Die Stierin

Von Andrea Stift, die ich 2008 kennenlernte und die dann einige Zeit meinen Blog begleitete und auch einige Zeit lang in der “Ohrenschmaus-Jury” war, habe ich so ziemlich alles gelesen.

Aber jetzt schon länger nichts mehr von ihr gehört und als ich vor kurzem eines Abends von der “Alten Schmiede”, der “Gesellschaft” oder von sonst irgenwo nach Hause ging, habe ich bei Anna Jeller ihr neues Buuch liegen gesehen. Zuerst habe ich geglaubt, es wäre bei “Kiwi”, es ist aber bei “Kremayr & Scheriau” erschienen, die in ihrer literarischen Schiene nicht nur Debuts machen und ich kann es gleich verraten, es ist ein sehr dichtes Buch, wahrscheinlich das beste, das ich von der 1976 in der Südsteiermark Geborenen, gelesen habe, obwohl mir, das schreibe ich auch dazu, nicht alles daran gefällt.

Stammleser werden jetzt schon wissen, worauf ich anspiele, bin ich ja nicht nur gegen Sterbehilfe, sondern auch dafür, daß sich Frauen gegen die Gewalt, die die Männer auf sie ausübend, wehren sollen, aber nicht mit jeden Mittel und nicht um jeden Preis.

Mord gehört nicht dazu, da gibt es viel bessere Mittel.

“Nein!”, sagen gehört schon einmal dazu und dann gibt es noch Frauenhäuser, Pfeffersprays, Karategürtel, aber kein Pflanzengift und auch keinen Hammer.

Aber sonst ist es ein sehr vielschichtiges Buch, das in mehreren Ebenen gegliedert ist und bis in die Antike zurückgeht. So gibt es wie in einem der Frischmuth-Bücher, einen Chor, hier ist es vielleicht kein ganz griechischer, sondern einer von irischen Königinnen, die auch einmal Krähen genannt werden und da ist Maeve, eine rothaarige Frau um die Fünfzig, wie uns der Chor schon eingangs verrät.

Andrea Stift, die sich inzwischen offenbar verheiratet hat und sich jetzt Stift-Laube nennt, etwas, was vielleicht auch ganz gut zum Sujet passt, ist rothaarige, aber weil 1976 geboren, etwas jünger und Maeve ist die Besitzerin eines Käseladens.

Da steht sie  mit der Schürze hinter der Budel, schneidet mit scharfen Messern Käse ab, schenkt auch Wein aus und wenn nichts zu tun ist, schnitzt sie aus harten Käseresten Stiere und ein Heer von Krieginnen.

Nach und nach erfährt man ihre Geschichte und die ist auch sehr vielstimmig und diffizif und wird in verschiedenen Ebenen erzählt.

Der Klappentext erzählt von Alli ihrem Mann, den sie nachts besucht und dieser Alli tauchte eines Tages im Laden auf, bestellte eine bestimmte Sorte Käse und lud sie zum Essen ein. Beim zweiten Versuch stimmte sie zu und heiratete ihn  auch bald, er aber behandelte sie sehr schlecht und darin hatte Maeve,  die mit Achtzehn von ihren Eltern weg und in eine Stadt gegangen ist, ob es sich dabei um Graz handelt, wird nicht erwähnt, schon ihre Erfahrungen.

Denn da hat sie eine Weile in einer Pension gewohnt, bis sie der Käsehändler ansprach, sie  in seinem Geschäft arbeiten ließ und sie dann heiratete.

Danach mußte sie zu Hause bleiben, das Haus putzen, der namenlose Käsehändler war da sehr penibel, für ihn kochen und sich am Abend für ihn schön machen.

Als er gestorben ist, hat sie den Laden übernommen und, als sie noch Schülerin war und auf den Schulbus wartete, tauchte eines Tages ein behinderter Mann auf und begann an ihr herumzukrapschen. Sie konnte sich nicht wehren und, wie Andrea Stift hier die Dissoziation beschreibt, sie läßt sich von den Krähen wegtragen und sieht eine irische Königin, die mit ihrem Mann, um die Herrschaft beziehungsweise, um die Stiere streitet, ist wahrhaft meisterhaft. Großes Kompliment, so habe ich das noch nicht gelesen.

Jetzt ist sie aber erwachsen, Witwe, schnitzt in kundenlosen Momenten ihr weibliches Kriegerheer und da taucht eines Tages eine schwarzgekleidete Kundin auf, kauft Käse und erzählt ihr von Frauen, die ihre Gatten ermordet haben.

Am nächsten Tag kommt sie mit ihrer Schwester wieder und lädt Maeve zum Essen in ihre Wohnung ein, da gibt es  noch eine dritte Schwester.

Sie heißen Bod, Morrigen und Macha, das sind irische Namen und  haben ihre irische Vergangenheit und Lebensgeschichte, werden aber auch als Krähen beschrieben und sie helfen, wie ich schon erwähnte, mit für mich sehr unlauteren Mitteln, Maeve sich von der Unterdrückung zu befreien.

Wahre Emanzipation geht, glaube ich, anders und ich denke, die Frauen müssen den Männern nicht jede Gewalt nachmachen.

Sonst ist er aber ein starkes Stück, der kleine Roman, der am Buchrücken noch mit “Ein düsteres Kammerspiel, zwischen Freiheit, Mord und Selbstbestimmung”, beschrieben wird, der mich sehr beeindruckt hat.

Fliegenpilze aus Kork

“Ihr erster Roman wird schon im Februar erscheinen”, sagte Michael Hammerschmid bei der Studentenlesung im Jänner im Literaturhaus, als er die 1995 in Wien geborene Marie Luise Lehner vorstellte und “Wui!”, eine so junge Frau, erzählt in Roman genannten Prosaepisoden aus ihrem Leben oder, wie im Klappentext steht, von einem “Vater, der mit seiner Tochter durch Wien streunt, sich nachts in Parks einsperren läßt, beziehunsweise Kupferleitungen von Baustellen stiehlt” und erwähnt,  “daß die Tochter erkennen muß, daß das, was wie ein Abentuer aussieht keines ist, weil der Vater nicht wie andere, sondern manchmal Bildhauer, Sozialarbeiter und manchmal auch arbeitslos ist und kein Geld für Essen zu Hause hat….”

Aber eigentlich erzählt sie von einem Leben,von ihrem oder dem, der, glaube ich, namenlosen Ich- Erzählerin.

Erzählt von deren Geburt und der Scheidung der Eltern. Dann wird sie vom Vater, der der Mutter vorher noch ein Kleid aus Griechenland mitbrachte, das sie nicht haben wollte, wochenweise oder über das Wochenende betreut und das erzählt Marie Luise Lehner in kleinen Prosastückchen und dazwischen kommen immer wieder Überschriften, wie “Geboren werden”, “Zwei werden”, “Drei bis Zwanzig”, bis zum Ende des Buches und das war wohl auch das Alter der Autorin, als sie das Buch geschrieben hat.

Und der Vater ist ein sehr ungewöhnlicher Mensch. Ein Mann mit vielen Berufen, Bauarbeiter, Schloßer, Bildhauer, Behindertenbetreuer, Sozialarbeiter und dann wieder arbeitslos, einer, der sich sehr um sein Kind, seine Kinder kümmert, denn es kommt  auch bald noch eine Schwester, von deren Mutter er auch geschieden oder getrennt ist hinzu und der mit ihnen sehr ungewöhnliche Sachen macht.

Er stiehlt, wie schon erwähnt, die Kupferleitungen von den Bausstellen oder Elektroteile von Mülldeponien. Er stieht Katzen aus den Wohnungen verstorbener Freunde, oder Meerschweinchen, die er dann betreut. Geht mit der kleinen Tochter auf den Rathausplatz zum Live Ball, um das Einziehen der Gäste zu beobachten und mit der Erwachsenen nach Schönbrunn, um sich dort an ihrem Geburtstag mit ihr im Schloßpark einsperren zu lassen.

Er ist, wie die Erzählerin schreibt, sehr mager, raucht sehr viel, später hört er damit auf, hat gelbe Zähne und kein Geld, den Töchtern Essen zu kaufen und macht Sachen für die sich die Kinder schämen.

Die Erzählerin wird zuerst in der Schule, dann auf der Uni gefragt, was ihr Vater beruflich macht und gibt immer die verschiedensten Antworten, Bauarbeiter, Sozialarbeiter, etcetera…

Aber der Vater nimmt das Kind, die Kinder auch immer auf seinen Arbeitsplatz mit und er nimmt sie auch mit zu der Großmutter nach Oberösterreich, borgt sich von ihr Geld für sich und  für die Tochter aus, ist einmal liebevoll und einmal fordernd und, als die Großmutter dann dement oder psychotisch geworden, im Altersheim, in das sie von der Schwägerin gebracht wurde, stirbt, gibt es auch ein sehr ungewöhnliches Begräbnis, wo der Vater statt in schwarz, wie alle mit einem beigen bodenlangen Mantel erscheint und  vom Pfarrer oder den Totengräbern verlangt, daß der Sarg noch einmal aufgeschraubt werden muß.

Er ist sehr viel, sehr ungewöhnlich und auch sehr widersprüchlig, was da in kurzen Episoden auf knapp zweihundert Seiten passiert. Der Vater ist auch noch Walddorflehrer, schleppt die Tochter gegen ihre Willen zu kirchlichen Versammlungen, hat viele Freundinnen und vielleicht auch zu wenig Verständnis für ihre Regelschmerzen oder ihre Freundinnen, die sie an den Vater erinnern.

Ein seltsame ungewöhnliche Vater-Tochter Beziehung, diese Mischung zwischen Wunderwuzzi und totalen Versager. Denn wer will schon einen arbeitslosen Vater haben, für den man sich genieren muß und viele Töchter oder Söhne werden mit solchen aufgewachsen sein und nicht darüber geschrieben haben und die Psychologin in der Leserin schwankte auch oft  bei der Frage, ist das jetzt Autobiografie oder literarische Erhöhung und wieviel hat die Sprachkunststudentin von dem hier beschriebenen erlebt und was hat sie sich nur ausgedacht, um ein literarisches Debut daraus zu machen, mit dem man zum “Bachmannpreis” eingeladen wird?

Eine ungewöhnliche Mischung und auch eine höchst ungewöhnliche Darstellung, über die man auch herrlich philo- oder psychologisieren kann.

Die ebenfalls sehr junge Nele Pollatschek hat es auf eine  romanhaftere Art vielleicht ganz ähnlich ungewöhnlich versucht. Hier ist es literarischer und bruchstückhafter, aber auch gepaart, mit vielen, sehr ungewöhnlichen Einfällen.

Nicht leicht zu lesen, habe ich einer der schon vohandenen Amazon-Rezensionen gelesen und kann dem nur zustimmen. Denn es passiert in den Episoden zuviel, als daß man alles verstehen und nachvollziehen kann. Der poetische Tonfall bleibt aber hängen und läßt einen beeindruckt zurück.

Vieles ist dem Alter der jungen Autorin geschuldet, noch zu wenig ausgereift und natürlich übertrieben. Vieles aber auch literarisch eindrucksvoll in seiner Ungewöhnlichkeit und spannend, sich in die Ambivanlenz hinein zu lassen, wie das ist, mit einem ungewöhnlichen Vater aufzuwachsen, der sowohl ein Egoist und Versager, aber auch ein  liebevoller Kümmerer ist und so ungewöhnlich, wie es sich wohl die meisten Kindern mit Nullachtfünfzehn Vätern, nur wünschen oder phantasieren können.

Die Muttergestalten bleiben dagegen schwach und verschwinden hinter der Vaterfigur.

Die Tochter, aber auch die Großmutter und die Tante aus der Vaterfamilie haben dieselben Marotten, wie dieser ambivalente Vater und ich bin  jetzt natürlich neugierig, was ich von Marie Luise Lehner, die auch schon Erzählungen in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht hat und ich auch schon etwas von ihr gelesen habe, noch hören werde.

Ja und den Buchtitel sollte ich vielleicht noch erklären, zu Silvester streunen Vater und Tochter auf den Straßen, sammeln die Sektkorken auf und malen mit roter Farbe Punkte darauf.

 

Tsunami Blues

Weiter gehts mit den Neuerscheinungen, das heißt Marketa Pilatovas dritter Roman ist schon im Vorjahr erschienen und dann irgendwie verlorengegangen und auch die Lesung in der “Gesellschaft für Literatur”, die mich auf das Buch aufmerksam machte, habe ich wegen eines Kliententermins versäumt.

Habe aber, das erste Buch der 1973 in Kromeriz geborenen und jetzt in Lateinamerika tschechisch unterrichtenden Autorin gelesen, da es mir Herwig Bitsche schenkte, als ich damals den “Residenz-Verlag” besuchte.

“Tsunami Blues” erschien bei “Braumüller” und bei einer Lesung im tschechischen Zentrum anläßlich einer “Buch-Wien” bin ich auch einmal gewesen und weil das Buch höchstwahrscheinlich auch zu “Centrope” passt, habe ich es am letzten Mittwoch auch in die Spengergasse geschleppt, aber zum Analysieren sind wir da noch nicht gekommen.

“Tsunami Blues” ist ein wunderbares Buch könnte man fast pathetisch sagen oder eines nach meinem Geschmack.

Im Klappentext steht etwas von Graham Greenes Spuren auf denen die Autorin wandern würden. Das kann ich nicht beurteilen, so viel Greene habe ich noch nicht gelesen, obwohl man die Bücher ja in den Bücherschränken findet.

Es ist aber eines, das sich meiner Meinung nach, wohltuend von beispielsweise Eva  Menasses komplizierten Stil abhebt, wo man lange braucht, um mitzubekommen und die Handlung zu verstehen.

Hier versteht man auch nicht sofort, denn Marketa Pilatova pirscht sich langsam an das Geschehen an. Aber dann wird alles klar und ist eigentlich auch ziemlich linear erzählt, wenn es natürlich Rückblednungen gibt, die das Ganze erklären und auflösen.

Da ist Karla, ein sechzehnjähriges Mädchen, das in einer mährischen Kleinstadt lebt und bei dem Exilkubaner  Lazaro Trompete spielen lernte.

Sonst hat sie Schwierigkeiten mit ihren kleinbürgerlichen Eltern, die sie dann doch überreden, zu Weihnachten 2004  mit nach Thailand zu fahren. Man ahnt was kommt. Die eltern kommen bei dem Tsunami um und Karla irrt am Strand herum, um ihre Leichen zu suchen. Dabei wird sie vom Schatten einer schwarzen Frau verfolgt.

Es ist also auch magisch oder natürlich nur posttraumatisch und sie kann sich eigentlich nur durch einen mexikanischen Fotografen ein bißchen beruhigen oder ablenken.

Sie hat aber auch eine vernünftige Großmutter, die in der Kleinstadt Apothekerin ist und die schickt Lazaro, um sie zurückzuholen, was er auch tut. Karla kommt zurück, geht nach Olmütz in ein Studetnenheim, studiert bei der alten Jenufa Spanisch und schwört sich, nie wieder eine Trompete anzurühren.

Da ist es fast ein Glück, daß auch Jenufa kubanische Wurzeln hat, beziehungsweise, daß sie immer wieder dorthin fliegt, um Medikamente an Dissidenten zu verteilen. Allein kann sie das aber jetzt nicht mehr, da sie so an die Achtzig ist, so muß Karla mitkommen und jetzt wird es wahrscheinlich greenhaft spannend.

Sie bekommen statt eines Leihautos nämlich nur ein altes Motorrrad, landen in einem komfortablen Hotel, das sich als Buff entpuppt.

Jenufa wird am nächsten morgen verhaftetund Karla muß ihr nachfahren und mit einigen Schwierigkeiten kämpfen. Jetzt löst sich alles nach und nach auf und auch das ist äußerst spannend und, weil man ja nicht soviel spoilern soll, verrate ich nur, daß der Schluß gelingt. Karla kommt zurück nach Mähren, geht ins Leben und wird wieder Trompete zur Trompete greifen.

“Und was machst du jetzt?”, fragt Lazaro, “Spielen”, lautet der letzte Satz.

Es kann also auch ganz einfach sein. Wwohltuend einfach und braucht nicht die komplizierten Konstruktionen, die das Lesen mühsam machen, aber als gute Literatur gelten, denke ich und wiederhole, daß mir das Buch sehr gefahllen hat und ich es jeden, aber wahrscheinlich besonders meiner Freundin Ruth, die ja einige Jahre in Kuba lebte, empfehlen kann.

Die Sache mit Norma

Das nächste Buch der Frühjahrsneuerscheinung ist Sofi Oksanen, die sich neuerdings zusammenzuschreiben scheint “Die Sache mit Norma”.

“Ein magischer Roman”, steht im Klappentext, was mich zuerst ein wenig irritierte, habe ich doch von der 1977 geborenen, estnisch-finnischen Autorin “Stalins Kühe” gelesen und das war alles andere, als Fantasy oder märchenhaft und von den Schreibschulen, für die ich mich ja auch sehr interessiere, habe ich noch im Gedächtnis, daß man niemals, unter gar keinen Umständen, genauso wie nicht selber publizieren,  die Genres vermischen darf.

Man kann natürlich, wenn man es versteht, wie Sofi Oksanen meisterhaft beweist und so ist ein erstaunlich frischer Roman herausgekommen, der in einem neuen Ton von den vielleicht schon allbekannten Schrecken und Schurkereien erzählt und das Märchenhafte damit schließlich auch zu einem Thriller macht.

“Ein eigensinniger Roman mit einer klaren Botschaft!, steht weiter im Klappentext und es fängt ganz harmlos auf einen ländlichen Friedhof irgendwo in Finnland an.

Normas Mutter, die sich in Helsinki auf die U-Bahnschienen stürzte, wird beerdigt.  Die demente Großmutter, die Tante, der Pfarrer begeben sich zum Leichenschmaus und Norma macht sich auf den Weg nach Helsinki wo sie mit ihrer Mutter wohnte, zurüclkzufahren, als sie von einem Mann angesprochen wird, der sich als ein früherer Bekannter der Mutter vorstellt.

Norma flieht und will sich auf kein Gespräch einlassen und sie wird, wie das in Zeiten, wie diesen so üblich ist, bald entlassen.

Die Mutter, die früher bei der Post tätig war, wurde das auch, so daß sie zuletzt in einem Haarsalon arbeitete und der, stellt sich bald heraus, gehört einem Max Lambert, also jenen Mann und der ist kein früherer Bekannter, sondern der Ex-Mann von Normas Mutter Freundin Helena, die verrückt geworden, in einer Psychiatrie lebt.

Marion deren Tochter leitet den Haarsalon in der Normas Mutter Anita bis zu ihrem Tod, sie ist gerade von einem Bangkogaufenthalt zurückgekommen, leitete und Norma stellt sich bald heraus, die Sache mit Norma ist, daß ihre Haare, wie die vom Rapunzel wachsen und wachsen und das hat sie von einer geheimnisvollen Eva, der verstorbenen Urgroßmutter, die das offenbar doch nicht ganz ist, denn sie geistert immer noch in Normas Kopf herum und Norma kann noch mehr, sie kann an den Haaren riechen, ob Menschen krank sind, was sie gegessen habe, etcetera….

Die Haarsalons, die Lambert gehören, stellen Haarverlängerungen her und beziehen die Haare aus der Ukraine. Lambert hat auch Leihmütterfabriken, beziehungsweise plant er ein solches Imperium aufzubauen und Anita, stellt sich bald heraus, hat ihnen die Haare aus der Ukraine geliefert.

Die waren aber nicht von dort, sondern von Norma, was niemand wissen durfte. Also jagen die Lamberts dem Geheimnis nach und Anita ist nach Bangkog geflogen nicht um dort Urlaub zu machen, sondern um diesen Machenschaften auf die Spur zu kommen.

Nun ist sie tot, wie die Überwachungskameras zeigen, eindeutig selber auf die Schienen gesprungen und Norma, die vom Clan mit der Mutter Schulden konfrontiert wird und nun selber in dem Salon arbeitet, versucht die Sache aufzuklären.

Nicht ganz leicht zu lesen, diese Mischung eines Märchen mit der harten Wirklichkeit, die noch zu einem Thriller gesteigert wird, aber originell und nachdenken über die Welt, wo die armen Mädchen in den Entwicklungsländern zu Zwangsabtreibungen beziehungsweise Leihmütterschaften gezwungen werden, kann man auch, wenn dabei von übernatürlich wachsenden Haaren erzählt wird.

Vielleicht sogar um so besser, denn das ist neu und leicht und locker und so gesehen hat mich Sofi Oksanens magischer Roman überrascht und ich zähle ihn, wie wahrscheinlich auch Julian Barnes Künstlerroman über Dimitri Schostakowitsch zu den Higlights dieses Frühling.

Und, das kann ich vielleicht auch noch verraten, die Sache mit Norma geht scheinbar gut aus, Dimitri Schostakowitsch ist aber möglichetrweise daran zerbrochen, daß Stalin ihn leben ließ und ihn immer wieder neue Orden in die Hand drückte.

Das Mädchen an der Grenze

Der 1970 geborene Thomas Sautner ist ein besonderer Autor, der schon mehrere bei “Picus” erschienene Romane geschrieben hat.

Mit “Fuchserde” und “Milchblume” habe ich ihn glaube ich bei der alten “Rund um die Burg”, wo es noch die ganze Nacht lang gegangen ist, kennengelernt, “Die Glücksmacher” hat er schon bei “Rund um die Burg” neu vorgestellt.

“Fremdes Land” habe ich im Schrank gefunden, “Die Älteste”, hat mir, wie dieses Buch auch der Verlag geschickt.

Besondere Bücher, besondere Themen. In “Fuchserde” geht es um die Jenischen. Bei “Milchblume” geht es in das Waldviertel, wo Thomas Sautner, glaube ich, auch lebt.

“Fremdes Land”, deren Besprechung oft bei mir aufgerufen wird, hat mich erstaunt, weil  es hier in die Zukunft und um die Verlust der Freiheit geht und bei der “Ältesten”, geht es um eine Heilerin.

Also wichtige Themen, die mit einer leisen Sprache, ein Stück Literatur neben der lauten, gehypten, der experimentellen, etcetera auch ihren Berechtigung hat, wichtig ist und gelesen werden sollte.

“Das Mädchen an der Grenze” ist wieder so ein leises, aber sicher sehr ungewöhnliches Buch. Ein Mächen, eine Utopie, ein Aufruf zur Esoterik, ein Verwischen der Grenzen von Traum und Wirklichkeit…?

Es hat sehr viele Ebenen und ist daher höchstwahrscheinlich gar nicht so einfach zu lesen und zu verstehen.

Es geht in das Jahr 1988, 1989 und in ein Zollhaus an der tschechoslowakischen Grenze zurück, wo der eiserne Vorhang noch sehr bewacht wird.

Da lebt Malina, denn ihr Vater ist dort Zollbeamter oder Grenzbewacher und sie ist ein sehr seltsames Mädchen.

Denn sie kann, in dem sie sie anstarrt, Dinge zum Verschwinden bringen und Wirklichkeiten verrücken.

Das verärgert ihren Vater, der dann aber, als die Kinder, obwohl das streng verboten ist, einmal über die Grenze laufen und Malina von den tschecholsowakischen Grenzern in ihr Zollhaus gebracht wird, im Unterleiberl mit dem Fahrrad über die Grenze fährt, um sie zurückzuholen.

Dort kommt es es fast zu einer freundschaftlichen Begegnung mit viel Schnaps mit dem tschechoslowakischen General, den die “seltsame” Malina, die von den anderen Kindern und den Leuten im Haus für verrückt erklärt wird, einen Gefallen tun konnte.

Was der war, wird nicht sofort klar, denn die Traumwelt verrückt sich ja mit der Wirklichkeit und Malina sinkt auch in eine Krankheit ab, man könnte sie, wenn man in der Realität verbleiben will, vielleicht, als eine Art Epilepsie bezeichnen.

Sie spricht jedenfalls mit Traumgestalten und liegt wochenlang in ihren Fieberträumen, bis sie der Hausarzt endlich doch in ein Krankenhaus bringt, wo sie mit Medikamenten behandelt wird und währenddessen ändert sich die Welt.

Grenzzäune werden aufgeschnitten, die DDR- Flüchtlinge kommen, das Ehepaar Ceausescu wird erschossen. Vaclav Havel Präsident, die Grenzen gibt es nicht mehr und Malina, die gesundet, ihrgendwann wieder in das Haus an der Grenze zurückentlassen wird, findet zu ihren Vater.

Sie wird auch Schriftstellerin, schreibt oder liest ein Buch, denn solche Geschichten lassen sich nur erfinden, beziehungsweise liest der Vater ihr das vor und, wie ist das nun mit den Grenzen oder warum wurde der kurze Roman, er hat nur knapp hundertfünzig Seiten, ausgerechnet heute, wo die Patrioten schon schon wieder neue Grenzen fordern oder diese geschlossen werden, damit wir nicht von zu vielen Fremden überrannt werden, geschrieben?

Ich interpretiere es mir, als Thomas Sautners Versuch, der neuen Schließung, Radikalisierung, Verhärtung etwas Poetisches entgegen zu setzen.

Zu sagen, seht her, es gibt viel mehr, als eine Wahrheit. Es gibt das Unbewußte, die Phantasie, die Träume und es gibt die Wirklichkeit, wo die Menschen an der Realität zerbrechen, flüchten, sterben, aber auch die Hoffnung und die Bücher, die die Väter den Kindern vorlesen.

Die Traumgestalten, die aus den Phantasien aufsteigen und vielleicht auch die Verrückten, die vieles sehen und spüren können und auf die man vielleicht mehr hören sollte, als sie nur mit Medikamente zuzuschütten oder in Psychiatrien einzusperren.

Ganz wird das der Wirklichkeit wahrscheinlich nicht entsprechen, aber sicher schön zu lesen, sich seine Gedanken zu machen und Thomas Sautner, als einen besonderen Autor mit  besonderen Büchern wahrzunehmen.

 

Der Lärm der Zeit

Als ich mich im vorigen Herbst durch die “Kiwi-Vorschauen” blätterte, habe ich Julian Barnes Roman  “Der Lärm der Zeit” übersehen, da ich von  dem 1946 geborenen englischen Schriftsteller, glaube ich “Das Stachelschwein” gelesen habe und auch noch ein paar anderer seiner Bücher in meinen Regalen habe, aber gar nicht mitbekam, daß es dabei um den Komponisten Dimitri Schostakowitsch geht.

Das hat sich dann sehr bald geändert, denn die Booktuber wiesen in ihren Februarvorschauen auf das Buch hin, Alfreds Freund Karli hat es ihm empfohlen und ich kann mich erinnern, daß es 2003, als sich Stalins Tod zum fünfzigsten Mal jährte, in Ö1 einen Schwerpunkt gab, der auf die Repressalien hinwies, die der russische Komponist unter dessen Herrschaft ausgesetzt war.

Ein sehr interessantes Buch also, das ich jetzt gelesen habe und es hat mich, glaube ich, auch Julian Barnes näher gebracht, denn der Künstlerroman, es ist keine Biografie, versteht es, in sehr dichten Bildern einen starken Eindruck von der damaligen Zeit und dem Leben in Moskau oder St. Petersburg in dieser Zeit zu zeichnen.

Aber damals hat es ja Leningrad geheißen und da steht 1936 im fünften Stock in seinem Wohnhaus Nacht für Nacht mit einem Köfferchen in der Hand der Kopominst und wartet, daß Stalins Polizisten kommen, um ihn abzuholen. Denn der Diktator hat die Oper verlassen, als dort seine “Lady Macbeth von  Mzensk” aufgeführt wurde und das bedeutet, daß er in Ungnade gefallen ist und das Schlimmste zu erwarten hat.

Und dabei ist der wohl schon damals berühmte Komponist kein starker Mann, sondern einer, der von  Angst durchbeutelt wird und sich bestenfalls nur in die Ironie retten kann. Wehren kann er sich nicht, weder gegen die Mächtigen des Arbeiter- und Bauernstaats, noch gegen seine Mutter und auch gegen seine Frau Nita kann er sich nicht recht durchsetzen, sondern hat es nur geschafft, daß er am Gang auf Stalins Schergen warten kann, damit sie und die kleine Tochter in ihrer Ruhe nicht gestört werden.

Es passiert aber nichts. Dimitri Dimitrijewitsch hat Glück gehabt und wieder zwölf Jahre später, 1948 sitzt er im Flugzeug und fliegt gerade von einem Friedenskongreß aus den USA zurück, zu dem ihm der Genosse Jossif Wissiarionowitsch persönlich am Telefon beorderte und Dimitri Dimitrijewitsch konnte natürlich nicht ablehnen, obwohl er es versuchte.

Aber nichts half, zu dem Argument, daß er Flugangst hätte, wurden ihm Medikamente verordnet, auch ein Frack wurde versprochen und auf die Frage, was er denn antworten soll, wenn man ihn in NewYork fragen würden, waurm seine Musik in der SU nicht gespielt würde, war Väterchen Stalin auch ganz erstaunt?

So flog er selbstverständlich, was sollte er sonst auch tun? Bekam in dem Hotel, wo der Kongreß stattfand, die Rede ausgehändigt, die er halten sollte und auch da half nicht viel, daß er versuchte, sie möglichst ironisch vorzutragen. Er brach sogar mittendrin ab und überließ dem Dolmetscher das Weitere. Hörte entsetzt, was er da sagen sollte und als der damit fertig war, zeigte ein Exil-Russe auf, vom CIA bezahlt, wie Barnes in seinem Nachwort erläutet und fragte den Komponisten mehrmals, ob das wirklich seine persönlichke Meinung wäre?

Was blieb ihm über als ja zu sagen und zurückzufliegen?

Richtig, er hätte auch aus dem Fenster springen und um Asyl ansuchen können, aber die Famiie, es gab inzwischen auch einen Sohn, war ja in Leningrad und zu den Mutigsten schien er auch nicht zu gehören.

Ich verweise da  auf Hans Falladas Gefängnistagebuch beziehungweise seine Biografie, die ich kürzlich gelesen habe, in denen geschrieben steht, warum Rudolf Dietzen auch nicht ausreiste, sondern versuchte sich durch das Nazi-Regime zu wurschteln.

Dimitri Dimitrijewitsch hat das wohl bezüglich des Stalinmus getan und wieder  Jahre später, im dritten “Im Auto”, betitelten Teil, sitzt er in diesem und denkt wieder über sein Leben nach.

Auf dem ersten Blick ein berühmter Mann, den “Stalinpreis” hat er sechsmal bekommen, den “Leninorden” auch alle zehn Jahre 1946, 1956 und 1966. 1976 wird er schon gestorben sein, hofft wieder der Zyniker in ihm und das sogenannte Tauwetter hat auch begonnen.

Nikita Chruschtschow ist jetzt erster Vorsitzender und alles Leiwand und Paletti, denn man hat die ersten Säuberungsopfer schon rehabilitiert. Aber nun kommt man wieder zu ihm und zwingt ihm in die Partei eintzutreten, bzw. Vorsitzender des Komponistenverbandes zu werden und wieder Artikel zu unterschreiben, die nicht von ihm stammen und es bleibt ihm wieder keine andere Wahl, als es zu tun.

“Im neuen Roman von Julian Barnes wird das von Repressionen geprägte Leben von Schostakowitsch in meisterhafter Knappheit dargestellt – ein großartiger Künstlerroman, der die Frage  der Intergrität stellt und traurige Aktualität  genießt”, steht im Klappentext und ich denke, daß man, bevor man nun von Anpassung,  “feigen Aschloch”, Mitläufer, etcetera spricht, was einem ja in den Sinn kommen könnte, nachdenken sollte, wie man selber gehandelt hätte, hätte man 1936 in Leningrad oder 1942 in Berlin gelebt, beziehungsweise, was man heute tun würde, wenn sich diese Frage stellen sollte?

In “Wikipedia” kann man, glaube ich, eine gute Zusammenfassung lesen: “Er schrieb im Regime von Josef Stalin Hymnen und blieb gleichzeitig auf Distanz zum stalinistischen System, welches ihn drangsalierte und jahrelang in Todesfurch hielt.” Und “Um die Geschichte unseres Landes zwischen 1939 und 1970 nachzuerleben, reicht es aus, die Symphonien von Schostakowotsch zu hören”, schrieb die Wochenzeitung Moskowskije Nowosti. Der Celist Mistilaw Rostopowitsch sah im  siinfonischen Schaffen Schostakowitschs eine Geheimgeschichte Russlands und Gottfried Blumenstein bezeichnetw sein Werk als “apokalyptischen Soundtrack unseres Jahrhundert.”

Den vierten Leninorden hat er sich übrigens tatsächlich erspart, da Dimitri Schostakowitsch  1975 in Moskau verstorben ist und ich kann das Buch, das wahrscheinlich ein Higlight der Frühjahrsneuerscheinungen darstellt, sowohl, den Musik-, als auch den Literatur-sowie Politikinteressierten sehr empfehlen.

Schlusstrich

Der 1929 geborene Ivan Ivanij zieht mit seiner Familienchronik einen Schlussstrich wahrscheinlich unter sein Leben, beziehungsweise durch das seines Protganoisten Rudolf von Radvanyi, dessen Familie einmal Rotbart hieß, bezihungsweise sich in Radovan umbenannte.

Ein Leben, das wahrscheinlich viele Ähnlichkeit und autobiografische Bezüge mit dem 1929 im Banat aus einer Arztfamilie stammenden Ivan Ivanji, der Journalist, Diplomat und Dolmetscher Titos war, hat und der schon viele Bücher geschrieben hat.

“Der Aschenmensch von Buchenwald”, “Barbarossas Jude” und ein “Ungarischer Herbst” habe ich auf meiner Leseliste, zwei der “Picus-Bücher” habe ich von den Büchertümen der “Literatur im März” nach Hause gebracht, den “Aschenmensch von Buchenwald” mir einmal aus einer Abverkaufskiste gezogen und weiß jetzt gar nicht mehr so genau, welche der Bücher ich schon glesen habe.

Den “Ungarischen Herbst” wahrscheinlich, denn darauf habe ich mich in einem meiner Blogbeiträge bezogen und den Autor habe ich auch einmal bei einer Lesung in der “Gesellschaft für Literatur” erlebt, der ein sehr beeindruckendes Leben hatte, das er in seinen Büchern offenbar literarisch wiederzugeben scheint und mit fast neunzig Jahren kann man auch einen Schlußstreich über sein Erlebtes und seine Vergangenheit ziehen.

Und da bginnt es 1941 bei dem Jungen Rudolf von Radvanij, wahrscheinlich Ivan Ivanjis Alter Ego, der in Belgrad spazieren geht, weil ihm ein Nazi Offizier zum Dolmetscher, beziehungsweise Spion gemacht hat und daher seine schützende Hand über ihn hält.

Der junge Rudolf ist Kommunist und denkt über seine Familie, dem Urgroßvater Samuel Rotbart nach, dessen Sohn Leopold seinen Namen magyarisierte. Leopold war Tierarzt, Rudolfs Vater Franz, Ferenc oder Ferko hat in Budapest Medizin studiert und dort Fritzi oder Franziska aus Weimar kennengelernt, die Rudolfs Mutter wurde.

Als der Krieg ausbrach wurden Mutter und Großmutter von den Nazis erschlagen. Der Vater schloß sich den Partisanen an, wo er auch Rui widertraf, nachdem ihn der Nazioffizier mit einer Zyankalikapsel entlassen hat.

Die war in einen Koffer, den der junge Rudolf verlor und später von den Militärbehördern wiederbekam. Da war er aber schon Diplomat, beziehunsweise Parteikorrespondent, hat zuerst die schöne Irina geheiratet und später die Sportlerin Mascha, die am Ende ihres Lebens an Alzheimer erkrankte.

Der Sohn Goran, der in London studierte, wird die Familientradition der Rotbarts- Radvanijs-Radovas weiterleben, während der Großbvater Leopold, als die Nazis kamen, der nie ein Trinker war, an seinem Schnaps ertrank, Ferko der Chirurg eine eigene Operation nicht überlebte und Rudi, nach dem Tod seiner Frau, die wiedergefundene Zyankalikapsel nahm.

Ein Schlußstrich über ein ereignisreiches Leben, das über viele Landesgrenzen hinausging und viele Namensänderungen einer Familie umfasste.

Karl Markus Gauss, den ich vor kurzem in der “Alten Schmiede” hörte, bereist  in seinen Büchern diese Vergangenheiten und macht sie für den Leser lebendig, während Ivan Ivanij immer wieder seine Geschichte erzählt und, glaube ich, auch demnöchst wieder in der “Gesellschaft für Literatur” zu hören sein wird.

Klick

Jetzt kommt zur Abwechslung wieder etwas aus dem Schrank, alt und neu ist ja die Losung, wenn man sich so einigermaßen durch die Literatur lesen will und da habe ich einmal ein rotgelbes Büchlein von einem mir unbekannten Sergej Bolmat gefunden und habe durch die Buchbeschreibung erfahren, daß das ein russisches Kultubch ist, das 2000 geschrieben, das hype Leben nach der Wende in Sankt Peterburg beschreibt.

Leben, wie im Traum oder, wie im Hollywoodfilm, könnte man so sagen und der 1960 in St. Petersburg oder wahrscheinlich Leningrad, geborene  Sergej Bolbat, lebt seit 1998 in Köln und führt uns in seinem Debutroman für den er den russischen “Booker-” und noch andere Literaturpreise bekommen hat, das rassante Leben in dem hypen St. Petersburg vor.

Da gibt es nämlich, die im neunten Monat schwangere Marina, die mit ihrer Freundin Korea Ho und deren Hund in einer Art Wohngemeinschaft lebt.

Ihr Freund Tomja, ein Dichter, der moderne Verse schreibt, hat sie verlassen. Das Geld geht den beiden Frauen aus, die Wohnungsvermieterin drängt. Sie gehen aber trotzdem einkaufen und geraten an das Handy eines Auftragskillers, sie rufen an und bekommen den Auftrag einen Geschäftsmann, der von einigen Leibwächtern, wie das in dem hypen St. Petersburg offenbar so ist, umzulegen.

Das gelingt mit einigen Schwierigkeiten. Denn Erstens sind die Pistolen, die sie verwenden meistens nicht geladen, Zweitens verliebt sich das Opfer in Marina und will sie unbedingt heiraten. Die ist aber noch Tomja verliebt und will ihr Kind in Indien zur Welt bringen.

Deshalb sucht sie mit Korea Ho ein Reisebüro auf, sie quartierten sich auch in ein Luxushotel ein, bestellen Eis mit Mayonnaise. Man sieht vielleicht schon, wohin das supermoderne hype Buch geht. Dann kommt das Kind zur Welt, Tomja betrügt natürlich seine Freundin.

Korea Ho rät den Heiratsantrag anhzunehmen und das Opfer Charin beim Ringwechsel vor dem Traualtar umzulegen.

Das passiert dann auch, allerdings sind, glaube ich Tomja und Marina das Brautpaar und man ist sehr rasant durch das neue hype Leben von St. Petersburg, das ja einmal eine Zarenstadt war, gesprungen.

Ein nicht ganz so einfach zu lesendens Buch, das, glaube ich, aber trotzdem einen guten Eindruck vom russischen Leben nach der Wende gibt.

Bei “Amazon” gibt es nur eine Rezension, die nicht ganz so begeistert, wie die Buchbeschreibung ist, es ist aber sicher spannend über das neue und moderne Russland zu lesen.

Über das von Stalin natürlich auch und da werde ich, glaube ich, auch bald bei einer Neuerscheinung dazu kommen.

Herr Brechbühl sucht eine Katze

Mit den Häusern beziehungsweise, dem anonymen oder doch vielleicht doch nicht so anonymen Wohnen in einer soolchen  Hochhaus- oder Genossenschaftsanlage geht es gleich weiter und nach dem Realsozialismus der Neunzehnhundertsiebzigerjahre, dem modernen Debutantensurrealismus und den Geistern von Berlin geht es zum Crowdfunding und, wie es auf den Verlagsaussendungen heißt, zu dem sensationellsten, experimentellesten Romanprojekt des Jahres, etcetera

Und mit diesen Alternativen zu den herkömmlichen Verlagsprodukten beschäftige ich mich ja seit einiger Zeit und da gibt es auch einige solche.

So hat Tilmann Rammstedt mit “Morgen mehr” vor einem Jahr mit “Hanser” ein Crowdfunding-Projekt gestartet, das im letzten Mai auch als Buch erschienen ist und jetzt auf meinem Badezimmerstapel liegt und Jaqueline Vellguth, die “Schriftsteller-de-Schreibwerkstättengründerin”, hat im Vorjahr ein anderes, vielleicht genauso interessantes Projekt, wenn auch auf der Selfpublisherseite gelegenes, gestartet, in dem sie zwölf Bücher in einem Jahr geschrieben und veröffentlicht hat und da bin ich vielleicht schon bei den Blogromanen und da habe ich auch einen geschrieben oder nein, ich habe 2015 einen Adventkalenderschreiben wollen, das im November im Rahmen des “Nanorimos” getan und weil ich diese Idee schon ein paar Jahre mit mir herumgetragen habe, gab es im Monat Dezember in meinem Blog auch schon mal ein paar diesbezügliche Artikel.

2016 war das Buch fertig und ich habe dann immer im Dezember auf die entsprechenden Artikel verlinkt, beziehungsweise, wenn ich Platz für einen Artikel hatte, ein neues Kapitel eingestellt, so daß es im Dezember einmal den ganzen Roman, den man auch als Buch beim ir kaufen kann, im Blog geben wird.

Ist das ein sensationelles Projekt?

Wahrscheinlich nicht, ich bin aber auch keine die mit ihrem “Literaturgeflüster” Aufsehen erregt, ganz im Gegenteil, manche halten meine Rechtschreibfehler und Flüchtigkeiten sogar für das Schlechteste was sie jemals gelesen haben und übersehen dabei vielleicht das ennorme Archiv das es über die letzten Jahre des vorwiegenden Wiener Literaturleben bei mir gibt oder es interessiert sie einfach nicht.

Aber ich wollte von Tim Krohn und seinem sensationellen Projekt erzählen, auf das mich “Galiani” aufmerksam gemacht hatte, in dessen Verteiler ich bin, seit ich im letzten August bei “KIWi” anfragte, ob ich die LLs für mein Buchpreisblogprojekt als Rezensionsexemplare haben kann.

Der 1965 geborene Tim Krohn, von dem ich höchstens, glaube ich, den Namen kannte, ist ein 1965 geborener Schweizer Autor und lebt in einem schönen alten Bauernhaus.

Dann wurde seine Mutter krank oder pflegebedürftig und er wollte sie zu sich nehmen, aber im Erdgeschoß gab es kein Bad. Geld eines einzubauen war nicht da. So kam es zu der Idee mit dem Crowdfundig und Tim Krohn sammelte, glaube ich, ersteinmal die menschlichen Gefühle oder “Regungen”, wie er es nannte, und bot dann seinen Lesern an, sich eines herauszusuchen, noch ein bis drei persönliche Worte dazu beizusteuern, zweihundertfünfzig Franken oder einen anderen Betrag nach Wunsch einzuzahlen und er setzt sich hin, schreibt eine Geschichte dazu und nimmt sie am Abend noch für den Eigentümer auf.

Wenn ich das mache oder bei meinen Gewinnspielen drei Fragen bezüglich des neuen Buches stelle, wo man es gewinnen kann, rüht sich kein Schwein.

Tim Krohn hatte flugs das Geld, das Bad, aber auch den Auftrag jetzt hundertdreißig Geschichten zu schreiben. Was er auch tat und weil er bei “Galiani” anfragte, gibt es jetzt den ersten Band der “Menschlichen Regungen”, nämlich “Herr Brechbühl sucht eine Katze” mit den ersten fünfundsechzig Geschichten. Band zwei soll noch im Sommer, der dritte Band im Frühling folgen und weil die Liste, glaube ich, noch mehr Gefühle aufzuweisen hat, kann man sich  auch noch Geschichten kaufen.

Das ist, möchte ich, ganz vorsichtig anmerken ist auch nicht ganz so neu, Richard Weihs tut das schon seit Jahren mit seinen “Wunschgedichten” bei den “Wilden Worten” und nennt das Kundenanbindung, damit die Leute auch im nächsten Monat ins Amerlinghaus kommen, um sich ihr Gedicht anzuhören.

Er schickt es allerdings auch schon vorher via Mail aus und man muß nichts dafür bezahlen und so gibt es in meinen Büchern merke ich auch noch kurz an, bevor ich zu den Häusern und zu Herrn Brechbühl komme, in meinen  zwei schöne Wunschgedichte, ein paar andere gibt es auch, denn ich gehe ja ziemlich regelmäßig zu den “Wilden Worten” und wünsche mir dann auch immer Gedichte und bei meinem jetztigen “Work in Progress” hat er mir sogar den Beschreibungstext, um den ich sonst ja sehr betteln muß und oft Absagen bekomme, gemacht und auch erklärt, was es mit dem Bibliotheksgespenst auf sich hat.

Aber was hat das Ganze jetzt mit den Häusern zu tun?

Ganz einfach, denn Timm Krohn ist auf die Idee gekommen, das Ganz in Züprich in einem Genossenschaftshaus spielen zu lassen.

Es gibt elf Bewohner, die dort leben, beziehungsweise von denen die Geschichten erzählen. Das Ganze beginnt in der Silvesternacht 2000, also eigentlich schon lange her, und die Herren, die drei Bs, die damals die Welt beherrschten, Bush, Berlusconi, Blocher sind vielleicht gar nicht mehr so mächtig, interessant, denn in meinen Work on Progress, schreibe ich ja die “Die Viertagebuchfrau” um oder neu, weil, die ja schon 2000 spielt und jedes Kapitel, das Buch  hat, wie schon erwähnt fünfundsechzig, beginnt mit einem der Gefühle, die von “Aalglätte” bis “Zynismus” gehen  und am Ende des Bandes gibt es eine Liste mit den Namen der Käufer und die Personen, die in dem Biuch vorkommen, wurden auch in einem kostenlosen E-Book, mit dem Übertitel “Menschliche Regungen”, das ich mir vorige Woche hochladen konnte, aber eigentlich nur eine erweiterte Inhaltsangabe ist, vorgestellt.

Wer lebt nun in den Haus?

Da ist nun einmal der Namensgeber Hubert Brechbühl, das ist ein frühpensionierter Tramschaffner, der hat zu Beginn des Buches einen Traum, ich merke vielleicht noch an, daß mich, die ich ja auch schon einmal daran dachte, mit so einer Wortliste einen Roman zu schreiben, interessiert, wann Tim Kröhn, die Idee hatte, aus dem Ganzen einen Roman, beziehungsweise eine Serie zu machen, beziehungsweise, daß man diese Absichtsloigkeit dem Buch vielleicht anmerken kann.

Nun Herr Brechbühl hat am Anfang einen Traum, dann gehts aber gleich zu Julia bezihungsweise zu Mona. Mona ist vier oder fnf, die Tochter der alleinerziehenden Lektorin namens Julia, dann gibt es noch die arbeitslose Schauspielerin Selina, die hat eine Theraterratte namens Malkovic. Die stirbt gleich zu Beginn und damit Mona, die nebenbei erwähnt, ziemlich verwöhnt oder auch verzogen ist, nicht traurig wird, verspricht ihr Julia eine Katze.

Aber die kann sie nicht in ihrer Wohnung haben, so läutet die Kleine bei Herrn Brechbühl an und sagt, er soll mit ihr die Wohnung tauschen.

Das ist vielleicht die Rahmenhandlung, die die Geschichte zusammenhält. Es gibt aber noch mehr Bewohner.

Pit und Petzi, zwei Studentien, so um die zwanzig, die im ersten Semester studieren, sich aber eigentlich die ganze Zeit durchvögeln, was in dem hellhörigen Haus, die ganze Beohnerschaft mitbekommt.

Es gibt in dem Haus auch eine strenge Hausordnung und keine eigenen Waschmaschinen, so muß man die gemeinschatlichen benützen, das führt zu Streit und zu Unstimmigkeiten.Trotzdem gibt es in dem Haus aber eine sehr optismistische Verbundenheit, das ist vielleicht das Gegenstück zur Isolation, die Ingeborg Drewitz in ihrem “Hochzaus” zeigt.

Man könnte vielleicht sagen, die Gefühle halten die Hausgemeischaft zusammen und vieles ist auch originell und ungewöhnlich, einiges alltäglich menschlich.

So leben auch Gerda und Erich Wyss, ein über achtzigjähriges Ehepaar in dem Haus. Er pflegt sie, aber als der Enkel, der in Berlin lebt, bei seinem Chef Geld veruntreut und das dann auch noch im Casino verspielt, fährt der alte Erich nach Konstanz, um es mit seinem System zurückzugewinnen. Er verliert natürlich und schlägt auch noch eine Fensterscheibe ein und als der Filmregisseur, der die Schauspielerin Selina für einen Film über aktive Sterbehilfe engagieren will, sie besuchen kommt, aber nicht findet, säuft er mit dem alten Ehepaar die Nachtlang durch, was dazu führt, daß Erich am nächsten Morgen über die Stiege fällt, ins Krankenhaus muß und sich fortan Sorgen über das betreute Wohnen macht.

Es gibt aber noch ein Gastarbeiterpaar, Adamo ein Italiener mit seiner Frau Efgenia.Er ist Rettungsfahrer, sie hat einen kaputten Rücken und ist deshalb eine Ungustelin.

Das heißt, sie stört die Waschordnung, grantelt alle an und als Adamo, um sie aufzuheitern einen Aprilscherz macht, sagt, sie soll den Hausmeister für einige Zeit vertreten, beginnt das Ganze zu kippen. Sie tut das nämlich mit Feuereifer, obwohl sie das gar nicht dürfte, braucht für ihren Rücken, aber Morphium, das er dann aus Liebe für sie entwendet. Schließlich kommt sie doch zu ihrer Operation, er aber, um den Job und und…

Man sieht, glaube ich, ganz gut, wie es läuft und Herr Brechbühl, um wieder zu ihm zurückzukehren, muß auch schmerzlich erfahren, daß man ihn gar nicht mehr so braucht, wie er glaubte.

So freundet er sich mit einer esoterischen Buchhändlerin an, macht vielleicht eine Liebe, die wir möglicherweise in Band zwei oder drei weiterverfolgen können und sucht im ganzen Buch eine Katze?

Nun eigentlich tut er das nicht wirklich, das ist ja Monas Idee. Trotzdem gibt es einen Carusu, das ist der Kater des Stammwirtens, der eine Rolle spielt und Mona liegt mit Moritz, das ist noch hein Student, der im Haus wohnt, auf der Lauer, um eine angeblich öfter das Haus besuchende Katze zu finden, den dicken Carusu, den Herr Brechbühl vorübergehend für sie einqaurteirte, will das verwöhnte Fräulein aber nicht und die alleinerziehende Julia hat mit ihrem Verlag Sorgen, weil sie Mona immer vom Hort abholen muß und ihr Chef, sie deshalb immer kündigen will oder ihr die Praktikantinnen, als mögliche Nachfolgerinnen vor die Nase setzt.

Ein interessantes Projekt, ob wirklich so sensationell, wie vom Verlag angekündigt, wird sich zeigen, wie es bei den Bloggern oder in den Buchhandlungen aufgenommen wird, auf die nächste Longlist kommt, den Schweizer Buchpreis macht, etcetera…

Im Sommer gibt es  jedenfalls den nächsten Band “Erich Wyss übt den freien Fall”, der dann von “Julia Sommer sät aus”, im nächsten Frühling gefolgt wird.

Ich  fand es, wie schon erwähnt, besonders spannend, in ein paar Tagen einen ganzen Reigen von neuen oder auch alten hochhausbücher  gelesen zu haben und es war höchst interessant, sie nebeneinanderzustellen, beziehungsweise untereinander zu vergleichen.

Tierchen unlimited

“Hart, mitreißend und wahr: an einem Tag weggelesen, schallend gelacht”, schreibt Feridun Zaimoglu über das Debut des 1981 in Sarajewo geborenen Berufschullehrers Tiljan Silan, der wohl viel aus seiner Schule plaudert und in einem sehr harten, manchmal etwas slapstickartig übertriebenenen Ton das Hin- und Herpendeln zwischen Verletzung und Härte, Traum und  Wirklichkeit seiner traumatisierten Schüler oder derer, die jetzt mit Migrationshintergrund aus Syrien oder Afghanistan mit ihren unverarbeiteten Erlebnissen in einer Welt der Härte, Verständnislosigkeit, des Mulitkultikampfes und der Pegidademonstrationen aufwachsen.

“Die Geschichte eines Jungen im bosnischen Bürgerkrieg, seiner Flucht nach Deutschland und das Leben unter deutschen Neonazis”, erklärt uns der Buchrücken und es beginnt gleicherweise dramatisch und vielleicht gar nicht so komisch mit einer Flucht nackt auf dem Rennrad.

Der Ich-Erzähler wurde vom Bruder seiner Freundin Leonie aus dem Bett geprügelt, flieht so in das Krankenhaus nach Frankenthal, wo er seine Schulfreundin Sarah-, die inzwischen Polizistin geworden ist, interessant die Rollenumkehr in Silas Werk, die ich als ironisch interpretieren würde, die Mutter ist Physikerin, der Vater hat Bibliothekswissenschaften studiert und die Schulfreundinnen, deren Brüder Neonazis sind, werden alle Polizistinnen, der Ich-Erzähler studiert dagegen, wie sein Autor Germanistik und später Bibliothekswissenschaft, -widertrifft, die nimmt für ihn die Rache in die Hand, nennt ihn “Mausi” oder braver Kerl, dabei war das Leben in den Neunzigerjahren in dem kriegsgeplagten Sarajewo, die Eltern sind mit dem Sohn 1994 nach Deutschland gegangen, gar nicht so brav, sondern hart und er stahl mit seinen Freunden am Markt, den alten Frauen Pornohefte, die er dann mit den Soldaten gegen Luchpaketen tauschte und, als er schon in Deutschland war, ging es-, die Flucht wird wahrscheinlich ebensowenig komisch, vielleicht ist das die Schilderung, wohl aber nicht die Realität, in einem überhitzen Bus geschildert, wo sich alle bis zur Unterwäsche ausziehen müssen, dabei entsetzlich stinken und sich, weil sie nicht hinauskönnen, auch anmachen müssen und er zuerst in eine Hauptschule kam, weil seine akademischen Eltern, das deutsche Bildungswesen nicht verstanden, aber die Mutter hat ihren Traum, als Hilfsdozentin auch nicht wahrmachen können und was macht ein studierter Bibliothekswissenschaftler in Deutschland, wenn er kein Wort dieser Sprache spricht,  -weiter mit dem harten und wahrscheinlich nicht so komischen Leben, das, die mit dem Migrationshintergrund und wahrscheinlich auch die ohne in den überfüllten Hauptschulen erleben.

Siljas Held erlebte seine Jugendlieben mit den Schwestern von Nazibrüdern, die ihm dann eben aus dem Bett prügelten, studiert später in Heidelberg und geht mit seiner Studienkollegin Grace, die aus Taiwan kommt, einbrechen.

Da stiehlt er auch einmal ein Auto, wird vom Verfassungsschutz beobachtet und eine Melanie kommt vor, die eigentlich Schriftstellerin werden will, aber auch Polizistin wird und, die er für die strenge Sarah beobachten soll und am Schluß endet das Ganze in einem Traum.

Dem Helden wird, das am Ende des Buches, das mir ein bißchen ungeordnet erzählt erschien, da ist die Zusammenfassung geordneter, aber Traumatisierungen verlaufen eben nicht gradlinig, sondern ungeordnet und in Flashbacks, klar, das mit “In einem Moment halben Bewusstseins verstand ich, dass ich schlief und träumte” endet und ich habe wieder ein sehr interessantes Debut gelesen, von dem ich nun gespannt bin, was ich von dem Buch noch hören werde und, ob und auf welche Short- oder Longlist es kommen wird, das uns in sehr harten Worten, die mich eigentlich abschrecken hätten sollen, denn ich mag keine Aggressivität, von dem Leben und Aufwachsen im Krieg und dem Leben nachher in der neuen Heimat unter lauter wirklichen oder vermeintlichten Neonazis erzählt.

Dazu noch zwei Anmerkungen oder Kritikpunkte, erstens habe ich den Titel nicht ganz verstanden und zweites wies das Buch, das ich mit einer Schutzhülle, dreimal, also in drei Tagen gelesen habe, nach der Benützung deutliche Gebrauchsspuren und einen zerrissenen Buchrücken auf, was eigentlich nicht sein dürfte, da ein Buch mit einem so wichtigen Thema  länger haltbar und auch mehrmals gelesen werden können sollte.