Elfriede Czurdas Ernst Jandl Dozentur

Die “Ernst Jandl Dozentur für Poesie” ist ein Projekt der Alten Schmiede und der Uni Wien, zwei öffentlich zugängige Vorlesungen, die im Juni von namhaften Lyriker an der Uni gehalten und in der “Alten Schmiede” kommmentiert werden.
Alexander Nizberg hat das Pojekt 2010, das von dem Germanisten Thomas Eder gegleitet wird, begonnen, dann war Ferdinand Schmatz der Vortragende und im Vorjahr Marcel Bayer, etwas das bisher an mir vorbeigegangen ist, wahrscheilich weil ich mich für Poetikvorlesungen und experimentelle Lyrik doch nicht so sehr interessiere, vielleicht weil ich auch nur keine Zeit hatte.
Diesmal war die 1946 in Wels geborene Elfriede Czurda die namhafte Persönlichkeit, die auch experimentelle Prosa schreibt und die, wie sie bedauerte, der konkreten Poesie zugeordnet wurde, was sie beengte, weil sie keine Eindordnungen will.
Die erste Vorlesung hat im Rahmen der “Poliversale” stattgefanden, die zweite vorige Woche unter dem Titel “Sprache Denken Zeichen” im Hörsaal 31 und weil ich beide versäumte, bin ich heute ziemlich unbedarft in die “Alte Schmiede” hineingeschneit.
“Mit Hörerinnen der beiden Vorlesungen” stand noch im Programm und als ich das literarische Quartier erreichte, hielten die zwei Studentinnen und drei Studenten gerade eine Besprechung ab, Peter Waterhouse war da und noch ein paar andere Studenten und Poetikinteressierte, sowie ihr Verleger von der “Edition Korrespondenzen” und ich kenne Elfriede Czurda als experimentelle Autorin, sie hat auch beim Bachmannpreis gelesen, länger in Berlin gelebt, der Roman “die Giftmörderinnen” ist mir bekannt, “Voik”, wo es um die Sprache nach der Wende geht, steht auf meiner Leseliste, bei der “Edition Neue Texte”, bei “Droschl” und “Rowohlt”, etc verlegt.
Thomas Eder leitete ein und begann mit einem Zitat von Ernst Herbeck, das in den Vorlesungen gefallen sei, im “inszenierte Poetik” ist es auch gegangen und forderte die Zuhörer sich mit Fragen einzumischen.
Elfriede Czurda erzählte dann ein bißchen was von ihren literarischen Vorbildern, Ernst Jandl beispielsweise und von der Form, die wichtig sei und wurde von einem Studenten unterbrochen, der von Marcel Bayers Vorlesung im vorigen Jahr erzählte und sie mit ihrer verglich. Er hat mit seiner Poetik angefangen und Elfriede Czurda meinte, daß sie das nicht wolle, weil ihre Werke für sie abgeschlossen seien und sie sich danach nicht mehr mit ihnen beschäftigen würde.
Dann tat es es doch ein bißchen, erzählte, daß sie sich viel mit künstlicher Intelligenz und den entspechenden Neuronentheorien beschäftigen würde. Sie würde auch einmal ein Wort verwenden, das sie nicht verstünde, das wäre ihr auch bei ihrer Vorlesung so passiert, ein Wort, das aus der Sprachtheorie kam, nett klang, vielleicht aber auch gefährlich wäre.
Ein anderer Student wollte wissen, was sie unter “Sprachreflexe” verstünde.
Die Beschäftigung mit Fernost wäre ihr auch sehr wichtig, so hat sie öfter in Japan unterrichtet und erzählte ein bißchen was darüber, auch die Zahlenmystik sei ihr wichtig, da war ich glaube ich auch einmal bei einer entsprechenden Präsentation.
Ein Zuhörer stellte die Frage, mit wem sie sich über ihre Poetik austauschen und welche Räume sie dafür brauchen würde?
Interessant und sehr abstrakt, vielleicht auch ein Balanceakt einfach in das Konversatorium hineinzuschneien und die Vorlesungen nicht zu kennen. So nehme ich mir mit, mich auf das Buch “Voik” zu freuen und auch darüber, daß ich jetzt gerade Herbert Rosendorfers “Briefe in die chinesische Vergangenheit” lese, die vielleicht ein kleines bißchen damit vergleichbar sind. Denn ich bin ja keine experimentelle und auch keine konkrete Lyrikerin, sondern eine psychologisch realistisch Schreibende, die sich heute auch mit ihren “Deja vue Protagonisten” beschäftigte und sonst wieder sehr viel, was mich nicht sehr freute, korrigerte und wieder viele Fehler fand.
Es war aber spannend von Elfriede Czurdas Lao-Tse Übersetzungen und ihre Texte um ihn herum zu erfahren und auch ein kleines bißchen ihrer Sprachwelt näherzukommen.

Deja-vue

Für die, die wissen wollen, was es mit meinen vier Monate Stadtschreibe-Plänen geworden ist und warum es hier keine Schreibberichte gibt, es ist noch nicht sehr viel daraus geworden, denn ich korrigiere noch immer mehr oder weniger lustlos an der “Brüderschaft” und der “Anna” herum, finde Fehler um Fehler, immer blödere und immer mehr, denke “Es ist eh egal! und ich bräuchte einen Antrieb der von Außen kommt und mich herausholt, einen Anruf vom Kulturamt oder einem Verlag beispielsweiste!”, weiß, daß da nichts kommt und ich endlos trödlen könnte, wenn ich mich nicht selber heraushole und so ein Plan, wäre ja der Schreibesommer gewesen.
Im Juni wird es mit dem Stadtflanieren aber nicht viel werden, obwohl ich schon einen Hunderter in ein Kuvert getan habe, um das nötige Startkapital zu haben, für Hamburger, Eis und Pommes frites vielleicht. Das heißt vor einer Woche bin ich in den Zehnten zu einem Adipositastreffen in die Gebietskrankenkassa gegangen und bin dabei vor einem schleudernden Auto in ein Geschäftsportal geflüchtet und ein paar zündende Ideen für mein Projekt habe ich heute früh um sechs auch schon gehabt.
Da gibt es ja inzwischen was mit dem 13. 3. 2033, ein Projekt das “Innere Stadt” heißen und von genreproduzierten Kindern und ihren Traumen handeln könnte, habe ich vor ein paar Wochen auch verlautet, heute ist mir dann das “Deja vue” eingefallen. Denn da gibt es ja ein paar Figuren aus meinen früheren Texten, die mich weiter beschäftigen. Den Psychiater Theo Hardenberg vielleicht, die Schreibtrainerin Fritzi Jelinek, die prekär beschäftigte Studentin Nika Weihnachtsfrau, Felizitas Fee, die schöne Obdachlose, die in den Katakomben Wiens haust und ein Pantscherl mit einer “Jörg-Haider-Figur” hatte und dann in Zeiten, wo wir des ersten Weltkrieges gedenken, könnte auch ein Schutzengelchen namens Miranda auftauchen, das im Leib ihrer Mutter gestorben ist, nachdem die erfuhr, daß der Vater fiel und mit diesen Figuren könnte ich mich dann in zwei Wochen, wenn die Harlander Sommerfrische beginnt und ich mit dem Korrigieren vielleicht doch einmal fertig werde, auf Szenensuche begeben, wild vor mich hinschreiben, ein Romankonzept entwerfen, etc, der Fantasie sind alle Räume offengelassen und heute bin ich sowieso beschäftigt, meine Lesung am Freitag im “Werkl im Goethehof” vorzubereiten.
Da soll ich eineinhalb Stunden aus meinen Werken lesen “Dreißig Bücher in fünfzehn Jahren” habe ich es großspurig angekündigt und “Das “Literaturgeflüstertextebuch”, die “Kerstin”, und die Works in Progress dazu angegeben. Da muß ich nun eine Reihen-und Szenenfolge abstoppen, obwohl, weil ja gleichzeitig das Donauinselfest abläuft, zu befürchten ist, daß wieder niemand oder nur ganz wenige kommen.
Die Ruth hat sich, glaube ich, schon angekündigt, weil sie sich den Lesungsort ansehen will.
Ansonsten wird es diese Woche ein paar schöne Veranstaltungen geben, ich lese meine endlos Leseliste hinunter, “Kampflesen”, nennen das die Bücherblogger, die sich über die, die immer über ihre Bücher schreiben, die sie lesen wollen oder gelesen haben und Listen und Statistiken darüber anlegen, ärgern, aber was soll man machen, wenn man viele Bücher hat und die Übersicht nicht verlieren will?
Ansonsten warte ich auf die Bekanntgabe, wer den “Veza Canetti Preis” bekommen wird, tippe zwischen Friederike Mayröcker und Marlene Streeruwitz, die Judith Gruber-Rizy wäre auch eine geeignete Kanditatin, weil noch förderbar und mit der Veza Magd bzw. Veronika Knecht hat sich sich auch einmal beschäftigt und einen Text darüber geschrieben, den sie auf einer “Tag der Freiheit des Wortes-Veranstaltung” gelesen hat.
Der diesmalige “Wildgans-Preisträger” steht dagegen, wie auf www.buecher.at zu erfahren war, schon fest und wir können Norbert Gstrein mehr oder weniger herzlich gratulieren und nächste Woche, die Anna holt sich heute das Auto ab, um damit zwei Wochen nach Deutschland zu fahnren, wird es dann ein wenig hektisch, denn am Vor- und Nachmittag, die Sommerakademie im “Learning Center der WU”, dort, wo der Alfred arbeitet, so daß ich mit ihm essen gehen kann und am Abend die Bachmannlesungen nachholen und dazwischen noch ein bißchen meine Bücherliste hinunterlesen.
Da werde ich auch nicht viel zum Korrigieren kommen, aber dann gehts schon nach Harland in die Sommerfrische und vielleicht fällt mir dort dann noch ein bißchen was zu meinen Figuren, beziehungsweise für das kommende Projekt ein und das Sechsjahresjubiläum gibt es natürlich auch.