Dreimaliges Preisgeschehen

Heute ist es in dieser höchst literarischen Woche mit den Preisverleihungen rund um gegangen und es war gar nicht so einfach die richtige Wahl zu treffen.
So wurde der Theodor Kramer Preis heuer nicht mehr im Mai und nicht mehr in Krems in der Minoritenkirche bzw. im Literaturhaus vergeben, sondern heute in Niederhollabrunn, Theodor Kramers Geburtsort an Manfred Wieninger und Margit Bartenfeld-Fellers und wir sind ja solange der Preis in Krems vergeben wurde, regelmäßig an den Wochenenden wo wir in Harland waren hingegfahren.
ber heute hatte diese Preisverleihung, zu der mich die Gesellschaft und Konstantin Kaiser sehr oft angemailt und eingeladen hat, eine große Konkurrenz, wurde doch endlich der Otto Stoeßlpreis 2012 im Literaturhaus an Angelika Reitzer vergeben und da dieser Preis für mich eine eigene Geschichte hat, war es eigentlich keine Frage, hinzugehen, obwohl wir anschließend nach Harland gefahren sind.
“Den verrückten Traum der “Thea Leitner” habe ich glaube ich einmal dafür adaptiert und gekürzt und auch noch ein paar andere Texte, gewonnen haben immer die anderen, Josef Winkler, Evelyn Schlag, Olga Flor, Andrea Grill etc, so daß ich irgendwann damit aufhörte und bei meinem Bericht über die letzte Preisverleihung auch eine Diskussion mit einem bayrischen Autor hatte, der nicht wußte, ob er hinschicken soll oder nicht.
Ich hätte ihm ja dazu geraten, die Jury, der Stiftung, die der Sohn des Dichters zu Andenken seines Vaters 1982 ins Leben gerufen hat und der Heinz Lunzer, Robert Huez und Christoph Binder angehört, hat sich aber für Angelika Reitzers Text “Maiandacht” bzw. “Frühling, Sommer…” entschieden und ich habe ja einmal, als ich noch hinschickte, eine Diskussion zwischen den Mitgliedern der Otto Stoeßl Gesellschaft gehört, daß so schlechte Texte eingereicht wurden.
Nun bin ich zwar nicht dieser Meinung und halte ich meine Texte nicht wirklich für schlechter, als die, die dann gewinnen, bin aber nur zum Zuhören ins Literaturhaus gegangen.
Beim “Wortschatz”, wo ich das doppelte Peter Henisch Buch “Zwischen den Sesseln” hineinlegen wollte, habe ich Josef Rieser, getroffen und es ihm gleich gegeben und beim Bücherschrank in der Zieglergasse war auch nicht sehr viel zu finden, dafür bin ich ich aber im Literaturhaus ins Gespräch mit einem Paar gekommen, das mir sagten, daß sie sich auch öfter an den Bücherschränken bedienten.
Zehn vor sieben war es im Literaturhaus noch ziemlich leer, so habe ich mir die “Erich-Fried-Ausstellung”, die es anläßlich seines fünfundzwanzigsten Todestages dort gibt, anschaute und das eintreffen des Publikums beobachtete. Dine Petrik ist gekommen und ein paar Damen, die eigens mit dem Zug anreisten und dann noch ein paar junge Leute.
Robert Huez hat eröffnet und das Wort an Christoph Binder weitergegeben, der verkündete, daß der Preis ab nun alle drei Jahre vergeben werden würde, da auf Grund der Bankkrise, das Kaptial knapp würde und die Otto Stoeßl-Bücher, die immer an die Preisträger verteilt wurden, hat es diesmal auch nicht mehr gegeben. Daniela Striegl, die ich in den letzten Tagen öfter gesehen habe, hielt die Laudatio und erinnerte in ihr sowohl an Otto Stoeßl und sein “Haus Erath”, das ein Buch ist, das ich jetzt endlich auf meiner Leseliste habe, an Thomas Mann “Buddenbrooks” und an Ferdinand von Saar, denn Angelika Reitzers Preistext handelt von verfallenen Häusern, alten Villen und dem Untergang der Gesellschaft, den sie nach der der Übergabe der Urkunde und des Blumenstraußes auch verlas.
Eine Frau besucht ihre Eltern in ihrem neuen Haus und beobachtet dabei eine junge Frau, die in einem Auto soetwas, wie Straßenstrich verübt und die wird dann tot in einem der Häuser gefunden und die Geschichte erzählt von ihr und ihrer Großmutter Gretel, der Mutter Manuela, den Brüdern und Cousins und immer wieder von verfallenen Häusern, Abrißen und Anbauten und natürlich von der Maidandacht und einem Marterl und es endet mit dem Kinderreim “Es war eine Mutter die hatte vier Kinder, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter” eine seltsam antiquiert wirkende Geschichte, die vielleicht dem Stile Otto Stoeßls nachempfunden wurde, in der es um arme Leuten, Mißbrauch und Gelegenheitsstrich geht.
Daniela Striegl hat in ihrer Einleitung auch etwas von einer einfachen Sprache erwähnt.
Nachher gab es was zu trinken, ich habe aber auf die Uhr gesehen und da es erst acht war, ist es sich fast ausgegangen doch ins “Phil” zu gehen, wo auch die “FM4-Preisträger” vorgestellt wurden, auf die ich durch Cornelia Travniceks Twitternachrichten aufmerksam wurde.
2009 hat sie ja den dritten Preis gewonnen und da war ich früh daran und habe mich vor lauter jungen Leute nicht recht in das Lokal getraut, jetzt bin ich zu spät gekommen und die Lesung hatte schon stattgefunden, da war das nicht so schlimm. Da ich mit dem Alfred aber ausgemacht habe, um neun mit ihm nach Harland zu fahren, habe ich die Lesungen nicht abgewartet und auch nicht versucht die Anthologie zu bekommen, sondern bin gerade, als Katharina Tiwald, die den zweiten Preis gewonnen hat, etwas von ihren Irak Erfahrungen erzählte von denen ihr Text handelte, gegangen, die Lesung der dritten Preisträgerin Elisabeth Klar, die von ihren Körperteilen und davon, daß sie sich gern in der Waschmaschine waschen würde und ihren Haarschopf irgendwo gefunden hat, erzählte, habe ich gerade noch gehört und, daß die 1991 geborene Irene Diwak mit “glück ist ein warmes gefühl oder wie ich Paul Mc Cartney erschoß” gewonnen hat, weiß ich von der Fm4 Seite. Dort kann man auch den Siegertext nachlesen. Das Thema des heurigen Wettbewerb lautete “Klick” und ich habe von den zehn Auserwählte eigentlich nur Katharina Tiwald gekannt, der ich herzlich gratuliere, vielleicht kommt noch einmal die Anthologie zu mir, denn es ist ja sehr interessant sich die Namen der Preisträger zu merken, weil man sie später vielleicht noch hören wird. So waren ja Anna Weidenholzer, Cornelia Travnicek, Valerie Fritsch und noch viele andere dabei, deren Lebensläufe ich später noch verfolgen konnte.
Und von mir kann ich vermelden, daß ich mit den “Dreizehn Kapiteln” fertig geworden bin. Das “Literatur-Geflüster-Texte-Buch” habe ich noch einmal durchgesehen. Meine “Ohrenschmaus-Empfehlungen gegeben und die Einladungen für mein literarisches Geburtstagsfest am 8. November “Sechzig Minuten aus dreißig Büchern” sind auch ausgeschickt, so wäre ich frei für meine Recherchetage bezüglich meines “Brüder-Romanprojekts”, da aber nächste Woche in Frankfurt große Buchmesse ist, werde ich in meiner freien Zeit wahrscheinlich dorthin surfen.

Wildgans-Preis und Peter Henisch-Schlußveranstaltung

Zum österreichen “Wildgans Preis” des Hauses der Industrie, den es seit 1952 gibt, bin ich das vorige Jahr das erste Mal eingeladen worden, Barbara Neuwirth, die Jurorin und Laudatorin sagte mir zwar, sie hätte mich schon vor drei Jahren auf die Liste gesetzt, aber voriges Jahr ist ein paar Tage vorher ein Mail gekommen und heuer habe ich mich selber angemeldet, da das ein Preis ist, der mich sehr interessiert und der auch in meinen Sachen, in “Tauben füttern” und “Lore und Lena”, beispielsweise, immer wieder vorkommt und den ich auch selbst gern hätte, aber höchstwahrscheinlich nicht bekommen werde, da er, wie Barbara Neuwirth weiter launig sagte, ein Preis für die Dreißig bis Sechzigjährigen ist und da hätte ich meine Chance ja jetzt verpasst, obwohl ich in einer anderer Lesart wieder passend wäre, da ich ja schon ein Werk aufzuwarten habe und wahrscheinlich auch noch eines zu erwarten ist, diesmal wurde aber die 1968 in Wien geborene und in Graz lebende Physikerin Olga Flor, die Preisträgerin, die ich seit der Diskussion, um ihre GAV-Aufnahme kenne, kurz darauf hörte ich sie auf dem Rathausplatz bei den steirischen Tagen lesen, vier Romane hat sie geschrieben, wie Barbara Neuwirt erklärte und für “Erlkönig”, dem ersten, sechzig Absagen bekommen, danach einen Preis und dann fand sich “Leykam” dafür. Aus dem zweiten Roman “Talschluß” habe ich sie, glaube ich, bei “Rund um die Burg” oder sonstwo lesen gehört, mit “Kollateralschaden” stand sie 2008 auf der Longlist des dBp, da hat sie dann auch beim Buch-Wien Erföffnungsfest ein Stück gelesen und aus “Die Königin ist tot” habe ich sie in der Hauptbücherei lesen gehört. Priessnitzpreis, Stoesslpreis und einige andere Preise gab es auch und ich höre sie auch manchmal in der “Alten Schmiede” bei Veranstaltungen, so hat sie glaube ich Marlen Haushofers “Die Wand” vorgestellt und war auch bei den “Jelinek-Dialogen”.
Wie im letzten Jahr gab es Musik von einer Militärkapelle, die Familie Wildgans wurde begrüßt, der Präsident der Industriellenvereinigung hielt die Eröffnungsrede, überreichte Blumen und die Urkunde nach Barbara Neuwirths Laudatio und in der Dankesrede erwähnte Olga Flor in sehr schnellen Worten, “daß es die Preise und die Stipendien sind, die die Bandbreite dessen, was als verlegbar gilt, erhöht” und setzte dann noch den Satz hinzu “don`t write a novel, a shoppinglist is better!”, dann wurde sie politisch und empörte sich über die österreichische Flüchtlingspolitik, die nur Platz für fünftausend Syrier hat, während man 1956 und 1968 viel größzügiger war, was eine Dame mit der ich später am selben Tisch meine Brötchen aß, sehr empörte. Dabei war das ja eine sehr harmlose Rede, Thomas Bernhard hätte sicher viel schärfere Worte von sich gegeben und so wurde ihm von der IV 1967 das Geld, glaube ich, in einem Kuvert zugesandt und auf die Preisverleihung verzichtet.
Es gab Sekt, Wein, Brötchen und was Süßen, letzteres zu wenig, zumindestens war es schon weg, als ich mit meinen Brötchen fertig war und konnte später, als ich mich mit Barbara Neuwirth unterhielt, gerade noch zwei Stückchen Apfelstrudel von dem Tablett, das den Veranstaltern serviert wurde, erwischen. Danach kam ich in der “Alten Schmiede” noch zu der Abschlußdiskussion mit Peter Henisch und den meisten Vortragenden der Vortage zurecht und ich hörte gerade Kurt Neumann über den “Kater Murr” sprechen und die Frage aufwerfen, wieso Daniel Kehlmann mit seinen Romanen mehr Publikum als Peter Henisch erreicht?
Aber diesmal war die “Alte Schmiede” ziemlich voll, Ruth Aspöck saß vor mir und noch einige andere Bekannte. Es ging weiter mit der Frage, daß man in Österreich und Deutschland lange nach dem Krieg nicht erzählen durfte, etwas was mich ja ebenfalls sehr behinderte und Peter Henisch erklärte, daß er nicht einfach drauflosschreiben würde, sondern zu allen seinen Romanen ein Konzept hätte.
Dann gings wieder in den Keller zum musikalischen Abschluß, aber vorher gab es noch ein Geschenk an das Publikum, nämlich Peter Henisch “Zwischen allen Seseln”, die “Hannibal-Ausgabe” von 1982, die die Stadt Wien, dem Autor abkaufte und sie in ihren Kellern lagerten, was dem Buch auch deutlich anzuriechen ist. Über diese Kellergeschichten mit den Büchern, die dann abgestaubt und hervorgeholt werden, wenn der Autor zufällig den Nobelpreis bekommt, habe ich, auch einmal geschrieben und das Buch, glaube ich, 1982 beim Libro gekauft, so daß ichs in den Schrank legen kann und im Keller las und sang Peter Henisch mit Woody Schabata und Hans Zinkl, Songs aus dem “Best of Blacks Peter Songbook, Hamlet, Hiob, Heine, Vom Baronkarl zum schwarzen Peter, Wewärts von Wien, Morrisons Versteck u. co” und der Bogen zur Stadt Wien ließ sich noch einmal schön spannen.
Gab es diese Woche ja in den “Tonspuren” ein Portrait von Anna Weidenholzer von Eva Schobel und die saß im Publikum und ist, glaube ich, die Lebensgefährtin von Peter Henisch und als ich sie auf das schöne Portrait, das ich am Nachmittag in der Wiederholung hört, ansprechen wollte, kam mir Anna Weidenholzer zu vor, die hinter mir gesesssen ist.
Peter Moser war da und wieder Klaus Khittl, der ja von Peter Henisch noch viel mehr als ich begeistert ist und den ich zu meinem literarischen Geburtstagsfest eingeladen habe, für das ich gestern und heute die Einladungen schrieb und ausschickte.
Zum Wildgans-Preis kann ich noch auf ein kleines “Anton-Wildgans-Buch” aus dem Jahr 1934, das von Artur Pollak mit “Zustimmung des Dichters” ausgewählt wurde und außer Gedichte auch Bilder von dem Haus im Mödling und den Dichter sowohl mit seiner Schwester als mit seinen zwei kleinen Buben zeigt, das ich mal im Schrank gefunden habe, hinweisen. Den von Franz Schuh herausgegeben Peter Henischs Reader “Figurenwerfen” gab es einmal beim Büchterturm der “Literatur in März” und muß sich irgendwo in meinen Regalen befinden.

Literatur im Musa

Das ist ein schlichter Titel und eine neue literarische Veranstaltungsreihe der Stadt Wien, die Hofrat Denscher schon plante, bevor Julia Danielczyk das Literaturreferat von Raul Blahacek übernommen hat, das im “Musa”, dem Museum auf Abruf der Stadt Wien, ab nun stattfindet, in dem alle Preisträger und Stipendiaten der Stadt Wien vorgestellt werden sollen.
Und das ist eine tolle Veranstaltung, zumindestens für mich, die ich am literarischen Wirken und Geschehen dieser Stadt ja sehr interessiert bin, obwohl ich dort höchstwahrscheinlich nicht lesen werde, denn ich reiche ja schon länger nicht mehr, um Preise um Stipendien ein und um die von der Stadt Wien kann man sowieso nicht einreichen, da wird man vorgeschlagen und ausgewählt. Gustav Ernst hat den Preis der Stadt Wien für 2013 bekommen und wird am 4. 12. im Musa vorgestellt werden und die ersten Stipendien, um die ich einreichte, Anfang Achtzig war das, waren die der Stadt Wien, bin ich ja eine echte Wienerin und Joachim Jung, hat mir dann ab 1987, als ich schon von der Klinik weggegangen bin,dabei geholfen, unnütz zu sagen, daß ich nie was bekommen haben, der Hofrat Denscher hat mir aber immer freundlich geschrieben “Sehr geehrtes Fräulein Jancak, leider hat die Jury nicht…, aber lassen Sie sich nicht dadurch entmutigen!” und ich habe nicht, Herr Hofrat, natürlich nicht, obwohl mir heute bei Ihrer neuen Reihe schon wieder fast die Tränen hinunter geronnen sind, denn so ganz kann ich es noch immer nicht verstehen, warum es bei mir nicht klappt, aber vielleicht auch deshalb, weil ich mich für die Literatur der anderen sehr interessiere und wissen will, wer in Wien und Österreich Preise und Stipendien bekommt und deshalb finde ich diese Veranstaltung auch sehr schön.
Einmal, lang lang ists her und war noch in der Zeit, als ich meine Texte erwartungsvoll und voller Hoffnung überall herumgeschickt habe, hat die Zeitschrift “Freibord”, ein Heft mit den Preisträgern der Stadt Wien und denen die das Staatsstipendieum bekommen haben, gemacht, da stehen bekannte Namen darin wie Paulus Hochgatterer, Karl Marcus Gauss, Gerhard Ruiss und den Preis der Stadt Wien hat damals Werner Herbst bekommen.
Jetzt sind Anna Weiderholzer und Andrea Grill Förderungspreisträgerinnen der Stadt Wien und haben diese Reihe angefangen, die trotz dem “Peter Henisch-Coloquium” in der Alten Schmiede gut besucht war und Julia Danielczyk hat auch sehr gescheit eröffnet, bzw. hat das der Herr Hofrat für sie getan, sie hat dann was zu der geplanten Reihe erzählt, die immer am ersten Mittwoch des Monats stattfinden soll und um die Stadt Wien und Literatur und Urbanität gehen soll. Petra Hartlieb von der Buchhandlung Hartlieb hat den Büchertisch gemacht und da lagen in großen Stößen Annas Weidenholzeners “Fische” auf, das ja, glaube ich in Linz spielt, aber die 1984 geborene Autorin deren literarische Entwicklung ich von Anfang an verfolgen konnte, lebt seit elf Jahren in Wien und hat für die Veranstaltung für die es offenbar große Auflagen gab, einen Text namens “Die Insel”, gelesen, nicht geschrieben, denn der war schon für eine deutsche Literaturzeitschrift geplant und handelt von zwei Männern Hans und Richard, die ihre Freizeit auf der Donauinsel und in einem dortigen Bierlokal, den Buffet darf es ja in Deutschland nicht heißen, außerdem spielt es im dritten Bezirk und da geht Hans, der Immobilienmakler mit dem großen Bauch Wohnungen herzeigen und versucht dabei eine Blumenverkäuferin zu verführen, was mißlingt, während Richard von Zaubereien träumt und Andrea Grill von der noch zwei Bücher heuer auf meiner Leseliste stehen, brachte ihren Beitrag aus dem “Aspernbuch”, das sie gemeinsam mit Hanno Millesi und Thomas Ballhausen geschrieben hat, weil sie Stadtschreiber der Seestadt Aspern waren und das ist auch eine interessante Geschichte, Aspern in fünf Minuten, fünf Stunden und fünf Tagen und einen Fragebogen über Aspern gibt es auch.
Das Buch ist im “Falter-Verlag” erschienen und wurde vorige Woche im Literaturhaus vorgestellt.
Andrea Grill hat ihren Text gelesen und dann Julia Danielczyk gefrgt, wie lange sie schon in Wien leben würde? Was sie offensichtlich nicht durfte und nach der Diskussion gab es Wein und Brot und ich habe mich mit einer Stammbesucherin und ihren Bekannten unterhalten und das literarische Geschehen in das es mir ja nicht hineinzukommen gelingt, beobachtet, so waren zum Beispiel Daniela Striegl und Gabriele Petricek da, die sehr oft in Literaturveranstaltungen geht und heuer auch in der GAV-Jury war, wo ich viele Veti stellen werden.
Das nächste Mal werden Angelika Reitzer und Dimitrev Dinev lesen und mal sehen, wie oft ich noch hinkommen werde. Zur Preisverleihung von Gustav Ernst würde ich aber sehr gerne gehen, mal sehen ob ich eine Einladung bekomme.

Peter Henisch-Colloquium

Zum siebzigsten Geburtstag vier Tage, um und mit Peter Henisch in der “Alten Schmiede” jeweils von achtzehn bis einundzwanzig Uhr und ich werde davon, obwohl ich mich ja als eine Henisch-Fanin bezeichne, den größten Teil versäumen und bin ich auch schon am Montag zu spät gekommen, beziehungsweise dachte ich, daß ich es gar nicht schaffen werde.
Denn zweimal Diagnostik und abrechnen muß ich am Letzten auch und wenn ich nicht bis zwei oder drei Uhr früh vor den Befunden sitzen will…
Aber dann ist die zweite Diagnostik nicht gekommen und ich habe es geschafft, zehn Minuten nach sieben in der “Alten Schmiede” einzutreffen.
Da hatte ich den Beginn und die Einleitung “Luftwurzeln der Seele – Peter Henisch Peripherie und die postkoloniale Theorie” zwar versäumt, bin zu der Präsentation der beiden neuerschienenen Henisch-Bücher aber zurecht und neben dem ehemaligen “Presse”- Kulturkritiker Klaus Khittl zu sitzen gekommen, den ich einmal, lang lang ists her, in der Oper kennenlernte und ihn, als ich mit der Monika in Salzburg war, bei den Festspielen getroffen habe. Damals bin ich ja autogestoppt, Helmut Zenker hat uns nach Wien zurück mitgenommen, was mich sehr beeindruckte und Klaus Khittl habe ich, als ich ihn vor zwei Jahren bei der Buchpräsentation von “Großes Finales für Novak” im Cafe vom Theater an der Wien traf, ja versprochen, ihn mein zweites Exemplar von der “Mai ist vorbei”, wo es um die Wespennestgründung, das er, ein Henisch Fan, noch nicht hatte, zu schicken und habe fast zwei Jahre gebraucht das zu tun, denn das Bücherregal in Harland ist ja groß und unergründlich und jetzt hat Peter Henisch einen neuen Roman geschrieben.
“Mortimer und Miss Molly” und einen Essayband mit Texten zu “Außenseiter aus Pasion” zu Politik. Literatur und Gesellschaft, den Wolfgang Müller-Funk gerade fertig eingeleitet hatte, als ich den Kellersaal erreichte.
Peter Henisch hat dann bald zu lesen begonnen, die Erklärung der Zusammenstellung hatte ich versäumt und konnte daher gleich den Text zum Tode von Marcus Omofuma und Peter Henischs E-Mail an Maria Fektor, der ein Engel erscheinen und sie an ihre christlich soziale Orientierung erinnern soll, hören.
Nach der Pause kam Kristina Pfoser, die ich bisher nur als Radiostimme kannte und leitete zu dem neuen Roman ein, in dem es um den Roman im Roman geht.
Ja richtig, einen Text zu den Verwechslungen, die es mit dem Autoren-Ich geben kann, den ich, glaube ich, schon kannte, hat Peter Henisch vorher auch noch gelesen, wo ihn die Kaffeehausbesitzerin bei der er frühstückte fragte, wie es in seiner Zeit als Professor in den USA war, weil eine “Sehr kleine Frau” dort spielt und für den Sohn eines schwarzen Besatzungssoldaten hätte man ihn auch schon fast gehalten, beziehungsweise einmal als Peter Handke, um ein Autogramm gebeten.
Ich behaupte ja, daß das Roman-Ich viel mehr mit dem Autoren zu tun hat, als die gewöhnlich zugeben, in “Mortimer und Miss Molly” geht es aber um den Roman im Roman.
Nämlich um zwei junge Leute, die in Italien, in dem fiktiven Ort Urlaub machen, wo Peter Henisch seinen Zweitwohnsitz hat, dort treffen sie in dem kleine Hotel einen alten Mann, Mortimer, der im zweiten Weltkrieg als Soldat mit dem Fallschirm abgesprungen ist und von Miss Molly, einer Sprachenlehrerin versteckt wurde. Das wurde eine große Liebe und die beiden jungen Leute wollen einen Film darüber drehen und gehen den Spuren nach, beziehungsweise erfinden sie sich die Geschichte neu.
Martina Schmidt, die Deuticke-Verlegerin, wo das Buch erschienen ist, ist gekommen und neben Julya Rabinowich gesessen. Dieter Bandhauer, der Sonderzahlverleger des Essaybandes war natürlich auch da. Alexandra Millner und und und und am Büchertisch sind die noch erhältlichen Henisch-Bände gelegen und ein paar Altexemplare und ich habe von ihm zwar nicht alles, aber doch sehr viel gelesen.
Viele der schönen alten “Residenz-Ausgaben” und am Dienstag ist es gleich mit einem Grundsatzreferat des Literaturwissenschaftler und Autors Martin Kubaczek zu den Erzähltechniken von Peter Henisch weitergegangen, die er in einigen Punkten und an dem frühen Buch “Steins Paranoia”, das sonst in dem Symposium glaube ich, nicht vorkommt, ausführte und zu dem ich auch eine Beziehung habe, denn ich habe, als ich es mir 1987 oder 1988 wird das gewesen sein, kaufte, gerade an “Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt” oder an “Marthas Wohnungen” geschrieben, das an “Residenz” nach Salzburg geschickt und zurückbekommen, dann war ich im NIG im Hörsaal eins, bei der Henisch Lesung aus dem Buch und habe mir gedacht, “Wann ist es bei mir soweit, daß der Jung mich nimmt?” oder “Jetzt müßte er doch mal endlich…”.
Wie wir wissen, ist es nicht dazu gekommen und nach einer Pause ging es mit den Schnittstellen zwischen den beiden Henisch-Büchern “Die kleine Figur meines Vaters” und eine “Sehr kleine Frau” mit einer besonderes Choreographie weiter. Das heißt Peter Henisch las zuerst zwei Stellen aus den Büchern, dann kam Klaus Amann, der Literaturprofessor aus Klagenfurt und erzählte was dazu, am Schluß faßte Martin Kubazek zusammen und Peter Henisch saß still lächelnd daneben, weil mit den Veranstaltern ausgemacht war, daß er erst am Donnerstag bei der Schlußdiskussion, die dann Cornelius Hell leiten wird, was sagen darf und Schnittstellen zu den beiden Büchern gibts ja viele, ist ja “Die kleine Figur meines Vaters”, eines der Grundbücher, wie Kurt Amann später sagte und das wahrscheinlich, womit Peter Henisch bekannt geworden ist, zumindest habe ich ihn damit kennengelernt.
1975 ist es das erste Mal noch unter dem Titel “Erzählung” erschienen, dann wurde es zum Roman, Peter Henisch überarbeitet und erweitert ja seine Bücher ständig, kam 1988 noch einmal heraus und 2003 beim neuen “Residenz” mit einem Bildteil und es ist eine autobiographischer Roman, wo er sich mit seinem Vaters, der, obwohl jüdischer Abstammung, einer der berühmtesten Wehrmachtsfotografen war, auseinandersetzte, nicht richtete, wie Klaus Amann betonte und bei der “Sehr kleinen Frau”, geht es um die Großmutter, aber da heißt, wie schon in dem Essay vorgekommen ist, der Held Paul Spielmann und ist ein Literaturprofessor aus Amerika, der nach Wien zurückkommt, es ist aber trotzdem Henischs Großmutter und die Mutter von jenem Walter und die Mischung zwischen Autobiografie und Fiktion scheint sehr interessant und ausgeklügelt zu sein, wie Klaus Amann erklärte.
Die “Sehr kleine Frau” ist 2007 erschienen, ich habe sie gelesen und Peter Henisch damit, glaube ich, auch bei der letzten Buch-Woche gehört, da bin ich neben ihm im Rathaus gesessen und habe ihn einen Kugelschreiber zum Autogrammschreiben geborgt, um wieder aus meinen Anekdotenschatz zu flüstern und interessant, die Vortragenden haben sich noch ausgemacht, ihren persönlichen Henisch-Bezug zu erläutern, Klaus Amann hat Peter Henisch 1970 bei einer Lesung im NIG im Hörsaal ein, als junger Literaturstudent kennengelernt.
Dann gabs wieder eine Pause wo ich mich wieder mit Klaus Khittel sein scheint und mit Friedrun Huemer unterhielt, Thomas Stangl war auch im Publikum, sonst waren seltsamerweise gar nicht so viele Leute da und dann gabs wieder eine Büchergegenüberstellung, nämlich den “Schwarzen Peter” und “Pepi Prohaska Phrophet”, das letztere ist 1986 erschienen und eines das ich zwar in meinen Regalen habe, mich an das Lesen aber nicht erinnern kann, beim “Schwarzen Peter” 2000 erschienen war idh bei einer Buchpräsentation an einem Donnerstag im Februar oder März in einer Buchhandlung am Graben, auf einmal gabs einen Krach und Schlüßelrascheln von der Straße.
“Aha, die Donnerstagsdemonstration!” rief Peter Henisch und ich bin aufgestanden, hinaus- und mitgegangen, wie oft damals in dieser Zeit und habe mich gewundert, daß Peter Henisch das nicht ebenso machte.
Die Schnittstellen bei beiden Büchern sind die Außenseiter, der eine, der Peppi besetzt mit seinen Jüngern oder Anhängern eine Fabrik und wird in dem Ausschnitt von einer Zeitung interviewt und der schwarze Peter, ist der Sohn einer Schaffnerin und eines Besatzungssoldaten, in Wien aufgewachsen, war dann zwanzig Jahre in New Orleans, um seinen Vater zu suchen und kommt zurück, da wird ihm seine Tasche mit den Dokumenten gestohlen und er wird von der Polizei beim Straßenmusizieren als Drogendealer verhaftet, die ihm nicht glaubt, daß er kein Afrikaner ist.
Peter Henisch hat, glaube ich, eine Neigung zu einem skurrilen Humor und Hazel Rosenstrauch, die kommentierte, war mit den Frauenfiguren in dem Buch unzufrieden, nannte sie “hysterische Weiber”, was Peter Henisch wieder still belächelte, Martin Kubaczek anders sah und sich am Schluß das Publikum einmischte, obwohl es das auch erst am Donnerstag sollte.
Am Mittwoch gehts weiter mit dem “Verirrten Messias”, “Morrisons Versteck”, “Vom “Wunsch Indiander zu werden” und “Kommt eh der Komet”, aber da gibts im “Musa” eine neue Reihe, wo die Stadt Wien monatlich ihre Stipendiaten oder Preisträger vorstellt und am Donnerstag bekommt Olga Flor den “Wildganspreis”, den Peter Henisch, der nach der Schlußdiskussion als Musiker auftreten wird, 1977 bekommen hat, mal sehen, ob es sich ausgeht zum Schlußteil zu kommen.