Osterspaziergang in der Kälte

Der Schnee ist dann so ziemlich verschwunden, so daß es sich schon am Karfreitag ganz gut Radfahren ließ und ich dann noch auf die Ochsenburg hinaufgegangen bin, am Abend sind wir zur Kartause Mauerbach gefahren, wo ich ja bezüglich Italia mia Karten gewonnen habe und wir vorher eine Führung durch die Unterkirche machten.
Es war ein wirklich schönes Konzert mit Monteverdi und anderen Stücken aus dem Sechszehntenjahrhundert zu den drei heiligen Tagen, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersamstag, das Bernhard Trebuch liebevoll moderierte, nur in der Kirche war es entsetzlich kalt.
Die Sänger sind in Stiefel, Mantel, Schal aufgetreten, die Besucher haben sich in bereitliegende Decken eingewickelt. Ich hörte eine Dame sagen “Zu Weihnachten war es nicht so kalt!” und ich habe mich gewundert, daß die Besucher das ausgehalten haben und sich nicht darüber beschwerten.
Ich bin ja eine, die da ziemlich hart im Nehmen ist und die Sommerabende oft im Regen am Rathausplatz beim Musikfestival verbringt, den Leuten hat es aber gefallen und nachher gab es auch eine warme wirklich gute Kräutersuppe, Gebück und ein Glas Wein und heute ist es mit der Kälte und mit dem Osterspaziergang der LitGes um den Viehofenersee, weitergegangen. Seit 2009 findet der, glaube ich, dort statt, vorher war ich einmal im Kaiserwald und einmal, noch viel früher ists an der Traisen entlanggegangen.
Beim Wegfahren habe ich mir noch gedacht, daß ich mich erinnern kann, da schon einmal beim Picknick mit Sonnenbrillen gesessen sein.
Diesmal war es nichts mit einer Sommerbrille, ich bin ähnlich eingemummt, wie gestern mit dem Rad und dem Alfred abgefahren und es war diesmal auch eine eher kleine Gruppe, die sich vor der Seedose traf.
Beim letzten Mal hat es geregnet, da hat der Spaziergang bzw. die Lesung überhaupt nur im Lokal stattgefunden. Diesmal sind wir ein Stück gegangen und haben auch an drei Stationen halt gemacht, es ist aber immer kälter und kälter geworden. Eva Riebler, die Obfrau der Liges war da, Ingrid Reichel, Herr Mayer-König der Ehrenobmann, Frau Wimmer, dann ein paar Leute, die ich nicht kannte und Manfred Lagler-Regall, der mich schon einmal am Blog besuchte, hat mich auch gleich angesprochen.
Ich habe gleich auf der ersten Station gelesen und zwar einen Text, der wieder eine Themenverfehlung war, nämlich “Sommer am Wasser”, den ich anläßlich des gleichnamigen Jugendwettbewerbs geschrieben habe, bei dem Emily Walton in die Endauswahl gekommen ist und man für sie stimmen konnte.
Da hat zwar nicht die Jahreszeit, wohl aber das Wetter und die Gegend gepasst, denn der Text spielt genau am und um die Viehofenerseen. Vorher hat ein Mann einen Text über den St. Pöltner Bahnhof und das Warten auf den Zug bzw. auf Godot etc gelesen, zu dem ihm, glaube ich, ein Theaterstück inspiriert hat.
Rosalia Wimmer hat einen Text auf der nächsten Station vorgetragen, zu dem sie in der Schreibwerkstatt nach einem Mayröcker-Zitat inspiriert wurde und dann eine Geschichte von einer Braut im blauen Kleid und vorstehenden Zähnen, die sie am Standesamt trifft und die auf ihren mit ebensolchen Zähnen ausgestatteten Bräutigam wartet, den ich, glaube ich, schon gehört habe und dann noch ein paar Limericks.
Dann gings zu einer anderen Bank, da lasen dann Ingrid Reichel und Eva Riebler frauenspezifische Texte. Ingrid Reichel ein Interview mit einer bildenden Künstlerin, die erst mit Siebzig im Museum for modern Art ausgestellt wurde, während ihre männliche Kollegen das natürlich schon viel früher schafften und Eva Riebler hatte einen Text aus einem Indien-Buch von Maria E. Brunner, in dem es darum ging, daß eine Frau mit entstellten Gesicht studieren durfte, wahrscheinlich weil sie keinen Mann bekommen hätte.
Dann ging es zum Aufwärmen in die Seedose, das Picknick bzw. Eierpecken wurde wieder etwas sparsam ausgeführt, das heißt es gab die Eier, Brot und Salz und dann noch Merci-Schokolade und ich erkundigte mich ein bißchen nach denen, die fehlten. So kommt Alois Eder ja schon länger nicht und auch der Herr Professor, der sonst immer da war, fehlte und Robert Eglhofer ist auch aus der LitGes ausgetreten bzw. sich mit ihr überworfen.
Dafür habe ich gleich die beiden Bücher, die ich immer in der Handtasche hatte, verkauft und in der Seedose, die heute den ersten Tag geöffnet hatte, gab es auch eine Broschüre über das Mahnmal Viehofen. Dann ging es zurück und wir sind gerade noch vor dem Dunkelwerden nach Harland gekommen.