Beautiful Fools

Wir bleiben am Beginn des vorigen Jahrhunderts, gehen aber in die Neunzehnhundertdreißigerjahre und da in die USA beziehungsweise nach Kuba und zu Zelda und F. Scott Fitzgerald, denn der amerikanische Schriftsteller, Journalist und<kulturkritiker R. Clifton Spargo hat 2013 einen Roman über das berühmte Paar unter diesem Titel geschrieben, der jetzt bei “ebersbach & Simon” auf Deutsch, übersetzt von Heddi Feilhauser herausgekommen ist, die und das finde ich interessant, obwohl ich eigentlich nicht so für das “Denglisch” bin, das wir jetzt alle sprechen, bei dem amerikanischen Titel geblieben ist.

F. Scott Fitzgerald wurde 1896 inMinnesota geboren und ist 1940 in Hollywood gestorben und hat in den Zwanzigerjahren seine berühmten Romane, wie beispielsweise den “Großen Gatsby” geschrieben, galt in den Neunzehnunderzanzigerjahren mit seiner Frau, als der große Dandy, Emily Walton hat darüber auch einen Roman oder Biografie geschrieben, den ich gelesen habe, war in den Neunzehnhundertdreißiger Jahren, wie ich “Wikipedia” entnehme, wieder vergessen, verdingte sich in Hollywood mehr schlecht, als recht als Drehbuchschreiber, litt unter Alkoholexzesse und hatte auch Probleme mit der psychischen Erkrankung seiner Frau Zelda, die in dieser Zeit in Psychiatrien untergebracht war.

Da steigt R. Clifton Spargo ein, nämlich am 12 Februar 1932, da fährt Fitzergald mit seiner Frau im Zug, um sie zu dieser Klinik zu bringen, wo er für sie sorgt, sich von ihr auch nicht scheiden läßt, aber längst in Hollywood mit anderen Frauen zusammenlebt. Der zweite, längere Teil spielt dann im April 1939, Fitzgerald hat eine Geliebte namens Sheilah Graham, trennt sich aber von ihr, um mit Zelda, wie versprochen noch einmal einen schönen Urlaub in Kuba zu verbringen, wo sich dann, wie im Klappentext steht, “die Ereignisse überstürzen”.

Ich weiß nicht und kann das auch nicht “Wikipedia” entnehmen, ob es diese Reise wirklich gegeben hat. Clifton Spargo schreibt jedenfalls einen Roman darüber und bettet ihn in eine spannende Handlung ein, die er wahrscheinlich erfunden hat. Man erfährt aber viel dabei vom Leben des berühmten Skandalspaar und ansonsten kann man sich auch, was wahrscheinlich anzuraten ist, in Fitzgeralds Bücher einlesen, ich habe auch ein paar in meinen Regalen, ihn im Original aber noch nicht gelesen.

Die Beiden kommen in Havanna an, mieten sich in einem Hotel ein. Über die Freundschaft zu Ernest Hemingway wird berichtet, der kommt in dem Buch aber nicht vor. Zelda wird als labil beschrieben, sie fühlt sich verfolgt, will aber ihre Ehe mit Fitzgerald wieder aufleben lassen. Er will das nicht so recht und weicht ihr aus und während sie sich in ihrem Zimmer befindet, wird er an der Bar von einem Fremden angesprochen, der ihm erzählt, daß er lange in den USA war, er ist Immobilienmakler und will sich um Schott kümmern.

Das tut er sehr aufdringlich, bringt Scott und Zelda dann in eine Bar, wo es zu einer Schlägerei kommt, Zelda, die sie sich wieder verfolgt fühlt, hat sie ausgelöst und Mateo Cardona rät ihm vor der Polizei zu füchten. Er taucht dann immer wieder auf, beziehungsweise schickt er ihnen einen Fremdenführer. Scott und Zelda reisen auf eine Insel ab und lernen da einen Spanier und seine französische Freundin kennen, die sich als Flüchtlinge zu erkennen geben. Die Paare freunden sich an, Zelda organisert einen Ausflug und ein Picknick läßt sich von einer Wahrsagerin die Zukunft sagen, verschwindet dann verstört und nach dem sie alle suchen, findet Scott sie im Zimmer wieder.

Der Fremdenführer von Mateo taucht auch wieder auf und Scott will mit Aurelo, das ist der Spanier, einen Hahnenkampf besuchen, um darüber zu schreiben. Zelda bleibt im Hotel zurück. Der Hahnenkampf wird sehr genau beschrieben und Scott, wie immer betrunken, will ihm aus Mitleid mit den Hähnen, die dabei getötet werden, unterbrechen. Es kommt zu einer Schlägerei in die auch der Fremdenführer verwickelt ist.

Scott wird verletzt in das Ressort gebracht, der Fremdenführer, ein Senor Famosa Garcia, rät Zelda sich mit Senor Cardona in Verbindung zu bringen, der Scott in Havanna in einem Sptal unterbringen soll.

Nun erweist Zelda ihre Stärke. Panisch beginnt sie zu packen, weiß nicht, wo die Flugtickets und das Geld ist und der Leser vermutet, daß die Fitzgeralds von dem Kubaner ausgenützt werden. Zelda besteht aber darauf nicht in Havanna zu bleiben, sondern zurück in die USA zu fliegen, was auch gelingt. Senor Cardona regelt alles und ein paar Monate später ist Fitzgerald, wie in dem Buch noch steht, in den Armen seiner Geliebten gestorben.

Zelda wird aus der Klinik entlassen und kehrt in die Obhut ihrer Mutter zurück. Sie ist, entnehme ich wieder “Wikipedia” 1948 in Asheville gestorben und R. Clifton Spargo hat, glaube ich, einen spannungsgeladenen Roman über die Beiden geschrieben, der, wie schon erwähnt einem das Werk des großen Amerikaners näherbringen soll.

Interessant finde ich auch, daß ein “Moleskine” immer wieder eine Rolle spielt, in dem Scott Fitzgerald immer wieder seine Notizen aufnotiert, um sie später in seinen Romanen zu verwenden und ich weiß gar nicht, ob es in den Dreißigerjahren schon “Molekines” gegeben hat? Es gibt auch immer wieder Briefe von Zelda an Scott, wo ich auch nicht weiß, ob es sich dabei, um Originaldokumente handelt oder sie aus der Clifton Spargos Feder stammen? Werde da wohl nicht weiter recherchieren, nehme mir aber vor, den “Großen Gatsby” und auch meine anderen Fitzgerald-Bücher wenn ich dazu kommen sollte, zu lesen.

Gertrude Stein

Von der 1874 in Pennsylvania geborenen und 1946 in Paris gestorbenen Gertrude Stein habe ich schon viel gehört , “a rose is a rose is a rose” und war auch schon einmal in einer Veranstaltung der “Alten Schmiede”, eine experimentelle Autorin von der alle begeistert sind und die auch Friederike Mayröcker in ihren Texten öfter erwähnt, habe ich gedacht und jetzt, weil das die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhundert und ihre literarischen Gestalten offenbar sehr in Mode sind, bin an ihre Autobiografie gekommen und war da erst einmal verwirrt, denn wer hat die Biografie geschrieben und über wen geht sie?

“Gertrude Stein Autobiografie von Alice B. Toklas” steht am Cover und ich habe mich als ich den “Königvon Amerika” besprochen habe, einmal eine harsche Kritik bekommen, weil ich das Wort Autobiografie mit der Biografie verwechselt habe. Dann bin ich darauf gekommen, daß das gar nicht so einfach ist, denn Autobiografien werden oft von Ghostwritern geschrieben, aber Bigorafien sind Texte überMenschen und Autobiografien über einen selbst.

So weit so gut, Gertrude Stein, die sich sehr selbstbewußt “Genie” nennt oder ihre Biografin, die sie selber ist, so nennen läßt, hat in den Neunzehnhundertdreißigerjahren einen ganz besonderen Kunstgriff angewendet. Sie hat im Namen ihrer Lebensmenschin, Köchin und Sekreätrin Alice B. Toklas, die die 1877 in San Francisco geboren wurde und 1967 in Paris gestorben ist , die Autobiografie geschrieben, weil sie, wie im Klappentext vermerkt ist, sich damit freier fühlte über sich zu schreiben.

So beginnt das “Kapitel Eins: Bevor ich nach Paris kam” auch mit den Worten “Ich wurde in San Francisco, Kalifornien geboren.” und endet im “Kapitel Sieben:. Nach dem Krieg 1919 – 1932” mit “Vor etwa sechs Wochen sagte Gertrude Stein, es sieht mir nicht so aus, als würdest du jemals diese Autobiogrie schreiben. Weißt du was ich tun werde.Ich werde sie für dich schreiben wie Defoe die Autobiografie von Robinson Crusoe geschrieben hat. Und das hat sie und dies ist sie.”

So weit so klar. “Die deutschsprache Erstausgabe” steht noch in der” Editorischen Notiz” “erschien 1956 im “Origo Verlag”.

Jetzt wurde das Buch von “ebensbach & simon” neu herausgegeben und von Roseli und Saskia Bontjes von Beck neu übersetzt, die sich,wie weiter steht “Zur aufgabe machten, de besondere Eigenheit der Sprache, des Stils und der Orthografie und Kommasetzung von Gertrude Stein zu pflegen und die Moderiniät dieses Textes entsprechend zu Geltung zu bringen.”

Und so voila hinein in das Buch, das sehr interessant ist, wieder in die Künstlersalons von Paris der Neunzehnhundertzwanziger und dreißigerjahre oder noch davor hineinzutauchen. Denn Slice B. Toklas ist, glaube ich, 1907 ein Jahr nach dem Erdbeben, nach Paris gekommen, wo Gertrude Stein schon mit ihrem Bruder lebte und dort einen literarischen Salon bzw. ein Atelier betrieb.

Gertrude Stein hat in den USA bei William James Psychologie und auch Medizin studiert und ist 2003 nach Paris gegengen. In den ersten Kapitel wird beschrieben, wie Alice B. Toklas in den Salon bzw. zu den künstlerischen Abendessen kam, die es dort gab. Es gab ein Hausmädchen namens Helene, das sehrselbstbewußt war, immer Souffles zubereitete, sich bei manchen Gästen aber weigerte. So hatMatisse beispielsweise öfter nur Spiegeleierbekommen.

Die Namen Matisse, Picasso, Cezanne, etc, tauchen immer wieder auf, denn Gertrude Stein war offenbar nicht nur Schriftstellerin, sondern auch eine große Kunstsammlerin. So kauften die beiden Frauen immer wieder Bilder von den besagten Malern an und stellten die dann aus.

Der schriftstellerische Erfog ist am Anfang, glaube ich, auch ausgegblieben. Als Alice B. Toklas nach Paris kam hat Gertrude Stein ihre “tree lives” gerade als Privatdruck herausgegeben und an dem tausend Seiten Buch “The making of America” geschrieben und etwas später wird beschrieben, daß es für sie unmöglich war einen Verleger zu finden, so daß sie die drei “lives” selber drucken hat lassen.

“Es war kein ungewöhnlicher Einfall, denn die Leute in Paris taten dies oft”, steht auf Seite zweiundneunzig, was ich sehr interessant finde, weil ich javor der Selfpublishingwelle immer hörte, daß man das nie und auf gar keinen Fall tun dürfe

Die selbstbewußten Frauen taten das in Paris schon Anfang des Zwanzigstenjahrhunderts und die beiden Frauen sind auch viel herumgereist. Verbrachten ihre Sommers in Fiesole bei Florenz oder Spanien und wurden durch den ersten Weltkrieg daran gehindert. Der schriftstellerische Erfolg kam bei Gertrde Stein dann auch später, sie war, glaube ich, auch Verlegerin und hat inzwischen einen sehr berühmten Namen. Gilt als Ikone und großes Vorbild, obwohl die meisten wahrscheinlich, wie auch nich, noch nicht sehr viel von ihr gelesen haben und die Weggefährtin, Alice B. Toklas, auf dem Cover sind auch Fotografien von den beiden Frauen, als ältere Damen zu finden, überlebte ihre Freundin um zwei Jahrzehnte und starb 1967, wie ich “Wikipedia” entnehme in ärmlichen Verhältnissen. Sie hat auch Kochbücher hinausgegeben und ich finde das Eintauchen in das frühe zwanzigste Jahrhundert und in die damaligen Künstlerszenen sehr interessant und werde, trotz des Leipziger Buchpreislesen, das ja auch auf mich wartet, gleich weitermachen.

Abara da Kabar

Das nächste Buch schließt gleich, wenn vielleicht nicht so ganz linear ersichtlich an Raphaela Edelbauers”Schicefiction”, denn da geht es um die künstliche Intelligenz und es ist eine phantasievolle Dystopie daraus geworden, hier um die die Sprache und das Buch,der erste Roman, des 1958 geborenen Profil-Journalisten Emil Bobi, der schon einige Sachbücher darunter das über den “Friedensnobelpreis”, das mir Wolfram Huber einmal zu meinem Geburtstagsfest mitbrachte, geschrieben hat. Es ist bei “Anton Pustet” erschienen, das ist der Verlag in dem auch das Buch von Brunis Onkel Theodor Sappar “Kettenreaktionkontra” erschienen ist, herausgekommen und die Kenner werden jetzt schon nicken, aha ein eher schwer lesbares theoretisches Buch.

Das Literaturbüro von Barbara Brunner, die mir immer meine K&S Bücher schicken, hat es mir zugesandt und am Cover ist ein Rabe zu sehen. Das Literaturbüro hat mich etwas später auch auf eine Online “Thalia-Buchpräsentation” aufmerksam gemacht, die ich mir jetzt über Facebook angeschaut habe, wo Emil Bobi im Gespräch mit Niki Glattauer die graphische Gestaltung besonders lobte. Am Cover und zu Beginn der beiden Teile sind jeweils Raben zu sehen und die spielen im dem theoretischen Roman, wie ich ihn nennen möchte, eine große Rolle, obwohl das eigentlich gar nicht so ersichtlich ist.

Es beginnt sehr theoretisch, also gar nicht so einfach in das Buch hineinzukommen und der Zusammenhang erschließt sich einem wohl erst später. Zuerst hat sich die Psychologin natürlich gedacht, ist das jetzt die Beschreibung einer Psychose oder eines Burn outs? Aber, ich denke, Emil Bobi spielt sehr theoretisch damit und es geht, um den Wiener Journalisten Franz Ignaz Baumhackl.

“Ist das ein Alter Ego?”, hat Nki Glattauer in der Diskussion gefragt und der kommt eines Tages darauf, daß die Sprache nicht funktioniert.

“Hui!”, könnte man da denken. Sie tut das doch! Aber das ist Emil Bobis Aufhänger für das Buch. In der Redaktionssitzung kommt der Journalist am Beispiel eines Politikers während des Wahlkampf darauf, daß die Sprache kaputt ist und beschließt einen Artikel darüber zu schreiben.

Daher beginnt er darüber zu recherchieren, lernt eine Linguistin namens Michaele Halbmond kennen, mit der er eine Buchpräsentation besucht. Er besucht auch die Hauptbücherei und trifft sich mit der Linguistin dann in einem seltsamen Lokal, wo die tollsten Speisen angeschrieben sind, aber kein Kellner da ist, der serviert. Das erinnert ein bißchen an “DAVE”, obwohl ich bezweifle, daß Emil Bobi dieses Buch gelesen hat. Er geht mit der Linguistin auch in den Zoo und denkt sich, er muß in die Sprache der Tiere zurück, um dieses Problem zu lösen.

Es geht auch in die Vergangenheit des Journalisten. Der hatte eine Großmutter, die eigentlich seinen Vater abtreiben wollte, aber der überlebte. Bei dessen Geburt ist sie dann, glaube ich, gestorben. Der Vater war auch etwas seltsam, hatte aber Donnerstagrunden, wo eines Tages eine Zauberin auftrat, die dem achtjährigen Knaben, das ist auch so eine Metapher das “Abrakadabra” beibringen wollte. Der versprach sich, sagte “Abara da Kabar” und alle lachten. Aber das heißt ja “Es werde” und der Bub beschließt ein Tagebuch zu führen. Er hat auch ein Schönes mit einer Neanderthalerfrau am Cover. Aber das bleibt immer leer, als Metahper, daß man seine Gedanken nicht in Worte fassen kann.

Jetzt ist er aber erwachsen und an der Sprache gescheitert. So beschließt zum Tier zu werden, das noch keine Sprache hat. Er reist nach Marokko, um dort einen Militärarzt dazu zu bringen ihm mit Hilfe der Lobtomie sein Sprachzentrum zu zerstören, um dann geheilt wieder zu erwachen und einem anderen Achtjährige das Schreiben beizubringen oder ihm das Werkzeug dazu zur Vergügung zu stellen und befriedigt die Heimreise wieder antreten zu können.

Anja Baumheuer hat sich in ihrem letzten Buch auch mit der Sprache beschäftigt und hat das mit mehr spannungsgeladener Handlung getan. Liest man sich aber, was zugebenermaße etwas mühsam ist, zum Ende, kommt man wahrscheinlich darauf, ein interessantes Buch gelesen zu haben, das fast ein bißchen an Kafka erinnert, auch wenn Emil Bobis Sprache manchmal etwas umständlich ist, weil er sich offenbar auch um Wortneuschöpfungen bemühte.

Am Schluß zitiere ich noch das Motto”Ohne sprache ist nichts wahr. Mit Sprache ist alles unwahr” Auch ein wenig unverständlich. Man kann aber darüber nachdenken.

Hotel Weitblick

Jetzt kommt gleich ein Buch der Preisträgerin des “Rauriser Förderungspreises” von 2013. Das Debut der 1975 geborenen Renate Silberer von der ich schon ihren 2017erschienenen Erzählband “Das Wetter hat viele Haare” gelesen habe und jetzt auch ein bißchen verwirrt bin, dachte ich doch die “Rauriser Preise” gehen an Debuts und Renate Silberer habe ich auch schon bei verschiedenen Lesungen gehört.

Das Buch ist vielleicht ein bißchen verwirrend, weil wieder viel zu viel darin verknüpft und etwas, was ich eigentlich für normal halte, als Problem geschildert wird.

Es geht, wie ich der Beschreibung entnehme, um Kritik am Leistungsdenken und an Führungsseminare und es geht auch wieder in die Vergangenheit, nämlich in die Eziehungsmethoden der Natonalsozialisten “Der Letzte, der nicht den Verstand verloren hat, wird Geschäftsführer: ein bitterböser Roman über das Leistungsdenken und den Glauben an sich selbst.”

Das klingt schon einmal interessant und der Anfang, der die Ausstiegspläne des Consultersmarius Tankwart schildert ist auch recht spannend und gut geschrieben. Dann zerfleddert es sich aber und verknüpft Dinge,die eigentlich nicht verknüpfbar sind. Da ist der sehr erfolgreicheConsulter, Platz vierundsechig bei den Top hundert, glaube ich, der will aussteigen und nach Mexiko gehen will. Vorher soll er aber noch unter vier Angestellten, den künftigen Geschäftsführer einer Werbeagentur aussuchen. Das soll im Saal “Harmonie” des “Hotel Weitblicks” geschehen. Die vier Kanditaten sind Horst, der ehrgeizige, wahrscheinlich FPÖ-Wähler mit ausländer- und frauenfeindlichen Ansichten, der während er zum Seminar fährt, Angst hat, von seiner Veronika verlassen zu werden. Dann gibt es Franz, den Familienvater, der am Schluß von seiner Frau verlassen wird, die Quotenfrau Annette, die an Panikattacken leidet und Helmut der offenbar der Schwächste ist, weil er immer von seinem Psychiater spricht.

In dem Hotel wird Dr. Tankwart, der lieber Schauspieler geworden wäre, aber keine Chance hatte sich gegen seine Mutter durchzusetzen, von dieser angerufen, die ihm zum Geburtstag gratuliert und dabei schildert, wie schwierig die Geburt für sie war. Das tut sie jedes Jahr und das führt zu dem berühmten Buch der Frau Dr. Haarer “Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind”, das bis in die Neunzehnhundertsiebzigerjahre wieder aufgelegt wurde und in dem steht, daß man Kinder nicht verwöhnen, sondern schreien lassen soll, damit sie harte Menschen werden und im leben nicht versagen.

Das ist das Problem von Dr Tankwart. Er geht dann aber in den Seminarraum, das Buch beginnt am Freitag und endet am Sonntag, wie das bei Assmesmentseminaren üblich ist und es beginnt auch mt den üblichen Psychoübungen. Aufeinander zu gehen, einen Baum zeichnen und sich dann auf den heißen Stuhl setzen, etcetera. Das denke ich, ist normal bei solchen Assesmentseminaren und die Teilnehmer darauf eingestellt. Diese, besonders Horst rebellieren aber und verstehen den Sinn nicht, betrinken sich am Abend, was vielleicht wieder ganz typisch ist und am Schluß flippt der Cosulter aus und sagt, er wird niemanden vorschlagen, sondern das Seminar verlassen. Der Schwächste, nämlich Helmut wird von der Polizei abgeführt. Die Quotenfrau bleibt über und die beiden anderen schreiben sich ihre Empfehlenungen selbst. Da würde ich jetzt an Daniel Glattauer und sein Paartherapiestück denken, wo der Therapeut zusammenbricht, weil ihm seine Frau angeblich verlassen hat. Das zerstrittende Paar verläßt versöhnt die Praxis, und der Therapeut ruft die Frau an und sagt “Hat wieder mal funktioniert!”

Aber hier war das ernstgemeint und nicht Seminarmethode, sondern sollte “Das Leistungsdenken, den Glauben an sich selbst und die Handlungsweisen der Gesellschaftbitterböse aufzeigen”, wie in den Beschreibungstexten steht.

Was das mit den nationalsozialistischen Erziehungsmethoden der Dr. Haarer zu tun hat, wird mir nicht ganz klar, beziehungsweise finde ich diese Verknüpfung zu den Assesmentmethoden und der Führungskräfteauswahl als zu plump und einfach gestrickt. Denn schließlich sind es jetzt wahrscheinlich schon die Enkelkinder die zu Führungsseminaren gehen und die wurden oft von den Achtundsechzigern erzogen, die den “Struwwelpeter” und die Dr. Haarer längst in den Mistkübel geworfen haben und sie antiautoritär aufwachsen ließen, was, wie ich immer höre, auch nicht gut ist.

Gut hat mir aber die Anfangsstelle gefunden, wo der Consulter im Cafehaus sitzt, sich Zeitungen holt, als er zurückkommt, sitzt eine alte Frau auf seinen Platz, sagt er kann sich dazusetzen. Er liest einen Artikel von einer Frau, die ein Sessel sein möchte und die alte Dame spricht ihn darauf an, die ist dann offenbar der Mutterersatz und führt ihn durch das Buch und motiviert sein Aussteigen.

Der Himmel vor hundert Jahren

Jetzt kommt ein Debut, nämlich der Roman der 1988 in Moskau geborenen und in Berlin lebenden oder gelebt habenden Yulia Marfutova, die beim Klagenfurter Literaturkurs eingeladen war und auch sonst bei verschiedenen Schreibwerkstätten mitmachte, was sich offensichtlich lohnte, denn der “Himmel vor hundert Jahren”, wo der Umsturz und die russische Revolution auf sehr märchenhafte Art und Weise mit einer poetisch schönen Sprache erzählt wird, ist ein interessantes Buch.

Schauplatz ist ein Dorf am Fluß und seine Bewohner. Da gibt es den Dorfältesten Ilja, der so wie sein Vater und seine Großväter heißt und wie alt er ist, weiß man erst nicht wirklich,denn die Dorfbewohner gehen oft erst nach Jahren in die nächste Stadt aufs Meldeamt, wo der Beamte dort streng nach dem Vaternamen fragt und den Kleinen dann so nennt. Der ist aber jetzt schon alt geworden, der Dorfälteste und eigentlich recht wohlhabend und das Besondere an ihm ist auch das kleine Röhrchen, das er einmal gefunden hat, mit dem er das Wetter vorhersagen kann.

Er hat auch eine Frau Inna Nikolajewa, die nach dem Zaren heißt, der fällt ein Messer aus der Hand, was bei den abergläubigen analphabeten heißt, es kommt ein Mann ins Haus. Die drei Töchter sind an einer Seuche gestorben, übergeblieben ist die Enkeltochter Annuschka oder Anna und derMann, der ins Haus kommt, ist Wadik, einer mit einer Uniform und ohne Stiefel, der zuerst schweigt, später aber durchblicken läßt, daß er lesen kann und auch ein geheimnisvolles Papier in der Tasche hat, daß er Anna übergibt. Die stiehlt wie eine Rabe oder eine Elster. Pjotr ebenfalls ein alter Mann verschwindet oder ertrinkt im Fluß und am anderen Ufer sind auch immer wieder Männer zu sehen. Das Dorf spricht von derveränderten Realität, die Ikonen verschwinden und am Ende der Geschichte hört man noch, daß der Gutsbesitzer auch so eine Autoriät, wie der Zar ins Ausland verschwunden ist,um seine Familie zu besuchen, obwohl er das sonst nichts tat.

Das ist alles was Yulia Martinova über die Realität ab 1917 erzählt. Sonst deutet sie, wie schon erwähnt nur an. Bleibt bei Metaphern, gibt in einer schönen andeutungsreichen Sprache, die Gedanken, Vermutungen, den Irr- und Aberglauben, der ungebildeten Ddorfbewohner wieder, die keine Ahnung von den Geschehnissenaußerhalb des Dorfes haben und doch von der Geschichte mitgerissen werden. Listen werden, wie bei Simone Hirth angelgtund Andrey Kurkov hat mit seinem “Volkskontrolleur” wohl etwas Ähnliches versucht. Geschichte mit Ironie, Andeutungen und märchenhaften Metaphern zu erzählen.

Am Am Schluß des Presseexemplars, das leider keine biografischen Angaben hat und auch im Netz ist über die jungen Autorin nicht viel zu finden führt Yulia Martinova ein Märchen an, daß sie offenbar für das Buch verwendete und ein Buch von Orlando Figes “Die Tragödie eines Volkes. Die Epoche der russischen Revolution 1891 bis 1924”. Das Buch ist auch ihren Großeltern gewidmet und in einem Verlagsinterview habe ich gelesen, daß der “Rowohlt-Verlag” begeistert von dem ungewöhnlichen Debut war und es stimmt, so hat man die russische Revolution wohl noch nie gelesen. Ich bin beeindruckt und gespannt, ob und auf welche Nuchpreislisten das Buch, das im März erschienen ist, kommen wird. Eine Lesen würde ich empfehlen, was soll man auch in Zeiten wie diesen anders machen und Parallelen zur heutigen Realität lassen sich höchstwahrscheinlich ebenfalls herstellen.

DAVE

Die Pandemie regt offenbar zum Verfassen dystopischer Romane an, ich versuche das ja auch ständig, scheitere aber an der Realität, die mir schwer fällt hinter mich zu lassen. Man muß es woh anders machen, denn wenn ich Minister Anschober in eine Nußschale setze, damit er auf mich hört, schreien wohl alle “Das ist aggressiv und verschwörerisch, denndie Krankheit ist ja da, wir wollen nicht daran sterben und da sind uns etwaige Freiheitsbeschränkungen egal!

Also keine Krankheit, kein Corona, aber dafür die künstliche Intelligenz, denn das ist ein Modell, das wir alle brauchen und von dem alle reden und kurz bevor ich im letzten Jahr zu meinen letzten Ferrienaufenthalt aufgebrochen bin, war ich wieder in der SFU und habe ein Symposium darüber gehört.

Es gibt ja schon einige berühmte dystopische Romane, “1984”ist wohl der bekannteste, der jetzt auch mehrmals neu übersetzt worden und ob sich die1990 geborene Raphaela Edelbauer, die den Lehrgang der Sprachkunst besuchte, jetzt dort unterricht, in Rauris gewonnen hat, in Klagenfurt und 2020 zweimal aufder Buchpreiste stand, sich an Corona und “1984” orientierte, weiß ich nicht. Sie hat jedenfalls einen SF-Roman geschrieben, schreibt in ihrem Nachwort von ihren Phantasien und Spinnereien und ich, die ich ja vom “Flüßigen Land” begeistert war, muß schreiben, ich kenne mich bei “DAVE”nicht so aus. Was heißt, daß ich denke, dawurde ein Horrorszenario nach dem anderen aufgereiht oder eigentlich nur angedeutet und nicht näher ausgeführt und der Tututor eigentlich sagen müßte “Jetzt arbeite daseinmal ordentlich aus!”, so daß ich mich nicht so recht auskannte, worum esgeht, aber weil das ja wohl mein Thmea ist, mehrmal an die Pandemie dachte und darübersinnierte, wie weit das bei uns auch schon vorhanden ist?

Das Ganze spielt in einem Labor, denn die Welt ist wohl untergegangen oder verwüstet, die Geschichte scheint in der Zukunft zu spielen und die Menschen sind über hundert jahre alt und hausen in dem Labor in verschiedenen Stockwerken. Unten, wenn ich es recht verstanden habe, wie bei Nestroy, das Proletariat, oben die Elite und alle werden überwacht und registriert, die Gesundheitsdaten werden gemessen und alle sind Programmierer und wollen Dave, die künstliche Intelligenz programmieren, die die Menschheit dann retten soll.

Da gibt es einen Syz, das ist ein Programmierer, dessen Vater ihn immer zur Mathematik gezwungen hat. Der soll eine junge Ärztin einschulen und verliebt sich in sie, dann kommt es zu einem Absturz, alle rennen herum und Syz findet eine Identitätskarte und steckt sie ein. Dann dringen die Sicherheitskräfte in seine Kammer, wo er haust und führen ihn mit verbundenen Augen in das Zentrallabor, wo ihn ein Prof Fröhlich erwartet und ihm erklärt daß er dazu ausgewählt wurde Dave menschliche Zügezu verleihen, damitdie Progmation besser gelingt. Das heißt, er soll Ereignisse seines Lebens erzählen, die werden dann in Dave einprogrammiert. Script nennt sich das und Prof Fröhlich fügt noch hinzu, daß schon einmal ein Arthur Witteg dazu ausgewählt wurde, aber der ist verrückt geworden.

In der Mensa macht Syz dann noch die Bekanntschaft mit einem Herrn Mandelbrot, einem Architekten und er dringt dann in das Archiv ein, um an die Akten von Arthur Witteg zu kommen. Einen Freund namens Pawel und einen der Felis heißt, gibt esauch und als er auf eine Party geht, trifft er die Ärzti Khatun wieder, die ihm von einem Gartenzweig erzählt, die er ihr geschenkt hätte, aber er hat sie schon seit drei Monaten nicht gesehen und kommt in Wittegs Akte darauf, daß Khatun dessen Frau warund ihr den Gartenzwerg zur Hochzeit schenkte.

Verwirrend verwirrend, Syz bekommt auch seltsame Briefe, verläßt das Labor, kommt darauf, draußen ist doch nicht alles so kaputt, sondern es gibt ein Restaurant namens “Himmelreich” in dem er Witteg findet, der ihm einen Stick gibt und von ihm verlangt, daß er ihm töten soll, aber, daß Syz und Witteg dieselbe Person sind, hat er schon erkannt und es gibt auch keinen Mandelbrot in der Kartei und den, den er findet trägt Wittegs Züge.

Verwirrend verwirrend, er muß dann zu DAVE, um ihn nochmals zu programmieren oder zu zerstören, ganz habe ich das nichtverstanden, läßt sich dazu in einem Computer hinschmuggeln. Die Menschen irren verwirrt herum und im Labor erwartet ihn Professor Fröhlich, der offenbar das Ganze inzenierte.

Ein neues”1984″ in Zeiten, wie diesen, wo man sich vielleicht ohnehin schon fragt, wie weit sind wir schon in diesem Szenario angekommen? Und es ist wieder spannend,ob und auf welche Buchpreislisten das Buch kommen wird und wie es von der literarischen Welt aufgenommen wird und die künstliche Intellgenz ist wahrscheinlich nicht aufzuhalten. Wir sollten aber aufpassen, daß sie sich nicht gegen uns stellt und das ist wahrscheinlich die Botschaft des Buches und Raphaela Edelbauer wohl eine Sprachkünstlerin die die verschiedenesten Stil beherrscht.

Mauersegler

Weiter geht es mit den Pionierinnen der Neunzehnhundertzwanzigerjahre, diesmal in Romanform, denn die Übersetzerin, die, sich Valerie Jakob nennt, hat irgendwann von den Pillotinnen aus dieser Zeit, da gibt es offenbar eine Thea Rasche und eine Elly Beinhorn, gelesen und hat einen Roman daraus gemacht, in dem die Heldinnen erfunden sind.

Mehr noch, sie hat zwei unterschiedliche Generationen darin verknpüft, denn da gibt es einmal eine Juliane, die war Lehrerin, fand in ihrem Beruf aber keine Erfüllung oder konnte sich bei den Kindern nichtdurchsetzen, so bricht sie kurzerhand mit ihrem Freund Christian nach Berlin auf,der dort einen Sart up gründen will. Es kommen Nachrichten von ihrer Mutter, sie soll ihren Großcousin Johann besuchen, der über achtzig ist, in Greifswald lebt und seine Verwandten um Besuch bittet, um ihnen gegebenfalls sein Haus zu überschreiben. Der ist Biologe und auch Gärtner hat den schönsten Spargel, gibt Juliane einen Korb davon mit, die bereitet daraus für ihren Christian ein wunderbares Abendessen. Bei dem er ihr aber nur verkündet, daß er eine neue Freundin hat. So flüchtet sie zu ihren Eltern und dann wieder zu Johann, der ihr gesagt hat, sie könne jederzeit zu ihm kommen. Sie bezieht das Zimmer seiner Mutter und erfährt in ihren Briefen und auch aus Erzählungen, daß die, eine Pilotin mit einem Flugzeug namens “Mauersegler” war und die den Neunzehnhundertdreißigerjahren im Senegal verschwunden bzw.dort abgestürzt ist, so daß Johann bei Julianes Großmutter, Mariannes Schwester Ruth aufwuchs.

Das Buch ist in zwei Erzählsträngen gegliedert. So geht es in die Vergangenheit und zu Marianne zurück, die natürlich, wie es bei den Pionierinnen wohl nicht anders möglich war, in einem sehr liberalen, begüterten Elternhaus aufwuchs.In einem Schweizer Internat lernt sie ihre Lebensfreundin Roseanne kennen, macht mit ihr sowohl den Führer- als auch den Pilotenschein, heiratet dann einen Hermann, einen Architekten, der ihrem Vater versprechen muß, daß er sie an ihren Lebensplänen nicht hindern wird.

Aber die Zeiten ändern sich, das dritte Reich kommt und Hermann ändert seine Ansicht, kann er seinen Nazifreunden doch keine Frau präsentieren, die statt einem Mutterkreuz Hosen trägt und als Marianne mit ihrem Flugzeug nach Afrika will, sie macht Transportflüge, verlangt der Beamte, der ihr die Ausfuhrgenehmigung erteilen soll, die Unterschrift ihres Mannes. Ja so war das und der gibt sie ihrnicht nicht. Vorher gab es noch Streit, als Elsbeth, eine stramme Nazimaid und Haushaltshilfe, Johann ohrfeigt, was Marianne nicht will, der Vater aber in Ordnung findet, weil man die Jungs ja stramm erziehen muß. Zum Glück hat Marianne etwas, womit sie Hermann erpressen kann, so daß er unterschreibt. Sie bringt Johann zu Ruth, fliegt los und kommt nie mehr zurück. Sie ist mit dem Flugzeug abgestürzt, erfährt Juliane aus Gesprächen mit ihrer Mutterund aus Briefen, denn Johann ist sehr schweigsam und einen Traummann, den Schmetterlingsforscher Mattes lernt Juliane auch bei ihm kennen. Sie, die, ja nicht so genau weiß, wie ihr Leben weitergehen soll, bricht zu einer Senegalreise auf, um in Mariannes Lebensspuren weiter zu erforschen. Entdeckt ein Geheimnis, das Johann aber ohnehin schon wußte und wieder ein spannendes Buch, das gar nicht so einfach zu lesen war und viele ungewöhnliche Entwicklungen erhält. Es gibt einige schöne Redewendungen und auch einige sehr beeindruckende Stellen, zum Beispiel die, wo Marianne mit dem Beamten verhandeln muß oder die, wie Juliane ihren Christian Spargel kocht. Eine Jugendfreundin, die Juliane widertrifft, gibt es auch und ein Nachwort von Valerie Jakob, wo sie die Entstehungsgeschichte beschreibt.

Mauern

Ich interessiere mich ja sehr für das Corona-Thema, lese und schreibe viel darüber und stelle mir da auch die Frage, ob man das, wenn man so mitten in der Situation drin steckt überhaupt kann und, ob sich für die Leute für die vielen Corona-Romane und Corona-Gedichte, die da auf den Schreibtischen der Verlage landen können, überhaupt interessieren und schreibt man darüber ist man der Wirklichkeit voraus oder hinterher,wie ich ja in meinen dritten Corona-Text, der noch beim Alfred liegt, merken kann, weil ein Nichtgeimpften-Ghetto wird es wahrscheinlich nicht geben, dafür wird die Mathilde, wenn sie keinen grünen Impfpaß will, vielleicht den Rest ihres Lebens zu Hause sitzen und kann froh sein, wenn ihr jemand die Lebensmittel ins Haus bringt, da ja, wie ich erst gestern in OE 24 TV hörte, auch die Supermärkte aus Solidarität zu den anderen Geschäften, die Testpflicht einführen soll.

Aber jetzt zu den in Hamburg lebenden Politologen und Juristen Kai Lüdders der schon viele Bücher geschrieben hat und es auch jetzt nicht lassen konnte und einen Roman geschrieben hat, das die Ereignisse bis Oktober 2020 oder dann schon im Epilog bis Oktober20 21 schildert.

Also vielleicht das gleiche Problem, wie ich im November 2020 hatte und sein Buch ist auch schon im November herausgekommen. Es ist “Allen Eltern gewidmet, die ihre Kinder in einer angstfreien Gesellschaft aufwachsen lassen wollte” und ich dachte mir noch während des Prologes, wo ein Frederik mit einer Pistole im Oktober auf den Gesundheitsminister Lautschläger schießt, uje, uje, uje, wo führt das hin, wenn man die Realität mit der Fiktion vermischt.

Dann ist es aber in der “Ersten Welle”, die im Jahr 2019 beginnt, klarer geworden, denn eigentlich logisch, die Ereignisse von Wuhan, die da langsam auf die Welt hinüberschwappten, hat die Menschen in ihren Krisen getroffen und da ist einmal Frederick, Jurist wie sein Autor, der ist aber schon einmal mit einer Geschäftsidee in Konkurs gegangen, hat lange darunter gelitten, sein Ruf und seine Reputation waren dahin und hat sich erst jetzt langsam mit seinem Reisebürounternehmen “Fairreisen” hinaufgearbeitet. Es schaut hervorragend aus und so planen er und seine Frau Juilette mit ihren zwei Kindern aus der lauten Stadt Hamburg zu ziehen und sich dort ein Haus bauen zu lassen.

Juilette ist erfolgreich im Finanzwesen tätig, dafür muß sie aber auch hart arbeiten. Hat daher nur wenig Zeit für ihre Kinder Lisa und Karl und ist oft überfordert wenn sie sie zur Schule bringen und sich auch sonst um sie kümmern muß. Man merkt schon wohin das gehen wird, denn noch ist das Killervirus nur im Ferns ehen und Freunde gibt es auch. Jack, ein Amerikaner, der schon lang als Oberarzt an einer Klinik arbeitet und verheiratet mit Nele, einer Krankenschwester auf der Intensivstation ist. Einen Sohn, der mit Karl, glaube ich, in die selbe Schule geht, gibt es auch. Jack hat Herzbeschwerden, will das der besorgten Nele nicht sagen, dann muß er doch operiert werden und will, weil Ärzte ja so unentbehrlich sind und wahrscheinlich nicht auf sich schauen können, nicht auf Reha gehen.

Juilette hat eine Mutter in einer Seniorenresidenz, die raucht, wie ein Schlot, hat eine Grippe und dann wird noch ein Krebs an ihr entdeckt.

So weit so what, bevor es richtig losgeht und da kommt es schon bald zu einem Streit zwischen den beiden Paaren, als Frederick sich um sein Unternehmen sorgen macht und Jack und Nele das egoistisch nennen. Es scheint zum Bruch zu kommen oder doch nicht so ganz, denn als Neles Mutter, die jetzt noch Corona hat, im Sterben liegt und das Spital sie nicht zu ihr lassen will, schleust die Intesivschwester Nele sie ein. Verbietet ihr aber Karl zu Ben zu bringen und mit Frederiks Bruder Patrik und seiner Frau, die als Beamte scheinbar weniger Sorgen, zerstreiten sie sich auch. Denn die erste Welle trifft das Paar hart, Juilette hat Sorgen wegen ihrer Mutter, ist mit den Kindern und dem Homeschooling überfordert und außerdem hat sie noch ein Problem mit der Maske, denn ihre Eltern stammen aus der DDR, machten als sie knapp geboren wurde, einen Fluchtversuch und packten das Kleinkind in den Kofferraum, das während der Fahrt in das schöne Deutschland eine Co2- Vergiftung bekam, wovon sie erst am Sterbebett der Mutter erfuhr. Das teilte ihr die Sterbende, die kurz danach beatmet werden sollte, mit. Da zweifle ich, daß das realistisch möglich ist, erklärt aber warum Juilette mit der Maske Probleme hat und da wird sie trotz Maskenbefreiung in den Supermärkten angepflaumt, so daß der Einkaufsgang zum Spießrutenlauf wird.

Frederick laufen dazwischen alle Kunde davon und als er, was wahrscheinlich auch ein wenig unrealistisch ist, dn Minister Lauterschlag während einer Wahlrede auf einem öffentlichen Platz trifft, der die Gesundheit schützen und alles andere verbieten will, schreit er ihn laut an und wird dabei von der Polizei zusammengeschlagen. Vorher wird er aber noch gefilmt, so daß die Mailbox heißläuft und er noch die letzten Kunden verliert. Er fängt zu trinken an und auch bei Jack geht es wild her, denn der fliegt nach Amerika, um seine Eltern zu besuchen.

Jetzt sind wir schon im Herbst und in der zweiten Welle und als er zurückfliegen will, trifft er seine alte Freundin Mary, die ihn umarmt und küßt, ja die Amerikaner sind undiszipliniert und Kai Lüdders reizt offenbar alle Heldenreisenstufen aus, denn sie hat Corona. Jack bekommt es auch und auch Nele darf nicht ihm zu ihm. Sie will in die Alster springen. Juilette hindert sie daran und dann kommt es zu der schon im Prolog angeführten Kathastrophe, denn Frederick hat sich in seiner Verzweiflung eine Schreckschußpistole geben lassen und schießt auf den Minister, der aber Verständis zeigt. Es kommt zu einer milden Verurteilung und im Oktober 2021 ist alles offenbar ein bißchen besser geworden, hoffen wir darauf und das Paar ist mit ihren Kindern nach Schweden ausgewandert, hat sich dort ein Haus gekauft oder gemietet und die Flüchtlingsfrau Zola aus Simbabawe, die inzwischen mit dem Boot nach Europa gekommen ist, nehmen sie auch auf.

Interessant, interessant, denke ich und natürlich, wie es es ja auch muß, ein wenig übertrieben und dramatisiert, aber leider doch nicht so sehr, höre ich ja während des Schreibens, daß im Osterlockdown 2021 auch das Takeaway verboten werden soll und, daß Leute, die eine Maskenbefreiuung haben, als Mörder dargestellt werden, obwohl das natürlich Unsinn ist, weil keiner der auf der Straße oder im Supermarkt hinter oder vor einem ohne Maske steht, angesteckt wird und, daß die Leute, die vielleicht nur sagen, daß man mit dem Virus leben lernen muß, als Verschwörungstheoretiker und Nazis beschimpft werden, habe ich auch schon erlebt.

Der Titel “Mauern” thematisiert die Spaltung der Gesellschaft durch das Virus am Beispiel des befreundeten Paares und wir haben gesehen, wie man einen Roman über Corona schreiben kann.

Spannend zu lesen, hat mich sehr interessiert, ob, der Otto Normalbürger, der ohnehin schon von der Krise angefreßen ist, Lust darauf hat, kann ich nicht beurteilen und ich habe mir auch öfter gedacht, wenn ich das Buch vor drei Jahre gelesen hätte, hätte ich das für eine phantastische Dystopie für unmöglich gehalten, daß soetwas passieren kann und es ist auch spannend sich vorzustellen, was die kleine Lia, wenn sie vielleicht zwanzig ist und das Buch in die Hand bekommt, dazu sagen wird und auch spannend, die Frage, ob sie dann Maske trägt und ob ihre ersten zwei Lebensjahre, wo sie von dem Ganzen nicht viel mitbekommen hat, Traumatsierungen bei ihr ausgelöst haben und angstfrei würde ich ihr wünschen, soll sie natürlich auch aufwachsen.

Reigen Reloaded

ich weiß nicht, ob ich es schon geschrieben habe, ich bin oder war ein Schnitzler-Fan. Wahrscheinlich nach der matura, als ich die literarische Welt erkunden wollte, habe ich den “Reigen”, “Liebelei” gelesen oder als Film gesehen und war sehr beeindruckt, ebenfalls vom “Professor Bernhardi”, obwohl es da ja um etwas anders geht. Die Art wie da mit dem Sex vor hundert Jahren umgegangen wurde, wie die besseren Herren, die armen Mädeln verführten und sie dann sitzen ließen und sich erschießen mußten, wenn sie ihre Spielschulden nicht bezahlen konnten oder die Ehre des anderen beleidigten, ist sehr beeindruckend.

Das ist, alles könnte man meinen, lang vorbei, die Frauen haben sich emanzipiert, haben die Pille, können abtreiben und einen Beruf und können die feinen herren daher abblitzen lassen, wenn sie das wollen. Aber oft wollen Sie das gar nicht, sondern drehen den Spieß um und daher ist der “Reigen”, dieses Skandalstück, wie Daniela Strigl in ihren Vorwort schreibt, das 1897 geschrieben, drei Jahre später, als Privatdruck erschienen und 1920 uraufgeführt wurde, wohl veraltet.

ist es wahrscheinlich nicht, denn sehr stark geschrieben und wahrscheinlich immer noch empfehlenswert es zu sehen und darüber nachdenken, wie verlogen, die Sexualmoral damals war und man sollte das Stück nicht verändern.

Da bin ich ja sehr konservativ und will den “Reigen” eigentlich nicht in einer Pandemie-Inszenierung sehen, obwohl ich bei der “Fledermaus reloaded” großen Spaß hatte. Das war mein Silvesterscherz und die jungen Frauen von heute finden sich in den süßen Mädeln wohl nicht wieder. Das wird sich wohl Barbara Rieger gedacht hat, die sich mit Eßstörungen beschäftigte, mit den Autoren ins Cafehaus ging und auch ihre Poesiealben durchblätterte und sie ging einmal in die “Josefstadt” und dann zu Martin Peichl um ihn aufzufordern mit ihr den “Reigen” neu zu schreiben. Dabei ist es nicht geblieben, denn Barbara Rieger hat gleich zehn österreichische Autoren und Autorinnen eingeladen, sich mit dem “Reigen” zu beschäftigen und je eine Szene da zu reloaden. Am Schluß des Buches und das ist besonders interessant, ist dann der Originaltext abgedruckt, so kann man, sofern man nicht das Reclamheftchen hat, vergleichen, was besser ist oder wie sich der Sex und die Gesellschaft in den letzten hundert Jahren verändert hat.

Nach dem Vorwort, beginnt es mit Gertraud Klemm, der Frauenbewegten mit der starken Sprache, die keine Tabus kennt und beim “Bachmannlesen”, die Juroren mit ihren starken Monologen sehr beeindruckte.

So beginnt es mit dem Schulwart und dem Schulmädel, die ist vielleicht nicht so süß, sondern vermutlich ganz schön raffiniert, setzt sich in Pose zückt ihr Handy und ruft den Josch, den Schulwart an, der sie dazubringt ihm ihren Unterleib zu zeigen und sie dann noch erpreßt, die Fotos ins <netz zu stellen.

Ein bißchen konventioneller geht es bei Gustav Ernst zu, der ja auch eine starke Sprache und wahrscheinlich eine männliche Sichtweise hat, so trifft der junge Herr, die Kellnerin im “Englischen Reiter”, die ist privat dort, denn sie will alles hinschmeißen und nach Indien ausbüchsen, läßt sich von ihm aber auf ein paar Gläser Wein einladen und geht dann mit ihm in ihre Wohnung, weil er ihr einen tollen Job verspricht. Sie schläft dabei ein und er verläßt sie am nächsten Morgen, also auch nicht sehr viel anders, als beim Herrn Doktor Schnitlzer, weil er gar nicht ihren Namen so genau weiß und Daniel Wisser ebenfalls ein Mann mit einer starken Sprache und österreichischer Buchpreisträger bleibt gleich dabei, nur ist hier die Kellnerin emazipierter. Sie bringt ihren nervösen Chef den Schlüßel, denn sie will alles hinschmeißen und auf Weltreise gehen. Er hat sie aber natürlich nicht ernst genommen und schimpft ihr “Warte nur, sagt er, du eingebildetes Miststück! Warte nur, das war heute dein letzter Arbeitstag.”, nach.

Die nächsten drei Szenen stammen von Bettina Balaka, Michael Stavaric und Angela Lehner und da geht, der Benedikt, der Cafehauschef in die Galerie zu einer Anna, die das Catering für den Geburtstag ihres Mannes bestellenwill, dabei vögeln sie natürlich und als sie dann nach Hause zu ihrem Herbert kommt, präsentiert der ihr dieentsprechenden Videoaufnahmenund Anna Lehner läßt ihn dann mit einem “Baby” in einem Thermehotel zusammentreffen undwundert sich, daß die Kleine soviele Dessertcremes in sich hineinschlemmt.

Interessant ist, daß nur wenige Szenen Dialoge sind, die meisten sind Prosatexte und sehr modern mit Handies und anderen Aktualitäten, wie auch Daniela Strigl schon in ihrem Vorwort erwähnte.

Arthur Schnitzer sowie der “Reigen” werden in den Szenen auch erwähnt. Da kommt zuerst der schon erwähnte Martin Peichl, der seinen Text “Wie viele Raben” nennt und den Dichter mit dem “Baby” das jetzt Marie heißt in ihre Wohnung fahren läßt. Der Text ist sehr poetisch. So wird während man mit den Fingern durch die Haare fährt “Wie viele Raben?” gefragt und dieSchauspielerin fragt den Dichter in der nächsten Szene die von Barbara Rieger geschrieben wurde, ob er nicht den “Reigen” neu schreiben will? Werner Schwab hat das auch schon getan. Er meint, aber, wie schon thematisiert wurde, daß man das wohl nur in Prosa kann.

“Parallelen im Unendlichen” gibt es dann bei ThomasStangl, der die Schauspielerin dann zu dem “Erben mit dem Magistertitel” führt und die Dirne oder das junge Mädchen, das der Erbe dann besucht riecht bei Petra Ganglbauer nach Kardamon.

Verwirrtvon den vielen Sprachstilen der zehn Gegenwartsautoren? Beruhigung findet man dann, wie schon erwähnt im Orignaltext und die Personen der zehn Dialoge sind dort, “Die Dirne”, “Der Soldat”,”Das Stubenmädchen”, “Der junge Herr”, “Die junge Frau”,”Der Ehegatte”, “Das süße Mädel”, “Der Dichter”, Der Schauspielerin”, “Der Graf”.

Parallelen sind also da, manches aber anders und bei Schnitzler werden auch die orte an denen das Ganze spielt erwähnt. So trifft die Dirne den Soldaten bei der Augartenbrücke und treibt es mit ihr dann am Donauufer, was heute wohl der Donaukala ist. Dann geht er mit dem Stubenmädel Marie in den Prater tanzen und der junge Herr, der es dann mit dem Stubenmädchen treibt oder sie ihn, ist noch zu Haus, während seine Eltern schon auf Sommerfrische sind und interessant ist auch, daß die Köchin den Schlüßel zur Vorratskammer, aber Ausgang hat, so daß er um seinen Cognackommt. Er wird dann von der jungen Frau besucht, die wie später auch das süße Mädel nur weni Zeit hat und der Ehegatte, der es später mit mit dem süßen Mädel treibt, will von der Gattin wissen, ob ihre Freundinnen untreu sind. Das süße Mädel das auch sehr hungrig ist und viele Geschwister hat, auf die es aufpassen muß, denkt führt er in ein Separe und sie erzählt ihm, daß sie schon einmal mit ihrer Freundin und dem Bräutigam dort war. Das erzählt er später auch dem Dichter Robert, der es mit der Schauspielerin treibt und die wird dann vom Grafen in ihrem Zimmer besucht und der erwacht dann im Zimmer der Dirne auf und der Reigen hat sich geschloßen.

Ein Skandalstück des vorvorigen Jahrhundert. Die Sexualmoral hat sich inzwischen geändert. Die süßen Mädeln sind nicht mehr so hilflos ihren Chef und den jungen Herren ausgeliefert. Sie haben die Pille und die “Me too debatte” gib es auch.

Das Cover ist wie bei den “Kremayr&Scheriau-Büchern” eigentlich sehr üblich ganz in schwarz und lila im Jugendstildesign gehalten und in der “Gesellschaft der Liiteratur” wurde der “Reigen reloaded” auch schon vorgestellt und da habe ich ein bißchen hineingehört.

Kindheit

“Frauen erzählen Geschichten anders”, steht auf dem “Aufbau-Lesezeichen,das dem ersten Band der “Kiopenhagener-Trilogie”der1917 geborenen und sich 1976 umgebracht habenden Tove Ditlevsen beigelegt ist, die in Dänemark eine bekannte Schriftstellerin war und für den deutschen Sprachraum offenbar jetzt entdeckt wird.

“Kindheit”,”Jugend”, “Abhängigkeit” heißen die drei dünnen Bände, die,glaube ich, in den sechziger Jahren geschrieben wurden und das Lesezeichen und der Klappentext zu den biografischen Angaben zeigen eine junge frau mit weißen Pulli, Zigarette in der Hand und hellbraunen Locken auf einen Liegestuhl, die gar nicht so depressiv dreinschaut.

Den biografischen Angaben habe ich entnommen, daß Tove Dietlevsen in etwa mit Syliva Plath zu vergleichen wäre, da auch sehr viele Psychiatrieaufenthalte und, wie man schon dem ersten Band entnehmen kann, vielen Gedichten.

In irgendeiner Rezension habe ich gelesen, daß der erste Teil schwer zu lesen ist, weil er aus der Sicht des Kindes geschrieben wurde.In anderen, daß das Buch sehr beeindruckend ist und meistens in einem verschlungen wurde.

Dem kann ich mich anschließen, obwohl ich nach der Lektüre nicht so sicher bin, ob Frauen wirklich anders schreiben, natürlich sie sind wahrscheinlich offener und erzählen mehr von sich und ihren Gefühlen und die 1917 in Kopenhagen geborene schildert das Aufgewachsen in einem Arbeiterhaushalt.

Die Mutter zu der sie Schwierigkeiten hat, scheint eine eher kühle Frau gewesen zu sein, die dann aber doch fortschrittlich ist. Der Vater, ein Heizer wird arbeitslos. Es gibt einen älteren Bruder namens Edvin, der in eine Lehre gezwungen wird und die Tochter sitzt zu Haus und hört oder schaut der Mutter zu. Am Sonntag wird sie zum Bäcker geschickt und soll dort das alte Brot kaufen, von dem sich die Familie dann ernährt. Es gibt Bücher, die “Grimms-Märchen” beispielsweise und das aufgeweckte Kind, das früh schweigen lernt, um nicht die Wahrheit sagen zu müssen, gibt den Hausbewohnern auch Namen wie “Rapunzel”, “Schön-Lili” oder “Krätze-Hans” und der Vater schüttelt den Kopf, als sie ihm sagt, daß sie”Dichter” werden will, denn das ist kein Beruf für Frauen.

Da stimme ich ihm zu, denn die werden natürlich Dichterinnen und mir haben ein paar Kritiker oder Kirtikerinnen einmal gesagt “Und Sie wollen Dichterin sein?”

“Nein!”, habe ich immer geantwortet “Eine schreibende Frau!”

Aber Tove Ditlivsen schreibt Gedichte in das Poesie album, das sie sich, wie die anderen Mädchen kaufen ließ, als sie doch in die Sekundarschule soll, um wie der Bruder eine bessere Ausbildung zu erhalten. Der Vater ist Sozialdemokrat. Die Mutter schimpft ihn sogar einmal “Kommunit”, das etwa so wie “Mörder” oder “Verbrecher” klingt und die Mutter besucht mit der kleinen Tove manchmal die Nachbarin, das Fräulein Ketty, das offenbar davon lebt, daß sie sich von Männer besuchen läßt. Deshalb sammeln die Nachbarn Unterschriften für den Hinauswurf. Der Vater tut es für die Kinder, die Mutter ist dagegen und so zieht das Fräulein mit ihrer Nutteraus aus.

Aber in Wohnungen, wo man keine andere Wahl hat, als den Eltern beim GV zuzuhören oder zuzusehen, ist man wahrscheinlich aufgeklärter, als es sich die Eltern wünschen. Obwohl die Nachbarmädchen dann mit sechzehn oder siebzehn schwanger werden und die dazugehörenden Väter sind dann meistens schon verschwunden. Tove lernt die Freundin Ruth kennen, die etwas aufgeklärter ist als sie. So will sie ihr das Stehlen beibringen, zu dem Tove sich nicht überwinden kann und als sie es doch einmal tun soll, die Glasschale zerbricht, wo sich die Schokolade befindet.

Ruth führt sie auch zu den Huren im Viertel. Ein Ausdruk, der Tove auch nicht gefällt, denn “Eine Hure ist eine Dame,die es für Geld macht, was mir viel mehr einleuchtet, als exumsonstzu machen.” und eine ihrer Gedichtzeilen lautet “”Wer braucht da schon das Hochzeitsbett? Es reicht der Straßenrand”.

Der Bruder Edvin, der in seiner Lehre sehr unglücklich ist, haut sich ab, als er Toves Poesiealbum findet, rät ihr aber doch, die Gedichte einem Rdekatuer des “Sozial-Demokraten” zu zeigen. Der sagt zwar auch, daß sie gut sind, aber viel zu erotisch für eine Vierzehnjährige und er ist überhaupt nur für die Kinderseite zuständig und da können sie sowas nicht bringen.

Rät ihr also in ein paar Jahren wiederzukommen. Die Lehrerin gibt ihr den Auftrag, die Eltern zu fragen, ob sie ins Gmnasium darf? Aber das ist natürlich zu teuer. Sie soll zuerst in den Haushalt zu einer Familie und dann später ein Jahr in eine Haushaltsschule. Der Bruder zieht, als er sechzehn ist aus und der erste Teil endet mit Toves Konformation und jetzt bin ich natürlich neugierig auf die Folgebände, wo der dritte, glaube ich, die Abhängikeiten beschreibt, in die Frauen durch ihre Ehen kommen. Tove Dietlevsen war, glaube ich, auch ein paarmal verheiratet und jetzt bin ich gespannt ob und wann ich die zwei anderen Bände finde, freu mich sehr auf das Lesen und habe wieder eine interssante, mir bisher unbekannt gewesene Autorin entdeckt und interessant ist auch, daß in dem Buch auf Seite zwanhzig “Also ich bin am vierzehnten Dezember 1918 in einer kleinen Zweizimmerwohnung in Versterbro in Kopenhagen geboren worden” während bei “Wikipedia” 14. Dezember 2017 steht.