt in der Pilgramgasse, die “Volksstimme-Anthologie” von 2016 und den “Hammer”, den die ich dem Uli versprochen hatte, losschickte.

Dann habe ich mir beim McDonald ein zweites Frühstück besorgt, mich damit in den kleinen Park in der Hofmühlgasse gesetzt und mein Notizbuch hervorgenommen.

Da ist mir klargeworden, daß die Sofia Böhm eine Freundin der Ruth Matuschek ist und ihr bei einem Besuch von den Sorgen erzählt, die sie mit ihrer Tochter Ulla hat. Die ist Sekretärin bei einem FPÖ- Funktionär aber mit einem linken Aktivisten befreundet und ich wußte, wer die drei im Auto waren.

Die Magdalena Kirchberg weiß das noch nicht, ihr wird aber von ihren Nachbarn Momo erzählt, daß der Psychiater Matthes Enck von dem seine Klientin Maria Matuschuk angeblich besucht wird, schon vor fünfzehn Jahren gestorben ist.

Das hilft ihr bei ihrem Roman wahrscheinlich nicht weiter und die Nichte Ruth verhilft ihrer Tante zu experimentellen Ruhm, den die gar nicht will und schmeißt am Schluß ihre selbstgemachten ihre Bücher weg und die Maria vielleicht das experimentelle Buch, während sich Nastasja Stankic klarwerden muß, ob sie eine Beziehung zu dem tätowierten Prostliedsänger Stefan Hager haben will.

Soweit so gut, als Konzept und noch ziemlich unausgegoren, aber darüber kann ich mich ja in zwei Wochen machen, wenn der Alfred wieder mit dem Karli für ein paar Tage verreist, dann mache ich ein ausgedehntes Schreib-, Plotting oder Korrigerretreat und meine Rituale sind beendet,  ich kann mich an das Rohkonzept machen und werde heuer höchstwahrscheinlich nicht beim “Nanowrimo” mitmachen, weil ich da korrigiere oder schon hundert Seiten habe, aber was weiß man schon so genau?

Der Recherche-Schopping-Tag war dann noch sehr interessant, denn da am Montag die Schule beginnt, habe ich viele Kinder gesehen, die mit ihren Vätern, Müttern oder Omas Schulsachen einkaufen waren. Eine Mami hat ungedudig “Komm schon, Ulla!”, zu ihrer Tochter gesagt und ich habe gewußt, wie Sofia Böhms Tochter heißen wird.

Habe dann ein paar Kosmetikartikel gekauft, weil ich jetzt beim Yves Rocher eine Kundenkarte habe und ein paar Büroartikel, weil mir die Kuverts, die Büroklammern und die Schnellhefter ausgegangen sind.

In einem “Hongkong-Haus” genannten Billigladen, eine bunte Kette aus echten Steinen, wie angeschrieben stand, um drei Euro, weil ich das liebe Fischkettchen, das ich mir in Split, glaube ich, um die zweihundert Kunar, die ich in Dubrovnik gefunden habe, verloren habe und dann noch in einem tollen Geschäft in das ich schon immer gehen wollte, einen tollen teueren Pullober für den Herbst, den ich gleich anziehen werde, wenn ich demnächst zu einem Film ins Museumsquartier gehen werde.

Im “Haas-Haus” habe ich dann Bruschetta gegessen und einen Gespritzten getrunken, weil mir der Hugo zu teuer war und die feinen älteren Damen, die sich dort trafen, beobachtet, dann noch einen Cappuchino und ein Croissant in den neuen Cafe, beziehungsweise in dessen Vorgarten, an dem ich immer vorbei gehe, wenn ich in die “Alte Schmiede” will und dann noch im Stadtpark meinen Mittagschlaf gemacht.

Dabei ist mir  eingefallen, daß ich die dreizehnte Szne noch korrigieren und meine Recherchebeobachtungen bloggen sollte und so habe ich meine Schreibrutuale hiermit beendet und kann munter weiterschreiben und das gelingt bis jetzt eigentlich ganz gut.

Abschlußveranstaltung mit Bernhard Strobels Palme und Peter Henischs Leben

Bernhard Strobel, Daniela Strigl

Bernhard Strobel, Daniela Strigl

Der Sommer neigt sich zu Ende, es ist auch schon ziemlich kalt und windig und so fand die Abschlußveranstaltung der heurigen O-Töne wieder im Arena Quartier statt und als ich so um halb sieben mit Hilmar Klutes “Was dann nachher so schön fliegt”, ein Buch über den deutschen Literaturbetrieb und den Einstieg in denselben aus den Neuzehnachtzigerjahren  eintraf, wurde gerade geprobt, denn Peter Henisch wollte, was ich eigentlich nicht wußte, einmal Sänger werden und er hat auch eine Band und so probten sie gerade seine sehr poetischen Lieder.

Es war auch sehr viel ausreserviert, fand doch die Abschlußveranstaltung zu Peter Henischs fünfundsiebzigsten Geburtstag am siebendundzwanzigsten August, statt und so trafen nicht Julia Danielczyk , sondern auch Alexandra Millner, Doris Glaser, Cornelius Hell und  andere österreichische Literaturexperten ein, auch Henrike Blum, die den “Droschl-Literaturverlag” vertrittt, denn bei dem vorher präsentierten Debutanten handelte es sich, um den 1982 geborenen Bernhard Strobel, der zwar schon, ich glaube, auch bei “Droschl” drei Erzählbände herausgebracht hat, aber die Literaturexeperten halten sich da nicht genau daran, was ein Debut ist?

Alles, was als Erstes bei dem entsprechenden Verlag erscheint also, weitgetroffen wie bei Mareike Fallwickl oder meistens der erste Roman, wie Daniela Strigel in ihrer Einleitung betonte und der “Im Vorgaten der Palme” scheint auch sehr skurril zu sein oder, wie offenbar bei Strobel üblich, hintergründig hinterfotzig. Geht es dabei doch offenbar, um ein Familiengeheimnis oder ein Familienzerwürfnis. So ist der Protognist sauer auf seine Frau und seine Schwiegermutter, hat ein kleines Kind und fühlt sich von allen ausgetrickst.

Peter Henisch

Peter Henisch

Dann kam der große Peter, beziehungsweise das Geburtstagsständchen und für alle, die es noch nicht wissen, ich betrachte mich eigentlich als  Peter-<henisch Fanin, Fangirl will ich nicht sagen, denn dazu bin ich nicht mehr jung genug und finde diese Bezeichnung eigentlich auch für blöd.

Habe aber, als er noch bei “Residenz-alt” erschienen ist, fast alles von ihm gelesen und sein Realismus hat mich, als ich in den Siebziger und Achtzigerjahren zu schreiben begonnen habe, sehr ermutigt und bei jedem Buch habe ich gedacht, jetzt schaffe ich es auch zu “Residenz”.

Welch ein Irrtum, würde wieder Ernst Jandl sagen, die Ähnlichkeit zwischen mir und ihm scheint aber auch zu sein, daß er seine Werke zitiert, so in dem neuen kleinen feinen Bändchen “Siebeneinhalb Leben”, denn Peter Henisch scheint ein Katzenfan zu sein und in dem Buch kommt ein Paul Spielmann vor, Protagonist aus der “Sehr kleinen Frau” und ein Max Stein, Protagonist aus “Steins Parnoia”, an das ich mich noch sehr gut erinnern kann, daß ich als ich es las, dachte, jetzt schaffe ich es auch dorthin, denn ich habe ja auch über die “Waldheim-Affaire” geschrieben und in dem “Bibliothekgespenst”, kommt auch ein Bjuch vor, das ich einmal geschrieben habe.

In “Siebeneinhalb Leben” sitzt der Protagonist im Türkenschanhzpark, wo heute, glaube ich, auch die Identiärtren sitzen und will ein Buch schreiben. Da kommt  Max Stein daher und erklärt ihm, daß er ihm in “Steins Paronia” falsch geschrieben hat und der verdutzte Autor antwortet “Hören Sie, alles erfunden und alle Ählichkeiten mit  anderen Personen sind zufällig”, etwas was mir auch schon ein paar Mal passierte und vielleicht noch passieren wird.

Peter Henisch & Band

Peter Henisch & Band

“Aber den Waldheim haben sie nicht erfunden!”, lautete die Pointe, wo Peter Henisch zur Musik und seiner Band hinüberwechselte und dann noch kurz aus zwei anderen Büchern las, die ich schon gelesen habe, die der “Deuticke Verlag” aber zu seinem Geburtstag wiederauflegte, nämlich “Der Mai ist vorbei” wo es, um das Jahr 68 und, ich glaube auch um die “Wespennest-Gründung” geht, deshalb war auch Gustav Ernst im Foyer und der ist ja mein zweites österreichisches Vorbild, sowie den “Peppi Prohaska”.

Dann kamen schöne Liebesleder und am Schluß “Hallo Tod, heute hab ich keine Angst mehr vor dir!”, bevors zu neuerlichen Geburtstagswünschen und einen Blumenstrauß ging und ich denke, wenn das neue Buch am Dienstag, wenn dann die öst Liste verlautbart wird, darauf steht, weiß ich wieder wer gewinnt, allerdings habe ich mich da schon im letzten Jahr geirrt, als ich da an Florian Lipus dachte, beim ersten Mal lag ich richtig und da war ich ja kurz vor der Shortlistverkündung in der “Alten Schmiede” bin neben Peter Henisch gesessen, der im Publikum war und habe ihm erklärt, daß da sicher, die Frau Mayröcker gewinnen wird. Er hat es gelassen genommen und mich heute sogar gegrüßt und es war ein  stimmungsvoller Abschluß, der heurigen O Töne und jetzt mache ich noch einen Recherchetag, wo ich auch versuchen werde, sowohl der Welt, als auch dem Leben “den Haxn auszureißen” und dann geht es auf zum Volksstimmefest, wo ich aus meinem  noch nicht erschienene Werk, nämlich der “Unsichtbaren Frau” ein Stück lesen werde.